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stochen

stochern schnell fahren Der is vielleicht gestocht mit seinem Mopped, der wär beinah abgehoben. Dann sind wir nach Hamburg gestocht, um dat Spiel zu sehen. Musse immer so stochen? Die eigentliche Bedeutung "den Ofen anheizen" hört man in Ermanglung von Feuerstellen in den meisten Wohnungen nicht mehr so oft: Der hat den Ofen so gestocht, dat die Platte ganz glühend war. Von älteren Leuten hört man gelegentlich so etwas wie: Stoch mal die Heizung was an, is kalt hier - trotz Zentralheitung mit Thermostatregler. Den Ofen stochte man früher mit einem Stocheisen. Am Mittelrhein ist der Stocher ein Heizer auf einem Dampfschiff oder einer Lok gewesen, so dass man noch heute sagt Du bist so dreckich wie ein Stocher!
Der Gebrauch von stochen scheint langsam zurückzugehen (siehe Kommentare).

Bearbeiter: Peter Honnen, Gertrud Kotkowski (Niederkassel), Franz-Josef Meurer (Kamp-Bornhofen), Purodha Blissenbach (Köln), (Siegerland)


Kommentare

11.01.2017, 13:44 Uhr
Andre Ritter
a a d W
"stochern" als "hinterfragen, prüfen" ist sehr gängig.
"Das hab ich noch nicht verstanden, da muss ich noch mal nachstochern"

02.02.2011, 07:50 Uhr
Fossi
Daun / Eifel
In der Eifel (RLP) ist das Wort "stochen" noch vollkommen normaler Sprachgebrauch, für den Ofen sowie schnell fahren!

12.11.2010, 10:28 Uhr
Missi
ohne Ort
Stochen wird auch im Siegerland für "anfeuern" und "schnell fahren" verwendet. Allerdings weniger von der jüngeren Generation

30.05.2010, 02:33 Uhr
Schrat
Köln
Nach einem Verständnisproblem auf der Autobahn hat eine kleine Umfrage (so etwa ein Dutzend Personen) ergeben das der Begriff in meiner Altersgruppe (Anfang bis Ende 20) nur noch im bergischen/oberbergischen bekannt ist. Alle Befragten aus dem Großraum Köln verstanden nicht was gemeint war, im bergischen Raum lag die Trefferqoute noch so bei 50%.

16.04.2009, 15:26 Uhr
Michael Jansen
Einbeck
Stochen steht nicht nur im Rheinland für schnell fahren. Auch in meiner Schulzeit in Lüneburg in den Siebzigern waren die genannten Sätze so zu hören. Vielleicht ein Import durch die damals dort reichlich vertretenen Bundeswehrsoldaten aus dem Rheinland.

13.06.2007, 16:07 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Von älteren Leuten hört man gelegentlich so etwas, wie: "Stoch mal die Heizung was an, is kalt hier" - trotz Zentralheitung mit Thermostatregler.

In Köln sagt man auch noch "Der hat ne Kerze angestochen" (angezündet) oder "Wadde Mallöör! Der hat nich aufgepaßt un gleich den Baum angestochen" wenn beim Weihnachtsbaumkerzenanzünden etwas schief ging. - Hier handelt es sich allerdings um einen abweichenden Wortstamm: A(a)nsteschen, stooch an, angestochen, während es beim Stochen: Anstochen, stochte an, angestocht heißt.

Außerdem sagt man in Köln noch "Wir ham Verstecken gespielt. Da hat sich unser Klein inner Wäschmachien verstochen." - das ist noch anderer Wortstamm, von Kölschen versteiische, verstooch, verstoche = verstecken.

Alle klingen vermutlich für Fremde zum Verwechseln ähnlich. :-)

04.02.2007, 23:24 Uhr
Rica
Bonn
stochen = heizen Feuer stochen - Offen anstochen


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