LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
Logo LVR


Vorheriges Stichwort: bratzen   Nächstes Stichwort: brechend

 

braun

brun unverschämt, dreist Der Typ is ganz schön braun, hier mit dem Auto reinzufahren. Brunkopp unverschämter Mensch.
Siehe Kommentar.

Bearbeiter: Michael Julius Schwarz (Elberfeld), Marc Chudaska Wuppertal), Gerhard Sennlaub (Bremerhaven)


Kommentare

13.01.2017, 11:43 Uhr
Andre Ritter
a a d W
umgangssprachlich hat sich damals bei uns im Krefeld der 80ér die Aussage "brune Hilde" gebildet und das künstlich superlativiert zu "brunste Hilde". (Ausgehend von "Brunhilde", dem Namen und "brun" wie gegeben)
Die Bedeutung war gleich mit "frag nicht nach Sonnenschein" oder "volle Möhre/Kanne" oder "voll heftig" oder ähnliches.
"Der ging voll ab, aber brunste Hilde"
"Die Prüfung war brunste Hilde"
---
vielleicht woanders auch?!?

10.11.2013, 19:54 Uhr
Gerhard Sennlaub
Bremerhaven
Von 1951 bis 1953 war ich Hilfsarbeiter bei der KUAG in Barmen. Die Arbeiterschaft sprach überwiegend Mundart (die gelernten Schlosser weniger). Ein Mensch ohne Umgangsformen wurde als Prolet missachtet und galt als brun: "Dat es 'n Brunen", "en Brunkopp" oder, gesteigert: "ene brune Fott". 

Ich kannte eine Mutter, die braune Gesichtsfarbe bei ihren Töchtern missbilligte; das sei die Farbe derer, die sich "auf der Straße" herumtrieben. 
Das Barmer Wörterbuch von 1929 übersetzt brun und Brunkopp mit "Vagabund, Eckensteher".
Der Zuammenhang scheint mir evident. 


Wortartikel kommentieren

Sorry! Die interaktiven Funktionen sind zur Zeit leider deaktiviert, da die Redaktion des Mitmachwörterbuchs verwaist ist und keine Einarbeitung erfolgt. Deshalb kann man im Moment im Lexikon nur blättern, lesen oder suchen. Sobald als möglich werden die Funktionen wieder freigeschaltet.