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Pimmock

Pimock Fremder oder Zugereister (in Köln Immi), oft aber nicht grundsätzlich abwertend für Vertriebene aus dem Osten, später auch für Ossies gebraucht Sone geile Karre fährt wenichstens nich jeder Pimmock. Dat is en Pimmock aus dem Osten. Seit die Pimmocks hier sind, hör se kaum noch Kölsch aufe Straße. In Köln ist Pimmock die ältere Variante des Immi: jeder nicht in Köln Geborene, der durch seine Sprache und sein Verhalten als unkölsch auffällt. Pimmock kann auch einfach für einen fiesen Typen oder für jeden anderen, der einem nicht passt, stehen; und auch für den Penis: Is dat en Pimmock oder ne dehydrierte Flönz. In Pulheim kommen die Pimmocks aus der Pimmelakei (siehe dort)Im Ruhrgebiet wird Pimmock (Plural Pimmöck) grundsätzlich als Beschimpfung einer Einzelperson oder einer kleinen Gruppe benutzt. Das Wort soll eigentlich auf die Inkompetenz des Betroffenen verweisen. Es bedeutet hier also eher Doofkopp als Fremder.
Das Wort ist in den Mundarten des Rheinlands weitverbreitet und von dort in die Umgangssprache übernommen worden. Schon im 19. Jahrhundert wurden hier so ostelbische Erntearbeiter genannt. Bei preußischen Soldaten wurden unbeliebte Vorgesetzte als Pimmocks bezeichnet. In der Aachener Str. in Köln heißt eine Kneipe Herr Pimock.  Die Herkunft des Wortes ist dunkel.
Siehe auch den Erfahrungsbericht im Kommentarbereich und die Rubrik "Wort des Monats".

Bearbeiter: Peter Honnen, Elisabeth Reiter (Pulheim), Dieter Dobrzinsky (Königswinter), Rolf Jansen (Essen), Dennis Müller (Hürth), Reiner Kolberg (Köln)


Kommentare

22.06.2018, 22:14 Uhr
Doc Köllewood
Köln

Der Pimmok fällt auf und passt sich wenig an - flieht vorm Karneval und hat kaum Bezug zur kölschen Kultur (zb über die Eltern). Er hat aber oft mehr Verständnis als der Immi
Der Immi passt sich an und feiert mit - hat aber nicht unbedingt das kulturelle Verständnis sondern konsumiert nur und passt sich an...
Wäre so meine Definition wie es mir von mehreren Personen erklärt wurde
(Halt wie "Zujezogen" (schreibt man das so?) bei in Berlin )

02.07.2018, 15:25 Uhr
Redakteur:

Danke für diese Definition!

Gruß P. Honnen

04.06.2018, 13:27 Uhr
Oliver Classen
Köln
Mir ist dieses Wort auch aus den frühen 50ér Jahren bekannt. In unserem Viertel galt es nie der Verunglimpfung einer oder mehrerer Personen sondern stand für jemanden der nicht aus unserer Gegend stammt. Es ist durschaus verständlich das sich einige Personen in Unkenntnis und der Unsicherheit in dieser Zeit angegrifen fühlten, dies entspricht aber in keinster Weise der Realität. Selbst meine Uhrgroßeltern benutzten diese Bezeichnung in oben genannter Form und Absicht. Als zugezogener sollte man sich mit dem regionalem Sprachgebrauch vertraut machen, so dass man Ausdrücke auch richtig zuordnen kann.

16.09.2015, 13:45 Uhr
Jörg Yadgar Bleimann
Köln
Ich kenne auch die Herleitung von dem im katholischen Teil Ostmitteleuropas stark verehrten St. Nepomuk, dem Schutzheiligen der Brücken - von daher wäre ein "Pimmock" jemand, der "über die Brücke" (und folglich von Osten her) nach Köln gekommen ist...

22.01.2015, 18:02 Uhr
Becker
Leichlingen
Nach der Flucht/Vertreibung aus Stettin/Pommern im Winter 1945 bin ich mit meinen Eltern in einem Dorf im Bergischen Land sesshaft geworden. Wir und andere Flüchtlinge aus dem Osten wurden von Einheimischen als Pimmocken beschimpft, was etwa so nett klang und gemeint war wie heute das Wort Kanacken.

