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Bajuffe

Pajuffe meist nur in der Pluralform gebraucht: Bajuffen in der Regel eher abwertend für Fremde, Zugewanderte oder aber missliebige, verdächtige oder prollige Personen  verwendet: Da wohnen nur Bajuffen un Molukken. Da ham die Aachener die Bajuffen aber ma schön abgezogen. (die Fußballspieler von Bayern München). Bajuffetaat Pizza.
Bajuffen kennt man im gesamten Rheinland (siehe Kommentare).

Bearbeiter: Gabriele Lier (Köln), Renate Schiffer (Unkel), Rolf Jansen (Essen), Claudia Jakob (Köln), Bernd Loch (Simmern), J. (Düsseldorf), R. (Viersen), I. (Frankfurt/Kettwig)


Kommentare

28.01.2019, 16:42 Uhr
Iris
Frankfurt geb Essen Kettwig

Bajuffen, den Ausdruck kenne ich von meinen Großeltern.

Sie bezeichneten so Fremde, aber vor allem nicht vertrauenswürdige Leute, die irgendwie einen kriminellen Eindruck machten.

Laut meiner Familie kommt dieser Ausdruck ursprünglich aus dem Französischen.

01.02.2018, 13:57 Uhr
Rene
Brüggen Viersen
Bajuffe ist die rheinische Aussprache für Bajuwaren, also 'Bayern'. Verwendet wird der Begriff für alles, was südlich liegt. Im Zusammenhang auch 'Bajuffetaat', also 'südländische Torte' - gemeint ist Pizza.

15.07.2017, 22:27 Uhr
jcl
Düsseldorf
Bajuffe (wohl eher Pajuffe) hat keinen Ausländerbezug. Es ist eine Beschreibung für die überall anzutreffenden, eher bildungsresistenten Menschen, die sich in einem prolligen Bekanntenkreis wohlfühlen und Menschen mit überlegener Intelligenz oft sehr agressiv angehen. Im Raum Trier wird für solche Menschen der Begriff "Peifi" verwendet.

31.07.2016, 09:47 Uhr
OGOK
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In Berlin ist der "Begriff" zum Teil auch noch bekannt (wenn auch selten und stark rückläufig). Der Begriff Bajuffe/-n bedeutet hier: im Umgang unangenehme Person/-en, die durch rücksichtsloses Benehmen, ostentativen Primitivismus bzw. allgemeine Kulturlosigkeit in jedwedem Sinne unangenehme Zeitgenossen sind.

16.09.2015, 20:32 Uhr
Bernd Loch
Simmern
Ich kenne den Begriff "Bajuff" von meinem Opa. Der nannte die Franzosen so.

06.01.2015, 13:59 Uhr
ohne Name
ohne Ort
Dreckeliger Hund

02.01.2012, 21:45 Uhr
Michael
Paderborn
Im Ruhrgebiet ist der Begriff "Bajuffen" üblich, und bedeutet das Gleiche wie: Bagalut, auch Bagalute, kommt aus der norddeutschen Umgangssprache bzw. dem Niederdeutschen, und bedeutet so viel wie Rüpel oder Radaubruder, aber auch Schuft oder Kleinkrimineller, jedoch mit einer derb-kameradschaftlichen Note. Im ost- und südwestfälischen Raum benutzt man zwar auch den Begriff "Bagaluten", spricht ihn aber mit hartem Konsonant im Anlaut der zweiten Silbe aus, also "Backaluten". Wie gesagt, im Ruhrgebiet ist der Begriff "Bajuffen" üblich. http://de.wikipedia.org/wiki/Bagalut

25.01.2010, 18:40 Uhr
Claudia Jakob
Köln
Der Audruck Bajuffe wird meistens im Kölner Raum für Ausländer benutzt.

18.04.2008, 19:51 Uhr
Mytro
Koblenz
Ich verbinde das wort BAJUFF mit menschen die nicht immer ganz gesetzes träu sind aber das herz am rechten fleck haben.

20.07.2007, 21:17 Uhr
Kurt Schröder
Mönchengladbach-Rheydt
Bajuffe: Die alde Lüt menden möt Bajuffe die Belgier, die no dr zwedde Weltkresch als Besatzungsmacht he wo-ere.

10.04.2007, 03:04 Uhr
Rolf Jansen
Essen
"Bajuff", Pl. "Bajuffe" kenne ich aus meiner Kindheit, die ich in der Mönchengladbacher Ecke verbracht habe; es bezeichnete allgemein eine Gruppe von Menschen am Rand der Gesellschaft, durchaus also auch soziale Außenseiter. Die landsmännische Herkunft war dabei egal. Möglicherweise stammt das Wort ja tatsächlich von den "Bajuwaren" ab, allerdings vermute ich stark, dass die lautmalerische Wirkung des Wortes im Vordergrund steht. Ein "Pimock", Pl. "Pimöck" wird grundsätzlich als Beschimpfung einer Einzelperson oder einer kleinen Gruppe benutzt und soll eigentlich auf die Inkompetenz des so bezeichneten hinweisen. Ein Pimock ist also so etwas wie ein "Doofkopp".

07.02.2007, 08:36 Uhr
Renate Schiffer
Unkel
Ich kenne den Ausdruck Bajuff nur in dem Zusammenhang das einer was auf dem Kerbholz hat, bzw. daß man dem man nicht trauen kann

01.02.2007, 08:43 Uhr
Gabriele Lier
geb. Rheinländern, jetzt wohnhaft bei Berlin
Ich kenne im rheinischen nur den Ausdruck "Pimock" für einen Fremden oder Zugereisten! Die Ausdrucksweise im Wörterbuch scheint mir im übrigen überwiegend aus dem Bochumer/Essener Raum zu kommen!


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