Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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Ääpel Ärpel Kartoffel(n), siehe Erpel::


aasen herumaasen vergeuden, leichtfertig verbrauchen Wat bisse da mit dem Kleber am aasen, dat krisse nie mehr auseinander. Nu aas nich so mit dem Zucker rum, sonst ham wer nix mehr für den Nachtisch. Aas wird häufig als Schimpfwort für einen hinterhältigen, gemeinen Menschen gebraucht: Dat alte Aas hat uns verpfiffen. Du Aas, kannze uns nich in Ruhe lassen? Manchmal sind auch noch die mundartlichen Verkleinerungsformen Öösje und Ösken zu hören, sie sind nicht so böse gemeint: Dat is aber en rafiniertes Öösje, wie die dat wieder hingekricht hat. Dat Ösken kommt schon inne Schule (kleines, aufgewecktes Kind). Eines der beliebtesten Schimpfwörter im Rheinland (zumindest früher einmal) ist Schinnoos, eigentlich Schindaas (verrecktes Tier) für einen hintertriebenen Menschen oder Quälhans: Die Alte is son richtiges Schinnnoos. ::


ab Im Rheinland kann man die Präposition ab auch als Adjektiv verwenden. Das geht so:  Mit appe Beine kannze schlecht laufen. Mit en appen Knopp am Hemd kann ich nich zur ArbeitHat dein Hund en appes Bein? "Wenn de mit zuen Augen nen appen Knopf annähen kanns, un dat bei runterem Rollo un aussem Licht, dann biste gut."
Ab
kann auch Adverb sein: Ich bin völlig ab. Der war total ab nachem Spiel (fix und fertig). Los, ab mit euch. Gezz abber ab nach draußen! (Aufforderung zum Entfernen).  ::


abbrechen sich abmühen, hart arbeiten, erfolglos quälen Ich brech mir hier einen ab, und du weiß die ganze Zeit, dat dat so nich geht. Kann auch ironisch verwendet werden: Du brichs dir keinen ab, wenne auch ma mithilfs. Brech dir ja keinen ab. Auch als Ausdruck der Überraschung gebräuchlich: Ich brech ab, kumma, wer da kommt. Ich brech ab, ey, dat kann doch nich wahr sein. Ich bin am Arsch afjebroche (starke Rückenschmerzen haben, Hexenschuss). ::


abdackeln (langsam) verschwinden Komm, du hass hier nix zu suchen, dackel ma schön widder ab.  ::


Abdritt Toilette, meist ein einfaches Plumsklo Die haben den Abdritt noch im Hof. Auch kurz AB genannt. ::


abdrücken herausgeben, bezahlen Drück ma die Patte ab, aber en bisken dalli! Da wird er ordentlich wat abdrücken müssen, wenn er aus dem Schlamassel wieder rauskommen will. ::


abfahren es nicht fassen können, staunen Boh, ich fahr ab, ey, dat gibbet doch nich! Da fährsde ab, wa, sone geile Kiste hasde noch nich gesehen. Wat is dat denn vonne abgefahrene Idee. Voll abgefahren, eyAuf etwas abfahren bedeutet, dass einem eine Sache oder Person sehr gut gefällt Der Robert, der fährt ja so auf diese neue Band ab. Das weiß doch jeder, dass die auf Lehrer abfährt. ::


Abfluch Abflug meint nicht den Start in den Urlaub, sondern den freiwilligen oder erzwungenen Abschied: Ich glaub, ich mach ma den Abfluch, ich muss morgen frü raus. Wat, willse schon den Abfluch machen? Nu mach aber den Abflug, ich will dich hier nich mehr sehen! Der hat auf dem Nürburgring gestern den Abluch gemacht (beim Motorrad/Fahrrad fahren, auf der Treppe oder beim Laufen stürzen, aus einer Kurve getragen werden). ::


abgehen los sein Wat geht ab am Wochenende. Heute geht ordentlich wat ab auf dem Geburtstach, waat ma ab. Die Kiste geht ab wie ne Rakete (schnell sein). Mir geht einer ab, wenn ich dat seh. (mitleiden, sich ärgern über; die eigentlich sexuelle Bedeutung ist in der Umgangssprache nur noch eingeschränkt gebräuchlich). ::


abgelutscht verbraucht, wertlos Dat abgelutschte Getriebe wolls de doch wohl nich wieder einbauen? Auch in diskriminierender Weise für Frauen gebraucht: Mit der abgelutschten Alten willze doch wohl nich inne Kiste springen.  ::


abgewichst kalt berechnend, selbstsüchtig Der Typ is ziemlich abgewichst, mit dem würd ich keine Geschäfte machen. Kann aber auch durchaus anerkennend oder ehrfürchtig gemeint sein Der ist so abgewichst, dass musst du erstmal bringen! ::


abgewrackt in der Wendung abgewrackt aussehen alt, krank, kaputt, zum Nachteil verändert aussehen Der sieht aber abgewrackt aus, ich möcht nich wissen, wat der den Tach so über trinkt.  ::


abhalten (einen Deckel in einer Kneipe) kassieren Frollein, könnse mich ma bitte abhalten? auch: ein kleines Kind zum Pinkeln hoch halten: Kumma, da vorne kommt ne Hecke, da kannze Ette ma abhalten, dat dat Gejanke endlich aufhört::


abhängen Zeit totschlagen, sich die Zeit ohne Arbeit vertreiben Wo hängs du denn ab. So, jetz is ers ma abhängen angesacht.   ::


abkacken abstürzen, nicht mehr funktionieren, ermüden Grad als ich bei Ebay auf die tolle Platte steigern wollte, ist mein PC abgekackt. Der is schon nach ner halben Stunde abgekackt, mit dem kannze nich spielen. Ich kack ab (nicht mehr können). Nee, nee, ich kack ab, dat is doch nich wahr! (überrascht sein). ::


abklappern suchen, absuchen, rauf- und runterlaufen Ich hab alle Kneipen abgeklappert. Emil war nirgens zu finden::


abknapsen sparen, mühsam verzichten Wenn die ma wat für dat Ullich kaufen will, muss die dat vom Haushaltsgeld abknapsen. Man kann auch knapsen (sich etwas vom Munde absparen) Ich muss ganz schon knapsen, wenn ich bis zum Monatsende hinkommen will. Die  sind ganz schön am knapsen bei denen zu Hause. ::


abknöppen abknöpfen, sich hinterlistig in den Besitz fremden Eigentums bringen Hasse dem armen Kerl getz seine letzten Euros auch noch abgeknöppt? ::


abkönnen in der Wendung etwas/jemanden (nicht) abkönnen (nicht) leiden können Diesen Dirk Bach kann ich nich ab, da schalt ich immer um. Blutwurst kann ich nich ab. Ich kann dat nich ab, wie der seine Kinder anschreit. Das kann ich ab, is schon okay (mit etwas klar kommen, aushalten). ::


abkrücken sich abmühen Der kann sich noch so abkrücken, mit dem sein Geschäft wird dat nie wat. Hör doch auf, dich so abzukrücken, dat geht doch nur int Kreuz. ::


ablassen einen Preisnachlass gewähren, bei einem Kauf etwas dazu geben Ach kucken se mal, da sin nur noch wenijer wie 20 Zentimeter drauf auf de Rolle, die könnten sie mir doch so ablassen, wo ich schon die ganzen Meter davon nehme. Die Karre nehm ich, wenn se von dem Preis noch wat ablassen. Auch: von sich geben, in vielfältigen Wendungen: einen Brüll ablassen (schreien) Wie isch der Rauch do jesin han, da hab isch nur noch en Brüll abgelassen: Alles raus hier! nen Futz ablassen furzen nen Lall/Schwall ablassen eine Menge dummes, inhaltsleeres Gewäsch von sich geben.  ::


abledern besiegen, vernichten Den ham wer beim Skat gründlich abgeledert. Wie kann man sich im eigenen Stadion so abledern lassen::


ablinsen abgucken Dat Ergebnis von der Rechnung konnt ich bei Maria ablinsen, drum wusste ich, dat ich mich nicht verechnet hatte. Für die erste und letzte Seite brauch ich keine Zeitung zu kaufen, die kann ich iner Straßenbahn immer bei meim Gegenüber ablinsen. ::


abluchsen ablisten, abschreiben Dat werd ich dem schon wieder abluchsen, pass ma auf. Wie hasse dem den dat abgeluchst? Kann ich bei dir abluchsen bei de Mathearbeit?  ::


abmachen den Weihnachtsbaum abschmücken Letztes Jahr haben wir den Christbaum schon vor Silvester wieder abgemacht. ::


abnibbeln abnippeln derb für sterben, abkratzen Dem seine Omma is gestern abgenippelt. Der nibbelt bald ab, wenn der so weiter macht.
Das Wort ist in den rheinischen Mundarten nicht bekannt. Im Süden des Rheinlands scheint es nicht gebräuchlich zu sein. ::


abpfeifen hinunterfallen, abstürzen, den Geist aufgeben Mach den Nagel grade rein, sonst pfeift dat Bild direkt wieder ab. Wegen dem blöden Köter is mir dat Küchentablett abgepfiffen. Mein PC is abgepfiffen. ::


abplacken abrackern, schwer arbeiten Der is sich nur am abplacken. (Siehe placken). ::


abrackern arbeiten, sich vergeblich abmühen Hab mich den ganzen Tag abgerackert, hat aber nix gebracht. Der hat sich sein ganzes Leben abgerackert. ::


abrauchen kaputtgehen (von elektrischen Geräten) Der Fernseher is ok, aber der SAT-Receiver is abgeraucht. ::


abrocken rocken zur Rockmusik tanzen Heut gehn wer abrocken. Die Parole Avrocke! ist vor Zeiten durch Jürgen "Die Plaat" Zeltinger bekannt geworden (Aufforderung zum heftigen Feiern). Rocken steht auch für  "ab-, herunterreißen" Wer hat das Bild von der Wand gerockt? Pass auf, du rocks noch die Teller vom Tisch::


abrollen sich vor Lachen biegen Übrigens, auch klasse dein Tipp hier, in das Mitmachlexikon zu kucken, ist ja teilweise zum Abrollen, echt! ::


abschmieren abstürzen, stürzen Der Computer ist abgeschmiert. Der is von der Leiter abgeschmiert. Der ist in der Kurve mit seinem Schädelspalter voll abgeschmiert::


abschnallen siehe schnallen::


abstauben etwas umsonst oder billig ergattern, etwas (unverdient) geschenkt bekommen Beim Ausverkauf hab ich haufenweise billige Tshirts abgestaubt. Wo hasse dat denn abgestaubt? Beim Fußball bedeutet abstauben "von der Vorarbeit eines Mitspielers profitieren" Der brauchte nach dem Patzer von dem Torwart nur noch abstauben. Abstauber, Abstaubertor::


abtrinken vorsichtig ein wenig abschlürfen, beispielsweise aus einem zu voll eingeschenkten Glas. Du hast dir da viel zu viel eingegossen, da musse erst wat von abtrinken, sonst kleckerste die ganze Tischdecke voll. ::


abwimmeln jemanden abweisen, los werden Lass dich bloß nich wieder abwimmeln wi beim letzten Mal. Ich weiß gar nich, wie ich die abwimmeln kann::


abwinken in der Wendung bis zum Abwinken reichlich, zu viel, im Überfluss Der hat Äppel bis zum Abwinken auf de Bäum dies Jahr. Bei de "Flatrateparty" kannsde saufen bis zum Abwinken. Wenn de 6er Schrauben brauchs, die hammer im Betrieb von zum Abwinken. ::


abziehen betrügen, beklauen Mit dem Preis fürs Auto hat der dich aber voll abgezogen! In der U-Bahn haben se mir mein Handy abgezogen! eine Show abziehen gewollt Aufsehen erregen Der zieht doch nur ne Show ab, da brauchsde nix drauf geben. Wat der hier abzieht, is echt die Härte. (veranstalten) Auch: auf dem WC die Spülung betätigen: Wer hat den hier nich abgezogen, dat ganze Haus stinkt! einen abziehen  furzen Ich glaub, hier hat einer einen abgezogen::


ach in der Wendung ach wat was du nicht sagst Hasse schon gehört, der Elli is der Mann abgehauen. Ach wat, gehse damit schon hausieren? Vom linken Niederrhein wird die Wendung ach und zwar gemeldet, die ein Gespräch einleitet: Ach und zwar, kannse ma anne Bude gehen? Ach un zwar, der Kwiatkowski war da! Am unteren Niederrhein und im zentralen Rheinland gibt es außerdem die Wendung ach nää als (oftmals ironische) Satzeinleitung  Ach nää, kommt ihr auch schon nach Hause?! und als Antwort, die Erstaunen und leicht ungläubiges Zur-Kenntnis-Nehmen signalisiert; das kann aber auch ironisch eingesetzt werden: Du, mein großer Bruder fliegt morgen aufen Mond! Ach nää, wirklich?
Selbstverständlich kann ach als universelle Satzeinleitung verwendet werden: Ach, wat ich überhaupt noch sagen wollte... ::


acheln achilen essen, tüchtig essen Die sind schon widder am acheln. Kein Wunder, dat die so dick sind.
Das aus dem Jüdischdeutschen übernommene Wort war in allen rheinischen Mundarten verbreitet. In der Umgangssprache ist es noch häufig im Ruhrgebiet, aber auch rechtsrheinisch bis hinunter zur Sieg zu hören. ::


Acker in der Wendung sich vom Acker machen verschwinden, flüchten Der hat sich nach dem Spiel aber schnell vom Acker gemacht. Mach dich bloß vom Acker, sons kannze wat erleben! Auch vom Acker sein Unser Neuer kommt morgens immer zu spät ins Bürro, un längstens ne halbe Stunde vor Feierabend isser wieder vom Acker.
Der Acker steht auch abwertend für einen schlechten Rasen z.B. einer Sportstätte: Boh wat is dat denn fürn Acker, hier kannze doch nich Ball drauf spielen! Allgemeinplatz für Rabatten oder nahezu jedwede (unbebaute) Umgebung einer Straße: Da isser wohl zu schnell gefahn, hat de Kurve nich jekricht un is ap innen Acker; un wie der wieder zu sich kam, da lach sein Fahratt in de Meiers ierm Gartenteisch, un der hatt de Füße mitten in den ierm Rosenspalier drin.  ::


adewe oder A.d.W. am Arsch der Welt Der Laden is aber adewe::


Adieda ist ein Abschiedsgruß in Aachen. ::


Adler in der Wendung den Adler machen verduften, abhauen, verschwinden Un dann hat der den Adler gemacht. Nu mach ma den Adler hier, du bis nich eingeladen. Den Adler machen kann auch "hinfallen" bedeuten. Neuerdings: Sich mit erhobenen Armen (an die Wand) hinstellen müssen, um durchsucht zu werden (Grenze/Disco). Musst ich doch glatt erst den Adler machen, damit die mich durchlassen::


Affenkottlet oder Affensteak Banane; die lustige Bezeichnung ist manchmal im Ruhrgebiet zu hören. ::


Affenschaukel eine heute unmodische Frisur, bei der Zöpfe in eine Schlaufe gelegt werden. ::


Akku in der Wendung leerer Akku Für heute is Feierabend mit joggen, mein Akku is leer. ::


Akt Aufwand, Mühe, meist in der Wendung kein Akt sein Dat is doch kein Akt, dat machen wir in ein paar Minuten. Wat soll der Akt (Aufstand, Aufruhr). Jetz mach ma kein Akt hier. ::


Aktien in der Wendung Wie stehen die Aktien?  Frage nach dem Befinden; wird meist von älteren Sprechern verwendet Na Willi, wie stehn die Aktien, gut? Auch gebräuchlich: Da hab ich keine Aktien drin um auszudrücken, dass man mit einer Sache nichts zu tun hat, dass sie einen nichts angeht. ::


Alaaf kölnischer Karnevalsruf: Kölle Alaaf. In Köln und Umgebung hat der Gebrauch von helau auch bei Immis ernste Konsequenzen.  ::


Alaska Steht für "Alles klar?" , typische Erwiderung "Eishockey" (alles okay). ::


Ali in der Wendung Ali und Bert besuchen zur Toilette gehen Ich muss ma eben Ali und Bert besuchen oder Ich muss ma eben zu Ali und Bert. Amüsant ist der im Ruhrgebiet oft zu hörende Hinweis, diese Wendung sei Ausdruck der Weltoffenheit der Ruhrgebietler, die ihre türkischen Nachbarn sogar in Redewendungen einbeziehen. Die Redensart geht jedoch zurück auf die Sanitärfirma Alibert.  ::


alle  all in der Wendung alle/all sein aufgebraucht, aus sein, nicht mehr vorhanden Mamma, ham wer noch Schokolade? Nee Kind, die is allejemanden alle machen jemanden besiegen, fertig machen (z.B. im Sport) Macht se alle! Mit dem würd ich mich nich anlegen, der macht dich alle. alle sein müde, erledigt sein Ich bin total alle, ich geh gleich ins Bett. sie nicht mehr alle haben verrückt sein. ::


alle mann bedeutet „jeder aus einer Gruppe“ - zum Beispiel: Mir sin nach em Kegeln noch mit alle mann inne Disko, wobei selbstverständlich alle Frauen und Männer gemeint sind, auch Kinder: Alle mann raus jetz auf de Wiese! ruft die Kindergartentante, um ihre Schützlinge an die frische Luft zu treiben. ::


alles als Verstärkung einer Aufzählung, "und so weiter". Ich nehm nen Döner mit Salat un Alles! Interessant ist die Beobachtung, dass die korrekten Flexionsformen in dieser Wendung (mit Allem) zunehmend verschwinden. Vor zwei Jahren hammer noch geheiratet un Alles, un jetz können wer uns nich mehr riechen. Ich hab dem immer geholfen, inne Schule, Geld geliehen und Alles, und wat tut der für mich? Wir warn innem tollen Hotel, mit Sauna, Pool un Alles. ::


Alte/r sowohl freundschaftliche Anrede  Hey Alter, lange nicht mehr gesehen! als auch abwertende Bezeichnung Meine Alte kann mich mal gern haben! ::


Altertümchen hochwertiges, nicht mehr ganz junges Teil z.B. beim Trödel, Familienerbstück Wenn ich dat gewusst hätte, wat unsere Uroma alles für Altertümchen aufem Speicher liegen hatte, dann hätt ich mir doch mal erklären lassen, wat dat ein oder andere is, un wo set her hatte. ::


am in Verbindung mit einem Verb im Infinitv Ich bin am arbeiten. Sie ist am Hausaufgaben am machen. Männe ist im Keller am brasseln. Der is nur am dran am tun. Der war sein ganzes Leben immer nur am arbeiten. Kuck ma, der is da im Auto am sitzen. Der war am Bass am wichsen. (sich  betrinken). "Der Bauer war am Stall die Kuh am Schwanz am rausziehen." Oder noch schöner: Sagt das Kind: Ich bin am spielen. Sagt die Mutter: Ja, ja, und die Kuh am Schwanz am dran am ziehen und oben drauf am dran am trampeln.
Die Verlaufsform wird häufig als "Rheinisches Gerundium" bezeichnet. Das ist eigentlich nicht richtig, man findet sie durchaus auch in anderen Sprachlandschaften. Selbst der Grammatik-Duden lässt die Form schon zu, wenn auch etwas gequält.  ::


Ambach Bescheid Weisse eigentlich, wat hier Ambach is. Wat is denn hier überhaupt Ambach (los sein). Nix is Ambach! Auch in der Bedeutung "Stress, Aufregung": Mach doch nich son Ambach::


Amboraasch Ameraasch, Amaraasch, Ambrahsch, in der Südeifel kennt man die Kurzform Ambra Umstände, Getue, Aufhebens Mach kei Amboraasch! Der macht immer son Ameraasch, wenn der ma helfen soll. Der ganze Ameraasch is mir zuviel. Wat is dat hier für en Ambra. In Köln ist Ambaraasch auch "Pomp, Prunk, Gepränge, glänzendes Gefolge, Hofstaat". So kann man etwa im Karneval oder bei Staatsbesuchen und bei ähnlichen Gelegenheiten einen Würdenträger (Karnevalsprinz, Erzbischof, Staatsmann) mit seiner ganzen Amboraasch (von 100 Mann) ankommen oder vorfahren sehen. ::


Amerasch siehe Amboraasch::


anflicken in der Wendung jemandem etwas anflicken anhängen, jemanden beschuldigen Pass auf, der will dir wat anflicken! Wenn der mir wat anflickt, dann kann der wat erleben, dann erzähl ich den Bullen allet. ::


ang block (en bloc) im (großen) Gebinde, am Stück, gemeinsam, ohne Unterschied Als unser Lehrer uns damals ang block zum Nachsitzen antreten gelassen hat, da war mer abber sauer, dat kann isch dir saaren. Weiß de wat? Pack dat Zeuch ja nit aus, ich kauf der di Tüüt ang block ap. Den Krempel hier kanns de ang block in de Tonne treten, dat is alles nur Mist un Gerümpel, dat is ang block und ang detail nix wert. ::


ang mass ong mass (en masse) in großer Zahl, auch: im Großhandel. Der Sommer hatte mer Fliejen ang mass im Jachten, dat hatte mer söns nie. Der Paul verkauft nur Lufballongs ang mass, einzel krichsde da jaanix. Nee jetz is gut mit de Blagen, ich krich doch nich Nachwuchs ang mass wi di Kanickel! ::


angeschissen betrogen Jetz bisse angeschissen, wat? (in der Klemme sein) angeschissen kommen jemand, der unwillkommen ist oder sich einschmeicheln will Da kommt der blöde Kerl schon wieder angeschissen. Gestern noch sonne Klappe gehapt, und heute kommt er wieder angeschissen::


anhimmeln überschwänglich bewundern, anschmachten, begehrlich ansehen Ey haste gesehen, wie die Verkäuferin den Blonden angehimmelt hat? Seitdem dat Kind DSDS glotzt, isses nur noch den Kübelböck am anhimmeln. ::


anhübschen sich mit kosmetischen Mitteln schick machen (nicht ganz so krass wie aufbrezeln) Musse dich ers noch anhübschen, oder können wir gleich gehen? Siehe auch aufhübschen. ::


Anisplätzchen Anisplätzken kleiner, flacher Hut, Baskenmütze Wieso hasse heut dein Anisplätzken nich auf? Du läufs do sonns aunich ohne rum draußen::


ankönnen nur in der Wendung da kannze/kannsde drauf an darauf kannst du dich verlassen Da kannsde abber drauf an! Wenn ich den Knaben nochma inne Finger krich, dann soll der sich waam anziehen. Den mach ich so watt von lang, da kannze abber drauf an::


ankrispeln schminken, sich aufbrezeln Ich muss mich noch ankrispeln.
Die Verbreitung des Wortes ist noch unbekannt. ::


ankrücken lügen, schwindeln Jetzt hast du mich aber angekrückt, gib es zu!
Diese ungwöhnliche Bedeutung kennt man im Bergischen Land; zu krücken (hart arbeiten)? ::


annehmen in der Wendung sich nix von annehmen/sich von etwas nix annehmen keine Verantwortung für etwas übernehmen wollen, gleichgültig sein Ich bin in der Kneipe ausgerutscht, aber der Wirt hat sich davon nix angenommen. Dat der der en Kind gemacht hat, da nimmt der sich nix von an. ::


Anno Pief Anno Tuck früher, Anno Dazumal Dat kenn ich nich mehr, wat du da erzähls, dat is doch Anno Pief. Der ganze Kram hier ist doch alles von Anno Tuck. ::


Anpack Ansatzpunkt, Angriffspunkt Isch find kinne Anpack!
Im gesamten Rheinland verbreitet. (Siehe auch Packan). ::


anpacken helfen, hart arbeiten Kannze ma mit anpacken? Der is tüchtich, der kann gut anpacken::


anranzen jemanden ausschimpfen, anmeckern Nachdem der mir in die Karre gefahren war, wurd ich von dem Kopp doch glatt noch angeranzt::


anschmieren betrügen, jemanden übers Ohr hauen. ::


anstechen jemanden erobern Und? Hastu et geschafft, die Perle anzustechen? Abgleitete Bedeutungen sind: Die Perle is anjestochen (schwanger) und Seit jestern iss die anjestochen (keine Jungfrau mehr). Man kann aber auch ganz einfach ein Pittermännche anstechen (ein Fass Bier anzapfen). Als der Manni durchgefallen war, hat der gekuckt wie en angestochenes Kalb (ungläubig, fassungslos). Er konnte den Zettel nich finden un is wie angestochen rumgerannt un hat alles zich mal durchwühlt (unkontrolliert, agressiv, tobsüchtig). ::


anstecken anzünden Wer steckt denn mal die Kerze an? Die ham dem seine Scheune angesteckt::


anstellen als sich anstellen Theater machen, übertrieben Auwand betreiben, heftig reagieren Der kann sich aber auch anstellen! Nu stell dich nich so an, dat hät der Jung doch nich extra getan. Der stell sich immer an, als wenn er Graf Koks vonne Gasanstalt wär::


antüdeln geschmacklos anziehen Boah, wie hat die sich denn angetüddelt! angetüdelt, angetüddelt leicht betrunken Ich vertrage gar nix mehr, ich bin schon nach einem Glas Sekt angetüddelt. ::


antun anziehen, ankleiden Tu dir abber was an, eh du raus ins Kalte läufs. Du muss dir fürt Theater noch wat Richtijet antun, hörsde? Tu dir ma den Kittel an bei der Sauarbeit. Eine ganz andere Verwendung ist: Dat muss ich mir jetz nich antun! (etwas nicht mitmachen, verweigern). ::


anunfürsich (an und für sich) eigentlich, richtig bedacht Anunfürsich könnt ich auch mittem Bus fahn un dat Auto stehn lassen. Hanns Dieter Hüsch: "An un für sich is an un für sich gar kein Wort." ::


anwanzen einschmeicheln, sich hündisch verhalten Hasse gesehn, wie der sich beim Lehrer angewanzt hat? Na, has de dich wieder angewanzt bei deiner Alten? ::


anzubbeln siehe Zubbel::


Apfelnürsel Bezeichnung für einen abgenagten Apfel. (Siehe auch Kitsche). ::


Apparillo größerer, meist länglicher Gegenstand Dat is aber en ordentlicher Apparillo. Da hapter aber en Aparillo von Baum im Vorgarten. Mi som Apparillo willze den Motor reparieren? Oft natürlich auch mit sexuellen Konnotationen: Hasse gesehen, wat der von Apparillo ine Hose hat? Auch als Mordsapparillo zu hören: Hasse gesehen, der hat son Mordsapparillo gefangen? Neurdings ist das Wort nicht mehr unbedingt an besonders große Objekte gebunden, sondern ein Apparillo  kann schlicht jeder  - meist technische - Gegenstand sein: Mittlerweile hat ja jeder son Apparillo (hier: MP3-Player). Oft steht das Wort auch allgemein für den Fernseher: Abends schmeiß ich mich aufe Couch und werf den Apparillo an. Das auf den ersten Blick italienische Wort ist natürlich gar keins, es kommt im italienischen Sprachschatz nicht vor. Es ist aus dem Wort Apparat und einer vermeintlich  italienisierenden Endung gebildet, quasi die deutsche Erfindung eines italienischen Wortes ( vergleiche z.B. paletti, controletti usw.).  ::


appe fehlende, abgegangene Mitte appe Hand kannse nicht mehr schreiben. In Mönchengladbach gibt es eher eine appene Hand. ::


Appel in der Wendung fürn Appel un en Ei für wenig Geld, fast umsonst Lachs krisse heute inne Metro doch schon für en Appel un en Ei. Meinze im Ernst, ich arbeite hier für en Appel un en Ei? Auch in der Wendeung einen am Appel kriegen verrückt, nervös werden verbreitet: Da krisse ja einen am Appel, wenne da in der Post die Schlange siehs. einen am Appel haben Ey hör ma, ich glaub, du hass einen am Appel, hier so rum zu brüllen. auf den Appel legen hinfallen, stürzen Das war so glatt, da hab ich mich vielleicht auf den Appel gelegt! Appelkitsche (siehe Kitsche). Appelküchsken kleiner Apfelpfannekuchen Komm Kind, nimm dir nochn paa Appelküchskes mit na Hause. Appelkraut eingedickter Apfelsirup, ähnlich Rübenkraut. ::


appeln nur als sich appeln hinfallen Ich hab mich eben voll geappelt.
Appeln tut man nur im Süden des Rheinlands. ::


Appeltaat Apfelkuchen mit Riemchen (gibt es häufig auf Beerdigungen, dann jedoch ohne Sahne). ::


Arangschemang Vereinbarung Und, hapter mitte de Nachbarn endlich en Arangschemang getroffen wegen deren Hund::


Arbeiterkotelett eine Scheibe Bauchfleisch. ::


Arbeitersekt Mineralwasser. ::


Arbeiterspargel ist eine veraltende Bezeichnung für das Schwarzwurzelgemüse. ::


arm in der Wendung arm dran sein in einer üblen Lage sein Seit der den Herzinfarkt hatte, is der arm dran. Der is so arm dran, dat der noch nich ma Geld für Bier hat. In der Wendung ärm wie Jopp wirklich sehr arm sein.Siehe auch Stichwort Dier. Arm wird auch gern als Ersatz für "ärmlich", "armselig", "(be)dürftig", "kümmerlich", "bedauernswert", usw. benutzt. Die leben vielleicht arm oder Dat arme Pflänzjen, kein Licht, kaum Wasser un der Pott zu klein, kein Wunder, dat dat nich wächs. Der hat arm Weihnachten diss Jahr, wo se imm et Portmanee jeklaut ham::


Armutswerk abfällig für "ärmliche Verhältnisse" Die kaufen immer nur dat billichste, dat is en richtiges Armutswerk bei denen::


Arsch Aasch Hintern, Gesäß. Natürlich darf dieses zentrale Wort nicht fehlen, es findet sich in unzähligen Wendungen: Leck mich doch am Arsch. aber auch: Ja, nu leck mich doch am Arsch, wo küss du dann her! (so kann man im Rheinland völlig neutral seiner Verwunderung Ausdruck geben, klingt oft wie ein Wort Leggesamahsch) Den kriegen se auch noch am Arsch (erwischen). Jetz hab ich au noch die Polizei am Arsch. Dir geht doch der Arsch auf/mit Grundeis, wenn du die Bullen nur siehs (Angst haben). Der kriecht doch jedem in den Arsch, wenns ihm nützt (sich anbiedern). Solche Leute nennt man folgerichtig Arschkriecher Wenne dem nich ab un zu innen Arsch tritts, macht der gar nix. Steck se dir doch innen Arsch, die Platte krieg ich auch noch von jemand anders. Du hass doch den Arsch offen/auf (dumm, unsozial sein). Im Stadion hab ich mir gestern den Arsch abgefroren. Der hat sich wochenlang den Arsch aufgerissen, un dat hatter nu davon (sich abmühen). Dat is doch en Arsch mit Ohren. Ich könnt mich in den Arsch beißen, dat ich mir die abgewrackte Karre gekauft habe (sich ärgern). Der wohnt am Arsch der Welt (sehr einsam). Der hat nix im Arsch (keine Kraft haben) Nu beweg deinen Arsch endlich und komm mit. Der kricht seinen Arsch auch nich hoch. Der is nur Kopp un Arsch.  Die zwei ham ein Arsch, ein Kopp (gleich aussehen, z.B. bei Geschwistern) Dat Gerät is im Arsch. Bei dir geht alles immer gleich innen Arsch (kaputt, kaputt gehen). Ich bin völlich im Arsch (fertig, erschöpft sein). Der hat keinen Arsch inne Hose, aber ne große Klappe. Der hat noch keine Haare am Arsch, aber will schon mitreden. Der bricht am Arsch ab (sagt man, wenn man jemandem etwas nicht zutraut). Ich spring dir gleich mim nackten Arsch int Gesicht. Die kricht davon den Arsch nich voll (nicht genug bekommen). Gestern hatte ich vielleicht den Arsch voll. Der hat den Arsch voll(betrunken sein). Die ham en ganzen Arsch voll Blagen (eine große Menge). Ja ja, am Arsch hängt der Hammer (denkste!; nicht mit mir), im zentralen Rheinland auch als Am Arsch die Räuber! Den ham se am Arsch gekricht (jemanden fangen, verantwortlich machen). Der konnte grad so seinen Arsch retten (soeben davon kommen). Jetz bisse im Arsch gefickt, wa! Wenn der nich wiederkommt, bin ich im Arsch gekniffen (reingefallen sein) Dat geht mir doch voll am Arsch vorbei (egal sein). Der Film is doch fürn Arsch (schlecht sein). Dat passt wie Arsch auf Eimer (sehr gut passen). Kein Kopp un kein Arsch haben (nichts Ganzes und nichts Halbes, nichts taugen). Der hät noch net ens "leck mich am Aasch" jesaat (Ausspruch in Bonn, wenn sich jemand für eine erwiesene Wohltat oder ein Geschenk nicht bedankt). Arsch-frisst-Hose-Syndrom (wenn die enge Hose im Hintern klemmt)arschkalt Boh, dat war arschkalt bei denen inne Bude. arschklar sonnenklar Arschgeige  Die Arschgeige hat uns ma widder nix gesacht davon. Arschloch Dat is en richtiges Arschloch. Arschgesicht Ey du Arschgesicht, kannze nich aufpassen! Wenn man ein dickes Hinterteil hat, hört man schon Mal: Der hat en Bratarsch! oder einen Tortenarsch. Die Arschkarte kann man entweder ziehen oder schon haben, in beiden Fällen ist man der oder die Gelackmeierte: Da hasse aber die Arschkarte gezogen mit deinem Job. Dat ham die geschickt gemacht, jetz ham wir die Arschkarte. (Die schönste Erklärung für die Arschkarte stammt aus der Welt des Fußballs. Als zu Zeiten des Schwarzweißfernsehens die Zuschauer noch nicht die gelbe von der roten Karte unterscheiden konnten, trugen die Schiedsrichter letztere in der Gesäßtasche. Auf diese Weise wußten auch die farbenblinden Zuschauer vor den Fernsehschirmen, welche Strafe den Spieler erwartete.) Eine Arschbombe macht man, wenn man Mädchen am Beckenrand im Freibad nass machen möchte. Arschfax ist der Herstellerannäher in der Unterwäsche von jungen Damen, der hinten herauslugt. Die neuste Wortbildung ist das Arschgeweih, mit dem die beliebten modischen Tätowierungen oberhalb des Gesäßes bezeichnet werden. Siehe auch Kipparsch. Klebarsch ist ein Ausdruck für Besucher die nicht gehen wollen, insbesondere in Wirtshäusern Habt ihr daheim keine Betten, ihr Klebärsche! ::


Asbach als Synonym für "alt" Den Witz kannte ich schon, der is doch Asbach!
Geht natürlich auf den Weinbrand "Asbach Uralt" zurück. ::


asbestfrei alkoholfrei Ich leb zur Zeit asbestfrei. Gib ma en asbestfreies Bier!  ::


Asi Assi  Blödmann, Außenseiter, ungehobelter Mensch ohne oder mit schlechten Manieren In Arenal triffse doch nur Asis. In dem Viertel wohnen nur Assis. Dat is son richtiger Campingplatz-Asi, dene dir da angelacht hass (Mensch in Trainingsanzug). Entsprechend viele Assoziationen ruft die Bezeichnung hervor: Asischale/Asiteller Schälchen oder Teller mit Pommes und Currywurst, Asiletten billige Sandalen aus Plastik, Badelatschen, Asipalme hochgesteckte Haare einer Blondine, zu finden z. B. bei der Kabarettistin Gabi Köster, Asibank/Asireihe hintere Bank im Bus Komm, wir gehen durch bis aufe Asireihe. Asitoaster, Asigrill Solarium Die war nich im Urlaub, die geht nur jeden Tach aufn Asitoaster. Asiverein je nach Fangemeinschaft immer der gegnerische Verein,  Asischuppen, Asipark  Du wills mich doch wohl nich in sonnen Asischuppen mitnehmen? (miese Disko) asich, asi blöd, gammelig, mieses Publikum Dat is mir zu asich in dem Laden. Sone asigen Typen können einem den ganzen Spass im Hotel versauen. Die Drecksklotschen aufn Bussitz, dat is für mich voll asi. Ich find dat schon asi, wenn einer inen Bus voll laut mit sein Händi tellefoniert. Asiger, Äsiger armes Würstchen, Außenseiter. ::


Aska Aschka in den Wendungen Aska mit Schuhnägel oder Aska mit Schimmela eine Tracht Prügel Wenn du widder so frech zu Mama bis, gibt es Aska mit Schuhnägel. Weitere Wendungen sind Aska mit Schuhriemen und Askanolla mit Himbeersoße. Arschkaho mit Sauerkraut war die Bezeichnung im Essener Raum für eine (elterliche) Tracht Prügel. ::


asoo ach so!; diese lautliche Variante hört man im rheinischen Sprachgebiet in der Alltagssprache fast ausschließlich Asoo, du hast ma widder keine Zeit? Asoo geht dat! usw. ::


asselig, asslig, asslich, asselig  unsauber, schmutzig; bezieht sich besonders auf den Zustand von Haaren und Kleidung oder den Körper. Son asseligen Nell würd ich noch nichma en Tempo leihn. Welche Diskoteken gibt es? Sind diese eher asselig, mittel/normal oder nobel? (Was für Leute?) (Frage im Internet zu Diskotheken auf Mallorka). Mal ganz abgesehen davon, dass künstliche Bräune meiner Meinung nach ungeschlagen asselig aussieht...Asselig ist auch jemand, der andere in die Pfanne haut. Asselig kann auch als Synonym für punkig gebraucht werden.
Auf den ersten Blick erscheint eine Verwandtschaft mit dem modernen Assi als Bezeichnung für jemanden, der sozial ausgegrenzt ist, naheliegend. Richtiger ist aber wohl die Ableitung aus dem mundartlichen usselig oder össelig (wie es in Westfalen heißt). ::


asseln meist als rumasseln oder abasseln rumhängen, abhängen, nichts tun Am Sonntach kannsde so richtich abasseln::


