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Kapitel  A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M|N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z|


Aal in der Wendung den Aal raushängen lassen sich mit Vehemenz beschweren Wenne dat nich wieder grade biegs, dann werd ich aber den Aal raushängen lassen, darauf kannze dich verlassen::


Aap Affe, meist in der Verkleinerungsform Äpken gebraucht Der sieht aus wie en Äpken. Dat is aber en süßes Äpken. ::


aasen herumaasen vergeuden, leichtfertig verbrauchen Wat bisse da mit dem Kleber am aasen, dat krisse nie mehr auseinander. Nu aas nich so mit dem Zucker rum, sonst ham wer nix mehr für den Nachtisch. Aas wird häufig als Schimpfwort für einen hinterhältigen, gemeinen Menschen gebraucht: Dat alte Aas hat uns verpfiffen. Du Aas, kannze uns nich in Ruhe lassen? Manchmal sind auch noch die mundartlichen Verkleinerungsformen Öösje und Ösken zu hören, sie sind nicht so böse gemeint: Dat is aber en rafiniertes Öösje, wie die dat wieder hingekricht hat. Dat Ösken kommt schon inne Schule (kleines, aufgewecktes Kind). Eines der beliebtesten Schimpfwörter im Rheinland (zumindest früher einmal) ist Schinnoos, Schennoos eigentlich Schindaas (verrecktes Tier) für einen hintertriebenen Menschen oder Quälhans: Die Alte is son richtiges Schinnnoos. ::


ab Im Rheinland kann man die Präposition ab auch als Adjektiv verwenden. Das geht so:  Mit appe Beine kannze schlecht laufen. Mit en appen Knopp am Hemd kann ich nich zur ArbeitHat dein Hund en appes Bein? "Wenn de mit zuen Augen nen appen Knopf annähen kanns, un dat bei runterem Rollo un aussem Licht, dann biste gut."
Ab
kann auch Adverb sein: Ich bin völlig ab. Der war total ab nachem Spiel (fix und fertig). Los, ab mit euch. Gezz abber ab nach draußen! Nach fest kommt ab! (Aufforderung zum Entfernen). Im nördlichen zentralen und ruhrnahen Rheinland heißt es auch davon mal ab oder mal ab von allem Ärger oder ab von Vorurteilen , wobei "ab" als Kurzform von "abgesehen" vorkommt. Von der Bundesbahn ma ab kannsde in Wuppertal auch mitte Schwebebahn na Barmen fahn. (außer mit der Bundesbahn...) Ich liebe mein Oppa, von seine Knötterei ma ab. Jetzt aber ab durch die Mitte, sagt man, wenn sich jemand beeilen soll. Ab dafür! ist die endgültgige Verabschiedung So, jetz packse deine Klamotten un ab dafür::


abbrechen sich abmühen, hart arbeiten, erfolglos quälen Ich brech mir hier einen ab, und du weiß die ganze Zeit, dat dat so nich geht. Kann auch ironisch verwendet werden: Du brichs dir keinen ab, wenne auch ma mithilfs. Brech dir ja keinen ab. Auch als Ausdruck der Überraschung gebräuchlich: Ich brech ab, kumma, wer da kommt. Ich brech ab, ey, dat kann doch nich wahr sein. Ich bin am Arsch afjebroche (starke Rückenschmerzen haben, Hexenschuss). ::


abdackeln (langsam) verschwinden Komm, du hass hier nix zu suchen, dackel ma schön widder ab.  ::


Abdritt Toilette, meist ein einfaches Plumpsklo Die haben den Abdritt noch im Hof. Auch kurz AB genannt. ::


abdrücken herausgeben, bezahlen Drück ma die Patte ab, aber en bisken dalli! Da wird er ordentlich wat abdrücken müssen, wenn er aus dem Schlamassel wieder rauskommen will. ::


aber in der Wendung aber/abba so wat von als vehemente Bestätigung oder Betonung einer Aussage (Betonung auf "so wat") Den Dullmann hab ich  abba so wat von die Meinung gegeicht. Is dat Ruhrdeutsche von der kölnischen Umgangssprache zu unterscheiden? Ja hömma, aber so wat von::


aber im Sinn von trotzdem Mir egal, ob dir dat nit passt, ich mach et aber! ::


abfahren es nicht fassen können, staunen Boh, ich fahr ab, ey, dat gibbet doch nich! Da fährsde ab, wa, sone geile Kiste hasde noch nich gesehen. Wat is dat denn vonne abgefahrene Idee. Voll abgefahren, eyAuf etwas abfahren bedeutet, dass einem eine Sache oder Person sehr gut gefällt Der Robert, der fährt ja so auf diese neue Band ab. Das weiß doch jeder, dass die auf Lehrer abfährt. ::


Abfluch Abflug meint nicht den Start in den Urlaub, sondern den freiwilligen oder erzwungenen Abschied: Ich glaub, ich mach ma den Abfluch, ich muss morgen frü raus. Wat, willse schon den Abfluch machen? Nu mach aber den Abflug, ich will dich hier nich mehr sehen! Der hat auf dem Nürburgring gestern den Abfluch gemacht (beim Motorrad/Fahrrad fahren, auf der Treppe oder beim Laufen stürzen, aus einer Kurve getragen werden). Auch als Euphemismus für "sterben, abkratzen" Der hat en Abfluch gemacht (er ist übern Jordan, abgekratzt, draufgegangen). ::


Abgang Verschwinden, (erzwungener Abschied) Ich mach den Abgang, hier is ja nix los. Nu mach bloß den Abgang, ich will dich hier nich mehr sehen::


abgefrühstückt etwas ausgiebig besprochen haben Dat Thema "Taschengeld" is abgefrühstückt, damit brauchsde gar nich mehr zu kommen. ::


abgehen los sein Wat geht ab am Wochenende. Heute geht ordentlich wat ab auf dem Geburtstach, waat ma ab. Die Kiste geht ab wie ne Rakete (schnell sein). Mir geht einer ab, wenn ich dat seh. (mitleiden, sich ärgern über; die eigentlich sexuelle Bedeutung ist in der Umgangssprache nur noch eingeschränkt gebräuchlich). ::


abgelutscht verbraucht, wertlos Dat abgelutschte Getriebe wolls de doch wohl nich wieder einbauen? Auch in diskriminierender Weise für Frauen gebraucht: Mit der abgelutschten Alten willze doch wohl nich inne Kiste springen.  ::


abgerissen in der Wendung einen abgerissen kriegen einen Tadel bekommen Ich darf nicht zu spät kommen, sonst krieg ich vom Chef einen abgerisssen. ::


abgewichst kalt berechnend, selbstsüchtig Der Typ is ziemlich abgewichst, mit dem würd ich keine Geschäfte machen. Kann aber auch durchaus anerkennend oder ehrfürchtig gemeint sein Der ist so abgewichst, dass musst du erstmal bringen! ::


abgewrackt in der Wendung abgewrackt aussehen alt, krank, kaputt, zum Nachteil verändert aussehen Der sieht aber abgewrackt aus, ich möcht nich wissen, wat der den Tach so über trinkt.  ::


abhalten (einen Deckel in einer Kneipe) kassieren Frollein, könnse mich ma bitte abhalten? auch: ein kleines Kind zum Pinkeln hoch halten: Kumma, da vorne kommt ne Hecke, da kannze Ette ma abhalten, dat dat Gejanke endlich aufhört::


abhängen Zeit totschlagen, sich die Zeit ohne Arbeit vertreiben Wo hängs du denn ab. So, jetz is ers ma abhängen angesacht.   ::


abkacken abstürzen, nicht mehr funktionieren, ermüden Grad als ich bei Ebay auf die tolle Platte steigern wollte, ist mein PC abgekackt. Der is schon nach ner halben Stunde abgekackt, mit dem kannze nich spielen. Ich kack ab (nicht mehr können). Nee, nee, ich kack ab, dat is doch nich wahr! (überrascht sein). ::


abkauen in der Wendung ein Ohr abkauen jemanden ununterbrochen in den Ohren liegen, volllabern Boh ich kann nich mehr, die Nachbarin hat mir mit ihrer Krankengeschichte den ganzen Mittach en Ohr abgekaut. ::


abklappern suchen, absuchen, rauf- und runterlaufen Ich hab alle Kneipen abgeklappert. Emil war nirgens zu finden::


abknapsen sparen, mühsam verzichten Wenn die ma wat für dat Ullich kaufen will, muss die dat vom Haushaltsgeld abknapsen. Man kann auch knapsen (sich etwas vom Munde absparen) Ich muss ganz schon knapsen, wenn ich bis zum Monatsende hinkommen will. Die  sind ganz schön am knapsen bei denen zu Hause. ::


abknöppen abknöpfen, sich hinterlistig in den Besitz fremden Eigentums bringen Hasse dem armen Kerl getz seine letzten Euros auch noch abgeknöppt? ::


abkönnen in der Wendung etwas/jemanden (nicht) abkönnen (nicht) leiden können Diesen Dirk Bach kann ich nich ab, da schalt ich immer um. Blutwurst kann ich nich ab. Ich kann dat nich ab, wie der seine Kinder anschreit. Das kann ich ab, is schon okay (mit etwas klar kommen, aushalten). ::


abkrücken sich abmühen Der kann sich noch so abkrücken, mit dem sein Geschäft wird dat nie wat. Hör doch auf, dich so abzukrücken, dat geht doch nur int Kreuz. ::


ablachen kritisch, höhnisch lachen Da hab ich mir echt einen abgelacht, als ich dat hörte::


ablassen einen Preisnachlass gewähren, bei einem Kauf etwas dazu geben Ach kucken se mal, da sin nur noch wenijer wie 20 Zentimeter drauf auf de Rolle, die könnten sie mir doch so ablassen, wo ich schon die ganzen Meter davon nehme. Die Karre nehm ich, wenn se von dem Preis noch wat ablassen. Auch: von sich geben, in vielfältigen Wendungen: einen Brüll ablassen (schreien) Wie isch der Rauch do jesin han, da hab isch nur noch en Brüll abgelassen: Alles raus hier! nen Futz ablassen furzen nen Lall/Schwall ablassen eine Menge dummes, inhaltsleeres Gewäsch von sich geben.  ::


ablästern Ärger loswerden, sich etwas von der Seele reden Ja nee, ich bin aunich ohne, abba ich muss einfach ma ablästern! Hasde wat Sinnvolle zu erzählen oder willsde hier einfach nur ablästern? ::


abledern besiegen, vernichten Den ham wer beim Skat gründlich abgeledert. Wie kann man sich im eigenen Stadion so abledern lassen::


ablegen ins Bett gehen (nach durchzechter Nacht) Ich muss mich jetz aber ablegen.
Angeblich im Düsseldorfer Raum entstanden :-).  ::


ablinsen abgucken Dat Ergebnis von der Rechnung konnt ich bei Maria ablinsen, drum wusste ich, dat ich mich nicht verechnet hatte. Für die erste und letzte Seite brauch ich keine Zeitung zu kaufen, die kann ich iner Straßenbahn immer bei meim Gegenüber ablinsen. ::


abluchsen ablisten, abschreiben, jemandem etwas trickreich wegnehmen, abschwatzen Die Briefmarke hab ich dem abgeluchst, der wusste nich, wie teuer die is. Dat werd ich dem schon wieder abluchsen, pass ma auf. Wie hasse dem den dat abgeluchst? Kann ich bei dir abluchsen bei de Mathearbeit?  ::


abmachen den Weihnachtsbaum abschmücken Letztes Jahr haben wir den Christbaum schon vor Silvester wieder abgemacht. ::


abnehmen glauben,  für bare Münze nehmen Du und die tolle Perle da? Dat nehm ich dir nich ab. Nimm dem bloß nich alles ab, wat der erzählt::


abnibbeln abnippeln derb für sterben, abkratzen Dem seine Omma is gestern abgenippelt. Der nibbelt bald ab, wenn der so weiter macht.
Das Wort ist in den rheinischen Mundarten nicht bekannt. Im Süden des Rheinlands scheint es nicht gebräuchlich zu sein. ::


abnudeln verbrauchen, verschleißen, abnutzen, meist als Partizip abgenudelt Die Schraube is total abgenudelt, die krichsde nie mehr los. Die Platte is total abgenudelt, ich kann die nich mehr hörn.  ::


abpfeifen hinunterfallen, abstürzen, den Geist aufgeben Mach den Nagel grade rein, sonst pfeift dat Bild direkt wieder ab. Wegen dem blöden Köter is mir dat Küchentablett abgepfiffen. Mein PC is abgepfiffen. ::


abplacken abrackern, schwer arbeiten Der is sich nur am abplacken. (Siehe placken). ::


abrackern arbeiten, sich vergeblich abmühen Hab mich den ganzen Tag abgerackert, hat aber nix gebracht. Der hat sich sein ganzes Leben abgerackert. ::


abrauchen kaputtgehen (von elektrischen Geräten) Der Fernseher is ok, aber der SAT-Receiver is abgeraucht. ::


abrippen auch rippen stehlen, stibitzen Wie hasde dem denn dat abgerippt?
Das Wort kennt man punktuell im gesamten Rheinland, allerdings ist es nur noch in der Voreifel auch in der Umgangssprache zu hören. ::


abrocken rocken zur Rockmusik tanzen Heut gehn wer abrocken. Die Parole Avrocke! ist vor Zeiten durch Jürgen "Die Plaat" Zeltinger bekannt geworden (Aufforderung zum heftigen Feiern). Rocken steht auch für  "ab-, herunterreißen" Wer hat das Bild von der Wand gerockt? Pass auf, du rocks noch die Teller vom Tisch::


abrollen sich vor Lachen biegen Übrigens, auch klasse dein Tipp hier, in das Mitmachlexikon zu kucken, ist ja teilweise zum Abrollen, echt! ::


Absacker Schlussgetränk, letzter/s Schnaps/Bier vor dem Gehen Lass unds doch noch en Absacker trinken, dann gehn wir nach Huus. Entsprechend auch das Verb absacken: Gestern sind wir in der Altstadt wieder total abgesackt: von einer Kneipe zur andern, bis se uns um vier rausgeschmissen haben. (bis zum bitteren Ende auf Sauftour gehen). ::


abschmieren abstürzen, stürzen Der Computer ist abgeschmiert. Der is von der Leiter abgeschmiert. Der ist in der Kurve mit seinem Schädelspalter voll abgeschmiert. auch: Das kannst du dir abschmieren! (im Sinne von "abschminken"). ::


abschminken in der Wendung sich etwas abschminken können etwas verloren geben müssen, nicht ereichen können Dat mit der Gartenparty kannsde dir bei dem Wetter abschminken. ::


abschnallen siehe schnallen::


abstauben etwas umsonst oder billig ergattern, etwas (unverdient) geschenkt bekommen Beim Ausverkauf hab ich haufenweise billige Tshirts abgestaubt. Wo hasse dat denn abgestaubt? Beim Fußball bedeutet abstauben "von der Vorarbeit eines Mitspielers profitieren" Der brauchte nach dem Patzer von dem Torwart nur noch abstauben. Abstauber, Abstaubertor::


abstottern mühsam Raten zahlen Wat der Heini mit sein Auto angibt. Dabei is der dat noch Jahre am abstottern::


abtrinken vorsichtig ein wenig abschlürfen, beispielsweise aus einem zu voll eingeschenkten Glas. Du hast dir da viel zu viel eingegossen, da musse erst wat von abtrinken, sonst kleckerste die ganze Tischdecke voll. ::


abtun als sich etwas abtun gebräuchlich im Bergischen Land: einen Teil wegnehmen Tu dir ruhich vorher wat ap vonne Erbsensuppe, is ja genuch da! ::


abwimmeln jemanden abweisen, los werden Lass dich bloß nich wieder abwimmeln wi beim letzten Mal. Ich weiß gar nich, wie ich die abwimmeln kann::


abwinken in der Wendung bis zum Abwinken reichlich, zu viel, im Überfluss Der hat Äppel bis zum Abwinken auf de Bäum dies Jahr. Bei de "Flatrateparty" kannsde saufen bis zum Abwinken. Wenn de 6er Schrauben brauchs, die hammer im Betrieb von zum Abwinken. ::


abziehen betrügen, beklauen Mit dem Preis fürs Auto hat der dich aber voll abgezogen! In der U-Bahn haben se mir mein Handy abgezogen! eine Show abziehen gewollt Aufsehen erregen Der zieht doch nur ne Show ab, da brauchsde nix drauf geben. Wat der hier abzieht, is echt die Härte. (veranstalten) Auch: auf dem WC die Spülung betätigen: Wer hat den hier nich abgezogen, dat ganze Haus stinkt! einen abziehen  furzen Ich glaub, hier hat einer einen abgezogen::


Abzocke betrügerisches Geschäft (durch völlig überzogene Preise/Gebühren) Dat is hier doch nur ne Abzocke. abzocken jemanden übervorteilen In dem Laden wirsde nur abgezockt. abgezockt abgebrüht, cool Der Typ is echt abgezockt, der hat keine Nerven::


ach in der Wendung ach wat was du nicht sagst Hasse schon gehört, der Elli is der Mann abgehauen. Ach wat, gehse damit schon hausieren? Vom linken Niederrhein wird die Wendung ach und zwar gemeldet, die ein Gespräch einleitet: Ach und zwar, kannse ma anne Bude gehen? Ach un zwar, der Kwiatkowski war da! Am unteren Niederrhein und im zentralen Rheinland gibt es außerdem die Wendung ach nää als (oftmals ironische) Satzeinleitung  Ach nää, kommt ihr auch schon nach Hause?! und als Antwort, die Erstaunen und leicht ungläubiges Zur-Kenntnis-Nehmen signalisiert; das kann aber auch ironisch eingesetzt werden: Du, mein großer Bruder fliegt morgen aufen Mond! Ach nää, wirklich?
Selbstverständlich kann ach als universelle Satzeinleitung verwendet werden: Ach, wat ich überhaupt noch sagen wollte... ::


acheln achilen essen, tüchtig essen Die sind schon widder am acheln. Kein Wunder, dat die so dick sind.
Das aus dem Jüdischdeutschen übernommene Wort war in allen rheinischen Mundarten verbreitet. In der Umgangssprache ist es noch häufig im Ruhrgebiet, aber auch rechtsrheinisch bis hinunter zur Sieg zu hören. ::


achtkantich siehe dreikantich::


Acker in der Wendung sich vom Acker machen verschwinden, flüchten Der hat sich nach dem Spiel aber schnell vom Acker gemacht. Mach dich bloß vom Acker, sons kannze wat erleben! Auch vom Acker sein Unser Neuer kommt morgens immer zu spät ins Bürro, un längstens ne halbe Stunde vor Feierabend isser wieder vom Acker.
Der Acker steht auch abwertend für einen schlechten Rasen z.B. einer Sportstätte: Boh wat is dat denn fürn Acker, hier kannze doch nich Ball drauf spielen! Allgemeinplatz für Rabatten oder nahezu jedwede (unbebaute) Umgebung einer Straße: Da isser wohl zu schnell gefahn, hat de Kurve nich jekricht un is ap innen Acker; un wie der wieder zu sich kam, da lach sein Fahratt in de Meiers ierm Gartenteisch, un der hatt de Füße mitten in den ierm Rosenspalier drin.  ::


adewe oder A.d.W. am Arsch der Welt Der Laden is aber adewe::


Adieda (betont auf der zweiten Silbe, z.T. auch als Diphthong i-e gesprochen) ist ein Abschiedsgruß in Aachen. ::


Adler in der Wendung den Adler machen verduften, abhauen, verschwinden Un dann hat der den Adler gemacht. Nu mach ma den Adler hier, du bis nich eingeladen. Den Adler machen kann auch "hinfallen" bedeuten. Neuerdings: Sich mit erhobenen Armen (an die Wand) hinstellen müssen, um durchsucht zu werden (Grenze/Disco). Musst ich doch glatt erst den Adler machen, damit die mich durchlassen! (Siehe Kommentar). ::


Affenkottlet oder Affensteak Banane; die lustige Bezeichnung ist manchmal im Ruhrgebiet zu hören. ::


Affenschaukel eine heute unmodische Frisur, bei der Zöpfe in eine Schlaufe gelegt werden. (Zur Herkunft siehe Kommentare). ::


Ahnung in der Wendung keine Ahnung inflationär gebrauchte, eigentlich völlig inhaltsleere Floskel Morgen gehn ins Kino, keine Ahnung, vielleicht in den neuen 3D-Film. Die Politiker sind doch alles dieselbe Mischpoke, keine Ahnung, lass mich bloß in Frieden mit Politik.  ::


Akku in der Wendung leerer Akku Für heute is Feierabend mit joggen, mein Akku is leer. Als Akku bezeichnet man auch eine (noch volle) Dose Bier. ::


Akt Aufwand, Mühe, meist in der Wendung kein Akt sein Dat is doch kein Akt, dat machen wir in ein paar Minuten. Wat soll der Akt (Aufstand, Aufruhr). Jetz mach ma kein Akt hier. ::


Aktien in der Wendung Wie stehen die Aktien?  Frage nach dem Befinden; wird meist von älteren Sprechern verwendet Na Willi, wie stehn die Aktien, gut? Auch gebräuchlich: Da hab ich keine Aktien drin um auszudrücken, dass man mit einer Sache nichts zu tun hat, dass sie einen nichts angeht. ::


Alaaf kölnischer Karnevalsruf: Kölle Alaaf. In Köln und Umgebung hat der Gebrauch von helau auch bei Immis ernste Konsequenzen.  ::


Alaska Steht für die Frage "Alles klar?"( typische Erwiderung "Eishockey" (alles okay)) oder als Abschiedsgruß Mach et joot, Alaska::


Ali in der Wendung Ali und Bert besuchen zur Toilette gehen Ich muss ma eben Ali und Bert besuchen oder Ich muss ma eben zu Ali und Bert. Amüsant ist der im Ruhrgebiet oft zu hörende Hinweis, diese Wendung sei Ausdruck der Weltoffenheit der Ruhrgebietler, die ihre türkischen Nachbarn sogar in Redewendungen einbeziehen. Die Redensart geht jedoch zurück auf die Sanitärfirma Alibert.  ::


alle  all in der Wendung alle/all sein aufgebraucht, aus sein, nicht mehr vorhanden Mamma, ham wer noch Schokolade? Nee Kind, die is allejemanden alle machen jemanden besiegen, fertig machen (z.B. im Sport) Macht se alle! Mit dem würd ich mich nich anlegen, der macht dich alle. alle sein müde, erledigt sein Ich bin total alle, ich geh gleich ins Bett. sie nicht mehr alle haben verrückt sein Der Kalle hat se nich mehr alle::


alle mann bedeutet „jeder aus einer Gruppe“ - zum Beispiel: Mir sin nach em Kegeln noch mit alle mann inne Disko, wobei selbstverständlich alle Frauen und Männer gemeint sind, auch Kinder: Alle mann raus jetz auf de Wiese! ruft die Kindergartentante, um ihre Schützlinge an die frische Luft zu treiben.
Siehe auch Jan un allemann ::


allerdings ja, genau, so ist es Wat is los, gehste schon nach Hause? Allerdings, hier is mir dat zu blöd. Hasse Schnupfen? Allerdings, und rat ma, wer mich angesteckt hat. ::


alles als Verstärkung einer Aufzählung, "und so weiter". Ich nehm nen Döner mit Salat un Alles! Interessant ist die Beobachtung, dass die korrekten Flexionsformen in dieser Wendung (mit Allem) zunehmend verschwinden. Vor zwei Jahren hammer noch geheiratet un Alles, un jetz können wer uns nich mehr riechen. Ich hab dem immer geholfen, inne Schule, Geld geliehen und Alles, und wat tut der für mich? Wir warn innem tollen Hotel, mit Sauna, Pool un Alles. ::


alt in der Wendung alt aussehen schlecht dastehen, ein schlechtes Bild abgeben Wenne nich langsam dein Antrach abgips, siehsse demnächs alt aus. ´Bei dem dritten Gegentor sah die Verteidigung aber ganz alt aus. ::


Alte/r sowohl freundschaftliche Anrede  Hey Alter, lange nicht mehr gesehen! als auch abwertende Bezeichnung Meine Alte kann mich mal gern haben! ::


Altertümchen hochwertiges, nicht mehr ganz junges Teil z.B. beim Trödel, Familienerbstück Wenn ich dat gewusst hätte, wat unsere Uroma alles für Altertümchen aufem Speicher liegen hatte, dann hätt ich mir doch mal erklären lassen, wat dat ein oder andere is, un wo set her hatte. ::


altfrensch altfrängsch, altfränkisch altertümlich, unmodern Die Wohnung is ganz schön, aber die Möbel sind mir zu altfrensch. ::


am in Verbindung mit einem Verb im Infinitv Ich bin am arbeiten. Sie ist am Hausaufgaben am machen. Männe ist im Keller am brasseln. Der is nur am dran am tun. Der war sein ganzes Leben immer nur am arbeiten. Kuck ma, der is da im Auto am sitzen. Der war am Bass am wichsen. (sich  betrinken). "Der Bauer war am Stall die Kuh am Schwanz am rausziehen." Oder noch schöner: Sagt das Kind: Ich bin am spielen. Sagt die Mutter: Ja, ja, und die Kuh am Schwanz am dran am ziehen und oben drauf am dran am trampeln.
Die Verlaufsform wird häufig als "Rheinisches Gerundium" bezeichnet. Das ist eigentlich nicht richtig, man findet sie durchaus auch in anderen Sprachlandschaften. Selbst der Grammatik-Duden lässt die Form schon zu, wenn auch etwas gequält. ::


Ambach Bescheid Weisse eigentlich, wat hier Ambach is. Wat is denn hier überhaupt Ambach (los sein). Nix is Ambach! Auch in der Bedeutung "Stress, Aufregung": Mach doch nich son Ambach::


Amboraasch Ameraasch, Amaraasch, Ambrahsch, in der Südeifel kennt man die Kurzform Ambra Umstände, Getue, Aufhebens Mach kei Amboraasch! Der macht immer son Ameraasch, wenn der ma helfen soll. Der ganze Ameraasch is mir zuviel. Wat is dat hier für en Ambra. In Köln ist Ambaraasch auch "Pomp, Prunk, Gepränge, glänzendes Gefolge, Hofstaat". So kann man etwa im Karneval oder bei Staatsbesuchen und bei ähnlichen Gelegenheiten einen Würdenträger (Karnevalsprinz, Erzbischof, Staatsmann) mit seiner ganzen Amboraasch (von 100 Mann) ankommen oder vorfahren sehen. ::


Ambraach siehe Amboraasch::


Amerasch siehe Amboraasch::


an am in den Wendungen etwas am Magen, an der Galle, an der Leber haben an Erkrankungen dieser Körperteile oder Organe leiden Ich glaub, ich hab wat anne Leber. Hasse wat anne Ohren? (nicht hören können). an sein in Funktion sein, laufen Der Motor is noch an, ich muss den ersma ausmachen. Is der Computer noch an? ::


anderleuts einem Anderen, Dritten gehören Anderleuts Auto verkratzen, ja dat könn se. Wat anderleuts Hunde machen, is mir egal, nur nich auf meine Wiese. analog fremderleuts Au fremderleuts Klo geh ich nich gern::


anflicken in der Wendung jemandem etwas anflicken anhängen, jemanden beschuldigen Pass auf, der will dir wat anflicken! Wenn der mir wat anflickt, dann kann der wat erleben, dann erzähl ich den Bullen allet. ::


ang block (en bloc) im (großen) Gebinde, am Stück, gemeinsam, ohne Unterschied Als unser Lehrer uns damals ang block zum Nachsitzen antreten gelassen hat, da war mer abber sauer, dat kann isch dir saaren. Weiß de wat? Pack dat Zeuch ja nit aus, ich kauf der di Tüüt ang block ap. Den Krempel hier kanns de ang block in de Tonne treten, dat is alles nur Mist un Gerümpel, dat is ang block und ang detail nix wert. ::


ang mass ong mass (en masse) in großer Zahl, auch: im Großhandel. Der Sommer hatte mer Fliejen ang mass im Jachten, dat hatte mer söns nie. Der Paul verkauft nur Lufballongs ang mass, einzel krichsde da jaanix. Nee jetz is gut mit de Blagen, ich krich doch nich Nachwuchs ang mass wi di Kanickel! ::


angepeinelt peinlich berührt sein. Dat die Tante Elke abber immer so angepeinelt is, wenn ich anfang davon zu erzählen, dat finnich blöd, abber so isse eebm. Angepeinelt oder nich, jedenfalls hat se noch Kaffe mit uns getrunken. ::


angesagt angesacht gefordert, geplant, in Aussicht, in Mode Ich hab euch jetz drei Mal beim Fuschen erwischt, beim nächsten Mal is en Brief an eure Eltern angesacht. Morgen Chef, wat is denn heute angesacht? Wat vonne Mucke is denn bei euch inzwischen angesagt? Geht auch als Adjektiv: Wat is denn der angesachte Laden hier? oder sogar Dat is die zur Zeit angesachteste Band auf der Insel.  ::


angeschissen betrogen Jetz bisse angeschissen, wat? (in der Klemme sein) angeschissen kommen jemand, der unwillkommen ist oder sich einschmeicheln will Da kommt der blöde Kerl schon wieder angeschissen. Gestern noch sonne Klappe gehapt, und heute kommt er wieder angeschissen::


anhimmeln überschwänglich bewundern, anschmachten, begehrlich ansehen Ey haste gesehen, wie die Verkäuferin den Blonden angehimmelt hat? Seitdem dat Kind DSDS glotzt, isses nur noch den Kübelböck am anhimmeln. ::


anhübschen sich mit kosmetischen Mitteln schick machen (nicht ganz so krass wie aufbrezeln) Musse dich ers noch anhübschen, oder können wir gleich gehen? Siehe auch aufhübschen. ::


Anisplätzchen Anisplätzken kleiner, flacher Hut, Baskenmütze Wieso hasse heut dein Anisplätzken nich auf? Du läufs do sonns aunich ohne rum draußen::


ankönnen nur in der Wendung da kannze/kannsde drauf an darauf kannst du dich verlassen Da kannsde abber drauf an! Wenn ich den Knaben nochma inne Finger krich, dann soll der sich waam anziehen. Den mach ich so watt von lang, da kannze abber drauf an::


ankrispeln schminken, sich aufbrezeln Ich muss mich noch ankrispeln.
Die Verbreitung des Wortes ist noch unbekannt. ::


ankrücken lügen, schwindeln Jetzt hast du mich aber angekrückt, gib es zu! Im Ruhrgebiet kann man in vielen Varianten krückenbekrücken, ankrücken, rumkrücken, sich einen zusammenkrücken. Eine Lüge heißt dort entsprechend Krücke.
Diese ungwöhnliche Bedeutung kennt man im Bergischen Land und im Ruhrgebiet, sie scheint aber immer seltener gebraucht zu werden; zu krücken (hart arbeiten)? ::


anlullen (meist als Partizip) anlutschen, mit Spucke benetzen Dein angelulltes Bonbon will ich nich! Etwas seltener ist auch das Substantiv (der) Lull (Spucke) zu hören. ::


anne Zusammenziehung von "an die" als Attribut von Zahlwörtern im Sinn von "etwa" oder "fast" Da warn bestimmt anne hundert Leute aufe Demo! Der Wagen soll anne 25 Mille kosten::


annehmen in der Wendung sich nix von annehmen/sich von etwas nix annehmen keine Verantwortung für etwas übernehmen wollen, gleichgültig sein Ich bin in der Kneipe ausgerutscht, aber der Wirt hat sich davon nix angenommen. Dat der der en Kind gemacht hat, da nimmt der sich nix von an. Auch: ignorant sein Ich happ den Kalle schonn zich ma gesacht, der soll seine Plörren gefällichs wechräumen, wenner ferttich is, abber da nimmt der sich nix von an::


Anno Pief Anno Tuck früher, Anno Dazumal Dat kenn ich nich mehr, wat du da erzähls, dat is doch Anno Pief. Der ganze Kram hier ist doch alles von Anno Tuck. Eine bekannte Variante ist Anno Tuback. ::


Anpack Ansatzpunkt, Angriffspunkt Isch find kinne Anpack!
Im gesamten Rheinland verbreitet. (Siehe auch Packan). ::


anpacken helfen, hart arbeiten Kannze ma mit anpacken? Der is tüchtich, der kann gut anpacken::


anpörkeln sich oder andere dick anziehen (mehrere Lagen übereinander) Jetz muss man sich alt wieder dick anpörkeln. ::


anranzen jemanden ausschimpfen, anmeckern Nachdem der mir in die Karre gefahren war, wurd ich von dem Kopp doch glatt noch angeranzt::


Ansage Ankündigung, ursprünglich wohl beim Skatspiel Grang, dat is doch mal ne Ansage. Es geht aber auch: Ich geb einen aus! Dat nenn ich mal ne Ansage! ::


Anschlach in der Wendung voll bis zum Anschlach sehr voll Der war gestern voll bis zum Anschlach.(völlig betrunken) Der hat die Gläser bis zum Anschlach voll gemacht. ::


anschmieren betrügen, jemanden übers Ohr hauen. Ein oft zu hörender Kinderausruf nach gelungenem Streich ist Angeschmiert mit Klopapier!  ::


anstechen jemanden erobern Und? Hastu et geschafft, die Perle anzustechen? Abgleitete Bedeutungen sind: Die Perle is anjestochen (schwanger) und Seit jestern iss die anjestochen (keine Jungfrau mehr). Man kann aber auch ganz einfach ein Pittermännche anstechen (ein Fass Bier anzapfen). Als der Manni durchgefallen war, hat der gekuckt wie en angestochenes Kalb (ungläubig, fassungslos). Er konnte den Zettel nich finden un is wie angestochen rumgerannt un hat alles zich mal durchwühlt (unkontrolliert, agressiv, tobsüchtig). ::


anstecken anzünden Wer steckt denn mal die Kerze an? Die ham dem seine Scheune angesteckt. Wir stecken uns jetz ers ma eine an (eine Zigarette rauchen). ::


anstellen als sich anstellen Theater machen, übertrieben Auwand betreiben, heftig reagieren Der kann sich aber auch anstellen! Nu stell dich nich so an, dat hät der Jung doch nich extra getan. Der stell sich immer an, als wenn er Graf Koks vonne Gasanstalt wär. Entweder sie stellt sich bloß an, oder sie is wirklich krank (so tun als ob). ::


antrecken siehe trecken::


antüddeln meist als Partizip angetüddelt beschwippst, angetrunken Ich trink nix mehr, ich bin schon nach den zwei Gläsern angetüddelt. ::


antüdeln geschmacklos anziehen Boah, wie hat die sich denn angetüddelt! . ::


antun anziehen, ankleiden Tu dir abber was an, eh du raus ins Kalte läufs. Du muss dir fürt Theater noch wat Richtijet antun, hörsde? Tu dir ma den Kittel an bei der Sauarbeit. Eine ganz andere Verwendung ist: Dat muss ich mir jetz nich antun! (etwas nicht mitmachen, verweigern). ::


anunfürsich (an und für sich) eigentlich, richtig bedacht Anunfürsich könnt ich auch mittem Bus fahn un dat Auto stehn lassen. Hanns Dieter Hüsch: "An un für sich is an un für sich gar kein Wort." ::


anwanzen einschmeicheln, sich hündisch verhalten Hasse gesehn, wie der sich beim Lehrer angewanzt hat? Na, has de dich wieder angewanzt bei deiner Alten? ::


anziehen sich betroffen fühlen, sich fernhalten von Du ziehs dir auch jeden Scheiß an, wa? Die Vorwürfe, die der hier vorbringt, die muss ich mir nich anziehen.     ::


anzubbeln siehe Zubbel::


