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Kabuff

Kabuff kleines, oft fensterloses Zimmer, kleine Wohnung, heruntergekommene Wohnung Dat war vielleicht en Kabuff, den die uns als Ferienwohnung verkaufen wollten. In sonem alten Kabuff müssen die beiden wohnen? Die Verkleinerungsform Kabüffken/Kabüffchen/Kabüffje kann durchaus auf ein kleines gemütliches Zimmer verweisen: Dat is aber en richtig gemütliches Kabüffchen, dat de dir da eingerichtet has! oder aber auf einen Verschlag unter einer Treppe, der als Abstellraum dient.

Bearbeiter: Peter Honnen, Hermann Haas (Neuss), Gerd Lenhard (Westerwald), Volker Morbach (Traben-Trabach/Shenzhen), Blackert (Erkrath), Heike Fischer (Landköln)


Kommentare

14.04.2014, 12:25 Uhr
Erika Gassmann
Hamburg
Für mich ist ein Kabäuschen ein winzig kleiner Raum, möglicherweise ohne Fenster, in den ich mich zurückziehen kann, wenn ich einmal ganz allein und ungestört sein will. Ich freue mich sehr, hier gelesen zu haben, dass es das Wort wirklich gibt, denn im Duden fand ich es nicht. Meine Großmutter konnte sehr gut Französich und hatte auch französisch sprechende Verwandte. Vielleicht habe ich es von ihr übernommen. Von Ihnen ermutigt, habe ich nun im Wahrig von 2000 nachgeforscht. Da steht unter Kabäuschen: kleines, gemütliches Wohnhäuschen (Verkleinerungsform zu Kabuse), und bei Kabuse: Kombüse; kleine, sehr enge, dunkle Kammer; Hütte; einfache, schlechte Wohnung; (mittelniederdeutsch Bretterverschlag auf dem Schiffsdeck, der zum Kochen und Schlafen dient).

Herzlichen Dank!

09.12.2013, 19:47 Uhr
B.Evers
Ulft, Niederlande
Bei uns kenner wir das Wort 'Kabuufke"

Ein kleines Anbau bei einem Wohnhaus.

Nahe Bocholt / Emmerich NRW

benevers@planet.nl

27.07.2013, 15:19 Uhr
Blackert
Erkrath
Die Verkleinerungsform von "Kabuff" ist "Kabüffken", nicht "Kabüffchen".

04.04.2013, 17:18 Uhr
Saaba
Leverkusen
Kabuff ist bei uns der Begriff für einen kleinen fensterlosen Abstellraum. Das kann sowohl im Haus eine Abstellkammer als auch draußen ein kleiner dunkler Schuppen sein (Hauptsache klein, dunkel, muffig). Durch die Beschriftung entsprechender Umzugskartons haben wir bei unseren rheinischen Umzugshelfern (Köln und Bonn) für belustigtes Wiedererkennen gesorgt.

10.05.2011, 16:49 Uhr
Wolf Elbe
Hamburg
Moin, das Wort gab es als "Kabuffchen" (also ohne ü-Umlaut) auch im Danziger Platt (das nach dem Zweiten Weltkrieg mit der dortigen deutschen Bevölkerung verschwand), - je nach Intonation einfach ein fensterloser Abstellraum oder ein Nebenraum, in dem geschieht, was keiner wissen soll.

23.02.2011, 20:00 Uhr
Ekkehard Schröder
Potsdam
Kabuff ist doch allgemein im Deutschen geläufig. Ich kenne es aus meiner Berliner Familie in den obigen eher pejorativen Konnotationen. Was Edzard Klapp sagt klingt plausibel bzgl. Marseille "Kaffutsch". Das ff und das b sind ja linguistisch oft austauschbar, dann ist es kabutsch und vielleicht eher cab(=FF)ouche geschrieben. Cabanne ist die Hütte, Kajüte, Kaninchenstall etc, cabanon das Hüttchen, Kabine(t) bekannt, caboter = an der Küste fahren, caboulot die Winkelkneipe. irgendwo im Französischen Argot dürfte der Ursprung liegen. Vielleicht mal anfangs so was wie ein Etablissement,das man nicht so direkt benennt (Kajüte+Puff).