Ast in der Wendung sich einen Ast lachen hämisch lachen Der lacht sich doch en Ast, wenn der dat hört. ::


asten sich abmühen, hart arbeiten Ich aste mir hier einen ab, und du kuckst nache Perle dahinten. Der war vielleicht am asten, als er den Baumstumpf aus dem Boden geholt hat. Die sind den ganzen Tach am asten da aufe Baustelle. Der is sich am kaputt am asten. Vielleicht von der alten Bedeutung von Ast: seit dem 18. Jahrhundert kann das Wort auch die Bedeutung "Buckel" haben; daher auch sich einen Ast lachen (sich buckelig, krumm lachen), damit ist asten gleich buckeln. ::


Atzvenzkranz häufig zu hören für Adventskranz, oft ganz bewusst als lustige Variante gebraucht Ich will auch en Atzvenzkranz haben. Spaßrätsel: Ein Wort mit vier tz? Atzventzkrantzkertze::


Au Hur! ein in und um Aachen auch heute noch weit verbreiteter (an sich harmloser)Fluch; eigentlich "alte Hure" Au Hur, wat soll dat dann nu::


Aue Alter, Kumpel, Freund Ey, Aue, kommse mit auf en Bier?
In den Mundarten im Westen des zentralen Rheinlands bedeutet Aue "Alter" und "der Alte". Es ist interessant, dass sich das Wort in der Umgangssprache auch bei Jüngeren gehalten hat. ::


auf im Rheinland geht man nicht "zur Arbeit", sondern aufe Arbeit Wo gehs du denn aufe Arbeit? Ich bin auf Krupp. Der is noch aufe Arbeit, der kloppt noch Stunden. Wat arbeitet der? Der macht auf Hausmeister! (in der Branche sein). Der hat auf Lehrer umgeschult. Auch zur Bezeichnung von Festtagen Dat Kleid kannse doch nicht auf Weihnachten anziehen. Außerdem noch: Die Butter is auf. Wie, dat ganze Bier is schon auf? (aufgebraucht). auf sein nicht im Bett sein Wat Kind, bisse noch auf, ich dachte, du biss schon im Bett. ::


auf jeden Bestätigung, Verkürzung von der Wendung Auf jeden Fall Willste auch was essen? Auf jeden! ::


aufbrasseln sich toll anziehen, aufbrezeln, sich herausputzen Wie die sich jeden Morgen für dat Büro aufbrasselt, nich zu glauben. Da nützt dat ganze Aufbrasseln nix!
Das Wort könnte aus aufbrezeln und brasseln (siehe dort) entstanden sein. ::


aufbrezeln besonders schick machen, sich auffallend anziehen Mein Gott, hat die sich wieder aufgebrezelt heute. Muss ich mich für den Termin heute abend extra aufbrezeln? En bisschen aufbrezeln muss schon sein. War ursprünglich das Aufbrezeln immer auf das menschliche Aussehen bezogen, so kann man mittlerweile eine ganze Menge, wenn nicht schlicht alles aufbrezeln. Belegt ist z.B. das Aufbrezeln von Computern (Ich werd meinen Computer mit ner neuen Festplatte aufbrezeln) und von Motorrollern, vorrangig Modellen der Firma Piaggio (die berühmten Vespen). Hier ersetzt es das Lehnwort "tunen". Man kann aber auch die eigene Sprache aufbrezeln, indem man möglichst viele unverständliche Fremdwörter oder Szenesprüche verwendet. Letzter und neuester Beleg aus der Tageszeitung "die taz": Morgen soll es wieder bis zu 29 Grad aufbrezeln.
Das Wort findet sich nicht im großen Duden, wohl aber im neuesten kleinen Rechtschreibeduden und wird dort als jugendsprachlich klassifiziert. Es ist aber mit Sicherheit älter. ::


aufdonnern herausputzen, geschmacklos gestylt, tunen, aufmotzen Die neue Putzfrau is vielleicht aufgedonnert als wenn se innen Farbtopp gefallen wär. Heut kann man auch Sachen aufdonnern: Ich muss den neuen Computer noch wat aufdonnern, sons is der zu langsam. Hasde die aufgedonnerte Karre von dem gesehn?  ::


aufdonnern übertrieben herausgeputzt Die Alte is so aufgedonnert, dat is schon nich mehr schön. Wie hat der sich denn aufgedonnert, hat der wat vor? ::


aufdröseln entwirren, aufklären Wie willsde denn dat ganze Durchenander hier je wieder aufdröseln. Ich bin ja ma gespannt, wie de dat wieder aufgedröselt krichst. Englische Kirmis mach ich nich, die sind da immer die Fälle so fürchterlich langatmich am aufdröseln. Jetz hab ich dir die Angelegenheit ne halbe Stunde lan aufgedröselt, und wat is::


aufdrücken einen elektrischen Türöffner betätigen Du solls doch nich einfach aufdrücken, wenn de nich weiß, wer unten steht. Ich kann nich aufdrücken, dat Dingen is kaputt. ::


aufe offen Da schmeiß dat in dat aufe Fenster! Aber auch: Dat Fenster is auf, et zieht::


aufführen als sich aufführen sich schlecht benehmen, unangepasst oder unangemessen verhalten, angeben Jetz führ dich hier nich so auf! Wie der sich widder aufführt! Der führt sich auf, als wär er hier der Makador. Jetz benimm dich anständich un führ dich nich gleich widder so auf, klar?  ::


Aufgesetzter Likör aus Früchten und einfachem Korn Meine Omma hat immer aus schwatten Johannisbeern Aufgesetzten gemacht. aufsetzen Ich hab die Beern schon gezuckert, ich muss die nur noch aufsetzen (mit Schnaps auffüllen).
Likör aufgesetzt hat man am Niederrhein und im Ruhrgebiet; und auch, wenn man ihn heute nicht mehr selbst herstellt, ist ein Johannisbeerlikör immer noch schlicht en Aufgesetzten.  ::


aufhaben in der Wendung etwas aufhaben in Verbindung mit Hausaufgaben/Schulaufgaben: Wieso willsse schon spielen gehen, hasse gar nix auf? Sonst bedeutet aufhaben entweder "geöffnet sein" Haben Sie schon auf? Der Laden hat ers um sieben auf. oder "aufgegessen haben" Sach bloß, du hass dat dicke Butterbrot schon auf? einen aufhaben kann auch "betrunken, beschwipst" bedeuteten Was singen die so laut, ich glaub, die haben einen auf::


aufhängen als sich aufhängen Du kannst dich hier aufhängen! als Aufforderung, eine Jacke oder einen Mantel an der Garderobe aufzuhängen. ::


aufhübschen verschönern, aufpeppen, etwas oberflächlich verbessern Wir ham den Text wat mit Bildern aufgehübscht. Kuck ma, wat die Alte sich aufgehübscht hat. Ich würd dat noch en bischen aufhübschen! ::


aufkriegen   Das Wort hat im Rheinland vielfältige, vom Hochdeutschen abweichende Bedeutungen: Ich krich dat Fenster nich auf (nicht öffnen können). Den Teller krich ich nich auf! (nicht aufessen können) Wir ham heute gar keine Hausaufgaben aufgekricht.  ::


aufkröppen aufregen Nu mach ma halblang und kröpp dich nich so auf hier. Da hasse dich ganz umsonst aufgekröppt. Musse dich eigentlich immer so aufkröppen? (aufspielen, künstlich aufregen)
Das im zentralen und südlichen Rheinland verbreitete Mundartwort ist eine Ableitung von Kropp (Kropf) und meint eigentlich das sich Aufblähen eines Hahns. ::


aufmöppeln aufbrezeln, sich aufdonnern So aufgemöppelt hab ich dich ja noch nie gesehn::


aufmotzen tunen, verbessern Hasse schoma sone aufgemotze Karre gesehen? Ich muss meinen Rechner noch wat aufmotzen, sons kann ich damit nich die DVDs bearbeiten. Wat has du dich denn so aufgemotzt, gehse zur Beerdigung? (besonders sorgfältig kleiden, stark schminken).  ::


Aufnehmer Aufwischlappen. Dat mussde ssofort mittem Aufnehmer wechmachen. Der läuft rum wie son nasser Aufnehmer.
Der Aufnehmer ist die rheinische und norddeutsche Variante dieses Putztuches. ::


aufpäppeln etwas oder jemanden mühselig aufziehen oder wieder auf die Beine bringen Die kleinen Katzen musste ich ers ma aufpäppeln, bis ich die abgeben konnte. Wenne aus dem Krankenhaus kannz, dann kommsde hier hin, wir werden dich schon widder aufpäppeln.
Zu Papp "Brei", mit dem man früher kleine Kinder und Kranke fütterte?(siehe dort). ::


aufpassen im vom Hochdeutschen abweichenden Gebrauch Heut kann ich nich, ich muss die Kinder von Rieke aufpassen. Zu hören am rechten Niederrhein und im Ruhrgebiet. ::


aufreißen steht für das "männliche Umwerben weiblicher Personen" Komm, wir gehen mal en paar Frauen aufreißen. Ein Aufreißer geht folglich dieser Tätigkeit ziemlich erfolgreich nach.  ::


aufribbeln alte Strick-Wollsachen wieder auftrennen, um die Wolle zurück zu gewinnen Wo is denn der schöne blaue Schal hin? Den hab ich aufgeribbelt, du wolls den doch eh wechtun::


aufriffeln Wolle die zum zweiten Mal benutzt wird.Siehe auch unter "aufribbeln". ::


aufsetzen mit dem Wärmen, Kochen oder Zubereiten beginnen Hasse eigentlich schon Kaffe aufgesetzt? (Wasser in eine Kaffeemaschine füllen). Ich tu dann immer en Süppschen aus der Tüte aufsetzn (in warmes Wasser einrühren). Mamma hat den Bratn schon früh am Morgen aufgesetz, damit se auch wat Zeit hat zum Quatschen, wanner da seit. Auch: einen Likör mit Früchten und Alkohol ansetzen Dies Jahr tu ich ma wieder Johannisbeern aufsetzen. Entsprechend heißt das Getränk, was im Rheinland meist ein Johannisbeerlikör ist, Aufgesetzter. Nach dem Essen brauch ich wat für den Magen, hol ma en Aufgesetzten. ::


aus in der Bedeutung von draußen, außerhalb, nicht zu Hause Wir gehn heut aus essen. Wo is der Opa? Der is aus!  ::


Ausklopfer Bezeichnung für einen Versteigerer bei den existierenden Maigesellschaften. ::


Äuteken Kleinwagen Der kricht doch nix rein in sein Äuteken. Wat hasde dir denn da von Äuteken angelacht.
Diese Verkleinerungsform findet man am Niederrhein, im Ruhrgebiet und im nördlichen Bergischen Land.  ::



Baas Chef von irgendwas (Männergesangsverein, Karnevalsverein, Heimatverein, Kegelklub usw.) Der is der Baas vom Angelverein. ::


Babbelken (Plural: Babbelkes) Bonbon Nimm dir ma en paar Babbelkes ausse Dose.
Diese Sorte Bonbons lutscht man am Niederrhein und in Teilen des Ruhrgebiets. ::


babbeln bäbbeln plappern, geschwätzig sein, plaudern Bubbel nitt immer dozwesche. Babbel, Bäbbel schwatzhafter Mund Halt ding Bäbbel. Boah, kannze dein Bäbbel nich halten? Bubbelwasser Alkohol Häsde widder Bubbelwasser jedronke? ::


Back Gefängnis Da gehste innen Back für sagt man am Niederrhein und im Ruhrgebiet, wenn jemand eine Straftat begeht. Der sitzt seit gestern im Back.
Am Niederrhein ist Back einfach ein Kasten oder Bottich oder eine Schüssel, in denen etwas aufbewahrt wird: Ene Back voll Erpel. Ich hab den ganzen Back voll Grünkohl verputzt. Die Verkleinerungsform ist Bäcksken. Wir brauchen en neues Seifenbäcksken für dat Klo, dat alte is kaputt::


Backe in der Wendung von der Backe putzen sich etwas abschminken/vergessen können Dat mit dem Urlaub kannze dir vonne Backe putzen, dat wird dies Jahr nix. Man kann auch etwas an der Backe haben, dann hat man viel zu tun: Du glaubs nich, wat ich alles im Moment an der Backe hab. Jetz hab ich die Schwiegermutter auch noch an der Backe. (sich kümmern müssen um) Wenn einer eine Ohrfeige bekommen soll, dann sagt man auch Gleich krisse wat anne Backe! Jetz halt doch ma die Backe! (den Mund halten) In Duisburg sagt man auch an die Backe nageln etwas vergessen können, keinen Sinn haben Du glaubst doch wohl nicht, dass der daran denkt, das kannst Du Dir an die Backe nageln. Au Backe als Ausruf des Erschreckens: Au Backe! Wie is dat nur passiert? ::


Bäcker in der Wendung da hat die Frau vom Bäcker drin geschlafen wenn sich in einem Brot oder Brötchen ein besonders großer Hohlraum befindet. In Mönchengladbach heißt es dagegen da is der Bäcker selber durchgekrochen. ::


Bäckerklätsch billige Cremefüllung (statt echter Buttercreme) in Torten  Nä, die sogenannte Buttercreme vom Bäcker anne Ecke kannste nich essen, dat is nur Bäckerklätsch!
Über Bäckerklätsch ärgert man sich Essen. ::


Backmann Ziegelstein Wieviel Backmänner brauchse noch für dat Mäuerken?
Mit Backmännern baut man am Niederrhein und im Begischen Land. ::


baff erstaunt, sprachlos, bestürzt Da bisse baff, wa? Da war ich aber baff, kann ich dir sagen. Der war ganz baff, als ich plötzlich bei dem aufgetaucht bin::


Bäffchen Bäffken, Bäffke, Bäffgen weißer Kragen, Vorhemd Nur die Pfarrer ham heut noch Bäffken. Er hat sich wat auf es Bäffchen gelegt. (ruhen) Die Katz hatte en weißes Bäffgen::


Bagage Bajaasch, Bagaasch Anhang, Familie, Sippschaft Am zweiten Weihnachtstag standen se plötzlich mit ihrer ganzen Bagage auf der Matte. Die mit ihrer Bagage kann mir gestohlen bleiben. Die kommt mit der janzen Bajaasch. ::


Bagger Mund, Klappe Jetz halt doch ma den Bagger! oder ganz kurz Bagger! Auch: Übrigens: wir hatten Spass wie en Bagger... anbaggern anmachen, um eine Frau werben Der Typ is schon den ganzen Abend wie blöde am baggern. Hast du die Maus da angebaggert.  ::


Bajuffe Pajuffe meist nur in der Pluralform gebraucht: Bajuffen in der Regel eher abwertend für Fremde, Zugewanderte oder sogar missliebige Personen  verwendet: Da wohnen nur Bajuffen un Molukken. Da ham die Aachener die Bajuffen aber ma schön abgezogen. (die Fußballspieler von Bayern München). ::


Balch Körper, Leib Ich glaub, ich hab die Krätze am Balch. Halt mir bloß den Typen vom Balch.  ::


bald wird in bestimmten Wendungen als eine Art Verstärkung gebraucht: Also wirdet bald? (Aufforderung) Ich glaubet wohl bald. (Ausruf der Ablehnung oder des Erstaunens) Auch in der Bedeutung "fast" Ich hab mir bald inne Hose gemacht und als Zeichen der Ungeduld Junge Frau, wat is, ham wirt bald? (z.B. an der Wursttheke). ::


Balgmaschin Korsett.  ::


Balkan eine Gegend, die weit weg oder fremd ist (kann aber ganz nahe sein, für die Kölner z.B. die Gegend um Porz oder Bergheim) Die Leute aum Balkan kallen schon ganzes als wie wir hee. ::


Ballerburch Suchtklinik, insbesondere für Alkoholkranke Samma, wo is der Manni denn abgeblieben? Haste nicht gehört? Der is inner Ballerburch auf Kur. ::


ballern ist ein vielseitig einsetzbares Verb: Der hat den Ball zehn Meter über dat Tor geballert. (einen Ball fest schießen) Gleich baller ich dir eine, pass bloß auf! Der kricht gleich einen geballert, wenn der so weiter macht. Pass ma auf. (jemanden schlagen) Danach ham wer uns orntlich einen geballert. (heftig trinken,saufen) Der hat wild um sich geballert. (mit einer Waffe schießen) Geballer Dat war nur ein Geballer auf ein Tor. Ballerei Hört endlich mit der elenden Ballerei auf. Ballermann Schusswaffe Der hat en echten Ballermann zu Hause inne Schublade. Der Ballermann (in diesem Fall eine Verballhornung aus Balneario, einer berüchtigten Amüsiermeile in Areal auf Mallorca, unter Einfluss von ballern saufen) ist heute auch zum Synonym für eine ordinäre Kneipe geworden, die vornehmlich zum Zweck des Saufens bis zur Besinnungslosigkeit aufgesucht wird: Dat is ja wie im Ballermann hier!
Im Ruhrgebiet glaubt man - der Geschichte als Schmelztiegel entsprechend - an die polnische Herkunft des Wortes, schließlich bedeutet balowac im Polnischen soviel wie "alkoholisches Vergnügen, Tanzabend". So schön diese Ableitung auch ist, so unwahrscheinlich ist sie auch. Schließlich gründet dieser Ableitungsversuch auf einer isolierten Bedeutungsvariante von ballern, nämlich heftig saufen, sich betrinken, und ignoriert dabei den deutlich umfangreicheren Bedeutungshorizont. Das Wort hat wohl eher einen mundartlichen Hintergrund, schon im Mittelniederdeutschen kennt man balderen als "lärmen, knallen" (vgl. auch in schwedischen Mundarten ballra "lärmen"). ::


Bällrämmel jemand, der immer und bei allen Gelegenheiten herummault.
In der Umgangssprache ist das Schimpfwort nicht mehr häufig zu hören. ::


Bammel Angst, Scheu Ich hab vielleicht einen Bammel vor der Prüfung.  Du hast auch immer Bammel::


bammeln hängen Wat bammelt denn da? Die Variante aufbammeln "aufhängen" wird heute auch im Zusammenhang mit Computern gebraucht Der Rechner hat sich ma wieder aufgebammelt. (abstürzen). ::


Banan Banane, in der kumpelhaften Anrede Au Banan alte Banane Au Banan, wie isset, lange nich gesehn!
Zu hören im Raum Aachen. ::


Banane in der Wendung (alles) Banane sein dumm, verrückt, bescheuert sein Der is doch Banane! Dat is doch alles Banane  hier::


Band in der Wendung am Band sein/arbeiten am Fließband arbeiten, bei Opel in Bochum arbeiten Mein Mann is nur noch drei Wochen am Band, dann is Schicht::


bandusen rumbandusen lärmen, Krach machen, toben (von Kindern) Die bandusen da wieder, man versteht sein eigenes Wort nicht. Die Blagen sin da am rumbandusen, dat is nich zum aushalten. Bis drei Uhr morgens haben die Kleen da oom rumbandust, ich hab echt kein Auge zugekricht.
Ursprünglich ist das Wort nur in einem kleinen Gebiet zwischen Mönchengladbach und Mülheim/Ruhr belegt, heute scheint es aber eine größere Verbreitung zu haben. ::


bang ängstlich Nee, dat mach ich nich, da bin ich bang vor. Bisde etwa bang vor dem Hund? Eine Bangbotz oder Bangebüx/Bangbüchs ist ein Feigling. Ein Beispiel aus der Eifel: Viel Schnee auf der Straße? Nee, aber viel Bangbotze unterwegs! Nee, wat is dat ne olle Bangbüchs. bangbüxsich ängstlich Dat Klein, dat is vielleicht bangbüxsich, wenn dat ne Maus süht. ::


Bär weibliche Schamhaare; darauf bezieht sich das legendäre Schild, das angeblich im Duisburger Zoo den Bärenkäfig schmückte: Nich am Bär packen! Fängt am Brummen! Daneben kann noch der Bär los sein (Trubel): Bei der Talentprobe im Tanzbrunnen is jedes Mal der Bär los. Außerdem kann der Bär auch brummen: Wenn die loslegen, dann brummt der Bär. (etwas los sein) Er hat beim Wirt noch nen Bär brummen. (Schulden haben) In Köln kennt man auch nen Bär op Söck, das ist ein unbeholfener Mensch. ::


Barras Bundeswehr Hasse gehört, der Kalle mus jetz doch zum Barras::


Bart in der Wendung auf den Bart fliegen oder sich auf den Bart legen für: sich auf die Fresse legen, hinfallen. ::


Bascht Sprung, Fehler Dat Ding hat ene Bascht, die würd ich nich kaufen::


baschtisch viel, sehr Hier ist es baschtisch heiß. Hier sind baschtisch viele Leute. Bleibste zum Essen? Wir haben baschtisch! Auch im Sinne von "unmittelbar" De is baschtisch aufe Schnauze geflogen. Das Wort wird aus dem zentralen Rheinland gemeldet. ze baasch, ze baschte, ze baschten reichlich, genug, im Überfluss Komm Jung, diss Johr hammer Äppel ze baasch, mach der de Taschen voll un nimm mit, wat de traaren kanns. Auch als Satt un ze baschte. (mehr als genug) Ich ärgere mich ze baschten. (vor Wut platzen)
Zu hören in Köln, im Vorgebirge, der Eifel und im südlichen Bergischen Land. Eigentlich bedeutet baschten "bersten, platzen". ::


Baserimmelchen Wolljäckchen Heut nacht is kalt, ich zieh mir das Baserimmelchen an.
Diese Jacke ist im südlichen Rheinland bekannt, in den mittelrheinischen Weinbaugebieten wird so die traditionelle leinerne Arbeitsjacke der Winzer genannt. ::


Bass in der Wendung den Bass wichsen sich betrinken Der war am Bass am wichsen. ::


basselich baselich schusselig, zerstreut Der is heut wieder so basselig, der kricht alles kaputt. Ich hab schlecht geschlafen un bin ganz baselich heute. Das im ganzen Rheinland zu hörende Wort hat in der Mundart unterschiedlichste Bedeutungen: aufgeregt, verängstigt, unbeholfen, verwirrt, ungeschickt; in der Umgangssprache ist jedoch nur noch die obige Bedeutungsvariante zu finden.  ::


basses aufgeregter Ausruf Basses Kinder noch mal, nu hört doch endlich auf! Auch Ausruf des Ekels Ih Basses, wat is dat denn hier von klebriges Zeuch. Und ähnlich, aber mit anderer Bedeutung: boasses oder bwasses als Ausruf des Erstaunens oder der Bewunderung Boasses, was ist Alemannia heute gut! Bwasses, Du weißt aber viel! Die beiden letzen Varianten gelten für den Aachener Raum. ::


Bätsch Braatsch ein meist weibliches Klatschmaul Dat is aber en Bätsch, die Nachbarin. ::


Batsch Matsch Host dich widder im Batsch gewälzt? Diese Matschvariante kennt man am Mittelrhein. Im zentralen Rheinland versteht man unter Batsch nicht nur Matsch,  sondern im engeren Sinne Folgendes: Bauern legten im Herbst an Feldrändern eine Batsch an. Dazu wurden aus den Zuckerfabriken die Rübenschnitzel in einer ca. 1 m tiefen Grube geschüttet und danach mit Erde abgedeckt. Sie diente den Haustieren im Winter als Futter Eine Batsch stinkt fies. ::


Batschel Tollpatsch, unbeholfener Mensch Du Batschel vergisst noch deine eigene Arsch, wenn der net festgewachse wär.
Batschel findet man im südlichen Rheinland am Mittelrhein. ::


Batschkapp flache Schirmmütze Der läuft immer met der Batschkapp erümm.
Kennt man im südlichen Rheinland. ::


Batterie meist Battrie in der Wendung bei/nach Muttern anne Batterie zu Hause Ich geh nach Muttern anne Batterie. (es sich zu Hause gemütlich machen). ::


Bau Gefängnis Der muss innen Bau. Dafür kommt der in den Bau::


Bauarbeiterdekoltee Bezeichnung für den aus dem Hosenbund herausschauendeen Gesäßansatz Wie ekelisch, haste dem sein Bauarbeiterdekolett gesehn? ::


Bauchflatscher Bauchfletscher, Bauchplatscher  flacher, fast schon missglückter Kopfsprung Ich hab mir bei dem Bauchflatscher ganz schön wehgetan. ::


Bauderich kleines Kerlchen, kleiner Junge Wie heißt denn euer Bauderich?
Ein seltenes Wort, das nur für die Mundarten um Trier, Prüm und Bitburg belegt ist. ::


Bäuerchen Bäuerken Aufstoßer (meist bei kleinen Kindern oder Babies gebraucht) Wart ma noch, bis dat Ullig sein Bäuerchen gemacht hat. Gezz machse noch en Bäuerken, woll::


bedankt in der Wendung bedankt sein angeschmiert sein, von widrigem Schicksal betroffen sein Wenn et zu regnen anfängt, ohne Schirm simmer bedanktWie gehdet? Hör auf, ich bin ganz schön bedankt. Gestern ham se mir die Wohnung gekündigt. Zwei Mal Rohrbruch ine Bude, dat kannsde glauben, dat ich ers ma bedankt bin. ::


bedeppert betrübt, bedröppelt, traurig Er stand ganz bedeppert da::


bedient in der Wendung bedient sein betroffen sein, fertig sein Nachdem dat alles schon schief gelaufen war, da war ich ers mal bedient. Als ich den sah, da war ich schon bedient! Als ich dat fettige Eisbein auf dem Teller sah, war ich schon bedient::


bedröppelt siehe dröppeln::


Bedrullje in der Wendung in der Bedrullje sein in Nöten sein Mist, gerade jetz kommt die Rechnung, jezt bin ich echt inne Bedrullje.  ::


bedusselt siehe dusseln::


Beerdigungskuchen eine Art Streuselkuchen, der z.B. in Essen traditionell beim Trauerkaffe serviert wurde. ::


behämmert dumm, bekloppt, bescheuert Bisde eigentlich behämmert, hier so rumzuschreien? Die is doch behämmert::


bei in unterschiedlichen Wendungen im Gebrauch: Komma bei mich bei. (zu jemandem kommen) Kannze mir nich ma beikommen. (helfen) Mach dat Fenster ma bei. (auf Kippe stellen) Mach die Tür bei! (zu) Mach dat Fenster nich soweit auf, bei genügt.(nicht ganz zu) Kommt da wat bei, bei de Pommes? (Frage des Imbissverkäufers) Da gibbet immer noch wat bei. (eine Zugabe) Da is doch nix bei! (nicht schlimm oder schwierig sein) Auch beliebt bei Handwerkern, wenn  etwas nicht ganz passt: Da machen wir wat bei, dann passt dat. Kuck doch ma eben bei die Kartoffeln. Hasde bei de Wäsche gekuckt? (nachsehen, ob etwas gar oder fertig ist).
Siehe auch die präfigierten Verben beikommen, beibleiben usw. ::


beibleiben steht für dabei bleiben Bei de Handwerker musse heute beibleiben, sonst tun die nix. Der is son Hibbel, meinze, der kann ma bei eine Sache beibleiben. ::


Beies Baies sehr dicker Mann Dann muss de Beies auch noch am frühen Morgen Fritten mit Majo essen, der is selps schuld::


beihaben dabei haben, mit sich herumtragen Wieso hasse kein Geld bei? Ich hab nix bei! Ma kucke, ob der wat zum Rauchen bei hat. ::


beikommen sich erholen, gesunden Der kommt schon widder bei, keine Bange. Nach dem Klamotten-Kaufen mit den Kindern "in der Stadt": Kinders, gezz lasst mich ersma en bisken sitzen, man kommt ja gaanich widder bei! (sich ausruhen) Diese Sorte Beikommen kennt man nur am Niederrhein und im Ruhrgebiet.
Im übrigen zentralen Rheinland kennt man andere Bedeutungen: Komm ens bei mich bei. (lass Dich mal in den Arm nehmen) Dat weiß jeder, dat der dat war, der die Kasse geklaut hat, aber dem wernse nich beikommen. Soll heißen, dass man jemanden nicht überführen können wird bzw. für ein Vergehen nicht zur Veranwortung ziehen können wird Pass bloß op, Du, sonst komm ich Dir bei. (Androhung von Strafe). ::


Bein in der Wendung etwas am Bein haben mit etwas belastet sein Jetz hat die auch noch die alte Tante am Bein. Wat die alles anne Beine hat, ich könnt dat nich. ::


beißen in der Wendung sich beißen nicht zusammen passen, schlecht harmonieren Nee Vatter, dat kannsde nich zusammen anziehn, die Farben beißen sich doch, siehste dat nich! Die kommen nie mehr zusammen, da beißen sich ja schon die Voraussetzungen::


beitrinken etwas aus einem übervollen Glas abtrinken Kannste mal beitrinken, sonst läuft der Schaum auf die Decke::


Bejavung Bejoovung in der Wendung die Bejavung kriegen leiden müssen Ich krich noch den Bejavung, wenn dat so weiter geht. Die Wendung steht auch allgemein für "die Krise kriegen".
Die Bejavung kriegt man im zentralen Rheinland.  ::


bekakeln etwas besprechen Lass uns die Sache nochmal in Ruhe bekakeln. ::


bekennen Ausdruck beim Skat: eine Farbe bedienen Et gibt nur eins, entweder du muss bekennen oder trumpfen::


bekloppt siehe kloppen::


beknackt verrückt, schlecht, mies Bisse beknackt, oder wat? Dat is doch echt beknackt hier! In soner beknackten Situation war ich no nie! ::


bekrabbeln gesunden, auf dem Wege der Besserung sein De Omma hät sich widder bekrabbelt. Hätt ich nich gedacht, wie der sich widder bekrabbelt hat::


bekriegen , sich sich erholen, wieder gesund werden Warte ma ab, die Omma wird schon noch, die bekricht sich schon widder. Der hat sich aber schnell bekricht, dat war bestimmt ne Schwalbe. Auch für "aufhören" Nun bekrich Dich und hör endlich auf zu heulen. ::


belämmert belemmert betrogen, angeschmiert, blöd Ich hab mich echt belämmert gefühlt. Jetz stehse ganz schön belämmert da, dat hättese dir vorher überlegen sollen. Du bis jetz der Belämmerte bei der ganzen Angelegenheit.
Das Wort hat nichts mit dem Lamm zu tun, sondern geht auf ein altes mundartliches Verb belemmern "behindern, in Verlegenheit bringen" zurück. ::


belatschern jemanden überreden, vollquatschen Musse mich so belatschern? Hör auf, mich zu belatschern! Die is den den ganzen Tach am belatschern, pass ma auf,die kricht den noch rum! ::


belätschert betroffen, verwundert Hasse gesehen, wie belätschert der gekuckt hat::


Bello etwas Großes, Dickes Der hat mit sonem Bello von Stein nach mir geworfen. Natürlich auch als Synonym für einen Hund gebraucht. Auch gern für den Fünf-Kilo-Hammer genommen: Hol mir mal den dicken Bello. In Pulheim kann man auch sagen: Der reißt seinen Bello aber ganz schön auf. (mächtig angeben) Bello wird auch gern die Toilette genannt: Mensch, wennste da so aufm Bello thronst, kannste ma richtich nachdenken. (gehört in Krefeld, auch Essen und Mettmann). ::


Bemme Bämme Butterbrot, belegtes Brot Ich brauch wat zum Picken! Hau dir ne Bemme rein!
Die Bemme oder Bamme ist im Linksrheinischen zwischen Euskirchen und Alpen bekannt, das Wort ist eine (ursprünglich wohl kindliche) Verballhornung aus Botteram.  ::


benehmen kann man auch so verwenden Wie tut sich sonne Teppich denn benehmen? (Wie macht sich der Teppich in dem Zimmer?). ::


Benimm Anstand, Benehmen Dem sein Benimm is ne Katastrophe. Der Kerl hat en Benimm am Leib, dat is zum Fottlaufen. Wenne dich da vorstellen gehs, dann zeich, datte Benimm has. Der hat kein Benimm. ::


Benn Korb, Weidenkorb Hol mir ma bitte die Benn mit den Katoffeln aus dem Keller!
Das Wort ist in seiner Verbreitung sehr interessant, man kennt es in den Mundarten des nördlichen Niederrheins und im Saarland. In Kleve hört man auch hörte noch durch die Benn fallen, wenn man eine Prüfung nicht besteht. ::


Bensel Fahrrad Bisse zum Opa gelaufen? Nee, bin mit dem Bensel geradelt. ::


beömmeln belustigen,sich amüsieren Ich könnt mich beömmeln! Wenn der einen im Tee hat, is der sich nur am beömmeln. Worüber beömmelse dich so? Die Herkunft des Wortes ist noch nicht geklärt. Die oft vermutete Verwandtschaft mit Eumel/eumeln ist sehr zweifelhaft. Wahrscheinlich zu ömmelich (siehe sich ömmelich lachen). ::


bepissen sich vor Lachen in die Hose machen Bei dem Büttenredner hat sich der ganze Saal bepisst vor Lachen. Dat sieht vielleicht bepisst aus. (schlecht aussehen) Die Pizza schmeckt doch wie bepisste Wolldecke. (schlecht schmecken). ::


berappen bezahlen, löhnen Wat musstesde denn für die Karre berappen. Da hat der ordentlich berappt für, dat kannze wohl glauben::


bescheiden Euphemismus für "beschissen" Dat Wetter is ja wieder bescheiden heute. Deine Laune is ja ma widder bescheiden::


beschmiert dumm, bescheuert Der is ganz schön beschmiert. So beschmiert kann ma doch gar nich sein. Im Fernsehen siehse auch nur noch Beschmierte. ::


beseibeln jemanden übervorteilen, bescheißen Willze mich beseibeln?
Das Wort ist am Niederrhein zu hören. Seltener ist das Seibelbeis (Toilette), dass auch einen rotwelschen Hintergrund hat. ::


Besen in der Wendung am Besen lecken eine Götz von Berlichingen Zitatvariante  Nu leck mich doch am Besen, wie sieht dat denn hier aus? Ein Besen kann auch eine zänkische Frau sein: Wat bis du dann für ene alle Besen::


besengt statt gesengt, in der Wendung wie eine besengte Sau wie ein Verrückter Der fährt wie eine besengte Sau. Besengt kann man auch schon wie ein Adverb/Adjektiv benutzen Bisse besengt, hier so zu rasenWat is dat denn fürn besengter Typ::


besicken siehe sicken. ::


besinnen nachdenken, überlegen Der kann das nich übbers Knie brechen, der muss sich jetz ers mal besinnen. Nu wart ma, ich bin mich noch am besinnen, ich sach schon Bescheid, wenn ich weiß, wat ich will. Ich muss mich jetz ers ma besinnen, wie dat gewesen is. (erinnern).  ::


bespaßen jemanden unterhalten, für Vergnügen sorgen Auf den hab ich ja mal gar keinen Bock. Dann muss ich den den ganzen Abend bespaßen.
Das Wort scheint eine neuere Variante aus dem Ruhrgebiet zu sein. ::


bestusst dumm, bescheuert Son bestussten Typen wie den hab ich noch nie gesehn. Bisse bestusst oder wat? Den bestussten Typen kann man auch direkt als Stussi bezeichnen.Stuss Unsinn, Quatsch Red doch nich son Stuss! Son Stuss hab ich nie gehört::


betatschen jemanden anpacken, befummeln Ich kann dat nich ab, wenn der einen so am betatschen is. ::


betüddeln jemanden verwöhnen, bemuttern Tu den Jung nich so betüddeln, der is doch schon erwachsen. Der lässt sich von seiner Alten den ganzen Tach betüddeln. Wenn man jedoch betüddelt ist, hat dies nichts mit der mütterlichen Sorge zu tun, sondern mit dem Alkohol Ich bin von den zwei Gläsern Likör schon ganz betüddelt! (beschwipst). ::


betuppen jemanden betrügen, anschmieren Da ham se dich aber betuppt ine Werkstatt. Der is immer am betuppen beim Kartenspielen. ::


Beus Bäus Jacke, Arbeitsjacke Da is meine beste Beus. Du wills doch wohl nich in dem alten Bäus zur Hochzeit gehen.
Das Wort ist niederländischen (buis) oder niederdeutschen Ursprungs. ::


Bibi alter Hut Setz ma dein Bibi auf, wenne innen Garten gehs. ::


Biege in der Wendung die Biege machen sich entfernen, verschwinden, abhauen Ich mach die Biege, dat is mir alles zu blöd hier. Mach die Biege, sowat wie dich kömmer hier nich brauchen::


biestich als Verstärkung gebraucht: sehr Heut is es aber wieder biestich kalt. ::


Billjett Fahrkarte, Ticket Sach Pap, häste die Billjetts schon jehollt.
Ein veraltendes, aber immer noch zu hörendes Wort. Es ist natürlich eine Entlehnung aus dem Französischen. ::


Binde in der Wendung sich einen hinter die Binde kippen sich betrinken Der hat sich wohl orntlich einen hinter die Binde gekippt, wie der aussieht. ::


Binsen in der Wendung durch die Binsen gehen entwischen, entkommen Beinah hät ich ihn gehabt, aber dann is er mir doch durch die Binsen gegangen. Einer is durch die Binsen gegangen sagt man, wenn man eine Blähung losgeworden ist. ::


Birne Kopf Der hat vielleicht ne weiche Birne. (dumm sein). ::


Bisel Fransen, heraushängende Fäden An deinem Rock hängt ein Bisel raus. Komm, ich schneid dir mal die ollen Bisel ab.
Diese Sorte lästiger Fäden kennt man im Bergischen Land. ::


bläck blank, nackt, bloß Renn nicht mit bläcken Füßen auf dem Steinboden! ::


Blag Blach ungezogenes, unartiges Kind Die Blagen machen wieder einen Krach aufe Straße, da kanze nich bei lesen. Kannze nich besser auf dein Blach aufpassen, dat macht alles kaputt. Du bis ja noch en richtiges Blag. (unreifes Kind) Die ham en ganzen Stall voll Blagen. (leibliche Kinder) Du bis en richtich fieses Blach geworden. Rotzblag sehr ungezogenes Kind Ich hau dem Rotzblag gleich en paar hinter die Löffel. Wenn ich dat verdammte Rotzblag erwisch, dat hau ich windelweich. Dat warn die Rotzblagen von nebenan. Blagenzeug, Blagenvolk Kinderschar Habt ihr dat Blagenvolk heute ma zu Hause gelassen::


