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Asi

Assi  Blödmann, Außenseiter, ungehobelter Mensch ohne oder mit schlechten Manieren In Arenal triffse doch nur Asis. In dem Viertel wohnen nur Assis. Dat is son richtiger Campingplatz-Asi, dene dir da angelacht hass (Mensch in Trainingsanzug). Entsprechend viele Assoziationen ruft die Bezeichnung hervor: Asischale/Asiteller Schälchen oder Teller mit Pommes und Currywurst, Asiletten billige Sandalen aus Plastik, Badelatschen, Asipalme hochgesteckte Haare einer Blondine, zu finden z. B. bei der Kabarettistin Gabi Köster, Asibank/Asireihe hintere Bank im Bus Komm, wir gehen durch bis aufe Asireihe. Asitoaster, Asigrill Solarium Die war nich im Urlaub, die geht nur jeden Tach aufn Asitoaster. Asiverein je nach Fangemeinschaft immer der gegnerische Verein,  Asischuppen, Asipark  Du wills mich doch wohl nich in sonnen Asischuppen mitnehmen? (miese Disko) asich, asi blöd, gammelig, mieses Publikum Dat is mir zu asich in dem Laden. Sone asigen Typen können einem den ganzen Spass im Hotel versauen. Die Drecksklotschen aufn Bussitz, dat is für mich voll asi. Ich find dat schon asi, wenn einer inen Bus voll laut mit sein Händi tellefoniert. Asiger, Äsiger armes Würstchen, Außenseiter.

Bearbeiter: Peter Honnen, Silke Rudnik (Velbert), Elisabeth Iser (Düsseldorf), Ral Joerres (Essen)


Kommentare

17.08.2007, 10:26 Uhr
Purodha Blissenbach
Kölle aam Rhing
Der Beispielsatz, wo "einer ... mit sein Händi tellefoniert" enthält in meiner Wahrnehmung einen eindeutigen Herkunftsbeleg aus dem nördlichen Rheinland (ab Heinsberg, ab Rheydt, nördl. Neuß, usw.) oder Ruhrpott. Als Kölner würde ich "mit meiM Händi" tellefonieren. Zum stimmhaften -ss- könnte man für diejenigen Fremdlinge, die die Aussprache nicht einfach _wissen_, eine Schreibung verwenden, die in allen uneindeutigen Fällen, ggf. "ß" für die stimmlose und dann "s" nur für die stimmhafte Variante verwendet. Eindeutig sind die stimmlosen Fälle: 1) am Wortende, 2) vor Verschlußlauten wie k, t, p, d, f und praktisch allen übrigen Konsonanten. 3) praktisch eindeutig ist das stimmhafte "S" am Wortanfang, dem ein Vokal folgt. Ausnahmen sind lediglich einige Fremdworte, wie "Sex" und "Server", die man als bekannt voraussetzen kann, und niederrheinsche Dialektworte, wie "Sinter Paul" = "der Heilige Paul", die kommen aber m.W. im der Regionalsprache nicht vor. 4) bleibt nur der Fall des "s" und "ss" zwischen Vokalen. D.h. hier müßte man den deutschen Assi in einen rheinischen Aßi oder Aßßi umschreiben, damit der Assi eindeutig wird. 5) Wortende-"s", die beim Zusammensetzen ins Wortinnere geraten und dadurch zwische Vokalen landen, sind selten und könnten nach Regeln 1 oder 4 behandelt werden. Ich habe nur relativ gestelzte Beispiele gefunden, z.B. "Wegesabgabe", "Kappesesser/Kappeseßßer/Kappeßeßßer", denen ich wenig Bedeutung für die Regionalsprache beimesse. Auch wenn das ungewohnt sein mag, tendiere ich hier zum klaren "ß". Nebenbei bemerkt, für einen nicht geringen Teil des Rheinlandes vom Selfkand bis Duisburg bis Emmerich und dazwischen ist das s/ß historisch ein ziemlich neues Problem, da man dort bis in die Preußenzeit hinein die niederländische Rechtschreibung benutzte, die wie die englische zwischen "z" (stimmhaftes s) und "s" (stimmlos) unterscheidet, und für das deutsche "z" "ts" schreibt. Das scheint aber in Vergessenheit geraten, wenn ich an die Scharen rheinländischer Urlauber denke, die niederländische Namen, wie "Zeeland" und "Zuidersee" oder "Zutphen" falsch aussprechen. Ich weiß, ein Teil dessen, was ich hier geschrieben habe, hat mit dem Stichwort "Asi" nix zu tun. Vielleicht trauen sich ja die Initiatoren dieser Website, eine Seite für eher Übergreifendes einzurichten? Dafür gibt es vielleicht einen weiteren Anlaß: Immer mal wieder fällt mit auf, daß ich etwa lieber: "eine Seite für eher Übergreifendes" _schreibe_, aber lieber "... für mehr so Übergreifendes" _sagen_ würde. Wenig glücklich bin ich dann damit, ein Stichwort "mehr so" vorzuschlagen, was ich gleich mal machen werde, wenn es noch nicht gibt, aber auch für Auslassungen ("wenn es -d-a-s- noch nicht gibt") und Sprechweisen, die zwar denkbar wären, aber partout _nicht_ verwendet werden (z.B. kenn ich keinen, der in der Umganggsprache etwas umkehrt, es wird was rumgedreht, auf links gedreht, oder retuur gemacht = wieder weg/wech gemacht) während viele, die meisten, hochsprachlichen Elemente im Regiolekt "gehen". Was kaum/nicht/gar nicht geht, also ein negatives Phrasen- und Wörterbuch, gehört meiner Meinung nach zu einer vollständigeren Dokumentation der Regionalsprache dazu.