Apfelnürsel Apfelnüssel Bezeichnung für einen abgenagten Apfel. (Siehe auch Kitsche und Nüsel). ::


Apparat Apperat etwas Großes, Schweres Jung, dat is aber ne schwere Apparat! (großer Fisch beim Angeln) Dat is vielleicht en Apparat. (dicker Mensch) Aus der is son Apperat geworden. (dicke Frau)
Früher nannte man den großen Topf, in dem Weckgläser sterilisiert wurden, Apparatkessel::


Apparillo größerer, meist länglicher Gegenstand Dat is aber en ordentlicher Apparillo. Da hapter aber en Aparillo von Baum im Vorgarten. Mi som Apparillo willze den Motor reparieren? Oft natürlich auch mit sexuellen Konnotationen: Hasse gesehen, wat der von Apparillo ine Hose hat? Auch als Mordsapparillo zu hören: Hasse gesehen, der hat son Mordsapparillo gefangen? Neurdings ist das Wort nicht mehr unbedingt an besonders große Objekte gebunden, sondern ein Apparillo  kann schlicht jeder  - meist technische - Gegenstand sein: Mittlerweile hat ja jeder son Apparillo (hier: MP3-Player). Oft steht das Wort auch allgemein für den Fernseher: Abends schmeiß ich mich aufe Couch und werf den Apparillo an. Das auf den ersten Blick italienische Wort ist natürlich gar keins, es kommt im italienischen Sprachschatz nicht vor. Es ist aus dem Wort Apparat und einer vermeintlich  italienisierenden Endung gebildet, quasi die deutsche Erfindung eines italienischen Wortes ( vergleiche z.B. paletti, controletti usw.).  ::


appe fehlende, abgegangene Mitte appe Hand kannse nicht mehr schreiben. In Mönchengladbach gibt es eher eine appene Hand. ::


Appel in der Wendung fürn Appel un en Ei für wenig Geld, fast umsonst Lachs krisse heute inne Metro doch schon für en Appel un en Ei. Meinze im Ernst, ich arbeite hier für en Appel un en Ei? Auch in der Wendeung einen am Appel kriegen verrückt, nervös werden verbreitet: Da krisse ja einen am Appel, wenne da in der Post die Schlange siehs. einen am Appel haben Ey hör ma, ich glaub, du hass einen am Appel, hier so rum zu brüllen. auf den Appel legen hinfallen, stürzen Das war so glatt, da hab ich mich vielleicht auf den Appel gelegt! Appelkitsche (siehe Kitsche). Appelküchsken kleiner Apfelpfannekuchen Komm Kind, nimm dir nochn paa Appelküchskes mit na Hause. Appelkraut eingedickter Apfelsirup, ähnlich Rübenkraut. Äpelschmeer ist im südlichen Rheinland ein Brotaufstrich aus Äpfeln. Äppeln tun Pferde, wenn sie Pferdeäpfel verlieren. ::


Appelkippe Kerngehäuse des Apfels.
Die Appelkippe kennt man im Ruhrgebiet. Appelkitsche siehe unter Kitsche::


appeln nur als sich appeln hinfallen Ich hab mich eben voll geappelt.
Appeln tut man nur im Süden des Rheinlands. ::


Appeltaat ist im zentralen Rheinland häufig ein Apfelkuchen mit Riemchen (häufig auf Beerdigungen gegessen, dann jedoch ohne Sahne), aber oft auch allgemein jede Sorte Apfelkuchen vom Blech, also auch die Sorten "gedeckte Apfeltorte" oder "Apfelkuchen sehr fein" - einzige Ausnahme is die "Dänische Apfeltorte" aus Dänemark, die läuft in Köln unter "Kompott met Sahne", weil sie Null gebackene Anteile hat und nur im Döppen oder in Schalen vorkommen kann. (siehe auch weitere Kommentare). ::


Arangschemang Arrangement Vereinbarung Und, hapter mitte de Nachbarn endlich en Arangschemang getroffen wegen deren Hund?  ::


Arbeiterkotelett eine Scheibe Bauchfleisch. ::


Arbeitersekt Mineralwasser. ::


Arbeiterspargel ist eine veraltende Bezeichnung für das Schwarzwurzelgemüse; analog die Arbeiterforelle (Hering). ::


arch ärch sehr, stark Heut is et aber arch am rechnen. Dat tut ärch weh. Dat tut mir aber ärch leid, dat mit deiner Mutter. ::


arm in der Wendung arm dran sein in einer üblen Lage sein Seit der den Herzinfarkt hatte, is der arm dran. Der is so arm dran, dat der noch nich ma Geld für Bier hat. In der Wendung ärm wie Jopp wirklich sehr arm sein. Siehe auch Stichwort Dier. Arm wird auch gern als Ersatz für "ärmlich", "armselig", "(be)dürftig", "kümmerlich", "bedauernswert", usw. benutzt. Die leben vielleicht arm oder Dat arme Pflänzjen, kein Licht, kaum Wasser un der Pott zu klein, kein Wunder, dat dat nich wächs. Der hat arm Weihnachten diss Jahr, wo se imm et Portmanee jeklaut ham. Besser arm als Arm ab::


Armutswerk abfällig für "ärmliche Verhältnisse" Die kaufen immer nur dat billichste, dat is en richtiges Armutswerk bei denen::


Ärpel Äpel Kartoffel(n), siehe Erpel::


Arsch Aasch Hintern, Gesäß. Natürlich darf dieses zentrale Wort nicht fehlen, es findet sich in unzähligen Wendungen: Leck mich doch am Arsch. aber auch: Ja, nu leck mich doch am Arsch, wo küss du dann her! (so kann man im Rheinland völlig neutral seiner Verwunderung Ausdruck geben, klingt oft wie ein Wort Leggesamahsch) Den kriegen se auch noch am Arsch (erwischen). Jetz hab ich au noch die Polizei am Arsch. Dir geht doch der Arsch auf/mit Grundeis, wenn du die Bullen nur siehs (Angst haben). Der kriecht doch jedem in den Arsch, wenns ihm nützt (sich anbiedern). Solche Leute nennt man folgerichtig Arschkriecher Wenne dem nich ab un zu innen Arsch tritts, macht der gar nix. Steck se dir doch innen Arsch, die Platte krieg ich auch noch von jemand anders. Du hass doch den Arsch offen/auf (dumm, unsozial sein). Im Stadion hab ich mir gestern den Arsch abgefroren. Der hat sich wochenlang den Arsch aufgerissen, un dat hatter nu davon (sich abmühen). Dat is doch en Arsch mit Ohren. Ich könnt mich in den Arsch beißen, dat ich mir die abgewrackte Karre gekauft habe (sich ärgern). Der wohnt am Arsch der Welt (sehr einsam). Der hat nix im Arsch (keine Kraft haben) Nu beweg deinen Arsch endlich und komm mit. Der kricht seinen Arsch auch nich hoch. Der is nur Kopp un Arsch.  Die zwei ham ein Arsch, ein Kopp (gleich aussehen, z.B. bei Geschwistern) Dat Gerät is im Arsch. Bei dir geht alles immer gleich innen Arsch (kaputt, kaputt gehen). Ich bin völlich im Arsch (fertig, erschöpft sein). Der hat keinen Arsch inne Hose, aber ne große Klappe. Der hat noch keine Haare am Arsch, aber will schon mitreden. Der bricht am Arsch ab (sagt man, wenn man jemandem etwas nicht zutraut). Ich spring dir gleich mim nackten Arsch int Gesicht. Die kricht davon den Arsch nich voll (nicht genug bekommen). Gestern hatte ich vielleicht den Arsch voll. Der hat den Arsch voll(betrunken sein). Die ham en ganzen Arsch voll Blagen (eine große Menge). Ja ja, am Arsch hängt der Hammer (denkste!; nicht mit mir), im zentralen Rheinland auch als Am Arsch die Räuber! Den ham se am Arsch gekricht (jemanden fangen, verantwortlich machen). Der konnte grad so seinen Arsch retten (soeben davon kommen). Jetz bisse im Arsch gefickt, wa! Wenn der nich wiederkommt, bin ich im Arsch gekniffen (reingefallen sein) Dat geht mir doch voll am Arsch vorbei (egal sein). Der Film is doch fürn Arsch (schlecht sein). Dat passt wie Arsch auf Eimer (sehr gut passen). Kein Kopp un kein Arsch haben (nichts Ganzes und nichts Halbes, nichts taugen). Der hät noch net ens "leck mich am Aasch" jesaat (Ausspruch in Bonn, wenn sich jemand für eine erwiesene Wohltat oder ein Geschenk nicht bedankt). Arsch-frisst-Hose-Syndrom (wenn die enge Hose im Hintern klemmt). Arschgeige  Die Arschgeige hat uns ma widder nix gesacht davon. Arschkrampe unsymphatischer Mensch Arschloch Dat is en richtiges Arschloch. Arschgesicht Ey du Arschgesicht, kannze nich aufpassen! Wenn man ein dickes Hinterteil hat, hört man schon Mal: Der hat en Bratarsch! oder einen Tortenarsch. Arschbetrüger (zu) kurzer Mantel. Die Arschkarte kann man entweder ziehen oder schon haben, in beiden Fällen ist man der oder die Gelackmeierte: Da hasse aber die Arschkarte gezogen mit deinem Job. Dat ham die geschickt gemacht, jetz ham wir die Arschkarte. (Die schönste Erklärung für die Arschkarte stammt aus der Welt des Fußballs. Als zu Zeiten des Schwarzweißfernsehens die Zuschauer noch nicht die gelbe von der roten Karte unterscheiden konnten, trugen die Schiedsrichter letztere in der Gesäßtasche. Auf diese Weise wußten auch die farbenblinden Zuschauer vor den Fernsehschirmen, welche Strafe den Spieler erwartete.) Eine Arschbombe macht man, wenn man Mädchen am Beckenrand im Freibad nass machen möchte. In Viersen gab es sogar einen offiziellen "Arschbomben-Wettbewerb". Arschfax ist der Herstellerannäher in der Unterwäsche von jungen Damen, der hinten herauslugt. Die neuste Wortbildung ist das Arschgeweih, mit dem die beliebten modischen Tätowierungen oberhalb des Gesäßes bezeichnet werden. Siehe auch Kipparsch. Klebarsch ist ein Ausdruck für Besucher die nicht gehen wollen, insbesondere in Wirtshäusern Habt ihr daheim keine Betten, ihr Klebärsche! Neuerdings auch als Adjektiv arsch möglich: Du bist ein bisschen arsch auf mich (verliebt).
Ob allerdings die Adjektive arschkalt (sehr kalt; Dat war arschkalt bei denen inne Bude.) und arschklar (sonnenklar) in diesen Wortartikel gehören oder Lautvarianten von "arg kalt" oder "arg klar" sind, ist wohl nicht zu klären . ::


Asbach als Synonym für "alt" Den Witz kannte ich schon, der is doch Asbach!
Geht natürlich auf den Weinbrand "Asbach Uralt" zurück. ::


asbestfrei alkoholfrei Ich leb zur Zeit asbestfrei. Gib ma en asbestfreies Bier!  ::


Asi Assi  Blödmann, Außenseiter, ungehobelter Mensch ohne oder mit schlechten Manieren In Arenal triffse doch nur Asis. In dem Viertel wohnen nur Assis. Dat is son richtiger Campingplatz-Asi, dene dir da angelacht hass (Mensch in Trainingsanzug). Entsprechend viele Assoziationen ruft die Bezeichnung hervor: Asischale/Asiteller Schälchen oder Teller mit Pommes und Currywurst, Asiletten billige Sandalen aus Plastik, Badelatschen, Asipalme hochgesteckte Haare einer Blondine, zu finden z. B. bei der Kabarettistin Gabi Köster, Asibank/Asireihe hintere Bank im Bus Komm, wir gehen durch bis aufe Asireihe. Asitoaster, Asigrill Solarium Die war nich im Urlaub, die geht nur jeden Tach aufn Asitoaster. Asiverein je nach Fangemeinschaft immer der gegnerische Verein,  Asischuppen, Asipark  Du wills mich doch wohl nich in sonnen Asischuppen mitnehmen? (miese Disko) asich, asi blöd, gammelig, mieses Publikum Dat is mir zu asich in dem Laden. Sone asigen Typen können einem den ganzen Spass im Hotel versauen. Die Drecksklotschen aufn Bussitz, dat is für mich voll asi. Ich find dat schon asi, wenn einer inen Bus voll laut mit sein Händi tellefoniert. Asiger, Äsiger armes Würstchen, Außenseiter. ::


Aska Aschka in den Wendungen Aska mit Schuhnägel oder Aska mit Schimmela eine Tracht Prügel Wenn du widder so frech zu Mama bis, gibt es Aska mit Schuhnägel. Weitere Wendungen sind Aska mit Schuhriemen und Askanolla mit Himbeersoße. Arschkaho mit Sauerkraut war die Bezeichnung im Essener Raum für eine (elterliche) Tracht Prügel. Aska mit Kanulla Tu jetz, wat isch sach, sonst jibbet Aska mit Kanulla::


asoo ach so!; diese lautliche Variante hört man im rheinischen Sprachgebiet in der Alltagssprache fast ausschließlich Asoo, du hast ma widder keine Zeit? Asoo geht dat! usw. ::


asselig, asslig, asslich, asselig  unsauber, schmutzig; bezieht sich besonders auf den Zustand von Haaren und Kleidung oder den Körper. Son asseligen Nell würd ich noch nichma en Tempo leihn. Welche Diskoteken gibt es? Sind diese eher asselig, mittel/normal oder nobel? (Was für Leute?) (Frage im Internet zu Diskotheken auf Mallorka). Mal ganz abgesehen davon, dass künstliche Bräune meiner Meinung nach ungeschlagen asselig aussieht...Asselig ist auch jemand, der andere in die Pfanne haut. Asselig kann auch als Synonym für punkig gebraucht werden.
Auf den ersten Blick erscheint eine Verwandtschaft mit dem modernen Assi als Bezeichnung für jemanden, der sozial ausgegrenzt ist, naheliegend. Richtiger ist aber wohl die Ableitung aus dem mundartlichen usselig oder össelig (wie es in Westfalen heißt). ::


asseln meist als rumasseln oder abasseln rumhängen, abhängen, nichts tun Am Sonntach kannsde so richtich abasseln::


Ast in der Wendung sich einen Ast lachen hämisch lachen Der lacht sich doch en Ast, wenn der dat hört. sich einen Ast abbrechen sich abmühen Ich brech mir en Ast ab.


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asten sich abmühen, hart arbeiten Ich aste mir hier einen ab, und du kuckst nache Perle dahinten. Der war vielleicht am asten, als er den Baumstumpf aus dem Boden geholt hat. Die sind den ganzen Tach am asten da aufe Baustelle. Der is sich am kaputt am asten. Vielleicht von der alten Bedeutung von Ast: seit dem 18. Jahrhundert kann das Wort auch die Bedeutung "Buckel" haben; daher auch sich einen Ast lachen (sich buckelig, krumm lachen), damit ist asten gleich buckeln. ::


astrein bestens, super, gut Dat war en astreines Abseitstor.  Der geht astrein rein der Ball. Der is aber auch nich ganz astrein! (jemandem ist nicht zu trauen). ::


Attest im Rheinland hört man oft "der" Attest Hasde den Attest dabei::


Atzvenzkranz häufig zu hören für Adventskranz, oft ganz bewusst als lustige Variante gebraucht Ich will auch en Atzvenzkranz haben. Spaßrätsel: Ein Wort mit vier tz? Atzventzkrantzkertze::


Au Hur! ein in und um Aachen auch heute noch weit verbreiteter (an sich harmloser) Fluch Au Hur, wat soll dat dann nu? auch: ungehobelte Person Wat bes du mich für ene Au Hur. Dat is ne Au Hur kann aber auch positiv im Sinne von "Schlitzohr" gemeint sein.
Die Herkunft der Wendung ist umstritten. Oft als "Alte Hure" interpretiert; diese Ableitung scheint aber der Bedeutung zu widersprechen, deshalb auch als "Alter/alte  höre" interpretiert (siehe Kommentare). Siehe auch Au Banan::


Aue Alter, Kumpel, Freund Ey, Aue, kommse mit auf en Bier?
In den Mundarten im Westen des zentralen Rheinlands bedeutet Aue "Alter" und "der Alte". Es ist interessant, dass sich das Wort in der Umgangssprache auch bei Jüngeren gehalten hat; manchmal auch als Adjektiv wie zum Beispiel in Au Schabrack als unhöfliche Bezeichnung für eine ungepflegte oder unansehliche Frau. ::


auf im Rheinland geht man nicht "zur Arbeit", sondern aufe Arbeit Wo gehs du denn aufe Arbeit? Ich bin auf Krupp. Der is noch aufe Arbeit, der kloppt noch Stunden. Wat arbeitet der? Der macht auf Hausmeister! (in der Branche sein). Der hat auf Lehrer umgeschult. Auch zur Bezeichnung von Festtagen Dat Kleid kannse doch nicht auf Weihnachten anziehen. Außerdem noch: Die Butter is auf. Wie, dat ganze Bier is schon auf? (aufgebraucht). auf sein nicht im Bett sein Wat Kind, bisse noch auf, ich dachte, du biss schon im Bett. ::


auf jeden Bestätigung, Verkürzung von der Wendung Auf jeden Fall Willste auch was essen? Auf jeden! ::


aufbrasseln sich toll anziehen, aufbrezeln, sich herausputzen Wie die sich jeden Morgen für dat Büro aufbrasselt, nich zu glauben. Da nützt dat ganze Aufbrasseln nix!
Das Wort könnte aus aufbrezeln und brasseln (siehe dort) entstanden sein. ::


aufbrezeln besonders schick machen, sich auffallend anziehen Mein Gott, hat die sich wieder aufgebrezelt heute. Muss ich mich für den Termin heute abend extra aufbrezeln? En bisschen aufbrezeln muss schon sein. War ursprünglich das Aufbrezeln immer auf das menschliche Aussehen bezogen, so kann man mittlerweile eine ganze Menge, wenn nicht schlicht alles aufbrezeln. Belegt ist z.B. das Aufbrezeln von Computern (Ich werd meinen Computer mit ner neuen Festplatte aufbrezeln) und von Motorrollern, vorrangig Modellen der Firma Piaggio (die berühmten Vespen). Hier ersetzt es das Lehnwort "tunen". Man kann aber auch die eigene Sprache aufbrezeln, indem man möglichst viele unverständliche Fremdwörter oder Szenesprüche verwendet. Letzter und neuester Beleg aus der Tageszeitung "die taz": Morgen soll es wieder bis zu 29 Grad aufbrezeln.
Das Wort findet sich nicht im großen Duden, wohl aber im neuesten kleinen Rechtschreibeduden und wird dort als jugendsprachlich klassifiziert. Es ist aber mit Sicherheit älter. ::


aufdonnern herausputzen, geschmacklos gestylt, tunen, aufmotzen Die neue Putzfrau is vielleicht aufgedonnert als wenn se innen Farbpott gefallen wär. Die Alte is so aufgedonnert, dat is schon nich mehr schön. Heute kann man auch Sachen aufdonnern: Ich muss den neuen Computer noch wat aufdonnern, sons is der zu langsam. Hasde die aufgedonnerte Karre von dem gesehn?  ::


aufdröseln entwirren, aufklären Wie willsde denn dat ganze Durchenander hier je wieder aufdröseln. Ich bin ja ma gespannt, wie de dat wieder aufgedröselt krichst. Englische Kirmis mach ich nich, die sind da immer die Fälle so fürchterlich langatmich am aufdröseln. Jetz hab ich dir die Angelegenheit ne halbe Stunde lang aufgedröselt, und wat is? Im südlichen Rheinland steht Jedrössels für etwas Kleinteiliges, z.B. kleine Krümel Dat ess ich nich mehr, dat is ja nur noch Jedrössels::


aufdrücken einen elektrischen Türöffner betätigen Du solls doch nich einfach aufdrücken, wenn de nich weiß, wer unten steht. Ich kann nich aufdrücken, dat Dingen is kaputt. ::


aufe offen Da schmeiß dat in dat aufe Fenster! Aber auch: Dat Fenster is auf, et zieht::


aufführen als sich aufführen sich schlecht benehmen, unangepasst oder unangemessen verhalten, angeben Jetz führ dich hier nich so auf! Wie der sich widder aufführt! Der führt sich auf, als wär er hier der Makador. Jetz benimm dich anständich un führ dich nich gleich widder so auf, klar?  ::


aufgabeln jemanden kennenlernen, abschleppen Wo hasse den Typ denn aufgegabelt, der is ja wohl unterste Schublade::


Aufgesetzter Likör aus Früchten und einfachem Korn Meine Omma hat immer aus schwatten Johannisbeern Aufgesetzten gemacht. aufsetzen Ich hab die Beern schon gezuckert, ich muss die nur noch aufsetzen (mit Schnaps auffüllen).
Likör aufgesetzt hat man am Niederrhein und im Ruhrgebiet; und auch, wenn man ihn heute nicht mehr selbst herstellt, ist ein Johannisbeerlikör immer noch schlicht en Aufgesetzten.  ::


aufhaben in der Wendung etwas aufhaben in Verbindung mit Hausaufgaben/Schulaufgaben: Wieso willsse schon spielen gehen, hasse gar nix auf? Sonst bedeutet aufhaben entweder "geöffnet sein" Haben Sie schon auf? Der Laden hat ers um sieben auf. oder "aufgegessen haben" Sach bloß, du hass dat dicke Butterbrot schon auf? einen aufhaben kann auch "betrunken, beschwipst" bedeuteten Was singen die so laut, ich glaub, die haben einen auf! aufhaben auch als "geöffnet sein" Der Laden hat auf::


aufhängen als sich aufhängen Du kannst dich hier aufhängen! als Aufforderung, eine Jacke oder einen Mantel an der Garderobe aufzuhängen. ::


aufhübschen verschönern, aufpeppen, etwas oberflächlich verbessern Wir ham den Text wat mit Bildern aufgehübscht. Kuck ma, wat die Alte sich aufgehübscht hat. Ich würd dat noch en bischen aufhübschen! ::


aufkriegen   Das Wort hat im Rheinland vielfältige, vom Hochdeutschen abweichende Bedeutungen: Ich krich dat Fenster nich auf (nicht öffnen können). Den Teller krich ich nich auf! (nicht aufessen können) Wir ham heute gar keine Hausaufgaben aufgekricht. (siehe auch kriegen). ::


aufkröppen aufregen Nu mach ma halblang und kröpp dich nich so auf hier. Da hasse dich ganz umsonst aufgekröppt. Musse dich eigentlich immer so aufkröppen? (aufspielen, künstlich aufregen)
Das im zentralen und südlichen Rheinland verbreitete Mundartwort ist eine Ableitung von Kropp (Kropf) und meint eigentlich das sich Aufblähen eines Hahns. ::


aufmöppeln aufbrezeln, sich aufdonnern So aufgemöppelt hab ich dich ja noch nie gesehn::


aufmotzen tunen, verbessern Hasse schoma sone aufgemotze Karre gesehen? Ich muss meinen Rechner noch wat aufmotzen, sons kann ich damit nich die DVDs bearbeiten. Wat has du dich denn so aufgemotzt, gehse zur Beerdigung? (besonders sorgfältig kleiden, stark schminken).  ::


aufmupfen häufiger als Adver/Adjektiv aufmüpfich widerspenstig (sein), aufbegehren Mit vier fangen die Blagen allmählich mim Aufmupfen an. Wat bisde wieder so aufmüpfich heute?. ::


Aufnehmer Aufwischlappen. Dat mussde ssofort mittem Aufnehmer wechmachen. Der läuft rum wie son nasser Aufnehmer. Auf dem nassen Aufnehmer stehen ist in Essen eine Bezeichnung für einen Lauschepper, der am liebsten umsonst irgendwo mittrinkt.
Der Aufnehmer ist die rheinische und norddeutsche Variante dieses Putztuches. ::


aufpäppeln etwas oder jemanden mühselig aufziehen oder wieder auf die Beine bringen Die kleinen Katzen musste ich ers ma aufpäppeln, bis ich die abgeben konnte. Wenne aus dem Krankenhaus kannz, dann kommsde hier hin, wir werden dich schon widder aufpäppeln. päppeln Jetz hammer dat Mickerflänzjen übber Jahre met Dünger jepäppelt, un et is juut wat draus jeworden, odder?
Dä päppelt sein Kinder met Breichen un Vitaminsaft.
Wenn man das Päppeln übertreibt, wird ein verpäppeln daraus Dat Tina hat sein Pänz total verpäppelt, di kriejen doch allein jaa nix auf de Reih. Meinze, dein verpäppelten Sohn würd innet kalte Schwemmbattwasser gehn? Näh!
Zu Papp "Brei", mit dem man früher kleine Kinder und Kranke fütterte?(siehe dort). ::


aufpassen im vom Hochdeutschen abweichenden Gebrauch Heut kann ich nich, ich muss die Kinder von Rieke aufpassen. Zu hören am rechten Niederrhein und im Ruhrgebiet. Auch: Ey, pass ma auf, ey! als Warnung, z. B. wenn sich jemand mit Anschuldigungen zu weit aus dem Fenster lehnt: Sachma, has du den nich geschnibbelt, der auffe Kastroppastrasse den dicken Kräsch gebaut hat? Ey, pass ma auf , ey... oder pass bloß auf ey...  ::


aufreißen steht für das "männliche Umwerben weiblicher Personen" Komm, wir gehen mal en paar Frauen aufreißen. Ein Aufreißer geht folglich dieser Tätigkeit ziemlich erfolgreich nach.  ::


aufribbeln alte Strick-Wollsachen wieder auftrennen, um die Wolle zurück zu gewinnen Wo is denn der schöne blaue Schal hin? Den hab ich aufgeribbelt, du wolls den doch eh wechtun::


aufriffeln gestrickte Kleidungsstücke auftrennen, um die Wolle noch einmal zu verwenden. (Siehe auch aufribbeln).  ::


aufrüschen sich geschmacklos und übertrieben auffällig kleiden und schminken, aufdonnern Musse dich so aufrüschen, wenne ins Bürro gehs?. ::


aufschlörren siehe schlörren. ::


aufschlunzen siehe Schlunz::


aufsetzen mit dem Wärmen, Kochen oder Zubereiten beginnen Hasse eigentlich schon Kaffe aufgesetzt? (Wasser in eine Kaffeemaschine füllen). Ich tu dann immer en Süppschen aus der Tüte aufsetzn (in warmes Wasser einrühren). Mamma hat den Bratn schon früh am Morgen aufgesetz, damit se auch wat Zeit hat zum Quatschen, wanner da seit. Auch: einen Likör mit Früchten und Alkohol ansetzen Dies Jahr tu ich ma wieder Johannisbeern aufsetzen. Entsprechend heißt das Getränk, was im Rheinland meist ein Johannisbeerlikör ist, Aufgesetzter. (siehe dort) . ::


auftragen getragene Kleidung weiter benutzen Wie mein Vatter gestorben is, hatter mir so viele Anzüch hinterlassen, die kann ich mein Lebtach nich auftragen. Ich musste früher immer die Klamotten von meinem Bruder auftragen. ::


Augenpulver schwer zu lesende kleine Schrift Die alten Taschenbücher, dat war richtiges Augenpulver. ::


Äugsken Äuglein Wat bisse mitte Äugsken am kniepen, is wat?
Die niederrheinische Verkleinerungsform ist im Norden des Rheinlands noch oft in der Umgangssprache zu hören. ::


aus in der Bedeutung von draußen, außerhalb, nicht zu Hause Wir gehn heut aus essen. Wo is der Opa? Der is aus! auch für "ausverkauft, nicht mehr vorhanden" Einmal Currywurst-Pommes, bitte! - Fritten sind aus! und für "nicht an, abgeschaltet" Mach ma die Flimmerkiste aus! Is dat Licht aus im Keller? ::


Ausklopfer Bezeichnung für einen Versteigerer bei den existierenden Maigesellschaften. ::


auslatschen siehe latschen::


Äuteken Kleinwagen Der kricht doch nix rein in sein Äuteken. Wat hasde dir denn da von Äuteken angelacht. Diese Verkleinerungsform findet man am Niederrhein, im Ruhrgebiet und im nördlichen Bergischen Land.
Das Auto hat im zentralen Rheinland übrigens männliches Geschlecht Der Auto is neu::


Auto sieh Äuteken::



Baas Chef von irgendwas (Männergesangsverein, Karnevalsverein, Heimatverein, Kegelklub usw.) Der is der Baas vom Angelverein. ::


Babbelken (Plural: Babbelkes) Bonbon Nimm dir ma en paar Babbelkes ausse Dose.
Diese Sorte Bonbons lutscht man am Niederrhein und in Teilen des Ruhrgebiets. ::


babbeln bäbbeln, bubbeln plappern, geschwätzig sein, plaudern Bubbel nitt immer dozwesche. Babbel, Bäbbel schwatzhafter Mund Halt ding Bäbbel. Boah, kannze dein Bäbbel nich halten? Bubbelwasser Alkohol Häsde widder Bubbelwasser jedronke? ::


Back Gefängnis Da gehste innen Back für sagt man am Niederrhein und im Ruhrgebiet, wenn jemand eine Straftat begeht. Der sitzt seit gestern im Back.
Am Niederrhein ist Back einfach ein Kasten oder Bottich oder eine Schüssel, in denen etwas aufbewahrt wird: Ene Back voll Erpel. Ich hab den ganzen Back voll Grünkohl verputzt. Die Verkleinerungsform ist Bäcksken. Wir brauchen en neues Seifenbäcksken für dat Klo, dat alte is kaputt::


Backe in der Wendung von der Backe putzen/kratzen sich etwas abschminken/vergessen können Dat mit dem Urlaub kannze dir vonne Backe putzen, dat wird dies Jahr nix. Man kann auch etwas an der Backe haben, dann hat man viel zu tun: Du glaubs nich, wat ich alles im Moment an der Backe hab. Jetz hab ich die Schwiegermutter auch noch an der Backe. (sich kümmern müssen um) Käa, bin ich froh, dattich dat fonne Backe hap. (eine Aufgabe los sein) Wenn einer eine Ohrfeige bekommen soll, dann sagt man auch Gleich krisse wat anne Backe! Jetz halt doch ma die Backe! (den Mund halten) In Duisburg sagt man auch an die Backe nageln etwas vergessen können, keinen Sinn haben Du glaubst doch wohl nicht, dass der daran denkt, das kannst Du Dir an die Backe nageln. einem wat anne Backe labern jemandem etwas aufschwatzen Der kann nem Tauben en Klavier anne Backe labern. .Au Backe als Ausruf des Erschreckens: Au Backe! Wie is dat nur passiert?  ::


backen in der Wendung etwas (nicht) gebacken kriegen etwas bewerkstlligen, etwas schaffen Der kricht dat nich gebacken mit dem Führerschein. ::


Bäcker in der Wendung da hat die Frau vom Bäcker drin geschlafen wenn sich in einem Brot oder Brötchen ein besonders großer Hohlraum befindet. In Mönchengladbach heißt es dagegen da is der Bäcker selber durchgekrochen. ::


Bäckerklätsch billige Cremefüllung (statt echter Buttercreme) in Torten  Nä, die sogenannte Buttercreme vom Bäcker anne Ecke kannste nich essen, dat is nur Bäckerklätsch!
Über Bäckerklätsch ärgert man sich Essen. (Sieh auch klätschich). ::


Backmann Ziegelstein Wieviel Backmänner brauchse noch für dat Mäuerken?
Mit Backmännern baut man am Niederrhein und im Begischen Land. ::


baff erstaunt, sprachlos, bestürzt Da bisse baff, wa? Da war ich aber baff, kann ich dir sagen. Der war ganz baff, als ich plötzlich bei dem aufgetaucht bin::


Bäffchen Bäffken, Bäffke, Bäffgen weißer Kragen, Vorhemd Nur die Pfarrer ham heut noch Bäffken. Er hat sich wat auf es Bäffchen gelegt. (ruhen) Die Katz hatte en weißes Bäffgen::


Bagage Bajaasch, Bagaasch Anhang, Familie, Sippschaft Am zweiten Weihnachtstag standen se plötzlich mit ihrer ganzen Bagage auf der Matte. Die mit ihrer Bagage kann mir gestohlen bleiben. Die kommt mit der janzen Bajaasch. ::


Bagger Mund, Klappe Jetz halt doch ma den Bagger! oder ganz kurz Bagger! Auch: Übrigens: wir hatten Spass wie en Bagger... anbaggern anmachen, um eine Frau werben Der Typ is schon den ganzen Abend wie blöde am baggern. Hast du die Maus da angebaggert.  ::


Bajuffe Pajuffe meist nur in der Pluralform gebraucht: Bajuffen in der Regel eher abwertend für Fremde, Zugewanderte oder sogar missliebige Personen  verwendet: Da wohnen nur Bajuffen un Molukken. Da ham die Aachener die Bajuffen aber ma schön abgezogen. (die Fußballspieler von Bayern München).
Bajuffen kennt man im gesamten Rheinland (siehe Kommentare). ::


Balch Körper, Leib Ich glaub, ich hab die Krätze am Balch. Halt mir bloß den Typen vom Balch.  ::


bald wird in bestimmten Wendungen als eine Art Verstärkung gebraucht: Also wirdet bald? (Aufforderung) Ich glaubet wohl bald. (Ausruf der Ablehnung oder des Erstaunens) Auch in der Bedeutung "fast" Ich hab mir bald inne Hose gemacht und als Zeichen der Ungeduld Junge Frau, wat is, ham wirt bald? (z.B. an der Wursttheke). ::


Balgmaschin Korsett.  ::


Balkan eine Gegend, die weit weg oder fremd ist (kann aber ganz nahe sein, für die Kölner z.B. die Gegend um Porz oder Bergheim) Die Leute aum Balkan kallen schon ganzes als wie wir hee. ::