Blähboy ironische Bezeichnung für einen Bodybuilder im Ruhrgebiet. ::


blank in der Wendung blank sein kein Geld haben, Pleite sein Ich geh nicht mit shoppen, ich bin mal wieder blank! ::


Blase Blaas Tüte, Plastikbeutel Meine Omma gab uns noch Klümpkes inne Blase. (Bonbons in einer Tüte) Tun se mir dat Teilchen in en Bläsjen bitte, ich will dat noch nit essen. Hole mer uns en paa Fritten? Abber lass se dir innen Blaas tun, damit se warm bleibn. Ich kann die Schmitz un ihre Blase nit leiden. (Menschengruppe, Verwandtschaft)
Das Wort verschwindet so langsam aus der rheinischen Umgangssprache. ::


blass in der Wendung keinen blassen Schimmer haben nichts ahnen, nichts wissen Ich hap keinen blassen Schimmer, wat der von mir will. Von gestern Amend hap ich keinen blassen Schimmer mehr. (Gedächtnislücke) Man kann heute auch schon die verkürzte Variante hören Fraach mich nich, ich hab kein Blassen::


blau betrunken Der war blau wie en Veilchen. So blau war ich schon lange nich mehr! Am Montach mach ich blau, ich muss unbedingt meiner Mutter beim Tapezieren helfen. (der Arbeit fernbleiben) Wo hasse denn dat blaue Auge von wech? (Veilchen). ::


Blauer aus dem nördlichen Bergischen Land wird eine seltene Bedeutung von blau gemeldet. Als Blauen bezeichnet man dort einen rothaarigen Menschen, dazu ein Spruch aus Velbert: Kommt der Blaue in das Zimmer rein, dann ist die Mutter froh, sie spart Feuer und Anmachholz, der Blaue leuchtet so. Ein kleines, rothaariges Kind ist entsprechend ein Bläuken::


Blaukopp meist im Plural Blauköpp Protestant, Evangelischer In dem Viertel da, da wohnen nur Blauköpp. Woher diese Bezeichnung für Protestanten im Rheinland kommt, ist weiterhin unklar.
Danebeb ist ein Blaukopp auch ein kleiner, durch Härten in Öl blau angelaufener, kleiner Nagel, dessen Plural natürlich Blauköpp ist Ich hab die Dachpappe mit Blauköpp festgemacht::


Blauleinenkappes Rotkohl. Das lustige Wort kennt man im Bergischen Land. ::


Blaumann Arbeits-, Monteuranzug Der rennt auch zu Hause nur mim Blaumann rum. Den kenn ich nur im Blaumann.  ::


Blech Unsinn, Mist Red kein Blech. Son Blech hab ich selten gehört. Blech kann auch Geld bezeichnen, allerdings ist diese Bedeutung im sprachlichen Alltag nur noch selten zu hören. Dagegen begegnet man dem Verb blechen häufig: Wat hasse dafür geblecht? Da wirse aber ordentlich blechen für! Blech war im zentralen Rheinland auch oft Synonym für das "Gefängnis" (dann allerdings weiblich). Heute ist diese Bedeutungsvariante nicht mehr oft zu hören: Der is in de Blech::


bleiben in der Wendung tot bleiben sterben, gestorben sein Der is tot geblieben. Die is bei dem Unfall tot geblieben.
Diese schöne Wendung ist wohl nur im Norden des Rheinlands gebräuchlich. ::


bleifrei alkoholfrei Gibb ma en Bleifreiet, ich muss noch fahren. Bleifreies Bier mach ich nich, dann lieber gar keins::


Blinder Fisch Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln Mama hat Blinden Fisch inne Fanne.
Belegt für den südlichen Niederrhein und Duisburg. ::


Blindfisch Nichtskönner, Ahnungsloser Wenn du Blindfisch nich geschnibbelt hättes, dann hätte der mit Pauken un Trompeten seinen Grand verloren. (beim Skat).  ::


blitzich zornig Da werd ich aber blitzich. Ein Blitzijer ist dann ein zorniger Mensch.
Blitzich ist man vor allem im zentralen Rheinland. ::


Blondine helles Bier, Pils (überraschender Weise manchmal auch für Altbier) Machse mir noch ne Blondine::


Blotsch Holzschuh, meist im Plural Blotschen Ich hab noch en paa Blotschen für de Arbeit im Garten.
Neben Klompen die zweite im Rheinland weit verbreitete Bezeichnung für die Holschuhe. ::


Blötsche Blötsch, Plötsch Beule Wo hasde denn die Blötsch am Kopp her? Dat Auto war kaum drei Tage alt, da hatt ich schon en Plötsch in de Tür. Dat zoch widder en Blötsch. (ein unfreundliches Gesicht machen, schlechte Laune haben) Blötschkopp Dummkopf Mit dem Blötschkopp is nix anzufangen. Blötschnas eingedrückte Nase Blötschauge sagt man zu Autos mit einem defekten Scheinwerfer Da kommt widder son Auto mit nem Blötschauge. Blötschhusten starker Husten, Keuchhusten Bah, wat hat der en fiesen Blötschhusten. verblötschen etwas verbeulen verblötscht verbeult Wo hasse dir denn die Karre so verblötscht? Du siehs aber ordentlich verblötscht aus heute morgen. (verschwiemelt, verschwollen) jeblötscht angedrückt Der Appel es jeblötsch::


blubbern plappern, daherreden Blubber hier nich rum. Geblubber überflüssiges Gerede Dem sein Geblubber geht mir echt auf en Sack. ::


Blümchenkaffee sehr dünner Kaffee. So dünn, dass man die Blümchen des Tassendekores inne sehen kann; ein überraschend altes Wort (um 1700 bereits belegt). Die Steigerung ist der Schwerterkaffee, weil man durch ihn das Firmenlogo der Porzellanmanufaktur sehen kann. ::


blümerant plümerant, plümmerant schlecht, übel, komisch, schwindelig Mir wir auf einmal so blümerant. Is dir blümerant::


Blümmo siehe Plümmo::


blutarm dünn, kränklich, schwach Der is aber wat blutarm, wa? Die ham nur Blutarme inne Familie. Son blutarm Männeken, wat will der denn::


Bock in der Wendung Bock haben Lust haben Ich hätt Bock auf en Kinobesuch. Auf gemütliches Zusammensein vor de Glotze hab ich kein Bock. einen Bock machen  einen Fehler machen. Gestern han ich den Bock geschossen - ich bin bei ruut üwwer de Ampel jefahren un han dat Polizeiauto hinger mir net jesehn. Awwer die hatten mich flott am Wickel. auch die weit verbreitete Wendung einen Bock schießen::


Bockelskuk eigentlich mundartlich für Buchweizenpfannekuchen, in der Umgangssprache im zentralen Rheinland bei älteren Sprechern noch in diesem Zusammenhang zu hören: Der geht auf wie ne Bockelskuk. (dick werden). ::


bockich störrisch Nu sei doch nich so bockich, einmal musse et doch machen. Der Jung is aber widder ma bockich, dat is nich zum aushalten. Das zugehörige Verb ist bocken Zicken machen, störrisch sein Kaum, dat et ma nich nach seiner Nase geht, fängt der dat Bocken an. ::


Bodenseekaffee ist von seinem Koffeingehalt vergleichbar mit dem Blümchenkaffee und wird so bezeichnet, weil der Boden der Kaffeetasse durch den Kaffee hindurch zu erkennen ist. ::


boh ey Boh eh als Ausdruck des Erstaunens Boh ey, wat has du dich schick gemacht. Boh eh, wat hat der für große Füße! Boh, ich glaub et hackt, ey.
Dieser Ausruf gilt vielen Rheinländern als typisch für das Ruhrgebiet, er ist aber noch viel weiter südlich zu hören. ::


Bohei siehe Buhei. ::


Bohnen in der Wendung in den Bohnen sein neben sich stehen, zerstreut sein Tut mir leid, dass ich dich nicht gegrüßt habe, aber ich bin total inne Bohnen heute. ::


bölken laut rufen, schreien Wat bölkst du hier so rum? Man kann auch rumbölken, jemanden anbölken oder losbölken: Ich lass mich doch nich von dir hier so anbölken. Man kann den Bölkhusten (Keuchhusten) haben und sich über das Gebölke aufregen Jedesmal dat Gebölke,wenn ich mit ner Fünf nach Hause komm::


Bölleken siehe Bollen::


Böllemann ist im Bergischen Land ein dicker Nasenpopel Du hast da einen Böllemann anne Nase hängen. ::


Bollen Christbaumkugeln Zum Schluss hängen wir nur noch de Bollen dran. Jetz kommen de Bollen bis nächstes Jahr widder in den Karton. Ebenfalls bekannt als Schenkel, Hühnerbein Kinder, die wat wollen, die krieng wat aufe Bollen. (Diese Redewendung ist im Ruhrgebiet verbreitet, um Kindern den Gebrauch des höflicheren möchten einzuprägen) Dat Mädchen hat aber ordentliche Bollen, mein lieber Mann! Kann ich ein von die beiden Bollen von dem Vogel kriegen? Auch als Dimiinutiv Bölleken: Willste dat Bölleken von dem Hähnchen? Mensch, da hasse aber ordentliche Bölleken gekricht (zugenommen).Das Böllken, damit ist (in Viersen) beim Eisbein das rosig-rötliche, etwas rundliche, magere Fleisch im Gegensatz zum weißen Fett gemeint. Auch in den Zusammensetzungen Gänsebollen oder Hühnerbollen.
Das Wort geht auf das mundartliche Adjektiv boll "aufgedunsen, rund" zurück.   ::


Bollerkopp Grobian, wenig einfühlsamer Mensch Dat is vielleicht en Bollerkopp! Der hat kein Gefühl für so wat.Eigentlich jemand mit einem großen Kopf: Kuck dir den Kleenen doch an mit sein Bollerkopp, der kommt doch ganz na seim Vadder. bollerig ungehobelt Warum musse denn immer gleich so bollerig sein. bollern, rumbollern unangemessen laut sein Musse eigentlich gleich immer so los bollern? bollerig kann auch eine Hose sitzen, dann ist sie weit. Was haben die Jungens heutzutage für bollerige Hosen an, die reinsten Kartoffelsäcke sind das! ::


bollern bullern laut werden, schimpfen Der fängt immer direkt an zu bollern, wenn dem wat nich passt. Man kann auch gegen eine Tür bollern (fest klopfen) Da bollert jemand an die Tür. Kann auch  zur lautmalerischen Beschreibung von "Darmwinde lassen" benutzt werden oder bezogen auf das Knallen von Raketen an Silvester. losbollern Musse eigentlich immer gleich losbollern, wenn einer dir ma widerspricht? bollerich aufbrausender, polternder Mensch Dat is aber en bollerigen Typ. Nu sei doch nich so bollerich, dat Kleen kricht doch Angst. Bollerkopp Grobian Dat is en echten Bollerkopp, immer is der gleich auf Hundert. Bollerwagen hölzerner Handkarren mit 4 Rädern und einer lenkbaren Achse zum Transport von Kindern oder vatertäglichen Bierkästen; Bollerbuxe, Bullerbuxe ausgebeulte, absolut uncoole, antimodische Hose Hömma, tu doch die olle Bollerbuchse wech innen Altkleiderkontäner, die sieht doch unmöchlich aus (im Ruhrgebiet so genannt; heute auch für trendige Kartoffelsack ähnliche Jeans in Übergrößen). ::


Bölles schwerer, dicker Kerl, Fettwanst Der is aber en ganz schöner Bölles geworden::


Bollo unliebsamer Mensch, ungehobelter Typ Du biss mir veilleicht en Bollo, wie kannse denn so wat machen? ::


Bölt altes Haus, schlechte Wohnung, Bruchbude, manchmal auch neutral gebraucht Mensch, wat is dat hier warm in minne kleine Bölt. In wat vonne alte Bölt wohns du denn da.
Die Bölt kennt man am Niederrhein und im Ruhrgebiet. ::


Bolzen in der Wendung sich einen Bolzen leisten etwas Ungwöhnliches oder Ungehöriges tun Gestern hasse dir abber wieder en Bolzen geleistet im Suff::


Bombe in der Wendung eine Bombe kriegen/haben einen roten Kopf bekommen/haben Der is so schüchtern, wenn du den ansprichst, kricht der direkt so ne Bombe. Hasse gesehen, wat der vonne Bombe hatte, als ich den angelächelt hab? ::


Bömmel Troddel Ich han dir ne neue Bömmel an de Mötz jenäht::


Bommel Lümmel, Lausbub Du hast ja die ganze Schokalade gegessen, du Bommel!
Bommels gibt es im Bergischen Land. ::


Bömsken Bonbon Früher krichtesse für zwanzich Fennich ne ganze Tüte leckre Bömskes.
Bömskes mag man am Niederrhein. ::


Bönselchen kleines, süßes und meist pummeliges Mädchen, kleines Kind Dat is aber en lecker Bönselchen::


Borbecker Halblang ironische Bezeichnung für halblange Hosen Wie bis du widder gemustert?  Mit dein Borbecker Halblang siehse echt zum Wechlaufen aus.
Wie das Wort schon zeigt, handelt es sich hier um eine kleinräumige Variante: "Eine Deutung besagt, dass die Essen-Borbecker in schlechten Zeiten die Hosen für Kinder in Übergrößen kauften, so dass sie in der Größe erst noch reinwuchsen. Der Borbecker Marktbrunnen stellt anhand zweier spielender Kinder den Begriff bildlich dar."(R.J.). ::


Bordsteinkacker abwertende Bezeichnung für einen Hund Ein Bordsteinkacker is der Alten wohl nich genuuch::


Böschel Trottel, tollpatschiger Mensch Du bis vielleicht ein Böschel, dat wird doch nie wat::


bosseln heimwerken, basteln, Gartenarbeit verrichten Der is auch immer wat am bosseln.
Das Wort scheint wohl eher im Ruhrgebiet verbreitet zu sein. Im übrigen Rheinland is man mehr am frickeln oder brasseln.
Bosseln ist auch ein Kegelspiel, das in Mönchengladbach-Rheindahlen gespielt wird (siehe Kommentar von Heinz Koeser). ::


Botanik unbestimmte Ortsangabe, irgendwo Der wohnt dahinten ine Botanik. Da is mir der Reifen geplatzt und ich ab ine Botanik. (ins Feld). ::


bötschen ein wenig, ein bisschen. Haste dir n bötschen viel Kaffee eingegossen, der schwappt ja schon über! ::


bott roh, poltrig, gefühllos Mensch, bisse heute wieder bott...Nu sei doch nich so bott zu der Kleinen. Manchmal auch auf Sachen bezogen Und dat Kleid von der war auch total bott... (nicht elegant).
Das Wort ist am Niederrhein und in Teilen des zentralen Rheinlands zu Hause. ::


bötteln in der Nase bohren Böttel nich dauernd in der Nase rum, dat gehört sich nich! Auch als Nomen geläufig: der Böttel verfestigter Nasenschleim Ferkel, wo schmierst du den Böttel hin?
Bütteln oder Böttel sind typische Mundartwörter für das westliche, zentrale Rheinland, die sich in der aktuellen Umgangssprache gehalten haben. ::


Botteram Butteram Butterbrot Ich mach mit en Botteram, willsde auch ein? Das Wort findet sich auch in der Botteramstour Dat is ja ne Botteramstour. (dieser Weg ist so lang, das man unterwegs ein Butterbrot essen muss). ::


Bottroper Schlemmerplatte oder Schlachtplatte im Ruhrgebiet gebraucht für Currywurst,Pommes und Mayo. ::


Botz Knallbotz Schimpfwort Du bis vielleicht en Knallbotz! ::


bräbbeln brabbeln pausenlos quasseln Bei der kommsde nich zu Wort, die is ohne Punkt un Komma am bräbbeln. Bräbbel/Brabbel Mund, Maul Kind, nu halt doch endlich mal die Bräbbel. Nu haal doch mol din Brabbel.
Die umgelautete Variante findet man im Süden des Rheinlands. ::


bralle übergeschnappt, verrückt, auch "betrunken" Du bis wohl bralle! Kuck ma, wat der wieder bralle is!
Bralle ist man wohl nur im Ruhrgebiet. ::


Brammel in der Wendung Brammel haben Angst haben.
Wohl eine seltene Variante von Bammel haben.  ::


Brand Durst Ich hab vielleicht en Brand. Ich hab Brand auf en eiskaltes Köpi::


Bräsich bräsich sowohl das Substantiv als auch das Adverb stehen für faul, antriebslos: Der liegt da wie Bräsig auf dem Sofa. Ich liech den ganzen Tach schon bräsich inne Ecke. Die hät äver ne bräsigen Aasch! (breiter Hintern). ::


Brass Brast Ärger, Wut auf jemanden, Probleme mit etwas, Stress Ich hab ganz schön Brass mit dem Finanzamt. Hasse Brass mit deiner Frau? Der arme Kerl hat aber auch Brass am Hals. Es gibt viel Brass un Leid inne Welt. Die hat immer Brass mitte Füße. Ich bin ganz schön in Brass. (in Zeitnot, in Eile) Man kann auch Brass auf jemanden haben: Ich hab Brass auf meinen Chef. (ärgerlich, wütend) brastich Der war vielleicht brastig, als der das mit dem geklauten Auto hörte.
Brast als Ausdruck für Kummer und Ärger ist im Dialekt des südlichen Rheinlands bis hinauf nach Köln verbreitet. In der rheinischen Umgangssprache ist das Wort aber inzwischen viel weiter nach Norden gewandert. Allgemein wird es vom mittelhochdeutschen bras "Menge, Haufen" abgeleitet. ::


Brassel (Brassel und seine Ableitungen werden je nach Region mit weichem oder scharfem s gesprochen) Last, Arbeitsbelastung Ich bin ganz schön im Brassel, für Urlaub hab ich keine Zeit. Man kommt überhaupt nich mehr aus dem Brassel heraus. Ich hoffe, das ich mit dem ganzen Brassel bald fertig bin. Der hat ganz schön viel Brassel am Hals. (viel Arbeit) Brasselei, Gebrassel/Gebrassels Mein gott, war dat ein Gebrasssels, bis dat endlich geklappt hat mit der Umstellung auf DSL. Du has abber auch immer ein Gebrassl mit deinen Kindern. Mühevolle Arbeit, Wühlarbeit Vor lauter Brasselei komm ich zu nix. Dat ganze Gebrassel bringt doch nichts. brasseln schwer arbeiten, wühlen Der arme Mann is nur am brasseln, um seine vielen Kinder durchzukriegen. Der is schon den ganzen Tag im Garten am brasseln. Wat der immer zu brasseln hat? Der is schon den ganzenTag im Keller am brasseln; und fertig is der übermorgen noch nich. (planlos herumarbeiten, dilletantisch werkeln) herumbrasseln vor sich hin arbeiten Der kann stundenlang an seinem Auto herumbrasseln. durchbrasseln durchschlagen Wie gehdet? Man brasselt sich so durch. brasselich arbeitsintensiv, umständlich, aufwendig Nee weißde, de Schoh für de ganze Familie putz ich nich, dat is mir zu brasselich jetz.aufbrasseln übertrieben zurechtmachen, aufbrezeln Liebchen, was haste dich aufgebrasselt!  Brasseler, Brasselspitter ununterbrochen Arbeitender (interessanterweise können mit diesem Wort nur Männer bezeichnet werden) Die hat son richtigen Brasseler geheiratet. Auch Brasselbiest. In Köln und seinem Umland ist auch noch in der Umgangssprache die Bezeichnung Brassel(e)manes zu hören (wie Brasseler) Der Nachbar is en richtiger Brasselemanes. Brasseln und Brassel sind im ganzen Rheinland verbreitet.In den Dialekten ist die Hauptbedeutung noch erhalten: gemeinsam essen und Schmaus, so dass hier ein Abstammung von mittelhochdeutsch bras wahrscheinlicher ist als bei Brast.  ::


brastig verärgert, sauer, böse Ich kann dir sagen, ich bin ganz schön brastich. Mein Gott, der is vielleicht brastich! Wer brastich ist, hat oft Brass oder Brast (Wut auf jemanden, Probleme mit etwas) Ich hab ganz schön Brass mitte Nachbarn. Der hat immer Brass mitte Füße::


Bratsch Bratschen, Brötsch Pickel im Gesicht, Herpesbläschen Boh, wenn ich den seh, kieg ich Bratschen. Mann, ich krich schon wieder en Bratschen im Gesicht vom Herpes. Der hat vielleicht ne Brötsch anne Lippe! Auch "Gesicht": Der zieht vielleicht wieder ne Bratsch (unzufriedener Gesichtsausdruck). ::


bratschen braatschen unzufrieden sein, nörgeln Der kann nix anderes als bratschen. Der is für nix am bratsche. (aus nichtigem Anlass weinen).
Um Düsseldorf, im Bergischen Land und am südlichen Niederrhein zu hören. In der Eifel heißt braatschen auch "petzen, nicht dichthalten" Mensch, der hat der Mutter alles gebraatscht::


Bratze abwertende Bezeichnung für eine Person, meist eine Frau; die Gründe, weshalb jemand als Bratze bezeichnet wird, sind äußerst vielfältig und nicht immer nachvollziehbar. Die Einstufung als Bratze geschieht wohl meist aus individuellen Motiven. So ist z.B. für einige Anke Engelke Deutschlands Bratze Nr.1! Zitat aus dem Web: irgendwie abartig "und nu ratet ma was die Bratze von Politesse antwortete?..." Steigerung: Hammerbratze, Hyperbratze, Kackbratze. Meist ist eine Bratze jedoch eine schrecklich geschmacklos oder gar nuttig angezogene und aufgetakelte FrauJemand kann auch bratzig sein. Als Steigerung von bratzig gibt es noch hohlbratzig. Im Ruhrgebiet ist eine Bratze übrigens, anders als im übrigen Rheinland, oft eine attraktive Frau. Damit steht es im Widerspruch zu den rheinischen Mundarten, in denen ein "dickes, plumpes Weib" als Pratze bezeichnet wird.
Im Isselburger/ Bocholter Raum kann die Bratze auch eine Schramme, eine Schürfwunde oder einen Lackschaden bezeichnen. Ganz aktuell aus dem Ruhrpott: Schon wieder einer mit Bratze im Gehirn steckend! (hier ist die Bratze ein Handy). ::


bratzen fest schießen beim Fußball Komm wir spielen hier aufem kleinen Feld, aber ohne bratzen! Hor doch auf, so zu bratzen! Das Wort ist am Niederrhein und im Ruhrgebiet zu hören. In den rheinischen Mundarten bedeutet bratzen "hörbar braten"; und da braten auch die Nebenbedeutung von "schlagen" oder "schnell fahren" hat, mag hier eine analoge Bedeutungsübertragung vorliegen. ::


brechend in der Wendung brechend voll überfüllt Der Bus war brechend voll heute nachmittag. Sonne brechend volle Kneipe hab ich noch nie gesehen. ::


breit betrunken Gott bin ich breit. Lass den liegen, der is völlig breit. Auch hackenbreit oder hickehackebreit, wobei das Wort hackenbreit sehr gedehnt und prononciert gesprochen wird: Der is ha-ck-en-breit (sturzbetrunken).
Die Herkunft ist dunkel, bestimmt nicht vom breit torkelnden Gang eines Betrunkenen, wie oft vorgeschlagen.  ::


Bremsklotz Frikadelle Drei Alt un zwei Bremsklötze bitte::


Brett in der Wendung (kein) Brett haben (keine) Lust haben Häsde da Brett für? Isch han ken Brett mieh. Diese interessante Wendung wird aus dem Westerwald gemeldet. volles Brett viel, sehr stark Gestern habenwir die die Musik volles Brett aufgedreht. ::


Brettergymnasium Sonderschule Der geht doch auf et Brettergymnasium. Kommse vom Brettergymnasium? ::


brettern schnell fahren Der kam da umme Kurve gebrettert, dat war lebensgefährlich. Kumma, wie der den Hang runter brettert. Der is voll über den Zebrastreifen gebrettert. Hömma, bei den Schnee kannze doch nich mit 140 übere Autobahn brettern. Mit allen Geräten, mit denen man fahren kann, wird auch gebrettert, nicht immer gefahrlos für die Mitmenschen. Bretter (nur Plural) in der Wendung aufe Bretter liegen gestorben sein Pass ma gut auf dich auf, sons liegse bald aufe Bretter::


Bretzel ein meist ausladendes Gesäß,oft als Arschbretzel Wo dat sein Arschbretzel hin tut, da wächst kein Gras mehr. ::


Brimbamborium Brimborium Aufsehen, Aufhebens, Getue Mach doch nich son Brimbamborium, nur weil du die Klausur bestanden hast. Dat ganze Brimbamborium jedes Mal, wenn die zu Besuch kommen, geht mir auf den Wecker. Mach doch nicht so n Brimborium. ::


Britz Geländer, Reling Die Britz an unserem Balkon es locker, lehn disch nit su fest dajejen!
Typisch zentralrheinisches Wort, das eigentlich "Brett, Latte" meint. In Köln und im Süden von Köln verbreitet, aber meist nur noch von älteren Sprechern und Sprecherinnen gebraucht. ::


Bröckchen Brock Bonbon Omma, hasde ma en Bröckchen für mich::


Brocken alte, wertlose Dinge Ich hab die ollen Brocken jetzt mal alle weggeschmissen. Ein Brocken steht auch für ein großes, schweres Lebewesen, z.B ein Kind oder einen Hund Der Sohn von denen ist aber ein Brocken, mein lieber Mann::


Broddel Durcheinander Das is dich vielleicht ne Broddel hier in der Bude.
Den Broddel findet man im zentralen Rheinland um Mönchengladbach und am südlichen Niederrhein. ::


Brötchen in der Wendung Brötchen schreien schreien vor Vergnügen Der Harry hat gestern dauernd Witze erzählt, wir haben alle Brötchen geschrien::


Brötsch siehe Bratsch::


brötscheln siehe prötscheln ::


Brött siehe Prött. ::


Bruchfutt ein Hintern, der keiner ist, flacher Hintern (Gegenteil von Knackarsch).
Den Bruchfutt findet man in Düsseldorf. ::


brüllheiß bezeichnet- genau wie bullenheiß- sehr große Hitze. ::


brunken schmollen, sich beleidigt zurückziehen Der sitzt in seinem Zimmer un is am brunken.
Im westlichen Rheinland, sporadisch auuch im übrigen Rheinland zu hören. ::


bubbeln reden, sprechen, erzählen, vor allem ausführlich oder langdauernd. Wat bubbelß de da? Die zwei ham sich jahrelang nich geseehn, jetzt sitzense schon seit Stunden zusammen un sin am bubbeln. Jetzt bubbel mer nit dazwischen! Dat Klein fängt et bubbeln an un hat en Freud da dran.Wird in erster Linie von älteren Sprechern benutzt. ::


Bubu Schlaf Bubu machen schlafen, meist nur zu Kindern gesagt Nu mach ma Bubu, morgen is alles wieder gut. ::


Buckmann auch Buggemann Weckmann, bekannt im Raum Viersen-Heinsberg; das Wort entstammt dem Dialekt und setzt sich zusammen aus Buck "Bauch" und Mann.   ::


Büdchen auch Bud/Bude Trinkhalle, Kiosk; im Rheinland unverzichtbar für den Nachbarschaftseinkauf: Am Büdchen krichse alles. Geh ma ane Bude und hol ma noch ne Flasche Bier. Dat macht nix, wenne dat vergessen has, dat kriegen wir auch ane Bud. Im Bergischen Land unterscheidet man zwischen einer begehbaren Bude und einem Klingelbüdchen: Ein Klingelbüdchen hat ein geschlossenes Verkaufsfenster. Darunter befindet sich eine Schelle. Wenn man schellt, öffnet der Verkäufer das Fenster und man kann sich was Schönes kaufen. Diese Art Büdchen ist also nicht begehbar und normalerweise geschlossen.
Auch in Frittenbude oder Pommesbude verbreitet. Die Bude kann aber auch ganz allgemein für die Wohnung stehen: Hier is aber dicke Luft inne Bude. Bei denen siehdet vielleicht aus inne Bude! Ich hab ne neue Bude, komm mich do ma besuchen. Der wohnt in soner kleinen Studentenbude. Die ham auf der Bude später noch weiter gefeiert. Patex-Bude Stamm-Trinkhalle, in der man immer kleben bleibt, wenn man zufällig vorbei kommt und unbedingt nen Kaffee oder ein Bier trinken muss (im Kölner Süden). Außerdem kann man im Handball und Fußball auch die Bude voll bekommen, das heißt viele Tore kassieren. Am Sonntag haun wir denen die Bude voll! Ne Bude machen ist dann entsprechend "ein Tor schießen". Ein Büdchen kann auch eine von Kindern aus irgendwelchen Materialien zusammengebastelte Hütte zum Spielen sein.
Früher im Ruhrgebiet: winzige Geschäfte, die Sondergenehmigungen für die Öffnung außerhalb der normalen Geschäftszeiten hatten. Hintergrund: die Bergleute hatten Wechselschicht und kamen zu unregelmäßigen Zeiten nach Hause und brauchten dann manchmal Lebensmittel, Zeitungen pp. Das gab es nur im Ruhrgebiet. Ursprünglich amtliche Voraussetzung für die Betriebsgenehmigung: es mußte aus einem Erdgeschoßfenster heraus verkauft werden.  ::


bufftich ungeschickt, tollpatschig, träge Mann, was is das denn fürn bufftichen Kerl. Kricht nicht mal nen Nagel grade inne Wand::


Büggel im Norden des zentralen Rheinlands Büdel Beutel, Tasche Bei Haribo kann man en ganzen Büggel Lakritz kriegen. Nimm en Büggel mit! Eine lustige Sonderbedeutung ist "Beamter" Da kütt der Büggele von der Post.
Einkaufsbüggel, Quetschbüggel (Siehe Kniesbüggel)
Im Raum Köln wird Büggel in der Jugendsprache offenbar auch als Bezeichnung für den Joint benutzt.   ::


Buhai Bohai, Bahai, im rheinischen Süden auch Pohei Getue, Aufhebens wegen einer Kleinigkeit, Gerede, Lärm Nu mach doch nich son Buhai um dat bisschen Hausarbeit! Wat en Buhai! Wat war denn dat von Bohei bei euch inne Bude? Weihnachtsbuhai Diesjohr machen wir de janze Weihnachtsbuhai nit mit. ::


Büll Beule, Delle Der hat nach dem Schlach nun ne Büll an der Kopp. Der hat ja ne Büll am Kotflüjel::


Bullebäusken sind in Öl gebackene Krapfen, man isst sie am (rechten) Niederrhein. Im Bergischen Land sind die Bezeichnungen Balbäuschen und Bullebäuchskes zu hören. ::


Bullemann etwas oder jemand Dickes Der Typ is en Bullemann von Kerl. Dat is son richtiger Bullemann. Du hass da en Bullemann anne Nase. (Nasenpopel) "Bei uns war früher - als Drohung - der Bullemann im Keller: Wenne nich lieb bis, kommse inen Keller, da is der Bullemann!" ::


bullenheiß sehr warm ::


bullern bollern eigentlich kann nur eine Heizung bullern: Meine Güte, bei euch bullert die Heizung aber. Da hapt ihr et aber warm inne Bude. Ursprünglich waren es natürlich die Öfen oder Kohleherde, die schön bullern konnten: stark, mit gurgelndem Geräusch brennen Der Erwin lässt sein Ofen den ganzen Tach bullern. Bollerofen Ofen für Kohle, Holz oder Briketts Der Bollerofen war echt am glühn::


Bulles Gefängnis Lass dich nich erwischen, sonst kommsde in de Bulles.
Das eher lustig gemeinte Wort ist im südlichen Rheinland verbreitet. ::


bullig bullich sehr warm, heiß Dat is aber ganz schön bullig hier. Auch als Adjektiv verwendbar: Wat is dat für ne bullige Hitze. Dat is aber bullich warm bei euch. Dazu kommt natürlich noch die Standardbedeutung Dat war son bulliger Typ (massig, kräftig). ::


bummern geschlechtlich verkehren Bummern kann man nich alleine. ::


Bumpel Gerät zum Beseitigen von Verstopfungen in sanitären Einrichtungen, siehe Pömpel.  ::


Bumsauto Autoscooter. Wird im Vorderhunsrück und am Mittelrhein gesagt. ::


Bumslokal Wirtschaft, Kneipe mit zweifelhaftem Ruf In son Bumslokal willse gehen? Die Kneipe is en richtiges Bumslokal geworden, seit der alte Wirt nich mehr drin is. Auch die Verkürzung Bums ist mittlerweile gebräuchlich: In son Bums geh ich nich::


bumstich plötzlich Un bumstich, hatt ich ne Blötsch inne Tür::


bunkern horten, etwas auf Vorrat nehmen Hapter genuch Bier für die Fete gebunkert. Ich muss noch Kartoffeln bunkern. (einkellern) Der bunkert alles, wat er kriegen kann. (sammeln).
Das Wort stammt natürlich aus der englischen Seemannssprache. Dort ist der Bunker der Laderaum eines Schiffes für die Antriebskohle.  ::


Bunne Bohnen, in der Wendung en de Bunne sein zerstreut sein Der is in der letzten Zeit ganz schön en de Bunne!
Die Wendung hört man noch im südlichen Rheinland. ::


Busch heißt im Rheinland der Wald Wir waren im Busch inne Pilze. Ich schlach mich inne Büsche. (verschwinden) Geh doch in den Busch kacken, Mann! (Aufforderung zum Verschwinden) Da ist was im Busch, das merk ich! (Da kündigt sich etwas an). ::


Buschmoppet als Bezeichnung für eine Kettensäge, häufig am Niederrhein zu hören. ::


Bütt Wanne, Badewanne Jetz aber Ab inne Bütt, so dreckich wie de bis. Das ist ein Vortrag für die Bütt. (Rednerpult auf Karnevalssitzungen) Damit gehe ich morgen in die Bütt. (ewas bekannt machen) Büttenrede (meist) lustiger Karnevalsvortrag. ::


Butter nur in der Wendung Butter bei de Fische zu Potte kommen, Ernst machen, Schluss machen mit zögerlichem Verhalten, Aufforderung zum Beenden des Herumtaktierens Nu mach ma Butter bei die Fische, wat willse denn nu für dat Auto haben. Jetz aber Butter bei de Fische. Tu ma Butter bei die Fische und sag was da zwischen dir und dem Peter läuft! (gute Butter siehe gut). ::


Bütterchen Bütterken Butterbrot Soll ich dir en Bütterchen machen. Nimm ma en paa Bütterkes mit morgen beim Ausfluch. (Meist von der Mutter für die Schulkinder gemacht) Auch Abends werden zum Fernsehen Bütterken (Schnittchen) gereicht. ::


Butze kleines schäbiges Haus oder Zimmer Wat, in sonner Butze wohnste? Wie kann man in sonner Butze leben?
Offensichtlich nimmt der abwertende Charakter des Wortes in der letzen Zeit ab (siehe Kommentar).  ::


bützen freundschaftliches Küssen (auch "französisch küssen" genannt; küssen mit geschürzten Lippen) auf die Wange oder den Mund; im zentralen Rheinland wird besonders zu Karneval viel jebützt: Die jecken Weiber da, sie sin auch nur am bützen den ganzen Tach. Ein unverbindlicher Kuss ist entsprechend ein Bützje. ::


Bux Buxe, Botz, Buchse Hose Du has die Buxe auf halb acht hängen. Mach die Buxe zu. (siehe auch Bangbux) Auch als Strumpbux (Strumpfhose), Unterbuchse und Schwimmbutz Badehose Hasde ding Schwimmbutz dabei? Schwimmbux kann auch die Bezeichnung für einen schlacksigen Mann sein. Eine schöne Verbindung aus Platt und Anglizismus ist die Jeansbuxe. Natürlich hat eine Hose auch Buxenpiepen Hosenbeine Kumma, wie du rumläufs. Mach ma die Buxenpiepen runter. Die Buxenpiepen sind ja viel zu kurz. Eine Knaatschbuxe ist hingegen ein unzufriedenes und quengelndes Kind. Schissbux Bezeichnung für einen ängstlichen Menschen Die Schissbux, der is für alles viel zu bang! Man kann auch ausbüxen, also weglaufen oder entkommen Gestern ist unser Karnickel ausgebüxt! ::



Casalla, Kasalla Prügel, Schläge, Abreibung Die Schalker ham in Köln aber orntlich Kasalla gekricht. Wenne nich sofort aufhörst, da gibbet gleich Casalla. Kasalla heißt auch eine LP der Kölschrock-Gruppe Brings aus den frühen Neunziger Jahren. Um Neuss kennt man auch die Variante Kadalla::


Christbaum in der Wendung sie nicht mehr alle auf dem Christbaum haben verrückt sein Du hast se wohl nich mehr alle auf dem Christbaum! ::


Christkindchen (ironisch) für ein Weihnachtsgeschenk Hast dir so kurz vor Weihnachten noch ne Beule ins Auto gefahren? Da haste aber ein schönes Christkindchen. Die Kette war dieses Jahr mein Christkindchen.  ::



 dää als Verstärkung einer Aussage gebraucht Ich sach noch "Pass auf", un, dä, isses passiert. Dä, da hammer den Salat. Dää, hab ich dir doch gesagt. dat hasse jetzt davon. (trotziger Ausruf) Un wat is passiert?- Die ham verloren!- Dä! (hab ich doch vorausgesagt). ::


da typisch für das Rheinland  (und das gesamte Ruhrgebiet) ist die Auftrennung solcher Wörter wie dabei, darauf, dagegen, dafür (Präpositionaladverbien) usw. Da hab ich mir nix bei gedacht. Hasse da Angst für/vor? Da bin ich mir zu schatt für. Da kannz du donnix für! Da würd ich auma gern wat zu sagen. Man kann das da sogar verdoppeln: Da hab ich gaa nix dagegen. Da wär ich an deine Stelle aunich dazwischen gegangen::


