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Schnüss

Mund, Schnauze Halt die Schnüss. Die hat aber ne süße Schnüss. Mitter Schnüss is er groß. Der kann die Schnüss nich halten. Wat ziehs du denn vonne Schnüss. einen aufe Schnüss kriegen: Gleich krisse einen aufe Schnüss (einen Schlag bekommen) Na, habt er einen aufe Schnüss gekricht (eine Niederlage einstecken). auf die Schnüss legen hinfallen Hab ich mich doch beinm Schifahren ers ma auf de Schnüss geleechtSchnodderschnüss Der kann seine Schnodderschnüss nich halten (loses Mundwerk). Schnabbelschnüss Nu halt doch endlich mal deine Schnabbelschnüss. Das Wort ist aus den rheinischen Mundarten übernommen und ist verwandt mit Schnute.

Bearbeiter: Erika Magar (Duisburg), Christel Lössel (Pulheim), Purodha Blissenbach (Köln)


Kommentare

07.01.2017, 11:34 Uhr
Andre Ritter
a a d W
"Schnüss" ist aber immer verniedlichend gemeint, so eigentlich mit "Maul" nicht generell vergleichbar, das wäre dann zu nah bei "Fresse".

30.06.2011, 03:51 Uhr
Lars Arenz
Remagen
Dazu fallen mir noch zwei begriffe ein, zum einen kann man mit der Schnüss auch ein Schütchen ziehen, was man aber auch ein Pännchen (eigentlich kleine Pfanne) nennt. Und nichts anderes beschreibt als die nach unten gezogenen Mundwinkel. Etwa ein Kind, das nachdem man ihm auf die Finger gehauen hat ein "Schnütchen züch un et Kreesche anfäng" (die mundwinkel nach unten zieht und das weinen anfängt )

19.10.2009, 17:19 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Man kann sich auch auf de Schnüß legen (hinfallen) Hab ich mich doch beim Schihfahren erß mal auf de Schnüß geleescht. oder In der Kurve da bin ich mim Faaratt auf de Schnauze gesegelt. (siehe auch "hinsegeln")
Im Süden des Rheinlansd kennt man auch die Sabbelschnüß (vergleiche salbadern) als Person, die ungebremst redet, wie zum Beispiel der eine oder andere Politiker, Geistliche oder Lehrer, ohne dabei allzuviel Substanz abzusondern.

20.06.2009, 09:18 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
En Schlabberschnüß ist (oder hat) jemand, der sein Maul nicht halten kann, aber unabhängig davon auch jemand, bei dem Essen teilweise außerhalb des Munds landet, sei es weil er nicht kann oder nicht Essen will: "Nach iem zweiten Gebuchtaach is unser Meisjen soo en Schlabberschnüß geworden!" oder "Dem Heinz sein Omma hat ja nu seit Jahren en bisjen der Zidder, aa-jez hat set allmäälischweer mim Essen, sacht se alle paa Minuuten: 'isch muß mer mal de Schlabberschnüß sauber machen' un fuhrwärkt sich mim Lappen im Gesischderum, un verteilt, was daneeben gegangen is."

03.11.2007, 01:04 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Ene Schwaadtschnüß ist sowohl das Mundwerk der Person, als auch die Person, die es "nit lassen kann, de Schnüß zu schwaden" z.B. "Ach die Schwaadtschnüß Frieda, wat die sacht, kannße nisch alles glaubn." Man kann auch "eim übber de Schnüß faaren" d.h. den Redefluß unterbrechen, jemanden zum Schweigen bringen; auch die Meinung sagen - alles relativ grob. z.B. "Boh, wi dä widder et Lügen anfang wollte, da mußt-ich em einfach übber de Schnüß faan"


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