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kamellen,

kamällen reden, quatschen, mitreden Wat has du denn hier zu kamällen. Has du etwa auch wat zu kamellen. Hier hat wohl jeder wat zu kamellen. Hau ab, hier hasse nix mehr zu kamällen. Wenn der nix zu kamällen hat, is der nich zufrieden.(im Sinn von meckern). herumkamellen/rumkamällen Der is immer nur am rumkamellen.(blöd oder angeberisch daherreden) Ob die berühmte rheinische (oder kölsche?) Kamelle, also das Bonbon, das im Karneval auch als zum Wurfgeschoss taugt, sprachgeschichtlich mit dem kamellen verwandt ist, bleibt fraglich.

Bearbeiter: Peter Honnen


Kommentare

20.01.2017, 13:37 Uhr
Andre Ritter
a a d W
"Ob die berühmte rheinische (oder kölsche?) Kamelle, also das Bonbon, das im Karneval auch als zum Wurfgeschoss taugt, sprachgeschichtlich mit dem kamellen verwandt ist, bleibt fraglich."
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Wenn man davon ausgeht, daß "kamellen" als Verb ursprünglich soviel bedeutet wie "etwas (Kamellen) freizügig von sich geben", dann steht die Bedeutung eigentlich gleich zum Werfen mit Worten und es erscheint schlüssig, daß gerade im Rheinland derjenige, welcher so freigiebig (und evtl. ungefragt & selbstgefällig) mit Worten um sich wirft mit demjenigen, der in gleicher Weise Bonbons schmeißt, ironisch verglichen wird.
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Kamelle werfen -> kamellen -> "Worte (aus-/umher-)werfen"

01.01.2017, 23:32 Uhr
Andre Ritter
j w D
"Es tut mir Leid, auf den enttäuschenden Enhüllungen beharren zu müssen. Nach dem neuesten Duden (Band 3/2038) gehen die ollen Kamellen auf die Kamille zurück, die nach langer Lagerung ihre Heilkraft verliert."
Der Duden aus "2038" ist echt neu! ;-)
Dergleichen steht aber auch im alten 6-bändigen von 1980 und ist somit selbst auch eine olle Kamelle!
:-)
Kann es vielleicht sein, daß früher bei Umzügen Blumen statt Bonbons geworfen wurden?!?

04.01.2017, 15:43 Uhr
Redakteur:

Es ist der Band 5 Seite 2038 gemeint (von der 10bändigen Dudenausgabe von 1999)

22.03.2010, 13:48 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Ich hab noch nie das Wort herumkamellen gehört, nur rumkamellen .
Kamäll hier nich rum, sons fliechß-De raus. sage neulich ein Wirt in strikten, verbindlichem und fast-freundlichem Ton zu einem Gast, der Luft geholt hatte, um sich zu beschweren. Dann griff der Wirt zur Eiszange, holte den Eiswürfel wieder aus dem Whiskyglas, ließ ihn in seinen geöffneten Mund plumpsen, lutschte ein wenig und spucke ihn in den Abfallbehälter. Der Gast bekam den Whisky ohne Eis. Daß Gäste ihre Wirte für sowas lieben, kann ich mir nur im Rheinland und in (Alt)Bayern vorstellen.

20.04.2007, 10:26 Uhr
Peter Honnen, Redakteur
ohne Ort
Es tut mir Leid, auf den enttäuschenden Enhüllungen beharren zu müssen. Nach dem neuesten Duden (Band 5/2038) gehen die ollen Kamellen auf die Kamille zurück, die nach langer Lagerung ihre Heilkraft verliert.

08.02.2007, 01:38 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Auf Karneval kamellen alle am Zuchweg rum - d.i. sie rufen "Kamelle, Kamelle!" - ein bisjen allgemeiner ausgedrückt: "Wir wollen was!" - schon als Kind was für mich der Bezug daher völlig fraglos. Ihr könnt das damalige Kind in mir doch jetzt nicht enttäuschen und behaupten, der Zusammenhang wäre fraglich!?

31.01.2007, 19:09 Uhr
Jettchen
Moers
Das ist ganz sicher mit Kamelle(n) verwandt, ich kenne "Kamällen" nämlich nur als Substantiv: "Dat sin doch olle Kamellen", damit waren früher vielleicht wirklich alte Bonbons gemeint, später dann alte/bereits bekannte Geschichten/Tatsachen.


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