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drüch

tröch, dröge, dröch, drüsch trocken Der Kuchen is mier ze drüch. Der macht aber en drögen Unterricht. (langweilig, stofflastig) Im Garten is alles ganz drüsch. Dat is aber en drögen Pitter, den die sich da angelacht hat. (wortkarger, wenig lustiger Mensch) aber auch: Ich bin enen drüjjen Pitter, ich trinke nix. Ich geh auch nich innes Schwimmbad. Drööch ist es, wenn es tage-/wochenlang nicht geregnet hat. sich drööch halten den Mund halten, sich zurückhalten Die wollen uns unbedingt besuchen, aber halt dich mal drööch! Im Kölner Raum ist mit drüge Kooche - im Gegensatz zu Sahnekuchen - Marmorkuchen o.Ä. gemeint. Die Frage in der Bäckerei Had Ihr och drüge Koche? führt schon mal zu Verstimmungen, wenn die Verkäuferin nicht entsprechend "aufgeklärt ist". Ein Kuchen kann auch knochentröch sein, dann ist er aber wirklich ungenießbar. Dat is en ganz Knochentrögen meint einen Menschen, der Witze erzählen kann, ohne die Miene zu verziehen. So einen nennt man am nördlichen Niederrhein auch drögen Pipper (einer, der zum Lachen in den Keller geht).
Ein Drüchfüzzer (Trockenfurzer) ist im zentralen Rheinland ein Mensch, der zwar viel redet, aber wenig tut, oder sogar ein richtiges Weichei ist.

Bearbeiter: Hermann Josef Gebertz (Königswinter). Peter Honnen, Ilse Weber (Köln), Delia Faust-Röder (Wesel), Erika Magar (Duisburg), Christian Bless (Kleve), G. (Velbert), Renate Desplanque (Düsseldorf), R. (Meerbusch), Anne M (Xanten)


Kommentare

19.12.2018, 15:31 Uhr
Anne M
Xanten Niederrhein
"Drööch" ist es, wenn es tage-/wochenlang nicht geregnet hat.

06.02.2014, 23:44 Uhr
sjuuul
Düsseldorf
e drüch bröötsche esse - soll gegen Durchfall helfen.

17.12.2013, 12:24 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Das Wort "drüch" scheint sich bei Kindern Türkischer Einwanderer ins Rheinland gerade besonderer Beliebtheit zu erfreuen. Ich höre es jedenfalls im Moment oft im Zusammenhang mit Speisen oder Wetter: Is dä Kuchen drüsch? Ja-Nää-Jaaa, is drüsch. Gemma rein, solang noch drüsch is hier.

06.10.2011, 13:50 Uhr
Martha Profanter
Südtirol
Ich habe bei Georg Philipp Telemann eine Notiz gefunden, er meint, dass sein Allegro "ziemlich drödlicht" sei. Könnte das eine Abwandlung des Wörtes "dröge" sein? Dröde anstatt dröge? Der originale Satz lautet so: "Das letztere Allegro ist ziemlich drödlicht - dürftig." Ich habe ihn so aus der alten deutschen Sütterlin Schrift übersetzt. Drödlicht in diesem Zusammenhang mit trocken, langweilig, würde doch gut passen. Würde mich über eine Antwort freuen.

06.10.2011, 13:49 Uhr
Martha Profanter
Südtirol
Ich habe bei Georg Philipp Telemann eine Notiz gefunden, er meint, dass sein Allegro "ziemlich drödlicht" sei. Könnte das eine Abwandlung des Wörtes "dröge" sein? Dröde anstatt dröge? Der originale Satz lautet so: "Das letztere Allegro ist ziemlich drödlicht - dürftig." Ich habe ihn so aus der alten deutschen Sütterlin Schrift übersetzt. Drödlicht in diesem Zusammenhang mit trocken, langweilig, würde doch gut passen. Würde mich über eine Antwort freuen.

06.10.2011, 11:54 Uhr
Peter Honnen, Redakteur
ohne Ort
Hallo Frau Profanter, drödlicht hat mit dröge nichts zu tun, sondern kommt vom Verb trödeln, hat bei Telemann also die Bedeutung "lahm, langsam" - ein vernichtendes Urteil für ein Allegro also :-).

06.10.2011, 10:51 Uhr
Martha Profanter
Südtirol
Ich habe bei Georg Philipp Telemann eine Notiz gefunden, er meint, dass sein Allegro "ziemlich drödlicht" sei. Könnte das eine Abwandlung des Wörtes "dröge" sein? Dröde anstatt dröge? Der originale Satz lautet so: "Das letztere Allegro ist ziemlich drödlicht - dürftig." Ich habe ihn so aus der alten deutschen Sütterlin Schrift übersetzt. Drödlicht in diesem Zusammenhang mit trocken, langweilig, würde doch gut passen. Würde mich über eine Antwort freuen.

27.09.2009, 20:17 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Bei einer Feierlichkeit gefragt, was er denn trinke, antwortet ein Gast: Ich bin enen drüjjen Pitter, ich trinke nix. Ich geh auch nich innes Schwümmbatt

08.07.2008, 14:08 Uhr
gudrun
velbert-langenberg
Kall mich nix vom drüchen Pitter ! Erzähl mir doch nichts!

07.02.2007, 00:05 Uhr
Gennen Jerome
Braunlauf, belgische Eifel
Die Endung "-üsch" scheind etwas mit Wasser oder Feuchtigkeit zu tun zu haben. Rüsch bezeichnet in einem Bergstollen die Rinne in der das Grundwasser aus dem Stollen laufen kann. In einem Erzbergwerk in der deutschen Eifel steht an der Stollenwand geschrieben dass der reinliche Bergmann doch bitte in die Rüsch machen soll wenn er mal "muss". Und so haben die Eifler Bergleute das Wasserklosett erfunden ;-)

03.02.2007, 13:24 Uhr
Hermann Josef Gebertz
Königswinter
"Drüchfüzzer" (Trockenfurzer) - Ein Mensch, der zwar viel redet, aber wenig tut, und wenn, dann meist nur halbherzig, ohne Saft und Kraft.


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