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Blaukopp

meist im Plural Blauköpp Protestant, Evangelischer In dem Viertel da, da wohnen nur Blauköpp. Woher diese Bezeichnung für Protestanten im Rheinland kommt, ist weiterhin unklar.
Daneben ist ein Blaukopp auch ein kleiner, durch Härten in Öl blau angelaufener, kleiner Nagel, dessen Plural natürlich Blauköpp ist Ich hab die Dachpappe mit Blauköpp festgemacht. Und schließlich nennt man Blauköpp auch die Pflastersteine aus dem Eifeler Blaubasalt.

Bearbeiter: Josef Bollig (Frechen), K.-P. Herbst (Bonn), (Mendig)


Kommentare

18.03.2018, 16:44 Uhr
toni Buhz
Köln
Die aus Preussen nach Köln in die Verwaltung abgestellten ausgedienten Soldaten trugen die blauen Käppis, die dann zu dem Spitznamen "Blauköpp" führten.

21.03.2018, 11:33 Uhr
Redakteur:

Danke für die Deutung. Siehe Rubrik "Wort des Monats".

Gruß P. Honnen

22.01.2017, 10:24 Uhr
Paul-Gerhard Zeiger
66564 Ottweiler
Auch bei uns in Ottweiler (östliches Saarland, frühere Preußische Rheinprovinz) nannten uns die katholischen Kinder (in den 40-iger und 50-iger Jahren) Blookepp. Wir hingegen nannten sie dann Kreizkepp.

25.01.2017, 13:13 Uhr
Redakteur:

Danke für die Info.

Gruß Peter Honnen

28.11.2016, 09:23 Uhr
Ulla Blaß-Graf
Saarbrücken
Auch im Saarland (ehemals Nassau-Saarbrücken) wird ein Protestant im Dialekt ´Blokopp´genannt. Ursprung unbekannt, aber die Bedeutung als Eifeler Pflasterstein lässt an den saarl. Dialektbegriff ´waggesse´ (Wackersteine, Pflastersteine) denken, der früher abwertend für ´Lothringer´ gebraucht wurde. ´Blokopp´also vielleicht eine pejorative Bezeichnung.
Interessant, dass die zum Gedenkjahr jetzt aufgestellten Luther-Büsten blau sind.

06.12.2016, 10:27 Uhr
Redakteur:

Danke für den Hinweis. Interessanter Gedanke!

Gruß P. Honnen

20.01.2012, 12:31 Uhr
Peter Feinen
Kall
In Leverkusen Schlebusch - links der Dhünn - steht die evangelische Kirche auf einer Anhöhe, die "Der blaue Berg" genannt wird. Dazu die Straßenbezeichnung: Am blauen Berg.

26.12.2010, 15:15 Uhr
Ralf Joerres
Essen
Mir war dieses Wort mal als Metapher für 'Eichel' untergekommen, von einem Koch im Rhein-Ruhr-Zentrum 70er Jahre, der ständig Anzüglichkeiten am Rande der Genialität produzierte. Sein Spruch dazu: 'Die Tomaten sin heute abber besonders groß und fest, fast so wie mein Blaukopp.'

14.10.2010, 12:23 Uhr
Willi S.
Mendig
Blauköpp nennt man auch die Pflastesteine aus dem Eifeler Blaubasalt.

04.08.2008, 16:41 Uhr
Franz-Josef Meurer
Kamp-Bornhofen
Im "Nassauischen" der Gegend südlich von Koblenz werden die Menschen ebenfalls "Blauköpp" genannt. Sie sind in der Mehrzahl Protestantisch, aber der Ausdruck kommt aus der "Blaufärbertradition in dieser Gegend, hatt also im eigentlichen Sinne nichts mit der Konfession zu tun.


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