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krötschen

(sowohl mit langem als auch kurzem Vokal gesprochen) langsam fahren, kriechen, sich auf allen Vieren fortbewegen, auch: sich langsam bewegen (infolge von Alter oder Krankheit) Bei Nebel krötschen die Autos nur ganz langsam durch die Gegend. Die Kinder krötschen auf der Wiese herum. Bergkrötscher kleines, schlecht motorisiertes Auto, Nuckelpinne Wat hast du dir denn fürn Berchkrötscher angeschafft. Krötschhose Kinderhose (mit aufgesetzten Flicken), die zum Krötschen benutzt wird. Heute nur noch selten: Krötsch für eine alte Frau.
Das bergische Mundartwort, das man sonst nur noch im Süden des Rheinlands kennt, hat sich im Bergischen Land bis heute in Umgangssprache gehalten. (Siehe Kommentar).

Bearbeiter: G. (Velbert), Hans Peter Schmitz (Langenfeld), Brigitte Katz (Solingen)


Kommentare

12.02.2012, 12:18 Uhr
Dr. Peter Kickartz
Aachen
Krötsch ist mir geläufig für "Knirps" im Sinne von "kleiner Junge".

16.12.2011, 16:16 Uhr
Brigitte Katz
Solingen
krötschen (mit kurz gesprochenem Vokal) bedeutet so viel wie kriechen, sich fortbewegen auf allen vieren oder auch am Boden spielen. Kleine Kinder hatten (oder haben?) teilweise dafür spezielle Krötschhosen, die nicht selten mit (Leder-)flicken an den Knien ausgestattet waren.

06.09.2010, 15:43 Uhr
Heinrich Peter Schmitz
Langenfeld/Rhld.
Krötschen mit langem Ö, wird Kröötschen gesprochen. Kröötschen bedeutet auch, Kriechen, wenn man krank und unbeweglich ist. Oft wurde es auch als Substantiv benutzt, als "die Krötsch", eine alte Frau, die nur noch mühevoll sich bewegen konnte. In Zons am Rhein gibt es einen "Krötschenturm", der dazu gedient haben soll, alte, kranke Menschen, mit ansteckenden Krankheiten (Pest, Cholera) vor den anderen Dorfbewohnern zu isolieren (nicht zu verwechseln mit Hospital).


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