Dääz siehe Deez. ::


dabei in der Wendung gut dabei sein dick, rundlich Dat Ullich is aber gut dabei! Der is aber widder gut dabei, seit der widder seine Pilsken trinken darf. einen Schritt dabei tun schneller gehen Wir sind spät dran, lass mal en Schritt dabei tun! Der hat ihn gehörig dabei getan. (jemanden betrügen, vorführen) Manche Situationen im Rheinland erfordern ein "dabei", das im Hochdeutschen nicht möglich ist, z.B.: Mit Senf dabei?, Mit Ketchup dabei?. (dazu) Kommt noch wat dabei::


dachteln schlagen, eine runterhauen Der verdrähte Hund von Paul hat dem Pitter eine gedachtelt.
Eine gedachtelt bekommt man im südlichen Rheinland. Weiter im Norden kricht man eine  getachtelt: Wenn du nich sofort die Hausabeit anfängs, krichsde eine getachtelt::


dackeln hinterher dackeln hinterher trotten, jemandem langsam folgen Der dackelt den ganzen Tach hinter der her. Ich bin mit meiner Frau die ganze Zeit durch die Läden gedackeltrumdackeln ziellos durch die Gegend laufen Jetz bin ich den ganzen Tach durch die Geschäfte gedackelt un hab nix gefunden::


Dadder Tattergreis, Tatterich Der olle Dadder, der! Der hat ja schon den Dadder. Der Dadder wurde bislang nur aus Mönchengladbach gemeldet, dagegen ist der Dadderich als regionale Variante für den Tatterich in der Nordeifel öfter zu hören: Dem is wohl kalt, der hat den Dadderich. (das Zittern). dadderich zittrig, unsicher Ich wa schlimm krank letzte Woch, un ich bin immer noch wat dadderich davon.  ::


dadrin darin, (dort) drinnen, dort hinein Dadrin wohnst du, in dem Kabäusken? Och kuck ma, der alte Schrank, wat se wohl dadrin aufheben? Dadrin ham wer nur et Auto stehen. ::


Daffke meist in der Wendung aus Daffke aus Trotz, aus Rache Ach, die hat dir nur aus Daffke Kuhscheiße auf die Windschutzscheibe geschmiert. Aus Daffke tut nich gut!
Daffke kennt man im südlichen Rheinland und in der Pfalz. ::


dafür Ich kann nix dafür, dat dat Glas umgefallen is. Auch: Da kann ich nix für! (siehe da). ::


dahaben auf Lager haben, im Vorrat haben Hamse noch von den leckeren Fruchtgummis wat da? Wat gibbet zu essen? Weiß ich noch nich, ma kucken, wat wer überhaupt da haben. ::


Dahlien (nur Plural) Geld Für die Hütte hat der eine Million Dahlien hingelegt.
Bislang einmal für das südliche Rheinland belegt. ::


dakoor akoor einig, einverstanden (zu franz. d accord) Mir zwei sin jetz dakoor, mir fahren zusammen in die Feerijen nach Holland ant Meer. En der Familije sin se nich akoor, niemals, eine tanz immer aus de Reihe un macht wat anders. Simmer uns einich? Akoor! (abgemacht). ::


Dalles heißt im südlichen Rheinland die Erkältung Häste dir de Dalles jehollt? Dalles kann am Mittelrhein auch ein Treffpunkt der Rentner und Müßiggänger sein, meist am Rheinufer in den kleinen Schifferstädtchen. ::


dalli in der Wendung dalli machen sich beeilen Nu mach aber ma langsam dalli, denksde, die warten ewig auf uns!
Interessant ist die häufige Kombination der Wendung mit dem Wort "langsam", was zu einer eigenartigen und eigentlich lustigen Kombination führt. ::


Dämlack Dämellack Dummkopf, langweiliger Mensch Mit dem Dämlack gehs du? Der Dämellack kann sich ja noch nich ma selber die Schuhe zu machen::


Damp Dampf in der Wendung im Damp sein betrunken sein Der Willi is ja schon wieder im Damp!
Diese Meldung aus dem Bergischen Land ist interessant, da diese Bedeutung von Dampf bisher nur vom Hunsrück bekannt war.  ::


danach passend Weil et ihm nich danach war, isse auch nich inne Krich gegangen un hat den Mann allein hingehn lassen. Et Wetter war danach, also simmer Eis essen gegangen. Et passt jetz nich, aba dat wird noch danach. ::


daneben in den Wendungen daneben sein und daneben gehen nicht funktionieren, misslingen, missraten Der Vatter hat nich ausgeschlafen, der is noch total daneben. Also wie der Pitter sich gestern abend widder benommen hat, dat war doch voll daneben. Ich habbet ja verscuht, aber et is daneben gegangen, jetz is ers ma Hängen im Schacht. Bei denen is die Erziehung rischtisch daneben gegangen, die saufen, kiffen und schlaren sich, un der Älste war schon zweimal im Bau. ::


Dappes Dummkopf, Blödmann Du Dappes, kannsde nich aufpassen. Dat es aber en Dappes.
Den Dappes findet man im südlichen Rheinland. ::


Dassel Dasel Kopf ich hab wat auf den Dassel bekommen. Hasde dir den Dasel gestoßen::


dat das, dies, dass Wat soll dat? Auch dat noch. Dat der bescheuert is, wußt ich schon lange. Dat dat dat darf? Un ob dat dat darfDat Gerda ging mitte Inge inne Stadt (die). Dat is all wat. (Bekundung von Lob oder Verwunderung, meist mit einem Nicken verbunden). ::


dätschich tätschich nicht ausgebacken, matschig Dat is aber en tätschiges Brötchen. Die Kartoffeln sind viel zu dätschich. (weich) En täschiger Schinken. (nicht ausreichend abgehangen) Der hat aber en dätschiges Gesicht heute. (aufgedunsen) dätschen matschen Dat tun die Blagen gern: so richtich im Schlamm dätschen. ::


davon ab davon abgesehen Und davon ab, dich kann ich eh nich leiden! Ich mach jetz Feierabend, ist sowieso schon sieben Uhr, davon ab. ::


davonbleiben etwas nicht anfassen, nicht berühren Bleib mit deine Finger davon! Siehsde, wärsse davongeblieben, wär dat nich passiert. Der kann auch nich vonne Plätzkes davonbleiben. ::


Däz Kopf, siehe Deez::


Debbekuche siehe Döppekoche. ::


Deez Dez, Dääz, Däz Ich hab mir den Dääz gestoßen. Der is mit seinem Deez voll gegen de Laterne gehauen. Boh ey, voll mit dem Däz widder vor die Glastür!
Den Deez findet man im ganzen Rheinland. Dem Wort sieht man an, dass es auf das französiche tete "Kopf" zurückgeht. ::


Delle Dellen, Dülle, DüllenDölle negative Beule, Blötsche Der Klausi hat gleich aufe erste Fahrt in sein neuen Audi en Düllen reingefahren.
Diese unterschiedlichen Varianten (unterschiedliche Vokale und wechselndes Geschlecht der Düllen und die Dölle) findet man nur im Ruhrgebiet.  ::


demtieren etwas Verbotenes anstellen Den hamse gefeuert, der hat wohl wat demtiert!
Das Wort kennt man im Raum Aachen. ::


dengeln antreiben, jemandem Beine machen Den han isch aber jedengelt. Die han isch usenander jedengelt (auseinandertreiben). ::


denn häufig für "dann" Gestern wa ich ers bein Aazt, un denn wa ich noch auf en Maakt. Wenn schon, denn schon! (nicht kleckern, sondern klotzen!) Ich kauf mir jetzt nen Daimler, wenn schon, denn schon!  ::


denne in dem Abschiedsgruß Bis denne! Also, ich mach Schluss für heute, bis denne, ne::


Dessäng (Design) Aussehen, Gestaltung, Schnitt Ach wat en schön Dessäng, dat steht ihm aba gut. Ach weiste, so en Dessäng un die Farbe, nee, dat is nix für dich, nimm wat Flotteres. Kiek ens, dat Dessäng passt doch akkerat bei dir en de Kösch be de Tapeten, willze da nit Vorhänge von machen? ::


deuen schieben, vorwärtsbewegen, schubsen einen Kinderwagen deuen. Deu nich so. (in einer Schlange) Deu mich doch nich so, du siehst doch, wie jestopp voll et hier is. (in der Straßenbahn) andeuen anschieben Kannst du mich ma andeuen? (in Schwung bringen beim Schaukeln) Wir müssen dat Auto andeuen, sonst springt der nich an. Du kannst mir en Nachen deuen! (du kannst mich mal!) sich abdeuen verschwinden Ich deu mich abDeu Schubs, Anstoß De braucht mal ne Deu, dat der vorankommt. Gib dem ma en ordentlichen Deu. sich einen Deu antun Nu tu dir ma nich sunne Deu aan! sagt man in Köln zu jemandem, der sich affektiert benimmt ("Brich dir keinen Zacken aus der Krone"). ::


Deuwel Düwel, Düwwel Teufel, in Deuwels Küche kommen Schwierigkeiten bekommen Misch dich da bloß nich aein, da kommste in Deuwels Küche. auf Deuwel komm raus heftig, stark Der Uli hat aber gestern auf Deuwel komm raus mit deiner Schwester geflirtet. ::


dicht weggetreten, betrunken Der is völlich dicht, den krichse nich mehr wach. Der war schon nach einem Joint völlich dicht. Ist jemand hingegen nicht ganz dicht, so ist er ein bisschen verrückt.
Im Rheinland können auch Fenster und Türen dicht gemacht, d.h. geschlossen werden. Deshalb kann auch jemand dicht machen, wenn er abschaltet und keinen Argumenten mehr zugänglich ist. ::


dichtmachen schließen, verschließen, abschließen, beenden, aufgeben, dichten/abdichten Ich hab nix mehr jekricht, wie ich ankam, waren se graat am dichtmachen un ich konnt nix mehr kaufen. Mach ma dat Fenster dicht, et gibt gleich Regen. Jetz ham die chon wieder en Jurenzentrum dicht gemacht, bald kammer als Junge nur inne Kneipe. Dem Pitter sein Betrieb hat dicht jemacht, der brauch dringend en neuen Job.Ja, dat Loch mußde ers mit Teichfolie dichtmachen, sons krisde nei en Gartenteich. Dem kannsde nix sagen, der macht immer gleich dicht. (sich abschotten). ::


dicke auf jeden Fall, voll ausreichend Dat klappt dicke. In die Hose pass ich noch dicke rein. Die gehen dicke noch alle in den Bus rein. Dat schaffen wir doch dicke. Ich hab die Faxen dicke. (mir reicht es) Die sind aber dicke miteinander. Die hamm et nich so dicke. (nicht viel Geld haben) Der soll sich nich so dicke tun. (angeben).
Dieser vielfältige Gebrauch des Wortes dick ist in den rheinischen Mundarten weit verbreitet.  ::


Dicken in der Wendung sich einen Dicken erzählen lange miteinander schwatzen Da stehnse und sind sich en Dicken am erzählen! ::


Dickkopp siehe Kopp::


Dickmadamm Deckmadamm korpulente Frau Dat is ne ganz schöne Dickmadamm, die Nachbarin. Kann auch als Kosewort verwendet werden Na, Dickmadamm::


Dier Tier, in der Wendung das/et arme/ärme Dier kriegen verrückt werden, melancholisch werden Den ganzen Tach immer dieselbe Arbeit, da krichse ja et arme Dier. Bei dem Regenwetter krichse dat ärme Dier. Wenn ich da wohnen müsste, würd ich auch dat arme Dier kriegen. Immer, wenn dat dran denkt, wie sein Mutter gestorben is, da kricht dat et ärme Dier. (traurig werden) Am Niederrhein kennt man Dier mit Pööt (Tier mit Füßen) für einen ganz besonders lustigen, originellen Menschen. Der Pedda, dat is enne Dier mit Pööt! Nä, wat habbich gelacht... Die Verkleinerungsform Dierken wird häufig als Koseform für ein kleines Kind gebraucht  Dat klein Dierken, dat is aber süß oder als Bezeichnung für eine attraktive junge Frau en lecker Dierken.  ::


Diesel alkoholfreies Getränk aus Cola und Fanta (Spezi). ::


Dijelsknall ein Art kölnischer Döppekuchen aus Kartoffeln, Speck und Zwiebeln Dijelsknall un Riefkooche, dat kann ich immer essen.
Der Dijel, hochdeutsch "Tiegel", ist ein eiserner Kochtopf oder eine hohe Pfanne. Das Wort ist sehr alt und geht zurück auf das griechische "teganon" (Pfanne). ::


Dilldopp Dülldopp, Dilldapp, Dilldöppchen kleines, lebhaftes Kind Dat is vielleicht en Dilldopp, dat Kleen. Der kann sich driehe wie ne Dilldopp. (schnell Drehen können, z.B. beim Tanzen).
Die Hauptbedeutung "Kreisel, Aufziehkreisel" hört man in der rheinischen Umgangssprache heute noch im südlichen Rheinland. ::


Ding Dingen mit unterschiedlichsten Bedeutungen Dat is ja en Ding. (Ausruf des Erstaunens) Dat is ja vielleicht en DingenDer hat dem vielleicht en Ding reingemacht. (Tor, Schuss) Dat is ja en dickes Ding! (Zumutung, schwierige Sache) Der hat sich da en Ding geleistet. (Dummheit) Dat is ja en süßes Ding. (kleines Kind) Wir werden dat Ding schon schaukeln. Dat is nicht mein Ding! (nicht von Interesse sein) Tätowieren lassen? Nee, dat is nich mein Ding! (Problem) Auch im Plural möglich Wat sind dat denn schon widder für Dinger? Mach die Dinger nich. (Unsinn) Die hat vielleicht Dinger. (große Brüste) Der is doch für seine linken Dinger bekannt. Dingen kann auch "Haus, Wohnung" bedeuten, jedenfalls im zentralen Rheinland: Du sitz hier den janzen Tach im Dingen erum, Du muß doch mal an de frische Luft, sons wirsde krangk::


Dingenskirchen wie Dingens oder Dingenzich Platzhalter für einen Namen, der einem nicht einfält Der Dingenskirchen da, wie heißt der noch? Kuck mal, dat is doch der Dingenskirchen, den kennze doch vom MarktHach, wo wohnt der jetz noch, in … in Dingenskirchen bei Brühl, ich komm gleich drauf.  ::


Dingenzich ein Ersatzwort für alles Mögliche Ey Dingenzich. (Begrüßung) Gestern war da dieser Dingenzich im Fernsehen, wie heißt der noch? Jetzt bräucht ich ma son Dingenzich. Auch Dingzenich Ich war da in Dingzenich, wie heißt dat noch? Statt Dingenzich kann man auch Dingsbums, Dingsda oder im Ruhrgebiet auch Dingsdonnek oder Dingsbommek hören, wenn die richtige Bezeichnung gerade nicht parat ist. ::


Dinger in der Wendung mach die Dinger nich! Warnung, Aufforderung zur Vorsicht Mensch, pass bloß auf, mach die Dinger nich::


Dinges Dings, Dingens als Platzhalter für einen Namen, der momentan nicht präsent ist: Die Frau Dinges war gestern bei mir. Bei Dinges, wie heißen die noch? Dingsbums, gib mir ma das Dingsbums her! (eine Sache, deren Bezeichnung einem momentan nicht einfällt). ::


dinseln mit kleinen Schritten gehen, trippeln Mit sone Schuhe könnt ich auch nur dinseln. dinselich unruhig, nervös Mann, wat biste heute wieder dinselich::


Dippes Heringssoße aus Sahne, Zwiebeln und Äpfeln Gibts heute schon wieder Dippes?
Dippes heißt dieser Hering nach Hausfrauenart im südlichen Rheinland. ::


direktemang geradewegs, unmittelbar, sofort Ich bin direktemang zum Arzt gegangen. Ich würd zu dem Typen gehen un mich direktemang entschuldigen. ::


Direx Schuldirektor Passt auf, der Direx kommt gleich.
Diese Abkürzung scheint langsam zu veralten. ::


dit dies, dieses, in der Umgangssprache nur noch in der Wendung dit un dat dieses und jenes Isch hap noch dit un dat miterleedischt, wo isch schommal in de Stadt wa. Wat hapt ihr gestern gemacht? - Och, dit un dat! ::


ditschen siehe titschen::


Ditzche Ditz kleines Kind Son klein Ditzchen, un dann schon Waise::


Dödel Penis Kumma, dem hängt sein Dödel ause Hose. Der Dödel is vor de Laterne gerannt (Dummkopf; Tagträumer), auch Dummdödel::


Dödelfax beschreibt eine ausdrückliche Ablehnung bzw. Verneinung: Hast du das Kölsch verschüttet? Ahh, Dödelfax!
Das Wort wird bislang nur aus Köln gemeldet. ::


Doll Dollen Verrückter Ej du Dollen, jetz hör ma auf damit! Der Dolle is gegen die zue Tür gerannt. Döllchen scherzhaft und verniedlichend für Verrückte Die Irmi is auch n richtiges Döllchen! Dollhuus Tollhaus. doll kaputt, tot gedreht Ich krieg das nicht eingeschraubt, die Schraube is doll. Oh, ich glaub, ich hab se doll gedreht. Bisde doll? (verrückt) Je öller, je döller!doll auf etwas sein verrückt nach etwas sein Auf Cola mit Himbeersaft, da bin ich ganz doll drauf!
Im südlichen Rheinland gibt es auch den Dollmann jemand, der als etwas oder leicht verrückt gilt Du Dollmann, wat soll dä Quatsch? (siehe Kommentar). ::


Dollbohrer jemand, der nichts versteht und nichts richtig macht ::


dolle toll, meist in der Wendung nich so dolle Wart ihr in Urlaub? Ja, abber dat Wetter war nich so dolle::


dollen anschubsen Kannst du die Schaukel mal andollen? ::


Döneken Dönchen kleine Erzählung, Anekdote Der Oppa hat gestern vielleicht wieder Dönekes erzählt, du glaubs et nich! Nich schon wieder son Dönchen! Dönekes können aber auch Streiche oder schlicht Blödsinn sein Der hat aber wieder Dönekes im Kopp! Die Blagen haben wieder Dönekes gemacht. Wenn der Willi seine Dönekes erzählt, kommse ausem Lachen nich wieder raus::


Dong Düngelchen Butterbrot Kindchen, willste en Düngelchen essen?
Das Wort wird aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis und von der Sieg gemeldet. ::


Dong kleines Butterbrot, belegte Brotscheibe Häste dir en Dong mitjenomme? Auch als Döngelchen gebräuchlich.
Die Dong kennt man nur rechtsrheinisch zwischen der Ruhr und Sieg. ::


dönieren aus der Jugendsprache: einen Döner essen gehen. ::


Donnerknispel Ausruf des Erstaunens Wat fürn tolles Auto, Donnerknispel. (siehe Kommentar). ::


Donnerlittchen Ausruf der Bewunderung oder des Erstaunens Donnerlittchen, hasde die Frau von dem Typ gesehen! ::


Dopp in der Wendung de Dopp fumpen Du kannst mir mal de Dopp fumpen. (jemanden gern haben können).
Die Herleitung dieser lustigen Wendung steht noch aus. ::


Döppchen Döppken kleiner Kreisel (Dopp) in den Wendungen laufen wie en Döppchen/Döppken ganz schnell laufen und abgehen wie Döppken sich schnell bewegen Wie, ich dacht, der Jupp is krank! Tüllich, aabeiten is nich drin. Abber, solls ma sehn, wenn die Zaretten alle sind, dann kann der auf eima laufen wie en Döppken, bis anne Bude, dat sollze gaanich glaubenDie Kiste geht ab wie Döppken, damit häng ich se alle ab. Der läuft wie en Döppken (wie geschmiert). Aus dem Raum Euskirchen ist auch das Wort Dilledöpsche überliefert. Ebenso wie Döppchen, kann dies entweder einen kleinen Kreisel bezeichnen oder sich auf die Schnelligkeit der Bewegungen einer Person beziehen. In Köln ist Döppchen auch ein kleines Behältnis zum Nahrungsmitteltransport; es gibt auch das Tupperdöppchen oder das Tondöppchen. ::


Döppekooche Düppekooche, Döbbekooche, Deppekooche, Debbekooche ein deftiger Kartoffelauflauf mit Zwiebeln, Mettwurst, Speck usw., typisch Gericht im südlichen Rheinland Debbekooche is mir zu mächtich::


doppeltgemoppelt zweifach, mehrfach, überflüssig doppeltgemoppelt hält besser::


döppen jemanden untertauchen (Jungenstreich im Schwimmbad) Die ham dat Mädchen so lange gedöppt, bis dat keine Luft mehr gekricht hat. Müsst er denn immer nur den armen Jung döppen? Am Niederrhein nennt man den Haubentaucher sinnigerweise Döppentedöppen ist ebenfalls bekannt im Sinne von Obst und Gemüse putzen (auch Stachelbeeren von den kleinen Strünken befreien), Erbsen oder Bohnen enthülsen Komm, lass ers die Stachelbern feddich döppen, dann könn die heut noch eingekocht werdn. Ich hab früher immer gern Erbsen gedöppt, weil ich die Schalen gegessen hab
Die Verwendung kennen nur noch ältere Sprecher im Rheinland. ::


Döppen Döpp, Düppen Topf, Behältnis; das Döppchen ist in Köln und Umgebung eine Art moderner Henkelmann, es gibt es als Tupperdöppchen und Tondöppchen. (siehe auch Döppekuchen). Im Ruhrgebiet war ein Düppen früher aucheinFass, in dem Sauergemüse (Sauerkraut oder Schnibbelbohnen) hergestellt wurde. Ein Drömdöppen ist ein verträumter, schusseliger Mensch. ::


Döppen (Augen) siehe Döppers::


Döppente siehe döppen::


Döppers Döppen (nur Plural) Augen Mach doch die Döppen auf! Der hat die Döppers dicht. Gleich gehen Deine Döppen dicht, wie Du schon aussiehst...  ::


Dorfpumpe in der Wendung vor die (Dorf)Pumpe gerannt sein dumm sein Der is doch voll gegen die Dorfpumpe gerannt. (sagen z.B. Städter von ländlichen Menschen). Eine Variante ist Du bis wohl vor die Pump geflitzt?  ::


dörmeln siehe drömeln::


Dörpel Dürpel, Dölper, Türpel Treppenabsatz vor der Haustüre Wenn ihr draußen seid, bleibt schön auf dem Dölper spielen. Der läuft mir noch den Dörpel platt. Die Omma saß abends immer noch wat auf dem Dürpel. Es handelt sich um die eine oder mehrere Stufen, die vom Bürgersteig zur Hauseingangstür führen. Auf diesen Stufen kann man sich u.a. aufhalten, um ein Schwätzchen zu halten oder um das nachbarschaftliche Treiben zu beobachten. In Solingen-Ohligs gibt es seit etlichen Jahren ein mehrtägiges Dürpelfest, dessen gedanklicher Ursprung auf die kommunikative Funktion des Dürpels zurück geht. (Martin Kalisch)
Das einstmals im ganzen nördlichen Rheinland oft zu hörende Wort scheint so langsam zu verschwinden. Das ist eigentlich schade, denn der Dörpel ist schon im 5. Jahrhundert aus dem Wort "Tür" und dem lateinischen Lehnwort palus "Pfahl" entstanden. ::


dösen vor sich hinbrüten, wachend träumen, geistesabwesend sein Dös nit, pass op! Döskopp Schlafmütze, Tagträumer Der Döskop is voll vor die Glastür gerannt. Döspaddel, Dösbaddel Tollpatsch, Blödmann  dösich nicht ganz gescheit.  ::


Döspaddel siehe dösen::


Dötsch Dötsche Beule Ich hab ne Dötsch im Kotflügel. Der Pfirsich hat schon ne Dötsch. Dötschauge entzündetes Auge Woher hasse denn dat Dötschauge? Has de dich geprügelt? dötschen anstoßen, häufiger andötschen Ich weiß gar nich, wo ich mit dem Kotflügel angedötscht bin. Ich hab den Pohl doch nur leicht gedötscht. verdötscht Druckstellen haben Der sieht aber arg verdötscht aus. Wie siehs du denn so verdötscht aus, has de gestern gefeiert?Dafür, dat die so verdötscht aussieht, hatte se viele Freunde. Auch ein Mensch kann (in Köln und Umgebung) verdötscht sein, dann ist er mehr oder weniger verrückt oder übergeschnappt (im Kölschen gibt es sogar noch eine Steigerung: knatschverdötscht). ::


Dotz Dutz Knicker, Murmel, auch Augen Mach doch die Dötze auf. dötzen Murmel spielen Wollen wir dötzen? Auch "Stoß, Schubs" Wenne dem auch nur en kleine Dutz gibs, dann fällt der um. dötzen/dotzen/dutzen bedeutet deshalb auch "stoßen, anstoßen" Ich bin dem Ratt gegen dat Auto gedotzt. andötzen Wer hat hier den Schrank angedötzt.  ::


dotzen wenn Kinder zu Sankt Martin singend durch die Straßen ziehen und dafür Süßigkeiten erhalten, dann dotzen sie. Gedotzt wird im Rhein-Sieg- Kreis. ::


Dragoner resolute Frau Dat Irmgard is ja en Dragoner, aber dem sein Willi is en ganz treuen Schluffen::


Draht in der Wendung einen Draht haben/kriegen zu eine Beziehung haben zu etwas oder jemandem Zu dem hab ich keinen Draht. Zu der hab ich in der ganzen Zeit noch nie en Draht gekricht. (schwer) auf Draht sein clevere, aufmerksam, sachkundig sein Der neue Lehrling is schwer auf Draht, der wird bestimmt die Prüfung schaffen. Draht kann auch ein Synonym für Geld sein Ich hab kein Draht mehr,ich kann mir die Disko nich leisten.  ::


dran als Verstärkung in rheinischen Infinitivverbindungen Der Kuh am Schwanz am dran am ziehn. Bisse am dran am singenAm dran am trampeln. (Spruch einer rheinischen Mutter, wenn sie "falsche" Infinitivformen korrigieren will) Ich bin dran soll ausdrücken, dass mit einer Sache schon begonnen wurde Bisse fertich? Ich bin dran. nix dran sein Dat stimmt nich, dat die sich scheiden lassen, an dem Gerücht is nix dran. (gegestandslos sein) Iss mal tüchtich, an dir is ja gar nix dran. (mager sein) Ich schenk dir meine Jeansbluse, die is wie neu, da is nix dran. (unbeschädigt sein) Jetzt bist du dran (Betonung auf du) Was sagst du dazu? Müllers haben sich trotz ihrer Pleite ne Villa gekauft, jetzt bist du dran! Wann komm ich endlich dran? fragt der ungeduldige Patient im Wartezimmer.  Wer ist jetzt dran?" hört man auch in der gut gefüllten Apotheke. (an der Reihe sein). ::


drangeben aufgeben, etwas beenden Nu gibbet ma dran mit deiner ewigen Nörgelei. Der hat die Ausbildung drangegeben. Willze dat nich endlich drangeben, dat bringt doch nix. sich an etwas drangeben etwas beginnen, etwas anfangen Ich geb mich jetzt einfach mal an die Gardinen dran (ich fange damit an, die Gardinen zu nähen, zu waschen...).  ::


dranhalten, sich nicht aufhören, keine Ruhe geben Die hielt sich dran un war in eine Tour am rumkeifen, wo dat ganze Geld geblieben wär. Der Kleine hat sich drangehalten un immer wieder gefracht, wann wir dat nächste Ma aufe Kirmes gehen. Der hält sich aber dran ant meckern. Wenn du die Bahn noch kriegen willst, musst du dich dranhalten! (beeilen). ::


drankriegen jemanden übervorteilen, jemanden zur Rechenschaft ziehen Mit dem ollen Auto, da habense dich aber richtich drangekricht. Den Hinterngrapscher ham se endlich drangekricht, wurd ja auch Zeit::


drap davon herunter; sagte ein Schiedsrichter zu einem Spieler Pass auf, sonst fliegste drap. (Androhung eines Platzverweises).
Es ist erstaunlich, dass sich diese alte mundartliche Variante von "dar ab" in Kleve noch in der Umgangssprache erhalten hat. ::


drauf in der Wendung etwas drauf anziehen Kleidung zueinander passend wählen Die Hose hat aber ne komische Farbe, was willste denn da drauf anziehen? drauf gehen können (Betonung auf gehen) sich auf etwas verlassen können Dass die wieder mal zu spät kommen, da kannste drauf gehen! drauf sein eine Befindlichkeit signalisieren Wie biss du denn drauf? (Betonung auf du; was ist denn mit dir los? warum bist du so komisch? Ich bin gar nicht gut drauf heute::


drauf geben einer Sache, einem Geschehen Wert beimessen Wat der über mich sacht, da gib ich doch gar nix drauf. Da musse nix drauf geben, der is immer so bollerich, dat heißt bei dem gar nix. ::


drauf haben in der Wendung etwas drauf haben etwas können, in der Lage sein zu, fähig sein Der hat doch nix drauf, den sollen se ma vom Platz nehmen. Hasse nix mehr drauf? Die Jungs ham ganz schön wat drauf, hät ich nich gedacht. Du hass vielleicht immer Dinger drauf! ::


draufgehen vergehen, sterben Der is bei dem Unfall draufjegangen. Hier dat Auto, da is dat ganze Geld für draufgegangen. Auch im Sport ist "draufgehen" ein beliebter Begriff, um aggressives Attackieren des Gegners zu beschreiben. Die Rot-Weißen gehen drauf wie die Berserker. Der is dem voll auf die Knochen (drauf)gegangen. ::


draufschaffen lernen, einpauken Ich muss mir bis morgen noch die Englischvokalbeln draufschaffen.  ::


Dreckblech Dreckschüppe Kehrschaufel Gib mir ma dat Dreckblech, ich hab hier Sauerei gemacht. Geh ma Handfeger und Dreckschüppe holen::


dreckelich sehr schmutzig Bäh, wat bist du dreckelich! aber auch niederträchtig Du bist und bleibst nen dreckelicher Mensch! ::


Drecksack im Zentralrheinischen und in der Eifel Bezeichnung für ein Mischgetränk aus Cola und Bier (hier natürlich meistens Kölsch): Gib mir ma ene Drecksack::


Drempel Drämpel Fahrbahnhindernis, Fahrbahnschwelle Der Hubbel da auf der Straße, dat is en Drämpel, dat die hier nich so rasen. Als Drempel wird in der (Vor-)Eifel auch eine Schwelle im Türdurchgang bezeichnet, vor allem in alten Fachwerkhäusern Pass op dä Drempel op, dat de net stolperst
Das Wort kommt wohl aus dem Niederländischen und breitet sich im Rheinland aus. ::


Dresche Prügel, Schläge Der arme Kerl hat ordentlich Dresche bekommen von seinem Vatter. Die Handballer aus Angermund ham aber richtich Dresche gekricht in Gummersbach. (verlieren). ::


Drickes ein tollpatschiger, einfältiger Mensch Ey du Drickes. Oft von einem entsprechenden Adjektiv begleitet Dat is aber ne stieve Drickes (unbeweglicher Mensch), faule Drickes, kölsche Drickes (der Kölner als Typ).
Drickes ist die in allen rheinischen Mundarten gebräuchliche Kurzform von Heinrich. ::


Driet Driete, Dritt (dicker, klebriger) Dreck, Dreckskram Da is son dicker Driet hier aufe Fliesen, die sin ewich nich geputzt worn. Mach nich son Dritt. (Unsinn) In Wegberg sagt man Da haste aber Driet in de Pief. (sich gewaltig irren) Sone Driete aber auch!(Scheiße). drietendick sturzbetrunken Ey, gestern is mein Nachbar wieder drietendick gewesen. ::


Driss Dries, Gedress Mist, Unsinn Erzähl nich sonnen Driss. Früher ham die Beatles auch viel Mist gesungen, Liebesliedchen un so Gedresse. Ich hab Driss ine Bux. (Angst) Driss/Dries hat in Köln und Umgebung eher die Bedeutung "Kot, Scheiße", Driss am Schohn meint "Pech haben"; einer der schlimmsten kölschen Flüche ist Driss am Dom.  Am Niederrhein und im Ruhrgebiet gibt es auch die Verkleinerungsform Dritzken/Drissken: Der kann sich aber auch über jedes Dritzken aufregen. driessen, drissen scheißen Die sin wie jekotz und jedrisse. (sich ähnlich sehen, nicht abwertend gemeint) heißt es im zentralen und südlichen Rheinland. Driesarsch Schimpfwort für jemanden, der ständig nachfragt oder nörgelt. ::


drög siehe drüch::


drömeln dörmeln, drömmeln sich Zeit nehmen, etwas langsam machen, sich nicht beeilen Wenn der weiter so drömelt, werd ich noch verrücktDrömel doch nich so! Im Ruhrgebiet schickte man die Kinder mit dieser Mahnung zum Bäcker: Kind, hol zum Kaffee mal schnell ein paar Teilchen vom Bäcker, aber nich widder drömmeln. dörmelich/drömelich langsam, zögerlich (auch geistig abwesend, tagträumend) Nu sei doch nich so dörmelich, dat is ja nich zum Aushalten. Ein Drömel oder Drüemel bezeichnet einen Menschen an dem alles vorbei geht.
Man drömelt in den Mundarten des zentralen Rheinlands, dagegen dörmelt man im Bergischen Land eindörmeln einschlafen, einnicken, kurz einschlafen Bei Rosamunde Pilcher dörmel ich immer ein, so langweilig ist das. ::


Dröppelminna siehe dröppeln. ::


dröppeln tropfen, tröpfeln Der Kran im Klo dröppelt. Pass auf, dröppel nich auf de Decke. eindröppeln sich allmählich einfinden Um 10 Uhr war noch gar nix los, um halb 11 waren se dann alle so langsam am eindröppeln. bedröppelt traurig Kuck ma, wie bedröppelt der aus der Wäsche kuckt. Warum bisde so bedröppelt? Dröppelminna dreifüßige Kaffeekanne mit einem Kranausguss, aus dem es häufig dröppelt. (Auf die Dröppelminna hat man im Bergischen Land ein Monopol). ::


Dröppken Dröppke kleiner Tropfen; oft für ein alkoholisches Getränk gebraucht: Was haste denn da fun lecker Dröppken mitgebracht? Dat is noch son kleines Dröppken, dat kann dat doch gar nich. Is dat en süßes Dröppken! Die Frau hatte son kleen Dröppken bei sich. (kleines Kind)
Lecker Dröppken werden im nördlichen, aber zum Teil auch im zentralen Rheinland (also südlich der Benrather Linie) getrunken. In Köln heißt es dann aber endgültig Dröppchen::


drüch tröch, dröge, dröch trocken Der Kuchen is mier ze drüch. Der macht aber en drögen Unterricht. (langweilig, stofflastig) Dat is aber en drögen Pitter, den die sich da angelacht hat. (wortkarger, wenig lustiger Mensch) aber auch: Ich bin enen drüjjen Pitter, ich trinke nix. Ich geh auch nich innes Schwimmbad. sich drööch halten den Mund halten, sich zurückhalten Die wollen uns unbedingt besuchen, aber halt dich mal drööch! Im Kölner Raum ist mit drüge Kooche - im Gegensatz zu Sahnekuchen - Marmorkuchen o.Ä. gemeint. Die Frage in der Bäckerei Had Ihr och drüge Koche? führt schon mal zu Verstimmungen, wenn die Verkäuferin nicht entsprechend "aufgeklärt ist". Ein Kuchen kann auch knochentröch sein, dann ist er aber wirklich ungenießbar. Dat is en ganz Knochentrögen meint einen Menschen, der Witze erzählen kann, ohne die Miene zu verziehen. So einen nennt man am nördlichen Niederrhein auch drögen Pipper (einer, der zum Lachen in den Keller geht).
Ein Drüchfüzzer (Trockenfurzer) ist im zentralen Rheinland ein Mensch, der zwar viel redet, aber wenig tut, oder sogar ein richtiges Weichei ist. ::


druck drück Das in der Standardssprache nicht bekannte Adverb zum Verb drücken kommt im Rheinland in der Wendung et/es drück haben (eilig haben) vor. Der hadet aber drück, nach Hause zu kommen. Wahrscheinlich macht seine Alte wieder Theater. Hasset drück? (zur Toilette müssen). ::


Drücker in der Wendung auf den letzen Drücker kommen gerade noch rechtzeitig kommen Der kommt aber auch immer auf den letzten Drücker. Der macht alles auf den letzten Drücker (in allerletzter Minute). Jetz bin ich endlich am Drücker (an der Reihe sein). ::


drum in der Wendung froh drum sein erfreut, erleichtert sein Endlich Urlaub, da bin ich froh drum. Dat der nich hängen geblieben is, da bin ich echt froh drum::


Drum und Dran in der Wendung mit allem Drum und Dran vollständig, komplett Ich hab mir en Rechner gekauft mit allem Drum und Dran.  ::


du in der Wendung du mich auch Aufforderung, keine Unwahrheiten zu erzählen. Gestern hab ich nur ein, zwei Bierchen getrunken! Ja klar, du mich auch! ::


Dubbel Butterbrot aus zwei Brotscheiben Hier, nimm die Dubbels mit, die hab ich doch extra geschmiert für dich. Früher hab ich immer drei Dubbels mit zur Arbeit genommen. Wat hat mir denn meine Frau hier auf dat Dubbel getan?  ::


Dubbele Ausdruck für einen Menschen mit zwei Gesichtern Pass op, dat is enne Dubbele::


duckeln sich zum dösen hinlegen, es sich behaglich machen, mit Behagen ein kleines Schläfchen halten Ich geh mal ein bißchen duckeln. Ich hab gerade ne Stunde geduckelt. Das Wort wird auch verwendet im Sinne von "sich an jemand Schlafenden schmiegen". 
Das Wort ist in den Mundarten des gesamten Rheinlands verbreitet, in der Umgangssprache ist es jedoch nur noch in Teilen des zentralen Rheinlands zu hören.  ::


ducken in die Hocke gehen, um sich zu verstecken Duck dich, sonst finden die dich ja sofort::


duhne benommen, beduselt Ich bin noch ganz duhne vonne Nakose. ::


dull durcheinander, unkonzentriert Gezz halt ma zwei minuten den Rand, bei dein ewiget Gesabbel, da wird man ja ganz dull in en Kopp von. Man kann sich auch dull und dämlich lachen. ::


Dülldopp siehe Dilldopp::


