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Maue

Arm, Oberarm; auch verniedlichend Mäukes Der hat aber en paar Maue! (kräftige, muskulöse Oberarme) Der hat doch nix inne Mauen (schwach sein). Kumma, wat der für dünne Mäukes hat!

Bearbeiter: Adi Zims (Köln)


Kommentare

05.12.2017, 21:00 Uhr
Hans Theo Krüger
Mechernich-Satzvey
Herzlichen Dank für die weiteren Erläuterungen zur Wortgeschichte. Im übrigen bin ich noch den Beleg schuldig: "Isch han mii en de Maue wie Du!" Dies sagte meine in Satzvey lebende und auch im Umkreis des Ortes aufgewachsene 91 Jahre alte Mutter, die im hohen Alter zumindest im Familienkreis mehr und mehr vom rheinischen Deutsch zum Platt zurückkehrt, dieser Tage zu ihrem Ehemann, der sich beim Zurückschieben eines Sofas nicht anstellig genug zeigte. Ein Schmunzeln mag erlaubt sein.

05.12.2017, 13:03 Uhr
ohne Name
ohne Ort
Vielen Dank für die prompten und informativen Ausführungen zur Etymologie des Wortes Mau(e). Noch eine kleine Nachfrage: Könnte es sich bei althochdeutsch mouwa um ein lehnwort aus dem Lateinischen handeln? Dort gibt es, wie ich eben gefunden habe, das Wort manica in der Bedeutung Ärmel, speziell eine Art langer, zugleich die Hände bedeckender Ärmel (Georges Kleines Handwörterbuch Deutsch-Lateinisch S.176).

05.12.2017, 14:49 Uhr
Redakteur:

Eher nicht, es wird im Gegenteil an eine nordwesteuropäische Entwicklung gedacht; litauisch mauti "aufschieben", dafür spricht auch die Verbreitung des Wortes. Man kann hier nur spekulieren.

Gruß

P.Honnen

04.12.2017, 23:40 Uhr
Hans Theo Krüger
Mechernich-Satzvey
Weiß man Genaueres über den Ursprung des Wortes? Ich konnte bisher zur Wortgeschichte nichts finden.

05.12.2017, 09:26 Uhr
Redakteur:

Hier ein Auszug aus meinem neuen Herkunftswörterbuch, das im April erscheint:

Maue Arm, Oberarm, meist im Plural; auch verniedlichend Mäukes Der hat aber en paar Maue! (kräftige, muskulöse Oberarme) Der hat doch nix inne Mauen (schwach sein). Kumma, wat der für dünne Mäukes hat. Ein Wort aus dem niederdeutschen Raum: mittelniederdeutsch und mittelniederländisch mouwe „Ärmel“, althochdeutsch mouwa; das mittelhochdeutsche mouwe hat im Hochdeutschen keine Spuren hinterlassen.

 

RhWb 5/958; Steinröx 157; Werner 238; Wrede 606; http://www.etymologiebank.nl/trefwoord/mouw1

 

 

 

30.08.2012, 21:18 Uhr
Ralf Joerres
Essen
Ich kenn noch den Spruch 'nix inne Mauen haben', ungefähr gleichbedeutend mit 'Pudding inne Aame habn', etwa in: 'Hasse nix inne Mauen odder watt krisse die Kiste nich hoch?'

10.11.2008, 11:55 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Im kölner Platt ist der Mau der Ärmel, Maue die Mehrzahl, Maue(n) ist wohl durch den Einfluß des Hochdeutschen in der Regionalsprache erst daraus geworden. In der Redensart "jet us de Maue schöddelle" merkt man noch, daß die "Puffmaue" viel Platz boten, der als Aufbewahrungsort diente für Dinge, die wir heute in Hosen- Hemd- oder Handtaschen zu tragen pflegen. Ursprünglich, so habe ich als Kind gehört, bedeutete darum "jet en der Maue" nicht nur Muskelkraft, sondern auch mal einen Münzgeldbesitz.

29.08.2007, 22:12 Uhr
Marko Jansen
Köln
Mauen sind in altem Platt wie auch im Niederländischen Ärmel. "Nix in de Maue" = "Nichts in den Ärmeln", d.h. ohne Kraft in den Armen.

23.02.2007, 10:00 Uhr
Mattesößje
Eifel
kommt aus dem Niederländischen: "de mouw " ist der Ärmel


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