Ballerburch Suchtklinik, insbesondere für Alkoholkranke Samma, wo is der Manni denn abgeblieben? Haste nicht gehört? Der is inner Ballerburch auf Kur. ::


ballern ist ein vielseitig einsetzbares Verb: Der hat den Ball zehn Meter über dat Tor geballert. (einen Ball fest schießen) Gleich baller ich dir eine, pass bloß auf! Der kricht gleich einen geballert, wenn der so weiter macht. Pass ma auf. (jemanden schlagen) Danach ham wer uns orntlich einen geballert. (heftig trinken,saufen) Der hat wild um sich geballert. (mit einer Waffe schießen) Offensichtlich neuerdings auch Sceneausdruck für "Kokain schnupfen". Geballer Dat war nur ein Geballer auf ein Tor. Ballerei Hört endlich mit der elenden Ballerei auf. Ballermann Schusswaffe Der hat en echten Ballermann zu Hause inne Schublade. Der Ballermann (in diesem Fall eine Verballhornung aus Balneario, einer berüchtigten Amüsiermeile in Areal auf Mallorca, unter Einfluss von ballern saufen) ist heute auch zum Synonym für eine ordinäre Kneipe geworden, die vornehmlich zum Zweck des Saufens bis zur Besinnungslosigkeit aufgesucht wird: Dat is ja wie im Ballermann hier!
Im Ruhrgebiet glaubt man - der Geschichte als Schmelztiegel entsprechend - an die polnische Herkunft des Wortes, schließlich bedeutet balowac im Polnischen soviel wie "alkoholisches Vergnügen, Tanzabend". So schön diese Ableitung auch ist, so unwahrscheinlich ist sie auch. Schließlich gründet dieser Ableitungsversuch auf einer isolierten Bedeutungsvariante von ballern, nämlich heftig saufen, sich betrinken, und ignoriert dabei den deutlich umfangreicheren Bedeutungshorizont. Das Wort hat wohl eher einen mundartlichen Hintergrund, schon im Mittelniederdeutschen kennt man balderen als "lärmen, knallen" (vgl. auch in schwedischen Mundarten ballra "lärmen"). ::


Ballett in der Wendung Hallo Ballett als Ausruf der Bewunderung Hallo Ballett, da ging aber die Post ab::


Bällrämmel jemand, der immer und bei allen Gelegenheiten herummault. Früher auch als Bezeichnung für belgische Besatzungssoldaten gebrauchlich.
In der Umgangssprache ist das Schimpfwort nicht mehr häufig zu hören. ::


Bambuschen unförmige Hausschuhe, warme Pantoffeln Bei uns is der Boden so kalt, da zieh ich immer Bambuschen an.
Das französische Wort babouche geht auf das persische papus "Fußbekleidung" zurück. ::


Bammel Angst, Scheu Ich hab vielleicht einen Bammel vor der Prüfung.  Du hast auch immer Bammel. bammelich sehr ängstlich Mein Gott, wat is der bammelich::


bammeln hängen Wat bammelt denn da? Die Variante aufbammeln "aufhängen" wird heute auch im Zusammenhang mit Computern gebraucht Der Rechner hat sich ma wieder aufgebammelt. (abstürzen). ::


Banan Banane, in der kumpelhaften Anrede Au Banan alte Banane Au Banan, wie isset, lange nich gesehn!
Zu hören im Raum Aachen. ::


Banane in der Wendung (alles) Banane sein dumm, verrückt, bescheuert sein Der is doch Banane! Dat is doch alles Banane  hier::


Band in der Wendung am Band sein/arbeiten am Fließband arbeiten, bei Opel in Bochum arbeiten Mein Mann is nur noch drei Wochen am Band, dann is Schicht::


bandusen rumbandusen lärmen, Krach machen, toben (von Kindern) Die bandusen da wieder, man versteht sein eigenes Wort nicht. Die Blagen sin da am rumbandusen, dat is nich zum aushalten. Bis drei Uhr morgens haben die Kleen da oom rumbandust, ich hab echt kein Auge zugekricht.
Ursprünglich ist das Wort nur in einem kleinen Gebiet zwischen Mönchengladbach und Mülheim/Ruhr belegt, heute scheint es aber eine größere Verbreitung zu haben. ::


bang ängstlich Nee, dat mach ich nich, da bin ich bang vor. Bisde etwa bang vor dem Hund? Eine Bangbotz oder Bangebüx/Bangbüchs ist ein Feigling. Ein Beispiel aus der Eifel: Viel Schnee auf der Straße? Nee, aber viel Bangbotze unterwegs! Nee, wat is dat ne olle Bangbüchs. bangbüxsich ängstlich Dat Klein, dat is vielleicht bangbüxsich, wenn dat ne Maus süht. ::


Bär weibliche Schamhaare; darauf bezieht sich das legendäre Schild, das angeblich im Duisburger Zoo den Bärenkäfig schmückte: Nich am Bär packen! Fängt am Brummen! Daneben kann noch der Bär los sein (Trubel): Bei der Talentprobe im Tanzbrunnen is jedes Mal der Bär los. Außerdem kann der Bär auch brummen: Wenn die loslegen, dann brummt der Bär. (etwas los sein) Er hat beim Wirt noch nen Bär brummen. (Schulden haben) In Köln kennt man auch nen Bär op Söck, das ist ein unbeholfener Mensch. ::


bären meist als Partizip gebärt bekleckern, beschmutzen der Kleidung Ich hab mich voll gebärt!
Das Wort ist nur in einem kleinen Raum des westlichen zentralen Rheinlands und des südlichen Niederrheins gebräuchlich. ::


Barras Bundeswehr Hasse gehört, der Kalle mus jetz doch zum Barras::


Bart in der Wendung auf den Bart fliegen oder sich auf den Bart legen für: sich auf die Fresse legen, hinfallen. Wenn der Bart ap is, dann ist eine Sache erledigt. ::


barzen rauchen, qualmen Der is nur am barzen::


Bascht Sprung, Fehler Dat Ding hat ene Bascht, die würd ich nich kaufen::


baschtisch viel, sehr Hier ist es baschtisch heiß. Hier sind baschtisch viele Leute. Bleibste zum Essen? Wir haben baschtisch! Auch im Sinne von "unmittelbar" De is baschtisch aufe Schnauze geflogen. Das Wort wird aus dem zentralen Rheinland gemeldet. ze baasch, ze baschte, ze baschten reichlich, genug, im Überfluss Komm Jung, diss Johr hammer Äppel ze baasch, mach der de Taschen voll un nimm mit, wat de traaren kanns. Auch als Satt un ze baschte. (mehr als genug) Ich ärgere mich ze baschten. (vor Wut platzen)
Zu hören in Köln, im Vorgebirge, der Eifel und im südlichen Bergischen Land. Eigentlich bedeutet baschten "bersten, platzen". ::


Baserimmelchen Wolljäckchen Heut nacht is kalt, ich zieh mir das Baserimmelchen an.
Diese Jacke ist im südlichen Rheinland bekannt, in den mittelrheinischen Weinbaugebieten wird so die traditionelle leinerne Arbeitsjacke der Winzer genannt. ::


Bass in der Wendung den Bass wichsen sich betrinken Der war am Bass am wichsen. ::


basselich baselich schusselig, zerstreut Der is heut wieder so basselig, der kricht alles kaputt. Ich hab schlecht geschlafen un bin ganz baselich heute. Das im ganzen Rheinland zu hörende Wort hat in der Mundart unterschiedlichste Bedeutungen: aufgeregt, verängstigt, unbeholfen, verwirrt, ungeschickt; in der Umgangssprache ist jedoch nur noch die obige Bedeutungsvariante zu finden.  ::


basses aufgeregter Ausruf Basses Kinder noch mal, nu hört doch endlich auf! Auch Ausruf des Ekels Ih Basses, wat is dat denn hier von klebriges Zeuch. Und ähnlich, aber mit anderer Bedeutung: boasses oder bwasses als Ausruf des Erstaunens oder der Bewunderung Boasses, was ist Alemannia heute gut! Bwasses, Du weißt aber viel! Die beiden letzen Varianten gelten für den Aachener Raum. ::


batern auch herumbatern fest, hart und meist unkontrolliert zuschlagen, hauen Wenn Karl den Betonklotz mit einem Steinbohrer angebohrt hätte, brauchte er jetz nich so enorm darauf herumzubatern.
Gebatert oder gebattert wird nur am Niederrhein. ::


Bätsch Braatsch ein meist weibliches Klatschmaul Dat is aber en Bätsch, die Nachbarin. ::


Batsch Matsch Host dich widder im Batsch gewälzt? Diese Matschvariante kennt man am Mittelrhein. Im zentralen Rheinland versteht man unter Batsch nicht nur Matsch,  sondern im engeren Sinne Folgendes: Bauern legten im Herbst an Feldrändern eine Batsch an. Dazu wurden aus den Zuckerfabriken die Rübenschnitzel in einer ca. 1 m tiefen Grube geschüttet und danach mit Erde abgedeckt. Sie diente den Haustieren im Winter als Futter Eine Batsch stinkt fies. ::


Batschel Batscheler Tollpatsch, unbeholfener Mensch Du Batschel vergisst noch deine eigene Arsch, wenn der net festgewachse wär. Auch: Schwätzer, Klatschmaul, plapperndes Kleinkind. batscheln tratschen, Gerüchte verbreiten.
Batschel und Batscheler findet man im südlichen Rheinland. ::


Batschkapp flache Schirmmütze, Schlägermütze Der läuft immer met der Batschkapp erümm.
Kennt man im südlichen Rheinland. ::


Batterie meist Battrie in der Wendung bei/nach Muttern anne Batterie zu Hause Ich geh nach Muttern anne Batterie. (es sich zu Hause gemütlich machen). ::


Batze Batzen Hintern, Gesäß Beim Schlittschuhlaufen hab ich mich auf den Batzen gesetzt.
Auf den Batzen setzen sich nur noch ältere Rheinländer. ::


Bau Gefängnis Der muss innen Bau. Dafür kommt der in den Bau::


Bauarbeiterdekoltee Bezeichnung für den aus dem Hosenbund herausschauendeen Gesäßansatz Wie ekelisch, haste dem sein Bauarbeiterdekolett gesehn? ::


Bauchflatscher Bauchfletscher, Bauchplatscher  flacher, fast schon missglückter Kopfsprung Ich hab mir bei dem Bauchflatscher ganz schön wehgetan. ::


Bauderich kleines Kerlchen, kleiner Junge Wie heißt denn euer Bauderich?
Ein seltenes Wort, das nur für die Mundarten um Trier, Prüm und Bitburg belegt ist. ::


bauen machen, herstellen, verursachen Der hat schon widder en Unfall gebaut. Wie kann mer immer so viel Mist bauen? Wir bauen uns einen (Joint).  ::


Bäuerchen Bäuerken Aufstoßer (meist bei kleinen Kindern oder Babies gebraucht) Wart ma noch, bis dat Ullig sein Bäuerchen gemacht hat. Gezz machse noch en Bäuerken, woll::


bechern saufen, übermäßig trinken Kerl, hör gezz auf zu bechern, heute is überall Kontrolle. Gestern gebechert, wa? Der kann bechern! ::


bedankt in der Wendung bedankt sein angeschmiert sein, von widrigem Schicksal betroffen sein Wenn et zu regnen anfängt, ohne Schirm simmer bedanktWie gehdet? Hör auf, ich bin ganz schön bedankt. Gestern ham se mir die Wohnung gekündigt. Zwei Mal Rohrbruch ine Bude, dat kannsde glauben, dat ich ers ma bedankt bin. ::


bedeppert betrübt, bedröppelt, traurig Er stand ganz bedeppert da::


bedient in der Wendung bedient sein betroffen sein, fertig sein Nachdem dat alles schon schief gelaufen war, da war ich ers mal bedient. Als ich den sah, da war ich schon bedient! Als ich dat fettige Eisbein auf dem Teller sah, war ich schon bedient::


bedröppelt siehe dröppeln::


Bedrullje in der Wendung in der Bedrullje sein in Nöten sein Mist, gerade jetz kommt die Rechnung, jezt bin ich echt inne Bedrullje.
Zu frz. bredouille (urspr. Matsch), ein Wort, dessen Herkunft auch in Frankreich noch nicht geklärt ist. ::


bedusselt siehe dusseln::


Beerdigungskuchen meist eine Art Streuselkuchen, seltner ein anderer Blechkuchen, der z.B. in Essen traditionell beim Trauerkaffe serviert wurde. ::


Behai siehe Buhai::


behämmert dumm, bekloppt, bescheuert Bisde eigentlich behämmert, hier so rumzuschreien? Die is doch behämmert::


behumsen betrügen Bei dem Auto ham se dich aber schwer behumst. ::


bei in unterschiedlichen Wendungen im Gebrauch: Komma bei mich bei. (zu jemandem kommen) Kannze mir nich ma beikommen. (helfen) Mach dat Fenster ma bei. (auf Kippe stellen) Mach die Tür bei! (zu) Mach dat Fenster nich soweit auf, bei genügt.(nicht ganz zu) Kommt da wat bei, bei de Pommes? (Frage des Imbissverkäufers) Da gibbet immer noch wat bei. (eine Zugabe) Da is doch nix bei! (nicht schlimm oder schwierig sein) Auch beliebt bei Handwerkern, wenn  etwas nicht ganz passt: Da machen wir wat bei, dann passt dat. Kuck doch ma eben bei die Kartoffeln. Hasde bei de Wäsche gekuckt? (nachsehen, ob etwas gar oder fertig ist).
Siehe auch die präfigierten Verben beikommen, beibleiben usw. ::


beibleiben steht für dabei bleiben Bei de Handwerker musse heute beibleiben, sonst tun die nix. Der is son Hibbel, meinze, der kann ma bei eine Sache beibleiben. ::


Beies Baies sehr dicker Mann Dann muss de Beies auch noch am frühen Morgen Fritten mit Majo essen, der is selps schuld::


beifallen zusamenfallen Drück den Salat nich so, der fällt sonst so bei, wenne die Soße dran tus::


beigeben Geld beigeben (ironisch gemeint) Die Karre möcht ich nich geschenkt haben, da könnsde mir noch Geld beigeben! klein begeben nachgeben, machtlos sein Da musste ich leider klein beigeben::


beihaben dabei haben, mit sich herumtragen Wieso hasse kein Geld bei? Ich hab nix bei! Ma kucke, ob der wat zum Rauchen bei hat. ::


Beihau Knochen- und Fettreste beim Metzger Packen se mer dä Beihau mit ein, da tu ich norren bulljon von machen. Der Beihaus is für den Hund. (Siehe Kommentar) ::


beikommen sich erholen, gesunden Der kommt schon widder bei, keine Bange. Nach dem Klamotten-Kaufen mit den Kindern "in der Stadt": Kinders, gezz lasst mich ersma en bisken sitzen, man kommt ja gaanich widder bei! (sich ausruhen) Diese Sorte Beikommen kennt man nur am Niederrhein und im Ruhrgebiet.
Im übrigen zentralen Rheinland kennt man andere Bedeutungen: Komm ens bei mich bei. (lass Dich mal in den Arm nehmen) Dat weiß jeder, dat der dat war, der die Kasse geklaut hat, aber dem wernse nich beikommen. Soll heißen, dass man jemanden nicht überführen können wird bzw. für ein Vergehen nicht zur Veranwortung ziehen können wird Pass bloß op, Du, sonst komm ich Dir bei. (Androhung von Strafe). Beikommen bedeutet auch "hinzukommen" in Sätzen, wie: Mir sin schon drei Mann, da muss nu-noch einer beikommen, dann hammert Auto voll. oder an der Tankstelle beim Bezahlen: Kommta noch wat bei, Zarretten odder so?
 ::


Bein in der Wendung etwas am Bein haben mit etwas belastet sein Jetz hat die auch noch die alte Tante am Bein. Wat die alles anne Beine hat, ich könnt dat nich. Lastenausgleich auf Rheinisch: Sie hatte die drei Kinder am Bein, un er hat dat Jeld an de Fööß. jemanden ans Bein pinkeln jemandem anschwärzen, etwas anhängen Ich lass mir doch von dir nich ant Bein pinkeln! kein Bein auf die Erde kriegen trotz aller Mühen nichts erreichen Der kann machen watter will, der kricht mit seiner Klitsche kein Bein auf die Erde::


beißen in der Wendung sich beißen nicht zusammen passen, schlecht harmonieren Nee Vatter, dat kannsde nich zusammen anziehn, die Farben beißen sich doch, siehste dat nich! Die kommen nie mehr zusammen, da beißen sich ja schon die Voraussetzungen::


beitrinken etwas aus einem übervollen Glas abtrinken Kannste mal beitrinken, sonst läuft der Schaum auf die Decke::


Bejavung Bejoovung in der Wendung die Bejavung kriegen leiden müssen Ich krich noch den Bejavung, wenn dat so weiter geht. Die Wendung steht auch allgemein für "die Krise kriegen".
Die Bejavung kriegt man im zentralen Rheinland.  ::


bekakeln etwas besprechen. Lass uns die Sache nochmal in Ruhe bekakeln. ::


bekennen Ausdruck beim Skat: eine Farbe bedienen Et gibt nur eins, entweder du muss bekennen oder trumpfen::


bekloppt siehe kloppen::


beknackt verrückt, schlecht, mies Bisse beknackt, oder wat? Dat is doch echt beknackt hier! In soner beknackten Situation war ich no nie! ::


bekrabbeln gesunden, auf dem Wege der Besserung sein, wieder auf die Füße kommen De Omma hät sich widder bekrabbelt. Hätt ich nich gedacht, wie der sich widder bekrabbelt hat::


bekriegen , sich sich erholen, wieder gesund werden Warte ma ab, die Omma wird schon noch, die bekricht sich schon widder. Der hat sich aber schnell bekricht, dat war bestimmt ne Schwalbe. Auch für "aufhören" Nun bekrich Dich und hör endlich auf zu heulen. ::


belämmert belemmert betrogen, angeschmiert, blöd Ich hab mich echt belämmert gefühlt. Jetz stehse ganz schön belämmert da, dat hättese dir vorher überlegen sollen. Du bis jetz der Belämmerte bei der ganzen Angelegenheit.
Das Wort hat nichts mit dem Lamm zu tun, sondern geht auf ein altes mundartliches Verb belemmern "behindern, in Verlegenheit bringen" zurück. ::


belatschern jemanden überreden, vollquatschen Musse mich so belatschern? Hör auf, mich zu belatschern! Die is den den ganzen Tach am belatschern, pass ma auf,die kricht den noch rum! ::


belätschert betroffen, verwundert Hasse gesehen, wie belätschert der gekuckt hat::


Bello etwas Großes, Dickes Der hat mit sonem Bello von Stein nach mir geworfen. Natürlich auch als Synonym für einen Hund gebraucht. Auch gern für den Fünf-Kilo-Hammer genommen: Hol mir mal den dicken Bello. In Pulheim kann man auch sagen: Der reißt seinen Bello aber ganz schön auf. (mächtig angeben) Bello wird auch gern die Toilette genannt: Mensch, wennste da so aufm Bello thronst, kannste ma richtich nachdenken. (gehört in Krefeld, auch Essen und Mettmann). ::


Bemme Bämme Butterbrot, belegtes Brot Ich brauch wat zum Picken! Hau dir ne Bemme rein!
Die Bemme oder Bamme ist im Linksrheinischen zwischen Euskirchen und Alpen bekannt, das Wort ist eine (ursprünglich wohl kindliche) Verballhornung aus Botteram.  ::


benaut unwohl, schwindelig, (oft ein Gefühl bei drückend-schwülem Wetter) Obwohl es heute nich so heiß ist, fühle ich mich richtich benaut. ::


benehmen kann man auch so verwenden Wie tut sich sonne Teppich denn benehmen? (Wie macht sich der Teppich in dem Zimmer?). ::


Benimm Anstand, Benehmen Dem sein Benimm is ne Katastrophe. Der Kerl hat en Benimm am Leib, dat is zum Fottlaufen. Wenne dich da vorstellen gehs, dann zeich, datte Benimm has. Der hat kein Benimm. ::


Benn Korb, Weidenkorb Hol mir ma bitte die Benn mit den Katoffeln aus dem Keller!
Das Wort ist in seiner Verbreitung sehr interessant, man kennt es in den Mundarten des nördlichen Niederrheins und im Saarland. In Kleve hört man auch hörte noch durch die Benn fallen, wenn man eine Prüfung nicht besteht. ::


Bensel Fahrrad Bisse zum Opa gelaufen? Nee, bin mit dem Bensel geradelt.
In Duisburg war (späte 1940er - Mitte 1950er Jahre) ein Bensel auch ein Spielzeug, eine unbereifte Fahrradfelge, die mittels eines kurzen (ca. 20 - 30 cm lang) Stöckchens in der Hand vorwärtsgetrieben wurde (siehe Kommentar). ::


beömmeln belustigen,sich amüsieren, einen Riesenspaß haben Ich könnt mich beömmeln! Wenn der einen im Tee hat, is der sich nur am beömmeln. Worüber beömmelse dich so? Die Herkunft des Wortes ist noch nicht geklärt. Die oft vermutete Verwandtschaft mit Eumel/eumeln ist sehr zweifelhaft. Wahrscheinlich zu ömmelich (siehe sich ömmelich lachen). ::


bepissen sich vor Lachen in die Hose machen Bei dem Büttenredner hat sich der ganze Saal bepisst vor Lachen. Dat sieht vielleicht bepisst aus. (schlecht aussehen) Die Pizza schmeckt doch wie bepisste Wolldecke. (schlecht schmecken). ::


berappeln (sich) wieder auf die Beine kommen, sich zusammenreißen Die hat sich nach dem Herzinfarkt ganz schön schnell wieder berappelt. Ich hoffe, der berappelt sich wieder::


berappen bezahlen, löhnen Wat musstesde denn für die Karre berappen. Da hat der ordentlich berappt für, dat kannze wohl glauben::


Bergmannspargel Schwarzwurzel Morgen gibbet ma widder Bergmannspargel bei uns::


Bescheid in der Wendung Bescbeid stoßen jemanden zusammenstauchen, ausschimpfen Diesen Volkstreter habbich getz ma echt Bescheid gestoßen. ::


bescheiden Euphemismus für "beschissen" Dat Wetter is ja wieder bescheiden heute. Deine Laune is ja ma widder bescheiden. Das Leben war bescheiden schön (Zitat). ::


bescheuert doof, verrückt, idiotisch Der is so wat von bescheuert, dat kann schon weh tun::


beschmiert dumm, bescheuert Der is ganz schön beschmiert. So beschmiert kann ma doch gar nich sein. Im Fernsehen siehse auch nur noch Beschmierte. ::


beseibeln jemanden übervorteilen, bescheißen Willze mich beseibeln?
Das Wort ist am Niederrhein zu hören. Seltener ist das Seibelbeis (Toilette), dass auch einen rotwelschen Hintergrund hat. ::


Besen in der Wendung am Besen lecken eine Götz von Berlichingen Zitatvariante  Nu leck mich doch am Besen, wie sieht dat denn hier aus?  der wackelnde Besen in der Redensart Dat is so wichtich, als ob in Castrop en Besen wackelt (völlig unwichtig sein). Ein Besen kann auch eine zänkische Frau sein: Wat bis du dann für ene alte Besen::


besengt statt gesengt, in der Wendung wie eine besengte Sau wie ein Verrückter Der fährt wie eine besengte Sau. Besengt kann man auch schon wie ein Adverb/Adjektiv benutzen Bisse besengt, hier so zu rasenWat is dat denn fürn besengter Typ::


besicken siehe sicken. ::


besig besich beschäftigt, zugange, tätig Ist der schon mit der Arbeit fertich? Nee, der is damit noch besich!
Das aus dem niederländischen übernommene Lehnwort ist nur am nördlichen Niederrhein gebräuchlich. ::


besinnen nachdenken, überlegen Der kann das nich übbers Knie brechen, der muss sich jetz ers mal besinnen. Nu wart ma, ich bin mich noch am besinnen, ich sach schon Bescheid, wenn ich weiß, wat ich will. Ich muss mich jetz ers ma besinnen, wie dat gewesen is. (erinnern).  ::


bespaßen jemanden unterhalten, für Vergnügen sorgen Auf den hab ich ja mal gar keinen Bock. Dann muss ich den den ganzen Abend bespaßen. Morgen habe ich Großkampftag, Jennifer wird fünf und ich kann den ganzen Nachmittag ihre acht Kindergartenfreunde bespaßen.
Das Wort scheint eine neuere Variante aus dem Ruhrgebiet zu sein. ::


bestusst dumm, bescheuert Son bestussten Typen wie den hab ich noch nie gesehn. Bisse bestusst oder wat? Den bestussten Typen kann man auch direkt als Stussi bezeichnen.Stuss Unsinn, Quatsch Red doch nich son Stuss! Son Stuss hab ich nie gehört::


Besuffski Besoffski Betrunkener, Alkoholiker En Besoffski hat dat Kind totgefahren. Auf der Parkbank sitzen immer die Besuffskis::


betatschen jemanden anpacken, befummeln Ich kann dat nich ab, wenn der einen so am betatschen is. ::


Bettbezuch in der Wendung einen Magen wie en Bettbezuch haben eine gesunden Appetit haben Die hat nen Magen wie en Bettbezuch. ::


Bettwurst Langschläfer/in, der oder die bis Mittags inne Poofe liegen. (siehe auch Schlawwanze). ::


betüddeln jemanden verwöhnen, bemuttern Tu den Jung nich so betüddeln, der is doch schon erwachsen. Der lässt sich von seiner Alten den ganzen Tach betüddeln. Wenn man jedoch betüddelt ist, hat dies nichts mit der mütterlichen Sorge zu tun, sondern mit dem Alkohol Ich bin von den zwei Gläsern Likör schon ganz betüddelt! (beschwipst). ::


betuppen jemanden betrügen, anschmieren Da ham se dich aber betuppt ine Werkstatt. Der is immer am betuppen beim Kartenspielen. ::


Beus Bäus Jacke, Arbeitsjacke Da is meine beste Beus. Du wills doch wohl nich in dem alten Bäus zur Hochzeit gehen.
Das Wort ist niederländischen (buis) oder niederdeutschen Ursprungs. ::


beziehen in der Wendung es bezieht sich das Wetter ändert sich, wird schlechter Es bezieht sich, hoffentlich kriegen wir keinen Regen. ::


Bibi alter Hut Setz ma dein Bibi auf, wenne innen Garten gehs. ::


Biege in der Wendung die Biege machen sich entfernen, verschwinden, abhauen Ich mach die Biege, dat is mir alles zu blöd hier. Mach die Biege, sowat wie dich kömmer hier nich brauchen::


Bier in der Wendung (nicht) mein/dein Bier sein etwas angehen, betroffen sein Lasse doch machen, dat is doch nich mein Bier. Dat lass ma mein Bier sein. Dat is dem sein Bier, da kümmer ich mich nich drum. ::


biestich als Verstärkung gebraucht: sehr Heut is es aber wieder biestich kalt. ::


Billjett Fahrkarte, Ticket Sach Pap, häste die Billjetts schon jehollt.
Ein veraltendes, aber immer noch zu hörendes Wort. Es ist natürlich eine Entlehnung aus dem Französischen. ::


Bimmel Glocke, Schelle, Türglocke Die ham vielleicht ne laute Bimmel anne Haustür. bimmeln läuten Et hat gebimmelt. Dat Bimmeln geht mir auf den Wecker. Wenne wieder da bist, bimmel mich doch ma kurz an. Gebimmel Geläute Dat Gebimmel von dem Kirchturm geht den ganzen Tach. Bimmelbahn langsame Nebenstreckenbahn Nie mehr fahr ich mit so einer Bimmelbahn, da nehm ich lieber dat Auto. ::


Binde in der Wendung sich einen hinter die Binde kippen sich betrinken Der hat sich wohl orntlich einen hinter die Binde gekippt, wie der aussieht. ::


Binsen in der Wendung durch die Binsen gehen entwischen, entkommen Beinah hät ich ihn gehabt, aber dann is er mir doch durch die Binsen gegangen. Einer is durch die Binsen gegangen sagt man, wenn man eine Blähung losgeworden ist. ::


Birne Kopf Der hat vielleicht ne weiche Birne. (dumm sein). Ich hab mir die Birne gestoßen::


Bisel Fransen, heraushängende Fäden An deinem Rock hängt ein Bisel raus. Komm, ich schneid dir mal die ollen Bisel ab.
Diese Sorte lästiger Fäden kennt man im Bergischen Land. ::


bläck blank, nackt, bloß Renn nicht mit bläcken Füßen auf dem Steinboden! ::


Blag Blach ungezogenes, unartiges Kind Die Blagen machen wieder einen Krach aufe Straße, da kanze nich bei lesen. Kannze nich besser auf dein Blach aufpassen, dat macht alles kaputt. Du bis ja noch en richtiges Blag. (unreifes Kind) Die ham en ganzen Stall voll Blagen. (leibliche Kinder) Du bis en richtich fieses Blach geworden. Dat is en wahren Blag (freches, aufgewecktes Kind, das seine Eltern auf Trapp hält, im positiven wie auch negativen Sinne). Die Blachs von denen sind unerträglich. (diese Pluralvariante findet sich an der unteren Sieg). Rotzblag sehr ungezogenes Kind Ich hau dem Rotzblag gleich en paar hinter die Löffel. Wenn ich dat verdammte Rotzblag erwisch, dat hau ich windelweich. Dat warn die Rotzblagen von nebenan. Blagenzeug, Blagenvolk Kinderschar Habt ihr dat Blagenvolk heute ma zu Hause gelassen::


Blähboy ironische Bezeichnung für einen Bodybuilder im Ruhrgebiet. ::


blank in der Wendung blank sein kein Geld haben, Pleite sein Ich geh nicht mit shoppen, ich bin mal wieder blank! Auch beim Kartenspiel: Wenn jemand meldet, dass er blank ist, kann er nicht reizen. ::


Blase Blaas, Bloos Tüte, Plastikbeutel Meine Omma gab uns noch Klümpkes inne Blase. (Bonbons in einer Tüte) Tun se mir dat Teilchen in en Bläsjen bitte, ich will dat noch nit essen. Hole mer uns en paa Fritten? Abber lass se dir innen Blaas tun, damit se warm bleibn. Ich kann die Schmitz un ihre Blase nit leiden. (Menschengruppe, Verwandtschaft)
Das Wort verschwindet so langsam aus der rheinischen Umgangssprache. ::


blass in der Wendung keinen blassen Schimmer haben nichts ahnen, nichts wissen Ich hap keinen blassen Schimmer, wat der von mir will. Von gestern Amend hap ich keinen blassen Schimmer mehr. (Gedächtnislücke) Man kann heute auch schon die verkürzte Variante hören Fraach mich nich, ich hab kein Blassen::


blatsche blatschen tratschen Die is der janze Daach am blatsche. Blatsch Tratsch. ::


blau betrunken Der war blau wie en Veilchen. So blau war ich schon lange nich mehr! Am Montach mach ich blau, ich muss unbedingt meiner Mutter beim Tapezieren helfen. (der Arbeit fernbleiben) Wo hasse denn dat blaue Auge von wech? (Veilchen). ::


Blauer aus dem nördlichen Bergischen Land wird eine seltene Bedeutung von blau gemeldet. Als Blauen bezeichnet man dort einen rothaarigen Menschen, dazu ein Spruch aus Velbert: Kommt der Blaue in das Zimmer rein, dann ist die Mutter froh, sie spart Feuer und Anmachholz, der Blaue leuchtet so. Ein kleines, rothaariges Kind ist entsprechend ein Bläuken::


Blaukopp meist im Plural Blauköpp Protestant, Evangelischer In dem Viertel da, da wohnen nur Blauköpp. Woher diese Bezeichnung für Protestanten im Rheinland kommt, ist weiterhin unklar.
Daneben ist ein Blaukopp auch ein kleiner, durch Härten in Öl blau angelaufener, kleiner Nagel, dessen Plural natürlich Blauköpp ist Ich hab die Dachpappe mit Blauköpp festgemacht. Und schließlich nennt man Blauköpp auch die Pflastersteine aus dem Eifeler Blaubasalt. ::


Blauleinenkappes Rotkohl. Das lustige Wort kennt man im Bergischen Land. ::


Blaumann Arbeits-, Monteuranzug Der rennt auch zu Hause nur mim Blaumann rum. Den kenn ich nur im Blaumann.  ::


Blaumus ist im westlichen Rheinland die Bezeichnung für Rotkohl. ::


Blech Unsinn, Mist Red kein Blech. Son Blech hab ich selten gehört. Blech kann auch Geld bezeichnen, allerdings ist diese Bedeutung im sprachlichen Alltag nur noch selten zu hören. Dagegen begegnet man dem Verb blechen häufig: Wat hasse dafür geblecht? Da wirse aber ordentlich blechen für! Blech war im zentralen Rheinland auch oft Synonym für das "Gefängnis" (dann allerdings weiblich). Heute ist diese Bedeutungsvariante nicht mehr oft zu hören: Der is in de Blech::


bleiben in der Wendung tot bleiben sterben, gestorben sein Der is tot geblieben. Die is bei dem Unfall tot geblieben. Diese schöne Wendung ist noch überall im Rheinland bei älteren Sprechern und Sprecherinnen gebräuchlich.
Bleiben erscheint auch in anderen Wendungen: Jetz mussde selbst sehen, wo du bleibst. Jeder muss sehen, wo er bleibt. (mit etwas klar kommen) Wer bleibt, der bleibt (Spruch bem Skat). ::


bleifrei alkoholfrei Gibb ma en Bleifreiet, ich muss noch fahren. Bleifreies Bier mach ich nich, dann lieber gar keins::


Blinder Fisch Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln Mama hat Blinden Fisch inne Fanne.
Belegt für den südlichen Niederrhein und Duisburg. ::


Blindfisch Nichtskönner, Ahnungsloser Wenn du Blindfisch nich geschnibbelt hättes, dann hätte der mit Pauken un Trompeten seinen Grand verloren. (beim Skat).  ::


blitzich zornig Da werd ich aber blitzich. Ein Blitzijer ist dann ein zorniger Mensch.
Blitzich ist man vor allem im zentralen Rheinland. ::


Blödhammel Dummkopf der Blödhammel tut en Winker links raus und fährt rechts ab. auch Blödmann. ::


Blondine helles Bier, Pils (überraschender Weise manchmal auch für Altbier) Machse mir noch ne Blondine::


Blotsch Holzschuh, meist im Plural Blotschen Ich hab noch en paa Blotschen für de Arbeit im Garten.
Neben Klompen die zweite im Rheinland weit verbreitete Bezeichnung für die Holschuhe. ::


