LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
Logo LVR


Vorheriges Stichwort: betüddeln   Nächstes Stichwort: betutkern

 

betuppen

jemanden betrügen, anschmieren Da ham se dich aber betuppt ine Werkstatt. Der is immer am betuppen beim Kartenspielen.

Bearbeiter: Erika Magar (Duisburg), Hans Heimberg (Neukirchen-Vluyn), Ralph Punga-Kronbergs (Kevelaer)


Kommentare

20.02.2017, 21:55 Uhr
Andre Ritter
a a d W
"Betuppen" ist zunächst eine verniedlichende Umschreibung für einen "Betrug" und gleichwertig mit "pfuschen", der Verwender will den "Betrüger" nicht aggressiv damit beschuldigen aber auf den Sachverhalt hinweisen, bzw. daß er diesen erkannt hat.
---
Die angebliche Steigerung zu "(be)futeln" kann ich gar nicht nachvollziehen.
Jemanden ausdrücklich als "Betrüger" zu bezeichnen hat dagegen natürlich eine ganz andere Wertigkeit.

21.09.2014, 11:43 Uhr
CoChBuch
Essen
Zu der oben aufgeführten Bedeutung kenn ich zu mindest aus der Familie und ein bisschen darüber hinaus, dass man auch betuppt sein oder aussehen kann, nachdem man betuppt wurde. Das kann alles von traurig bis enttäuscht abdecken.

02.05.2012, 21:05 Uhr
Sabine P
Viersen
Bei uns in der Gegend gab oder gibt es ein Kartenspiel das Tuppen heisst. Und ich kann mir vorstellen, dass es bei dem Spiel darum ging, den anderen zu betrügen. Daher vielleicht auch das Wort betuppen.

07.02.2012, 20:08 Uhr
AE
Bonn
könnte betuppt wohl von dem Verb düpiert kommen ???

10.11.2010, 09:38 Uhr
H. Weißmann
Bochum
Nach der Geschichte mit dem Schäfer zu urteilen, kommt der Begriff wohl von "betupfen".Es scheint aber auch ein Zusammenhang mit "Tupperparties" und der dort gehandelten "Ware" zu bestehen...

16.08.2010, 17:20 Uhr
Bodewig
Grevebroich
Hallo Es gibt die Geschichte des Schäfers Mohr aus Niederembt, der in Neurath um 1840 als Wunderheiler verehrt wurde. Er macht bei den Patienten drei Kreuzzeichen und die Leute nannten es betuppen. Vielleicht kommt der Begriff aus der Zeit danach als die Wunderheilungen nicht mehr Wirkten. Auch diieses könnte mit der Besatzung unter Napoleon zusammenhängen, die mal gerade 25 Jahre zurücklag. Mit freundlichen Grüßen Hans Hermann Bodewig Grevenbroich PS. Der Name Bodewig kommt von Bauduin und ist ebenfalls eine dialektanpassung des Lautwortes.

04.08.2008, 21:31 Uhr
ToKe
Solingen
Meine Oma sagt sehr oft betuppt. Meistens im Zusammenhang mit Kartenspielen.

24.04.2008, 16:37 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Die Reihe: (be)futeln, betuppen, bedreejen gibt eine Steigerung wieder. Fudeln ist mehr Kinderkram, es geht um nicht viel mehr, als z.B. beim Spiel zu gewinnen. Nur dieses Wort gibt es ohne Vorsilbe "be-", denn man kann auch fuddeln oder fuschen, ohne daß der Gegenüber wichtig wäre. Beim Betuppen ist das schon anders, da ist immer jemand der Dumme oder der Geschädigte. Der Betupte ist meist gutgläubig, und er ist hereingelegt worden, aber sehr oft trägt er den Schaden oder den Spott und sieht es als teilweise eigene Schuld an, der Schaden ist oft auch gering. Anders beim Bedreeje oder betrügen - das ist richtich kriminell und das kann man nicht einfach hinnehmen, zumal der Bedreejer auch icht nur eine sich bietende Gelegeheit genutzt, sondern hinterhältig und geplant ein Opfer hintergangen hat.

11.02.2007, 23:05 Uhr
Hans L. Meyer
Euskirchen
Im Ripuarischen oder im Köln-Aachen-Bonner Sprachgebiet gibt es die Ausdrücke "futteln" oder "befutteln" besonders beim Kartenspielen in der Bedeutung von 'mogeln', 'schummeln', 'schwindeln'. "Tut ihr auch futteln?" "Hast du mich mal wieder befuttelt?"

05.02.2007, 14:35 Uhr
Bernhard K. Mux M.A.
Köln-Rheinkassel
Stammt aus dem französischen = duper.


Wortartikel kommentieren

Sorry! Die interaktiven Funktionen sind zur Zeit leider deaktiviert, da die Redaktion des Mitmachwörterbuchs verwaist ist und keine Einarbeitung erfolgt. Deshalb kann man im Moment im Lexikon nur blättern, lesen oder suchen. Sobald als möglich werden die Funktionen wieder freigeschaltet.