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ötteln

ist ein Verb mit unterschiedlichen Bedeutungen: sich mittels Kfz ganz langsam fortbewegen Ich bin hier ne halbe Stunde ums Karree geöttelt, bis ich nen Parkplatz gefunden hab. Seltener ist folgende Bedeutung: Ötteln als Ausdruck unspezifischer Unzufriedenheit, Stöhnen, Murren, Grunzen, bei Babys auch Schmatzen. Erwachsene z.B. ötteln gerne, wenn sie zu früh geweckt wurden und erst langsam auf Touren kommen. Babys ötteln dagegen häufiger, insbesondere bei Blähungen o.ä. Neuerdings bedeutet ötteln auch "Haschisch rauchen".

Bearbeiter: Michael Mühr (Rösrath), Christian Wilke (Siegburg/München)


Kommentare

18.06.2017, 13:33 Uhr
Antje
Neckargemünd
Nachtrag zu meinem vorherigen Kommentar: die Herleitung von dem Wort Örter erscheint mir deshalb plausibel, weil ich meine es entstand daraus, dass man zb um eine Sperrung oder einen Stau auf einer Hauptstraße oder Autobahn zu umfahren auf kleine Nebenstraßen ausweichen und quasi im “Entenmarsch“ mit anderen Fahrern durch viele kleine Dörfer (“Örter“) durchfahren muss, was idR langsamer voran geht und insgesamt länger dauert.

23.06.2017, 11:11 Uhr
Redakteur:

Die Etymologie ist eher unwahrscheinlich; das Verb örten gibt es durchaus im Rheinischen, es hat aber hier ganz andere Bedeutungen. Ich stelle hier mal eine Herleitung ein, die ich für einen anderen Zusammenhang geschrieben habe:

ötteln ist ein Verb der Langsamkeit: sich mittels Kfz ganz langsam fortbewegen Ich bin hier ne halbe Stunde ums Karree geöttelt, bis ich nen Parkplatz gefunden hab. Erwachsene z.B. öttelngerne, wenn sie zu früh geweckt wurden und erst langsam auf Touren kommen.

Ötteln ist eine Besonderheit im südlichen Bergischen Land und eine modere Ableitung  des alten Mundartadjektivs ötlich „leise, langsam“, das wiederum eine Lautvariante von ordentlich ist.

Gruß P. Honnen

18.06.2017, 13:26 Uhr
Antje
Neckargemünd urspr SM in Thü
Ich kenne diesen Begriff aus meiner Heimat (allerdings ausschließlich im Bezug auf fahren). Ich frage mich, ob es aber nicht “örteln“ geschrieben wird (von “Örter“, Pl. von Ort, Dialekt natürlich). Mich würde interessieren, ob dazu etwas bekannt ist oder ob die Schreibweise “ötteln“ (wie es ja auch gesprochen wird) gesichert ist.

20.06.2011, 20:50 Uhr
Philipp B
Heidelberg
Cannabis rauchen.


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