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drömeln

dörmeln, drömmeln sich Zeit nehmen, etwas langsam machen, sich nicht beeilen, die Zeit vertrödeln Wenn der weiter so drömelt, werd ich noch verrückt. Drömel doch nich so! Im Ruhrgebiet schickte man die Kinder mit dieser Mahnung zum Bäcker: Kind, hol zum Kaffee mal schnell ein paar Teilchen vom Bäcker, aber nich widder drömmeln. Auch: ein paar Minuten schlafen Der dörmelt ma eben. eindörmeln einschlafen, einnicken, kurz einschlafen Bei Rosamunde Pilcher dörmel ich immer ein, so langweilig ist das. rumdörmeln die Zeit vertrödeln, nichts Sinnvolles tun Dörmel nich rum, sonst wirste nie fertich... Nä, ich mache eigentlich kein Mittagsschlaf! Mir reichtet, wenn ich mich kurz auf der Couch lang machen und ein halbet Stündchen rumdörmeln kann. dörmelich/drömelich langsam, zögerlich (auch geistig abwesend, tagträumend) Nu sei doch nich so dörmelich, dat is ja nich zum Aushalten. Ein Drömel oder Drüemel bezeichnet einen Menschen, an dem alles vorbei geht. Ein Drömmelspitter ist ein zögerlicher, unentschlossener Mensch.
Man drömelt in den Mundarten des zentralen Rheinlands, im Bergischen Land und im Ruhrgebiet kann man sowohl dörmeln als auch drömmeln.

Bearbeiter: Dr. Karl-Heinz Schumacher (Aachen), Gabi Kammermeier (Krefeld), G. (Velbert), Claudia Böhmer (Mechernich), Agnes Tappe (Essen), Stefan Wette (Essen), Heike Elsner (Hilden), Dr. K. E. Wittmer (Bad Honnef), E. (Düsseldorf)


Kommentare

29.01.2019, 18:49 Uhr
G Fink
Köln
Diese Zwei passen auch noch in's Team: Drömdöppen und Drömejöbbel. Immer langsam voran! Kommt Jöbbel vom "geduldigen Job" aus der Bibel?

08.03.2018, 07:26 Uhr
Stephan Kleemann
Hannover Niedersachsen
Drömmeln, oder auch drömmelig. Drömmelig sind z.B. unkonzentrierte Kinder, die sich dann ungeschickt anstellen. Oder auch eine Person die nur noch dasitzt, mit hängendem Kopf, halb geschlossenen Augen und halb offenem Mund mit feuchter Unterlippe, aufgrund Müdigkeit oder zu viel Alkoholgenusses. So jemand "drömmelt herum"

25.11.2017, 16:05 Uhr
Onkel Erwin
Düsseldorf
Der "Drömmels-Pitter" ist ein zögerlicher, unentschlossener Mensch, der sich verspätet und nicht "voran" macht. Also so einer wie ich.

13.02.2014, 01:04 Uhr
Dr. K. E. Wittmer
Bad Honnef
Drömmeln als Substantif und Verb im Bergischen gebräuchlich für verlangsamte Ausführung von Tätigkeiten wie Gehen bzw auch andere Verrichtungen aller Art.

29.03.2013, 17:46 Uhr
Bernold Ballweg
Walldürn/Odenwald/Nordbaden
"Dörmel":
ist bei uns eine schlacksige männliche Gestalt, dünn, klapprig gebaut.
"Des is en richdicher Dörmel!"

08.04.2012, 20:13 Uhr
Dr. Peter Kickartz
Aachen
Der "Dormel" ist mir aus dem oberhessischen Wittgensteier Platt geläufig, was etwa die Bedeutung von "schlaftrunken  verwirrter Mensch" haben könnte aber vielleicht auch in der nähe von "Taumel" liegt("dormelich" - im Sinne von taumelig)


Für Aachen scheint mir "drööemele" - mit betont langem "ö" -den Sinn von trödeln, verschlafen vor sich hinwursteln zu haben. "Dröömelfott" - abfällig für einen langsamen, verschlafenen Zeitgenossen.


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