18.02.2007, 14:24 Uhr
Arne
Aachen
Die "Asipalme" habe ich in Aachen schon als "Bergheimer Palme" gehört, nach dem Ort Bergheim, deren weibliche Bevölkerung diese Haarmode wohl mal nicht ganz geschmackssicher schätzte.

11.02.2007, 10:40 Uhr
Elisabeth Iser
Düsseldorf
Asigrill umgangssprachlich für Sonnenbank

06.02.2007, 14:13 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln, Nippes oder Ehrenfeld
Asi mit Niwo - mir zuerst bekannt geworden in dem gleichnamigen Lied der Zeltinger Band aus den 1970-er Jahren: "ich bin en Asi mit Niwo, ich lese Lürrik aufm Klo" ist scheinbar immer noch im Gebrauch: "na, Asi mit Niwo?" sprach letzte Woche eine Bedienung einen Gast am Nebentisch an, mit Blick auf dessen Zeitung.

05.02.2007, 18:20 Uhr
Arzt, Elrik
Bonn
Auf die Herkunft von Asi: Asoziale(r) (während der Naziherrschaft besonders gern gebraucht) sollte schon hingewiesen werden

04.02.2007, 15:53 Uhr
Ralf Joerres
Essen
Das Problem mit den stimmhaften -s nach Kurzvokal habt auch ihr nicht gelöst. Bei anderen Vokalen ist das kein Thema (aufribbeln, Dubbel, pladdern, Mudder, krijjich = krieg ich usw.), aber das Graphem "s" ist uneindeutig, und "ss" wird immer stimmlos gelesen. Insofern ist die Lösung "Asi" gar nicht so schlecht, weil hierzulande (zumindest an der Ruhr) viele Langvokale kurz ausgesprochen werden (Vatter, Omma, Farrad). Die Schreibung "Assi" würde ich immer "Aßßi" lesen, das war in meinen seligen Studi-Tagen in den 70ern der Assistent, ist also Uni-Jargon und gilt vielleicht heute noch.


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