Blötsche Blötsch, Plötsch Beule Wo hasde denn die Blötsch am Kopp her? Dat Auto war kaum drei Tage alt, da hatt ich schon en Plötsch in de Tür. Dat zoch widder en Blötsch. (ein unfreundliches Gesicht machen, schlechte Laune haben) Blötschkopp Dummkopf Mit dem Blötschkopp is nix anzufangen. Blötschnas eingedrückte Nase Blötschauge sagt man zu Autos mit einem defekten Scheinwerfer Da kommt widder son Auto mit nem Blötschauge. Blötschmacher werden die Autofahrer mit Bergheimer Kennzeichen genannt (BM). Blötschhusten starker Husten, Keuchhusten Bah, wat hat der en fiesen Blötschhusten. verblötschen etwas verbeulen verblötscht verbeult Wo hasse dir denn die Karre so verblötscht? Du siehs aber ordentlich verblötscht aus heute morgen. (verschwiemelt, verschwollen) jeblötscht angedrückt Der Appel es jeblötsch::


blötschen (heftig) husten Ich hab die ganze Nacht geblötscht. Blötschhusten starker Husten, Keuchhusten Bah, wat hat der en fiesen Blötschhusten.  ::


blubbern plappern, daherreden Blubber hier nich rum. Geblubber überflüssiges Gerede Dem sein Geblubber geht mir echt auf en Sack. Dat is doch nur Geblubber. ::


blühen in der Wendung jemandem blüht etwas drohen, dräuen, etwas Negatives braut sich zusammen Komm du nur nach Hause, da blüht dir bestimmt ne Tracht Prügel. du weiß, wat dir blüht, wenn se dich hier erwischen? Wenn et so weiter geht, blüht uns bald die nächste Finanzkrise. ::


Blümchenkaffee sehr dünner Kaffee. So dünn, dass man die Blümchen des Tassendekores inne sehen kann; ein überraschend altes Wort (um 1700 bereits belegt). Die Steigerung ist der Schwerterkaffee, weil man durch ihn das Firmenlogo der Porzellanmanufaktur sehen kann. ::


blümerant plümerant, plümmerant schlecht, übel, komisch, schwindelig Mir wir auf einmal so blümerant. Is dir blümerant::


Blümmo siehe Plümmo::


blutarm dünn, kränklich, schwach Der is aber wat blutarm, wa? Die ham nur Blutarme inne Familie. Son blutarm Männeken, wat will der denn::


Bocholter Schlemmerteller Currywurst mit Pommes Majonaise. ::


Bock in der Wendung Bock haben Lust haben Ich hätt Bock auf en Kinobesuch. Auf gemütliches Zusammensein vor de Glotze hab ich kein Bock. einen Bock machen  einen Fehler machen. Gestern han ich den Bock geschossen - ich bin bei ruut üwwer de Ampel jefahren un han dat Polizeiauto hinger mir net jesehn. Awwer die hatten mich flott am Wickel. auch die weit verbreitete Wendung einen Bock schießen::


Bockelskuk eigentlich mundartlich für Buchweizenpfannekuchen, in der Umgangssprache im zentralen Rheinland bei älteren Sprechern noch in diesem Zusammenhang zu hören: Der geht auf wie ne Bockelskuk. (dick werden). ::


bockich störrisch Nu sei doch nich so bockich, einmal musse et doch machen. Der Jung is aber widder ma bockich, dat is nich zum aushalten. Das zugehörige Verb ist bocken Zicken machen, störrisch sein Kaum, dat et ma nich nach seiner Nase geht, fängt der dat Bocken an. Der Motor bockt (läuft nicht rund). ::


Bockmist Blödsinn, Unsinn Wer is denn für den Bockmist hier widder verantwortlich. Man kann auch Bockmist bauen Der hat schon wieder Bockmist gebaut.
Bockmist ist sozusagen die deutsche Variante des neudeutschen Bullshit::


Bodenseekaffee ist von seinem Koffeingehalt vergleichbar mit dem Blümchenkaffee und wird so bezeichnet, weil der Boden der Kaffeetasse durch den Kaffee hindurch zu erkennen ist. ::


boh ey Boh eh (immer mit offenem o und als e-i gesprochenem ey) als Ausdruck des Erstaunens Boh ey, wat has du dich schick gemacht. Boh eh, wat hat der für große Füße! Boh, ich glaub et hackt, ey. Boh kann man aber auch durchaus ohne angehängtes ey hören: Boh, war dat en Sturm gestern abend.
Dieser Ausruf gilt vielen Rheinländern als typisch für das Ruhrgebiet, er ist aber noch viel weiter südlich zu hören. ::


Bohei siehe Buhei. ::


Bohnen in der Wendung in den Bohnen sein neben sich stehen, zerstreut sein Tut mir leid, dass ich dich nicht gegrüßt habe, aber ich bin total inne Bohnen heute. Bohnenstro in der Wendung doof wie Bohnenstroh (müßte früheren Jahrgängen noch geläufig sein) Wat? Der K. soll auf Gymnasium? Der is doch doof wie Bohnenstroh. Bohnenstange Der is ja so lang wie ne Bohnenstange::


Boiler Toilette, Klo Hömma, ich bin ma aufem Boiler, falls mich wer sucht::


bölken laut rufen, schreien Wat bölkst du hier so rum? Man kann auch rumbölken, jemanden anbölken oder losbölken: Ich lass mich doch nich von dir hier so anbölken. Man kann den Bölkhusten (Keuchhusten) haben und sich über das Gebölke aufregen Jedesmal dat Gebölke,wenn ich mit ner Fünf nach Hause komm::


Bölleken siehe Bollen::


Böllemann ist im Bergischen Land ein dicker Nasenpopel Du hast da einen Böllemann anne Nase hängen.  ::


Bollen Christbaumkugeln Zum Schluss hängen wir nur noch de Bollen dran. Jetz kommen de Bollen bis nächstes Jahr widder in den Karton. Ebenfalls bekannt als Schenkel, Hühnerbein Kinder, die wat wollen, die krieng wat aufe Bollen. (Diese Redewendung ist im Ruhrgebiet verbreitet, um Kindern den Gebrauch des höflicheren möchten einzuprägen) Dat Mädchen hat aber ordentliche Bollen, mein lieber Mann! Kann ich ein von die beiden Bollen von dem Vogel kriegen? Auch als Dimiinutiv Bölleken: Willste dat Bölleken von dem Hähnchen? Mensch, da hasse aber ordentliche Bölleken gekricht (zugenommen).Das Böllken, damit ist (in Viersen) beim Eisbein das rosig-rötliche, etwas rundliche, magere Fleisch im Gegensatz zum weißen Fett gemeint. Auch in den Zusammensetzungen Gänsebollen oder Hühnerbollen.
Das Wort geht auf das mundartliche Adjektiv boll "aufgedunsen, rund" zurück.   ::


Bollerbuchse eine abgetragene, ausgebeulte oder etwas verlotterte Hose, die im Haus aufgetragen wird Mittie Bollerbuchse kannze abber schön zu Hause bleiben, so nimm ich dich nich mit zu Tante ihrn Geburtstach, die kricht ja en Schlach. ::


Bollerkopp Grobian, wenig einfühlsamer Mensch Dat is vielleicht en Bollerkopp! Der hat kein Gefühl für so wat.Eigentlich jemand mit einem großen Kopf: Kuck dir den Kleenen doch an mit sein Bollerkopp, der kommt doch ganz na seim Vadder. bollerig ungehobelt Warum musse denn immer gleich so bollerig sein. bollern, rumbollern unangemessen laut sein Musse eigentlich gleich immer so los bollern? bollerig kann auch eine Hose sitzen, dann ist sie weit. Was haben die Jungens heutzutage für bollerige Hosen an, die reinsten Kartoffelsäcke sind das! ::


Böllermann Bollerofen Wir hatten in der Schule früher noch son richtigen Böllermann. zu böllern laut flammen Boh, dat Feuer böllert aber orntlich! ::


bollern bullern laut werden, schimpfen Der fängt immer direkt an zu bollern, wenn dem wat nich passt. Man kann auch gegen eine Tür bollern (fest klopfen) Da bollert jemand an die Tür. Kann auch  zur lautmalerischen Beschreibung von "Darmwinde lassen" benutzt werden oder bezogen auf das Knallen von Raketen an Silvester. losbollern Musse eigentlich immer gleich losbollern, wenn einer dir ma widerspricht? bollerich aufbrausender, polternder Mensch Dat is aber en bollerigen Typ. Nu sei doch nich so bollerich, dat Kleen kricht doch Angst. Bollerkopp Grobian Dat is en echten Bollerkopp, immer is der gleich auf Hundert. Bollerwagen hölzerner Handkarren mit 4 Rädern und einer lenkbaren Achse zum Transport von Kindern oder vatertäglichen Bierkästen; Bollerbuxe, Bullerbuxe ausgebeulte, absolut uncoole, antimodische Hose Hömma, tu doch die olle Bollerbuchse wech innen Altkleiderkontäner, die sieht doch unmöchlich aus (im Ruhrgebiet so genannt; heute auch für trendige Kartoffelsack ähnliche Jeans in Übergrößen). ::


Bollerwagen kleiner Handwagen aus Holz, heute oft noch von Eltern zum " folkloristischen" Transport ihrer Kinder benutzt So, nu rein mit euch in den Bollerwagen, dann gehdet ab in den Zoo!  ::


Bölles schwerer, dicker Kerl, Fettwanst Der is aber en ganz schöner Bölles geworden::


Bollo unliebsamer Mensch, ungehobelter Typ Du biss mir veilleicht en Bollo, wie kannse denn so wat machen? ::


Bölt altes Haus, schlechte Wohnung, Bruchbude, manchmal auch neutral gebraucht Mensch, wat is dat hier warm in minne kleine Bölt. In wat vonne alte Bölt wohns du denn da.
Die Bölt kennt man am Niederrhein und im Ruhrgebiet. ::


Bolz ist in Essen ein Straßenkater, anderswo auch die Katze allgemein Müllers alter Kater is en richtig fetter Bolz, nä?
Das Wort ist auch im Westfälischen zu hören. ::


Bolzen in der Wendung sich einen Bolzen leisten etwas Ungwöhnliches oder Ungehöriges tun Gestern hasse dir abber wieder en Bolzen geleistet im Suff::


Bombe in der Wendung eine Bombe kriegen/haben einen roten Kopf bekommen/haben Der is so schüchtern, wenn du den ansprichst, kricht der direkt so ne Bombe. Hasse gesehen, wat der vonne Bombe hatte, als ich den angelächelt hab? ::


Bömmel Bommel Troddel Ich han dir ne neue Bömmel an de Mötz jenähtbommeln , bammeln oder bömmeln tun nicht nur die namensgebenden Objekte, sondern auch fast beliebige andere, die sich entsprechend bewegen: Dem war seine Drachen abgehauen un jetz isser im Baum am bommeln.  ::


Bommel Lümmel, Lausbub Du hast ja die ganze Schokalade gegessen, du Bommel!
Bommels gibt es im Bergischen Land. ::


Bömsken Bonbon Früher krichtesse für zwanzich Fennich ne ganze Tüte leckre Bömskes. Dem Kleinen van Lipzig musse nur auf die Bäckskes drücken, da kommt immer en Bömsken raus
Bömskes mag man am Niederrhein. ::


Bönsel kleines Kind  Bönselchen kleines, süßes und meist pummeliges Mädchen, kleines Kind Dat is aber en lecker Bönselchen.
Bönsel kennt man im Bergischen Land. ::


bööken laut rufen, schreien Böök nich so, ich hör noch gut. Wat bis du am bööken?
Geböökt wird im westlichen Rheinland. ::


Borbecker Halblang ironische Bezeichnung für halblange Hosen Wie bis du widder gemustert?  Mit dein Borbecker Halblang siehse echt zum Wechlaufen aus.
Wie das Wort schon zeigt, handelt es sich hier um eine kleinräumige Variante: "Eine Deutung besagt, dass die Essen-Borbecker in schlechten Zeiten die Hosen für Kinder in Übergrößen kauften, so dass sie in der Größe erst noch reinwuchsen. Der Borbecker Marktbrunnen stellt anhand zweier spielender Kinder den Begriff bildlich dar."(R.J.). ::


Bordsteinkacker abwertende Bezeichnung für einen Hund Ein Bordsteinkacker is der Alten wohl nich genuuch::


Bordsteinschwalbe veraltet für Prostituierte Da oben an der Ecke standen schon immer die Bordsteinschwalben rum... ::


Böschel Trottel, tollpatschiger Mensch Du bis vielleicht ein Böschel, dat wird doch nie wat::


bosseln heimwerken, basteln, Gartenarbeit verrichten Der is auch immer wat am bosseln.
Das Wort scheint wohl eher im Ruhrgebiet verbreitet zu sein. Im übrigen Rheinland is man mehr am frickeln oder brasseln.
Bosseln ist auch ein Kegelspiel, das in Mönchengladbach-Rheindahlen gespielt wird (siehe Kommentar von Heinz Koeser). ::


Botanik unbestimmte Ortsangabe, irgendwo (im Feld, in freier Wildbahn...) Der wohnt dahinten ine Botanik. Da is mir der Reifen geplatzt und ich ab ine Botanik. (ins Feld). ::


bötsch kaputt Die Lehrerin hat immer gesacht: Kinder, das heißt weder bötsch noch kaputt, sondern zerbrochen, vernichtet oder unbrauchbar.
Das bislang nur aus Bochum gemeldete Wort geht wahrscheinlich auf das mundartliche bütschen/bötschen "stoßen, verbeulen" zurück (da wiederum mit dem zentralrheinischen bützen "stoßen/küssen" verwandt ist). ::


bötschen ein wenig, ein bisschen. Haste dir n bötschen viel Kaffee eingegossen, der schwappt ja schon über! ::


bott roh, poltrig, gefühllos Mensch, bisse heute wieder bott...Nu sei doch nich so bott zu der Kleinen. Manchmal auch auf Sachen bezogen Und dat Kleid von der war auch total bott... (nicht elegant).
Das Wort ist am Niederrhein und in Teilen des zentralen Rheinlands zu Hause. ::


bötteln in der Nase bohren Böttel nich dauernd in der Nase rum, dat gehört sich nich! Auch als Nomen geläufig: der Böttel verfestigter Nasenschleim Ferkel, wo schmierst du den Böttel hin?
Bütteln oder Böttel sind typische Mundartwörter für das westliche, zentrale Rheinland, die sich in der aktuellen Umgangssprache gehalten haben. ::


Botteram Butteram, Butterrämsche Butterbrot Ich mach mir en Botteram, willsde auch ein? Das Wort findet sich auch in der Botteramstour Dat is ja ne Botteramstour. (dieser Weg ist so lang, das man unterwegs ein Butterbrot essen muss). ::


Bottroper Schlemmerplatte oder Schlachtplatte im Ruhrgebiet gebraucht für Currywurst,Pommes und Mayo. ::


Botz Knallbotz Schimpfwort Du bis vielleicht en Knallbotz! ::


Botz siehe Bux::


braaken auch rumbraaken laut (und meist dumm) daherreden Der von nebenan war mal wieder am rumbraaken, dat hörse zehn Kilometer gegen den Wind.  ::


bräbbeln brabbeln pausenlos quasseln Bei der kommsde nich zu Wort, die is ohne Punkt un Komma am bräbbeln. Bräbbel/Brabbel Mund, Maul Kind, nu halt doch endlich mal die Bräbbel. Nu haal doch mol din Brabbel.
Die umgelautete Variante findet man im Süden des Rheinlands. ::


Brackmann Felsstück, großer Stein Der hat der son Brackmann annen Kopp geschmissen::


bralle übergeschnappt, verrückt, auch "betrunken" Du bis wohl bralle! Kuck ma, wat der wieder bralle is!
Bralle ist man wohl nur im Ruhrgebiet. ::


Brallemann dicker Stein, Brocken Pass auf, da liegt son Brallemann aufe Straße, fahr da nich drübber!
Bislang nur für Duisburg gemeldet. ::


Brammel in der Wendung Brammel haben Angst haben.
Wohl eine seltene Variante von Bammel haben.  ::


Brand Durst Ich hab vielleicht en Brand. Ich hab Brand auf en eiskaltes Köpi::


Bräsich bräsich sowohl das Substantiv als auch das Adverb stehen für faul, antriebslos: Der liegt da wie Bräsig auf dem Sofa. Ich liech den ganzen Tach schon bräsich inne Ecke. Die hät äver ne bräsigen Aasch! (breiter Hintern). Neuerdings auch für "dumm, blöd",  ::


Brass Brast Ärger, Wut auf jemanden, Probleme mit etwas, Stress Ich hab ganz schön Brass mit dem Finanzamt. Hasse Brass mit deiner Frau? Der arme Kerl hat aber auch Brass am Hals. Es gibt viel Brass un Leid inne Welt. Die hat immer Brass mitte Füße. Ich bin ganz schön in Brass. (in Zeitnot, in Eile) Man kann auch Brass auf jemanden haben: Ich hab Brass auf meinen Chef. (ärgerlich, wütend) brastich Der war vielleicht brastig, als der das mit dem geklauten Auto hörte.
Brast als Ausdruck für Kummer und Ärger ist im Dialekt des südlichen Rheinlands bis hinauf nach Köln verbreitet. In der rheinischen Umgangssprache ist das Wort aber inzwischen viel weiter nach Norden gewandert. Allgemein wird es vom mittelhochdeutschen bras "Menge, Haufen" abgeleitet. ::


Brassel (Brassel und seine Ableitungen werden je nach Region mit weichem oder scharfem s gesprochen) Last, Arbeitsbelastung Ich bin ganz schön im Brassel, für Urlaub hab ich keine Zeit. Man kommt überhaupt nich mehr aus dem Brassel heraus. Ich hoffe, das ich mit dem ganzen Brassel bald fertig bin. Der hat ganz schön viel Brassel am Hals. (viel Arbeit) Brasselei, Gebrassel/Gebrassels Mein gott, war dat ein Gebrasssels, bis dat endlich geklappt hat mit der Umstellung auf DSL. Du has abber auch immer ein Gebrassl mit deinen Kindern. Mühevolle Arbeit, Wühlarbeit Vor lauter Brasselei komm ich zu nix. Dat ganze Gebrassel bringt doch nichts. brasseln schwer arbeiten, wühlen Der arme Mann is nur am brasseln, um seine vielen Kinder durchzukriegen. Der is schon den ganzen Tag im Garten am brasseln. Wat der immer zu brasseln hat? Der is schon den ganzenTag im Keller am brasseln; und fertig is der übermorgen noch nich. (planlos herumarbeiten, dilletantisch werkeln) herumbrasseln vor sich hin arbeiten Der kann stundenlang an seinem Auto herumbrasseln. durchbrasseln durchschlagen Wie gehdet? Man brasselt sich so durch. brasselich arbeitsintensiv, umständlich, aufwendig Nee weißde, de Schoh für de ganze Familie putz ich nich, dat is mir zu brasselich jetz.aufbrasseln übertrieben zurechtmachen, aufbrezeln Liebchen, was haste dich aufgebrasselt!  Brasseler, Brasselspitter ununterbrochen Arbeitender (interessanterweise können mit diesem Wort nur Männer bezeichnet werden) Die hat son richtigen Brasseler geheiratet. Auch Brasselbiest. In Köln und seinem Umland ist auch noch in der Umgangssprache die Bezeichnung Brassel(e)manes zu hören (wie Brasseler) Der Nachbar is en richtiger Brasselemanes. Brasseln und Brassel sind im ganzen Rheinland verbreitet.In den Dialekten ist die Hauptbedeutung noch erhalten: gemeinsam essen und Schmaus, so dass hier ein Abstammung von mittelhochdeutsch bras wahrscheinlicher ist als bei Brast.  ::


brastig verärgert, sauer, böse Ich kann dir sagen, ich bin ganz schön brastich. Mein Gott, der is vielleicht brastich! Wer brastich ist, hat oft Brass oder Brast (Wut auf jemanden, Probleme mit etwas) Ich hab ganz schön Brass mitte Nachbarn. Der hat immer Brass mitte Füße::


braten meist zusammenbraten schweißen Wat hasde dir denn da zusammengebraten, der Kotflügel sitzt ganz schief. Der is inne Garage an sein Bock wat am braten. jemandem eins überbraten hauen, schlagen Dem hab ich eins übergebraten::


Bratsch Bratschen, Brötsch, Brödsch, am nördlichen Niederrhein Bratz/Bratze Pickel im Gesicht, Herpesbläschen Boh, wenn ich den seh, kieg ich Bratschen. Mann, ich krich schon wieder en Bratschen im Gesicht vom Herpes. Der hat vielleicht ne Brötsch anne Lippe! Küss mich lieber nich, isch han en Brödsch. Auch "Gesicht": Der zieht vielleicht wieder ne Bratsch (unzufriedener Gesichtsausdruck). ::


bratschen braatschen unzufrieden sein, nörgeln Der kann nix anderes als bratschen. Der is für nix am bratsche. (aus nichtigem Anlass weinen).
Um Düsseldorf, im Bergischen Land und am südlichen Niederrhein zu hören. In der Eifel heißt braatschen auch "petzen, nicht dichthalten" Mensch, der hat der Mutter alles gebraatscht::


Bratze abwertende Bezeichnung für eine Person, meist eine Frau; die Gründe, weshalb jemand als Bratze bezeichnet wird, sind äußerst vielfältig und nicht immer nachvollziehbar. Die Einstufung als Bratze geschieht wohl meist aus individuellen Motiven. So ist z.B. für einige Anke Engelke Deutschlands Bratze Nr.1! Zitat aus dem Web: irgendwie abartig "und nu ratet ma was die Bratze von Politesse antwortete?..." Steigerung: Hammerbratze, Hyperbratze, Kackbratze, Hohlbratze. Meist ist eine Bratze jedoch eine schrecklich geschmacklos oder gar nuttig angezogene und aufgetakelte Frau. (Siehe die zahlreichen Kommentare) Jemand kann auch bratzig sein. Als Steigerung von bratzig gibt es noch hohlbratzig. Im Ruhrgebiet ist eine Bratze übrigens, anders als im übrigen Rheinland, oft eine attraktive Frau. Damit steht es im Widerspruch zu den rheinischen Mundarten, in denen ein "dickes, plumpes Weib" als Pratze bezeichnet wird.
Im Isselburger/ Bocholter Raum kann die Bratze oder auch Bratz  eine Schramme, eine Schürfwunde oder einen Lackschaden bezeichnen (siehe dazu auch das Stichwort Bratsch). Ganz aktuell aus dem Ruhrpott: Schon wieder einer mit Bratze im Gehirn steckend! (hier ist die Bratze ein Handy). ::


bratzen fest schießen beim Fußball Komm wir spielen hier aufem kleinen Feld, aber ohne bratzen! Hor doch auf, so zu bratzen! Das Wort ist am Niederrhein und im Ruhrgebiet zu hören. In den rheinischen Mundarten bedeutet bratzen "hörbar braten"; und da braten auch die Nebenbedeutung von "schlagen" oder "schnell fahren" hat, mag hier eine analoge Bedeutungsübertragung vorliegen. ::


braun brun unverschämt, dreist Der Typ is ganz schön braun, hier mit dem Auto reinzufahren. Brunkopp unverschämter Mensch.
Siehe Kommentar. ::


brechend in der Wendung brechend voll überfüllt Der Bus war brechend voll heute nachmittag. Sonne brechend volle Kneipe hab ich noch nie gesehen. ::


breit betrunken Gott bin ich breit. Lass den liegen, der is völlig breit. Auch hackenbreit oder hickehackebreit, wobei das Wort hackenbreit sehr gedehnt und prononciert gesprochen wird: Der is ha-ck-en-breit (sturzbetrunken).
Die Herkunft ist dunkel, bestimmt nicht vom breit torkelnden Gang eines Betrunkenen, wie oft vorgeschlagen.  ::


Bremsklotz Frikadelle Drei Alt un zwei Bremsklötze bitte. Kann aber auch wörtlich genommen werden für einen schwerfälligen Menschen, der (Z.B.auf einer Radtour) für Verzögerungen sorgt. Nu mach, du Bremsklotz, sons is die Kneipe gleich zu::


Brett in der Wendung (kein) Brett haben (keine) Lust haben Häsde da Brett für? Isch han ken Brett mieh. Diese interessante Wendung wird aus dem Westerwald gemeldet. volles Brett viel, sehr stark Gestern habenwir die die Musik volles Brett aufgedreht. Im Ruhrgebiet sagt man auch Wie komm se denn auf dat schmale Brett? wenn jemand einen ausgefallenen Einfall oder skurilen Verdacht hat. Außerdem ist "Brett" auch für Furz gebräuchlich Booh, hat hier einer en Brett stehen lassen::


Brettergymnasium Sonderschule Der geht doch auf et Brettergymnasium. Kommse vom Brettergymnasium? Vereinzelt ist das Brettergymnasium auch eine Baumschule. ::


brettern schnell fahren Der kam da umme Kurve gebrettert, dat war lebensgefährlich. Kumma, wie der den Hang runter brettert. Der is voll über den Zebrastreifen gebrettert. Hömma, bei den Schnee kannze doch nich mit 140 übere Autobahn brettern. Mit allen Geräten, mit denen man fahren kann, wird auch gebrettert, nicht immer gefahrlos für die Mitmenschen. Bretter (nur Plural) in der Wendung aufe Bretter liegen gestorben sein Pass ma gut auf dich auf, sons liegse bald aufe Bretter::


Bretzel ein meist ausladendes Gesäß,oft als Arschbretzel Wo dat sein Arschbretzel hin tut, da wächst kein Gras mehr. ::


Brimbamborium Brimborium Aufsehen, Aufhebens, Getue Mach doch nich son Brimbamborium, nur weil du die Klausur bestanden hast. Dat ganze Brimbamborium jedes Mal, wenn die zu Besuch kommen, geht mir auf den Wecker. Mach doch nicht so n Brimborium. ::


Britz Geländer, Reling Die Britz an unserem Balkon es locker, lehn disch nit su fest dajejen!
Ein typisch zentralrheinisches Wort, das eigentlich "Brett, Latte" meint. In Köln und im Süden von Köln verbreitet, aber meist nur noch von älteren Sprechern und Sprecherinnen gebraucht. In Mönchengladbach bedeutet Britz auch "dicker (meist weiblicher) Hintern" Mensch, wat die en Britz. In der Nordeifel kann en ahl Britz auch eine alte Kuh (oder entsprechend abwertend eine alte Frau) bezeichnen. ::


britzeln seltener bratzeln lautmalendes Verb, das das Geräusch von überschlagenden Funken wiedergibt Hömma, wie dat am britzeln is, mach ma schnell die Sicherung raus. Der un sein Schweißgerät, der is nur am bratzeln. wegbritzeln verschmoren Bei dem Wasserkocher ist die Leitung weggebritzelt::


Bröckchen Brock, Bröcksken Bonbon Omma, hasde ma en Bröckchen für mich?
Bröcksken ist die niederrheinische Variante. ::


Brocken alte, wertlose Dinge Ich hab die ollen Brocken jetzt mal alle weggeschmissen. Als Brocken werden im Ruhrgebiet auch Kleidungsstücke im Allgemeinen bezeichnet. Überall fliegen deine Brocken rum! Ein Brocken steht auch für ein großes, schweres Lebewesen, z.B ein Kind oder einen Hund Der Sohn von denen ist aber ein Brocken, mein lieber Mann::


Broddel Durcheinander Das is dich vielleicht ne Broddel hier in der Bude. broddeln etwas verwirren, durcheienanderbringen (z.B. beim Stricken) Wat häs du da schon widder jebroddelt?
Den Broddel findet man im zentralen Rheinland um Mönchengladbach und am südlichen Niederrhein. ::


Brödsch siehe Bratsch. ::


broschen grob hantieren, etwas mit grobem Werkzeug reparieren (meist Autos); auch derjenige broscht, der eine Reparatur nur vortäuscht. Wenn ein Broschwerk (handwerklich unsaubere Arbeit) allerdings wider Erwarten lange hält, heißt es: Dat war aber gut gebroscht. Jemand, der broscht, ist ein Broscher.
Das Wort ist in den Mundarten der Nordeifel und des nördlich angrenzenden Tieflands verbreitet. ::


Brötchen in der Wendung Brötchen schreien schreien vor Vergnügen Der Harry hat gestern dauernd Witze erzählt, wir haben alle Brötchen geschrien! Brötchen nennt man im nördlichen Rheinland auch das weibliches Hinterteil. ::


Brötsch siehe Bratsch::


brötscheln siehe prötscheln ::


Brött siehe Prött. ::


Bruchfutt ein Hintern, der keiner ist, flacher Hintern (Gegenteil von Knackarsch).
Den Bruchfutt findet man in Düsseldorf. ::


brüllen weinen, heulen Hör auf zu brüllen, Ursula, der Jung kommt schon wieder zurück vonne Reise. Der is den ganzen Tach am brüllen, ich kann et nich mehr hören::


brüllheiß bezeichnet- genau wie bullenheiß- sehr große Hitze. ::


Brummer dicke, grünliche Schmeißfliegen Bah, wat ham wir denn so viele dicke Brummer inne Küche, wo kommen die her? Inzwischen kann aber auch anderes Dickes ein Brummer sein: LKW oder ein dicker Mensch Die is aber en ganz schöner Brummer geworden. Früher nannte man im Ruhrgebiet auch die großen Haarschleifen von Mädchen Brummer::


brunken schmollen, sich beleidigt zurückziehen Der sitzt in seinem Zimmer un is am brunken.
Im westlichen Rheinland, sporadisch auuch im übrigen Rheinland zu hören. ::


Brunkopp Wanderarbeiter, Prolet, ordinärer Mensch, dummdreister Mensch.
Brunköppe mag man nicht im Wuppertaler Raum. ::


bubbeln reden, sprechen, erzählen, vor allem ausführlich oder langdauernd. Wat bubbelß de da? Die zwei ham sich jahrelang nich geseehn, jetzt sitzense schon seit Stunden zusammen un sin am bubbeln. Jetzt bubbel mer nit dazwischen! Dat Klein fängt et bubbeln an un hat en Freud da dran.Wird in erster Linie von älteren Sprechern benutzt. ::


Bubu Schlaf Bubu machen schlafen, meist nur zu Kindern gesagt Nu mach ma Bubu, morgen is alles wieder gut. ::


Büchsenmilch Kondensmilch Mensch, da sitzt dat Blach aum Tisch un säuft die schiere Büchsenmilch. Ich mach gern Büchsenmilch im Appelkompott. ::


Buckmann auch Buggemann Weckmann, bekannt im Raum Viersen-Heinsberg und Mönchengladbach; das Wort entstammt dem Dialekt und setzt sich zusammen aus Buck "Bauch" und Mann.   ::


Büdchen auch Bud/Bude Trinkhalle, Kiosk; im Rheinland unverzichtbar für den Nachbarschaftseinkauf: Am Büdchen krichse alles. Geh ma ane Bude und hol ma noch ne Flasche Bier. Dat macht nix, wenne dat vergessen has, dat kriegen wir auch ane Bud. Im Bergischen Land unterscheidet man zwischen einer begehbaren Bude und einem Klingelbüdchen: Ein Klingelbüdchen hat ein geschlossenes Verkaufsfenster. Darunter befindet sich eine Schelle. Wenn man schellt, öffnet der Verkäufer das Fenster und man kann sich was Schönes kaufen. Diese Art Büdchen ist also nicht begehbar und normalerweise geschlossen.
Auch in Frittenbude oder Pommesbude verbreitet. Die Bude kann aber auch ganz allgemein für die Wohnung stehen: Hier is aber dicke Luft inne Bude. Bei denen siehdet vielleicht aus inne Bude! Ich hab ne neue Bude, komm mich do ma besuchen. Der wohnt in soner kleinen Studentenbude. Die ham auf der Bude später noch weiter gefeiert. Patex-Bude Stamm-Trinkhalle, in der man immer kleben bleibt, wenn man zufällig vorbei kommt und unbedingt nen Kaffee oder ein Bier trinken muss (im Kölner Süden). Außerdem kann man im Handball und Fußball auch die Bude voll bekommen, das heißt viele Tore kassieren. Am Sonntag haun wir denen die Bude voll! Ne Bude machen ist dann entsprechend "ein Tor schießen". Ein Büdchen kann auch eine von Kindern aus irgendwelchen Materialien zusammengebastelte Hütte zum Spielen sein.
Früher im Ruhrgebiet: "winzige Geschäfte, die Sondergenehmigungen für die Öffnung außerhalb der normalen Geschäftszeiten hatten. Hintergrund: die Bergleute hatten Wechselschicht und kamen zu unregelmäßigen Zeiten nach Hause und brauchten dann manchmal Lebensmittel, Zeitungen pp. Das gab es nur im Ruhrgebiet. Ursprünglich amtliche Voraussetzung für die Betriebsgenehmigung: es mußte aus einem Erdgeschossfenster heraus verkauft werden. " ::


buddeln graben, umgraben Der is den ganzen Tach im Garten am buddeln. aufbuddeln Die ham schon zum dritten Mal in diesem Jahr die ganze Straße aufgebuddelt::


Buditze Hefegebäck zu St. Martin, im südlichen Rheinland verbreitet´. ::


bufftich ungeschickt, tollpatschig, träge Mann, was is das denn fürn bufftichen Kerl. Kricht nicht mal nen Nagel grade inne Wand::


Büggel im Norden des zentralen Rheinlands Büdel Beutel, Tasche Bei Haribo kann man en ganzen Büggel Lakritz kriegen. Nimm en Büggel mit! Eine lustige Sonderbedeutung ist "Beamter" Da kütt der Büggele von der Post. Einkaufsbüggel, Quetschbüggel Akordeon (Siehe auch Kniesbüggel). Im Raum Köln wird Büggel in der Jugendsprache offenbar auch als Bezeichnung für den Joint benutzt.   ::


Buhai Bohai, Bahai, Behai im rheinischen Süden auch Pohei Getue, Aufhebens wegen einer Kleinigkeit, Gerede, Lärm Nu mach doch nich son Buhai um dat bisschen Hausarbeit! Auch ...sonnen Buhai. Wat en Buhai! Wat war denn dat von Bohei bei euch inne Bude? Weihnachtsbuhai Diesjohr machen wir de janze Weihnachtsbuhai nit mit.
Zur Herkunftsdiskussion siehe Kommentare. ::


Buhmann Schreckgespenst Pass bloß auf, sonst kommt gleich der Buhmann! auch "Sündenbock" Wenn ich die Schuld auf mich nehm, bin ich doch wieder der Buhmann::


Büll Bülle, im südlichen Rheinland Bühl Beule, Delle Der hat nach dem Schlach nun ne Büll an der Kopp. Der hat ja ne Büll am Kotflüjel! In Wattenscheid/Bpchum versteht man unter Bülle ausschließlich eine ulkige Haarerhebung. Nee, Heinz, du has dahinten ne dicke Bülle. Krich ma Haaspray, dann mach ich se dir platt.  ::


Büll Beutel, im westlichen Rheinland nocn in der übertragenen Bedeutung fiese Büll unsympathischer Mensch Stüütebüll (Aufschneider), Stenkbüll (Stinker), Kniesbüll (Zankbeutel, Stänkerer, auch: Geizhals) Polissebüll (Polizist), bülle beuteln, im Sinne von "übervorteilen, übers Ohr hauen".
Gebräuchlich im westlichen Rheinland, in der Umgangsprache allerdings nur noch seltenzu hören. ::


