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uselich

uselisch,usselisch,usseliguselig, urselich, üselisch, üselich, oselich, usselich unangenehm, leidend, schlecht, übel Mir iset richtig oselich heute. Bah, wat is dat uselisch draussen. Dat is aber en uselich Wetter. (nasskalt). Auch Menschen oder Gegenstände können usselig sein, wenn sie ungepflegt sind: Der sieht aber usselig aus!.Ein Osel oder Usel, Ussel, Ursel ist am Niederrhein und im Ruhrgebiet ein kleines Kind oder ein Nesthäkchen Pass auf, der Osel rennt aufe Straße. Wo ist der Osel hin? Der Osel vonne Müllers is jetz auch beim Barras (der jüngste einer Familie). Ein Ussel kann aber auch eine ungepflegte Person sein. Am Niederrhein gibt es auch eine weibliche Variante von Osel: die Oselige Hol ma die Oselige her! 
Wenn etwas oselt, dann mickert es so vor sich hin: Der Busch da bei euch im Vorgarten oselt aber auch nur vor sich hin. Aber auch: Is dat wieder ein Usel draußen.  Deshalb kann man auch den Osel/Ursel haben, wen es einem schlecht geht. Bei denen is dat aber en ganz schöner Usel (Armut). Aus Mönchengladbach und dem Kreis Viersen wird noch eine weitere Bedeutung gemeldet: Mensch, wat haste denn da wieder fürn Usel gemacht? Hör auf mit dem Usel! (Unsinn, Blödsinn) In Viersen kann Usel haben auch "Glück haben" bedeuten: Das hasse Usel gehabt, dat dich dat Auto nur gestreift hat. In Düsseldorf kennt man die Uselsprum eine wenig attraktive Frau (zusammengesetzt aus Usel und Prum, dem rheinischen Mundartwort für Pflaume). von/aus ärmen Osel der Not gehorchend Da habe ich im Kühlschrank nur die alten Salzartoffeln von gestern gefunden: da musste ich aus ärmem Osel die alten Kartoffeln essen.
Osel (kleiner Junge) und uselich (ungemütlich) gehören etymologisch zusammen, auch wenn viele Rheinländer und Rheinländerinnen den Zusammenhang nicht mehr kennen.

Bearbeiter: J. Hantsch, Peter Honnen, Annette Scheepers (Niederrhein), M. Junker (Köln), Sabine Schüller (Mönchengladbach), Monika Gallus (Moers), R.E. Fiedler (Düsseldorf),Christel Lössl (Pulheim), J. Smith (Köln), Ludwig Heesen (Meerbusch), Thomas Greve (Düsseldorf), Dr.med. Gregor Gellisen (Langenfeld), Franz-Josef Meurer (Kamp-Bornhofen), Petra Lippold (Düsseldorf), Claudia Leiße (Duisburg-Rheinhausen), Sylvia Montag (Moers), Elisabeth Schelkes (Viersen), (Königswinter), Ruth Schwanke (Monheim), Nina Heimbach (Nürnberg - Niederrhein), K.H. (Mönchengladbach), (Viersen)


Kommentare

04.09.2016, 19:49 Uhr
fraanz
RATINGEN
Usel kenn ich als bezeichnung für einen der uselhat z.B.ausschlag oder ekzeme
dä hatt usel am liev -also am körper

23.02.2016, 22:45 Uhr
ohne Name
Viersen
Ich kenne "Usel haben" auch noch als durchaus positive Bedeutung, nämlich "Vermeidung von Pech" (nicht zu verwechseln mit "Glück haben"!). Da hasse Usel gehabt, dass du dich das Auto nur gestreift hat.

22.01.2016, 15:46 Uhr
Karl
Aachen
Am Niederrhein, genauer in Rumeln oder Rheinhausen, bedeutet Osel ein kleines Kind und hat nicht die anderen Bedeutungen. Es ist nicht zu verwechseln mit usselich, welches dort für mich auch eher unüblich war (Stand 1985).

10.02.2015, 15:54 Uhr
K H
Mönchengladbach
" von ärmen Osel"
Bedeutung: da mir nichts Anderes übrig bleibt, oder weil ich mich damit begnügen muss.
Z.B. Ich habe nachts Hunger. Da habe ich im Kühlschrank die alten Salzartoffeln von gestern gefunden: da musste ich von ärmen oder aus ärmem Osel die alten Kartoffeln essen.

20.02.2012, 14:52 Uhr
Ralf
Bonn
Als Kölner ist mir der Begriff einerseits vom Wetter bekannt. Nass-kaltes Wetter ist uselich. Uselich ist aber Auch der Usel, der äußerlich sehr ungepflegt daher kommt.

06.01.2012, 19:18 Uhr
ohne Name
Königswinter
Ich benutze "üselich" ebenfalls für nass-kaltes Wetter, aber auch für etwas hässliches oder dreckiges/verwahrlostes: "Das sieht aber üselich aus." Zur Aussprache: kurzes, offenes ü und das erwähnte stimmhafte s

08.04.2010, 14:20 Uhr
Elisabeth Schelkes
Viersen
Ich komme gebürtig aus Lobberich (Nettetal) und wohne in Viersen. Aus beiden Orten kenne ich den Begriff "Usel" als Bezeichnung für ungemühtlich, kalt und gleichzeitig auch als Bezeichnung für Blödsinn. Der/die macht nur Usel.

20.03.2007, 13:08 Uhr
Thomas Baumann
Dinslaken
Zu Bemerken ist das (phonologisch einmalig) gelängte, stimmhafte s!


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