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Buhai

Bohai, Bahai, Behai im rheinischen Süden auch Pohei Getue, Aufhebens wegen einer Kleinigkeit, Gerede, Lärm Nu mach doch nich son Buhai um dat bisschen Hausarbeit! Auch ...sonnen Buhai. Wat en Buhai! Wat war denn dat von Bohei bei euch inne Bude? Nee, hömma Jan, hasse gesehn, wat die op de Kermes dies Jahr vön Bohei machen?  Wenn ich du wär, würd ich da aba inne Stadt ma lieber nich son Bohei von Fine ihre Last mit de Rööfkes an de Kond machen.  Weihnachtsbuhai Dies  Johr machen wir de janze Weihnachtsbuhai nit mit.
Zur Herkunftsdiskussion siehe Kommentare.

Bearbeiter: Peter Honnen, Dr. Werner Versteeg (Kevelaer), Klaus Wilhelm Schiffgen (Bonn), Herbert Milz (Dormagen), Hertmut Hilgeroth (Leichlingen), Karl-Peter Herbst (Bonn), Christian F. Seidler (Düsseldorf). Ludger Schmitz (Kevelaer), Ernst Eugen Schmidt (Duisburg/Köln), Heijo Eck (Aachen), Nina Heimbach (Goch)


Kommentare

30.04.2016, 23:30 Uhr
Christian Koenig
Vancouver Kanada
Erst gestern habe ich die phillipinischen Reinigungskraefte meines Hotels in Kanada ueberhoert, wie sie miteinander Tagalog gesprochen haben. Aus der meist unverstaendlichen Unterhaltung stachen die Laute "Buhai" heraus. Auf meine Frage ob 'Buhai' eine Bedeutung in Tagalog hat, wurde ich belehrt, dass wenn jemand Buhai ist, er deutlich Freude am Leben zeigt. Da die Bedeutung in Tagalog arg eng mit der deutschen uebereinstimmt, wuerde es mich nicht wundern, wenn dieses Wort von Geschaefts- oder Lehrreisenden des (vor)vergangenen Jahrhunderts ins Rheinische eingeschleppt wurde.

16.10.2015, 07:49 Uhr
Chris
Koblenz
Aus dem Jiddischen:
paihe „Lärm“
Streit, Aufregung, Krawall, Getöse

21.02.2015, 13:18 Uhr
Greber
Berlin
Auf polnisch heißt Stier buhaj (aber mit j am Wortende)

22.05.2014, 21:49 Uhr
Heijo Eck
Aachen
Natürlich wird Buhei im Rheinland mit männlichem Artikel verwendet. Das Wort hat aber wohl kaum japanische Wurzeln, sondern geht auf das mittelhochdeutsche Wort "buhurt" zurück, womit ein ritterliches Gruppenkampfspiel bezeichnet wird. Dieses ist mit entsprechendem Getöse verbunden, und davon leitet sich der Buhei ab.

28.05.2014, 11:03 Uhr
Redakteur: Selbstverständlich ist die japanische Herkunft des Wortes ein schöner Witz. Allerding ist die Ableitung aus Buhurt keinesfalls sicher, wahrscheinlicher ist die Annahme eines niederländischen Lehnwortes entstanden  aus nl. boeha/poeha (mit gleicher Bedeutung). Aber gesichert ist das auch nicht.

21.01.2014, 17:30 Uhr
Ernst Eugen Schmidt
D - 50674 Köln
In meiner Kindheit in Duisburg-Meiderich (Ende der 1940er - Mitte der 1950er Jahre) sagte mein Ziehvater, ein Untermeidericher immer: "mach nich sonnen Buhai" (so einen Umstand, so ein großes Getue um eine kleine Sache).

20.11.2013, 16:34 Uhr
huhn
essen
Japanische Herkunft würde mich gar nicht wundern. Bei mir hieß es als Kind immer "heia machen" wenn ich schlafen gehen sollte. Fünfzig Jahre später erfuhr ich: "heija suru": japanisch für: die Schlafmatten herauslegen.

29.04.2013, 23:58 Uhr
Heidrun Meurer
Mönchengladbach
zu:genten
aachen
Durch Zufall bin ich darauf gestoßen, dass "bohai" im Japanischen "große Welle" heißt. Merkwürdig oder?

Das finde ich sehr interessant! Bedeutet doch "nicht so ein Bahai machen"  nicht auch "nicht so eine große Welle (nicht so viel "Aufhebens machen")

30.11.2012, 11:07 Uhr
Andrei
Romania
Buhai gibt's als Wort auch auf Rumänisch, es bezeichnet eine Reibtrommel mit Schnur aus Pferdehaar die zu Silvester (ggf. Weihnachten) benutzt wird und ziehmlich laut ist. Auf Rumänisch ist es im Neutrum.

28.06.2012, 21:33 Uhr
genten
aachen
Durch Zufall bin ich darauf gestoßen, dass "bohai" im Japanischen "große Welle" heißt. Merkwürdig oder?

24.11.2010, 04:00 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Für mich als Kölschen is der Bohei aur-en Maskulinum. Damit bin ich nich allein, Die Kölsch-Wörterbücher von Wrede und Bhatt/Herrwegen saaren das auch, schreiben tun se abber Buhei. Bei beiden is de Aussprache am Ende mit -ei un nich mit -ai angegeben. För mich is dat op Platt och esu, abber nich im Regiolekt.

10.06.2009, 10:29 Uhr
Peter Honnen, Redakteur
ohne Ort
Das Rheinische Wörterbuch behauptet, Buhai sei maskulin, allerdings kommt das Wort in der Umgangssprache nur artikellos oder mit unbestimmten Artikel daher. Buhei ist in seiner Verbreitung sicherlich nicht auf das Rheinland beschränkt, sondern im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet. Die Exklusivität ist aber nicht das Kriterium für die Aufnahme in dieses Wörterbuch. Immerhin scheint Buhei zuerst im rheinischen Raum gebräuchlich gewesen zu sein, siehe dazu seit neuestem "Alles Kokolores? Wörter und Wortgeschichten aus dem Rheinland. Herzliche Grüße Die Redaktion

03.06.2009, 20:15 Uhr
Ludwig Zehetner
Regensburg
Das Wort scheint nicht aufs Rheinische beschränkt zu sein. Ich habe aus Wien im Ohr: "Gäh, mochts do ned so an Ba'hää!" (wienerische Monophthongierung "ai" > "ä") - im gleichen Sinne (Aufhebens, Tumult, ...). Ist es eigentlich "der", "die" oder "das" B.?

18.09.2008, 20:24 Uhr
Claude
Lüttich
Von meiner früheren Freundin aus Eilendorf (b. Aachen) hörte ich mal das Wort unter der Form "Hubäie" (gedehnt, eben "Îledörpsch", es handelt sich also um eine Metathesis!

22.03.2007, 20:58 Uhr
Klaus Wilhelm Schiffgen
Köln - Bonn - Trier
Maach doch keene Bohai und hang net e su draan. - Et weed och ohne su ne Bohai jonn.


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