Dulle höchste Spielkarte beim Doppelkopf, die Herz 10 Wieso schmeißt du da denn schon die Dulle drauf? ::


dumm in der Wendung zu dumm ab sein etwas leid sein, sich nicht mehr mit etwas abgeben wollen Dadrübber rede ich mit der nich mehr, dat is mir getz zu dumm ab. dumm und dämlich besonders viel, stark, gerne Also Dicke Bohnen mit Speck, da kann ich mich dumm und dämlich dran fressen. An dem Grundstück von seiner Mutter hat der sich dumm und dämlich verdient. jemanden für dumm verkaufen jemanden absichtlich falsch informieren, um einen eigenen Vorteil daraus zu ziehen Du willst mich wohl für dumm verkaufen! Dummschwätzer Der Ansager ist doch ein richtiger Dummschwätzer, der ist immer nur für Bayern... ::


Dumpfbacke Dummkopf, Blödmann, Langweiler Die Dumpfbacke hockt den ganzen Tach vor der Kiste. Die Dumpfbacke lade ich nich ein. Der ihr neuer Freund is aber ne ziemliche Dumpfbacke::


Dunkelbier Malzbier Als Kinder krichten wir immer Dunkelbier im Restaurant. ::


Dünnflitsch Durchfall Der sitzt schon wieder aufem Donnerbalken, ich glaub, der hat nen Dünnflitsch. ::


Dünnschiss Dünnpfiff Durchfall Ich hab nach der Sauferei gestern Dünnschiss. Dat is doch Dünnschiss, wat du da behauptes. (Unsinn) Son Dünnschiss hap ich noch nie gehört. ::


duppeln kopieren Ich geh dat hier ma eben duppeln::


Düppen siehe Döppen::


Durcheinander als Gemüse/Jemös durcheinander (Möhren-, Gurken-, Wirsing-, Endiviendurcheinander usw.): entweder allerlei Eintopfgerichte, oder auch als Stampfgemüse mit Kartoffelpürree gemischt; letzteres besonders am Niederrhein gerne gegessen. ::


durchkauen etwas endlos lange besprechen, im Gespräch breit treten Dat ham wer och gestern in der Konferenz schon endlos durchgekaut. Und wenn dat Ganze nochmal von vorne durchkauen, et kommt nix anderes dabei raus. ::


durchziehen etwas zu Ende bringen, eine Sache durchstehen Jetz hab ich den Kurs angefangen, jetz zieh ich den auch durch. Wenn der sich wat vorgenommen hat, dann zieht der dat gnadenlos durch::


Düse in der Wendung die Düse eins zu tausend gehen starke Angst haben Dem geht jetz die Düse eins zu tausend, dat se ihm die Fleppe wech nehmen. Man kann auch sagen: Dem geht die Düse::


Dusel Dussel Glück Da hasde aber Dussel gehabt, dat der Ball nur an die Latte gegangen is. So viel Dusel kann man doch gar nich haben! Duseltier, Duselkopf dummer, vergesslicher oder dösiger Mensch Du Duseltier, kannsde nicht aufpassen::


dusselich unfähig, blöd Bist du dusselich. Der is zu dusselich, sich die Strümpfe anzuziehenDusselige Kuh! Ein Dussel ist jemand, der oder die dusselich ist. Ein Dussel kann aber auch ein liebenswerter Tolpatsch sein. ::


dusseln duseln dösen, vor sich hin träumen Ich hab im Zug so vor mich hin geduselt. Bisse am dusseln, oder wat? rumdusseln Wenne den ganzen Tach hier rumdusselts, brauchsde dich nich wundern, wenne nix geschaft kriss. beduselt/bedusselt benommen, betrunken Ich bin ganz beduselt von der neuen Farbe! Der war ganz schön beduselt gestern. ::


Dutt Haarknoten Meine Tante hatte immer son Dutt hinten am Kopp. Ohne Dutt hassde die nie gesehen. Mit dem Knoten verschwindet langsam auch das Wort aus der Umgangssprache. ::


Dutz siehe Dotz::


düür teuer Dat is mir ze düür, dat kann ich mir nich leisten. Dat is aber ärch düür in Holland.  ::



ebbes bedeutet im südlichen Rheinland "etwas" Ich komm heut Obend ebbes später. Haste ebbes, dann biste ebbes!  ::


ebend kann im Rheinland neben der Grundbedeutung "eben" auch als bestätigende Floskel benutzt werden Ich bin ebend ma wech. Du has Recht gehabt, dem Nachbarn kann man nich trauen. - Ebend, hab ich dir doch gleich gesacht.
Offensichtlich ist ein alter Fernsehsketch von Dieter Krebs schon in der Umgangssprache (zumindest in Düsseldorf) angekommen, denn dort kann man  die triumphierende Antwort Ebend! mit Nackend! bestätigen (siehe Literaturlink). ::


ebkes efkes eben, mal eben; eines der wichtigsten Wörter am Niederrhein: ohne ebkes/efkes liefe dort nichts: Gehste mal ebkes zum Bäcker? Ich muss ma efkes umme Ecke. Mach doch ma ebkes en paa Dubbels. Tusse mich mal ebkes zur Hanni bringen? Kannsde ma ebkes das Fenster los machen? Kannse mich efkes die Schüssel geben::


echt in der Wendung in echt Die Wendung kann als Bekräftigung einer Aussage oder als Frage verwendet werden: Ich hab die Kiste ganz billich gekricht. In echt? Ich hab gestern den Meister von der Nachbarin gesehen, in echt! Ausbau möglich als in echt oder aus Scheiß? wirklich oder nur so blöd dahergequatscht Ich wander aus inne Türkei. Sachße dat gezz in echt oder aus Scheiß?  Man kann echt auch sagen: Den Peter Maffei hab ich echt in echt gesehen!. Außerdem in der Wendung echt ma! als Bestätigung Scheisswetter heute! Aber echt ma! (Siehe Kommentar). ::


Ecke die Wendung umme Ecke kann viele Bedeutungen haben Der Taxistand is umme Ecke rum. (ganz in der Nähe) Dat is längst umme Ecke. (längst vorbei sein, erledigt) Den bring ich noch umme Ecke. (töten) Man kann auch eine Ecke ab haben, dann ist man nicht ganz bei Trost Der hat doch ne Ecke ab, hier sone Scheiße zu erzählen. Außerdem kann man eine Ecke Wurst kaufen Ich hät gern noch ne Ecke von der Mettwurst da. (ein kleines Stück, etwas) In Studenten-WGs wurden früher oft billige Käseecken (Endstücke) gekauft. Auch schön der Witz: Wo dran erkennt man eine Waldorfschule? Die Fenster ham appe Ecken.  Außerdem kennt man im Rheinland auch runde Ecken (statt "abgerundet") und schräge Ecken (Straßenecken im spitzen Winkel) und die Ecke, anne Ecke oder aufe Ecke als Ortsbezeichnungen (Der wohnt da aufe Ecke). Eine der wichtigsten Einrichtungen überhaupt: Die Eckkneipe, die auch schon mal "Zur runden Ecke" heißen kann. Deshalb ist jemand, der sagt Ich bin mal anne/aufe Ecke en Bier trinken an einer benachbarten Straßenecke entweder in einem Büdchen oder in einer Eckkneipe::


Eckendrieter Gerstenkorn am Auge Mann, hasse da en Matschauge. Sieh zu, dassde den Eckendrieter reif werden lässt.
Diese Variante des Gerstenkorns kennt man in Essen. ::


efeilich eingebildet, vornehm tuend Dat is vielleicht ne efeilige Pinsel! ::


effe eff, äffe einfach, simpel (nur auf Gegenstände und Speisen bezogen) Ich ess am liebsten effen Streuselkuchen. (ohne Füllung oder Belag) Für so ne effe Brille hast du 500 Euro bezahlt?
Das Wort kennt man im zentralen Rheinland, im Bergischen Land und am Niederrhein. ::


efkes siehe ebkes::


egal gleich Die Stücke sind egal lang. Dat Backblech hat en Schneider, da kannze kein Teich egal drauf verteilen. Die Zwillinge sehn aba akurat egal aus. Die Menschen sin sich alle egal, nur mansche sin eben wat egaler. (gleich und gleicher) Die sin sich egal. (gleichgültig sein) Egal is 88! (Antwort auf die Aussage "Ist mir egal!"). ::


Ei als leichtes Schimpfwort für einen eher tolpatschigen Menschen Ey, pass doch auf du Ei! Auch in der Wendung dickes Ei als Ausruf der Überraschung Ach du dickes Ei, dat jetz auch noch. Heut kommt et aber dicke. Eier schaukeln faul herumsitzen, nichts tun Wat macht der eigentlich außer den ganzen Tach die Eier schaukeln::


Eierfeile harmloses Schimpfwort Die Eierfeile hat schon wieder die Kohle vergessen. Ej hör ma, du Eierfeile, kannze nich aufpassen.  Ebenfalls als Eierfeile bezeichnet wird der harte, schmale Sattel eines Rennrads. ::


Eierkitsche schrottreifes Auto Kannze dir nix besseres als sone Eierkitsche leisten. Die gibt do gleich den Geist auf! ::


Eierquetsche enganliegende Sport- oder Badehose (bei Jugendlichen) Bisde schwul oder wat, mit deiner Eierquetsche::


eigen in der Wendung eigen sein übertrieben sorgfältig, sonderbar sein; auch "leicht beleidigt, zickig" Die is so eigen mit ihrer Wäsche, dass sie sie nur von Hand wäscht. Sach dat der Tante Käthe ma bloß nich, die is dadrin sehr eigen. Dat Kind war schonn immer eigen, kein Wunder, dat et keine Freunde hat. ::


Eimer Der is doch zu blöd, einen Eimer Wasser umzukippen. (Referenzgröße für geistige Leistungsfähigkeit) Dat is doch fürn Eimer. (nichts taugen) Die Kiste is aber jetz endgültig im Eimer. Nach dem Spiel war ich echt im Eimer. (kaputt, am Ende sein). ::


Eimerken die niederrheinische Verkleinerungsform -ken muss nicht immer auf etwas kleines hinweisen (siehe Männeken). Auch ein Eimerken ist nicht unbekdingt ein kleiner Eimer Vatter, hol ma eben en Eimerken Erpels aussem Keller::


einen als Platzhalter gebraucht für irgendwas: Komm, wir gehn einen trinken. (mehrere Biere) Ich geh ma einen abschütteln. (pinkeln) Der hat da einen erzählt, du glaubs et nich. (angeben, Anekdote erzählen) Ich leg mal einen nach. (Gangart steigern) Ich hab da noch einen. (Witz) Ich möcht ma wissen, wat der da widder vor einen hat. (Spiel beim Skat) Ich hab da einen an der Hand. (irgendwas zum klüngeln) Da kannze dir einen drauf blasen. (jemanden in Ruhe lassen) Da kannsde einen drauf lassen. (Bekräftigung einer Aussage) Der hat einen ziehen lassen. (Furz). Außerdem wird einen oder eine als unbestimmter Artikel in der Umgangssprache oft anders als in der Standardsprache gebraucht, z.B. als verstärkendes Element Die machen einen Krach, dat is nich zum Aushalten. Wir hatten vielleicht einen Ärger mit dem Vermieter, einen Ärger, kann ich euch sagen...Dat war eine Liebe, die hat et ganze Leben gehalten. ::


eingslich die im Ruhrgebiet und am linken Niederrhein zu hörende Variante von eigentlich Eingslich kann ich Schalke nich leiden. Wat macht eingslich der Worms, wo is der eingslich? ::


einholen siehe holen::


einkriegen sich abregen, beruhigen Der kricht sich gar nich mehr ein vor Glück über sein Gewinn. Nur krich dich ma wieder ein, sonst machste  dir noch vor lauter Lachen in dei Hose! Hasse dich wieder eingekricht? (nicht mehr beleidigt sein). ::


einmachen einwecken, einkochen Wie, ihr macht noch ein, dat kann man heute doch alles in Dosen kaufen! Lass dich doch einmachen! (Kommentar, wenn jemand lustlos ist oder sich aufgegeben hat) Die machen wir ein, ganz klar! (besiegen) Eingemachte Die Bank is auch bankrott, jetzt geht et ans Eingemachte. Stunde der Wahrheit, Substanz. ::


einmummeln sich dick anziehen oder zudecken Ich mummel mich jetz richtich schön in Bett ein. Boh, wat bis du eingemummelt; is et so kalt draußen? ::


einpacken aufgeben (müssen), zur Erfolglosigkeit verdammt sein Wenne kein Geld has, dann kannze gleich einpacken. Die könne gleich einpacken, wenn die gegen nen richtigen Gegner spielen müssen. ::


eins  in der Wendung sich eins sein sich einig sein Die sin sich immer eins, wenn et gegen de Nachbarn geht::


einsacken etwas einheimsen, einstecken, klar machen Die ham die Punkte ausem Auswärtsspiel eingesackt. Da hasde aber en dicken Stich eingesackt. (beim Kartenspiel) Der hat alles alleine eingesackt::


einschnappen beleidigt sein Jetzt sei doch nicht gleich eingeschnappt! ::


einstecken einstecken - hier in der Bedeutung "am Mann", "an der Frau","in der Tasche","mitgebracht": Der Sexkiller übberhaup is ein Satz: Baby, isch hap keine Kongdome einstecken. (brüllt ein 10-12-jähriger Junge durch eine Bahn in Krefeld) Ich hab grad kein Tempo einstecken, kannst du mir villeicht...? Keine Sorge, der Papa hat genuch Geld einstecken, dat Karrusäl kömmer uns dreimaal leisten::


einzelnt einzelnd am nördlichen Niederrhein oft zu hören statt "einzeln" Jetz könnter widder reinkommen, abba einzelnd. Kamman die Dinger auch einzelnt nachkriegen::


einzich besonders, einzigartig, wunderbar, goldig Ach is unsere Kleine nich einzich. Dat hättsde seejen müssen, dat war eso einzich, da hasde wörklich wat verpasst.
Sagt man im zentralen Rheinland. ::


einzichste einzigste diesen eigentlich nicht erlaubten Superlativ findet man im Regiolekt sehr häufig: Ich bin der einzichste, dem so wat passiert. Dat is die einzichste, die ich hier nich treffen wollte. Ich bin hier der einzichste, der richtig Doppelkopp kann. Dat is die einzichste Kneipe, die mir gefällt. ::


Eiterbrill in Köln und Umgebung zu hören für ein Puddingteilchen Ich hätt jer en Eiterbrill un de Zeitung::


Elbkähne große Schuhe Der hat Schuhe so groß wie Elbkähne::


Elektrisierknöksjen -knöksken empfindliche Stelle am Ellenbogen So ne Scheiße, jetz hab ich mich an der blöden Ecke auch noch et Elektrisierknöksjen gestoßen::


Emilie siehe Spül::


Emo emotionaler Mensch, ein von seinen Gefühlen bestimmter Mensch (abwertend) Kuck dir ma diesen Emo an. Mann, bist du ein Emo!
Der Emo ist ein neueres Wort aus der rheinischen Jugendsprache. ::


Ende in der Wendung ohne Ende sehr viel, außergewöhnlich viel Der hat Geld ohne Ende. Der hat Frauen ohne Ende, der Typ, ich versteh gar nich, wieso? da ist das Ende von weg  Ausdruck der Verstärkung Der hat so viel Geld, da ist das Ende von weg! ::


Ende in der Wendung etwas ohne Ende haben unbegrenzt. Der hat Knete ohne Ende. Die ham Krach ohne Ende. ::


Endung -ek Fusek Fußball Lellek Laufbursche, Blödmann Plottek Messer Schittek Schrottplatz Asek Idiot, Asozialer Spillek Spielplatz, Mottek Hammer, Pastek Pastor, Dingsdonnek/Dingsbommek Dingsbums. 
Nur im Ruhrgebiet gebräuchlich. ::


enee im zentralen Rheinland oft zu hören statt "nein" Dat is numma esu! Enee, dat is anders. Enää, du häs nich Räch::


Enkel Enkelknochen, äußerer Fußknochen Ich habe mich am Enkel gestoßen::


ens mal, einmal Kiek ens die die kleinen Katzen da. Kann ich dich ens sprechen? Kann auch verwendet werden, um auf die Länge oder Dauer einer Sache hinzuweisen Der Text ist ens lang.
Das für das zentrale und nördliche Rheinland typische Mundartwort hört man bei älteren Leuten noch oft in der Umgangssprache. ::


Entchen oder Endchen sind im Emmericher Raum Panadereste, die beim Panieren übrigbleiben und separat für Kinder gebraten werden. ::


entsorgen wegschaffen, aus dem Weg räumen, unterbringen Wo sind denn die Kinder? Die hab ich bei der Omma entsorgt. ::


Erbse in der Wendung eine Erbse am wandern haben verrückt, seltsam sein Der hat doch ne Erbse am wandern.
Wohl aus dem Kölschen in die Umgangssprache übernommen: Dä hät doch en Ääz am wandere. (spinnen) ::


Erdäppel siehe Erpel::


Erdnuckel kleinwüchsiger Mensch Ach die, die ist doch son Erdnuckel, ohne Trittleiter kommt die nie aufs Pferd.  ::


Erpel Erpels, Ärpel, Ääpel meist im Plural Kartoffeln Hol ma en Eima Erpels ausem Keller. Jetz han ich de Ääpel im Keller sagt man in Bonn, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Um Stampfkartoffeln zu machen, benötigte man am Niederrhein einen Ärpelknötscher. Ob in der Wendung ein schäbbiger Ärpel (ein unansehnlicher, hässlicher Mensch;männlich oder weiblich) tatsächlich die Kartoffel oder nicht doch die männliche Ente gemeint ist, bleibt fraglich, jedenfalls heißt es im Bergischen Land Wat hass du dir denn fürn schäbbigen Ärpel angelacht?
Erpels (eigentlich Erdäpfel) sind in den Mundarten des nördlichen und zentralen Rheinlands bis zur Nordeifel zu finden, weiter südlich beginnt das Grompere (Grundbirnen) Gebiet. Allerdings sind beide Mundartbezeichnungen nur noch bei älteren Sprechern in der Umgangssprache gebräuchlich. ::


esu steht im zentralen Rheinland in den Dialekten allgemein für "so". Machmal ist das Wörtchen auch in der Umgangssprache zu  hören: Machen wir das esu! (ohne Rechnung, schwarz). ::


Etagekappes sagt man in der Gegend von Dormagen zum Rosenkohl (weil die kleinen Köpfe übereinander am Stiel angewachsen sind). ::


etepetete geziert, wählerisch, zimperlich Mein Gott, wat is die etepetete, die isst nix ause Pommesbude. Sei nich so etepetete. ::


ette ötte sie, er Ette nu wieder! Wer war dat? Ötte. Kuck ma ette da, wat der wieder anstellt.  ::


exen etwas auf Ex trinken Der hat fünf Flaschen geext, jetz isser färtich. Oder "'wegwerfen, vernichten" Dat Papier kannse exen, mit der Quittung komm ich beim Finanzamp nich durch oder Mein Mann, der Tuppes, hat beim Aufräum son altes Familienalbum mit Fottos geext::


explizieren streiten, diskutieren, sich auseinandersetzen Lass mich doch mit deinem Scheiß in Ruhe, ich explizier mich doch nich mit dir!
Ist im Süden des zentralen Rheinlands noch in der Umgangssprache zu hören. ::


extra absichtlich Ich glaub, dat hat der extra getan. Wenn dat Foul nich extra war, dann weiß ich et nich. "Extra" kann auch "getrennt" bedeuten, z.B. wenn man an der Kasse gefragt wird: Kommt das extra? oder Och, wir schlafen schon seit Jahren extra, mein Mann schnarcht ja so. Extra kann auch "besonders" bedeuten (und kann sogar dekliniert werden) Dat is aber en extrarer Anzuch.  ::


ey eigentlich eine unpersönliche Anrede, kann aber heute vielfältig eingesetzt werden. Die bekannteste Variante ist wohl Boh ey! als Ausruf des Erstaunens. Daneben hört man: Pass auf ey, sons fährse dir ne Schramme in die Kiste. Pass bloß auf, ey. (Drohung) Jetz hör doch ma zu, ey! Ey, kuck ma da! Wat is dat denn, ey::



fackeln zögern Der hat ohne lang zu fackeln den Ball direkt aufs Tor gedroschen. Der fackelt nich lange. An deiner Stelle würd ich nich zu lange fackeln! abfackeln anzünden, niederbrennen Pass auf, willst du die ganze Hütte abfackeln? Die ham doch die Bude selber abgefackelt, um die Versicherung zu kassieren. Die Fackel steht im Rheinland übrigens für alles was brennt und herumgetragen wird: Ich hab noch keine Fackel für St. Martin. (Lampion) Der hat einen an der Fackel. (nicht ganz gescheit sein). ::


Fähnchen luftig-leichtes, auch aufreizendes Kleidungsstück für Frauen Mit dem Fähnchen gehst du nich raus, dat is zu kalt. Has de die Blonde da in ihrem Fähnchen gesehen::


Falle Bett Ich glaub, ich hau mich ine Falle. Dat war aber ne böse Falle! (schwere Enttäuschung). ::


falsch in der Wendung falsch sein hinterhältig, gemein sein Bei der musse aufpassen, die is so richtich falsch, wat die alles erzählt. Dat is schon falsch Männeken, macht auf fair, und wenn der Schiedsrichter nich kuckt, tritt er dir von hinten inne Beine. falsch geküsst hat man eine auffällige Veränderung am Mund (z.B. Herpes), wird man im Bergischen gefragt Hast du falsch geküsst::


Falscher Willhelm Perücke, Haarteil Die Haare sin doch nich echt, dat is en falschen Wilhelm::


Falschgeld in der Wendung wie Falschgeld mit sich nichts anzufangen wissen, sich am falschen Platz wähnen Was sollen wir hier? Wir sitzen ja doch bloß rum wie Falschgeld. Wat is los? Du rennst hier rum wie Falschgeld, wie bestellt un nich abgeholt. ::


Fänt Fant,  in der Nordeifel auch Vente (etwas abfällig für) Jugendlicher, Halbstarker Wat, mit sonem jungen Fänt bis du zusammen? Lass doch ding Fänte der Garten paraat mache, die han doch Kraft! Die Fänte standen am Wartehäuschenrum und ham die Leute mitte Wasserpistole geärgert. Auch Fäntebrööder.
Fänte kennt man vor allem im zentralen Rheinland, im Bergischen Land und sporadisch auch am Niederrhein. Das Wort lässt sich auf das lateinische "infans" (kleines Kind) zurückführen. ::


färtich meist kurz wie fättich gesprochen: ausgepowert, mit den Nerven am Ende, erledigt Die is färtich mitte Welt. Mein Gott, wat is der Typ färtich. Mach en färtich. Nu mach ma färtich (zum Schluss kommen). Im zentralen und südlichen Rheinland hört man mehr die Variante fäddich/fädisch ::


Fassong Stil, Ordnung, Form, Schönheit, Schnitt Och wenn de ers beim Frisör wars, dann hasse wieder Fassong in de Haare. Also mein Mutter is ja jetz schon seit drei Wochen ganz plötzlich im Krankenhaus, aber ich hab grat ers Fassong en der iern Haushalt jekrischt. Ach nee, dat kannsde so nich anziehn, da is einfach kein Fassong nich drin. Seit dem Ette da arbeit, is richtich Fassong in den Laden gekommen. Fassongschnitt Haarschnitt. ::


Fasteleer Fastelovend in Köln und Umgebung sagt kaum jemand Karneval, sondern meist Fasteleer oder Fastelovend, wenn er die fünfte Jahreszeit  meint: Jetz ham mer bald Fasteleer, un ich han noch nix zum anzedon. Dazu kommt als in Bonn wichtigster Tag Wiewerfastelovend. Ein Karnevalsjeck ist entsprechend ein Fastelovendsjäck Dat is ne richtige Fastelovendsjäck, der is die ganzen dollen Tage unterwegs. ::


Fatze großer Mensch Dat is ja en Fatze von Kerl! Isch han mir en Fatze aus der Box gerisse. (großer Fetzen)
Den Fatze als "Trumm von einem Mannsbild" findet man im südlichen Rheinland. ::


Fatzke eingebildeter Mensch (meist männlichen Geschlechts) Dat is vielleicht en blöder Fatzke. Mit som eingebildeten Fatzke will ich nix zu tun haben. So ein eitler Fatzke hat uns gerade noch gefehlt. ::


Faxen in der Wendung die Faxen dick haben keine Lust mehr haben, die Nase voll haben Ich hab die Faxen dick.  ::


feckeln rumfeckeln schnell und betriebsam hin und her rennen Unsere Oma is mit ihren 80 noch topfit, die feckelt noch den ganzen Tag in der Gegend rum! ::


Federball in der Wendung zum Federball gehen zu Bett gehen, schlafen. Mir fallen ja schon die Augen zu, ich geh jetzt zum Federball. ::


Feez Unsinn, Scherz, Spaß Da ham wer Feez gemacht. Mach kein Feez! Wir sind heut nacht dreimal ausem Bett geklingelt worden, ohne Feez. In Mach nich soon Feez oder Die macht en Feez um ihr Hündschen bedeutet Feez "Umstand, Bohei, Aufwand, Gedöhns, Theater".
Das Wort scheint langsam aus dem Sprachgebrauch zu verschwinden. ::


Feger im Ruhrgebiet und am Niederrhein: geiler Mann, sexuell erfolgreicher Mann Der Typ is en echten Feger, der hat echt ne Schnitte bei Frauen. Auch die Bezeichnung für ein Mädchen, dass viel herumläuft oder sich mit Männern einlässt: Die Perle is en heißer Feger. Schließlich kann auch ein Auto ein heißer Feger sein: Der MiniCooper is en heißer Feger. (zu um die Ecke fegen) In der Eifel dagegen ist ein Feger ausschließlich eine attraktive Frau, kein leichtes Mädchen, schon gar kein Mann und erst recht kein Auto! Ein Feger kann aber auch ein unerzogener Hund sein: Pass auf, dem Nachbar sein Köter, de schnappt auch, dat is ein richtiger Feger::


Feierabend Schluss, Ende Jetz is aber Feierabend mit dem Krach hier! Un dann is der mit sonem Knüppel gekommen, da war sofort Feierabend::


feierlich in der Wendung nicht mehr feierlich sein unangemessen In den Klamotten, wie die immer rumläuft, dat is ja nich  mehr feierlich! Soviel Mist, wie die da inne Werkstatt bauen, dat is ja nich mehr feierlich! Wie die Borussia spielt, dat is schon nich mehr feierlich::


Fell Haut Ich hab mir am Herd dat Fell verbrannt. Bei dem Jestank jeht dir ja et Fell über de Augen!  ::


fergeln meist rumfergeln sich heftig und lautstark streiten Die zwei sind sich den ganzen Tach am rumfergeln.
Das Fergeln scheint eine Spezialität der Einwohner des Bergischen Landes zu sein. ::


Ferkes Willem in der Wendung abgehen wie Ferkes Willem rasant, schnell sein, blitzschnell voranstürmen Die Rakete ging ab wie Ferkes Willem. Auch: reinhauen wie Ferkes Wellem mit großem Appetit essen Der haut rein wie Ferkes Wellem inne Pärtsköttel.
Ferkes Willem ist eigentlich der Schweine Wilhelm und steht in den zentralrheinischen und südniederheinischen Mundarten für einen unmanierlichen Menschen. ::


Ferkeskopp Schmutzfink, amoralischer Mensch Du Ferkeskopp, kannste dir nich die Schuhe sauber machen? Da kommt der Ferkeskopp wieder mit seinen Ferkesfingern daher. Du ollen Ferkeskopp, wat hasse da denn wieder rumgeschmiert. Meist aber auf charakterliche Mängel bezogen Der Ferkeskopp hat schon wieder dat Kleen betatscht. En läckern Ferkeskopp kann in Wuppertal aber auch zu einem kleinen Kind / Baby gesagt werden und bedeutet dann "ein niedlicher Fratz". ::


festtreten in der Wendung tritt sich fest Jetz is die ganze Marmelade auf dem Teppich gelandet. Macht nix, tritt sich fest! ::


fetschen sticheln, ärgern ::


fett in der Wendung Leck mich fett! als Ausdruck des Erstaunens und der Überraschung oder als Abwandlung von Leck mich doch: Leckmich fett, der hat doch tatsächlich dreimal hintereinander voll alle Neune geschafft. Du meins, ich soll nich mal en Bier mit deiner Frau trinken gehn? Ach, läck mich fett, da hast du gaa nix zu kamällen!  ::


fett auch im Rheinland ist der jugendsprachliche Ausdruck für "gut, schön, toll" in der allgemeinen Umgangssprache immer öfter zu hören Fettes Teil hast du da an. Voll fett die Karre!  ::


fetzen sich streiten, bekriegen Die sin sich ganz schön am fetzen. Mit dem hab ich mich gestern echt gefetzt. Dat fetzt aber! (eine Menge los sein, die Post abgehen). ::


Feudel Aufwischtuch, (siehe Aufnehmer und Foddel)) Schmeiß doch den alten Feudel ma wech, der stinkt schon. Dazu das entsprechende Verb feudeln Latsch jetz nich durch die Küche, ich hab grad gefeudelt.
Feudel ist im Rheinland seltener zu hören als Aufnehmer oder Schrubbtuch::


fickrig fickrich, fickerich nervös, unsicher, fahrig, hektisch Du machs mich ganz fickrich mit deinem Getue. Ich bin schon ganz fickrich, morgen fahrn wer innen Urlaub. Wenn du so fickerich bis, fängs du besser gar nich ers damit an. (mit einer diffizilen Arbeit). ::


fies eklig, ekelerregend, Abscheu erregend Da bin ich fies vor! Dat riecht aber fies bei denen inne Küche, da würd ich nix essen. Der is zu fies, um aus meinem Glas zu trinken. Fies kann auch "böse"oder "sehr" bedeuten: Da hat die sich aber fies vertan, so einfach war dat doch nich, wie die gedacht hat. Dat war aber en fieses Foul. Der is fies gefallen. Da hasse dir aber en fiesen Sonnenbrand geholt. An der scharfen Kante kannste dich fies dran weh tun.Kann auch neutral als Verstärkung gebraucht werden: Dat schmeckt äver fies joot. Außerdem kann man einen fiesen Charakter haben und ein fieser Möpp sein. ::


Fiets Fahrrad, siehe Fits::


Fifi falsches Haarteil Dem sein Fifi war nach hinten gerutscht, dat sah aus! auch Mottenfifi. Fifi kann natürlich auch einfach der Hund sein: Pass auf, datte den Fifi nich aus Versehen platt machs.  ::


Fimm eine Fimm ist im südlichen Rheinland eine kleine Verletztung, ein kleiner Kratzer Woher hasde da die Fimm an der Hand::


Fimmänchen Ohrfeige, das alte Mundartwort ist nur noch selten in der Umgangssprache des Bergischen Landes zu hören. ::


Fimmel Verrücktheit, Tick Der hat nen Fimmel!Ach der Karl hat nen Fimmel, der muss nicht alles für bare Münze nehmen wat dä sacht! aber auch Faible für eine bestimmte Sache Dat Erna hat nen Fimmel für Liebesfilme, et lässt keinen aus, im Färnseen nich un aunich im Kino! Auch: dem Blödmann könnt ich ständig en Fimmel zeigen. (mit dem Finger an die Stirn tippen). ::


fimmelich zimperlich Nu sei ma nich so fimmelich, et wird gegessen, wat auf den Tisch kommt. Du kannst dich auch anstellen::


fimpen pfeifen, ziehen (von Wind) Männe, zieh dich warm an, et is fies am fimpen draußen. Wenn draußen Wind is, is et bei den inner Bude nur am fimpen, da kanze dat nich aushalten. Draußen fimpd-et, abber hier drin is lekker war, wa?
Fimpen tut es am Niederrhein. ::


fimschich, fimpschich leicht anrüchig, fast verdorben, aber auch schwach gebaut, nicht sicher, wackelig Der Dachträger is aber wat fimschich, da würd ich kein Fahrad drauf bauen. Dat is aber ne fimpschige Angelegenheit. Dat Obst is aber schon wat fimschich, dat nimm ich nich. Auch in der Bedeutung von "empfindlich, leicht reizbar" Stell dich doch nich so fimpschich an. In der Eifel bedeutet fimpschich auch "sich Krankheiten einbildend, hypochondrisch", wobei dort Männer als generell ziemlich fimpschich gelten. Fimpsch Ramsch Son Fimpsch kauf ich nie wieder, dat Dingen is beim ersten Wind schon kaputt gegangen. Fimpschladen Ramschladen, "Jeder Artikel 1Euro"Laden
Ein für das zentrale Rheinland typisches Mundartwort, abgeleitet von fimpen "komisch riechen". ::


Finger in der Wendung die Finger waschen für Hände waschen Ich wasch mir noch ma eben die Finger, dann komm ich. ::


finnig schlau, gewitzt Dat is son ganz finnich Bürschchen. Dat hat die aber ganz finich eingefädelt. Oft als Substantiv gebraucht Finniger oder im Ruhrgebiet auch Finnigen Dat is son ganz Finnigen, da musse aufpassen. In dem Wort schwingt sowohl Bewunderung als auch Ablehnung mit.Zu Grunde liegt das Wort "findig", finnig ist wohl die westfälische Variante. Dort findet man statt der Lautkombination nd oft nn. ::


Fipke kleiner Mensch, etwas Unscheinbares In jedem Wurf is immer ein son Fipken, wat nich durchkommt. Der Jung von denen is aber en Fipken!
Fipken findet man im nördlichen Rheinland und am Niederrhein. ::


Fips Fipselchen Kleinigkeit, kleiner Mensch Mensch, du muss doch wenigstens en Fipselchen essen, auch wenn et dir nich gut geht. Ich bin kaputt, ich tu heut keinen Fips mehr. (Japser, Atemzug)
Kennt man im südlichen Rheinland (siehe dagegen Fitzelken und Fipke). ::


fipsich klein, unauffällig Nee, der Kulli is mir zu fipsich, kannze gar nich richtich mit schreiben. Mit son fipsigen Hemd siehste aber auch nich gut aus! Kannze mir mal den Faden in dat Nadelöhr friemeln. Dat is mir zu fipsich! (knifflig). ::


Fisel Fissel Fäden, Fussel Ih, die Bohnen haben Fissel! dementsprechend können Dinge auch fisselich sein. Am Niederrhein sind kleine Fussel Fiselken::


Fiselameng in der Wendung aus der Fiselameng machen etwas locker und leicht machen, mit links machen, etwas aus dem Ärmel schütteln Dat machst du nich mal eben ausem Fiselameng. Dat mach ich doch ausm Fiselameng.
Das Wort ist eine interessante Wortschöpfung aus Fisematenten und Lameng (siehe jeweils dort). Gesprochen wird es im südlichen Bergischen Land. ::


Fisematenten, Fisimatenten, Fissematenten, Visimatenten unnötige Schwierigkeit, Getue, unnütze Umstände Nu mach ma keine Fisematenten und geh dich entschuldigen. Immer diese Fisematenten. Wat solln denn diese Fisimatenten schon wieder.  ::


Fiskesnöres siehe Fisternöll::


fispeln flüstern Warum fispelze denn? Wat sind die denn schon wieder am fispeln?
Das Mundartwort fispeln kennt man zwischen der Nordeifel und dem südlichen Niederrhein.  ::


Fissel auch Plackfissel Hautauschlag Wat hasde denn da von fiesen Fissel im Gesicht?  ::


fisseln, fieseln leicht regnen Dat is schon wieder am fisseln draußen. Et regnet nich, et fieselt nur noch. Et fängt schon wieder am fisseln an. fieselich Dat is son richtich fiesliges Wetter. fisselich kann auch "knifflig, schwierig, umständlich" bedeuten: Mann, is dat fisselich, die Schraube da festzudrehen. Dat is aber ne fisselige Angelegenheit::


Fisternöll Fisternöllchen Fisternöllschen ist im zentralen Rheinland eine heimliche Liebelei Ham die en Fisternöll? Auch die oder der Geliebte wird so bezeichnet: Der is bei singem Fisternöll. Besonders häufig anzutreffen als Fastelovendsfisternöll En Fastelovendsfisternöll ist am Aschermittwoch vorbei. Am Niederrhein ist ein Fisternölleken oder Fisternölleke ein seltsame Form von Schnaps: ein Klarer (Korn oder Doppelkorn) mit einem Zuckerstückchen oder (auf der Duisburger Becker Kirmes) mit einer Kaffeebohne. In Teilen des zentralen Rheinlands (von Düsseldorf bis zur niederländischen Grenze) ist Fisternöll eine Bastelei, Fummelei, irgendeine unbedeutende Kleinarbeit: Der määt järn su e Fisternöll. Jemand, der so eine Bastelei unternimmt, ist dementsprechend ein Fisternölles oder auch Fiskesnöres (eine seltene Lautvariante). ::


fit in der Bedeutung von "in Ordnung, okay", meist als Frage oder Begrüßungsformel Alles fit? Nach fünf Stunden harter Maloche war widder alles fit, konnsde nix mehr von der Katastrophe sehn::


Fits Fitz, Fiets steht am Niederrhein für das Fahrrad Ich bin ma eben mitte Fits wech. Kann ich ma dein Fits haben::


Fitsch Schnäppchen Kumma, die Kammera, bei ebay für 20 Euro, hat keiner mitgeboten. Da habbich echt en Fitsch gemacht::