27.06.2009, 16:17 Uhr
Herbst K.-P.
Bonn
Zum nächsten Artikel: Mein Sohn; Modelleisenbahner, hat mich jetzt richtig informiert. Der Wagon am USA- Zugende heißt " Caboose " und dient auch als Notbremserwagen.

27.06.2009, 10:58 Uhr
Herbst K.-P.
Bonn
Kopie aus Wikipedia: Das Wort Kombüse wird auf mittelniederländisch Kabuyse oder Kabuys zurück geführt und erscheint im 15. Jahrhundert im mittelniederdeutschen als Kabuse: Damals bedeutete es so viel wie Bretterverschlag als Küchenraum an Bord, auch kleines, niedriges Deckshaus für die Küche. Mein Beitrag: Bei speziell Amerikanischen Eisenbahnzügen gibt es am Ende des Zuges einen Wagen, der sich "Kabuse" oder "Cabuse" nennt. Er dient als Wohnraum und Kombüse des Begleitpersonals und ist gut erkennbar durch seinen kleinen Beobachtungsstand, der aus dem Dach des Anhängers hervorsteht.

31.05.2009, 22:06 Uhr
60 Jahre
Essen-Steele
Kabuff und Kabüffken gehören auch zu meinem Wortschatz. Ohne wissenschaftliche Defination.

10.10.2007, 15:41 Uhr
edzard klapp
Steinenbronn
Passend zu Kabuff bzw. Kabäuschen gibt es in der französischen Umgangssprache den Ausdruck Kaffutsch (laut mündlicher Mitteilung einer Frau aus der Gegen von Marseille)- wie man es schreibt, ist mir nicht erinnerlich. (edzard.klapp@gmx.de) 10.10.07 (mein siebzigster Geburtstag...)

20.06.2007, 13:48 Uhr
Peter Honnen, Redakteur
ohne Ort
Die Etymologie von Kabuff ist noch nicht geklärt. Der alte Wrede behauptet eine eigenständige rheinisch-südniederfränkische (also nicht nur ripuarisch, das Wort ist auch am südlichen Niederrhein verbreitet) Bildung, währen der Grße Wahrig eine Verwandtschaft von Kabuff und Kabuse (Kabäusken) postuliert. Die Verwandtschaft von Kabuse und Kombüse ist dagegen augenfällig.

13.06.2007, 12:26 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Möglicherweise gibt es einen Bezug zwischen "Kabause" und "Karthause".
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"Kabause" und "Kabäuschen" gibt es auch auf Schiffen und in Norddeutschland.
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"Kabuff" dagegen kenne ich nur aus der kölner Gegend. Für mich hat "Kabuff" die Konnotation von "Kabause" + "Muff", also kleines Zimmer und schlechte Luft, und in der Tat, ist ein Kabuff vorzugsweise fensterlos und sehr geschlossen, während eine Kabause auch z.B. eine Pförtnerloge mit Fenstern und ordentlicher Belüftung bezeichnen kann oder einen frei in einer Halle stehenden Raum, in dem z.B. der Meister sein Büro hat.
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"Kabuff" und "Kabäuschen" können auch Verschläge oder Abteilungen in einem Keller oder auf einem Dachboden sein. Beispiel: "Der Kaztmarek <Hausmeister> hat jez für jedn Mieter ein Kabäusjen aufm Speicher zurecht gemacht" oder "Ich tu ma dat Schlauchboot in mein Kabuff im Keller bis nääx Jahr et Wetter wieder danach is."

12.03.2007, 15:49 Uhr
Hermann Haas
Neuss
Der ausdruck Kabüffchen stand auch für einen unter der Rückseite einer Treppe angebrachten Verschlag,in dem allerlei Sachen, beispielsweise Abfalleimer oder Heizvorrat untergebracht wurden. "Schneider Wibbel" mußte sich dort verstecken (nach Müller-Schlösser im gleichnamigen Theaterstück.)

07.02.2007, 08:10 Uhr
Marianne
Bad Münstereifel
Ich kenne auch den Ausdruck Kabäuschen


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