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tot bleiben

im Rheinland weit verbreitet für "umkommen, sterben" (meist bei einem plötzlichen Ereignis) Der is bei dem Unfall tot geblieben. Ich weiß gar nich, wie viele da an der Kreuzung schon tot geblieben sind. (Siehe Kommentare). Hoffentlich is da niemand tot geblieben. Der Oppa is im Kriech tot geblieben.

Bearbeiter: Annie Wüsten (Kempen)


Kommentare

04.10.2008, 18:28 Uhr
Claudia Böhmer
Mechernich, Eifel
Wir sind von Außer-Eiflischen schon oft auf diese merkwürdige Redewendung angesprochen worden. "Dued jeblevve" heißt das bei uns. Wir haben schon mal spekuliert, ob das vielleicht daher kommen kann, daß z.B. Bauern oft bei schweren Kälbergeburten ein beinahe verendetes Tier doch noch ins Leben zurückholen konnten (?)

19.05.2008, 12:38 Uhr
Purodha Blissenbach
Köln
Wenn von "tot geblieben" die Rede ist, handelt es sich meist um einen unerwarteten oder wenigstens unnatürlichen Tod: "Jeden Tag, wenn der (inne Grube) einfährt, hap ich Angst vorem Unglück, un dat mein Mann da vielleischt tot bei bleibt" Beim eher natürlichen Ableben oder in der Erwartung eines absehbaren Todes spricht man vom "tot gehen": "Kumma dat Kätßjen is woll am totgehen" "Wenne innen Vorfluter fälls un Du wichß int Rohr reingezoren, da gehße tot, hat di Mamma gesacht" "Jetz haßßese jeklatsch, aba di Fliege beweescht sisch noch, di iß noch nich tot gegangn" Wer aber von Menschenhand zu Tode kommt, der wird "tot gemacht": "Der Papa hat drei von den sieben Katzenkindern im See totgemacht, weil wir doch kein Platz für se alle hatten." "Aufm Platz bei der Pizzerija am Baanhof, da hammse ne ganze Familie totgemacht, mitten enn Düüßbursch!" "Mittä Klatsche kannße Flijen tot machn"


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