Bullebäusken Bollebäuskes sind in Öl gebackene Krapfen, man isst sie am (rechten) Niederrhein. Im Bergischen Land sind die Bezeichnungen Balbäuschen und Bullebäuchskes zu hören. ::


Bullemann in Köln auch Buhlemann etwas oder jemand Dickes Der Typ is en Bullemann von Kerl. Dat is son richtiger Bullemann. Du hass da en Bullemann anne Nase. (Nasenpopel) Auch als Drohgespenst beliebt (wobei der Bullemann meist im Keller saß): Wenne nich lieb bis, kommse inen Keller, da is der Bullemann! Wenne beim Spieln nich aufpasst draussen, schnappt dich der Bullemann und nimmt dich mit. ::


bullenheiß sehr warm ::


bullern bollern eigentlich kann nur eine Heizung bullern: Meine Güte, bei euch bullert die Heizung aber. Da hapt ihr et aber warm inne Bude. Ursprünglich waren es natürlich die Öfen oder Kohleherde, die schön bullern konnten: stark, mit gurgelndem Geräusch brennen Der Erwin lässt sein Ofen den ganzen Tach bullern. Bollerofen Ofen für Kohle, Holz oder Briketts Der Bollerofen war echt am glühn::


Bulles Gefängnis Lass dich nich erwischen, sonst kommsde in de Bulles. Diese eher lustig gemeinte Bedetungsvariante ist im südlichen Rheinland verbreitet. Im zentralen Rheinland versteht unter einem Bulles einen großgewachsenen Mann: Du bis aber ene Bulles::


Bullette abfällige Bezeichnung für eine Polizistin im Ruhrgebiet. ::


Bullewanne schon veraltend für Badewanne in Bochum. ::


bullig bullich sehr warm, heiß Dat is aber ganz schön bullig hier. Auch als Adjektiv verwendbar: Wat is dat für ne bullige Hitze. Dat is aber bullich warm bei euch. Dazu kommt natürlich noch die Standardbedeutung Dat war son bulliger Typ (massig, kräftig). ::


bummern geschlechtlich verkehren Bummern kann man nich alleine. ::


Bummes Nasenpopel Schmier bloß nich de Bummes eider ant Plümmo!
Das Wort kennt man im südlichen Rheinland. ::


bummssen (mit stimmlosem s) heftig klopfen Wer bummst da so gegen de Tür::


Bumpel Gerät zum Beseitigen von Verstopfungen in sanitären Einrichtungen, siehe Pömpel.  ::


Bumsauto Autoscooter. Wird im Vorderhunsrück und am Mittelrhein gesagt. ::


Bumslokal Wirtschaft, Kneipe mit zweifelhaftem Ruf In son Bumslokal willse gehen? Die Kneipe is en richtiges Bumslokal geworden, seit der alte Wirt nich mehr drin is. Auch die Verkürzung Bums ist mittlerweile gebräuchlich: In son Bums geh ich nich::


bumstich plötzlich Un bumstich, hatt ich ne Blötsch inne Tür::


bunkern horten, etwas auf Vorrat nehmen Hapter genuch Bier für die Fete gebunkert. Ich muss noch Kartoffeln bunkern. (einkellern) Der bunkert alles, wat er kriegen kann. (sammeln).
Das Wort stammt natürlich aus der englischen Seemannssprache. Dort ist der Bunker der Laderaum eines Schiffes für die Antriebskohle.  ::


Bunne Bohnen, in den Wendungen en de Bunne sein oder durch de Bunne sein zerstreut sein  Der is in der letzten Zeit ganz schön en de Bunne!
Die Wendung hört man noch im südlichen Rheinland. ::


Busch Bösch heißt im Rheinland der Wald Wir waren im Busch inne Pilze. Ich schlach mich inne Büsche. (verschwinden) Geh doch in den Busch kacken, Mann! (Aufforderung zum Verschwinden) Da ist was im Busch, das merk ich! (Da kündigt sich etwas an). ::


Buschmoppet als Bezeichnung für eine Kettensäge, häufig am Niederrhein zu hören. Im Ruhrgebiet auch als Fichtenmoppet bekannt. ::


Busemann Schreckgespenst, siehe Buhmann::


Bütt Wanne, Badewanne Jetz aber Ab inne Bütt, so dreckich wie de bis. Das ist ein Vortrag für die Bütt. (Rednerpult auf Karnevalssitzungen) Damit gehe ich morgen in die Bütt. (ewas bekannt machen) Büttenrede (meist) lustiger Karnevalsvortrag. ::


Butter nur in der Wendung Butter bei de Fische zu Potte kommen, Ernst machen, Schluss machen mit zögerlichem Verhalten, Aufforderung zum Beenden des Herumtaktierens Nu mach ma Butter bei die Fische, wat willse denn nu für dat Auto haben. Jetz aber Butter bei de Fische. Tu ma Butter bei die Fische und sag was da zwischen dir und dem Peter läuft! (gute Butter siehe gut). Butter kann auch, vor allem im Bergischen Land, die Bezeichnung für ein geschmiertes Butterbrot sein Nu mach mir ma noch en Butter! buttern, reinbuttern einen Stich wertvoll, teuer machen beim Skat Bisde bescheuert, dem deine Zehn reinzubuttern? Wieso hasse nich dein As beim Pikbauer reingebuttert? Butterlocken fettige Haare. ::


Bütterchen Bütterken Butterbrot Soll ich dir en Bütterchen machen. Nimm ma en paa Bütterkes mit morgen beim Ausfluch. (Meist von der Mutter für die Schulkinder gemacht) Auch Abends werden zum Fernsehen Bütterken (Schnittchen) gereicht. Abgekürzt in Bonn auch schon mal als Butti gebraucht: Ich mach mir ma ebend en Butti!
Bütterken und Bütterchen sind im Rheinland entsprechend den dialektgeographischen Gesetzmäßigkeiten anzutreffen: Bütterken isst man im Norden bis etwa hinunter nach Düsseldorf, im Süden werden die Bütterchen gegessen.  ::


Butze kleines schäbiges Haus oder Zimmer Wat, in sonner Butze wohnste? Wie kann man in sonner Butze leben?
Offensichtlich nimmt der abwertende Charakter des Wortes in der letzen Zeit ab (siehe Kommentar).  ::


bützen freundschaftliches Küssen (auch "französisch küssen" genannt; küssen mit geschürzten Lippen) auf die Wange oder den Mund; im zentralen Rheinland wird besonders zu Karneval viel jebützt: Die jecken Weiber da, sie sin auch nur am bützen den ganzen Tach. Ein unverbindlicher Kuss ist entsprechend ein Bützje. ::


Bux Buxe, Botz, Buchse, Bötzje (kleine Hose) Hose Du has die Buxe auf halb acht hängen. Mach die Buxe zu. (siehe auch Bangbux) Auch als Strumpbux (Strumpfhose), Unterbuchse und Schwimmbutz Badehose Hasde ding Schwimmbutz dabei? Schwimmbux kann auch die Bezeichnung für einen schlacksigen Mann sein. Eine schöne Verbindung aus Platt und Anglizismus ist die JeansbuxeSpetzenbötzje Spitzenhösjen. Knickerbockerbuxen mussten die Kinder früher oft anziehen. Natürlich hat eine Hose auch Buxenpiepen Hosenbeine Kumma, wie du rumläufs. Mach ma die Buxenpiepen runter. Die Buxenpiepen sind ja viel zu kurz. Eine Knaatschbuxe ist hingegen ein unzufriedenes und quengelndes Kind. Schissbux Bezeichnung für einen ängstlichen Menschen Die Schissbux, der is für alles viel zu bang! Man kann auch ausbüxen, also weglaufen oder entkommen Gestern ist unser Karnickel ausgebüxt! ::



Casalla, Kasalla Prügel, Schläge, Abreibung Die Schalker ham in Köln aber orntlich Kasalla gekricht. Wenne nich sofort aufhörst, da gibbet gleich Casalla. Kasalla heißt auch eine LP der Kölschrock-Gruppe Brings aus den frühen Neunziger Jahren. Um Neuss kennt man auch die Variante Kadalla::


Christbaum in der Wendung sie nicht mehr alle auf dem Christbaum haben verrückt sein Du hast se wohl nich mehr alle auf dem Christbaum! ::


Christkindchen (ironisch) für ein Weihnachtsgeschenk. Hast dir so kurz vor Weihnachten noch ne Beule ins Auto gefahren? Da haste aber ein schönes Christkindchen. Die Kette war dieses Jahr mein Christkindchen. ::



 dää als Verstärkung einer Aussage gebraucht: Ich sach noch "Pass auf", un, dä, isses passiert. Dä, da hammer den Salat. Dää, hab ich dir doch gesagt. Dat hasse jetzt davon. (trotziger Ausruf) Un wat is passiert?- Die ham verloren!- Dä! (hab ich doch vorausgesagt). (siehe auch Kommentar). ::


da typisch für das Rheinland  (und das gesamte Ruhrgebiet) ist die Auftrennung solcher Wörter wie dabei, darauf, dagegen, dafür (Präpositionaladverbien) usw. Da hab ich mir nix bei gedacht. Hasse da Angst für/vor? Da bin ich mir zu schatt für. Da kannz du donnix für! Da würd ich auma gern wat zu sagen. Man kann das da sogar verdoppeln: Da hab ich gaa nix dagegen. Da wär ich an deine Stelle aunich dazwischen gegangen. Auch da als "dort": Da das Haus is ne Schule. Hier dat Auto is besser in Schuss als da das::


Dääz siehe Deez. ::


dabei in der Wendung gut dabei sein dick, rundlich Dat Ullich is aber gut dabei! Der is aber widder gut dabei, seit der widder seine Pilsken trinken darf. einen Schritt dabei tun schneller gehen Wir sind spät dran, lass mal en Schritt dabei tun! Der hat ihn gehörig dabei getan. (jemanden betrügen, vorführen) Manche Situationen im Rheinland erfordern ein "dabei", das im Hochdeutschen nicht möglich ist, z.B.: Mit Senf dabei?, Mit Ketchup dabei?. (dazu kommen) Kommt noch wat dabei? Un zwei Brötchen komme noch dabei!  ::


Dachdecker  in der Wendung halten wie en Dachdecker beliebig sein Obs de da vorne links oder rechts fährs, dat kannsde halten wie en Dachdecker, mach einfach,  watte lustich bis!  ::


dachteln schlagen, eine runterhauen Der verdrähte Hund von Paul hat dem Pitter eine gedachtelt.
Eine gedachtelt bekommt man im südlichen Rheinland. Weiter im Norden kricht man eine getachtelt: Wenn du nich sofort die Hausabeit anfängs, krichsde eine getachtelt::


Dackelgarage scherzhaft für ein kleines Zweimannzelt. ::


dackeln hinterher dackeln hinterher trotten, jemandem langsam folgen Der dackelt den ganzen Tach hinter der her. Ich bin mit meiner Frau die ganze Zeit durch die Läden gedackeltrumdackeln ziellos durch die Gegend laufen Jetz bin ich den ganzen Tach durch die Geschäfte gedackelt un hab nix gefunden::


Dadder Tattergreis, Tatterich Der olle Dadder, der! Der hat ja schon den Dadder. Der Dadder wurde bislang nur aus Mönchengladbach gemeldet, dagegen ist der Dadderich als regionale Variante für den Tatterich in der Nordeifel öfter zu hören: Dem is wohl kalt, der hat den Dadderich. (das Zittern). dadderich zittrig, unsicher Ich wa schlimm krank letzte Woch, un ich bin immer noch wat dadderich davon.  ::


dadrin darin, (dort) drinnen, dort hinein Dadrin wohnst du, in dem Kabäusken? Och kuck ma, der alte Schrank, wat se wohl dadrin aufheben? Dadrin ham wer nur et Auto stehen. ::


Daffke meist in der Wendung aus Daffke aus Trotz, aus Rache Ach, die hat dir nur aus Daffke Kuhscheiße auf die Windschutzscheibe geschmiert. Aus Daffke tut nich gut!
Daffke kennt man im südlichen Rheinland und in der Pfalz. ::


dafür Ich kann nix dafür, dat dat Glas umgefallen is. Auch: Da kann ich nix für! (siehe da). ::


dahaben auf Lager haben, im Vorrat haben Hamse noch von den leckeren Fruchtgummis wat da? Wat gibbet zu essen? Weiß ich noch nich, ma kucken, wat wer überhaupt da haben. ::


Dahlien (nur Plural) Geld Für die Hütte hat der eine Million Dahlien hingelegt.
Bislang einmal für das südliche Rheinland belegt. ::


dakoor akoor einig, einverstanden (zu franz. d accord) Mir zwei sin jetz dakoor, mir fahren zusammen in die Feerijen nach Holland ant Meer. En der Familije sin se nich akoor, niemals, eine tanz immer aus de Reihe un macht wat anders. Simmer uns einich? Akoor! (abgemacht). ::


Dallas Dalles Kopf Hasse dir den Dallas gestoßen::


Dalles heißt im südlichen Rheinland die Erkältung Häste dir de Dalles jehollt? Dalles kann am Mittelrhein auch ein Treffpunkt der Rentner und Müßiggänger sein, meist am Rheinufer in den kleinen Schifferstädtchen.
Die eigentliche, oft nicht mehr bekannte Bedeutung von Dalles ist "Armut, Elend". So kann man sich den Dalles holen (das Unglück anziehen) oder den Dalles kriegen (Pech haben in finanzieller Hinsicht). Das Wort stammt mit gleicher Bedeutung aus dem Jiddischen. ::


Dalles Kartoffelkuchen (Döppekooche), in einem Topf geschichtete Kartoffeln, gilt im südlichen Rheinland als Armeleute-Essen. ::


dalli in der Wendung dalli machen sich beeilen Nu mach aber ma langsam dalli, denksde, die warten ewig auf uns!
Interessant ist die häufige Kombination der Wendung mit dem Wort "langsam", was zu einer eigenartigen und eigentlich lustigen Kombination führt. ::


Damenschoner Handkarre mit 2 Rädern zum Einkaufen; Anzeige in einer Eifeler Zeitung: Damenschoner billig abzugeben::


Dämlack Dämellack Dummkopf, langweiliger Mensch Mit dem Dämlack gehs du? Der Dämellack kann sich ja noch nich ma selber die Schuhe zu machen::


Damp Dampf in der Wendung im Damp sein betrunken sein. Der Willi is ja schon wieder im Damp! Diese Meldung aus dem Bergischen Land ist interessant, da diese Bedeutung von Dampf bisher nur vom Hunsrück bekannt war.
Das Verb dämpen bedeutet im zentralen Rheinland und im Bergischen Land "rauchen": Ach Kinder, wenn eer weiter so am dämpen seid, dann macht doch dat Fenster auf! oder schwitzen, eine Hitzewallung haben: Ich bin am dämpe, meine Klamotten sind klätschnass::


danach passend Weil et ihm nich danach war, isse auch nich inne Krich gegangen un hat den Mann allein hingehn lassen. Et Wetter war danach, also simmer Eis essen gegangen. Et passt jetz nich, aba dat wird noch danach. ::


daneben in den Wendungen daneben sein und daneben gehen nicht funktionieren, misslingen, missraten Der Vatter hat nich ausgeschlafen, der is noch total daneben. Also wie der Pitter sich gestern abend widder benommen hat, dat war doch voll daneben. Ich habbet ja verscuht, aber et is daneben gegangen, jetz is ers ma Hängen im Schacht. Bei denen is die Erziehung rischtisch daneben gegangen, die saufen, kiffen und schlaren sich, un der Älste war schon zweimal im Bau. ::


Dappes Dummkopf, Blödmann, Tollpatsch Du Dappes, kannsde nich aufpassen. Dat es aber en Dappes. Er kann aber auch eine eher liebevolle Bezeichnung für einen schusseligen, ungeschickten Menschen sein.
Den Dappes findet man im südlichen Rheinland. Siehe auch Döllepes::


Dassel Dasel Kopf ich hab wat auf den Dassel bekommen. Hasde dir den Dasel gestoßen?dasseln einen Schlag bekommen oder austeilen. Wenn du mit dem Krach net aufhörs, dann kriste von mesch eenen jedasselt. Dä Jupp hät am Stromkabel einen gedasselt gekricht. ::


dat das, dies, dass Wat soll dat? Auch dat noch. Dat der bescheuert is, wußt ich schon lange. Dat dat dat darf? Un ob dat dat darfDat Gerda ging mitte Inge inne Stadt (die). Dat is all wat. (Bekundung von Lob oder Verwunderung, meist mit einem Nicken verbunden). ::


dätschich tätschich nicht ausgebacken, matschig Dat is aber en tätschiges Brötchen. Die Kartoffeln sind viel zu dätschich. (weich) En täschiger Schinken. (nicht ausreichend abgehangen) Dat Brot von dem is tätschich, such dir nen anderen Bäcker! Der hat aber en dätschiges Gesicht heute. (aufgedunsen) dätschen matschen Dat tun die Blagen gern: so richtich im Schlamm dätschen. ::


davon ab davon abgesehen Und davon ab, dich kann ich eh nich leiden! Ich mach jetz Feierabend, ist sowieso schon sieben Uhr, davon ab. ::


davonbleiben etwas nicht anfassen, nicht berühren Bleib mit deine Finger davon! Siehsde, wärsse davongeblieben, wär dat nich passiert. Der kann auch nich vonne Plätzkes davonbleiben. ::


Däz Kopf, siehe Deez::


Debbekuche siehe Döppekoche. ::


Deckel in der Wendung einen auf den Deckel krigen ausgeschimpft werden ich hab heute ganz schön einen auf den Deckel gekricht. ::


Deez Dez, Dääz, Däz Ich hab mir den Dääz gestoßen. Der is mit seinem Deez voll gegen de Laterne gehauen. Boh ey, voll mit dem Däz widder vor die Glastür!
Den Deez findet man im ganzen Rheinland. Dem Wort sieht man an, dass es auf das französiche tete "Kopf" zurückgeht. ::


Delle Dellen, Dülle, DüllenDölle negative Beule, Blötsche Der Klausi hat gleich aufe erste Fahrt in sein neuen Audi en Düllen reingefahren.
Diese unterschiedlichen Varianten (unterschiedliche Vokale und wechselndes Geschlecht der Düllen und die Dölle) findet man nur im Ruhrgebiet.  ::


demtieren etwas Verbotenes anstellen Den hamse gefeuert, der hat wohl wat demtiert!
Das Wort kennt man im Raum Aachen. ::


dengeln antreiben, jemandem Beine machen Den han isch aber jedengelt. Die han isch usenander jedengelt (auseinandertreiben). ::


denn häufig für "dann" Gestern wa ich ers bein Aazt, un denn wa ich noch auf en Maakt. Wenn schon, denn schon! (nicht kleckern, sondern klotzen!) Ich kauf mir jetzt nen Daimler, wenn schon, denn schon!  ::


denne in dem Abschiedsgruß Bis denne! Also, ich mach Schluss für heute, bis denne, ne::


Dessäng (Design) Aussehen, Gestaltung, Schnitt Ach wat en schön Dessäng, dat steht ihm aba gut. Ach weiste, so en Dessäng un die Farbe, nee, dat is nix für dich, nimm wat Flotteres. Kiek ens, dat Dessäng passt doch akkerat bei dir en de Kösch be de Tapeten, willze da nit Vorhänge von machen? ::


Deubagger Planierraupe (siehe deuen), gebräuchlich in der Voreifel, heute wohl schon veraltet. ::


deuen schieben, drücken, vorwärtsbewegen, schubsen einen Kinderwagen deuen. Deu nich so. (in einer Schlange) Deu mich doch nich so, du siehst doch, wie jestopp voll et hier is. Die Schupplade klemmt! Dann deu ma richtich! (in der Straßenbahn) Du kannz mir ma den Nachen deuen! für "Du kannst mich mal gerne haben." (andere Variante den NacKen deuen) andeuen anschieben Kannst du mich ma andeuen? (in Schwung bringen beim Schaukeln) Wir müssen dat Auto andeuen, sonst springt der nich an. Du musst ihm oder ihr etwas deuen (jemandem etwas unauffällig beibringen). sich abdeuen verschwinden Ich deu mich abDeu Schubs, Anstoß, Antrieb, Motivation De braucht mal ne Deu, dat der vorankommt. Gib dem ma en ordentlichen Deu. Ich han kein Deu! sich einen Deu antun Nu tu dir ma nich sunne Deu aan! sagt man in Köln zu jemandem, der sich affektiert benimmt ("Brich dir keinen Zacken aus der Krone").
Siehe auch Nachen::


Deuwel Düwel, Düwwel Teufel, in Deuwels Küche kommen Schwierigkeiten bekommen Misch dich da bloß nich aein, da kommste in Deuwels Küche. auf Deuwel komm raus heftig, stark Der Uli hat aber gestern auf Deuwel komm raus mit deiner Schwester geflirtet. einer dem andern sein Deuwel sein in andauernde Streitereien verwickelt sein In unserer Firma ist der eine dem andern sein Deuwel. ::


dich dir Dat is mich doch sowat von egal, ich sarrert dich.
Dich für "dir" hört man im nördlichen Rheinland. ::


dicht weggetreten, betrunken Der is völlich dicht, den krichse nich mehr wach. Der war schon nach einem Joint völlich dicht. Ist jemand hingegen nicht ganz dicht, so ist er ein bisschen verrückt.
Im Rheinland können auch Fenster und Türen dicht gemacht, d.h. geschlossen werden. Deshalb kann auch jemand dicht machen, wenn er abschaltet und keinen Argumenten mehr zugänglich ist. ::


dichtmachen schließen, verschließen, abschließen, beenden, aufgeben, dichten/abdichten Ich hab nix mehr jekricht, wie ich ankam, waren se graat am dichtmachen un ich konnt nix mehr kaufen. Mach ma dat Fenster dicht, et gibt gleich Regen. Jetz ham die chon wieder en Jurenzentrum dicht gemacht, bald kammer als Junge nur inne Kneipe. Dem Pitter sein Betrieb hat dicht jemacht, der brauch dringend en neuen Job.Ja, dat Loch mußde ers mit Teichfolie dichtmachen, sons krisde nei en Gartenteich. Dem kannsde nix sagen, der macht immer gleich dicht. (sich abschotten). ::


dicke auf jeden Fall, voll ausreichend Dat klappt dicke. In die Hose pass ich noch dicke rein. Die gehen dicke noch alle in den Bus rein. Dat schaffen wir doch dicke. Ich hab die Faxen dicke. (mir reicht es) Die sind aber dicke miteinander. Die hamm et nich so dicke. (nicht viel Geld haben) Der soll sich nich so dicke tun. (angeben).
Dieser vielfältige Gebrauch des Wortes dick ist in den rheinischen Mundarten weit verbreitet.  ::


Dicken in der Wendung sich einen Dicken erzählen lange miteinander schwatzen Da stehnse und sind sich en Dicken am erzählen! ::


Dickkopp siehe Kopp::


Dickmadamm Deckmadamm korpulente Frau Dat is ne ganz schöne Dickmadamm, die Nachbarin. Kann auch als Kosewort verwendet werden Na, Dickmadamm::


dienen als Messdiener an der Messe teilnehmen Simon, kannze am Sonntach um 11 in Sankt Antonius für mich dienen, ich kann nich. ::


Dier Tier, in der Wendung das/et arme/ärme Dier kriegen verrückt werden, melancholisch werden Den ganzen Tach immer dieselbe Arbeit, da krichse ja et arme Dier. Bei dem Regenwetter krichse dat ärme Dier. Wenn ich da wohnen müsste, würd ich auch dat arme Dier kriegen. Immer, wenn dat dran denkt, wie sein Mutter gestorben is, da kricht dat et ärme Dier. (traurig werden) Auch ganz allgemein für eine bemitleidenswerte Person Die Josefine, dat is          echt en ärm Dier. Am Niederrhein kennt man Dier mit Pööt (Tier mit Füßen) für einen ganz besonders lustigen, originellen Menschen. Der Pedda, dat is enne Dier mit Pööt! Nä, wat habbich gelacht... Die Verkleinerungsform Dierken wird häufig als Koseform für ein kleines Kind gebraucht  Dat klein Dierken, dat is aber süß oder als Bezeichnung für eine attraktive junge Frau en lecker Dierken.  ::


Diesel alkoholfreies Getränk aus Cola und Fanta (Spezi). ::


Dijelsknall ein Art kölnischer Döppekuchen aus Kartoffeln, Speck und Zwiebeln Dijelsknall un Riefkooche, dat kann ich immer essen.
Der Dijel, hochdeutsch "Tiegel", ist ein eiserner Kochtopf oder eine hohe Pfanne. Das Wort ist sehr alt und geht zurück auf das griechische "teganon" (Pfanne). ::


Dilldopp Dülldopp, Dilldapp, Dilldöppchen, Dudeldopp kleines, lebhaftes Kind Dat is vielleicht en Dilldopp, dat Kleen. Der kann sich driehe wie ne Dilldopp. (schnell Drehen können, z.B. beim Tanzen).
Die Hauptbedeutung "Kreisel, Aufziehkreisel" hört man in der rheinischen Umgangssprache heute noch im südlichen Rheinland. ::


Ding Dingen mit unterschiedlichsten Bedeutungen Dat is ja en Ding. (Ausruf des Erstaunens) Dat is ja vielleicht en DingenDer hat dem vielleicht en Ding reingemacht. (Tor, Schuss) Dat is ja en dickes Ding! (Zumutung, schwierige Sache) Der hat sich da en Ding geleistet. (Dummheit) Dat is ja en süßes Ding. (kleines Kind) Wir werden dat Ding schon schaukeln. Dat is nicht mein Ding! (nicht von Interesse sein) Tätowieren lassen? Nee, dat is nich mein Ding! (Problem) Auch im Plural möglich Wat sind dat denn schon widder für Dinger? Mach die Dinger nich. (Unsinn) Die hat vielleicht Dinger. (große Brüste) Der is doch für seine linken Dinger bekannt. Dingen kann auch "Haus, Wohnung" bedeuten, jedenfalls im zentralen Rheinland: Du sitz hier den janzen Tach im Dingen erum, Du muß doch mal an de frische Luft, sons wirsde krangk! als ablehnender Kommentar Ja klar, vor allen Dingen! Vor allen Dingen kann der Autofahren. ::


Dingenskirchen wie Dingens oder Dingenzich Platzhalter für einen Namen, der einem nicht einfält Der Dingenskirchen da, wie heißt der noch? Kuck mal, dat is doch der Dingenskirchen, den kennze doch vom MarktHach, wo wohnt der jetz noch, in … in Dingenskirchen bei Brühl, ich komm gleich drauf.  ::


Dingenzich ein Ersatzwort für alles Mögliche Ey Dingenzich. (Begrüßung) Gestern war da dieser Dingenzich im Fernsehen, wie heißt der noch? Jetzt bräucht ich ma son Dingenzich. Auch Dingzenich Ich war da in Dingzenich, wie heißt dat noch? Statt Dingenzich kann man auch Dingsbums, Dingsda oder im Ruhrgebiet auch Dingsdonnek oder Dingsbommek hören, wenn die richtige Bezeichnung gerade nicht parat ist. ::


Dinger in der Wendung mach die Dinger nich! Warnung, Aufforderung zur Vorsicht Mensch, pass bloß auf, mach die Dinger nich::


Dinges Dings, Dingens als Platzhalter für einen Namen, der momentan nicht präsent ist: Die Frau Dinges war gestern bei mir. Bei Dinges, wie heißen die noch? Dingsbums Gib mir ma das Dingsbums da her! (eine Sache, deren Bezeichnung einem momentan nicht einfällt). Dingensich Dat war doch der Dingensich da... ::


dinseln mit kleinen Schritten gehen, trippeln Mit sone Schuhe könnt ich auch nur dinseln. dinselich unruhig, nervös Mann, wat biste heute wieder dinselich::


Dippes Heringssoße aus Sahne, Zwiebeln und Äpfeln Gibts heute schon wieder Dippes?
Dippes heißt dieser Hering nach Hausfrauenart im südlichen Rheinland. ::


Dippo Tippo Gefängnis Der sitzt im Dippo::


direktemang geradewegs, unmittelbar, sofort Ich bin direktemang zum Arzt gegangen. Ich würd zu dem Typen gehen un mich direktemang entschuldigen. ::


Direx Schuldirektor Passt auf, der Direx kommt gleich.
Diese Abkürzung scheint langsam zu veralten. ::


dit dies, dieses, in der Umgangssprache nur noch in der Wendung dit un dat dieses und jenes Isch hap noch dit un dat miterleedischt, wo isch schommal in de Stadt wa. Wat hapt ihr gestern gemacht? - Och, dit un dat! ::


ditschen siehe titschen::


Ditzche Ditz kleines Kind Son klein Ditzchen, un dann schon Waise::


Döckchen Knäuel (von Wolle oder Garn) Gib ma dat Döckchen Wolle da!
Das Wort hat in den rheinischen Mundarten viele Bedeutungen (Strohpuppe, Spielsteinchen oder -knöchelchen), es ist erstaunlich, dass sich die oben genannte Sonderbedeutung in der Umgangssprache gehalten hat. ::


Dödel Penis Kumma, dem hängt sein Dödel ause Hose. Der Dödel is vor de Laterne gerannt (Dummkopf; Tagträumer), auch Dummdödel. dödelich ungeschickt, dämlich, unkonzentriert, tapsig, verpennt oder vertrant, geistesabwesend, benommen. Wenn ich morgens zu früh aufsteht, bin ich ers mal ganz dödelich im Kopp, bis ich ne Tasse Kaffe drin hap. Männoh! Bleib mir wäk mit dem Bodo, dä is viel zu dödelich für das zu machen, mach-es auf jeden Fall sällber. verdöödeln geistig verwirrt werden; etwas verschlampen Hömma, wenn isch dat seh, kann et sein unser Oppa verdödelt allmäälich? Isch hat ja mein Wahl-Einladung verdödelt, aba ich konnt auch mim Perso wähln gehn. Dödelichkeit Vor lauter Dödelichkeit hatt ich abens es Auto mitten auwem Marktplaz geparkt un morgens nich weggefahren. Tja, abgeschleppt, natüürlich. ::


Dödelfax beschreibt eine ausdrückliche Ablehnung bzw. Verneinung: Hast du das Kölsch verschüttet? Ahh, Dödelfax!
Das Wort wird bislang nur aus Köln gemeldet. ::


Döfken Döfchen naiver Mensch, Trottel, Idiot Kennste den? Ja, der voll dat Döfken::


dojen siehe deuen::


Doll Dollen Verrückter Ej du Dollen, jetz hör ma auf damit! Der Dolle is gegen die zue Tür gerannt. Döllchen scherzhaft und verniedlichend für Verrückte Die Irmi is auch n richtiges Döllchen! Dollhuus Tollhaus. doll kaputt, tot gedreht Ich krieg das nicht eingeschraubt, die Schraube is doll. Oh, ich glaub, ich hab se doll gedreht. Bisde doll? (verrückt) Je öller, je döller!doll auf etwas sein verrückt nach etwas sein Auf Cola mit Himbeersaft, da bin ich ganz doll drauf!
Im südlichen Rheinland gibt es auch den Dollmann jemand, der als etwas oder leicht verrückt gilt Du Dollmann, wat soll dä Quatsch? (siehe Kommentar). ::


Dollbohrer jemand, der nichts versteht und nichts richtig macht ::


dolle toll, meist in der Wendung nich so dolle Wart ihr in Urlaub? Ja, abber dat Wetter war nich so dolle::


dollen anschubsen Kannst du die Schaukel mal andollen? ::


Döllepes ist in der Osteifel die Bezeichnung für einen symphatischen Tolpatsch. ::


Döneken Dönchen kleine Erzählung, Anekdote Der Oppa hat gestern vielleicht wieder Dönekes erzählt, du glaubs et nich! Nich schon wieder son Dönchen! Dönekes können aber auch Streiche oder schlicht Blödsinn sein Der hat aber wieder Dönekes im Kopp! Die Blagen haben wieder Dönekes gemacht. Wenn der Willi seine Dönekes erzählt, kommse ausem Lachen nich wieder raus::


Dong kleines Butterbrot, belegte Brotscheibe Häste dir en Dong mitjenomme? Auch als Döngelchen/Düngelchen gebräuchlich.
Die Dong kennt man nur rechtsrheinisch zwischen der Ruhr und Sieg. ::


dönieren aus der Jugendsprache: einen Döner essen gehen. ::


Donna Clara (uneheliche) Geliebte, Freundin (eher abfällige Bezeichnung) Gehse widder zu deiner Donna Clara?
Die Bezeichung ist heute nur noch selten zu hören, sie hatte ihre höchste Frequenz in den 60er und 70er Jahren. Der Ausdruck geht wohl auf ein Gedicht von Heine und seine Popularisierung durch das Lied "Oh Donna Clara" von Fritz Löhner Beda zurück. ::


Donnerknispel Ausruf des Erstaunens Wat fürn tolles Auto, Donnerknispel.
Zur Etymologie siehe Kommentare. ::


Donnerlittchen Ausruf der Bewunderung oder des Erstaunens Donnerlittchen, hasde die Frau von dem Typ gesehen! Im Bergischen Land hört man die Variante donnerlittsch. ::


donnoch doch noch (also kein Wort, aber eine Kontraktion, die im Alltag nahezu ausschließlich zu hören ist) Wir sind gestern donnoch Rad gefahren bei dem Regen. Ich kann nix dafür, ich hab donnoch Hunger.  ::


Dopp in der Wendung de Dopp fumpen Du kannst mir mal de Dopp fumpen. (jemanden gern haben können). Auch anerkennender Ausruf für ein schönes Mädchen Es dat ne Dopp.
Zur Herleitung der lustigen Wendung siehe Kommentar. ::


Döppchen Döppken kleiner Kreisel (Dopp) in den Wendungen laufen wie en Döppchen/Döppken (unerwartet) ganz schnell laufen und abgehen wie Döppken sich schnell bewegen Wie, ich dacht, der Jupp is krank! Tüllich, aabeiten is nich drin. Abber, solls ma sehn, wenn die Zaretten alle sind, dann kann der auf eima laufen wie en Döppken, bis anne Bude, dat sollze gaanich glaubenDie Kiste geht ab wie Döppken, damit häng ich se alle ab. Der läuft wie en Döppken (wie geschmiert). Aus dem Raum Euskirchen ist auch das Wort Dilledöpsche überliefert. Ebenso wie Döppchen, kann dies entweder einen kleinen Kreisel bezeichnen oder sich auf die Schnelligkeit der Bewegungen einer Person beziehen. In Köln ist Döppchen auch ein kleines Behältnis zum Nahrungsmitteltransport; es gibt auch das Tupperdöppchen oder das Tondöppchen. ::


