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Mäckes

ein eher abwertender Ausdruck für "Gammler" oder Hausierer Pass auf, da is en Mäckes an der Tür, der schellt gleich! Mäckes ist ein typisches Siegerländer Wort, das auch an der unteren Sieg noch bekannt ist, heute kann es auch ein liebevoller Ausdruck für kleine, verdreckte Kinder sein. Außerdem bezeichnet Mäckes eine typische Siegerländer Teekanne. (Ein Erklärungsversuch des Wortes beruht genau hierauf: Die Mäckeser waren Händler,die mit den typischen Mäckes-Krügen gehandelt haben; siehe Kommentar von K. Schweisfurth). 
Auszug aus dem Rheinischen Wörterbuch: "Mäckes: einer aus einem von der Bevölkerung als fremdartig empfundenen Volksstamm, der von Bettelei und Lumpenhandel lebt; meist wohnen sie in kleinen armseligen Ortschaften vereint in elenden Hütten...hier liegen die Männer, denen Arbeit als eine Schande gilt, den ganzen Tag auf der faulen Haut...Weiber sieht man tagsüber nur wenige, denn diese gehen auf den Bettelgang...unter wüsten Drohungen verlangt der Mann, der ihr unumschränkter Herr ist, ihm alles Mögliche mitzubringen, bes. Tabak und Schnaps...Jetzt sind sie völlig in der übrigen Bevölkerung aufgegangen und das Wort dient nur noch als Schimpfwort."
Neuerdings natürlich auch als Abkürzung für den Frikadellenverkäufer McDonald.

Bearbeiter: Hilfegard Heukäufer (Betzdorf), Ludger Schmitz (Kevelaer), Klaus Schweisfurth (Mudersbach)

Literatur: Rheinisches Wörterbuch V/694


Kommentare

04.07.2019, 20:02 Uhr
Hans Henning Wetz
Senden
Der Mäckes ist ein siegerländer Kultobjekt und bezeichnet eine Kaffeekanne. In meinem Elternhaus in Krombach stehen davon noch einige herum und wenn ich mich erinnere schimpfte meine Mutter, wenn ich mich mal wieder mit meinem Bruder in der Wolle hatte:" Ihr streitet euch wie die Mäckeser." gut in Erinnerung geblieben. Der Mäckes war Kaffekanne in jedem Haushalt und gleichzeitig eine Bezeichnung für einen fahrenden Händler, Herumtreiber etc., welche diese westerwälder Keramik verkauften und daher der Name der Kaffeekanne. Prof. Dr. Hans Henning Wetz (Siegerländer aus Überzeugung und heute wohnhaft im münsterländischen Senden)

05.07.2019, 11:15 Uhr
Redakteur: Herzlichen Dank für die Erläuterung! Gruß P. Honnen

14.07.2016, 16:27 Uhr
Karl-Ernst Setzer
Unna vorm Siegen
Nach meiner Kenntnis war das Wort "Mäckes" zunächst wertneutral und bezeichnete ganz allgemein Fremde. Erst später kam es zur negativen Bedeutung. Hier wird die menschliche Eigenart sichtbar, alles fremde und unbekannte negativ zu qualifizieren. (Vgl. fahrende Kräuterfrauen/Heilerinnen im Mittelalter, die erst später als Hexen verfolgt wurden) Das Unbekannte, das sich zudem noch durch Nicht-Sesshaftigkeit einer sozialen Kontrolle entzieht, wirkt bedrohlich und macht offenbar Angst, von der man sich durch Vorurteile zu befreien versucht.

21.03.2014, 14:24 Uhr
Klaus Schweisfurth
Mudersbach
 

Der Mäckes ist sowohl ein kleiner brauner Kaffeekessel aus Steingut, so wie er im Siegerland früher verwendet wurde, als auch ein Schimpfwort für fahrendes Volk (vornehmlich aus dem Westerwald), die diese Kaffeekessel verkauften und daher denselben Namen tragen.

 

  Zu diesem Mäckes hier auch die Anekdote „Mäckeser unerwünscht" von Ludwig Mays im  Siegerländer Heimatkalender 1973 

  

An die alte Bahnhofstraße in Brachbach knüpft sich eine Geschichte, die schon seit mehreren Generationen überliefert wird. Um das Jahr 1840 war geplant, eine „Chussi" durch das Dorf zu legen. Doch der Gemeinderat stellte sich entschieden gegen die Absicht des Landesstraßenplaners. Ein Ratsmitglied hat damals der allgemeinen Stimmung mit den Worten Ausdruck gegeben: „Da kümmt oos jeder Mäckes durch döt Dorf."

    

Als Mäckeser bezeichnete man bekanntlich „fahrendes Volk", das fremdem Eigentum gegenüber wenig respektvoll war und deshalb bei der Bevölkerung nicht hoch im Ansehen stand. Es ließ eben alles „mitgehen", was nicht niet- und nagelfest war.

    

So wurde denn die Landstraße in den Jahren 1842—44 von Kirchen nach Siegen durch Mudersbach gebaut. Ursprünglich sollte sie beim alten Krankenhaus (Siegstraße) in Mudersbach durch das Tal nach Brachbach geführt werden, sie wäre dann durch die Brachbacher Au in Euteneuen ausgelaufen.

   

Damit hätte man sich den „Durchbruch" an der Gemarkungsgrenze Mudersbach—Brachbach erspart. Doch so musste die Gemeinde Brachbach bis vor wenigen Jahren drei Siegbrücken unterhalten.   

 


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