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und Regionalgeschichte
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Ecke

die Wendung umme Ecke kann viele Bedeutungen haben Der Taxistand is umme Ecke rum. (ganz in der Nähe) Ich komm aus der Ecke um Dortmund. Ich kenne die Ecke (Gegend) Der is mit dem um zehn Ecken verwandt. Der Typ is ne ganz schöne Ecke (besonders groß, kräftig) Dat is längst umme Ecke. (längst vorbei sein, erledigt) Den bring ich noch umme Ecke. (töten) Um eine Unmöglichkeit zu verdeutlichen, heißt es im Ruhrgebiet: Versuch ma, im runden Zimmer inne Ecke zu pinkeln! Man kann auch eine Ecke ab haben, dann ist man nicht ganz bei Trost Der hat doch ne Ecke ab, hier sone Scheiße zu erzählen. Außerdem kann man eine Ecke Wurst kaufen Ich hät gern noch ne Ecke von der Mettwurst da. (ein kleines Stück, etwas) In Studenten-WGs wurden früher oft billige Käseecken (Endstücke) gekauft. Auch schön der Witz: Wo dran erkennt man eine Waldorfschule? Die Fenster ham appe Ecken.  Außerdem kennt man im Rheinland auch runde Ecken (statt "abgerundet") und schräge Ecken (Straßenecken im spitzen Winkel) und die Ecke, anne Ecke oder aufe Ecke als Ortsbezeichnungen (Der wohnt da aufe Ecke). Eine der wichtigsten Einrichtungen überhaupt: Die Eckkneipe, die auch schon mal "Zur runden Ecke" heißen kann. Deshalb ist jemand, der sagt Ich bin mal anne/aufe Ecke en Bier trinken an einer benachbarten Straßenecke entweder in einem Büdchen oder in einer Eckkneipe.

Bearbeiter: Yvonne Rittel (Leverkusen), Elrik Arzt (Bonn), Peter Honnen, Purodha Blissenbach (Köln), Hartmut Weißmann (Bochum), Raimund Bogdanski (Marl)


Kommentare

28.07.2011, 23:35 Uhr
Franz-Josef Müller
Bonn
Im Köln/Bonner Raum sagt bestimmt keiner umme Ecke / anne Ecke oder inne Ecke - wie oben angegeben. Hier heißt es doch wohl richtig: öm de Eck - an de Eck un en de Eck !!!

17.11.2009, 10:00 Uhr
Purodha Blissenbach
Käln
Wenn jemand sagt Ich bin mal anne/aufe Ecke en Bier trinken, dann ist an einer benachbarten Straßenecke entweder ein Büdchen oder eine Eckkneipe.

17.11.2009, 09:24 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
In Westfalen wie in angrenzenden Gebieten der Rheinlands hat man auch ne Ecke weg statt ab und in der Gegend um Köln ist das gleichbedeutend mit nen Hau haben, wofür man bei entsprechender Nähe zu Westfalen auch durchaus wieder nen Hau wech haben sagt, damit ist die sprachlich Welt so rund, daß mich's wundern würde, wenn allen diesen Ausdrucksweisen nicht ein gemeinsames Gedankenbild zugrunde läge.


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