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dotzen

wenn Kinder zu Sankt Martin singend durch die Straßen ziehen und dafür Süßigkeiten erhalten, dann dotzen sie. Gedotzt wird im Rhein-Sieg- Kreis und an der Rheinschiene südlich von Bonn. (Siehe Kommentare).

Bearbeiter: Hermesdorff (Buchholz), M. (Bad Honnef)


Kommentare

17.08.2019, 21:20 Uhr
ohne Name
ohne Ort
In Schopphoven bei Düren ist "dotzen", kacken.

24.04.2019, 22:18 Uhr
Alexander Düren
Rheinbreitbach
Bei uns wurde in den 50iger Jahren des vorigen Jahrhunderts gesungen: "Dotz Dotz Dollendorf, jevv me ne aale Mäteskorv, jevv me dütt, jevv me datt jevv me alles watte hatt. Hier wohnt ein reicher Mann, der uns viel geben kann, viel soll er geben lang soll er leben. Lass uns nicht so lange stehn, denn wir wollen weitergehn - weitergehn." Die brennbaren gespendeten Sachen sollten in die Nähe des späteren Martinsfeuer gebracht werden, das auf der Koppel abgebrannt wurde. Da der Weg dort hinauf für uns Kinder manchmal zu beschwerlich war, blieben viele Sachen auf halbem Weg auf einem Sammelplatz liegen.

15.05.2019, 10:18 Uhr
Redakteur: Herzlichen Dank für die Ergänzung! Gruß P. H.

03.11.2018, 16:23 Uhr
Dieter
Früher bei Oberdollendorf
Unter "dotzen" verstand man eigentlich in meiner Messdienerzeit nur das Aufstoßen von Stäben auf die Erde. Das wurde um den Martinstag beim Betteln um Brennmaterialien bei den Leuten von uns Jungs gemacht, nebst dem Absingen vom Martinsreimen. Ursprünglich hieß ein Reim: "Dotz, dotz durch et Dorf", aber wir sangen stattdessen "Dollendorf",um die Jugendlichen aus dem Nachbarort Dollendorf, welch ein Name, zu ärgern. Die Stäbe wurden auch gerne zum Fechten benutzt, falls es nötig wurde.

31.10.2015, 22:09 Uhr
Uli
bei Neuwied
Am Martinsabend in den 50 er Jahren gingen die Kinder mit einem geflochtenen Wäschekorb dotzen, vor dem Martinszug, ich glaube am Tag vorher. Lied: Dotz, dotz, doledotz jiw uns jet in de Martinskorf Rüh rüh rüh al Weiwer Strüh Märtinsobend, Märtinsabend machen de Weiwer Wörsch weiter weiß ich nicht mehr

03.12.2012, 18:26 Uhr
Florian Stoffels
Hausen / Wiedtal

Bei uns reicht die Tradition des "Dotzen" was mit dem "Holz schleifen" zusammenhängt, weit zurück. Die Tradition will es so, das die Kinder im Dorf im September anfangen im Wald das sog. "Holz schleifen" zu veranstalten. Sie ziehen trockene Bäume aus dem Wald an den Feuerplatz.  Mittlerweile werden die trockenen Bäume an den Wegesrand gezogen und an einem Wochenende wird das Holz dann von Ehrenamtlichen mit Traktoren ans Feuer gebracht. Die Kinder bauen dann das Feuer mühevoll ganz alleine auf. Hierbei wird streng darauf geachtet das der Feueraufbau so vorgenommen wird, das es am Sankt Martins Tag ohne Brandbeschleuniger, sondern nur mit einem Strohballen angezündet wird. Einige Tage vor dem Feuer gehen die Kinder dann "Dotzen". Sie sammeln Süßes und Kleingeld. Von dem Geld gehen die Kinder dann gemeinsam Essen. 

Das Uralt Überlieferte Dotz-Lied

Märdesowend Märdesowend, man die Wäiwe ihre Wöscht, wer de Wäin im Kelle hät, der tringt den vor dem Dörsche, Rüh Strüh ahle Mahn alle schwatze Kohlekorf, jome durch et janze Dorf, lot us nit so lang he stoan, mer han noch wäit erüm zu jon.

Schön auch wie die Kinder unseren Dialekt so weiter lernen.  

11.11.2012, 19:02 Uhr
Sandra W.
Müddersheim
Ich wohne jetzt mit meinen Kindern, zwischen Köln und der Eifel. Als ich die anderen Mütter fragte, ob man hier Dotzen geht bekam ich nur faltige Stirne zu sehen. Ich war mir schon nicht mehr sicher ob ich dieses Wort noch richtig in Erinnerung habe. In Erftstadt gibt es auch dieses Martinslied, allerdings heißt es da,; Botz, botzwiedebotz, dat wor `ne jode Mann.  

03.11.2011, 10:26 Uhr
Manuela
früher auch Bad Honnef
Die Kinder sammeln bei den Bewohner und singen mit Laternen an den Türen "Dotz Dotz Düh, jevv mr ne aale Müh, jeev mr ne aale Mäteskorv, dotz dotz düh ... hier wohnt ein reicher Mann, der uns soviel geben kann, vieles soll er geben lange soll er leben, seelig soll er sterben, das Himmelsreich erwerben ... lasst uns nicht so lange stehen, denn wir wollen weitergehen - weitergehen." Dann kam immer das schönste: "Ich bin ein kleiner König, gib uns nicht zu wenig, lass uns nicht solange stehen, denn wir wollen weitergehen - weitergehen."

27.10.2009, 13:28 Uhr
ohne Name
Bad Honnef
Bei uns wird in der Zeit vor dem Martinszug gedotzt. Ursprünglich wurde Material für das Martinsfeuer (wie es u.a. im traditionellen Dotzlied heißt "...jevv m´r ne aale Mäteskorv...") gesammelt, später Geld und Süßigkeiten. Das "Dotzen" kommt meines Wissens daher, dass die Jungen früher mit "Bunnerohme" (Bohnenstangen) kamen und diese während des Gesangs auf den Boden "gedotzt" haben. In weiten Teilen des Rhein-Sieg-Kreises wie auch in Bonn gehend die Kinder dagegen in kleinen Gruppen im Anschluss an den Martinszug von Haus zu Haus, um zu dotzen bzw. zu "schnörzen".

27.10.2008, 12:59 Uhr
Doris Koch
36367 Wartenberg
Als Kind wohnte ich in Erpel/Rhein. Unter dotzen verstand man das Sammeln von Holz und Reisig für das Martinsfeuer, und das Sammeln von Altpapier und Karton in den Geschäften, ebenfalls für das Martinsfeuer auf der Erpeler Ley. Die Leute gaben den beteiligten Kindern Geld, die dann nach St. Martin Brötchen, Fleischwurst und Limo kauften, um die gemeinsam zu verspeisen. Für das Dotzen waren immer die Jungens des letzten Volksschuljahrgangs zuständig.


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