23.01.2015, 10:35 Uhr
Redakteur: Hallo Herr Becker, danke für den Kommentar. Ich werde - nicht nur Ihre - Erfahrungen zum Anlass nehmen, das Wort Pimmock zum nächsten Wort des Monats zu machen und über diese sprachliche Diskriminierung schreiben. Wie Sie an dem Kommentar von Bodo C. sehen, haben nicht nur Sie diese Erfahrungen gemacht. Gruß P. Honnen

12.03.2014, 08:03 Uhr
Dennis Müller
Hürth bei Köln
Pimmock hat in Köln nichts mit beleidigen zutun . Wer den Kölschen Humor nicht hat - ist Falsch in der Stadt . Aber du bist ja zugereist ^^ du pimmock

02.03.2013, 17:26 Uhr
Bodo C.
Köln

 Pimmock ist im Kölner Großraum ein übles Schimpfwort, was vor allem von der Kölner Unterschicht und wohl auch aus "Futterneid" vor allem gegenüber den hinzugezogenen heimatvertriebenen Deutschen aus den Ostgebieten wie Schlesien, Pommern und Ostpreußen gebraucht wurde.

 Ich bin als 7- Jähriger mit meinen deutschen Eltern Ende der 50-iger Jahre aus Schlesien nach Köln übergesiedelt und mir wurde dieses böse Schimpfwort öfters, vor allem von Gleichaltrigen, die das von ihren rheinischen Eltern wohl zu Hause aufgeschnappt haben, an den Kopf geschmissen. Ich habe darunter sehr gelitten.

 Die Bedeutung vor allem hinsichtlich der damit verbundenen schlechten Absicht, ist nicht Fremder, sondern Pack, Pöbel, Gesindel oder Asoziale. Viele der Kölner Unterschicht, vor allem die glaubten was Besseres zu sein, haben auch heruntergekommene eigene Landsleute so bezeichnet.

 Heute nach weit über 50 Jahren kann ich mit etwas Genugtuung feststellen, daß die meißten der damaligen ostdeutschen Flüchtlinge durch Fleiß, Sparsamkeit und Ehrgeiz zu was gekommen sind, aber viele der Kölner Unterschicht, die uns damals beschimpft haben, immer noch nichts haben und von der Hand in den Mund leben und ihr Geld lieber in die Kneipe tragen um sich dort an der Theke mit brotloser Besserwisserei, Dummgeschwätz oder gegenseitigen Beschimpfungen zu übertrumpfen.

 Auf die trifft eher die Bezeichnung Pimmock zu, so wie sie damals auch primitiv beleidigend gemeint war.

 

26.03.2012, 01:59 Uhr
Dr. Peter Kickartz
Aachen
In Aachen in der Version "Pimmau", auch "Pimmoi" oder "Pimmei" bekannt, und zwar für Pack, Pöbel, Gesindel. Das Wort scheintt mir beleidigenden Charakter zu haben, ist aber nicht speziell auf Fremde oder Mitbürger aus dem Osten zugeschnitten oder aus diesem Bereich abgeleitet. Etwa gleicher Bedeutung ist hierzulande die Bezeichnung "Krau", "Krauvouel". 

15.02.2008, 14:49 Uhr
H.L.Meyer
Euskirchen
Das Wort "Pimmock" scheint dem im Allgäu üblichen "Bömake" zu entsprechen, das dort von Einheimischen mit Bezug auf zugereiste Sudetendeutsche aus Böhmen, die Bömaken,in den 50er und 60er Jahren verwendet wurde, also in Entsprechung der allgemeindeutschen Verwendung des Ausdrucks "Pollaken" für zugereiste Polen.

07.02.2007, 19:42 Uhr
Wilfried Kienzle
Köln
Das Wort Pimmock (Pimock) steht für einen zugereisten Kölner, der die kölsche Art bzw. den kölschen Humor/Witz nicht versteht (oder nicht verstehen kann). Das Wort Pimmock stellt keine Beleidigung oder Verunglimpfung einer Person dar.

07.02.2007, 09:43 Uhr
Elisabeth Reiter
Pulheim
Menschen dieser Abstammung kommen bei uns in der Region aus der "Pimmelakei".

06.02.2007, 14:58 Uhr
Arzt, Elrik
Bonn
Seit meiner Schulzeit in Köln (60er Jahre) habe ich den Ausdruck nicht mehr gehört. Als Plural war mir nur Pimocke geläufig.


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