Döppekooche Düppekooche, Döbbekooche, Deppekooche, Debbekooche, Döppcheskooche ein deftiger Kartoffelauflauf mit Zwiebeln, Mettwurst, Speck usw., typisch Gericht im südlichen Rheinland Debbekooche is mir zu mächtich::


doppeltgemoppelt zweifach, mehrfach, überflüssig doppeltgemoppelt hält besser::


döppen jemanden untertauchen (Jungenstreich im Schwimmbad) Die ham dat Mädchen so lange gedöppt, bis dat keine Luft mehr gekricht hat. Müsst er denn immer nur den armen Jung döppen? Am Niederrhein nennt man den Haubentaucher sinnigerweise Döppentedöppen ist ebenfalls bekannt im Sinne von Obst und Gemüse putzen (auch Stachelbeeren von den kleinen Strünken befreien), Erbsen oder Bohnen enthülsen Komm, lass ers die Stachelbern feddich döppen, dann könn die heut noch eingekocht werden. Ich hab früher immer gern Erbsen gedöppt, weil ich die Schalen gegessen hab. Diese Bedeutung ist jedoch nicht mehr so häufig zu hören. ::


Döppen Döpp, Düppen Topf, Behältnis; das Döppchen ist in Köln und Umgebung eine Art moderner Henkelmann, es gibt es als Tupperdöppchen und Tondöppchen. (siehe auch Döppekuchen). Im Ruhrgebiet war ein Düppen früher auch ein Fass, in dem Sauergemüse (Sauerkraut oder Schnibbelbohnen) hergestellt wurde. Hol mal wat Sauerkraut aussem Düppen! Ein Drömdöppen ist ein verträumter, schusseliger Mensch. Kappesdüppen Steingutgefäß zum Aufbewahren von Sauerkraut. ::


Döppen (Augen) siehe Döppers::


Döppente siehe döppen::


Döppers Döppen (nur Plural) Augen Mach doch die Döppen auf! Der hat die Döppers dicht. Gleich gehen Deine Döppen dicht, wie Du schon aussiehst... Mutti, wo is mein Nachtpolter? Mach ma die Döppen auf, der beißt dich gleich! auch Doppe (in Köln): die Doppe op! (mach die Augen auf). ::


Döppken Döppchen ein kleiner Flaschenverschluss (am Niederrhein). Ein größerer Verschluss ist ein Dopp. Also, ob die Fläss is nen Dopp. Die Bierflaschen hatten früher einen Draht-Bügelverschluss mit einem Porzellandöppchen. Den Bügel konnte man so schön zippen, und da ging dat Döppken schnell ab. Daher kommt jedoch nicht die Wendung der geht ab wie ein Döppchen (siehe dort). Am nördlichen Niederrhein heißt der kleine abgeschlagene Kopf des gekochten Eis ebenfalls Döppken. (Siehe auch Döppchen). ::


Dorfpumpe Pump, Pomp in der Wendung vor die (Dorf)Pumpe gerannt(geflitzt)  sein dumm sein Der is doch voll gegen die Dorfpumpe gerannt. (sagen z.B. Städter von ländlichen Menschen). Eine Variante ist Du bis wohl vor die Pump geflitzt?  ::


dörmeln siehe drömeln::


Dörpel Dürpel, Dölper, Türpel Treppenabsatz vor der Haustüre Wenn ihr draußen seid, bleibt schön auf dem Dölper spielen. Der läuft mir noch den Dörpel platt. Die Omma saß abends immer noch wat auf dem Dürpel. Sitz nich auf em Dörpel, sonst holste dir nen Pips! auf dem Dörpel sitzen an einem agelegenen Ort sein Da sitzte aufem Dörpel, nix los da!
Es handelt sich um die eine oder mehrere Stufen, die vom Bürgersteig zur Hauseingangstür führen. Auf diesen Stufen kann man sich u.a. aufhalten, um ein Schwätzchen zu halten oder um das nachbarschaftliche Treiben zu beobachten. In Solingen-Ohligs gibt es seit etlichen Jahren ein mehrtägiges Dürpelfest, dessen gedanklicher Ursprung auf die kommunikative Funktion des Dürpels zurück geht. (Martin Kalisch)
Das einstmals im ganzen nördlichen Rheinland oft zu hörende Wort scheint so langsam zu verschwinden. Das ist eigentlich schade, denn der Dörpel ist schon im 5. Jahrhundert aus dem Wort "Tür" und dem lateinischen Lehnwort palus "Pfahl" entstanden. ::


Dosch ist die rheinische Variante von Durst Waller (Walter), wat is los mit dir, hasse heut kein Dosch? ::


dösen vor sich hinbrüten, wachend träumen, geistesabwesend sein Dös nit, pass op! eindösen einschlafen Wir machen Schluss, der is schon am eindösen. Döskopp Schlafmütze, Tagträumer Der Döskop is voll vor die Glastür gerannt. Döspaddel, Dösbaddel Tollpatsch, Blödmann  dösich nicht ganz gescheit.  ::


Döspaddel siehe dösen::


Dötsch Dötsche Beule Ich hab ne Dötsch im Kotflügel. Der Pfirsich hat schon ne Dötsch. Dötschauge entzündetes Auge Woher hasse denn dat Dötschauge? Has de dich geprügelt? dötschen anstoßen, häufiger andötschen Ich weiß gar nich, wo ich mit dem Kotflügel angedötscht bin. Ich hab den Pohl doch nur leicht gedötscht. verdötscht Druckstellen haben Der sieht aber arg verdötscht aus. Wie siehs du denn so verdötscht aus, has de gestern gefeiert?Dafür, dat die so verdötscht aussieht, hatte se viele Freunde. Auch ein Mensch kann (in Köln und Umgebung) verdötscht sein, dann ist er mehr oder weniger verrückt oder übergeschnappt (im Kölschen gibt es sogar noch eine Steigerung: knatschverdötscht). dötschig/dötschich angeschlagen , kaputt Nimm  nich den dötschigen Appel! Dat wetter macht einen ganz dötschich::


Dotterloch jemand, der langsam im Denken und schnell überfordert und auf Hilfe angewiesen ist. ::


Dotz Dutz Knicker, Murmel, auch Augen Mach doch die Dötze auf. Auch "Stoß, Schubs" Wenne dem auch nur en kleine Dutz gibs, dann fällt der um. Ein Dotz am Kopp ist eine Beule. dötzen Murmel spielen Wollen wir dötzen? dötzen/dotzen/dutzen bedeutet deshalb auch "stoßen, anstoßen" Ich bin mit dem Ratt gegen dat Auto gedotzt. Jetz im Frühling dotzen die Vögel dauernd anne Fensterscheibe. andötzen Wer hat hier den Schrank angedötzt. (Siehe auch I-Dotz). ::


dotzen wenn Kinder zu Sankt Martin singend durch die Straßen ziehen und dafür Süßigkeiten erhalten, dann dotzen sie. Gedotzt wird im Rhein-Sieg- Kreis und an der Rheinschiene südlich von Bonn. (Siehe Kommentare). ::


drabbich dickflüssig Rübenkraut is z.B. drabbich! Un Appelgelee ist ers dann richtich, wenn et beim Abkühlen drabbich wird. ::


Dragoner resolute Frau Dat Irmgard is ja en Dragoner, aber dem sein Willi is en ganz treuen Schluffen::


Draht in der Wendung einen Draht haben/kriegen zu eine Beziehung haben zu etwas oder jemandem Zu dem hab ich keinen Draht. Zu der hab ich in der ganzen Zeit noch nie en Draht gekricht. (schwer) auf Draht sein clevere, aufmerksam, sachkundig sein Der neue Lehrling is schwer auf Draht, der wird bestimmt die Prüfung schaffen. Draht kann auch ein Synonym für Geld sein Ich hab kein Draht mehr, ich kann mir die Disko nich leistenDa fällt/fliecht dir der Draht ausse Mütze! (Redensart, um etwas Unerhörtes zu kommentieren). ::


drämeln langsam machen, eine Sache hinauszögern Wenne weiter so drämels, sehn wir den Bus gleich von hinten. Drämelfott Schimpfwort für ein langsames, verträumtes Kind Mach hinne, du Drämelfott, sons kommse nie inne Schule. ::


drammen drängen, auch "kritisieren, motzen" Nu dramm mal jetz nich rum hier!
Ein seltenes VErb, dass nicht dialektbasiert scheint. ::


dran als Verstärkung in rheinischen Infinitivverbindungen Der Kuh am Schwanz am dran am ziehn. Bisse am dran am singenAm dran am trampeln. (Spruch einer rheinischen Mutter, wenn sie "falsche" Infinitivformen korrigieren will) Ich bin dran soll ausdrücken, dass mit einer Sache schon begonnen wurde Bisse fertich? Ich bin dran. nix dran sein Dat stimmt nich, dat die sich scheiden lassen, an dem Gerücht is nix dran. (gegestandslos sein) Iss mal tüchtich, an dir is ja gar nix dran. (mager sein) Ich schenk dir meine Jeansbluse, die is wie neu, da is nix dran. (unbeschädigt sein) Jetzt bist du dran (Betonung auf du) Was sagst du dazu? Müllers haben sich trotz ihrer Pleite ne Villa gekauft, jetzt bist du dran! Wann komm ich endlich dran? fragt der ungeduldige Patient im Wartezimmer.  Wer ist jetzt dran?" hört man auch in der gut gefüllten Apotheke. (an der Reihe sein). An dem Motor is irgendwat dran, der ruckelt so! (einen Schaden haben). Da is nix dran, der is völlich in Ordung::


drangeben aufgeben, etwas beenden Nu gibbet ma dran mit deiner ewigen Nörgelei. Gibbet doch dran, die Perle is verheiratet! Der hat die Ausbildung drangegeben. Willze dat nich endlich drangeben, dat bringt doch nix. Gibbet Singen dran! (mit unsinnigem Geschwätz aufhören). sich an etwas drangeben etwas beginnen, etwas anfangen Ich geb mich jetzt einfach mal an die Gardinen dran (ich fange damit an, die Gardinen zu nähen, zu waschen...).  ::


drangehen in der Wendung an etwas drangehen  etwas bearbeiten, sich etwas vornehmen Da musse mal ordentlich mit Scheuerpulver drangehen, sonst krisse dat Waschbecken nicht sauber. Ich glaub, da muss ich noch ma drangehen, dat is noch nich richtich. ::


dranhalten, sich nicht aufhören, keine Ruhe geben Die hielt sich dran un war in eine Tour am rumkeifen, wo dat ganze Geld geblieben wär. Der Kleine hat sich drangehalten un immer wieder gefracht, wann wir dat nächste Ma aufe Kirmes gehen. Der hält sich aber dran ant meckern. Wenn du die Bahn noch kriegen willst, musst du dich dranhalten! (beeilen). Es geht aber auch ohne Präfix Der hält sich am Quängeln.  ::


drankriegen jemanden übervorteilen, jemanden zur Rechenschaft ziehen Mit dem ollen Auto, da habense dich aber richtich drangekricht. Den Hinterngrapscher ham se endlich drangekricht, wurd ja auch Zeit::


drap davon herunter; sagte ein Schiedsrichter zu einem Spieler Pass auf, sonst fliegste drap. (Androhung eines Platzverweises).
Es ist erstaunlich, dass sich diese alte mundartliche Variante von "dar ab" in Kleve noch in der Umgangssprache erhalten hat. ::


Drats Kaffeesatz Früher hatte man bei einer Tasse Kaffee immer en bisken Drats im Mund.
Drats kennt man am nördlichen Niederrhein. ::


drauf in der Wendung etwas drauf anziehen Kleidung zueinander passend wählen Die Hose hat aber ne komische Farbe, was willste denn da drauf anziehen? drauf gehen können (Betonung auf gehen) sich auf etwas verlassen können Dass die wieder mal zu spät kommen, da kannste drauf gehen! drauf machen etwas feiern, eine Party machen gestern ham wir im Vereinsheim orntlich einen drauf gemacht. drauf sein eine Befindlichkeit signalisieren Wie biss du denn drauf? (Betonung auf du; was ist denn mit dir los? warum bist du so komisch? Ich bin gar nicht gut drauf heute. Der war voll drauf nach dem Unfall (agressiv sein) Sei nich so drauf, komm ma runter. drauf und dran sein etwas beinahe machen, kurz davor sein Ich bin drauf un dran, dem ma meine Meinung zu sagen. Ich bin drauf und dran, mir ein neues Auto zu kaufen::


drauf ankönnen in der Wendung da kannsde aber drauf an! sich auf etwas verlassen können(als Verstärkung einer Behauptung oder Beteuerung) Wenn der noch eima wat gegen die Kinder aum Hof sacht, dann mach ich den richtich langk, da kannze abber drauf an::


drauf geben einer Sache, einem Geschehen Wert beimessen Wat der über mich sacht, da gib ich doch gar nix drauf. Da musse nix drauf geben, der is immer so bollerich, dat heißt bei dem gar nix. ::


drauf haben in der Wendung etwas drauf haben etwas können, in der Lage sein zu, fähig sein Der hat doch nix drauf, den sollen se ma vom Platz nehmen. Hasse nix mehr drauf? Die Jungs ham ganz schön wat drauf, hät ich nich gedacht. Du hass vielleicht immer Dinger drauf! ::


drauf kommen herausfinden, erraten, entdecken, sich vorstellen können  Da wär ich nie drauf gekommen, dat die en  Verhältnis mit Nachbarn hat. Da kommse nie drauf! Auf dem seine Schliche bin ich sofort drauf gekommen. ::


draufgehen vergehen, sterben Der is bei dem Unfall draufjegangen. Hier dat Auto, da is dat ganze Geld für draufgegangen. Auch im Sport ist "draufgehen" ein beliebter Begriff, um aggressives Attackieren des Gegners zu beschreiben. Die Rot-Weißen gehen drauf wie die Berserker. Der is dem voll auf die Knochen (drauf)gegangen. ::


draufschaffen lernen, einpauken Ich muss mir bis morgen noch die Englischvokalbeln draufschaffen.  ::


Dreckblech Dreckschüppe Kehrschaufel Gib mir ma dat Dreckblech, ich hab hier Sauerei gemacht. Geh ma Handfeger und Dreckschüppe holen::


dreckelich sehr schmutzig Bäh, wat bist du dreckelich! aber auch niederträchtig Du bist und bleibst nen dreckelicher Mensch! ::


Drecksack im Zentralrheinischen und in der Eifel Bezeichnung für ein Mischgetränk aus Cola und Bier (hier natürlich meistens Kölsch): Gib mir ma ene Drecksack::


Dreh in der Wendung um den Dreh etwa, ungefähr Dat Auto kostete 7000 Euro um den Dreh.Wann sollen wir kommen - so um sieben um den Dreh::


Dreieck in der Wendung im Dreieck springen sich aufregen Als der dat mit dem Unfall gehört hat, is der im Dreieck gesprungen. Auch: im Dreieck titschen Der titscht im Dreieck, wenn der dat sieht. Statt im Dreieck, kann man genau so gut im Viereck springen/titschen::


dreikantich in den Wendungen dreikantich rauswerfen/rausschmeißen (auch achtkantich mit gleicher Bedeutung) unverzüglich entlassen, hinauswerfen Wenne dich nich benimms, fliechse dreikantich raus. Der is dreikantich aus de Frima geflogen. ::


dremmeln drimmeln drämeln saumselig sein, den Tag/die Zeit vertun Der hat ma wieder den ganzen Tach verdremmelt. Drämmelsfott verträumter, langsamer Mensch Nu mach endlich vorran, du Drämmelsfott.
Verbreitet im nördlichen und zentralen Rheinland. ::


Drempel Drämpel Fahrbahnhindernis, Fahrbahnschwelle Der Hubbel da auf der Straße, dat is en Drämpel, dat die hier nich so rasen. Als Drempel wird in der (Vor-)Eifel auch eine Schwelle im Türdurchgang bezeichnet, vor allem in alten Fachwerkhäusern Pass op dä Drempel op, dat de net stolperst
Das Wort kommt wohl aus dem Niederländischen und breitet sich im Rheinland aus. ::


Dresche Prügel, Schläge Der arme Kerl hat ordentlich Dresche bekommen von seinem Vatter. Die Handballer aus Angermund ham aber richtich Dresche gekricht in Gummersbach. (verlieren). ::


Drickes ein tollpatschiger, einfältiger Mensch Ey du Drickes. Oft von einem entsprechenden Adjektiv begleitet Dat is aber ne stieve Drickes (unbeweglicher Mensch), faule Drickes, kölsche Drickes (der Kölner als Typ).
Drickes ist die in allen rheinischen Mundarten gebräuchliche Kurzform von Heinrich. ::


Driet Driete, Dritt (sowohl m. als auch f.) (dicker, klebriger) Dreck, Dreckskram Da is son dicker Driet hier aufe Fliesen, die sin ewich nich geputzt worn. Mach nich son Dritt. (Unsinn) In Wegberg sagt man Da haste aber Driet in de Pief. (sich gewaltig irren) Sone Driete aber auch!(Scheiße). drietendick sturzbetrunken Ey, gestern is mein Nachbar wieder drietendick gewesen. ::


drin hinein, meist als Präfix drinsetzen, drinsitzen, drintun usw. Kann ich mich da drinsetzen? (hineinsetzen). Tu ma die Erbsen drin (z.B. in eine Schüssel). Für dat Buch krichse höchstens 3 Mark, merh is nich drin (erreichbar, erz ielbar bei einem Geschäft). Wie sieht et aus, wat is da noch drin? (verhandelbar sein). ::


drinsitzen (in der Regel verneint)  erreichbar sein, finanzierbar sein, machbar sein Also gut, mein letztet Angebot getz: 550 Ocken und die Karre gehört dir, mehr sitzt absolut nich drin. Sich dat ganze Jahr beie Omma nich blicken lassen und an Weihnachten die Hand aufhalten, dat sitzt nich drin.
Siehe auch drin::


Driss Dries, Gedress, Gedriss Mist, Unsinn, Aufhebens Erzähl nich sonnen Driss. Früher ham die Beatles auch viel Mist gesungen, Liebesliedchen un so Gedresse. Mach doch nich son Gedriss um sonne kleine Blötsche. Ich hab Driss ine Bux. (Angst) Driss/Dries hat in Köln und Umgebung eher die Bedeutung "Kot, Scheiße", Driss am Schohn meint "Pech haben"; einer der schlimmsten kölschen Flüche ist Driss am Dom.  Im Bergischen Land kann Drisse auch für "Prügel" stehen. Am Niederrhein und im Ruhrgebiet gibt es daneben die Verkleinerungsform Dritzken/Drissken: Der kann sich aber auch über jedes Dritzken aufregen. driessen, drissen scheißen Die sin wie jekotz und jedrisse. (sich ähnlich sehen, nicht abwertend gemeint) heißt es im zentralen und südlichen Rheinland. Driesarsch Schimpfwort für jemanden, der ständig nachfragt oder nörgelt. Driss inne Pief haben verrückt sein Hässe Driss inne Pief? (letztere Redewendung kennt man im Süden des Bergischen Landes). Ein Drisser ist ein kleiner Junge, der noch in die Hose macht.  ::


drög siehe drüch::


Dröhnung eine große Portion Alkohol Jetz ers ma ne orntliche Dröhnung! Aber auch bei anderen "Drogen": Der hat ne Dröhnung Kaffee intusMit 220 übber de Autobahn, dat is voll di Dröhnung, wa? oder Ey, die sin inner Bäckerei un holn sich ne Dröhung Sahnetorte! und gelegentlich auch ganz ohne: Mach ma ne Dröhnung Mussik an.
Siehe auch zudröhnen::


drollich niedlich, nett, kurios Die Kleine da, die sieht ja drollich aus. Dat is ja ne drollge Geschichte, und nu::


drömeln dörmeln, drömmeln sich Zeit nehmen, etwas langsam machen, sich nicht beeilen, die Zeit vertrödeln Wenn der weiter so drömelt, werd ich noch verrücktDrömel doch nich so! Im Ruhrgebiet schickte man die Kinder mit dieser Mahnung zum Bäcker: Kind, hol zum Kaffee mal schnell ein paar Teilchen vom Bäcker, aber nich widder drömmeln. auch: ein paar Minuten schlafen Der dörmelt ma eben. eindörmeln einschlafen, einnicken, kurz einschlafen Bei Rosamunde Pilcher dörmel ich immer ein, so langweilig ist das. dörmelich/drömelich langsam, zögerlich (auch geistig abwesend, tagträumend) Nu sei doch nich so dörmelich, dat is ja nich zum Aushalten. Ein Drömel oder Drüemel bezeichnet einen Menschen an dem alles vorbei geht.
Man drömelt in den Mundarten des zentralen Rheinlands, im Bergischen Land kann man sowohl dörmeln als auch drömmeln.  ::


Dröppelminna siehe dröppeln. ::


dröppeln tropfen, tröpfeln Der Kran im Klo dröppelt. Pass auf, dröppel nich auf de Decke. eindröppeln sich allmählich einfinden Um 10 Uhr war noch gar nix los, um halb 11 waren se dann alle so langsam am eindröppeln. bedröppelt traurig Kuck ma, wie bedröppelt der aus der Wäsche kuckt. Warum bisde so bedröppelt? Dröppelminna dreifüßige Kaffeekanne mit einem Kranausguss, aus dem es häufig dröppelt. (Auf die Dröppelminna hat man im Bergischen Land ein Monopol). Zur Dröppelminna siehe Kommentare. ::


Dröppken Dröppke, Dröppchen kleiner Tropfen; oft für ein alkoholisches Getränk gebraucht: Was haste denn da fun lecker Dröppken mitgebracht? Dat is noch son kleines Dröppken, dat kann dat doch gar nich. Is dat en süßes Dröppken! Die Frau hatte son kleen Dröppchen bei sich. (kleines Kind)
Lecker Dröppken werden im nördlichen, aber zum Teil auch im zentralen Rheinland (also südlich der Benrather Linie) getrunken. In Köln heißt es dann aber endgültig Dröppchen::


drüch tröch, dröge, dröch, drüsch trocken Der Kuchen is mier ze drüch. Der macht aber en drögen Unterricht. (langweilig, stofflastig) Im Garten is alles ganz drüsch. Dat is aber en drögen Pitter, den die sich da angelacht hat. (wortkarger, wenig lustiger Mensch) aber auch: Ich bin enen drüjjen Pitter, ich trinke nix. Ich geh auch nich innes Schwimmbad. sich drööch halten den Mund halten, sich zurückhalten Die wollen uns unbedingt besuchen, aber halt dich mal drööch! Im Kölner Raum ist mit drüge Kooche - im Gegensatz zu Sahnekuchen - Marmorkuchen o.Ä. gemeint. Die Frage in der Bäckerei Had Ihr och drüge Koche? führt schon mal zu Verstimmungen, wenn die Verkäuferin nicht entsprechend "aufgeklärt ist". Ein Kuchen kann auch knochentröch sein, dann ist er aber wirklich ungenießbar. Dat is en ganz Knochentrögen meint einen Menschen, der Witze erzählen kann, ohne die Miene zu verziehen. So einen nennt man am nördlichen Niederrhein auch drögen Pipper (einer, der zum Lachen in den Keller geht).
Ein Drüchfüzzer (Trockenfurzer) ist im zentralen Rheinland ein Mensch, der zwar viel redet, aber wenig tut, oder sogar ein richtiges Weichei ist. ::


druck drück Das in der Standardssprache nicht bekannte Adverb zum Verb drücken kommt im Rheinland in der Wendung et/es drück haben (eilig haben) vor. Der hadet aber drück, nach Hause zu kommen. Wahrscheinlich macht seine Alte wieder Theater. Hasset drück? (zur Toilette müssen). ::


Drücker in der Wendung auf den letzen Drücker kommen gerade noch rechtzeitig kommen Der kommt aber auch immer auf den letzten Drücker. Der macht alles auf den letzten Drücker (in allerletzter Minute). Jetz bin ich endlich am Drücker (an der Reihe sein). ::


drücklich schüchtern, ängstlich Dat Kleen is jet drücklich. sei nich so drücklich und geh sach dem Onkel "Guten Tach". Drücklichkeit Schüchternheit. ::


drum in der Wendung froh drum sein erfreut, erleichtert sein Endlich Urlaub, da bin ich froh drum. Dat der nich hängen geblieben is, da bin ich echt froh drum::


Drum und Dran in der Wendung mit allem Drum und Dran vollständig, komplett Ich hab mir en Rechner gekauft mit allem Drum und Dran.  ::


du in der Wendung du mich auch Aufforderung, keine Unwahrheiten zu erzählen. Gestern hab ich nur ein, zwei Bierchen getrunken! Ja klar, du mich auch! ::


du das Personalpronomen kann in der rheinischen Umgangssprache in bestimmten Zusammenhängen entfallen: Bis so lieb und tu mir ma die Butter rübber! (bist du so lieb...) Bis nen lieben Kerl! (Du bist ein...)  Hey, muss nich mehr suchen, ich hab den Schlüssel gefunden. (Du musst nicht mehr suchen...). ::


Dubbel Butterbrot aus zwei Brotscheiben Hier, nimm die Dubbels mit, die hab ich doch extra geschmiert für dich. Früher hab ich immer drei Dubbels mit zur Arbeit genommen. Wat hat mir denn meine Frau hier auf dat Dubbel getan?  ::


Dubbele Ausdruck für einen Menschen mit zwei Gesichtern Pass op, dat is enne Dubbele::


duckeln sich zum dösen hinlegen, es sich behaglich machen, mit Behagen ein kleines Schläfchen halten Ich geh mal ein bißchen duckeln. Ich hab gerade ne Stunde geduckelt. Das Wort wird auch verwendet im Sinne von "sich an jemand Schlafenden schmiegen". 
Das Wort ist in den Mundarten des gesamten Rheinlands verbreitet, in der Umgangssprache ist es jedoch nur noch in Teilen des zentralen Rheinlands zu hören.  ::


ducken in die Hocke gehen, um sich zu verstecken Duck dich, sonst finden die dich ja sofort::


duckes in der Wendung sich duckes halten sich bedeckt halten, ruhig verhalten, nichts sagen Der hält sich wie immer duckes, dat is en Feigling.
Das Wort ist eine Ableitung aus dem Verb ducken::


dudeln unaufhörlich Klänge erzeugen Bei denen dudelt den ganzen Tach dat Radio, ich kann et nich mehr hören. ::


duhne benommen, beduselt Ich bin noch ganz duhne vonne Nakose. Der is total duhn (betrunken). ::


dull dulle durcheinander, unkonzentriert, schwer bei Verstand Wat erzähls du denn da von Quatsch, bin ich den dulleGezz halt ma zwei minuten den Rand, bei dein ewiget Gesabbel, da wird man ja ganz dull in en Kopp von. Man kann sich auch dull und dämlich lachen und in Bochum auch dull un dämlich malochen!. Dull wenn man am Niederrhein sagt Dat is nen Dull meint man einen Spinner ist, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. ::


Dülldopp siehe Dilldopp::


Dulle Tulle höchste Spielkarte beim Doppelkopf, die Herz 10 Wieso schmeißt du da denn schon die Dulle drauf? ::


dumm in der Wendung zu dumm ab sein etwas leid sein, sich nicht mehr mit etwas abgeben wollen Dadrübber rede ich mit der nich mehr, dat is mir getz zu dumm ab. dumm und dämlich besonders viel, stark, gerne Also Dicke Bohnen mit Speck, da kann ich mich dumm und dämlich dran fressen. An dem Grundstück von seiner Mutter hat der sich dumm und dämlich verdient. jemanden für dumm verkaufen jemanden absichtlich falsch informieren, um einen eigenen Vorteil daraus zu ziehen Du willst mich wohl für dumm verkaufen! Dummschwätzer Der Ansager ist doch ein richtiger Dummschwätzer, der ist immer nur für Bayern... ::


Dumpfbacke Dummkopf, Blödmann, Langweiler Die Dumpfbacke hockt den ganzen Tach vor der Kiste. Die Dumpfbacke lade ich nich ein. Der ihr neuer Freund is aber ne ziemliche Dumpfbacke::


Dunkelbier Malzbier Als Kinder krichten wir immer Dunkelbier im Restaurant. ::


Dünnflitsch Durchfall Der sitzt schon wieder aufem Donnerbalken, ich glaub, der hat nen Dünnflitsch. ::


Dünnschiss Dünnpfiff Durchfall Ich hab nach der Sauferei gestern Dünnschiss. Dat is doch Dünnschiss, wat du da behauptes. (Unsinn) Son Dünnschiss hap ich noch nie gehört. ::


duppeln kopieren Ich geh dat hier ma eben duppeln::


Düppen siehe Döppen::


durch in der Wendung durch sein verschlissen, durchgescheuert sein Meine Reifen sin fas durch, ich brauch dringend neue. Hach kuck ma, bei dem is den Botz durch! auch: vorbei sein, erledigt sein Der Zuch is schon durch, da bisde zu spät. Meine Rente ist durch. Mit dir bin ich durch, endgültich. Mit der Karre kommsde nie durch. Dem seine Kandidatur is wohl durch. Der Kartoffelsalat is gut durch. (durchgezogen, gereift). Is der Harzer schon durch? durchgehen erlaubt werden Deine Steuererklärung geht doch nie im Leben durch. Dat geht nie durch (z.B. ein Spiel beim Skat). ::


Durchenander Durcheinander, Durchenanger, Duijenander als Gemüse/Jemös durcheinander (Möhren-, Gurken-, Wirsing-, Endiviendurcheinander usw.): entweder allerlei Eintopfgerichte, oder auch als Stampfgemüse mit Kartoffelpürree gemischt; letzteres besonders am Niederrhein gerne gegessen. Watt gipp dat heute für Mittach? En Pott Durchenander! ::


durchkauen etwas endlos lange besprechen, im Gespräch breit treten Dat ham wer och gestern in der Konferenz schon endlos durchgekaut. Und wenn dat Ganze nochmal von vorne durchkauen, et kommt nix anderes dabei raus. ::


durchtun sich durchtun sich formlos verabschieden, unauffällig weggehen Die Party war so öde, da hab ich mich bald da durchgetan. ::


durchziehen etwas zu Ende bringen, eine Sache durchstehen Jetz hab ich den Kurs angefangen, jetz zieh ich den auch durch. Wenn der sich wat vorgenommen hat, dann zieht der dat gnadenlos durch. Durchziehen kann man auch einen, der keine eigene Leistung bringt: Den Torfkopp ham se jahrelang mit durchgezogen, und wat meinze wohl, wer getz Bezirksleiter geworden is? Außerdem kann man auch einen Joint durchziehen::


dürfen bekommen (meist in einer Bitte) Papa, darf ich en Eis? Ankucken, klaar! ::


Düse in der Wendung die Düse eins zu tausend gehen starke Angst haben Dem geht jetz die Düse eins zu tausend, dat se ihm die Fleppe wech nehmen. Man kann auch sagen: Dem geht die Düse::


Dusel Dussel Glück Da hasde aber Dussel gehabt, dat der Ball nur an die Latte gegangen is. So viel Dusel kann man doch gar nich haben! Duseltier, Duselkopf dummer, vergesslicher oder dösiger Mensch Du Duseltier, kannsde nicht aufpassen::


dusselich unfähig, blöd Bist du dusselich. Der is zu dusselich, sich die Strümpfe anzuziehenDusselige Kuh! Ein Dussel ist jemand, der oder die dusselich ist. Ein Dussel kann aber auch ein liebenswerter Tolpatsch sein. ::


dusseln duseln dösen, vor sich hin träumen Ich hab im Zug so vor mich hin geduselt. Bisse am dusseln, oder wat? rumdusseln Wenne den ganzen Tach hier rumdusselts, brauchsde dich nich wundern, wenne nix geschaft kriss. beduselt/bedusselt benommen, betrunken Ich bin ganz beduselt von der neuen Farbe! Der war ganz schön beduselt gestern. ::


düsseln den Kopf im Kopfkissen hin- und herbewegen (bei Kindern) Mein Bruder und ich haben als Kinder immer gedüsselt und uns Geschcihten erzählt.
Gedüsselt wurde im Oberbergischen Kreis, heute wohl veraltet. ::


Dutsche kleine Beschädigung, (angestoßenes Glas, abgesplittertes Emaille, kleine Delle). Über eine Dutsche ärgert man sich in Krefeld, vor allem in Uerdingen. ::


Dutt Haarknoten Meine Tante hatte immer son Dutt hinten am Kopp. Ohne Dutt hassde die nie gesehen. Mit dem Knoten verschwindet langsam auch das Wort aus der Umgangssprache. ::


Dutz siehe Dotz::


düür teuer Dat is mir ze düür, dat kann ich mir nich leisten. Dat is aber ärch düür in Holland.  ::



ebbes bedeutet im südlichen Rheinland "etwas" Ich komm heut Obend ebbes später. Haste ebbes, dann biste ebbes!  ::


ebend kann im Rheinland neben der Grundbedeutung "eben" auch als bestätigende Floskel benutzt werden Ich bin ebend ma wech. Du has Recht gehabt, dem Nachbarn kann man nich trauen. - Ebend, hab ich dir doch gleich gesacht.
Offensichtlich ist ein alter Fernsehsketch von Dieter Krebs schon in der Umgangssprache (zumindest in Düsseldorf) angekommen, denn dort kann man  die triumphierende Antwort Ebend! mit Nackend! bestätigen (siehe Literaturlink). ::


ebkes efkes eben, mal eben; eines der wichtigsten Wörter am Niederrhein: ohne ebkes/efkes liefe dort nichts: Gehste mal ebkes zum Bäcker? Ich muss ma efkes umme Ecke. Mach doch ma ebkes en paa Dubbels. Tusse mich mal ebkes zur Hanni bringen? Kannsde ma ebkes das Fenster los machen? Kannse mich efkes die Schüssel geben::


echt in der Wendung in echt Die Wendung kann als Bekräftigung einer Aussage oder als Frage verwendet werden: Ich hab die Kiste ganz billich gekricht. In echt? Ich hab gestern den Meister von der Nachbarin gesehen, in echt! Ausbau möglich als in echt oder aus Scheiß? wirklich oder nur so blöd dahergequatscht Ich wander aus inne Türkei. Sachße dat gezz in echt oder aus Scheiß?  Man kann echt auch sagen: Den Peter Maffei hab ich echt in echt gesehen!. Außerdem in der Wendung echt ma! als Bestätigung Scheisswetter heute! Aber echt ma! (Siehe Kommentar). ::


