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Dilldopp

Dülldopp, Dilldapp, Dilldöppchen, Dilldöppken, Dudeldopp kleines, lebhaftes Kind Dat is vielleicht en Dilldopp, dat Kleen. Der kann sich driehe wie ne Dilldopp. (schnell drehen können, z.B. beim Tanzen).
Die Hauptbedeutung "Kreisel, Aufziehkreisel (als Kinderspielzeug)" hört man in der rheinischen Umgangssprache heute noch im südlichen Rheinland.

Bearbeiter: Klaus Wrobel (Kirchheim-Teck), Horst Küppers (Langenfeld), Bernhard K. Mux (Köln), Lieselotte Marong (Bonn), Johannes Schmitt (Plaidt), Uwe Andresen (Flensburg), Gerd Simons (Manderscheid), Peter Goertz (Mönchengladbach), Werner Bauer (Cochem), A. (Rheinbreitbach)


Kommentare

21.03.2019, 23:01 Uhr
Alexander
Rheinbreitbach
Eine weitere Variante: Dilledopp. So kenne ich das Wort von meinem Vater. Der Dilledopp wurde von einer kleinen Peitsche durch geschickte Schläge zum kreiseln gebracht.

18.01.2019, 13:20 Uhr
Peter Goertz
Mönchengladbach

Ich kenne den Ausdruck Dilldöppchen auch.

Das Dill wurde von alten Leuten für Brett gebraucht. Mr brooche enne Dill....

24.01.2019, 13:30 Uhr
Redakteur: Die Dill ist die Diele oder das Dielenbrett. Ob das etwas mit dem Kreisel zu tun, ist sehr fraglich. Dank und Gruß P. Honnen

01.12.2018, 15:10 Uhr
Norbert Schlimgen
Bergisch Gladbach
Dass "Dilldöppche" sowohl die Bezeichnung für ein lebhaftes Kind, als auch für das Kinderspielzeug Kreisel ist, war mir bekannt. Mir geht es mehr um den Ursprung des Begriffs. Kann es sein, dass Kinder in alten Zeiten Mörserschälchen, in denen Kräuter, zum Beispiel auch Dill, gemörsert wurden, zum Spielzeug zweckentfremdet haben?. Solche Schälchen waren oftmals aus Holz gefertigt, daher annähernd unzerbrechlich und eigneten sich aufgrund ihrer Form hervorragend, um sie in Drehung zu versetzen. Ist also ein Dilldöppche etwa ein Dill-Töpfchen?

11.12.2018, 13:43 Uhr
Redakteur: Die Herkunft des Bestimmungswortes "Dill" kennt man noch nicht. Möglicherweise verwandt mit "drillen". Gruß P. H.

08.04.2016, 10:23 Uhr
Katrin
Düsseldorf-Kaiserswerth
Ich bin nördlich der Hitdorfer Sprachlinie aufgewachsen und kenne ich das Wort in der Variante Dilldöppken. Schließe mich der im Artikel angegebenen Wortbedeutung an, hab gerade meine Tochter, die nicht einschlafen will, sondern wild rumzappelt, ein Dilldöppken genannt und mich dann gefragt, wo das Wort eigentlich herkommt.

22.02.2011, 15:05 Uhr
Frank Brattig
Solingen
Hier -aber das ist schon das Bergische Land- wurden / werden auch die hölzernen Garnröllchen Dopp oder Döppchen genannt. Ob das mit dem von Josef Jetten genannten Selbstbau oder mit der Tatschache, dass sich die Garnrollen auf der Nähmaschine auch ganz schön flott drehen zusammenhängt, vermag ich nicht zu sagen.

08.08.2007, 11:33 Uhr
Hans-Josef Rosenbaum
Bonn
Der Dilldopp war bei uns in Düren "en Knur". Herkunft des Wortes kenne ich nicht, aber das war genau das gleiche und wurde auch mit einer Peitsche angetrieben

09.07.2007, 12:38 Uhr
Monika Feinen
Hürth
Ich kannte das nur als "Dilledöppchen" (mit zusätzlichem "e"). In meiner Kinder-Vorstellung war das so was wie ein kleiner Kobold, der durch die Gegend springt. Mag sein, dass sich da die Bedeutung "Kreisel" und "lebhaftes Kind" miteinander vermengt haben...

07.07.2007, 15:32 Uhr
Josef Jetten
WiIdenrath
Weil nach dem Krieg so ein Dilldopp selten und teuer war, wurde an einer leeren großen Garnspule an einer Seite die Platte entfernt und der Schaft an dieser Seite spitz zugeschliffen. In die Öffnung des Schaftes wurde ein passendes Rundholz eingetrieben und verleimt. In die Spitze wurde dann ein Nagel mit einem kugeligen Kopf eingeschlagen. Fertig war der Dilldopp. Dann wurde die Schnur der Schmeck (Peitsche) auf den Dilldopp gewickelt, der Dilldopp auf den Boden gesetzt, mit einer Hand festgehalten und die Schmeck ruckartig weggezogen. Sobald der Kreisel sich drehte, wurde er mit der Peitschenschnur geschlagen. Das führte dazu, dass der Dilldopp bei jedem Schlag mit Schmeck neuen Schwung bekam und sich so lange drehte, wie er geschlagen wurde.

09.03.2007, 16:01 Uhr
Hans Dekker
Grevenbroich/Hemmerden
Bei uns nannte man den Kreisel aus Holz, Hülldopp

25.02.2007, 16:39 Uhr
Christel Lössl
Pulheim
Noch ein Zusatz: In der Redensart: "Es geht wie am Döppche", also: " wie geschmiert" kommt auch der "Dilldopp" vor...

16.02.2007, 22:44 Uhr
Christel Lössl
Pulheim
Aus meiner Kinderzeit (im Krieg und kurz danach) kenne ich den Dilldopp noch als kleinen Holzkreisel. Er war, als er neu war, himmelblau und hatte oben eine goldene! Einbuchtung, in die man den Daumen legte, wenn die Kordel der "Schmeck", der Peitsche, um die ringsherum laufenden Rillen gewickelt war. In der Spitze des Kreisels war ein Nagel eingeschlagen,damit er gut lief. Nach einiger Übung wurde dann der Kreisel durch einen Ruck mit der Schmeck losgewickelt, und wenn man Glück hatte,drehte sich der Kreisel eine Weile, bis der Schwung zu Ende ging oder eine Fuge im Straßenpflaster ihn zum Umfallen brachte. Wir haben manchmal Wettbewerbe gemacht, wessen Dilldopp am längsten lief. Da aber höchstens zwei der kostbaren "Döppe" vorhanden waren, gab es dann natürlich nur zwei Wettbewerbteilnehmer. Ich erinnere mich, dass mein blauer Kreisel nach langem Gebrauch fast farblos war, das Gold war abgeblättert und der Nagel abgewetzt.


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