Fitsche Fitsch, oft nur im Plural Fitschen Türangel Du muss ma die Fitschen ölen, die quietschen ja scheußlich. ::


fitschen rennen (besonders bei "kurzen Beinen" gebraucht) Hei, Kurzen, fitsch ma ehmt inn Gaaten un sach Oppa, der Kalle is ann Tellefon. Ich fitsch ma eben da rübber. fitschich klein und beweglich Neulich hab ich mit sonn paa kleene Jungs son bissken rumgedribbelt. Du glaubs et nich, da kommse kaum gegen an, die sinn so klein und fitschich, die laufen eim praktisch zwischen de Beine durch. Fitschich ist es auch im Garten, wenn es geregnet hat und Ausrutschgefahr besteht. Die eigentliche Hauptbedeutung des Wortes fitschen oder fitzen (auch wegfitschen, abfitschen) "schnippeln, klein schneiden, etwas entfernen, abzwicken oder auch absägen" ist in den rheinischen Mundarten weit verbreitet, stellenweise kommt sie auch noch in der Umgangssprache vor: Fitsch da noch ein paar Zweige weg, dass man wieder ausem Fenster gucken kann. Jetz fitschen wir an dem Brett noch die Ecke ab, dann passt dat. beifitschen beim Friseur: Ach dat is noch ze lang, da mussisch noch noch wat beifitschen. (zurechtschneiden, angleichen) wegfitschen Da stibbeln noch en paa Häerchen raus, die tu ich eben wegfitschen. (weg-, ab-, rausschneiden).
Fitschbuhne, Fitschbohnen oder auch Fitzebohnen und Fitzeböhnkes sind dementsprechend Schnibbelsbohnen, also klein geschnittene Bohnen, der dazu passende Eintopf heißt Fitschbuhnezupp (im zentralen und südlichen Rheinland, die nördliche Entsprechung ist die Schnibbelsbohnensuppe). ::


Fitütten Faxen, Fisematenten Nu mach ma keine Fitütten hier.
Nur am nördlichen Niederrhein gebräuchlich. ::


Fitzebohnen siehe fitschen::


Fitzelchen Fitzken, Fitzel, Fitzelken, Fitzelche, Fitzchen, Fitz kleines Stück, ein bisschen, ein wenig, Stofffetzen, Papierfetzen Von sonnem Fitzelken wirsde doch nich satt! Kein Fitzken krisse davon ab. Ich brauch ma en Fitzelchen Papier. Der hat kein Fitzken Verstand. Et is kein Fitz übrig geblieben. Der Peter, dat is doch son Fitz, der geht ungesehn un ohne aufzufallen anner Kinokasse vorbei, der muss sich nich ma bücken. (kleiner Mensch). ::


fix schnell, gewieft Dat is en fix Männeken. (schlaues Bürschchen) Nu mach aber ma fix. Dat ging aber fix!   ::


fix un foxi kaputt, fertig, geschafft, müde gearbeitet, "fix und fertig" Weisse, nach vier Stunden Adventssamstach inne Fußgängerzone, da bisse fix un foxi. ::


Flaa Flaar eigentlich "Fladen", Bezeichnung für einen Blechkuchen Prummeflaa (Pflaumenkuchen), Zuckerflaa, Kirscheflaa usw.
In dieser Lautung im westlichen Rheinland. ::


flabbisch närrisch, verrückt Du bist vielleicht en flabbisch Hünkel!
Flabbisch ist man im südlichen Rheinland. ::


Flabes jemand, der nicht ernst sein kann Nu hör ma auf zu grinsen, du Flabes. Hier gibt et nix zu lachen. Auch ein naiv dümmlicher Mann mit dem latenten Hang, in jedes Fettnäpfchen zu treten Dat is ene schönne Flabes. In der Eifel ist mit Flabes ein unsensibler, ungschickter, tölpelhafter und meist männlicher Mensch gemeint. ::


Flachmann kleine, flache Schnapsflasche Der holt sich schon morgens immer en Flachmann anne Bude.  ::


Flachzange Idiot Der Achim ist die totale Flachzange, nicht mal ne Waschmaschine bedienen kann der! ::


Fläppe Flappe, Fleppe Gesicht, Mine Der hat vielleicht ne Fläppe gezogen, als er sein Zeugnis gesehen hat. Ich hau dem einen in die Fläppe. Passtich wat nich oder warum ziehße widder sonne Fleppe? ::


Fläppen (meist im Plural), seltener Fläppe Ausweis Der musste die Fläppen abgeben, weil er besoffen gefahren war. Es gibt allerdings auch die Variante den Fläppen abgeben. Dat einzige wat zählt is: Dreizehn Jahre abreißen und den Fläppen machen. Ich hab die Fläppe gerade ers gemacht.  ::


Flappjackes  Blödmann Esch well net, dat du möt su enem Flappjackes Ömjang has.  ::


Flappmann Weichei, unzuverlässiger Mensch Der Flappmann is schon wieder nich gekommen. Dat is doch en Flappmann von Torwart. ::


Flärke meist nur Plural Flärken lange Haarsträhnen Tu ma die Flärken aus em Gesicht. Fettflärken fettige Haare Hasse gesehn, wat die für Fettflärken hat::


flatschen mit Schmackes eindringen, aufschlagen Den isset Modellfluchzeuch abjestürz un mit der Nas voran minnestens 10 Zentimeter in de Erde jeflatsch. Bauchflatscher zu flacher Kopfsprung Dat war kein Köpper, dat war en Bauchflatscher::


Flatschen großes Stück, Teil einer Fläche, unförmiges Gebilde Die Nacht muss mich ne Mücke gestochenhaben, un ich hab mich wohl gekratzt, gedenfalls, andern Morgen hat ich da sonn Flatschen ann Unteraam, ich dacht schonn, gezz habbich die Beulenpest. (verfärbtes und geschwollenes Hautstück, auch ein "Knutschfleck") Wenn de in Berlin überre Straße läufs, musse voll aufpassen, datte nich die ganze Zeit in Hundekacke tritts,sons hasse dicke Flatschen davon anne Sohlen. Beim Abreißen vonne Tapeten is inne Ecke übern Herd son Flatschen Putz mit runnergekomm. Wo kommt denn der gelbe Flatschen da im Rasen her?  ::


Flatter in der Wendung die Flatter machen flüchten, sich aus dem Staub machen Der hat ganz schnell die Flatter gemacht. Wenne nich bald die Flatter machst, dann gibbet Ärger. die Flatter kriegen Angst bekommen Der kricht die Flatter, wenn der den Lehrer nur sieht. ::


Flattermann ein Wort mit mehreren Bedeutungen Der Flattermann is zäh wie Leder. (gebratenes Hähnchen) Der hat den Flattermann, lass den ma in Ruhe. (Entzugserscheinungen) Wat war dat denn von Flattermann, den konnt der nich halten. (Fußball auf einer unruhigen Flugbahn) Man kann auch den Flattermann machen: Ich mach jetz ma den Flattermann! (verschwinden). ::


flattern 

Angst haben, unsicher sein Der is ganz schön am flattern, dat der die Prüfung nich schafft. in der Wendung dat Hemd am flattern machen Mach mich nich dat Hemd am flattern (jemandem Angst machen).

 ::


Fleischmütze humorvolle Bezeichnung für eine Glatze Na, hasse heute widder deine Fleischmütze auf? ::


flennen weinen Hör getz ma endlich auf zu flennen, du kriss auch en Eis. Die is auch nur am flennen. Flennerei Die ewige Flennerei wegen nix geht mir echt auf den Zeiger::


Fletsche siehe Flitsche::


fletschen sich mit seinem ganzen Körper irgendwohin werfen Der Torwart hat sich noch inne Ecke gefletscht, aber dat war nich zu halten. Kleinkinder können auch wunderbar ihren Milchbrei gegen die Wand fletschen. Fletschauge geschwollenes Auge, auch schielendes Auge, sogar Glasauge Wat has du denn für ein Fletschauge::


Fletten (nur im Plural) abfällig für "Blumen" (in der zentralrheinischen Mundart eigentlich "Nelken") Der stand da mitte Fletten inne Tür. Hasse de ollen Fletten auf em Friedhof bei denen auf em Grab gesehn::


flezen eigentlich fleezen, fläzen sich hinlümmeln, sich breitmachen Dat erste, wat der tat, war sich auf dem Sofa flezen. Musse dich so fleezen, wie sieht dat denn aus? herumflezen Alles wat der kann, is auf der Bank herum zu flezen. So kommt der nie durcht Abi! ::


Flicken in der Wendung sich in de Flicken kriegen in Streit geraten Pass auf, die kriegen sich gleich in de Flicken. ::


Fliege in der Wendung die Fliege machen verschwinden, weggehen Ich mach wohl jetz besser ma die Fliege! Jetz mach aber die Fliege hier::


Fliegenschiss Sommersprossen Dat Kind hat die ganze Nas voll Fliegenschiss. Außerdem: Wegen jedem Fliegenschiss geht der zum Arzt! (Kleinigkeit).  ::


Flimmerkiste Fernseher Mach ma die Flimmerkiste leiser, die Blagen wollen schlafen::


Flimmflämmche dasselbe wie Nuckelpinne Wat hasde denn da von lustiges Flimmflämmchen? Passde da überhaupt rein?
Das Flimmflämmken oder Flimmflämmchen ist in den Mundarten des (zentralen) Rheinlands eigentlich der Marienkäfer. Vielleicht wurde ursprünglich der Volkswagen so genannt. ::


Flintenriem steht in Aachen und Umgebung für einen sehr dünnen, langen Menschen. ::


Flitsche Flitsch, Fletsch Schleuder, Steinschleuder, Zwille Komm, ich zeich dir ma, wie man die Flitsch spannt. Mach dat doch mitte Flitsche wech, dat geht doch viel besser als mitten Aufnehmer. (Abzieher mit Gummilippe zum Putzen) Auch als Flitscher gebräuchlich. Ein Gummiflitsch ist in Moers ein (dünner) Gummiring (kein Einmachring). In der Nordeifel ist eine Flitschlampe eine Taschenlampe.
Flitsch kann auch eine Geige oder Mandoline (siehe den bekannten Hans Süper aus Köln) oder neuerdings auch die Fernbedienung sein Gib ma die Flitsch her, deine Zapperei geht mir auf den Sack. Auch flitschen kann vieles bedeuten (Claudia Böhmer): "Dieses Wort hat bei uns ganz viele Verwendungen: Flitschen tut man z.B. einen Stein mit einem Gummiband. Oder man kriegt eine geflitscht, wenn man einen Stromschlag bekommt. Auch im Zusammenhang mit einer leichten Ohrfeige. Ich flitsch Dir gleich eine, wennde nich aufhörst. Am häufigsten aber im Zusammenhang mit dem ständigen Umschalten von einem Fernsehprogramm auf das andere: Nu hör doch endlich mal die Flitscherei auf. Das macht einen ja ganz nervös. Da soll einer sagen, wir Eifeler seien rückständig - hatten wir also nicht schon vor langer Zeit einen Begriff für das heutige Zappen?" Im Ruhrgebiet bedeutet flitschen "schnell rennen, um die Ecke verschwinden". ::


flitschen flutschen Der is mir durch de Finger geflitscht.  ::


flitzen schnell sein Der is mir flitzen gegangen. (zu schnell sein) Der is umme Ecke geflitzt::


Flitzpiepe Flitzepiepe Blödmann, Chaot, Nichtskönner Und diese Flitzpiepe soll ich als Lehrling anstellen, der nicht rechts von links unterscheiden kann?  ::


flöck flück, flucks, flux schnell Jetz aber flöck nach Hause, bevor dat Wetter kommt. Geh ma flöck nach drüben un bestell schon ma zwei Pizza Fungi. Geh ma flux anne Bude Kippen kaufen. Aus dem Bergischen wird die Wendung ich han der flöcke Machvüran gemeldet (Durchfall haben). ::


Flocken Geld Da hab ich keine Flocken mehr für. Kannsde ma en paa Extraflocken rüberwachsen lassendie Flocken hängen lassen den Kopf, die Blätter hängen lassen, allgemein schwach sein Die Priemeln lassen schon am ersten Tach die Flocken hängen.  ::


Flöddosch Schnake, Schneider Ih, kumma, en Flöddosch, mach den ma wech!
Das seltene Mundartwort wurde bislang nur aus Moers gemeldet. ::


Flohpüngel Hund Wo willze hin mit dein Flohpüngel::


Flönz einfache Blutwurst Bei Himmel un Erde muss Flönz dabei. ::


flöppen (heimlich) rauchen, vor allem bei Anfängern Die auße dritten Klasse fang jetz all et Flöppen an. Ich geh ma eine flöppen. (Zigarettenpause). ::


flöppen das stetige verglühen lassen einer sich im Mund befindlichen Zigarette (siehe auch Fluppe) Wemmer mit ner Fluppe en der Muul römläuft, da is mer am flöppen. ::


Flöppsche Mofa Da kommt er wieder mit seinem Flöppsche angefahren.
Flöppsche knattern im südlichen Rheinland durch die Ortschaften. ::


Floppy Versager, Niete Na Floppy, da haste wohl wieder mit Zitronen gehandelt. (Pech gehabt).
Das englische Slangwort ist auch im Rheinland zu hören. ::


Flosse meist Plural Flossen Hand, Hände Lass ma schön deine Flossen bei dir! Mann, der hat en paa Flossen. Musse denn unbedingt deine Flossen dahin halten? ::


Flötekies eigentlich Quark, Weichkäse (in dieser Bedeutung nur noch selten in der Umgangssprache), Synoym für Flötepiepen (siehe dort) "Denkste" Da hab ich diesmal den doppelten Einsatz beim Lotto jemacht und jedacht, jetz muset klappen, flötekies, wieder nix::


flöten in der Wendung flöten gehen verloren gehen, verpassen Dem is seit dem Unfall der ganze Spass am Radfahren flöten gegangen.  ::


Flötentöne in der Wendung jemandem die Flötentöne beibringen jemanden zurecht weisen, erziehen oder auch bestrafen Dem han ich de Flötentöne beijebracht. Wart ma, dir bringen se auch noch die Flötentöne bei::


flötepiepen denkste, Pustekuchen Ich hatte gedacht, die hätten dat Spiel schon im Sack, aber flötepiepen! Im Fernsehn hatten se schönes Wetter angekündigt, aber flötepiepen, et hat den ganzen Tach geregnet::


Flötotto Durchfall Hasse schon wieder Flötotto, oder wat hockse so lang aufer Toilette?
Flötotto hat man am Niederrhein. ::


Flötsch bemerkenswert große (krumme oder gerade) Nase Wat hat der denn vonne Flötsch im Gesicht::


Flotter Flotten Durchfall Ess nich so viel vone Flaumen, da krichse nur den Flotten von. auch Flotter Otto und Flottes Kathrinchen::


flottikowski schnell Jetz aber flottikowski gewaschen un dann ab na Bett. Nu wird endlich aufgeräumt, aber flottikowski::


flötzen verbotenerweise rauchen Meine Mutter hat mich beim Flötzen erwischt!
Flötzen ist ein ganz besonderes Wort für "rauchen", es ist nur in Neuss, Grevenbroich und im linksrheinischen Düsseldorf gebräuchlich. ::


Flubbes am Mittelrhein die Bezeichnung für einen leichten, dünnen Wein Von dem Flubbes kannste en ganz Bütt von vertrohn. ::


flück siehe flöck::


flucks flux siehe flöck. ::


Fluffi eine nicht so gelungene Perücke Kumma, der hat ja nen Fluffi auf!
Bislang nur für das Bergische Land belegt. ::


Flükschen bezeichnet in Hückeswagen ein kleines Schälmesser, z.B. zum Schälen von Kartoffeln. ::


Flummi kleiner Hartgummiball Nun titsch hier nich rum wie en Flummi, setz dich hin. En Flummi unter en fahrendes Auto werfen, dat fetzt::


Flunsch schiefer Mund als Ausdruck der Verärgerung Wat ziehsde von Flunsch, wat is los? Spricht man von einem Flunschgesicht so beschreibt man eine Person mit augeworfenen Lippen Angelina Jolie findste gut? Ich find, die hat so n richtiges Flunschgesicht! ::


Fluppe Zigarette Hasse ma ne Fluppe für mich. Meine sind noch im Automat. Oft auch nur im Plural Haste mal en paar Fluppen für mich? Sollen wer mal eine fluppen gehen? (eine Zigarette rauchen). Die Fluppe kann auch ein Flunsch/Schmollmund sein Zieh nicht so ne Fluppe! Mein Gott, hasse gesehen, wat die schon widder vonne Fluppe gezogen hat, als die dich gesehen hat::


fluppen klappen, (in guter Zeit) funktionieren Dat hat ja ma gefluppt mitte Reperatur. Ich hoffe, dat fluppt auch! Das Bohnenpflücken hat diesmal so gut gefluppt, daß ich die auch noch gefitscht gekriegt hab. flupptich wie geschmiert Dat ging ja ma flupptich. ::


Fluse meist im Plural Flusen Faserteilchen, Staubflocken Da sind ja noch Flusen unterm Bett, feech da noch ma richtich nach. flusen haaren können Pullover oder auch Tiere Der Pullover flust aber noch ordentlich. Der Hund flust. Wenn der Pullover flusich/fluselich ist, dann bildet die Wolle kleine Knötchen. ::


flusen einen (leichten) Stromschlag erhalten Ich sach noch, pass auf!, da kam der an den Kondensator dran un krichte vielleicht einen geflust! Du kriss gleich einen geflust! (ohrfeigen).
Wahrscheinlich hat dieses Flusen nichts mit den kleinen Faserteilchen zu tun. ::


Flutsch-Bücking eingentlich ein geräucherter Hering, hier ein agiles kleines Kind, das man kaum bändigen kann. ::


flutschen problemlos funktionieren, gut vorankommen Et flutscht gut. Dat hat aber richtich gut geflutscht. Auch: Jupp is geflutscht. (entwischen, flüchten) (In der Kölner Südstadt wurde die Veledastrasse auch Flutschgasse genannt. Dieser Spitzname entstand wahrscheinlich in den 20er Jahren aufgrund manch illegaler Machenschaften des einen oder anderen Bewohners der Straße in der Zeit.) Die Seife is mir immer widder ause Hand geflutscht. (heraus rutschen). flutschich rutschig, glatt Der Ball war bei den Regen so flutschich, ich krichte den kaum festgehalten. Dat is aber ganz schön flutschich hier bei euch im Flur::


Fochel Nase Boa, hat der ne Fochel. Der hat se dermaßen auffe Fochel gekricht, dat glaubse nich!
Die Fochel ist in dieser Bedeutung exklusiv für das westliche Rheinland. Eigentlich ist die Foche/Fochel in den rheinischen Mundarten ein Schieber an einem Ofenrohr! ::


Foddel alter Lappen oder altes Kleidungsstück Wat haste denn da für ein Foddel an? Gib mir mal den Foddel da, damit mach ich den Fleck weg! Bah, wat is dat denn fürn ekligen Foddel, damit willsde die Küche putzen?
Diese Variante von "Feudel" hört man im westlichen Rheinland. ::


Föhn in der Wendung den Föhn kriegen verrückt werden, nervös werden Ich krieg hier noch den Föhn, wenn dat so weitergeht. Hasse en Föhn? (spinnen, verrückt sein) Neuerdings geht auch Du hast doch wohl nen Föhn am brausen::


Föttchesföhler Föttschesföhler, Föttchesfühler jemand, der Frauen betatscht, wörtlich "Hinterngrapscher", besonders häufig zur Karnvalszeit im Gewühle unterwegs: Dat is ne janz eifrige Föttchesföhler. Ein Föttchesföhler kann aber auch für ein Weichei, oder - noch schlimmer - für einen Frauenversteher stehen.
Im zentralen Rheinland verbreitet (das Wort, nicht der Typus, den gibt es auch andernorts). ::


Fottloch siehe Futt. ::


Frack siehe frackich. ::


Fracki Frecki dicker Stein, Brackmann Von wegen Steinche jeschmisse, dat wor sonne Fracki::


frackich frakisch ärgerlich, wütend Der is echt frackich wegen der Geschichte, ich versteh gar nich, warum. Warum bisse denn jetz frackich? Der is frackich wegen nix. In der Nordeifel bedeutet frackich auch "unnachgiebig, wenig flexibel" Bei der Kälte is dat Kabel janz frackich. Frackigkeit auch Frack Ärger, Wut, aber auch "Sturheit, Eigensinnichkeit " (in der Nordeifel und in Köln) Dat macht der jetz aus reiner Frackichkeit nich. Vor lauter Frackichkeit schadet der sich selber. Die macht dat nur aus Frack jetz nich::


Fracksausen nur in der Wendung Fracksausen haben oder kriegen: Der hatte nach dem Unfall Fracksausen ohne Ende. Da hasde aber Fracksausen gekricht, wa::


Fräcksken eine schäbige oder schmutzige Jacke Der hat vielleicht en Fräcksken an. Mit dem Fräcksken willsde in dat Konzert? Ich glaub et nich::


fräd frääd herb, sauer Uh, der is aber frääd. Wo hast du denn den Wein gekauft? Dat is aber ne janz Frääde, de is nich zu trinken.
Das früher weit verbreitete Mundartwort ist im südlichen Rheinland vor allem im Zusammenhang mit Wein heute noch noch oft in der Umgangssprache zu hören. In der Eifel kann fräd auch "hart im Nehmen" bedeuten Die is fräd, das haut die nicht um. ::


Frängel dicker, unförmiger Stock, Knüppel Wat haste mir denn da für en Frängel gebracht. Hol mir mal nen schöneren Stock.
Frängel statt Prengel (siehe dort) sagt man im südlichen Rheinland.  ::


Fränkel zerschlissene Jacke, auch Anzug Musst du denn immer mit dem ollen Fränkel losziehen? Fränkel trägt man am Mittelrhein. ::


Fraß in der Wendung jemandem am Fraß kriegen packen, erwischen, festhalten Denn hab ich am Fraß jekricht.
Es ist erstaunlich, dass diese Wendung noch in der Umgangssprache zu hören ist, selbst in den rheinischen Mundarten war sie nicht weit verbreitet. Zu mundartlich Fraß "das Ende eines zugebundenen Sacks". ::


frasseln fummeln, basteln, werkeln Wat bisde da wieder am frasseln im Keller. Hör auf da an der Kruste zu frasseln, gleich blutet et wieder. anfrasseln anziehen Wie hast du dich denn angefrasselt. (deutlicher Hinweis auf eine unpassende Kleidung). ::


fräten freten essen Wat gibbet denn heute zu fräten::


fratze kaputt, erledigt Die Karre is jetz endgültich fratze, da is nix mehr zu machen. Bisse schon fratze oder wat, steh widder auf un spiel weiter.  ::


Fraumensch Frauminsch wird von älteren Rheinländern und Rheinländerinnen statt "Frau" (in jedem Zusammenhang: Freundin, Verlobte, Nachbarin, auch abfällig) verwendet Is dat dat Frauminsch aus der Stadt? Wie kann der nur mit sonem Fraumensch ankommen? ::


frecken kaputt gehen, auch "sterben" Die neue Kaffeemaschine is schon wieder gefreckt. Wenn wir ma alle gefreckt sind...
Dieses interessante Wort wird aus Bonn und von der südlichen Rheinschiene gemeldet. Es scheint eine Variante von "verrecken" zu sein, doch lässt die Vorsilbe des Partizips "ge-" auf eine eigenständige Bildung schließen. Aus dem Raum Boppard wird auch das Substantiv Freck gemeldet Der hat die Freck. (Der liegt krank im Bett). ::


Freckmännchen kaum lebensfähiges, neugeborenes Tier (auf einem Bauernhof).
Wird aus dem südlichenRheinland gemeldet, deshalb zu frecken?. ::


Fresse Gesicht, Visage Kuck nich so blöd, sons gibbet gleich wat inne Fresse. Man kann die Fresse auch polieren: Wenne weiter stänkers, krisse die Fresse poliert. Meine Fresse, wat hasde denn jetz widder angestellt. Meine Fresse, wie sieht die denn aus. (zur Verstärkung) Ich hab mich gestern mit dem neuen Hobel vielleicht auf die Fresse gelegt, mir tut heut noch alles weh. (hinfallen). ::


fressen viel essen, unappetitlich essen; in der Wendung jemanden gefressen haben jemanden nicht ausstehen können Geh mir bloß weg mit dem, den hab ich so wat von gefressen! Den hab ich gefressen den Typ, dat kannsde mir glauben. Fresserei Gelage, reichhaltige Mahlzeit Dat war da vielleicht ne Fresserei, dat war schon nich mehr feierlich. ::


Fressklötsch Vielfrass Der Fressklötsch hat bei Früh nen ganzen Meter Bratwurst verdrückt.
Der Fressklötsch ist eine beliebte (und angeblich historisch belegte) Figur in Köln. ::


Freund in der Wendung wieder Freund (miteinander) sein sich wieder vertragen Seit mer uns ausgesprochen haben, bin ich widder Freund mit dem Karl. Komm, stell dich nich no an, sind wir wieder Freunde.  ::


frickeln rumfrickeln, zusammenfrickeln an etwas mit einer gewissen Ausdauer herumfummeln, sich an einer Reparatur versuchen, herummurksen Da hat der sich wat zusammengefrickelt, dat funktioniert nie. Wat hasse denn da wieder gefrickelt? Möglich ist aber auch: Dat hasse aber super wieder zusammengefrickelt. (trotz unfachmännischer Vorgehensweise gelungene Reparatur)Einer, der frickelt, ist ein Frickler oder Frickelönes. Dann gibt es noch die Frickelei, das Gefrickel, Jefrickel und die Frickelsarbeit Bei dem Gefrickel hier werd ich verückt::


Fricko Friko im Rheinland weitverbreitet für die Frikadelle Soll ich Ihnen die Fricko noch eben heiß machen? Wollen se Senf zu de Fricko? Noch ziemlich neu ist der Sozialfriko Sozialarbeiter, Jugendbetreuer Heute Nachmittag hab ich ein Date mit dem Sozialfriko wegen dem Schulpraktikum.
Den Sozialfriko kennt man in Krefeld. ::


fried (körperlich) zäh, ausdauernd, durchhaltefähig (bei bei dürren oder körperlich schwächlich wirkenden Lebewesen) Dat is en fried Kerlchen, man soll et nich denken. Wenn de der Gaul siehs, glaubs de nich, wie  fried der is. Für den Marathon is der doch nich fried genuch.
Fried ist man in und um Köln (fried wird übrigens auch als Adjektiv nicht flektiert). ::


friemeln kann mehrere Bedeutungen haben: Wat friemelse denn ständich da an dem Kabel herum? (herumwerkeln) Womit friemelse denn da zwischen de Finger herum? (etwas zwischen den Fingern drehen) Also ich weiß nich, wie der die Kabel zusammengefriemelt hat, da hab ich kein Vertrauen drin. Ich krich den Scheißknoten nich auseinander gefriemelt. Friemelei Bastelei Dat war vielleicht ne elende Friemelei, den Motor zu reparieren. Gefrimmel kleinliche Arbeit Mir geht dieses blöde Jefrimmel mordsmäßich auf den Zeiger. ::


fringen wringen, auswringen Nu fring mal den Lappen richtich aus::


fringsen etwas organisieren, hamstern
Nachdem der Kölner Erzbischof Josef Frings in seiner Sylvesterpredigt am 31.12.1946 den Diebstahl von zum Überleben notwendigen Gütern in einer existenziellen Notlage rechtfertigte, wurde das "Fringsen" geboren. Wo immer ein mit Kohlen beladener Güterzug oder LKW zum Stehen kam, fanden sich Leute mit Säcken und Handkarren, um sich einen Teil abzuzweigen. Im Winter 1946/47 "verschwanden" auf den Kölner Güterbahnhöfen täglich 900 Tonnen Kohle. Heute ist das Wort kaum noch im Gebrauch, aber im sprachlichen Gedächtnis der Kölner immer noch verankert.  ::


frinseln essen, naschen, müffeln Was gibts noch zu frinseln?
Das Wort ist in den rheinischen Mundarten nur sporadisch belegt.  ::


frisch sagt man im Rheinland, wenn es draußen kalt oder eiskalt ist Et is en bisken frisch draußen, heute. Zieh dir wat an, et is frisch. Im Raum Krefeld gibt es eine besondere Bedeutungsvariante, hier meint frisch auch "reichlich Geld haben" Der Macker is frisch, dä hät Kohle ohne Ende. andere Bedeutungen: Du bist ja nicht mehr ganz frisch. (nicht ganz gescheit sein) Du siehtst auch nicht mehr ganz frisch aus. (müde sein, müde aussehen).
Im Raum Velbert und im Ruhrgebiet ist die frische Suppe eine Boullionsuppe mit Klößchen und Gemüse, die traditionell den Auftakt des Sonntagessens bildet. Sie darf nicht aus Instantpulver hergestellt sein. ::


Frisör in der Wendung Dat kannze dein Frisör erzählen! (etwas nicht glauben nicht interessiert sein). ::


Fritte gebackenes Hackfruchtstäbchen Kommen da noch Fritten bei? Auch als Bezeichnung für den Verkaufsstand Wo is denn hier ne Fritte? (Pommesbude), auch Frittenbude. Abfällige Bezeichnung für belgische Autos auf den Autobahnen Die ganze Piste is voller Fritten, du komms überhaupt nich  vorwärts. jemanden Fritte machen fertig machen, zerstören, brutal schlagen. Geht auch als Adverb: Leg mal die Kassette in den Rekorder! Nee, geht nich, der is fritte! (kaputt, beschädigt). Bezeichnet man jemanden als Du Fritte! so meint dies soviel wie Blödmann.
Es scheint, als sei Fritte im Rheinland die südlichere Variante, die im Norden durch Pommes (siehe dort) abgelöst wird. ::


Frittenschmiede Pommesbude Geh ma zur Frittenschmiede un hol für alle Pommes und Schaschlick. Auch Frittenstall oder Frittenfarm kleiner Imbiss. ::


Fritzken kleines Kopfkissen für die Reise Tu dir doch dat Fritzken innen Nacken. Südlich des Niederrheins heißt das kleine Kissen natürlich Fritzchen::


fröhnseln anfröhnseln, sich wo reinfröhnseln sich unordentlich anziehen, und zwar weniger aus Liderlichkeit, sondern eher aus Unfähigkeit, möglicherweise gepaart mit Gleichgültigkeit Ach Vatter, wie Du Dich widder anjefröhnselt hass, so kannse doch nich auf die Beerdijung gehn, da lachen ja de Leut. Leeven Jott, wie dat Klein sich in die Jacke reingefröhnselt hat! Naja, et is noch am Üben! "Ganz im Süden" sagt man zum Ergebnis vom Anfröhnseln: Guck mal, wie der wieder drin hängt::


Frollein Fräulein; als Bezeichnung für eine unverheiratete Lehrerin mittlerweile wohl ausgestorben, öfter jedoch noch in Gasthäusern zu hören Frollein, ich möcht zahlenFrollein wird manchmal auch immer noch als Anrede für die Tochter oder ein anderes Mädchen verwendet, auch mit warnendem oder drohendem Unterton Frollein, getz wird hier mal endlich aufgeräumt, und zwar dalli, sonst darfse heute nich fernsehkucken! Frolleinchen kann als nett gemeinte Anrede verwendet werden, ähnlich wie Liebchen zum Beispiel auf dem Markt Frolleinchen was hätten Se den gern? ::


frönsseln im südöstlichen Kölner Umland Variante zu fröseln zeitaufwändig werkeln, herumbasteln, Ableitungen Frönssel Gebastel, Frönssler jemand, der ständig an etwas herumbastelt.  ::


froschen jemandem gratulieren und ihm mit den Glückwünschen zuvorkommen; meist zu Neujahr, wenn Freunde und alte Bekannte besucht werden Pass auf, da kommen die schon wieder froschen
Heute ist es im westlichen Rheinland auch üblich, dass die Freiwillige Feuerwehr, die Schützenbruderschaft oder andere Vereine gemeinsam die Haushalte der Gruppenmitglieder besuchen und einen Schnaps eingeschenkt bekommen. Froschen tut man nur in einem kleinen Gebiet um Mönchengladbach, und Heinsberg. ::


fröseln frößeln, rumfröseln, frösteln, seltener frönseln (in Köln und Umgebung) basteln, herumhantieren Bisse wieder an deinem Motorrad am rumfröseln? anfrönseln, reinfröseln sich unordentlich anziehen Mann, Vatter, wat hasde dich denn widder so angefrönselt, so kannsde doch nich vor de Tür gehn. Im südlichen Rheinland auch als Frösel/Frößel gebräuchlich: Wenn ich an den Umzug denke, wat dat fürn Frösel is! (vielerlei aufwändige Arbeiten). Wir haben den Söller geräumt, aber wohin mit dem ganzen Frößel? (Kram, eine Menge von Zeug). ::


frotseln herumalbern, sich auf Kosten anderer amüsieren. Ihr frotselt ganz schön rum. Das ist heut hier bei euch mal wieder ne Frotselei! ::


Früchtchen durchtriebenes Mädchen Dat is vielleicht en Früchtchen. Da habt ihr ja en schönes Früchtchen groß gezogen.  ::


frutzeln machen, tun, produzieren Wat is der denn da Geheimnisvolles am frutzeln da hintern in der Halle. ::


Füchsjen Füchschen war die Bezeichnung für ein Fünfzigpfennigstück: Dat kostet dich en Füchsjen.
"Füchschen war früher die Bezeichnung für sämtliche Kupfermünzen. Also für Ein-, Zwei- und Fünfpfennigstücke. Zu dieser Bezeichnung kamen sie durch ihre Farbe, die wegen ihres Kupfergehaltes "rot wie ein Füchslein" war. Diese Bezeichnung ist leider untergegangen und für die heutigen Kupfermünzen (Euros) nicht mehr üblich." (R.Schmidt, Düsseldorf) Die niederrheinische Variante Füchsken kann auch für ein rothaariges Kind stehen. ::


Fuchtel zänkische Frau Dem Karl seine Frau is vielleicht eine Fuchtel::


fuchteln herumfuchteln gestikulieren, unkontrolliertes Bewegen Fuchtel mir nich dazwischen. (jemanden behindern) Musse immer mitter Gabel rumfuchteln beim Essen un Reden::


fuchtich wütend, sauer, beleidigt Nu werd nich gleich fuchtich, nur weile den Grand verloren hass. Wat bisse so fuchtich. Pass auf, die kuckt schon ganz fuchtich::


fuckackig fuckackich, fuckackisch überreif, angefault, leicht verdorben Birnen kauf ich nich, die werden innen so schnell fuckackich. Kann auch auf kränkelnde Lebewesen bezogen werden Der sieht richtich fuckackich aus, der is bestimmt krank.
Das für das zentrale Rheinland typische Mundartwort kann man noch häufig in der Umgangssprache hören. ::


fuckeln rumfuckeln sich mit beachtenswerter Ausdauer an Aufgaben machen, die eine gewisse Widerständigkeit an den Tag legen Drei Monate hat der an den ollen Benz rumgefuckelt, dann hadder endlich eingesehen, dat der Motor platt is::


fucki in der Wendung fucki sein Spaß machen Mann, dat war fucki, klasse.
Sagt man am Niederrhein. ::


fuddelich fadenscheinig, dünn, minderwertig (bei Stoffen) Das ist aber ein fuddeliger Rock, hasste keinen vernünftigen? ::


fudeln futeln, futteln, fuddeln pfuschen, betrügen, mogeln Hör auf zu fudeln! Der is immer nur am fudeln! Hasse schon wieder gefutelt? Tut ihr auch nich futteln. (beim Skat) Futelei Betrügerei Mensch, jetz hör doch endlich mitte Futelei auf Fuddelskrom etwas Minderwertiges (eine Ware oder ein abgetragenes Kleidungsstück). ::


Fuffi Fünfzigmark- oder -euroschein Für nen Fuffi macht der alles::


Fuffziger als falscher Fuffziger unehrlicher, heimtückischer Mensch Dem Typen kannse nich übern Weech traun, dat is en janz falscher Fuffzijer::


fühlen in der Wendung da kamman dran fühlen offensichtlich sein, an der Nasenspitze ansehen Also wie der Bürjermeister in seiner Rede widder unsere Unternehmer umfökelt hat, da kamman dran fühlen, dat der widder Spenden für seine maue Pateikasse brauch. Ich muss nur dein Gesicht sehen, da kann doch jeder dran fühlen, dat du noch örgent ne Heimlichkeit vor has.
Dran fühlen tut man im zentralen Rheinland. ::


fuhrwerken meist als rumfuhrwerken stören, jemanden mit irgend welchen Tätigkeiten belästigen Musst du hier rumfuhrwerken, lass mich mal in Ruhe machen. Wat bisse hier schon wieder mit dem Besen am rumfuhrwerken? ::


Fumm Elan, Antrieb, Energie Der hat überhaupt keinen Fumm inne Fott. Der hat keinen Fumm zum Arbeiten. Wat meinste wat der Puck manchmal fürn Fumm hat, wenn son Eishokeyprofi zugehaun hat.
Den Fumm vermisst man im Bergischen Land und im zentralen Rheinland. Im übrigen Rheinland heißt es dagegen meist Kavumm, Kafumm Da sitzt orntlich Kavumm hinter, wenn der zuschlägt. (siehe Wortartikel Ka-). Fumm bedeutet auch Popel, verhärteter Nasenschleim Der is sich ne Fumm am drehen. Schmeißt der den Fumm doch glatt auf den Boden!
Diese Bedeutung des Wortes ist am Niederrhein verbreitet. ::


fummeln dribbeln beim Fußball Der fummelt sich kaputt. (mit dem Fummeln übertreiben) Nu hör doch ma auf zu fummeln un gib den Ball ma ab! etwas anpacken, befühlen Die fummelt ständig an ihre Zöppe rum. Hör auf, anne Tischdecke zu fummeln! ("Früher wurden wir ständig ermahnt, nicht überall dran zu fummeln", an der Halskette, an den Fransen der Tischdecke, im Kaufhaus an verlockenden Spielsachen...Inzwischen gebe ich diesen "Befehl" auch schon an die Nachwachsenden weiter..." (C.L.)).  Auch Menschen können miteinander fummeln, besonders unter Jugendlichen ist dieser Ausdruck gebräuchlich um körperliche Annäherung zu beschreiben. ::


Fump Zigarette auch verniedlichend Fümchen Lass uns noch nen Fümchen rauchen! ::


fumpen in der Wendung de Milz am fumpen haben Seitenstiche haben Nach einer Runde hatte ich schon de Milz am fumpen.
Die Wendung kennt man im zentralen Rheinland. ::


Fünf Fümf winkelförmiger Riss in der Kleidung Hasse dir schon wieder ne Fümf in de Hose gerissen::