Ecke die Wendung umme Ecke kann viele Bedeutungen haben Der Taxistand is umme Ecke rum. (ganz in der Nähe) Dat is längst umme Ecke. (längst vorbei sein, erledigt) Den bring ich noch umme Ecke. (töten) Um eine Unmöglichkeit zu verdeutlichen, heißt es im Ruhrgebiet: Versuch ma, im runden Zimmer inne Ecke zu pinkeln! Man kann auch eine Ecke ab haben, dann ist man nicht ganz bei Trost Der hat doch ne Ecke ab, hier sone Scheiße zu erzählen. Außerdem kann man eine Ecke Wurst kaufen Ich hät gern noch ne Ecke von der Mettwurst da. (ein kleines Stück, etwas) In Studenten-WGs wurden früher oft billige Käseecken (Endstücke) gekauft. Auch schön der Witz: Wo dran erkennt man eine Waldorfschule? Die Fenster ham appe Ecken.  Außerdem kennt man im Rheinland auch runde Ecken (statt "abgerundet") und schräge Ecken (Straßenecken im spitzen Winkel) und die Ecke, anne Ecke oder aufe Ecke als Ortsbezeichnungen (Der wohnt da aufe Ecke). Eine der wichtigsten Einrichtungen überhaupt: Die Eckkneipe, die auch schon mal "Zur runden Ecke" heißen kann. Deshalb ist jemand, der sagt Ich bin mal anne/aufe Ecke en Bier trinken an einer benachbarten Straßenecke entweder in einem Büdchen oder in einer Eckkneipe::


Eckendrieter Gerstenkorn am Auge Mann, hasse da en Matschauge. Sieh zu, dassde den Eckendrieter reif werden lässt.
Diese Variante des Gerstenkorns kennt man in Essen. ::


efeilich eingebildet, vornehm tuend Dat is vielleicht ne efeilige Pinsel! ::


effe eff, äffe einfach, simpel (nur auf Gegenstände und Speisen bezogen) Ich ess am liebsten effen Streuselkuchen. (ohne Füllung oder Belag) Für so ne effe Brille hast du 500 Euro bezahlt?
Das Wort kennt man im zentralen Rheinland, im Bergischen Land und am Niederrhein. ::


efkes siehe ebkes::


egal gleich Die Stücke sind egal lang. Dat Backblech hat en Schneider, da kannze kein Teich egal drauf verteilen. Die Zwillinge sehn aba akurat egal aus. Die Menschen sin sich alle egal, nur mansche sin eben wat egaler. (gleich und gleicher) Die sin sich egal. (gleichgültig sein) Egal is 88! (Antwort auf die Aussage "Ist mir egal!"). ::


Ei als leichtes Schimpfwort für einen eher tolpatschigen Menschen Ey, pass doch auf du Ei! Da kannze dir en Ei drauf backen (stolz sein können). Eier inne Pfanne, sons werden Krokedile draus (sagt man, um den Anfängen zu wehren). Auch in der Wendung dickes Ei als Ausruf der Überraschung Ach du dickes Ei, dat jetz auch noch. Heut kommt et aber dicke. Eier schaukeln faul herumsitzen, nichts tun Wat macht der eigentlich außer den ganzen Tach die Eier schaukeln? wie aus dem Ei gepellt sein sehr sauber und extrem ordentlich angezogen sein Unser Udo is immer wie aus dem Ei gepellt seit der den neuen Job hat. und en Ei ausem Konsum. Redewendung: Denkste!, "sonst noch was?" oder "totaler Quatsch"; oft eingeleitet mit Ja, is klaar (Konsum betont auf der ersten Silbe, das "u" kurz gesprochen) Hömma, kannsde mir ma deine neue Karre für et Wochenende leihen? Ja, is klaar, un en Ei ausem Konsum::


Eierfeile harmloses Schimpfwort Die Eierfeile hat schon wieder die Kohle vergessen. Ej hör ma, du Eierfeile, kannze nich aufpassen.  Ebenfalls als Eierfeile bezeichnet wird der harte, schmale Sattel eines Rennrads. ::


Eierkitsche schrottreifes Auto Kannze dir nix besseres als sone Eierkitsche leisten. Die gibt do gleich den Geist auf! ::


Eierquetsche enganliegende Sport- oder Badehose (bei Jugendlichen) Bisde schwul oder wat, mit deiner Eierquetsche::


eigen in der Wendung eigen sein übertrieben sorgfältig, sonderbar sein; auch "leicht beleidigt, zickig" Die is so eigen mit ihrer Wäsche, dass sie sie nur von Hand wäscht. Sach dat der Tante Käthe ma bloß nich, die is dadrin sehr eigen. Dat Kind war schonn immer eigen, kein Wunder, dat et keine Freunde hat. Eigen geht auch als Adjektiv: Dat Mädchen war immer schon en eigen Kind::


Eimer Der is doch zu blöd, einen Eimer Wasser umzukippen. (Referenzgröße für geistige Leistungsfähigkeit) Dat is doch fürn Eimer. (nichts taugen) Die Kiste is aber jetz endgültig im Eimer. Nach dem Spiel war ich echt im Eimer. (kaputt, am Ende sein). ::


Eimerken die niederrheinische Verkleinerungsform -ken muss nicht immer auf etwas kleines hinweisen (siehe Männeken). Auch ein Eimerken ist nicht unbekdingt ein kleiner Eimer Vatter, hol ma eben en Eimerken Erpels aussem Keller::


einen als Platzhalter gebraucht für irgendwas: Komm, wir gehn einen trinken. (mehrere Biere) Ich geh ma einen abschütteln. (pinkeln) Der hat da einen erzählt, du glaubs et nich. (angeben, Anekdote erzählen) Ich leg mal einen nach. (Gangart steigern) Ich hab da noch einen. (Witz) Ich möcht ma wissen, wat der da widder vor einen hat. (Spiel beim Skat) Ich hab da einen an der Hand. (irgendwas zum klüngeln) Da kannze dir einen drauf blasen. (jemanden in Ruhe lassen) Da kannsde einen drauf lassen. (Bekräftigung einer Aussage) Der hat einen ziehen lassen. (Furz). Außerdem wird einen oder eine als unbestimmter Artikel in der Umgangssprache oft anders als in der Standardsprache gebraucht, z.B. als verstärkendes Element Die machen einen Krach, dat is nich zum Aushalten. Wir hatten vielleicht einen Ärger mit dem Vermieter, einen Ärger, kann ich euch sagen...Dat war eine Liebe, die hat et ganze Leben gehalten. ::


eingslich die im Ruhrgebiet und am linken Niederrhein zu hörende Variante von eigentlich Eingslich kann ich Schalke nich leiden. Wat macht eingslich der Worms, wo is der eingslich? ::


einhaben sich beruhigt haben, Synonym zu einkriegen Gestern hadder sich noch aufgereecht, heute hadder sich aber schon wieder ein. Wenn de dich wieder einhas, kömma dann wieder vernümftich reden? ::


einholen siehe holen::


einkennig ängstlich vor Fremden bei Kindern Och, der Kleine ist aber einkennig, wie der zur Mama rennt. ::


einkriegen sich abregen, beruhigen Der kricht sich gar nich mehr ein vor Glück über sein Gewinn. Nur krich dich ma wieder ein, sonst machste dir noch vor lauter Lachen in die Hose! Hasse dich wieder eingekricht? (nicht mehr beleidigt sein).
Man kann aber auch jemanden einkriegen oder etwas einkriegen, das bedeutet dann "einholen", oder "aufschließen zu", "aufholen bis".  Wenn ich schnell genug renne, kann ich Dich einkriegen, wetten? oder auf der Autobahn: Vatter, Du solls dem Onkel Peter sein Auto einkriegen, un nich überholen. Das geht auch im nicht-räumlichen Sinn: Wenn ich jetz beim Kötten noch ne Mark krieje, hab ich Dich schon einjekricht, oder::


einmachen einwecken, einkochen Wie, ihr macht noch ein, dat kann man heute doch alles in Dosen kaufen! Lass dich doch einmachen! (Kommentar, wenn jemand lustlos ist oder sich aufgegeben hat) Die machen wir ein, ganz klar! (besiegen) Eingemachte Die Bank is auch bankrott, jetzt geht et ans Eingemachte. Stunde der Wahrheit, Substanz. ::


einmummeln sich dick anziehen oder zudecken Ich mummel mich jetz richtich schön in Bett ein. Boh, wat bis du eingemummelt; is et so kalt draußen? ::


einpacken aufgeben (müssen), zur Erfolglosigkeit verdammt sein Wenne kein Geld has, dann kannze gleich einpacken. Die könne gleich einpacken, wenn die gegen nen richtigen Gegner spielen müssen. ::


eins  in der Wendung sich eins sein sich einig sein Die sin sich immer eins, wenn et gegen de Nachbarn geht::


einsacken etwas einheimsen, einstecken, klar machen Die ham die Punkte ausem Auswärtsspiel eingesackt. Da hasde aber en dicken Stich eingesackt. (beim Kartenspiel) Der hat alles alleine eingesackt::


einschmieren einreiben, eincremen Kanssde mich ma mit Sonnenöl einschmiern? Der Doktor hat mir wat zum einschmiern verschreiben. Die Kette muss man richtich mit Fett einschmiern. ::


einschnappen beleidigt sein Jetzt sei doch nicht gleich eingeschnappt! ::


einschütten eingießen, einschenken (im Rheinland gießt man im Alltag selten ein) Schüttest du mir mal en Kaffee ein? Ich schütt dir ers ma einen ein (einen Schnaps anbieten). Wat hasde die Tasse so voll geschüttet, wie soll ich da draus trinken?einen eingeschüttet kriegen heißt im Ruhrgebiet soviel wie "unter Androhung ernster Konsequenzen gemaßregelt werden" Hasse dat gehört? Der Alte hat unserm Fahrer richtich einen eingeschüttet::


einstecken einstecken - hier in der Bedeutung "am Mann", "an der Frau","in der Tasche","mitgebracht": Der Sexkiller übberhaup is ein Satz: Baby, isch hap keine Kongdome einstecken. (brüllt ein 10-12-jähriger Junge durch eine Bahn in Krefeld) Ich hab grad kein Tempo einstecken, kannst du mir villeicht...? Keine Sorge, der Papa hat genuch Geld einstecken, dat Karrusäl kömmer uns dreimaal leisten::


eintuppern eine Speise im versvchließbaren Plastikbehälter aufbewahren Ich hab die Soße erstma eingetuppert::


eintüten etwas behalten, nehmen Dat Restgeld vom Einkauf kansde eintüten und dir en schönen Tach von machen. Die ganz Kiste ham wer gestern endlich eingetütet, jetz is Ruhe im Kartong. (endgültig beschließen, beenden, fertig machen). ::


einzelnt einzelnd am nördlichen Niederrhein oft zu hören statt "einzeln" Jetz könnter widder reinkommen, abba einzelnd. Kamman die Dinger auch einzelnt nachkriegen::


einzich besonders, einzigartig, wunderbar, goldig Ach is unsere Kleine nich einzich. Dat hättsde seejen müssen, dat war eso einzich, da hasde wörklich wat verpasst.
Sagt man im zentralen Rheinland. ::


einzichste einzigste diesen eigentlich nicht erlaubten Superlativ findet man im Regiolekt sehr häufig: Ich bin der einzichste, dem so wat passiert. Dat is die einzichste, die ich hier nich treffen wollte. Ich bin hier der einzichste, der richtig Doppelkopp kann. Dat is die einzichste Kneipe, die mir gefällt. ::


Eiterbrill in Köln und Umgebung zu hören für ein Puddingteilchen Ich hätt jer en Eiterbrill un de Zeitung::


Elbkähne große Schuhe Der hat Schuhe so groß wie Elbkähne::


Elefantenküken jüngere, übergewichtige Frau Du bis ja ein richtiges Elefantenküken geworden::


Elektrisierknöksjen -knöksken empfindliche Stelle am Ellenbogen So ne Scheiße, jetz hab ich mich an der blöden Ecke auch noch et Elektrisierknöksjen gestoßen::


Elend in der Wendung langes Elend großgewachsener, meist schlanker Mensch Unser Karl, dat is abber auch en langes Elend, für den krichsde überhaupt keine normalen Klamotten mehr. ::


Emilie siehe Spül::


Emo emotionaler Mensch, ein von seinen Gefühlen bestimmter Mensch (abwertend) Kuck dir ma diesen Emo an. Mann, bist du ein Emo!
Der Emo ist ein neueres Wort aus der rheinischen Jugendsprache. ::


Ende in der Wendung ohne Ende sehr viel, außergewöhnlich viel Der hat Geld ohne Ende. Der hat Frauen ohne Ende, der Typ, ich versteh gar nich, wieso? da ist das Ende von weg  Ausdruck der Verstärkung Der hat so viel Geld, da ist das Ende von weg! da is datt Ende von ab  Ausdruck der Entrüstung oder großen Verwunderung im Ruhrgebiet. ::


Ende in der Wendung etwas ohne Ende haben unbegrenzt. Der hat Knete ohne Ende. Die ham Krach ohne Ende. ::


Endung -ek Fusek Fußball Lellek Laufbursche, Blödmann Plottek Messer Schittek Schrottplatz Asek Idiot, Asozialer Spillek Spielplatz, Mottek Hammer, Pastek Pastor, Dingsdonnek/Dingsbommek Dingsbums. 
Nur im Ruhrgebiet gebräuchlich. ::


enee im zentralen Rheinland oft zu hören statt "nein" Dat is numma esu! Enee, dat is anders. Enää, du häs nich Räch. Im Bergischen auch enää un endöö nein und doch. ::


engelisch evangelisch; so nannten und nennen (heute selten) katholische Kinder in Kevelaer ihre am nördlichen Niederrhein seltenen evangelischen Altersgenossen. ::


Enkel Enkelknochen, äußerer Fußknochen Ich habe mich am Enkel gestoßen::


ens mal, einmal Kiek ens die die kleinen Katzen da. Kann ich dich ens sprechen? Kann auch verwendet werden, um auf die Länge oder Dauer einer Sache hinzuweisen Der Text ist ens lang.
Das für das zentrale und nördliche Rheinland typische Mundartwort hört man bei älteren Leuten noch oft in der Umgangssprache. ::


Entchen oder Endchen sind im Emmericher Raum Panadereste, die beim Panieren übrigbleiben und separat für Kinder gebraten werden. ::


entsorgen wegschaffen, aus dem Weg räumen, unterbringen Wo sind denn die Kinder? Die hab ich bei der Omma entsorgt. ::


Erbse in der Wendung eine Erbse am wandern haben verrückt, seltsam sein Der hat doch ne Erbse am wandern. (Wohl aus dem Kölschen in die Umgangssprache übernommen: Dä hät doch en Ääz am wandere. (spinnen)). Der Erbsenzähler ist ein besonders unangenehmer Zeitgenosse, der mit Genuss pedantisch ist und sich auch noch etwas darauf einbildet ::


Erdäppel siehe Erpel::


Erdnuckel kleinwüchsiger Mensch Ach die, die ist doch son Erdnuckel, ohne Trittleiter kommt die nie aufs Pferd.  ::


Erpel Erpels, Ärpel, Ääpel meist im Plural Kartoffeln Hol ma en Eima Erpels ausem Keller. Jetz han ich de Ääpel im Keller sagt man in Bonn, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Um Stampfkartoffeln zu machen, benötigte man am Niederrhein einen Ärpelknötscher. Erpelschlot, Ärpelschloot Kartoffelsalat Erpelschlot musde mit Mayonaise machen, mit Öl und Essich essen dat nur die Bayern. Ob in der Wendung ein schäbbiger Ärpel (ein unansehnlicher, hässlicher Mensch;männlich oder weiblich) tatsächlich die Kartoffel oder nicht doch die männliche Ente gemeint ist, bleibt fraglich, jedenfalls heißt es im Bergischen Land Wat hass du dir denn fürn schäbbigen Ärpel angelacht?
Erpels (eigentlich Erdäpfel) sind in den Mundarten des nördlichen und zentralen Rheinlands bis zur Nordeifel zu finden, weiter südlich beginnt das Grompere (Grundbirnen) Gebiet. Allerdings sind beide Mundartbezeichnungen nur noch bei älteren Sprechern in der Umgangssprache gebräuchlich. ::


Erzchen Erzjen kleiner Pickel, Mitesser Ich glaub, ich hab en Erzjen in der Nase, kannsde ma kucken? Die is vielleicht eitel, mit dem Erzchen auf der Backe geht die nich zur Party.
Erzchen kennt man im zentralen Rheinland. ::


esu steht im zentralen Rheinland in den Dialekten allgemein für "so". Machmal ist das Wörtchen auch in der Umgangssprache zu  hören: Machen wir das esu! (ohne Rechnung, schwarz). ::


et es, des Ich weiß et nich, wo soll dat noch enden. Wir sind ers et abends gefahren, da war et nich so voll. Ja, gibbet dat? Et nützt nix, da müssen die durch. Et morjens is et früher als abends. ::


Etagekappes sagt man in der Gegend von Dormagen zum Rosenkohl (weil die kleinen Köpfe übereinander am Stiel angewachsen sind). ::


etepetete geziert, wählerisch, zimperlich Mein Gott, wat is die etepetete, die isst nix ause Pommesbude. Sei nich so etepetete. ::


ette ötte sie, er Ette nu wieder! Wer war dat? Ötte. Kuck ma ette da, wat der wieder anstelltPssst, da hinten kommt ötte. Gestern hat ötte schon wieder angerufen..." Oft die Umschreibung für eine etwas seltsame, anstrengende, nervige Person, eine sehr laute oder aufgetakelte Person, die sich besonders toll vorkommt. In vielen Orten, z.B. am Niederrhein, ist mit ötte/ette eine Frau gemeint.  ::


ewelich langweilig Mir ist richtich ewelich! Nix los heute. Gestern musste ich 200 Danksagungen unterschreiben, das war 'ne ewelige Arbeit (mühsam, langwierig).
Das Wort ist eine mundartliche Variante von hochdeutsch "ewig". ::


ewich in der Wendung ewich und drei Tage quälend lang Die Baustelle hier is auch schon ewich un drei Tage. Außerdem wird ewich auch in der Bedeutung "häufig" gebraucht: Der mit seinen ewigen Witzen. Ewich fliegen hier deine Klamotten herum (immer). ::


exen etwas auf Ex trinken Der hat fünf Flaschen geext, jetz isser färtich. Oder "'wegwerfen, vernichten" Dat Papier kannse exen, mit der Quittung komm ich beim Finanzamp nich durch oder Mein Mann, der Tuppes, hat beim Aufräum son altes Familienalbum mit Fottos geext::


explizieren streiten, diskutieren, sich auseinandersetzen Lass mich doch mit deinem Scheiß in Ruhe, ich explizier mich doch nich mit dir!
Ist im Süden des zentralen Rheinlands gelegentlich noch in der Umgangssprache zu hören. ::


extra absichtlich Ich glaub, dat hat der extra getan. Wenn dat Foul nich extra war, dann weiß ich et nich. "Extra" kann auch "getrennt" bedeuten, z.B. wenn man an der Kasse gefragt wird: Kommt das extra? oder Och, wir schlafen schon seit Jahren extra, mein Mann schnarcht ja so. Extra kann auch "besonders" bedeuten (und kann sogar dekliniert werden) Dat is aber en extrarer Anzuch.  ::


ey eigentlich eine unpersönliche Anrede, kann aber heute vielfältig eingesetzt werden. Die bekannteste Variante ist wohl Boh ey! als Ausruf des Erstaunens. Daneben hört man: Pass auf ey, sons fährse dir ne Schramme in die Kiste. Pass bloß auf, ey. (Drohung) Jetz hör doch ma zu, ey! Ey, kuck ma da! Wat is dat denn, ey::



fackeln zögern Der hat ohne lang zu fackeln den Ball direkt aufs Tor gedroschen. Der fackelt nich lange. An deiner Stelle würd ich nich zu lange fackeln! abfackeln anzünden, niederbrennen Pass auf, willst du die ganze Hütte abfackeln? Die ham doch die Bude selber abgefackelt, um die Versicherung zu kassieren. Die Fackel steht im Rheinland übrigens für alles was brennt und herumgetragen wird: Ich hab noch keine Fackel für St. Martin. (Lampion) Der hat einen an der Fackel. (nicht ganz gescheit sein). ::


Fähnchen luftig-leichtes, auch aufreizendes Kleidungsstück für Frauen Mit dem Fähnchen gehst du nich raus, dat is zu kalt. Has de die Blonde da in ihrem Fähnchen gesehen::


Falle Bett Ich glaub, ich hau mich ine Falle. Dat war aber ne böse Falle! (schwere Enttäuschung). ::


falsch in der Wendung falsch sein hinterhältig, gemein sein Bei der musse aufpassen, die is so richtich falsch, wat die alles erzählt. Dat is schon falsch Männeken, macht auf fair, und wenn der Schiedsrichter nich kuckt, tritt er dir von hinten inne Beine. falsch geküsst hat man eine auffällige Veränderung am Mund (z.B. Herpes), wird man im Bergischen gefragt Hast du falsch geküsst::


Falscher Willhelm Perücke, Haarteil Die Haare sin doch nich echt, dat is en falschen Wilhelm::


Falschgeld in der Wendung wie Falschgeld mit sich nichts anzufangen wissen, sich am falschen Platz wähnen Was sollen wir hier? Wir sitzen ja doch bloß rum wie Falschgeld. Wat is los? Du rennst hier rum wie Falschgeld, wie bestellt un nich abgeholt. ::


fangen in der Wendung sich eine fangen Pass bloß auf, sons fängst du dir eine! Als der die im Bus betatscht hat, da hat der sich vielleicht eine gefangen von der, frach nich nach Sonnenschein. ::


Fänt Fant,  in der Nordeifel auch Vente (etwas abfällig für) Jugendlicher, Halbstarker Wat, mit sonem jungen Fänt bis du zusammen? Lass doch ding Fänte der Garten paraat mache, die han doch Kraft! Die Fänte standen am Wartehäuschenrum und ham die Leute mitte Wasserpistole geärgert. Auch Fäntebrööder.
Fänte kennt man vor allem im zentralen Rheinland, im Bergischen Land und sporadisch auch am Niederrhein. Das Wort lässt sich auf das lateinische "infans" (kleines Kind) zurückführen. ::


färtich meist kurz wie fättich gesprochen: ausgepowert, mit den Nerven am Ende, erledigt Die is färtich mitte Welt. Mein Gott, wat is der Typ färtich. Mach en färtich. Nu mach ma färtich (zum Schluss kommen). Im zentralen und südlichen Rheinland hört man mehr die Variante fäddich/fädisch ::


Fasching ist im zentralen Rheinland eine abwertende Bezeichnung für eine langweilige Veranstaltung Wir warn vorjestern im Club zum Feiern, abber da war nur Fasching::


Fassong Fazunk Stil, Ordnung, Form, Schönheit, Schnitt Och wenn de ers beim Frisör wars, dann hasse wieder Fassong in de Haare. Also mein Mutter is ja jetz schon seit drei Wochen ganz plötzlich im Krankenhaus, aber ich hab grat ers Fassong en der iern Haushalt jekrischt. Ach nee, dat kannsde so nich anziehn, da is einfach kein Fassong nich drin. Seit dem Ette da arbeit, is richtich Fassong in den Laden gekommen. Fassongschnitt Haarschnitt. Fazunk kan nauch die aufgedonnerte Person selbst sein Hasde die Fazunk gesehn, wie die angemalt is::


Fasteleer Fastelovend in Köln und Umgebung sagt kaum jemand Karneval, sondern meist Fasteleer oder Fastelovend, wenn er die fünfte Jahreszeit  meint: Jetz ham mer bald Fasteleer, un ich han noch nix zum anzedon. Dazu kommt als in Bonn wichtigster Tag Wiewerfastelovend. Ein Karnevalsjeck ist entsprechend ein Fastelovendsjäck Dat is ne richtige Fastelovendsjäck, der is die ganzen dollen Tage unterwegs. ::


Fatze großer Mensch Dat is ja en Fatze von Kerl! Isch han mir en Fatze aus der Box gerisse. (großer Fetzen)
Den Fatze als "Trumm von einem Mannsbild" findet man im südlichen Rheinland. ::


Fatzke eingebildeter Mensch (meist männlichen Geschlechts) Dat is vielleicht en blöder Fatzke. Mit som eingebildeten Fatzke will ich nix zu tun haben.So ein eitler Fatzke hat uns gerade noch gefehlt. ::


Faxen in der Wendung die Faxen dick haben keine Lust mehr haben, die Nase voll haben Ich hab die Faxen dick.  ::


FC-Schale Portion Fritten mit Ketschup und Majonäse. Passt auf jeden Fußballverein mit den Klubfarben Rot-Weiß. ::


feckeln rumfeckeln schnell und betriebsam hin und her rennen Unsere Oma is mit ihren 80 noch topfit, die feckelt noch den ganzen Tag in der Gegend rum! ::


Federball in der Wendung zum Federball gehen zu Bett gehen, schlafen. Mir fallen ja schon die Augen zu, ich geh jetzt zum Federball. ::


Feez Unsinn, Scherz, Spaß Da ham wer Feez gemacht. Mach kein Feez! Wir sind heut nacht dreimal ausem Bett geklingelt worden, ohne Feez. In Mach nich soon Feez oder Die macht en Feez um ihr Hündschen bedeutet Feez "Umstand, Bohei, Aufwand, Gedöhns, Theater".
Das Wort scheint langsam aus dem Sprachgebrauch zu verschwinden (aber siehe Kommentar). ::


Feger im Ruhrgebiet und am Niederrhein: geiler Mann, sexuell erfolgreicher Mann Der Typ is en echten Feger, der hat echt ne Schnitte bei Frauen. Auch die Bezeichnung für ein Mädchen, dass viel herumläuft oder sich mit Männern einlässt: Die Perle is en heißer Feger. Schließlich kann auch ein Auto ein heißer Feger sein: Der MiniCooper is en heißer Feger. (zu um die Ecke fegen) In der Eifel dagegen ist ein Feger ausschließlich eine attraktive Frau, kein leichtes Mädchen, schon gar kein Mann und erst recht kein Auto! Ein Feger kann aber auch ein unerzogener Hund sein: Pass auf, dem Nachbar sein Köter, de schnappt auch, dat is ein richtiger Feger::


Feierabend Schluss, Ende Jetz is aber Feierabend mit dem Krach hier! Un dann is der mit sonem Knüppel gekommen, da war sofort Feierabend::


feierlich in der Wendung nicht mehr feierlich sein unangemessen In den Klamotten, wie die immer rumläuft, dat is ja nich  mehr feierlich! Soviel Mist, wie die da inne Werkstatt bauen, dat is ja nich mehr feierlich! Wie die Borussia spielt, dat is schon nich mehr feierlich::


fein in der Wendung fein raus sein elegant davongekommen sein Jetz bist du aber fein raus aus dem ganzen Gedöns. So is dat immer, die Banker sin fein raus und wir können dat bezahlen. Ich koch dir en feines Süppchen, dann geht et dir gleich besser! (lecker, mit guten Zutaten gekocht). ::


Fell Haut Ich hab mir am Herd dat Fell verbrannt. Bei dem Jestank jeht dir ja et Fell über de Augen!  ::


fenken mit Feuer/Streichhölzern spielen Hört auf zu fenken, nachher steht die ganze Bude in Brand. ::


ferdorri fandorri, siehe verdorri::


fergeln meist rumfergeln sich heftig und lautstark streiten Die zwei sind sich den ganzen Tach am rumfergeln.
Das Fergeln scheint eine Spezialität der Einwohner des Bergischen Landes zu sein. ::


Ferkes Willem in der Wendung abgehen wie Ferkes Willem rasant, schnell sein, blitzschnell voranstürmen Die Rakete ging ab wie Ferkes Willem. Auch: reinhauen wie Ferkes Wellem mit großem Appetit essen Der haut rein wie Ferkes Wellem inne Pärtsköttel. In Duisburg gibt es auch die Variante Der haut rein wie Ferkes Wim (hart arbeiten).
Ferkes Willem ist eigentlich der Schweine Wilhelm und steht in den zentralrheinischen und südniederheinischen Mundarten für einen unmanierlichen Menschen. ::


Ferkeskopp Schmutzfink, amoralischer Mensch Du Ferkeskopp, kannste dir nich die Schuhe sauber machen? Da kommt der Ferkeskopp wieder mit seinen Ferkesfingern daher. Du ollen Ferkeskopp, wat hasse da denn wieder rumgeschmiert. Meist aber auf charakterliche Mängel bezogen Der Ferkeskopp hat schon wieder dat Kleen betatscht. En läckern Ferkeskopp kann in Wuppertal aber auch zu einem kleinen Kind / Baby gesagt werden und bedeutet dann "ein niedlicher Fratz". ::


festtreten in der Wendung tritt sich fest Jetz is die ganze Marmelade auf dem Teppich gelandet. Macht nix, tritt sich fest! ::


fetschen sticheln, ärgern ::


fett in der Wendung Leck mich fett! als Ausdruck des Erstaunens und der Überraschung oder als Abwandlung von Leck mich doch: Leckmich fett, der hat doch tatsächlich dreimal hintereinander voll alle Neune geschafft. Du meins, ich soll nich mal en Bier mit deiner Frau trinken gehn? Ach, läck mich fett, da hast du gaa nix zu kamällen!  ::


fett auch im Rheinland ist der jugendsprachliche Ausdruck für "gut, schön, toll" in der allgemeinen Umgangssprache immer öfter zu hören Fettes Teil hast du da an. Voll fett die Karre!  ::


Fetz junger Bursche, Jugendlicher Ab un zu denke ich noch dran, dat ich och ens ene kleene Fetz war.
Das mundartliche Wort für Schlingel ist sehr selten um Köln belegt, um so bemerkenswerter, dass es in der Umgangssprache von Rheinbach noch zu hören ist. ::


fetzen sich streiten, bekriegen Die sin sich ganz schön am fetzen. Mit dem hab ich mich gestern echt gefetzt. Dat fetzt aber! (eine Menge los sein, die Post abgehen). ::


Feudel Aufwischtuch, (siehe Aufnehmer und Foddel)) Schmeiß doch den alten Feudel ma wech, der stinkt schon. Dazu das entsprechende Verb feudeln Latsch jetz nich durch die Küche, ich hab grad gefeudelt.
Feudel ist im Rheinland seltener zu hören als Aufnehmer oder Schrubbtuch::


Fichtenmoppet siehe Buschmoppet::


ficken meist als gefickt werden betrogen werden, auffliegen, erwischt werden, blamiert werden Ich war gestern in Venlo im Coffeeschop, aber an der Grenze haben mich die Bullen voll gefickt. Jetz bisse gefickt, wa! Als kleiner Mann bisse immer der Gefickte! ::


fickrig fickrich, fickerich nervös, unsicher, fahrig, hektisch Du machs mich ganz fickrich mit deinem Getue. Ich bin schon ganz fickrich, morgen fahrn wer innen Urlaub. Wenn du so fickerich bis, fängs du besser gar nich ers damit an. (mit einer diffizilen Arbeit). ::


fies eklig, ekelerregend, Abscheu erregend Da bin ich fies vor! Dat riecht aber fies bei denen inne Küche, da würd ich nix essen. In dem fiesen Modder kannze doch nich liegen bleiben, komm!
Der is zu fies, um aus meinem Glas zu trinken. für nix fies sein Der is abber auch für jaanix fies! (sich vor nichts ekeln). Wenn man in Essen und Duisburg fies vor etwas ist, sagt man häufig: Bah, wat sah dat Essen da fies aus, mir ist glatt der Schwimmer hochgekommen(sich ekeln). Fies kann auch "böse"oder "sehr" bedeuten: Da hat die sich aber fies vertan, so einfach war dat doch nich, wie die gedacht hat. Dat war aber en fieses Foul. Der is fies gefallen. Da hasse dir aber en fiesen Sonnenbrand geholt. An der scharfen Kante kannste dich fies dran weh tun.Kann auch neutral als Verstärkung gebraucht werden: Dat schmeckt äver fies joot. Außerdem kann man einen fiesen Charakter haben und ein fieser Möpp sein. ::


fieseln fisseln herrumtrödeln, planlos herumlaufen.  ::


Fiesematenten siehe Fisematenten::


Fiets Fahrrad, siehe Fits::


Fifi falsches Haarteil Dem sein Fifi war nach hinten gerutscht, dat sah aus! auch Mottenfifi. Fifi kann natürlich auch einfach der Hund sein: Pass auf, datte den Fifi nich aus Versehen platt machs.  ::


Filippchen Glanzbilder (Sammel- und Tauschbilder von Kindern) Wollen wer Filippchen tauschen?
Das Wort ist heute nur noch selten zu hören, auch weil sich die kindliche Sammelwut eher auf Panini-Bilder verlagert hat. ::


Fimm eine Fimm ist im südlichen Rheinland eine kleine Verletztung, ein kleiner Kratzer Woher hasde da die Fimm an der Hand::


Fimmännchen auch örtlich Fimmännsche oder Fimmänneke Ohrfeige, das alte Mundartwort ist nur noch selten in der Umgangssprache des Bergischen Landes zu hören. ::


Fimmel Verrücktheit, Tick Der hat nen Fimmel!Ach der Karl hat nen Fimmel, der muss nicht alles für bare Münze nehmen wat dä sacht! aber auch Faible für eine bestimmte Sache Dat Erna hat nen Fimmel für Liebesfilme, et lässt keinen aus, im Färnseen nich un aunich im Kino! Auch: dem Blödmann könnt ich ständig en Fimmel zeigen. (mit dem Finger an die Stirn tippen). ::


fimmelich zimperlich Nu sei ma nich so fimmelich, et wird gegessen, wat auf den Tisch kommt. Du kannst dich auch anstellen. In Essen auch Fimmelskopp Dat is ein alter Fimmelskopp, der isst noch längst nich allet! Wat den inner Suppe stört, damit dekoriert er den Tellerrand::


fimmen siehe fimpern::


fimpen pfeifen, ziehen (von Wind) Männe, zieh dich warm an, et is fies am fimpen draußen. Wenn draußen Wind is, is et bei den inner Bude nur am fimpen, da kanze dat nich aushalten. Draußen fimpd-et, abber hier drin is lekker warm, wa?
Fimpen tut es am Niederrhein. Das Wort ist entlehnt aus dem dortigen Dialekt, der auch die Fimpe (Mundharmonika) kennt  ::


fimpern fimpen, fimmen zündeln, mit dem Feuer spielen Ey, ihr fimpert hier noch so lange rum, bisset brennt. Hör auf zu fimpen! Hör bloß auf zu fimmen, sons steckse uns noch die Bude in Brand. Fimmbruder Zündler Kuck dir den Fimmbruder an, kaum hasse dat Lagerfeuer an, hängt der mitte Foten hald da drin.
In den rheinischen Mundarten ist die Fimpe (Fidibus, Anzünder) weit verbreitet, das Verb ist davon abgeleitet. ::


fimschich, fimpschich leicht anrüchig, fast verdorben, aber auch schwach gebaut, nicht sicher, wackelig Der Dachträger is aber wat fimschich, da würd ich kein Fahrrad drauf bauen. Dat is aber ne fimpschige Angelegenheit. Dat Obst is aber schon wat fimschich, dat nimm ich nich. Dat is aber en fimpschiges Blatt (schlechte Karten beim Skat).  Auch in der Bedeutung von "empfindlich, leicht reizbar" Stell dich doch nich so fimpschich an. In der Eifel bedeutet fimpschich auch "sich Krankheiten einbildend, hypochondrisch", wobei dort Männer als generell ziemlich fimpschich gelten. Im südlichen Rheinland (Vorgebirge, Bonn Eifel) kann fimmschich auch ängstlich bedeuten: Was für ne fimmschigen Kerl.... oder Der is fimmschich vor dem HundFimpsch Ramsch Son Fimpsch kauf ich nie wieder, dat Dingen is beim ersten Wind schon kaputt gegangen. Fimpschladen Ramschladen, "Jeder Artikel 1Euro"Laden
Ein für das zentrale Rheinland typisches Mundartwort, abgeleitet von fimpen "komisch riechen". ::


