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Molli

nur in der Wendung: den Molli machen jemanden vorführen, veräppeln, hintergehen Merkse dat nich, die machen doch den Molli mit dir. Ich lass mit mir nich den Molli machen. Wenne meinz, du könns mit mir den Molli machen?
Die Herkunft dieser Redewendung ist nicht geklärt. In den rheinischen Mundarten hat Molli unterschiedlichste Bedeutungen, Schwerpunkt ist aber seine Funktion als Bezeichnung für  Tiere, hauptsächlich Hunde. Deshalb wird vermutet, dass die eigentliche Bedeutung  der Redewendung sich auf das Prügeln eines Hundes bezieht. Siehe auch Kommentar.

Bearbeiter: Peter Honnen, Hans Dekker (Grevenbroich), Christian F. Seidler (Düsseldorf)


Kommentare

08.11.2018, 16:35 Uhr
Gernot Schauß
Bad Sobernheim
Molles ist der Stier, ein sturer Mensch ist ein Mollekopp, den Molli machen heißt sich aufspielen, sich ungebärdig und unkontrollierbar verhalten ,

24.05.2013, 00:49 Uhr
Christian F. Seidler
Düsseldorf

Vergleiche Dr. Rolf-Bernhard Essig: "Dr. Essigs kleine Sprichwortkunde  im SWR1"

Zitat: Den Molli machen" Vom Maulwurf bis zur guten Berliner Molle - hier ist Fantasie gefragt! Der Ausdruck ist außerhalb rheinischer Mundarten wenig verbreitet, seine Bedeutung schillernd. Er kann "jemanden um den Finger wickeln" bedeuten, "ungehorsam, aufmüpfig, trotzig sein" oder "für dumm verkaufen", dazu "sich aufregen / sich wichtig machen". Die Herkunft dieser Redewendung ist nicht geklärt. Ob sie sich auf das Prügeln eines Hundes bezieht, auf den Maulwurf, auf Bier (Molle) und Brüderschaft trinken unter Studenten, weiß ich nicht.  Dass es mit "mollig sein" zu tun haben könnte, ist möglich, dann könnte "den Molli machen" vielleicht "den Dicken markieren" bedeuten, aber sicher ist hier nichts. Bei ungefähr 300.000 Sprichwörtern und Redensarten im Deutschen beißt man eben auch mal auf Granit und sich beim Erklären die Zähne aus. Zitatende.

Nach meinem Verständnis bedeutet "mit jemandem den (auch: die) Molli machen" eher ihm auf der Nase herumtanzen, etwa im Sinne von unzuverlässig sein oder ihn einseitig mit Änderungen zu konfrontieren (z.B. Nichteinhaltung von Absprachen, Verabredungen etc.) Deshalb stelle ich mir die Frage, ob für diesen Ausdruck nicht als Wurzel franz. "le moulin" oder spanisch "el molino" (katalanisch molli !!!) in Frage kommt. Dies würde jedenfalls erklären, dass jemand, mit dem der Molli gemacht wird, mit Änderungen, Wendungen konfrontiert wird, denen er so wenig entgegensetzen kann wie die Mühle dem sich drehenden Wind. So könnte es sich um eine weitere der vielzierten Wort-Adaptionen aus der Zeit der französischen Besetzung  des Rheinlands im Ende des 18./ Anfang des 19. Jahrhunderts handeln. Dies erscheint mit jedenfalls eher plausibel als dass der Begriff von Tieren (Hunden oder Maulwürfen), Bier oder Leibesfülle abgeleitet sein könnte.

 

 

05.03.2009, 16:45 Uhr
von der Weydt Josef
Jüchen
Der "Moll" ist ein Maulwurf. Ich denke, dass es dieser Alptraum eines jeden Gartenbesitzers ist, der mit ihm "den Molli macht".


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