Fünfzehn das Zahlwort wird im Norden des Rheinlands oft als Fuffzehn gesprochen; interessant ist die Wendung kurze Fuffzehn/Fünfzehn machen Sie hat zwei Bedeutungen Komm, wir machen jetzt mal kurze Fuffzehn. (Pause machen) und Mit dem machen wir kurze Fünfzehn. (jemanden kurz abfertigen, ohne Umschweife zur Sache kommen)
Die Pausenvariante ist im Ruhrgebiet verbreitet. ::


Funz derber Ausdruck für weibliche Geschlechtsorgane im Zentralrheinischen. Der fährt wie en aal Funz. (langsamer Autofahrer). ::


Funzel trübes Licht, schwache Leuchte Da hast du aber wieder eine trübe Funzel in deinem Zimmer an. Bei sonner Funzel kann  man doch nich lesen. Auch Synonym für Taschenlampe. Man kann auch etwas oder jemanden anfunzeln indem man ihn anleuchtet. Eine besonders trübe Leuchte ist eine Tranfunzel, die allerdings auch ein besonders langweiliger oder umständlicher Mensch sein kann: Mein Gott, bis die Tranfunzel endlich ma inne Gänge kommt ::


funzen funsen funktionieren, klappen Gottseidank, et funzt endlich! Hauptsächlich bei Computerfreaks zu finden Ich hab ein Programm geschrieben un et funzt nich! Die Firewall funst nich! Das Wort ist eine Slangbildung aus funktionieren. Durch die Computerszene ist es heute im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet, wenngleich das Wort schon sehr viel länger belegt ist. Et funzt wurde im Kölner Süden schon in den 60ern gesagt, vorzugsweise unter jungen Leuten. Zu dieser Zeit galt der Ausdruck als unschicklich, was vermutlich durch seine lautliche Nähe zu Funz (weibliches Geschlechtsorgan) begründet ist. So fragten sich junge Männer gegenseitig schon einmal Na, haddet gefunzt? wenn sie intime Details aus dem Liebesleben des anderen in Erfahrung bringen wollten. ::


Fupp Anmachholz fürs Feuer, aus trockenem Reisig; kennt man im südlichen Rheinland. ::


fuppen springen, hüpfen (meist von Gegenständen) Dein Ball fuppt aber prima. Fupp P.H. Hundhausen: "Fupp nannten wir Kinder in meiner Heimatstadt Gummersbach auch eine Böschung, einen Abhang in der Schlittenbahn. Wenn wir darüber fuhren, sprang der Schlitten durch die Luft. Je größer die Böschung war, um so waghalsiger war der Sprung, der auch mit einem Sturz enden konnte."
Fuppen ist ein im südlichen und zentralen Rheinland weit verbreitetes Mundartwort, das auch heute noch in der Umgangssprache Verwendung findet. Ob der Fuppes (Fußball, siehe dort) hier seinen Ursprung hat, ist noch ungewiss. ::


Fuppes Fußballspiel Heute abend kommt Fuppes im Fernsehen. Ich geh Fuppes spielen. ::


Fuppjäckchen besonders dünne Jacke Mit sunne Fuppjäckchen willze rausgehen? ::


für zu (in Verbindung mit "sagen") Ich hab ers gestern fürn Paul gesacht: Zieh die Jacke an, et is frisch draußen. Wehe du sachs noch ma Blödmann für mich. Andere Verwendungen: für zu (in Verbindung mit Verben) Hasse nix für zu knabbern, ich könnt noch wat vertragen.  ::


Furzknoten kleiner, aufgeweckter Junge, (sehr) kleine Person Kuck ma der Furzknoten da, passt nich in seine Hose un dribbelt die Jungs aus nach alle Regeln der Kunst. Dat war son kleiner Furzknoten. ::


furztrocken sehr trocken, staubtrocken Nee, wat is dat Brot heute schon furztrocken. Der is so wat von furztrocken der Wein!  ::


fuschen schwindeln, betrügen, spicken Wehe, du fuscht. Wer fuscht, fliegt raus. Der is nur am fuschen, der Kerl. Fusch ungerechte Sache Dat ich nich mitspielen darf, is Fusch. Wer is für den Fusch denn verantwortlich. Der Fusch hier is lebensgefährlich. (unsachgemäße Arbeit) durchfuschen sich durchlavieren, irgendwie durchkommen Er hat sich wieder einmal durchgefuscht. vorfuschen sich vordrängeln Du bist noch gar nicht dran, du hast dich vorgefuscht. ::


Füße Föös in der Wendung wat anne Füße haben reich, gut betucht sein ´(meist im Zusammenhang mit Heiratsabsichten) Der hat orntlich wat anne Füß, ma kucken, ob die den kricht. Der hät jet anne Föös, dat lohnt sich. Man kann auch Schotter an den Füßen haben: Die ham unendlich Schotter anne Fööß. Wenn man etwas aus de Füße hat, dann muss man eine Arbeit nicht mehr machen: Ich mach schon ma den Teich für den Kuchen, dann hasde dat schomma aus de Füß. ::


Fusel billiger, minderwertiger Schnaps Der stinkt nach Fusel. Son Fusel wollze mir doch wohl nich anbieten? ::


Fußhupe als Bezeichnung für einen kleinen (kläffenden) Hund. ::


fusselich (im Rheinland anders als im Standarddeutschen mit stimmhaftem s) ausfasernd Dat is aber en fusseliger Pullover. sich den Mund fusselig reden gegen Starrsinn anreden Mein Mann benutzt keine Hautcreme, da kann ich mir den Mund fusselich reden. Entsprechend fusseln ausfasern und Fussel kleiner Fadenrest Die Jacke fusselt. Du hast da en Fussel am Kragen.  ::


fusseln nieseln, leicht regnen (siehe fisseln) Dat es doch nit vill, et fusselt nur. Et fängt an ze fussele.
Fusseln ist die südrheinische Entsprechung des nördlicheren Fisselns::


fussich fuss rothaarig, rot, oft als Substantiv Fussiger, Fussige Der ihr Sohn, dat is son Fussiger. Die Fussigen, die mag ich nich. Et fussich Julchen ist eine kölsche Sängerin. Siehste die mit der fusse Jack? Der hat fusse Haare. fussisch-karriert irgend eine unbestimmbare Farbe Hasde die Haarfarbe gesehn, von der, die da gerade vorbeigerannt is? Ja, fussisch-karriert, neEn Füssjen ist im zentralen Rheinland die noch heute gebräuchliche Bezeichnung für ein rothaariges Kind. ::


futschikato verschwunden, verloren gegangen Samma, hass du mein Hammer gesehn. Vorhin warer noch aufn Tisch, jetz isser futsch! Wo is dat Geld? Futschikato::


Futt Fott Hintern Ich tritt dich gleich inne Futt. Da pack ich mir nit für an de Futt. (das ist keine große Sache, nichts Besonderes). Du stinks usem Hals wie ne 39er use Futt. (den Vergleich verstehen nur noch Ältere, die wissen, dass das 39. preussische Infanterieregiment einmal in Düsseldorf stationiert war.) die Futt zumachen sterben Dat Schmitze Billa hätt de Fott zujemaht. Die Verkleinerung ist das Föttche (siehe Stippeföttche), wobei es ein ganz besonderes Föttche gibt, nämlich das Höhnerföttche, womit ein Gerstenkorn gemeint ist. Ein Föttchesföhler ist ein Mann, der gerne Frauen an den Hintern fasst, im übertragenen Sinn ein eher älterer Mann, der die Finger nicht bei sich halten kann. Wenn jemand am Niederrhein als Fottloch bezeichnet wird, ist das eine weniger schlimme Beleidigung als seine hochdeutsche Entsprechung. ::


Futtfinger Fottfinger Drecksfinger Lass deine Futtfinger von der Kleinen. Mussde deine Fottfinger da auch schon wieder drin habenBleib mit die Fottfinger davon::


Futtsack Ärger, Mist, Probleme Der hat jetz echt Futtsack am Hals. Da krisse noch Futtsack mit, pass ma auf! Ich hatte mit der Maschine noch nie Futtsack, ich versteh dein Ärger gar nich. Mit dem neuen Computerspiel gibbet immer Futtsack. Man kann auch sagen Da is en Futtsack drin. (z.B. ein Kurzschluss). ::


Futz in der Wendung ne Futz quersitzen haben beleidigt sein Hasde en Futz quersitzen, datte hier sone Schau abziehs? Futzekanüll Ausruf der Bewunderung Ey, Futzekanüll, tolle Sache::


Futzi kleiner, schwächlicher Mann Vor son Futzi wie dir hab ich doch keine Angst. Wat en kleinen Futzi! Im Zentralrheinischen sagt man, wenn etwas winzig klein ist futzich/futzisch Der hat aber en futzich klein Häuschen. Deine futzich kleine Schrift kann kein Mensch lesen. Auch den Futzemann und das Futzemännchen findet man hier: kleiner Junge, kleines Kind Futzemann, komm mal bei de Oma. ::



gaapen jaapen, jappen gähnen Ich gaap schon die ganze Zeit, ich geh na Bett. Hör auf zu gaapen, du steckst mich an.
Die mundartliche Variante ist im ganzen zentralen Rheinland zu hören, verschwindet aber so langsam aus der Umgangssprache. ::


Gabiko oder Jabiko ganz billiger Kornschnaps Wat is der Likör aber lecker. Womit hasse den denn aufgesetzt, bestimmt wat Teuret? Ach wat, dat war nur Jabiko::


Gallone Flasche Bier Wieviel Gallonen hass du denn schon intus? Bring noch en paar Gallonen Bier mit::


Gang in der Wendung im Gang sein in Bearbeitung sein, geplant sein Ich glaub, da is irgendwat im Gang bei denen, da müssen wer aufpassen in der nächsten Zeit. ::


Gänge in der Wendung in die Gänge kommen (sich beeilen) Nu komm endlich inne Gänge, der Bus kommt gleich. Bis die inne Gänge kommen, is Mittach::


Gannef Typ, Macker, zwielichtige Person Da kam son Gannef angeschoben und wollte zwanzich Cent für nach Hause anzurufen.
Wie einige andere rotwelsche Wörter hat sich auch Gannef in der Umgangssprache des Potts gehalten; das Wort selbst geht zurück auf jüdischdeutschen Ursprung (siehe Gannove). ::


Gänsekrätzchen Gänsefüßchen Schreibt man Blau machen in Gänsekrätzchen? ::


Gänsewein Gänsebier veraltet für Mineralwasser im Bergischen Land und im Ruhrgebiet(siehe Gletscherbier).  ::


gapschen sagt man, wenn Schuhe so groß sind, dass die Ferse hochrutscht Nee, die Schuhe passen nich, da gapsch ich drin::


Gaul Pferd Bleib hinne von der Gäul un vorne von der Mädcher, dann kann dir nix passiere!
Vom Gaul statt vom Pferd erzählt man im südlichen Rheinland. ::


gebacken in den Wendungen (nich) gebacken (kriegen) etwas (nicht) schaffen, zuwege bringen, erledigen Seit Monaten renn ich em hinterher, dat er dat Abflussrohr ma heil macht, aber dat krichter nich gebacken. Komm, dat bischen Auspuff hat mein Lehrling in en paar Minuten gebacken, kannze drauf warten. Er liebt sie seit 10 Jahren, aber der Dödel kricht dat mit dem Fragen nich gebacken. Ach, am Strand is heute nix gebacken. (nichts los, uninteressant). ::


Gebeier stärkeres, nervendes, lang andauerndes Gejammer Ich halt dat Gebeier nich mehr lang aus.
Gebeier gibt es im Bergischen Land. ::


geben in der Wendung Ruhe geben sich beruhigen Nu mach ma, dat die Viecher Ruhe geben, der Krach is ja nich zum Aushalten. Nu gib Ruhe un setz dich hin. Willze wohl Ruhe geben::


gebongt abgemacht, einverstanden Iss gebongt: Du kriss mein Fahrrad, ich krich en Kasten Pils. Meist als Partizip, selten als Verb bongen Ich weiß nich, ob ich dat mit meinen Alten gebongt krich. Kannse morgen um drei? Dat is gebongt::


Gebrassel siehe Brassel::


Gedicht Bezeichnung für eine Sache, die besonders gut, besonders lobenswert, besonders gut gelungen ist. Den Kuchen von Margot musst du unbedingt mal probieren, ein Gedicht sag ich dir! ::


Gedöns Jedöns Getue, Aufwand Mach nich son Gedöns um dat bischen Haushalt. Wat dat wieder von Gedöns is. Wat für en Jedöns. Immer son Gedöns, wenn du ma wat tun solls. Dat is aber auch en Gedöns, wenn man mit der ganzen Bagage inen Urlaub fährt. Dä hät do en Jedöns in seinem Zimmer. (überflüssiges Zeug) Der hät vielleicht en Jedöns an der Backe, der hat nie Zeit. (Stress) Im Rheinland seht Gedöns auch für die monatliche Regel der Frau: Ich hab gerade mein Gedöns. Die hat ihr Gedöns, da kannse heut nichts mit anfangen.
Ältere Rheinländer und Rheinländerinnen kennen noch den Gedönsrat als Bezeichnung für jemanden, der sich sehr wichtig nimmt und aus jedem "Furz ein Gewitter macht": Mein lieber Herr Gedönsrat, nu mach ma halblang! ::


Gedress Gedriss, Jedress Mist, dummes Zeug, ärgerliche Angelegenheit, Aufregung Nu mach ma nich son Gedriss hier. Wat soll dat ganze Gedress. Dat janze Jedress, ich bin et leid. Das Wort ist im zentralen Rheinland zu hören und gilt als typisch ripuarisches Mundartwort. ::


Gefasel Jefasel Gerede, (dummes) Geschwätz Dem sein Gefasel geht mir echt auf en Zeiger. Wat is dat denn fürn wirres Jefasel? faseln schwätzen, dummes Zeug reden, angeben Jetz fasel nich rum, sondern komm zur Sache. Wat faselse da wieder von Zeuch.  ::


gegessen erledigt, vorbei Dat kannsde vergessen, die Sache is erledigt. Die Geschichte is doch längs gegessen, wat fängsde denn jetz auf eima widder davon an? Ja, mein Mann kommt immer schon gegessen vonne Arbeit nach Hause! (wenn jemand schon (auswärts) gegessen hat). ::


gehackt in der Wendung sich gehackt legen können/sollen den Buckel herunter rutschen, einen gerne haben können (Ausdruck stärkster Verärgerung) Dreimal hab ich den Kalle vonne Pinte abgeholt, datter sein Führerschein nich quitt wird. Letzte Mal hatter mir fast innen Wagen gegöbelt. Der kann sich in Zukunft gehackt legen, ich hab die Faxen dicke. ::


Gehacktes Jehacktes Hackfleisch (Gehacktes wird im Rheinland eigentlich nicht dekliniert, auch wenn man immer öfter dat is aus Gehacktem gemacht hört; auch die Variante dat Gehackte is nich mehr gut ist neueren Datums) Tus de wat vom Schweinejehacktes auven halbes Brötchen, enen Ring Zwiebeln drauf, un färtisch issen Mettbrötchen. Die Mamma macht de Frikadellen aus Gehacktes Halbunhalb, mit nem Ei dran und weenisch Paniermehl. Bring noch wat Gehacktes mit::


gehen im Sinne von "funktionieren, klappen" Wat nich geht, geht nich. Der Fernseher geht nich mehr, gestern ging er noch. Komm, ein Bier geht noch! Gestern war et so voll auf der Autobahn, da ging nix mehr. Also beim besten Willen, et geht nich mehr, mir tun die Füße weh.
Schön ist auch die umgangssprachliche Verwendung im Sinne von "tun": Wenn ich den schon seh, da könnt ich laufen gehn! Solln wir schwimmen gehn? Man kann drüber hinaus auch Pleite gehen Die Bude anne Ecke is jetz auch Pleite gegangen oder verloren gehen Der Schlüssel is irgenswie verloren gegangen. Man kann auch miteinander gehen eine Liebesbeziehung haben Ich glaub, die beiden gehen zusammen, oder? (heute allerdings schon wieder veraltend).
Schließlich noch die im nördlichen Rheinland zu hörende Variante Et geht sich dabei darum, dat der dat nich mehr tut oder Eigentlich gehdet sich darum, erst mal den Abschluss zu machen, bevor man den dicken Mann makiert und Darum gehdet sich doch gaa nich::


Geheuchnis Zufriedenheit, Geborgenheit, Wohlbefinden Da find ich kein Geheuchnis. (fühle ich mich nicht wohl).
Geheuchnis findet man nur im südlichen Rheinland. ::


Gehirnklebe süße Sprituose, die mit Sicherheit einen Kater hervorruft Gestern wieder richtig Gehirnklebe gesoffen.  ::


geiern laut lachen Der hat beim Lesen so gegeiert, dat sich den Rotwein über de Hose gekippt hat. Wat geierse denn so blöd::


geigen in der Wendung jemandem die Meinung geigen jemanden runterputzen, Klartext reden, sehr deutlich werden Boh, wie der widder et lügen anfanfen wollte, da konnt ich nich mehr und musst ihm einfach de Meinung geigen!
Siehe auch vergeigen::


geitig geitich zickig, eigensinnig Die hat sich mal wieder geitich angestellt.
Geitich ist man am nördlichen Niederrhein. ::


Gejanke Gejammer, Gestöhne Der Heijo geht mir mit sein ewijet Gejanke sowat von aufe Zwiebel! Kannze noch wat anderes als dat ewige Gejanke?
Wird vom Ruhrgebiet und Niederrhein gemeldet. ::


gelackmeiert angschmiert, betrogen Wenn der nich pünktlich is, bin ich gelackmeiert. Oft als Substantiv Jetz bis du der Gelackmeierte::


Geldkacker Geldautomat Ich geh ma eben nachm Geldkacker Kohlel bunkern. ::


gelten hier nur in der 3.Pers.Sg. gildet, und auch die nur in der Verneinung gildet nich Das gildet nich, der Ball war aus. In den Stock kucken gildet nich! (beim Skat) Beim Versteckspiel von Kindern ruft der Sucher: Eins, zwei, drei, vier,Eckstein, alles muss versteckt sein; vor mir und hinter mir gildet nich::


gemein als verstärkendes Adjektiv, sehr Als ich da hingeflogen bin han ich mich gemein weh getan. Der Auspuff is aber gemein laut::


Gemölsch Jemölsch Gemenge, Durcheinander, Vermischung Auf Kuba lebt en Gemölsch aus  Negern un ejemaligen Spaniern. Die Pänz ham uns ein Gemölsch von Sand ausem Kasten, Kranenwasser, braunen Kastanienblättern und Appesaff gebracht, et wär Puppenpudding für Blondinen.
In Köln und um Köln herum gebräuchlich.  ::


Gemürde Gemüerde Schnaps aus einer Flasche Korn mit einem Fläschchen Magenbitter gemischt Tu ma ne Gemürde.
Der Gemürde wird am nördlichen Niederrhein getrunken. ::


Geraffel unnützes Zeug, Plunder, Krimskrams, Gelumpe Schmeiß dat ganze Geraffel doch einfach inne Kiste. Wat willse denn mit dem alten Geraffel hier? Dat ganze Geraffel macht mich noch verrückt! Wat man immer von Geraffel dabei hat, wenn man surfen geht. (Ausrüstung) Auch Soldaten der Bundeswehr nennen ihre Ausrüstung Geraffel::


gerammelt in der Wendung gerammelt voll sein sehr voll, überfüllt sein Der Zuch war gerammelt voll. ::


Gerät meist in der Kombination heißes Gerät gutaussehende, flotte Frau Wat hat der sich denn von heißes Gerät an Land gezogen. Boh, hasse dat heiße Gerät gesehen? Es kann aber auch ein Auto oder Motorrad gemeint sein: Wat hasde denn da von heißes Gerät gekauft::


gerne in der Wendung gerne haben können gleichgültig sein Du kannst mich ma gerne haben. Ers renn ich dir wochenlang hinterher un nix is, un jetz kommse angeschissen::


Gerüsel Durcheinander, Unordnung Dat war vielleicht en Gerüsel auf dem Flohmarkt, ein Geschiebe und Gedränge. ::


Gesangsverein in der Wendung mein lieber Herr Gesangsverein Ausruf des Erstaunens oder der Bekrätfigung Der Willi is aber dick geworden, mein lieber Herr Gesangsverein. ::


Geschissen unbeliebte weibliche Person Da kommt dat blöde Geschissen schon wieder angelaufen! ::


Geschlöns Geschlönz, Geschlüns eigentlich nur die Bedeutung "Eingeweide bei Tieren", mittlerweile auch für Menschen: In dem Laden sind nur Punks, Skins un sonstiges Geschlönz, kann auch Abfall oder Überflüssiges bezeichnen, aus einer Anzeige aus einem Elektronikmarkt: Geschlönz: Sonderposten, Reste usw. Geschlönz kann auch ganz einfach nur Geraffel sein. Pack dein ganzes Geschlöns ein und komm her damit, dann wern wer schon sehn::


geschmeidig angenehm, locker, entspannt Bleib mal geschmeidig! ::


Geschniffels Jeschniffels Nieselregen Was en Geschniffels, da will ich nich nach draußen. Es gibt auch den Schniffelregen Son bisjen Schniffelregen is nich schön, aber besser als plästern die ganze Zeit. und das Schniffelwetter Hach nee, et janze Wochenende Schniffelwetter, dat hälsde nich aus. schniffeln nieseln, leicht regnen Hier isset schon den ganzen Tach am schniffeln.
Schniffeln ist ein "sehr rheinisches" Mundartwort, das im zentralen Rheinland noch in der Umgangssprache zu hören ist. ::


Geschoss tolle Frau Boh, hasse dat geile Geschoss gesehen. Der hat aber en geiles Geschoss von Frau, hät ich dem gaa nich zugetraut.  ::


Geseier Gejammer, Gemecker Hör auf mit dem Geseier. Ich kann dat ewige Geseier nich mehr hören::


Gesocks Gesöcks Gesindel, Pack Dat ganze Gesocks da kannze inne Pfeife rauchen. Mit dem Gesocks will ich nix zu tun haben. Dat langhaarige Gesocks werden se beim Bund schon einnorden. Da inne Siedlung wohnt nur Gesocks. Braunes Gesocks! Das Wort stammt aus den rheinischen Mundarten und ist abgeleitet aus "Socke". Früher einmal gab es auch die Bezeichnung besser Gesocks für die oberen Stände, heute ist jedoch nur noch die abwertende Bezeichnung zu finden. Spricht man hingegegen von einer armen Socke, so ist dies nicht abwertend sondern mitleidig gemeint Der Willi hat bei dem Irmgard nix zu lachen, der is ne ganz arme Socke! ::


Gesöff Jesöff, Jesöffs unidentifizierbares Getränk, minderwertiger Alkohol Wat is dat denn für en Gesöff? Son scheiß Gesöff trink ich nich. Mi sonem Jesöff kannze einen ja umbringen. ::


Gesülze schmeichlerisches, gestelztes Gerede Dein Gesülze kanns de dir sparen, damit erreichs de doch nichts. Ich kann dat Gesülze nich mehr hören.  ::


Gesumms nervöses Getue Mach hier nich son Gesumms, nur weil diene Eltern zu Besuch kommn. Du machs ja alle ganz koloneDu machs aber auch immer en Gesumms::


Gewatt in der Wendung int/ausem Gewatt kommen etwas in Angriff nehmen, umsetzen Meinste, dass der Peter jemals ausem Gewatt kommt und seiner Paula nen Antrag macht? Ich glaub nich, dat unser Sohn mal int Gewatt kommt un sich anner Uni einschreibt. Int Gewatt kommen hat auch die Bedeutung "sich einspielen" Immer wenn ich mitm Fahrrad in n Urlaub fahr, brauch ich drei Tage, um int Gewatt zu kommen, dann läufts drei Wochen prima. ::


gewieft clever, raffiniert, auch: intrigant, hinterhältig Pass auf, der Kerl ist gewieft. Dat is en ganz gewieft Männeken, den kannze nich reinlegen::


Gewitterziege im Ruhrgebiet eine streitsüchtige, zickige Frau. ::


Gezatter glibbriges Fett bei einem Stück Fleisch Schneid mir bloß dat Gezatter ab, das ess ich nicht mit! ::


Gezubbel sehnige Teile oder feste Fettschichten im/am Fleisch, besonders Suppenfleisch Schneid bloß dat Gezubbel da ab, dat kann ich nich essen. Zunge mach ich nich, da is immer son Gezubbel dranJezubbel gibt es auch an Textilien: Fädchen, die raushängen Wat hasde denn da von Jezubbel an der Jacke::


gibbeln albern lachen, kichern Die Mädchen sind nur am gibbeln da hinten in der Ecke. Wat gibbelse so blöd. Wat gibbet denn da zu gibbeln. Eine Frau, die ständig gibbelt, ist folgerichtig eine Gibbelstante oder im Ruhrgebiet eine Gibbeltante.
Das Wort ist in allen rheinischen Mundarten verbreitet. ::


giftich in der Bedeutung von böse, hinterhältig, verschlagen, agressiv Dat is en ganz giftech Männeken. Giftiger Der Berti, der war als Verteidiger son ganz Giftigen. ::


giggeln giffeln kichern, albern lachen Wat habt er da wieder zu giggeln. Die sind alleweilen am giggeln. Im südlichen Rheinland heißt es keckeln. ::


gildet siehe gelten. ::


Gitzknödel damit bezeichnet man einen Geizhals. In Wuppertal lautet die Variante Gitzknösel. auch Gitzhals oder Jitzhals Gitzhals, Gitzhals - riefen die Kinder im Rheinland, wenn die St. Martins-Lieder nicht entsprechend belohnt wurden.
jitzich geizig, wenig wert Dat is aber wat jitzig, dat Jeschenk. Oder aber auch: Der Bikini ist aber wat jitzig (etwas knapp).
 ::


glauben in der Wendung ich glaub es dir (verwendet wie na hör mal ) Für so n Schrott willst du zehn Euro haben? Ich glaub es dir! Glauben kann auch Audruck der (meist negativen) Überraschung, des Zweifels oder Abscheus sein: Ich glaub, ich brech ab! Ich glaub, ich werd nich mehr! Ich glaub et dir wohl, du bis mich am verkohlen::


Gletscherbier Mineralwasser (siehe Gänsebier). ::


Glibber schleimige, glitschige Masse Der Glibber sieht aus wie Götterspeise. Bah, wat is dat denn von Glibber. Ich hab in irgend son Glibber gepackt. Beim Chinesen hasse nur immer son Glibber auf em Teller. glibbrich Ii, son glibbriger Schleim hier. Dat is mir zu glibberich, dat kann ich nich essen. Sülze ist eine Glibberwurst. ::


Glotze Fernsehgerät Die sitzen den ganzen Abend mit Bier und Schnaps vore Glotze. Inne Glotze is grad nix los, ich komm dich ma im Garten besuchen. Stell die Blumen nich aufe Glotze, da isses dennen zu warm, da welken se doch! Kinder vore Glotze parken, sowas will Mutter sein! Varianten sind Glotzophon bzw. Glotzofon.  ::


Glück im Rheinland hat man Glück mit etwas und nicht wie im berühmten Schlager "Glück bei den Frauen" Begonien hab ich kein Glück mit! Du hast einfach kein Glück mitte Frauen! ::


glupschen schauen, (besonders auffällig) gucken Nee, mit dem Pitter is nich gut Skat spielen, der is nur nache Frauen am glupschen. Na, wat bisse am glupschen, gefällt dir meine Bluse? beglupschen betrachten, inspizieren Lass mich dat ma beglupschen, wir wern doch finden, warum dat dat nich tut. reinglupschen hineinschauen Kannsde aufem Heimwesch ma eben bei uns reinglupschen, ob der Schäng et schon färtisch hat? Wie ich innen Briefkasten rein am glupschen bin, wat seh ich da? Glupschaugen hervorstehende Augen  ::


göbeln sich übergeben, erbrechen. Ein mittlerweile weit über die Grenzen des Rheinlands verbreitetes, aber dennoch typisch rheinisches Wort ist göbeln. Menschen, die göbeln, geht es nicht gut, es ist ihnen sogar richtig schlecht. Ich hab die ganze Nacht gegöbelt, ich bin vom Klo nich runnergekommen. Wenne jöbeln muss, nimm schnell nen Eimer. Nicht immer sind Menschen, die sich übergeben, bemitleidenswert, vor allem dann nicht, wenn ihr Zustand selbstverschuldet ist. So wird zumindest im Ruhrgebiet das Göbeln in der Regel mit übermäßigem Alkoholgenuss in Verbindung gebracht: Der hat direkt vor de Kneipe gegöbelt. Den nimmt doch kein Taxi, der göbelt denen doch die ganze Kiste voll.  ::


Gofel Zigarette, Kippe Hasse ma nen Gofel für mich? gofeln rauchen Kumma, dat Ullich gofelt sich einen.
Diese Sorte Zigarette findet man (wenn auch immer seltener) im Ruhrgebiet. ::


Gold in der Wendung Gold dagegen sein, etwas anderes im Vergleich übertreffen. Die Äpfel von voriger Woche waren so schlecht, da sind die jetzt Gold gegen! ::


Goldlack hatten kleine Kinder inne Buxe, wenn die Unterhose verschmutzt war. ::


gorrich geizig Nu sei ma nich so gorrich un gib der Kleinen dat Geld fürn Eis. Der war schon immer so gorrich. Gorriger Dat is son richtich Gorrigen, von dem krichse nix. ::


Graf Butz von Sponnek ist die nordniederrheinische Variante des Grafen Koks (siehe dort). Wer wie Graf Butz von Sponnek durche Gegend stolziert, ist ohne Grund eingebildet. ::


Graf Koks  Wie sieht jemand aus, der rumläuft wie Graf Koks vonne Gasanstalt oder stolz ist wie Graf Koks vonne Gasanstalt? Es ist in der Regel ein Mann, der aufgedonnert oder stutzerhaft gekleidet wie ein Pfau durch die Gegend stolziert. Aber kundige Beobachter wissen: alles nur Fassade, eigentlich ist nichts dahinter. Der Mann ist schlicht und einfach ein Angeber. Du läufst hier rum wie Graf Koks, un deine Alte muss malochen gehen! In Bochum kennt man ihn auch als Graf Koks vonne Pannhütte, in anderen Regionen, z. B. Berlin, auch als Graf Rotz von der Popelsburg oder Graf Kacke.
Warum Graf Koks? Eine originelle Erklärungsvariante führt die Bezeichnung zurück auf eine steifen, zylinderähnlichen Hut, den man allgemein Koks nannte. Er wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem englischen Dandy William Coke populär gemacht. Noch heute gehört er zur Kluft wandernder Zimmermannsgesellen. Eine andere Ableitung bemüht das Jüdischdeutsche gag "Dach", aus dem sowohl der Hut Koks als auch der Keks als Bezeichnung für den Schädel entstanden sein soll: Du hass wohl nen weichen Keks!, aber auch Der Graf Koks vonne Gasanstalt da, der geht mir echt auf en Keks, wie der sich vermäckt. (siehe unter Keks).  ::


Graf Rotz dasselbe wie Graf Koks ::


Granate etwas besonders Tolles Die Perle ist ne echte Granate! Dat Spiel is aber ma ne Granate. Der hat bestimmt ne Granate aufe Hand, sons würd der gar nich reizen. (tolles Blatt beim Skat) Die Wendung volle Granate wird zur Verstärkung gebraucht: Wir ham die Anlage volle Granate aufgedreht, bis die Polizei kam. Mir geht dat Gelaber volle Granate auf den Sack. Der is volle Granate mitten in  die Kreuzung gerast. Dat ging volle Granate daneben. granatenstark Dat is aber granatenstark von dir, datte hier hilfs. (toll, spitzenmäßig)
Das Wort ist übrigens abgeleitet aus dem italienischen granata "Granatapfel". ::


grapschen anfassen, nehmen Der hat sich den letzen Keks gegrapscht. angrapschen anfassen Der hat mich angegrapscht. ::


Gräten nur im Plural, steht für Knochen Brech dir bloß nich die Gräten! Der is vorn Baum geknallt un hat sich alle Gräten gebrochen::


Graupe jemand, der etwas nicht wirklich geschaftt bekommt Is dat ne Graupe::


greesich schlecht gelaunt, nicht gut drauf, quengelig bei Kindern Bisse heut wat greesich?
Greesich oder greisich ist man zwischen Jülich und Kleve. ::


grellich jrellisch wütend, verärgert, aber auch durchsetzungsstark (z.B. ein Kind, das seinen Willen nicht bekommt) Dat Kleene is aber grellich!
Grellich ist man nur im zentralen Rheinland - und grellich sind nur Frauen oder Kinder. ::


Griede (nur Plural) weibliche Teenager, harmlose Alternative zu Gören: Die Griede sin schon den ganzen Tach am gibbeln.
Die gibbelnden Griede gibt es in der Umgangssprache nur noch in der Nordeifel, das Wort geht auf den Frauennamen Grete zurück. ::


Grielächer Jrielächer Mensch mit besonderem Humor, der nicht immer gut gelitten ist, weil er/sie als unaufrichtig gilt: "Das sind Leute, die dem Rheinländer nicht geheuer sind, weil sie grinsen und nicht lachen." Dat is en richtiger Grielächer::


gries grau Wie ist das Wetter bei euch? Ach so gries in gries! Der hat ja ganz griese Haare! ::


Griffel Finger Lass bloß deine Griffel von den Süßigkeiten. Warsde da mit deine Griffel auch schon wieder dran? Besonders abwertend sind Wichsgriffel Nimm deine Wichsgriffel da wech. Der hat die mit seine ekligen Wichsgriffel betatscht::


gripschen im Bergischen Land und in Düseldorf gehen die Kinder zu St. Martin gripschen, sie singen an den Haustüren und erbitten damit Süßigkeiten. Früher gab es zu diesem Anlass spezielle Gripschlieder.
In den rheinischen Mundarten steht gripschen eigentlich für "raffen, schnell greifen", sogar für "stehlen".  ::


Grissel Grissels Grisel körnige Bestandteile einer Flüssigkeit, z.B. Sago in einer Suppe; meist jedoch eher unerwünscht Bah, da sind Grissels drin! Wat sind dat denn vor Grissels in der Suppe? grisselich, griselich wenn etwas voller Grissels ist Ii, is der Pudding grisselich! Euer Färnsehbild is abber griselich, da muß mal einer nach de Antenne kuken. Mit so nen griselijen Steinen kannsde doch kein Haus bauen! (körnig, bröselig). ::


groggi erschöpft, fertig, müde Der war ganz schön groggy nach der Fahradtour. Ich bin völlich groggy.
Groggy scheint so langsam aus der Umgangssprache zu verschwinden. ::


Groschen Bezeichnung für Kleingeld, meist ist hiermit ein Zehnpfennigstück gemeint. Man sagt War en Papiergroschen - fällt langsamer! wenn jemand schwer von Kappee ist oder etwas nur mit Spätzündung versteht. Bei Dir fällt der Groschen auch in Pfennigen. (dasselbe) Ist der Groschen jetzt endlich gefallen? (etwas begreifen, verstehen). ::


grün in der Wendung jemandem nicht grün sein jemanden nicht leiden können Die war dem noch nie grün. Mit dem bin ich nich grün! Mit der is schwer, grün zu werden. Der is noch grün hinter den Ohren (unreif sein). Ein grüner Junge::


Grüngemüse Bezeichnung für junge Leute, die keine Ahnung haben. ::


Gude als abgekürzter Guten-Tag-Gruß Na dann ne Gude, ich bin ma wech::


Gummiadler gebratenes (halbes) Hähnchen Son alten Gummiadler könnt ich nich essen::


Gurke Jurk Nase Hasde einen auf deine Gurke gekricht? Wat der ne krumme Gurke im Gesicht hat. Der hät aber ne schöne rote Jurk vom Saufen. Minne Jurk is am abfriern von der RattenkälteGurke ist auch ein schlechtes bis untaugliches Gefährt: Also dat Taxi fom Fluchhaven in Bangla Desh war dier villeich ne Gurke. Ein unfähiger Sportler wird auch schon mal Gurke genannt: Boh, ey, der neue Torwart von 98, dat is ne Gurke, sowat hasse noch nich gesehn!
In Duisburg ist eine Gurke ein Bordell, das scheint aber eine örtliche  Besonderheit zu sein. rumgurken planlos herumfahren Wir gurken hier schon seit Stunden herum. Gurkerei lästige Fahrerei Wat is dat vonne Gurkerei hier, von einem Stau in den anderen. Gegurke technisch schlechtes Fußballspiel Dat schreckliche Gegurke kuck ich mir nich länger an::


gut kann abweichend vom Duden verwendet werden: Jezt is aber ma gut mit dem ganzen Theater. (Schluss sein) Sons gehts dir aber gut, wa! für gut kann auch ein Kleidungsstück sein Dat teure Kleid schlappse aber nich im Haus auf, das behältse dir mal für gut! (für Feiertage und besondere Anlässe) Fatter, der Schlips is abber ers mal nur für gut! Die Klamotten für gut ziehsde mir abber nich im Garten an!es kann einem auch nicht gut sein Mir isset nicht gut, ich leg mich was hin! gut is erledigt sein Einfach eine Spritze gegen Masern, un gut isKomm, gib dem seine 300 Emmchen un gut is. gute Butter eigentlich doppelt gemoppelt, um den Unterschied zur Magarine zu betonen Ich ess nur gute Butter auf em Brot. Die is aber gut dabei! (siehe dabei) für etwas gut sein nützen, sinnvoll sein Du willst en Nasenpiercing? Wofür soll dat denn gut sein? ein gutes Pfund/Kilo Ich hät nochgern ein gutes Pfund von den Äppeln da? Wieviel solls denn sein? Och, en gutes Kilo reicht. (etwas mehr als ein Pfund, auf jeden Fall nicht weniger). (siehe Kommentar von Ralf Joerres). ::



hä? nicht sehr elegante Variante für "Wie bitte?" Kannze mich ma ehmt den Zollstaock rübber gehm? Hä?! Maan, dat weiße Klappdings da mit den villen schwatzen Srichskes drauf! ::


