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mitmachen

in der Wendung da machse/machsde wat mit erleiden; Beispiele aus dem Ruhrgebiet: Sangsema, hamse vorhin auch den Blödi gesehn, wie der mit seine Zuhälterschleuder hier duiche Wohnstraße gestocht is un natüllich volle Dröhnung mit seine Bumsmusick. Ich sach se, hier inne Ecke, da machse wat mit, wenne dich übberhaupt noch aufe Straße traus. Wie, Brötchen schonn alle; wie kann dat denn; Keerl, mit euch, da macht man abber au echt wat mit, dat sarrich dirMann, Mann, Mann, man macht wat mit! (als Zugenbrecher: Bißken Übung, dann kommt et flott vonne Zunge).

Bearbeiter: Ralf Joerres (Essen), Hartmut Weißmann (Bochum)


Kommentare

22.06.2011, 17:18 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Im Rheinland benutzen wir - wie übrigens bei vielen anderen Wörtern - das niederfränkische bzw. heute niederländische Bedeutungsspektrum des Wortes mitmachen mit. Das ist etwa dabeisein, miterleben, bis hin zum miterleiden und -ertragen, jedenfalls dem Sinne nach passiv, man kann die Lebensumstände ja meist nicht beinflussen. Wir ham ja die schlechte Zeit nachm Kriech noch mitjemacht, (miterlebt) Und Wat ham di arm'm Japaaner da-bei-demm Eerdbeem widder mitmachen müßn. (aushalten)

Daneben gibt es das rheinische Wort mittun (niederländisch "meedoen"), das dem aktiven Mitmachen des Standarddeutschen entspricht. Hömma, Du has dabei mitjetan, jetz hamse Euch jekricht, nu muße auch met einstehn fö den Miß! Oder Wänn ihr Fußballspieln geeht, denk dran, ich kann heut wider mittun, wa. Weil der Übergang zwischen Regiolekt und Fernsehhochdeutsch fließend ist, kann man statt "mittun" auch immer "mitmachen" sagen. Übrigens kann man die beiden Bedeutungen von "mitmachen" ganz gut unterscheiden: ich mach wat mit steht für sich, während ich mach beim Fußball mit immer der Konkretisierung, wobei? oder bei wat? bedarf - dann ist ein Mittun gemeint.


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