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deuen

schieben, drücken, vorwärtsbewegen, schubsen Einen Kinderwagen deuen. Deu nich so. (in einer Schlange)> Deu mich doch nich so, du siehst doch, wie jestopp voll et hier is. Die Schupplade klemmt! Dann deu ma richtich! Du musst ihr dat ma vorsichtich deuen (jemandem etwas unauffällig beibringen) Du kannz mir ma den Nachen deuen! für "Du kannst mich mal gerne haben." (andere Variante: den Nacken deuen) andeuen anschieben Kannst du mich ma andeuen? (in Schwung bringen beim Schaukeln) Wir müssen dat Auto andeuen, sonst springt der nich an. Du musst ihm oder ihr etwas deuen (jemandem etwas unauffällig beibringen). sich abdeuen verschwinden Ich deu mich ab! Deu Schubs, Anstoß, Antrieb, Motivation De braucht mal ne Deu, dat der vorankommt. Gib dem ma en ordentlichen Deu. Ich han kein Deu! sich einen Deu antun Nu tu dir ma nich sunne Deu aan! sagt man in Köln zu jemandem, der sich affektiert benimmt ("Brich dir keinen Zacken aus der Krone"). den Nachen deuen können  Die können mich all der Nachen deuen (gern haben können).

Bearbeiter: Brigitte Ulrich (Düsseldorf), Helmut Lindner (Leverkusen), Brigitte Verbeeten (Düsseldorf),Christel Lössl (Pulheim), Wolfgang Lennartz (Weilerswist), Arndt Rüggeberg (Mettmann), Helmut Linden (Timmendorfer Strand), Milena Wozniczka (Kamp-Lintfort), Hans Lewandowski (Neuenrade), Ralf Joerres (Essen), Helen Schullenberg (St., Katharinen), Volker Morbach (Traben-Trabach/Shenzhen), Peter Kuzniak (Oberhausen), (Remagen), Wulf Merkelbach (Hilden), Gisela Fischer (Köln), Friedhelm Krupp (Dinslaken), (Wuppertal), (Düsseldorf)


Kommentare

30.01.2019, 13:32 Uhr
Barbara B
NRW
Das Wort kenne ich aus meiner Kindheit in der Eifel und an der Mosel: Karren oder Schlitten andäuen. Zu dem Kommentar von Michael Mühr "An den Türen der Stadtbücherei in Köln (am Neumarkt) waren seinerzeit Aufkleber mit den Hinweisen "Däue!" und "Trecke!" angebracht, sehr zur Verwirrnis der Hochdeutschen." möchte ich anmerken, dass in den Niederlanden auch heute noch "Duwen!" und "Trekken!" an den Türen steht.

31.07.2018, 09:53 Uhr
Elisabeth Peters
Kärnten Österreich
In einer Chronik zum Wappen unseres Geschlechts (Polen) habe ich diese Zeilen als Motto gefunden:

Am würdigen Alten in Treue halten, am kräftigen Deuen sich stärken und freuen

Auf der Suche nach diesem *Deuen* bin ich hier gelandet. Deuen als Streben, Tatkraft, Anstrengung?

01.08.2018, 09:13 Uhr
Redakteur:

Hallo Frau Peters,  

ich kann mir nicht vorstellen, dass ein rheinisches Mundartwort isoliert in einem deutsch/polnischen Wappenspruch erscheint.

Darüber hinaus hat deuen die von Ihnen vermutete Bedeutung in keinem Fall.

 Kann es sich nicht um eine Verlesung handeln? Neuen statt deuen macht doch Sinn! 

 Sorry, dass ich nicht helfen konnte.

 Herzliche Grüße nach Kärnten 

 Peter Honnen

 

13.08.2017, 23:23 Uhr
Schnuffi
Bollendorf
Dau kaanz mir moal den Huwel deuen. Du kannst mir mal den Hobel deuen. So sagt man bei uns in der Südeifel, wenn man ausdrücken will, dass einem der Kommentar eines anderen Zeitgenossen schwer auf den Zeiger geht.

13.09.2015, 14:53 Uhr
Fischer Gisela
Köln
In dem Lied: ,Denk wie Goldschmidts Jung,dä Jung wor schlau...' heißt es:, Wenn Do dich ärgers, dun andre sich freue, drum loss die Blötschköpp der Nachen dir däue...'

12.10.2013, 07:40 Uhr
Bernhard Thomas
Faid (Eifel)
Dau kanns mir äs de Nache deje (Du kannst mir mal den Nachen (Kahn-kleines Boot) anschieben,unangeneme Arbeit in früheren Zeiten da es oft nasse Füße gab.Sprichwörtlich:Du kannst mich mal.

27.01.2013, 20:03 Uhr
wulf merkelbach
hilden
du musst ihm oder ihr etwas deuen, meint: du musst ihm oder ihr etwas unauffällig beibringen.

04.01.2011, 11:28 Uhr
Helene Schullenberg
St. Katharinen, Rheinl.-Pfalz
Nacken deuen kenne ich nicht. Bei uns heißt das: Du kanns mir mol de Nache deuen....Das ist die Dialektform, denke ich. (Du glaubst ja wohl nicht, dass ich das tue....)

09.03.2007, 15:54 Uhr
Wolfgang Lennartz
53919 Weilerswist
dunn dir kinne Deu an. (Brich dir keinen Zacken aus der Krone)

26.02.2007, 13:51 Uhr
Michael Mühr
Rösrath/Köln
In Köln "Däu": von 'Däuen, daut, jedaut': "Hä daut mich en d'r Saal eren." (schiebt mich in den Saal) An den Türen der Stadtbücherei in Köln (am Neumarkt) waren seinerzeit Aufkleber mit den Hinweisen "Däue!" und "Trecke!" angebracht, sehr zur Verwirrnis der Hochdeutschen.


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