Haback beleidigend für einen sonderbaren, schrägen Mann, deutlich ausländerfeindlich konnotiert Wat is dat denn für ne Haback?
Zum bilbischen Propheten Habakuk; in den rheinischen Mundarten kennt man den schmierigen Habakuk; das Wort scheint seit den 70ern aus der Umgangssprache zu verschwinden. ::


haben nehmen, bekommen Kann ich dat haben? Ich kann dat nich haben, wenn die Mütter ihre Kinder anschreien. Ich kann dat ga nich haben, wenn der mit der Kreide aufer Tafel so quietscht. (nicht leiden, ertragen können) sie noch alle haben nicht ganz bei Trost sein, verrückt sein Ey, hasse se noch alle! Der hat se doch nich alle! Hasse wat? (krank sein, traurig, beleidigt...) sich mit etwas haben (nur in der 3. Person Sing. gebräuchlich) auf etwas sehr achten, mit etwas sehr eigen sein Zieh bei Tante Marta bloss die Schuhe aus, die hat sich doch so mit ihrem Parkett! es haben an/mit De hat et an de Nieren nierenkrank sein. Die haddet aber auch immer mitte Blase. ::


Hacke in dem Ausruf verdammte Hacke! Verdammte Hacke abber auch, jetz hab ich schon widder en Platten::


Hacken in den Wendungen sich die Hacken ablaufen/abrennen (von Pontius nach Pilatus laufen) und einen inne Hacken haben/die Hacken dicht haben (betrunken sein) Wegen dem Teil hab ich mir gesten die Hacken abgelaufen inne Stadt. Der hat letzte Woche vielleicht einen inne Hacken gehabt. Gestern hatte ich die Hacken dicht, frach nich nach Sonnenschein. Man kann auch die Seuche anne Hacken haben (Pech haben). Wenn man ordentlich wat anne Hacken hat, ist man reich Der hat nix anne Hacken, der kricht nie ne Frau ab, so wie der auch noch aussieht::


hacken in der Wendung es hackt Äußerung des Unmuts und Ärgers Also ich glaub, et hackt! Du spinnst wohl. Bei dir hackt et wohl jetzt, hör auf damit! Hacken kann auch derb für "koitieren" stehen. ::


Hackepeter Gehacktes, Hackfleisch Hol doch ma en Pfund Hackepeter beim Metzger.
Ein Wort, das nicht mehr oft zu hören ist. ::


Hackes in der Wendung Hackes aus jemandem machen Ich mach gleich Hackes aus dir! jemanden verprügeln. ::


hackevoll hickehackevoll, hackendicht völlig betrunken Der war dermaßen hackenvoll, der konnt kaum noch stehen. So hackendicht habich die noch nie gesehn::


Haiopai siehe Heiopei::


halbgar nicht vertrauenswürdig, undurchsichtig, unentschlossen Der is son bisschen halbgar, mit dem würd ich keine Geschäfte machen. Dat is son Halbgarer, der weiß nich, wat er will.  ::


halblang in der Wendung halblang machen sich beruhigen, abregen, durchatmen Nu mach ma halblang und beruhig dich ers ma. Der soll ma halblang machen und ers ma seinen eigenen Kram in Ordnung bringen. Ich würd an deiner Stelle im Job ma ne Zeit halblang machen, damite wieder aufe Beine kommst.  ::


Halfjehang Halbgehangen schmächtige Person (abwertend gemeint) Wat is dat denn för en Halfjehang, der is ja noch zum Beten zu schlapp. Ein Halbgehangen kann aber auch eine Person sein, die nicht viel auf ihr Aussehen achtet Wie läufst Du denn rum, wie son Halbgehangenen. ::


Hallas Ärger, aber auch Radau, Spektakel Mach bloß kein Hallas jetz, hau lieber ab. Am Samstach is Hallas in der Westfalenhalle, da steigt ne riesen Sause. ::


hallo in der Wendung aber hallo (mit der Betonung auf der ersten Silbe), in der Bedeutung "Na und ob", meist nur als Antwort gebraucht: Habt ihr gestern einen Zuch durch die Gemeinde gemacht? Aber Hallo, wir haben gehext bis in die Puppen. Und hat die en tollen Typen abgeschleppt? Aber Hallo, ne echte Granate! Na aber Hallo, wer wird denn gleich beleidicht sein?
Hallo kann auch, dann aber mit der Betonung auf der zweiten Silbe, in die fortlaufende Rede eingebaut werden, um Erstaunen auszudrücken: Ich fraach, wattat Handy kosten soll. Da sacht die doch glatt: En Fuffi, hallo; ich zahl donnich fümzich Schleifen für son altet Nokia von anno Tuck::


Hals in der Wendung einen (dicken) Hals kriegen sich aufregen, wütend werden Wenn dat hier nich voran geht, krieg ich noch nen Hals. Geh mir bloß nich auch noch auf die Eier, ich hab schon son Hals. einen Hals haben Wut oder Ärger (mit/auf  jemanden/m) haben Ich hab son Hals, wenn ich den nur seh. Ich hab echt en Hals auf den, dat kannsde mir glaubenden Hals nich voll kriegen nicht genug bekommen, unersättlich sein Jetz hat er schon wieder die Miete erhöht, der kann auch den Hals nich vollkriegen. in der Wendung in den falschen Hals kriegen etwas mißverstehen Pass bloß auf, dat die das nicht in den falschen Hals kricht. ::


Halskrause in der Wendung eine Halskrause haben wütend sein Ich hab mich richtich geärgert gestern, ich hatte eine riesige Halskrause! ::


halt im Sinne von "eben" hat anscheinend aus dem süddeutschen Raum zu uns gefunden Et is halt so! Manchmal auch doppeltgemoppelt Et is halt eben so!  ::


Halve Hahn Kneipengericht, in Köln ein Röggelchen mit mittelaltem Holländer, Senf und Zwiebelringen, in Düsseldorf dasselbe mit Mainzer Roller.   ::


Hämfling Hänfling zarter, kleiner Mensch, auch : zartes Kind Der Hämfling brauch noch dringend wat aufe Rippen. Wat wills du denn, du Hämfling? ::


Hämmchen Eisbein, Vorderhachse des Schweins (im gebratenen oder gekochten Zustand) Ich hätt ma wieder Lust auf son richtich fettes Hämmchen. Ein kölsches Nationalgericht ist Hämmche met suure Kappes. ::


Hammer erigierter Penis Ich hab nen Hammer inner Hose! Übertragene Bedeutungen: Dat is ja wohl der Hammer, dat meins du doch nich ernst? (böse Überraschung) Der neue James Bond is ja der Hammer. (besonders gelungen) Die Wendung am Arsch hängt der Hammer ist eine ausdrückliche Verneinung, auch wenn sie oft mit ja beginnt: Kannich dein Auto haben? Ja ja, am Arsch hängt der Hammer. Ich hab gestern die Elke ausse Disko abgeschleppt. Am Arsch hängt der Hammer! (wer es glaubt) Im Ruhrgebiet kann darauf übrigens die Antwort erfolgen: Bei de Dachdecker links, was auf die Gewohnheit der Zimmerleute anspielt, den Zimmermannshammer hinten am Gürtel zu tragen. Diese Antwort ist im übrigen Rheinland jedoch nicht verbreitet.
der Hammer sein sehr gut, fantastisch sein Die Party war voll Hammer! Meine Freundin ist der Hammer! Hammer kann auch in Zusammensetzungen gebraucht werden hammerlustig, hammerhart Der Film ist hammerlustig. Dat is aber hammerhart, wat der hier abzieht. Hammer kann auch solo als Adjektiv gebraucht werden Super, toll dein neuer Pulli, sieht ja hammer aus!  ::


Hämpel (siehe auch Hempel) in der Wendung wie bei Hämpels unterm Sofa unaufgeräumt, unordentlich Bei denen sieht et aus wie bei Hämpels unterm Sofa::


Handschlach in der Wendung keinen Handschlach tun faulenzen, faul sein Der hat die ganze Zeit, wo wir wech waren, keinen Handschlach getan. Der hat im Haus noch nie en Handschlach getan. Keinen Handschlach hat die getan! ::


Hängefott schlaffes Gesäß Der hät äver en Hängefott, mein lieber Mann::


hängen hier die Zeitformen. Im Rheinland wird die Wäsche natürlich nicht aufgehängt, sondern aufgehangen oder opjehangen Wieso hasde die Wäsche trotz dem Regen aufgehangen? Ich hab die Jacke anne Gadarobe gehangen. Ich hab dat an den Nagel da drangehangen. Gestern ham wer die Gadinen aufgehangen. in der Wuppertaler Ausgabe der Rheinischen Post war sogar zu lesen: Die Mädchen hangen die Jungen beim Sprachtest häufig ab.  ::


Hänger eine Mensch, der einen zum wiederholten Mal enttäuscht hat Du bis der letzte Hänger, dat kann ich dir sagen. Der Typ is der letzte Hänger. Außerdem kann man auch einen Hänger haben, dies ist dann ein Aussetzer, Black-Out Bei der theoretischen Prüfung hatte ich irgendwie nen Hänger! ::


Hanghuhn weibliche Variante des Hungerhakens Du Hanghuhn hast nichts auffe Rippen! Und gibt es noch die Hanghühner im Wintersport, wo die männlichen Feriengäste durchweg alle weiblichen Wesen so titulieren. ::


Hans Muff Gehilfe des Nikolaus, meist schwarz gewandet, Kinderschreck Vor dem Hans Muff hatten wir immer echt Angst.
Den Hans Muff an Stelle des Knecht Ruprecht gibt es im zentralen und südlichen Rheinland sowie in Teilen des Ruhrgebiets.. ::


Hantier Aufwand, Mühe Dat is mir zuviel Hantier hier, dat selber zusammen zu bauen.
Gebräuchlich im südlichen Rheinland. ::


happich gierig, unbescheiden, übertrieben Dat is aber ganz schön happich, wat der sich da geleistet hat. Die ham aber happige Preise hier. auch: groß, viel, umfangreich, beispielsweise in Sätzen wie: Die Porzjohnen waren so happich, da konnten zwei von satt werden. Mer ham dis Jahr happisch Äppel auf de Bäume, dat wiet happisch Kompott geben für der Winter. Soller woanders hin gehn, wat der noch gemacht haben will, dat is mer zu happisch für dat Geld. ::


Häppken Kleinigkeit zu essen; die niederrheinische Variante des Häppchens ist in der Umgangssprache fest verankert: Ers ma en Häppken essen! Dat war doch nur en klein Häppken. Oft wird es auch in Unkenntnis moderner Buffettgepflogenheiten verwendet: Die hatten nur so komische Häppken zu essen. Heute findet man das Häppken sogar schon auf Speisekarten (Häppken auf Toast) oder in Reisetipps (vom kleinen Häppken bis zur Münsterländer Kaffeetafel). Weitere Verwendungen: Der is wohl en Häppken dösig, also in der Bedeutung von "etwas": Der is en Häppken doof. Wer etwas in Häppkes oder in Häppkens oder in kleinen Häppchen oder häppschensweise tut, der macht es in kleinen Schritten oder verwendet eine Salamitaktik: Ich weiß nich, datte na Ammerika auswandern wills, dat musde de Mutter abba in Häppkes beibringen. Fang ma an damit, datte umziehn wills - datte ausem Pütt wech wills, dat sachsde ihr ers mal nich, woll.
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Häppsche Küchenmesser. ::


Haps Bissen, Portion Boh, da hasde abba en dicken Haps abgebissen. Isch hab da in dem Rästorang nur son klein Haps jekrischt. Et sollte abba en rischtijes Essen sein und war auch teuer jenuch. Probier ma en Haps! Die Mamma hat mir widder en Haps Pürree für zwei aufgeschäppt::


hapschen (gierig) greifen, essen, an sich reißen. Ich hap immer in Konkurrenz mit meim kleinen Bruder gelebt, mir ham uns immer alles weg gehapscht, was ging. Das zugehörige Adjektiv oder Adverb lautet hapschich/hapschtisch Wir saßen mit Kind un Kegel am Kaffetisch, un dem Päule sein Zweijähriges, ne, kukt ers, dat keiner kukt, un dann, hapschtisch, haddet sich en halbes Stück Sahnetochte vonner Kuchenplatte in-t Schnüßjen gesteckt, so schnell konnt keiner kukn, wi dat war. Hapsch das gierig/schnell Genommene (ähnlich dem Haps, aber verschieden durch eine andere Konnotation) Beim Winterschlussverkauf, mir ham uns bald de Füße zertreten am Wühltisch, un wie die Frau vor mir dann anner Kasse iern Hapsch bezahlen wollt, hat se nich mal genuuch Geld gehapt::


Haras Haaras irgendwie seltsamer Kerl, meist in Verbindung mit "selten" Dat is aber ene seldene Haras!  ::


härm arm, bemitleidenswert, meist als Ausruf Härm! Och härm! oder Härm Dierchen!
Der Ausruf ist im westlichen Rheinland noch heute zu hören. ::


Harry in der Wendung wie Harry besonders schlimm, stark, extrem Dat stinkt hier wie Harry. Der is voll wie Harry. Boh, dat is aber laut wie Harry::


harzen von ALG II (Harz 4) leben Wie gehdet dir? Schlecht, ich bin seit 12 Wochen am harzen, uns ham se dicht gemacht::


Hasenbrot Brote, die vom Vater von der Arbeit (auf dem Feld oder im Pütt) wieder mit nach Hause gebracht werden. Mann, hab ich Kohldampf! Da is noch en Hasenbrot vom Vatter!
Im Rheinischen Wörterbuch liest man dazu: "Butterbrot, das man mit aufs Feld (auf die Reise, Jagd) nimmt u. unberührt wieder zurückbringt u. den Kindern gibt, wobei man sagt, man habe es einem Hasen abgenommen, nachdem man ihm Salz auf den Schwanz gelegt habe ..."  ::


Hau verrückt sein, nicht ganz bei Trost sein. Hasse en Hau oder wat? Der hat doch en Hau, lass en in Ruhe. Auch in der Wendung einen Hau wech haben Der hat ja nen Hau wech. Hau mit der Wichsbürste Hasse en Hau mitte Wichsbürste gekricht?
Ist wohl abgleitet vom Hau als "Schlag". (siehe auch wech). ::


Häu Heu Bergische Variante zu einen Hau haben: Der hat doch en Häu? (spinnen, einen Vogel haben). ::


Häufchen in der Wendung wie ein Häufchen Elend (Unglück usw.) Der arme Kerl sitzt da wie en Häufchen Elend ine Ecke, so schlecht geht et dem.  ::


Hebamme Flaschenöffner Gib ma die Hebamme rüber. ::


Heckepennes Heckenpenner Penner, Schlaffi Mit dem hab ich nix zu tun, mit dem Heckepennes. Auf den Heckenpenner kann man sich nich verlassen::


Heckmeck Getue, Umstände Nu mach ma nich son Heckmeck hier. Lass den Heckmeck! Wat dat immer fürn Heckmeck is, wenn ich einmal im Jahr ma für zwei Tage weg will::


Hefeteilchen Glas Bier Mach ma noch vier Hefeteilchen färtich. (Siehe Teilchen). ::


heftich wird häufig von jüngeren Sprechern gebraucht Die Fete gestern war ja echt heftich. (ausufernd) Euer Streit gestern war aber heftich. (stark, laut). ::


Heia Bett, meist im Zusammenhang mit Kindern gebraucht. Jetz aber ab in die Heia, und nicht gemuckt!  ::


Heide in der Wendung über die Heide kommen Er kommt mit dem Tag über die Heide. (soeben mit dem Geld zurecht kommen, sich durchschlagen). ::


Heiermann Fünfmarkstück, Geldbezeichnungen sind eine Sache für sich, es gibt eine Unmenge davon. Viele kommen aus dem Rotwelschen, der alten Geheimsprache der Vaganten und Landfahrer: Kies (aus jüdischdeutsch kiß = Geld), Mäuse und Moos (aus jüdischdeutsch moo = Geld), Piepen, Zaster oder Möpse. Dazu zählt wahrscheinlich auch der Heiermann, den man überall im Rheinland als Fünfmarkstück kennt: Hier parken kost en Heiermann. Für en Heiermann frisst der sogar Regenwürmer. In Krefeld kennt man auch das Heiermännchen, das für das 50-Pfennig-Stück steht. Das Wort geht zurück auf das jüdischdeutsche Zahlwort hei/heh für fünf. Vielleicht stammt es aber auch von Heuer ab, da früher Seemänner fünf Mark Handgeld erhielten. Interessant ist, dass der Heiermann offensichtlich die Euroumstellung überlebt hat; heute bezeichnet er den Fünf-Euro-Schein. ::


Hein Dralle als Hein Dralle von der Teerfabrik in Duisburg gebräuchlich als Bezeichnung für jemanden, dessen Namen man nicht kennt Da kommt Hein Dralle vonne Teerfabrik::


Heini als Bezeichnung für jemanden, der nicht ganz auf der Höhe des Geschehens ist Wat bringt der Pitter denn da fürn Heini mit. Ey du Heini, kannsde nich aufpassen.  ::


Heiopei Haiopai (liebenswerter) Blödmann Ey du Heiopei, kanns de nich aufpassen? Der Heiopei is doch glatt vor die Glastür gerannt. En Haiopai is der, der nur Spökes im Kopp hät. Auch Bezeichnung für ein schwächliches Bürschchen, nicht ganz ernst zu nehmender Typ Wat bis du denn von Heiopei. Der Heiopei hat die Sache schon wieder vermasselt. Daneben auch: Weichei, unzuverlässiger Mensch, Luftikus. Ein Heiopei ist zwar eine schwache Persönlichkeit, aber man ist ihm nicht böse dafür. ::


Heizefeiz Affentheater, Getue, Tamtam, Zirkus Mach doch net esu ne Heizefeiz.
Heizefeiz ist im Zentralrheinischen selten belegt als "Bajazzo, Spaßvogel", um so erstaunlicher, dass das Wort in der Umgangssprache von Euskirchen überlebt hat. ::


heizen sehr schnell fahren Der is mit seine olle Gurke in dreieinhalb Stunden von Köln nach Hannover geheizt. Danach waren die Ventildeckel hin. Heiz doch nich so! Musse immer so heizen?
Vergleiche stochen::


Heizölferrari Dieselauto, meist ein Mercedes der Strich 8er Reihe, das Wort verschwindet langsam. ::


Helau Karnevalsruf in Düsseldorf und im rheinischen Norden (dort, wo es kein Kölsch mehr zu trinken gibt). Südlich der Kölschgrenze taucht Helau auch wieder auf (ist ja auch ein rheinischer Export). ::


Helpen veraltet für Hosenträger Vater hat ma widder vergessen, de Helpen an die Hos zu tun::


Hempels in der Wendung bei Hempels unterm Sofa Beu Euch sieht et aus wie bei Hempels unterm Sofa (völliges Durcheinander, schmutzig, unaufgräumt). ::


Hengel wird häufig statt Henkel gesagt Pass auf, gleich hasse den Hengel ab! ::


Hengerschen Hintern, Gesäß Die sitzt doch den ganzen Tach faul auf ihem Hengerschen.
Das Wort findet man natürlichnur im rheinischen Velarisierungsgebiet: brung (braun), Wing (Wein), hinter (henger) usw. ::


Henkelmann Speisewärmer, Warmhaltegefäß, heute kaum noch benutzt. In Krefeld gab es einen Wärmwaterparatmaxmester, der morgens in der Werkstatt die Aufgabe hatte, das Warmwasserbad für die Henkelmänner einzurichten. Im Knappenviertel in Oberhausen gibt es die Henkelmannbrücke (heißt im Volksmund so).
Eine Auferstehung feiert der Begriff im modernen Computerzeitalter. So werden Komponenten für mobile Lan-Parties heute wieder als Henkelmann bezeichnet. Auch ne schmale Maurerkelle wird als Jung-Henkelmann bezeichnet. Als Henkelmännche wird wegen ihrer aufwändigen Dachkonstruktion auch die Kölnarena in Deutz bezeichnet.  ::


herb in der Wendung herb drauf sein Der is aber herb drauf heute abend, vor dem musse dich vorsehen! (unleidlich sein, aggressiv sein). ::


Hering in den Wendungen dünner Hering (Son dünner Hering, kricht der nix zu Essen bei euch?) und keinen Hering vom Teller ziehen schwach sein: Die Karre zieht doch keinen Hering vom Teller. Der Schlappschwanz zieht keinen Hering vom Teller sowie abgeleckter Heringsschwanz als Bezeichnung für eine Dame mit einem bewegten Liebesleben. ::


herm in der Wendung och herm! drückt Mitleid mit Kindern, niedlichen Tieren etc. aus Mein Hamster ist gestern gestorben. Och herm! ::


Hermann in der Wendung den Hermann machen den großen Mann markieren, angeben, prahlen Der macht ma widder den Hermann hier vor den anderen::


Herrenhandtasche Sechser Pack Bier Bring ma vonne Tanke noch zwei Herrenhandtaschen mit, mitte Büchsen hier komm wer nich aus::


herumdrucksen rumdrucksen sich unklar ausdrücken, um den heißen Brei reden Nu drucks doch nich so rum, sach wat Sache is. Wat bisde am rumdrucksen, is wat::


herumkreuchen herumkriechen, krabbeln Wat bisse da inne Büsche am herumkreuchen, hasse wat verloren?  ::


herumkrösen siehe krosen::


Herzken Früchtchen, durchtriebenes Mädchen, aber auch leichtgläubiges Mädchen Dat is vielleicht en Herzken. Dem Herzken hät ich dat auch nich zugetraut. Natürlich kann Herzken lediglich Verkleinerungsform  sein: Die Sonne scheint, dat Herzken lacht. Ma kucken, wat mein Herzken dazu sacht. (Angebetete). Herzken ist natürlich die niederrheinische und Ruhrpottvariante von Herzchen. ::


Heu Geld, in der Wendung Heu fressen Dat alte Auto is verkloppt, dat friss jetz kein Heu mehr. (nichts mehr kosten). ::


Heuer Murmel, Knicker. ::


hibbelich hibbelisch zappelig, unruhig Dat Kleen is immer so hibbelich, dat macht mich ganz verrückt. Nu sei doch nich so hibbelich un bleib ma ruhich sitzen. Ich bin schon ganz hibbelich, weil wer morgen innen Urlaub fahren. (nervös) Jemanden, der unruhig ist, nennt man Hibbel oder Hippel Nu sei doch nich son Hibbel. Dat Ferd is en richtiger Hibbel, dat kann nie ruhig stehen. Man kann auch hibbeln unruhig sein, herumhampeln Der hibbelt in der Schule nur rum un lernt nix. ::


hicken hinkeln das Hüpfspiel spielen Solln wer hinkeln? (in einem auf den Boden gemalten Spielfeld, dem Hickkasten).  ::


Hickepick Schluckauf Boah, glaubse, jetz hab ich voll den Hickepick. Bei Hickepick musse schlucken.
Der Hickepick ist nur am Niederrhein zu finden. ::


Hickeschlick Schluckauf Wat has du inne Bowle getan, ich hab hier voll den Hickeschlick schon von en ersten Glas an::


hier oft statt "her" verwendet. Chantall, komm hier bei Omma! ::


hier die hier der, hier das dieser, diese, dieses (Blissenbach: "Rheinisches Demonstrativpronomen") Hier die Kuh hat aber braune Flecken, die da nich. Hier die Kirche is aus Backstein. Hier dat ess ich nich, dat schmeckt doch scheiße. Hier der Mann hat mein Geld geklaut. Hier dat ham die komplett versaut, dat kannsde alles neu machen::


hierhin wird im Rheinland statt "hierher" gebraucht Marcel, komma hierhin! Hierhin komm ich nie mehr widder, scheiß Laden is dat hier::


Himmel in der Wendung Himmel un Ääd "Himmel und Erde" als Bezeichnung einer im gesamten Rheinland verbreiteten Speise aus Blutwurst, Kartoffelbrei und Apfelmus Mit Himmel un Ääd kannz mich jagen. Im Ruhrgebiet ist "Himmel und Erde" auch ein Hinkelspiel der Kinder. ::


himmeln etwas, sich zerstören Der hat gerade den Computer gehimmelt. Grundsätzlich kann man alles himmeln: Autos, technische Geräte, Plattenspieler, CDs, Tennisschläger oder Thermoskannen. Nicht nur fehlbedienende Menschen, auch Maschinen können etwas himmeln: Der scheiß Brenner hat mir schon den dritten Rohling nacheinander gehimmelt. Maschinen können sich darüber hinaus selbst himmeln: Mein Kühlschrank hat sich heut Nacht gehimmelt.  ::


Himpelepimp jemand, der hinkt oder ein steifes Bein hat Seit der seinen Unfall hatte, läuft der wie ne Himpelepimp. ::


Himpim Spinner, Blödmann Erzähl nich son Quatsch, du Himpim!
Bislang vom rechten Niederrhein gemeldet. ::


hinfliegen hinfallen, stürzen Bisse hingeflogen? Ich bin hingeflogen un mit Verdacht auf Bänderriss ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der Roller ging vorne hoch un ich bin voll fett hingeflogen. Die Wendung ist wohl aus den rheinischen Mundarten, wo sie weit verbreitet ist, übernommen worden. ::


hinhauen klappen, funktionieren Krisse die Sache geregelt? Dat haut schon hin! Dat kann überhaupt nich hinhauen. Ich hau mich jetz für en paa Stunden hin. (sich schlafen legen, ausruhen). ::


hinkeln siehe hicken. ::


hinkommen passen, aufgehen, stimmen, reichen Isch hap dat mal nachgerechnet, dat kann schon hinkommen. Dat kommt nie und nimmer hin! Ach, mit dem Stoff kommse dicke hin, da kannsde zwei Röcke draus machen. Deine Sohn is jetz so groß, der kann schon oben annen Schrank hinkommen. (reichen) Wen ich nach Hause komm, da kommt der Hund direkt bei mich hin. (herkommen) Lass doch mal den Bummerang nach hier hinkommen, un nich bloß ap innet Gelände::


hinmachen sein Geschäft verrichten Kumma, da hat doch wieder der Nachbarköter hingemacht. Mensch, nu mach ma hin. (sich beeilen). ::


hinne in der Wendung hinne machen sich beeilen Nu mach hinne un bummel nich::


Hintämken Hintämpken Staubfänger, Nippes, überflüssiges Zeug Ich brauch nix zum Geburtstach, ich hab schon genuch Hintämpken. Ey, kumma aum Regal, nur Hintämken.
Hinthämken sammelt man mit Vorliebe am südlichen Niederrhein. ::


hinter in der Wendung nix hinter sein keine Substanz haben, nicht vorhalten (bei Lebensmitteln) Der hat vielleicht en Schuss, da is wirklich nix hinter. Ich mag die Hamburger nicht, da ist gar nix hinter, nach einer Stunde haste schon wieder Hunger. Nur ne Suppe mittags, damit kommsde aus? Da is doch nix hinter. Wat Pollitiker em Wahlkamf saren, da is doch meistns nix hinter. (nicht ernst gemeint, Phrasendrescherei, hohle Luft).
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hinterfotzig gemein, hinterhältig Dat war ganz schön hinterfotzich von dem! Ich hät nich gedacht, dat du so hinterfotzich sein kanns. ::


hinterher Folgen habend Tu am besser en Schal um bei dem Wind, hinterher bisse wieder am husten. ::


Hipken kleines scharfes Messer, zum Beispiel zum schälen von Kartoffeln. ::


Hippe Ziege auch als abwertende Bezeichnung für eine weniger sympathische Dame Die blöde Hippe da hinten! Auch Speicherhippe (siehe Speicher). Ein Hippelämmken (eigentlich Ziegenlamm) ist im Ruhrgebiet ein hibbeliges, mageres Kind Dat springt herum wie en Hippelämmken::


Hippe ein Handwerkzeug, ähnlich einer Sichel, aber mit längern Stil. Wird zum Entasten bzw. Durchdringen von Sträuchern eingesetzt Mit der Hippe hauen mer de Äste von den Böhmen.  ::


Hippeländer Hinterwäldler, Grenzlandbewohner, Flachländer Hippeland Hinterland, ländlicher Raum Heute fahrn wer ma ins Hippeland. Der kommt da irgendwo ausem Hippeland. Dat is vielleicht en Hippeländer, der weiß nix.
Hippeländer sind immer die anderen. Für die rechtsrheinischen Duisburger sind es die Linksrheinischen, für die Linksrheinischen die Klever, für die Klever die Holländer. Heute gibt es sogar einen Hippelandexpress von Duisburg nach Kleve. ::


Hirni Idiot Hau ab, du Hirni! Der Hirni hat schon wieder ne CD geschrottet::


Hobel anerkenndene Bezeichnung für ein Auto oder Motorrad: Wat hasse denn dafürn geilen Hobel. Wie schnell is denn der Hobel. Wat fürn Hobel::


hochachtungsvoll sternhagelvoll,völlig betrunken Auweia, der war jo niemieh voll, der war jo schon hochachtungsvoll.
Hochachtungsvoll ist man im südlichen Rheinland. ::


Höckebömmele ein Ort, der überall liegen kann: Es ist doch egal, ob wir von Bonn aus, Berlin, Hückeswagen, Kleinkleckersdorf oder eben von Höckelbömmele aus regiert werden.
Das lustige Wort wird aus Köln gemeldet. ::


Hocker in der Wendung sich vom Hocker machen verschwinden, flüchten Der hat sich doch glatt vom Hocker gemacht, ohne zu bezahlen. Mach dich bloß vom Hocker. (hau ab) Daneben gibt es die Wendung locker vom Hocker etwas mit Leichtigkeit bewerkstelligen Dat mach ich doch locker vom Hocker. Mit meiner Kiste versäg ich dessen BMW aber locker vom Hocker. Die Gartenarbeit im Frühling machse aber auch nich so locker vom Hocker. vom Hocker fallen sehr überrascht sein Als ich den Preis sah, bin ich echt vom Hocker gefallen. ::


Hof in den Wendungen sich vom Hof machen verschwinden Nu mach dich vom Hof, aber schnell! vom Hof sein weg, fort Wenn dem sein Vater den nur ma streng ankuckt, dann is unser Hermann stantepede vom Hof un kommt stundenlang nich wieder. ::


Hohlbrot ein schwerfällig denkender Mensch, ungebildete Person Dat is vielleicht en Hohlbrot::


höhsch vorsichtig, schüchtern, unauffällig, still Der kam so ganz höhsch um die Ecke. Bisse höhsch! (Ruhe bewahren). ::


holen steht im südlichen Rheinland (beginnend südlich von Bonn und Aachen) auch in der Umgangssprache noch für "kaufen, einkaufen", "mitbringen" und "nehmen": Ich hab mir nen neuen Fernseher geholt. Ich hab mir ein neues Auto geholt. Hol mir doch en Bier mit! Kannst du das Buch zum Opa mitholen? Du hass aber janz schön zujeholt. (zunehmen) Die Variante einholen "einkaufen" ist offensichtlich auch weiter im Norden gebräuchlich (gewesen), selbst im Ruhrgebiet: Die Tante is gerade einholen. Du kanns nirgendwo besser Kleider einholen als wie in Bonn::


Holländer Gouda. Bestellt man beispielsweise ein halbes Pfund Holländer, so sind 250 g Gouda gemeint. ::


Höllöpp 

in Wesel gebräuchlicher Betroffenheitsausruf: "Meine Güte".

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holzen unfair, brutal Fußball spielen Bei Borussia musse aufpassen, die sind bekannt dafür, dat se holzen. Nu holz doch nich so! Holzerei brutale Spielweise Mannoman, wat war dat vonne üble Holzerei gestern auf Schalke. Holzertruppe Nach Asterlagen fahr ich ungern, dat is ne richtige Holzertruppe, da komm ich immer mit blaue Flecken nach Hause. ::


Hölzken in der Wendung vom Hölzken aufs Stöcksken kommen Bei son Klassentreffen kommsde wirklich vom Hölzken aufs Stöcksken. von et Hölzken sein überrascht sein (am nördlichen Niederrhein) Da bisde aber von et Hölzken, wa? ::


hömma eigentlich kein Wort, aber am Niederrhein und im Ruhrgebiet so etwas wie ein Marker geworden Hömma! (Bitte um Aufmerksamkeit) Hömma, kanze mir dat erklären? Dat wird doch nie wat, hömma! Es wird auch in Briefen und Mails verwendet. ::


Hoppeditz unruhiges Kind (ein hüpfendes Ditzchen) De Hoppeditz macht macht mich ganz jeck::


Höppekästchen Hüppekästchen Bezeichnung für ein Hüpfspiel, bei dem Kinder mit Kreidestrichen eine Spielfläche auf die Staße zeichnen. Heute nicht mehr oft zu sehen. Komm, loss mer Hüppekästche spille::


hören im Sinne von "gehören" Finger weck, dat hört mir! Da musde nix extra für blechen, dat hört dabei! Nu benimm dich, dat hört sich nit, mitte Finge in de Nase bohren, Mann! (sich nicht gehören, unpassend sein).
Diese Verwendung von "hören" hört man in Köln und Umgebung.  ::


Hörnchen Beule am Kopf Wo hasse denn dat Hörnchen von::


Hörnchen in der Wendung sich ein Hörnchen laufen vor verschlossenen Türen stehen, unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen Gestern hab ich mir schon ma ein Hörnchen gelaufen, weil keiner da war.
Diese Wendung hört man in Bonn und Umgebung. Das "klassische" Hörnchen ist natürlich die Beule am Kopf Wo hasde denn dat Hörnchen her?  ::


Hörnertee Kräuterbitter oder Kräuterlikör (nach den Etikett auf den Flaschen der Marke "Jägermeister") Gibst du noch ne Runde Hörnertee? ::


Horst unattraktiver, etwas prolliger Mann, Steigerung: Vollhorst Dem Rita sein neuer Freund ist son richtigen Vollhorst! und Sandhorst (nach einem Vorort von Aurich). Sanftes Schimpfwort, Trottel im Urlaub und am Strand. ::


höschen Fußball spielen Gehse mit höschen?
Das Wort scheint auf einige Gebiete des Bergischen Landes bis hinauf nach Duisburg beschränkt zu sein. ::


Höscher (nur Plural) Fußballschuhe Hasse deine Höscher dabei? Mensch, ich hab meine Höscher vergessen.
Mit Höschern spielt man am rechten Niederrhein. ::


Hose in der Wendung tote Hose trostlos, verödet, langweilig Komm, wir haun hier ab, hier is doch nur tote Hose. Mit dem is doch tote Hose. (Anmerkung der Redaktion: dieser Eintrag musste ja von einem Düsseldorfer kommen) in die Hose gehen misslingen Dat mit unserer Überraschung is aber voll in die Hose gegangen. Dat geht bestimmt in die Hose. Ein auf dicke Hose machen angeben, auf den Putz hauen, eine dicke Lippe riskieren Wat is Kleener, willze hier auf dicke Hose machen. Überleech dir genau, watte gezz sachs. ::


Hospes (kurz gessprochen) ein seltsamer, ungeschickter Mensch, komischer Kerl Wat is dat für en Hospes?
Der Hospes ist in allen rheinischen Mundarten verbreitet und dort sowohl Ehrenname für den Besitzer eines Anwesens als auch die Bezeichnung für einen sonderbaren Menschen; in der Umgangssprache ist das Wort heute nicht mehr häufig zu hören.  ::


Hottermäxchen Butterbrot, geschmiertes Brot, das in mundgerechte Stücke geschnitten wird (meist für Kinder): Ich hab dir Hottermäxchen gemacht.
Nur am oberen Niederrhein bekannt. ::


Hubbel Unebenheit in der Straße, kleine Erhebung Fahr langsam, vor dir sin vill Hubbels. Da bin ich voll über son Hubbel geknallt. Kann aber auch jede andere Erhebung sein Ich hab auf einmal son Hubbel am Arm, da muss ich lieber mal mit zum Arzt. hubbelich uneben, wellig Die Stroß is do schwer hubbelichKuk ma wie hubbelich die Schale von der Nuss is! Dat is ja so wat von hubbelich, dat nenns Du Bett gemacht?  ::


Huck Ecke, abgelegener Ort am Ende eines Weges Ich geh mal in die Huck. Der Mülleimer steht in der Huck (unter der Kellertreppe).
Die Huck kennt man im Raum Aachen. ::


Hucke eigentlich Rücken, in der Wendung die Hucke voll Ich hau mir gleich die Hucke voll (betrinken) Willse die Hucke voll haben? Du krichs gleich die Hucke voll (Prügel bekommen). Du krichst gleich für 3 Pfennig Haumichblau oder willste lieber die Hucke voll! in der Hucke (oder im Hücksken) sitzen niedergehockt sitzen Boh, wie kannsde so lang im Hücksken sitzen, mir wärn da schon lang die Füße eingeschlafen, ich käm gar nich mehr hoch.  ::


Hucke Hock, Höcksken, Hücksken kleines Haus, Bude, auch Ecke, Winkel (das ist die eigentliche Bedeutung) Der wohnt da in sonner kleenen Hucke unten annne Straße. Der hat in der WG nur en ganz kleines Höcksken für sich. Die sitzt am liebsten in irgendeinem Höcksken. Auch im Sinne von "schäbig" Wat, für so ne Hucke zahlste 400 Tacken? ::


huckeln holpern Dat huckelt aber ganz schön hier in der Karre, sind die Stoßdämpfer kaputt? huckelich wellig, unregelmäßig Mensch, wat is die Strasse huckelich::


huckepack ind er Wendung etwas huckepack nehmen/tragen auf dem Rücken tragen Nimmse mich ma huckepack, ich kann nich mehr laufen. Der Ullige is nur am quengeln, weil er huckepack getragen werden möchte::


Huddel Hoddel alter Lappen Nu schmeiß den Hoddel endlich wech un nimm ma en sauberen Lappen. Eigentlich ist Huddel aber in der Umgangssprache weiter verbreitet in der übertragenen Bedeutung "schlechte Arbeit, Durcheinander" Wat is dat von Huddel hier. Auch als Huddelei, Gehuddel oder Huddelskram gebräuchlich Wer hat dieses Gehuddel denn verbrochen? Für sonne Huddelei soll ich auch noch Geld zahlen. Jemand, der für den Huddelskram verantwortlich ist, ist ein Huddeler::


huddeln schludern, lustlos arbeiten Der Fliesenleger hat aber ganz schön gehuddelt bei euch im Bad. Man kann auch etwas verhuddeln Verhuddeltes Kabel oder Garn kriegt man kaum ause