Finger in der Wendung die Finger waschen für Hände waschen Ich wasch mir noch ma eben die Finger, dann komm ich. ::


finnblau finblau, auch als Finnblaue/er eigentlich "feinblau", hier als Bezeichnung für "moralinsaure" Evangelische im Gegensatz zu "heiter-sündigen" Katholiken.
Ein interessantes Wort, weil es 1. noch im Zentralrheinsichen in der Umgangssprache verwendet wird und 2. zwei alte Bezeichnungen für Protestanten verknüpft. Als Blaue oder Blauköpp werden im gesamten Rheinland traditionell Evangelische bezeichnet (sowohl neutral als auch abwertend, siehe Rubrik: Wort des Monats), als Feine/Finne dagegen die Mitglieder freikirchlicher Gemeinschaften, die als pietistisch und frömmelnd wahrgenommen werden. ::


finnig schlau, gewitzt Dat is son ganz finnich Bürschchen. Dat hat die aber ganz finich eingefädelt. Oft als Substantiv gebraucht Finniger oder im Ruhrgebiet auch Finnigen Dat is son ganz Finnigen, da musse aufpassen. In dem Wort schwingt sowohl Bewunderung als auch Ablehnung mit.Zu Grunde liegt das Wort "findig", finnig ist wohl die westfälische Variante. Dort findet man statt der Lautkombination nd oft nn. ::


Fiole in der Wendung Fiole schieben/spielen sich krank stellen, simulieren Der Schlunz schiebt doch bloß Fiole, den habbich quietschfidel inne City gesehen.
Interessant, dass das aus Bochum gemeldete Wort im Ruhrgebiet in dieser Bedeutung noch gebräuchlich ist. Es ist ein altes Wort aus dem Rotwelschen und bedeutet dort "Mätzchen machen, Aufmerksamkeit erregen" (um auf Jahrmärkten die Besucher in die Buden zu locken). ::


fiolen in der Wendung die Hack fiolen den Buckel runter rutschen, gleichgültig sein Der kann mir ma die Hack fiolen! ::


Fipke kleiner Mensch, etwas Unscheinbares In jedem Wurf is immer ein son Fipken, wat nich durchkommt. Der Jung von denen is aber en Fipken!
Fipken findet man im nördlichen Rheinland und am Niederrhein. ::


Fips Fipselchen Kleinigkeit, kleiner Mensch Mensch, du muss doch wenigstens en Fipselchen essen, auch wenn et dir nich gut geht. Ich bin kaputt, ich tu heut keinen Fips mehr. (Japser, Atemzug).  Brauchse den Fips noch oder kann der weg?" (der kleine Verschluss(draht), der um eine Brot- oder Plätzchentüte gebogen wird).
 ::


fipsich klein, unauffällig Nee, der Kulli is mir zu fipsich, kannze gar nich richtich mit schreiben. Mit son fipsigen Hemd siehste aber auch nich gut aus! Kannze mir mal den Faden in dat Nadelöhr friemeln. Dat is mir zu fipsich! (knifflig). ::


Firlefanz etwas Unnützes, Überflüssiges Dat ganze moderne Design is doch nur Firlefanz. Den ganzen Firlefanz, den de da am Spiegel hängen hast, würd ich wechmachen. ::


Fisel Fissel Fäden, Fussel Ih, die Bohnen haben Fissel! dementsprechend können Dinge auch fisselich sein. Am Niederrhein sind kleine Fussel Fiselken. Fiselskram Sonn Fisselskram (z.B. Nähen und Umändern von Kleidungsstücken) machte Mama später nich mehr, dat war ihr im Alter zu schwierig.  ::


Fiselameng in der Wendung aus der Fiselameng machen etwas locker und leicht machen, mit links machen, etwas aus dem Ärmel schütteln Dat machst du nich mal eben ausem Fiselameng. Dat mach ich doch ausm Fiselameng.
Das Wort ist eine interessante Wortschöpfung aus Fisematenten und Lameng (siehe jeweils dort). Gesprochen wird es im südlichen Bergischen Land. ::


fiselich siehe fisseln::


Fisematenten, Fisimatenten, Fissematenten, Fiesematenten, Visimatenten unnötige Schwierigkeit, Getue, unnütze Umstände Nu mach ma keine Fisematenten und geh dich entschuldigen. Immer diese Fisematenten. Wat solln denn diese Fisimatenten schon wieder.  ::


Fiskesnöres siehe Fisternöll::


fispeln flüstern Warum fispelze denn? Wat sind die denn schon wieder am fispeln?
Das Mundartwort fispeln kennt man zwischen der Nordeifel und dem südlichen Niederrhein.  ::


Fissel auch Plackfissel Hautauschlag Wat hasde denn da von fiesen Fissel im Gesicht?  ::


fisseln, fieseln (sowohl mit stimmhaftenalsauch stimmlosen s) leicht regnen Dat is schon wieder am fisseln draußen. Et regnet nich, et fieselt nur noch. Et fängt schon wieder am fisseln an. fieselich/fiselich Dat is son richtich fiesliges Wetter. Dann handelt es sich meist um Fiselregen oder Fiselwetter Fisselich kann auch "knifflig, schwierig, umständlich" bedeuten: Mann, is dat fisselich, die Schraube da festzudrehen. Dat is aber ne fisselige Angelegenheit. Auch dünne, fliegende Haare oder minderwertiger Stoff können fiselich sein. ::


Fisternöll Fisternöllchen Fisternöllschen ist im zentralen Rheinland eine heimliche Liebelei Ham die en Fisternöll? Auch die oder der Geliebte wird so bezeichnet: Der is bei singem Fisternöll. Besonders häufig anzutreffen als Fastelovendsfisternöll En Fastelovendsfisternöll ist am Aschermittwoch vorbei. Am Niederrhein ist ein Fisternölleken oder Fisternölleke ein seltsame Form von Schnaps: ein Klarer (Korn oder Doppelkorn) mit einem Zuckerstückchen und (auf der Duisburger Becker Kirmes) einer Rosisne oder einer Kaffeebohne. In Teilen des zentralen Rheinlands (von Düsseldorf bis zur niederländischen Grenze) ist Fisternöll eine Bastelei, Fummelei, irgendeine unbedeutende Kleinarbeit: Der määt järn su e Fisternöll. Jemand, der so eine Bastelei unternimmt, ist dementsprechend ein Fisternölles oder auch Fiskesnöres (eine seltene Lautvariante). ::


fit in der Bedeutung von "in Ordnung, okay", meist als Frage oder Begrüßungsformel Alles fit? Nach fünf Stunden harter Maloche war widder alles fit, konnsde nix mehr von der Katastrophe sehn::


Fits Fitz, Fiets steht am Niederrhein für das Fahrrad Ich bin ma eben mitte Fits wech. Kann ich ma dein Fits haben::


Fitsch Schnäppchen Kumma, die Kammera, bei ebay für 20 Euro, hat keiner mitgeboten. Da habbich echt en Fitsch gemacht::


Fitsche Fitsch, oft nur im Plural Fitschen Türangel Du muss ma die Fitschen ölen, die quietschen ja scheußlich. ::


fitschen rennen (besonders bei "kurzen Beinen" gebraucht) Hei, Kurzen, fitsch ma ehmt inn Gaaten un sach Oppa, der Kalle is ann Tellefon. Ich fitsch ma eben da rübber. fitschich klein und beweglich Neulich hab ich mit sonn paa kleene Jungs son bissken rumgedribbelt. Du glaubs et nich, da kommse kaum gegen an, die sinn so klein und fitschich, die laufen eim praktisch zwischen de Beine durch. Fitschich ist es auch im Garten, wenn es geregnet hat und Ausrutschgefahr besteht. Die eigentliche Hauptbedeutung des Wortes fitschen oder fitzen (auch wegfitschen, abfitschen) "schnippeln, klein schneiden, etwas entfernen, abzwicken oder auch absägen" ist in den rheinischen Mundarten weit verbreitet, stellenweise kommt sie auch noch in der Umgangssprache vor: Fitsch da noch ein paar Zweige weg, dass man wieder ausem Fenster gucken kann. Jetz fitschen wir an dem Brett noch die Ecke ab, dann passt dat. beifitschen beim Friseur: Ach dat is noch ze lang, da mussisch noch noch wat beifitschen. (zurechtschneiden, angleichen) wegfitschen Da stibbeln noch en paa Häerchen raus, die tu ich eben wegfitschen. (weg-, ab-, rausschneiden).
Fitschbuhne, Fitschbohnen (im südlichen Rheinland Flitschebunne)oder auch Fitzebohnen und Fitzeböhnkes sind dementsprechend Schnibbelsbohnen, also klein geschnittene Bohnen, der dazu passende Eintopf heißt Fitschbuhnezupp (im zentralen und südlichen Rheinland, die nördliche Entsprechung ist die Schnibbelsbohnensuppe). ::


Fitütten Faxen, Fisematenten Nu mach ma keine Fitütten hier.
Nur am nördlichen Niederrhein gebräuchlich. ::


Fitzebohnen siehe fitschen::


Fitzelchen Fitzken, Fitzel, Fitzelken, Fitzelche, Fitzchen, Fitz kleines Stück, ein bisschen, ein wenig, Stofffetzen, Papierfetzen Von sonnem Fitzelken wirsde doch nich satt! Kein Fitzken krisse davon ab. Ich brauch ma en Fitzelchen Papier. Der hat kein Fitzken Verstand. Et is kein Fitz übrig geblieben. Der Peter, dat is doch son Fitz, der geht ungesehn un ohne aufzufallen anner Kinokasse vorbei, der muss sich nich ma bücken. (kleiner Mensch). ::


fix schnell, gewieft Dat is en fix Männeken. (schlaues Bürschchen) Nu mach aber ma fix. Dat ging aber fixfix un foxi kaputt, fertig, geschafft, müde gearbeitet, "fix und fertig" Weisse, nach vier Stunden Adventssamstach inne Fußgängerzone, da bisse fix un foxi. fix un alle kaputt, erledigt sein nach dem Umzug waren wir fix un alle! ::


Flaa Flaar eigentlich "Fladen", Bezeichnung für einen Blechkuchen Prummeflaa (Pflaumenkuchen), Zuckerflaa, Kirscheflaa usw.
In dieser Lautung im westlichen Rheinland. ::


flabbisch närrisch, verrückt Du bist vielleicht en flabbisch Hünkel!
Flabbisch ist man im südlichen Rheinland. ::


Flabes Flabbes, Flappes, Flawes jemand, der nicht ernst sein kann Nu hör ma auf zu grinsen, du Flabes. Hier gibt et nix zu lachen. Auch ein naiv dümmlicher Mann mit dem latenten Hang, in jedes Fettnäpfchen zu treten Dat is ene schönne Flabes. In der Eifel ist mit Flabes ein unsensibler, ungeschickter, tölpelhafter und meist männlicher Mensch gemeint (der aber, vor allem im westlichen Rheinland, auch ein durchaus liebenswerter Kauz sein kann). Ein Flabbes kann schließlich auch ein pubertierender Jugendlicher sein, der sich seltsam verhält. ::


Flachmann kleine, flache Schnapsflasche Der holt sich schon morgens immer en Flachmann anne Bude.  ::


Flachzange Idiot Der Achim ist die totale Flachzange, nicht mal ne Waschmaschine bedienen kann der! ::


Flanellläppche Flanellläppken ein inzwischen nicht sehr oft zu hörender Ausdruck für einen Softie Kuck ma, da kommt dat lecker Flanellläppche::


Fläppe Flappe, Fleppe Gesicht, Mine Der hat vielleicht ne Fläppe gezogen, als er sein Zeugnis gesehen hat. Ich hau dem einen in die Fläppe. Passtich wat nich oder warum ziehße widder sonne Fleppe? ::


Fläppen Fleppen (meist im Plural), seltener Fläppe Ausweis, Papiere Der musste die Fläppen abgeben, weil er besoffen gefahren war. Es gibt allerdings auch die Variante den Fläppen machen. Dat einzige wat zählt is: Dreizehn Jahre abreißen und den Fläppen machen. Ich hab die Fläppe gerade ers gemacht. (Siehe Kommentar) Hasse schon gehört, dat der PÜitter die Fleppen gekricht hat? (Arbeitspapiere, hier: die Kündigung erhalten). ::


Flappes siehe Flabes::


Flappjackes  Blödmann Esch well net, dat du möt su enem Flappjackes Ömjang has.  ::


Flappmann Weichei, unzuverlässiger Mensch Der Flappmann is schon wieder nich gekommen. Dat is doch en Flappmann von Torwart. ::


Flärke meist nur Plural Flärken lange Haarsträhnen Tu ma die Flärken aus em Gesicht. Fettflärken fettige Haare Hasse gesehn, wat die für Fettflärken hat::


flatschen mit Schmackes eindringen, aufschlagen Den isset Modellfluchzeuch abjestürz un mit der Nas voran minnestens 10 Zentimeter in de Erde jeflatsch. Bauchflatscher zu flacher Kopfsprung Dat war kein Köpper, dat war en Bauchflatscher::


Flatschen großes Stück, Teil einer Fläche, unförmiges Gebilde Die Nacht muss mich ne Mücke gestochenhaben, un ich hab mich wohl gekratzt, gedenfalls, andern Morgen hat ich da sonn Flatschen ann Unteraam, ich dacht schonn, gezz habbich die Beulenpest. (verfärbtes und geschwollenes Hautstück, auch ein "Knutschfleck") Wenn de in Berlin überre Straße läufs, musse voll aufpassen, datte nich die ganze Zeit in Hundekacke tritts,sons hasse dicke Flatschen davon anne Sohlen. Beim Abreißen vonne Tapeten is inne Ecke übern Herd son Flatschen Putz mit runnergekomm. Wo kommt denn der gelbe Flatschen da im Rasen her?  ::


flatschen flaatschen tratschen, rumerzählen Wenn die zusammen sind, dann wird über die Nachbarn geflaatscht, wat dat Zeuch hält. Eine flatschende Frau ist eine Flatschtant.  ::


flatschneu nagelneu Dat Auto von dem is flatschneu, un schon hatter ne Blötsch drin. ::


Flatter in der Wendung die Flatter machen flüchten, sich aus dem Staub machen Der hat ganz schnell die Flatter gemacht. Wenne nich bald die Flatter machst, dann gibbet Ärger. die Flatter kriegen Angst bekommen Der kricht die Flatter, wenn der den Lehrer nur sieht. ::


Flattermann ein Wort mit mehreren Bedeutungen Der Flattermann is zäh wie Leder. (gebratenes Hähnchen) Der hat den Flattermann, lass den ma in Ruhe. (Entzugserscheinungen) Wat war dat denn von Flattermann, den konnt der nich halten. (Fußball auf einer unruhigen Flugbahn) Man kann auch den Flattermann machen: Ich mach jetz ma den Flattermann! (verschwinden). Außerdem gibt es ein eCumputeranimation, die Flattermann genannt wird. ::


flattern Angst haben, unsicher sein Der is ganz schön am flattern, dat der die Prüfung nich schafft. in der Wendung dat Hemd am flattern machen Mach mich nich dat Hemd am flattern (jemandem Angst machen).  ::


Fleischmütze humorvolle Bezeichnung für eine Glatze Na, hasse heute widder deine Fleischmütze auf? ::


flennen weinen Hör getz ma endlich auf zu flennen, du kriss auch en Eis. Die is auch nur am flennen. Flennerei Die ewige Flennerei wegen nix geht mir echt auf den Zeiger::


Fleppen siehe Fläppen::


Fletsche siehe Flitsche::


fletschen sich mit seinem ganzen Körper irgendwohin werfen Der Torwart hat sich noch inne Ecke gefletscht, aber dat war nich zu halten. Kleinkinder können auch wunderbar ihren Milchbrei gegen die Wand fletschen. Fletschauge geschwollenes Auge, auch schielendes Auge, sogar Glasauge Wat has du denn für ein Fletschauge::


Fletten (nur im Plural) abfällig für "Blumen" (in der zentralrheinischen Mundart eigentlich "Nelken") Der stand da mitte Fletten inne Tür. Hasse de ollen Fletten auf em Friedhof bei denen auf em Grab gesehn::


flezen eigentlich fleezen, fläzen sich hinlümmeln, sich breitmachen Dat erste, wat der tat, war sich auf dem Sofa flezen. Musse dich so fleezen, wie sieht dat denn aus? herumflezen Alles wat der kann, is auf der Bank herum zu flezen. So kommt der nie durcht Abi! Die Rumfeezerei is jetz vobei, hier wirdt sich nich örjendwo hinjefleez, bei uns jeedet schließlich anschtändisch zu, kla? ::


Flicken in der Wendung sich in de Flicken kriegen in Streit geraten Pass auf, die kriegen sich gleich in de Flicken. ::


Fliege in der Wendung die Fliege machen verschwinden, weggehen Ich mach wohl jetz besser ma die Fliege! Jetz mach aber die Fliege hier::


Fliegenschiss Sommersprossen Dat Kind hat die ganze Nas voll Fliegenschiss. Außerdem: Wegen jedem Fliegenschiss geht der zum Arzt! (Kleinigkeit).  ::


Flimmerkiste Fernseher Mach ma die Flimmerkiste leiser, die Blagen wollen schlafen::


Flimmflämmche dasselbe wie Nuckelpinne Wat hasde denn da von lustiges Flimmflämmchen? Passde da überhaupt rein?
Das Flimmflämmken oder Flimmflämmchen ist in den Mundarten des (zentralen) Rheinlands eigentlich der Marienkäfer. Vielleicht wurde ursprünglich der Volkswagen so genannt. ::


Flintenriem steht in Aachen und Umgebung für einen sehr dünnen, langen Menschen. ::


Flitsch ist im Bonner Raum ein leichtes Mädchen, ein Flittchen. ::


Flitschbunne siehe fitsche::


Flitsche Flitsch, Fletsch Schleuder, Steinschleuder, Zwille Komm, ich zeich dir ma, wie man die Flitsch spannt. Mach dat doch mitte Flitsche wech, dat geht doch viel besser als mitten Aufnehmer. (Abzieher mit Gummilippe zum Putzen von Glasflächen) Auch als Flitscher gebräuchlich. Ein Gummiflitsch ist in Moers ein (dünner) Gummiring (kein Einmachring). In der Nordeifel ist eine Flitschlampe eine Taschenlampe.
Flitsch kann auch eine Geige oder Mandoline (siehe den bekannten Hans Süper aus Köln) oder neuerdings auch die Fernbedienung sein Gib ma die Flitsch her, deine Zapperei geht mir auf den Sack. Außerdem wir die "Oleftalbahn" zwischen Kall und Hellental in der Eifel Flitsch genannt. Auch flitschen kann vieles bedeuten (Claudia Böhmer): "Dieses Wort hat bei uns ganz viele Verwendungen: Flitschen tut man z.B. einen Stein mit einem Gummiband. Oder man kriegt eine geflitscht, wenn man einen Stromschlag bekommt. Auch im Zusammenhang mit einer leichten Ohrfeige. Ich flitsch Dir gleich eine, wennde nich aufhörst. Am häufigsten aber im Zusammenhang mit dem ständigen Umschalten von einem Fernsehprogramm auf das andere: Nu hör doch endlich mal die Flitscherei auf. Das macht einen ja ganz nervös. Da soll einer sagen, wir Eifeler seien rückständig - hatten wir also nicht schon vor langer Zeit einen Begriff für das heutige Zappen?" Im Ruhrgebiet bedeutet flitschen "schnell rennen, um die Ecke verschwinden". ::


flitschen flutschen Der is mir durch de Finger geflitscht.  ::


Flitzebogen Bogen, Abschussvorrichtung für Pfeile Ich kann mit dem Flitzebogen weiter schießen als der Garten! ich bin gespannt wie en Flitzebogen. Halt dich grade, du gehs ja wie ein Flitzebogen::


flitzen schnell sein Der is mir flitzen gegangen. (zu schnell sein) Der is umme Ecke geflitzt::


Flitzpiepe Flitzepiepe Blödmann, Chaot, Nichtskönner Und diese Flitzpiepe soll ich als Lehrling anstellen, der nicht rechts von links unterscheiden kann?  ::


flöck flück, flucks, flux schnell Jetz aber flöck nach Hause, bevor dat Wetter kommt. Geh ma flöck nach drüben un bestell schon ma zwei Pizza Fungi. Geh ma flux anne Bude Kippen kaufen. Aus dem Bergischen wird die Wendung ich han der flöcke Machvüran gemeldet (Durchfall haben). ::


Flocken Geld Da hab ich keine Flocken mehr für. Kannsde ma en paa Extraflocken rüberwachsen lassendie Flocken hängen lassen den Kopf, die Blätter hängen lassen, allgemein schwach sein Die Priemeln lassen schon am ersten Tach die Flocken hängen.  ::


Flöddosch Schnake, Schneider Ih, kumma, en Flöddosch, mach den ma wech!
Das seltene Mundartwort wurde bislang nur aus Moers gemeldet. ::


Flohpüngel Hund Wo willze hin mit dein Flohpüngel::


Flönz einfache Blutwurst Bei Himmel un Äad muss Flönz dabei.
Die Herkunft des Wortes ist noch unklar. Sicher ist auf jeden Fall die Verwandtschaft mit der eher süddeutschen Plunze/Blunz (Blutwurst) (auch poln. pluca (Lunge) oder dänisch polse (Wurst)). Plunz war wohl ursprünglich die Bezeichnung für irgendwelche tierischen Innereien, die zur Wurst verarbeitet wurden oder in die die Wurst gepresst wurde. (Siehe auch Kommentar von K.-H. Herbst). ::


Flöppche Flöppsche Mofa, kleines Moped Da kommt er wieder mit seinem Flöppsche angefahren.
Flöppsche knattern im südlichen Rheinland durch die Ortschaften. ::


flöppen (heimlich) rauchen, vor allem bei Anfängern Die auße dritten Klasse fang jetz all et Flöppen an. Ich geh ma eine flöppen. (Zigarettenpause). auch:  das stetige Verglühenlassen einer sich im Mund befindlichen Zigarette (siehe auch Fluppe) Wemmer mit ner Fluppe en der Muul römläuft, da is mer am flöppen. ::


Floppy Versager, Niete Na Floppy, da haste wohl wieder mit Zitronen gehandelt. (Pech gehabt).
Das englische Slangwort ist auch im Rheinland zu hören. ::


Flosse meist Plural Flossen Hand, Hände Lass ma schön deine Flossen bei dir! Mann, der hat en paa Flossen. Musse denn unbedingt deine Flossen dahin halten? ::


Flötekies eigentlich Quark, Weichkäse (in dieser Bedeutung nur noch selten in der Umgangssprache), Synoym für Flötepiepen (siehe dort) "Denkste" Da hab ich diesmal den doppelten Einsatz beim Lotto jemacht und jedacht, jetz muset klappen, flötekies, wieder nix::


flöten in der Wendung flöten gehen verloren gehen, verpassen Dem is seit dem Unfall der ganze Spass am Radfahren flöten gegangenIch war gestern auf Sauftour, da is all mein Geld flöten gegangen. Ich hab diesmal unseren Hund anne Leine, dat der mich nich wider flöten geht. Mama, ich muss mal eben flöten gehen. (urinieren) 
Der Flötekessel/Fleutekessel ist ein Wasserkessel mit Pfeifton. ::


Flötentöne in der Wendung jemandem die Flötentöne beibringen jemanden zurecht weisen, erziehen oder auch bestrafen Dem han ich de Flötentöne beijebracht. Wart ma, dir bringen se auch noch die Flötentöne bei::


flötepiepen denkste, Pustekuchen Ich hatte gedacht, die hätten dat Spiel schon im Sack, aber flötepiepen! Im Fernsehn hatten se schönes Wetter angekündigt, aber flötepiepen, et hat den ganzen Tach geregnet::


Flötotto Durchfall Hasse schon wieder Flötotto, oder wat hockse so lang aufer Toilette?
Flötotto hat man am Niederrhein. ::


Flötsch bemerkenswert große (krumme oder gerade) Nase Wat hat der denn vonne Flötsch im Gesicht::


Flotter Flotten Durchfall Ess nich so viel vone Flaumen, da krichse nur den Flotten von. auch Flotter Otto und Flottes Kathrinchen::


flottikowski schnell Jetz aber flottikowski gewaschen un dann ab na Bett. Nu wird endlich aufgeräumt, aber flottikowski::


flötzen verbotenerweise rauchen Meine Mutter hat mich beim Flötzen erwischt!
Flötzen ist ein ganz besonderes Wort für "rauchen", es ist nur in Neuss, Grevenbroich und im linksrheinischen Düsseldorf gebräuchlich. ::


Flubbes Fluppes am Mittelrhein und in der Eifel die Bezeichnung für einen leichten, dünnen Wein Von dem Flubbes kannste en ganz Bütt von vertrohn. ::


Flucht in der Wendung auf der Flucht sein in unziemlicher Eile sein Heh, nich vordrängeln hier, oder sin se auf der Flucht? Wat rast du hier so, bisse aufe Flucht oder wat::


flück siehe flöck::


flucks flux siehe flöck. ::


Fluffi eine nicht so gelungene Perücke Kumma, der hat ja nen Fluffi auf!
Bislang nur für das Bergische Land belegt. ::


fluffig fluffich eigentlich eine Bezeichnung für besonders lockeres Backwerk, luftigen Teig, heute auch als Adverb mit der Bedeutung "gut gelaufen", "leicht von der Hand gegangen" Das is ja fluffig gelaufen! ::


Flükschen Flüchsjen bezeichnet im zentralen Rheinland ein kleines Schälmesser, z.B. zum Schälen von Kartoffeln. ::


Flummi kleiner Hartgummiball Nun titsch hier nich rum wie en Flummi, setz dich hin. En Flummi unter en fahrendes Auto werfen, dat fetzt::


Flunken Bein, Fuß Mann ey, hätte der Idiot seinen Flunken rechtzeitig dazwischen gehalten, wär die Pille nich im Kasten gelandet. Pass auf, datte dir nich die Flunken brichs.
Das Wort ist nur im Ruhrgebiet gebräuchlich, es scheint ein Import aus dem Münsterländischen zu sein. ::


Flunsch schiefer Mund als Ausdruck der Verärgerung, Schmollmund Wat ziehsde von Flunsch, wat is losDie Triene zieht ne Flunsch! Spricht man von einem Flunschgesicht so beschreibt man eine Person mit augeworfenen Lippen Angelina Jolie findste gut? Ich find, die hat so n richtiges Flunschgesicht! ::


Fluppe Zigarette Hasse ma ne Fluppe für mich. Meine sind noch im Automat. Oft auch nur im Plural Haste mal en paar Fluppen für mich? fluppen rauchen Sollen wer mal eine fluppen gehen? (eine Zigarette rauchen). Die Fluppe kann auch ein Flunsch/Schmollmund sein Zieh nicht so ne Fluppe! Mein Gott, hasse gesehen, wat die schon widder vonne Fluppe gezogen hat, als die dich gesehen hat::


fluppen klappen, (in guter Zeit) funktionieren Dat hat ja ma gefluppt mitte Reperatur. Ich hoffe, dat fluppt auch! Das Bohnenpflücken hat diesmal so gut gefluppt, daß ich die auch noch gefitscht gekriegt hab. flupptich wie geschmiert Dat ging ja ma flupptich. ::


Fluse meist im Plural Flusen Faserteilchen, Staubflocken Da sind ja noch Flusen unterm Bett, feech da noch ma richtich nach. flusen haaren können Pullover oder auch Tiere Der Pullover flust aber noch ordentlich. Der Hund flust. Wenn der Pullover flusich/fluselich ist, dann bildet die Wolle kleine Knötchen. ::


flusen einen (leichten) Stromschlag erhalten Ich sach noch, pass auf!, da kam der an den Kondensator dran un krichte vielleicht einen geflust! Du kriss gleich einen geflust! (ohrfeigen).
Wahrscheinlich hat dieses Flusen nichts mit den kleinen Faserteilchen zu tun. ::


Flutsch-Bücking eingentlich ein geräucherter Hering, hier ein agiles kleines Kind, das man kaum bändigen kann. ::


flutschen problemlos funktionieren, gut vorankommen Et flutscht gut. Dat hat aber richtich gut geflutscht. Auch: Jupp is geflutscht. (entwischen, flüchten) (In der Kölner Südstadt wurde die Veledastrasse auch Flutschgasse genannt. Dieser Spitzname entstand wahrscheinlich in den 20er Jahren aufgrund manch illegaler Machenschaften des einen oder anderen Bewohners der Straße in der Zeit.) Die Seife is mir immer widder ause Hand geflutscht. (heraus rutschen). Wenn et flutscht, dann flutscht et. flutschich rutschig, glatt Der Ball war bei den Regen so flutschich, ich krichte den kaum festgehalten. Dat is aber ganz schön flutschich hier bei euch im Flur::


Flütschken dünne, fadenscheinige Kleidung Wat has du denn da von Flütschken an, damit kannsde doch nich mehr zur Arbeit gehn::


Flutschpudding ist in der Nordeifel eine alternative Bezeichnung der "Götterspeise" oder des "Wackelpuddings". ::


Fochel Nase Boa, hat der ne Fochel. Der hat se dermaßen auffe Fochel gekricht, dat glaubse nich!
Die Fochel ist in dieser Bedeutung exklusiv für das westliche Rheinland. Eigentlich ist die Foche/Fochel in den rheinischen Mundarten ein Schieber an einem Ofenrohr! ::


Foddel Floddel alter Lappen oder altes Kleidungsstück Wat haste denn da für ein Foddel an? Gib mir mal den Foddel da, damit mach ich den Fleck weg! Bah, wat is dat denn fürn ekligen Foddel, damit willsde die Küche putzen? Eat fällt dir denn ein, den alten Floddel kannse doch nich mehr anziehen.
Diese Variante von "Feudel" hört man im westlichen Rheinland (den Floddel in der Gegend um Mönchengladbach). ::


Föhn in der Wendung den Föhn kriegen verrückt werden, nervös werden Ich krieg hier noch den Föhn, wenn dat so weitergeht. Hasse en Föhn? (spinnen, verrückt sein) Neuerdings geht auch Du hast doch wohl nen Föhn am brausen::


Fönsje Fönzje Hefegebäck zum Nickolausfest Fönsje werden am Nickolausabend in Kakao gezoppt.
Fönsje gibt es nur in einem eher schmalen Streifen von Eupen bis Euskirchen und Bergheim. ::


Föppchen Föppsche Moped, Mofa, Mokick, Motorroller
Föppsche gibt es im Vorgebirge (westlich von Bonn). ::


foppen hier: stehlen, bestehlen, stibitzen In Sittsches (Sitges/Spanien) han se misch jefopp::


fott (mit offenem o) fort, weg Dat Auto is fott. Fott is fott (weg ist weg).
Fott ist die südrheinische/südzentralrheinische Entsprechung von wech, das man dort nicht kennt. Auch in aktuellen Zusammensetzungen wie z.B. fottbeamen für verreisen. ::


Fott siehe Futt::


Föttchesföhler Föttschesföhler, Föttchesfühler jemand, der Frauen betatscht, wörtlich "Hinterngrapscher", besonders häufig zur Karnvalszeit im Gewühle unterwegs: Dat is ne janz eifrige Föttchesföhler. Ein Föttchesföhler kann aber auch für ein Weichei, oder - noch schlimmer - für einen Frauenversteher stehen.
Im zentralen Rheinland verbreitet (das Wort, nicht der Typus, den gibt es auch andernorts). ::


fottens (eigentlich fort ens (mit offenem o)) sofort, schnell Getz aber fottens! Aufforderung, sich zu beeilen.
Fottens hört man im Bergischen Land. ::


Fottloch siehe Futt. ::


Frack siehe frackich. ::


Fracki Frecki dicker Stein, Brackmann Von wegen Steinche jeschmisse, dat wor sonne Fracki::


frackich frakisch ärgerlich, wütend Der is echt frackich wegen der Geschichte, ich versteh gar nich, warum. Warum bisse denn jetz frackich? Der is frackich wegen nix. In der Nordeifel bedeutet frackich auch "unnachgiebig, wenig flexibel" Bei der Kälte is dat Kabel janz frackich. Frackigkeit auch Frack Ärger, Wut, aber auch "Sturheit, Eigensinnichkeit " (in der Nordeifel und in Köln) Dat macht der jetz aus reiner Frackichkeit nich. Vor lauter Frackichkeit schadet der sich selber. Die macht dat nur aus Frack jetz nich::


Fracksausen nur in der Wendung Fracksausen haben oder kriegen: Der hatte nach dem Unfall Fracksausen ohne Ende. Da hasde aber Fracksausen gekricht, wa::


Fräcksken eine schäbige oder schmutzige Jacke Der hat vielleicht en Fräcksken an. Mit dem Fräcksken willsde in dat Konzert? Ich glaub et nich::


fräd frääd herb, sauer Uh, der is aber frääd. Wo hast du denn den Wein gekauft? Dat is aber ne janz Frääde, de is nich zu trinken.
Das früher weit verbreitete Mundartwort ist im südlichen Rheinland vor allem im Zusammenhang mit Wein heute noch noch oft in der Umgangssprache zu hören. In der Eifel kann fräd auch "hart im Nehmen" bedeuten Die is fräd, das haut die nicht um. ::


Frängel dicker, unförmiger Stock, Knüppel Wat haste mir denn da für en Frängel gebracht. Hol mir mal nen schöneren Stock.
Frängel statt Prengel (siehe dort) sagt man im südlichen Rheinland.  ::


Fränkel zerschlissene Jacke, auch Anzug Musst du denn immer mit dem ollen Fränkel losziehen? Fränkel trägt man am Mittelrhein. ::


Fraß in der Wendung jemandem am Fraß kriegen packen, erwischen, festhalten Denn hab ich am Fraß jekricht.
Es ist erstaunlich, dass diese Wendung noch in der Umgangssprache zu hören ist, selbst in den rheinischen Mundarten war sie nicht weit verbreitet. Zu mundartlich Fraß "das Ende eines zugebundenen Sacks". ::


frasseln fummeln, basteln, werkeln Wat bisde da wieder am frasseln im Keller. Hör auf da an der Kruste zu frasseln, gleich blutet et wieder. anfrasseln anziehen Wie hast du dich denn angefrasselt. (deutlicher Hinweis auf eine unpassende Kleidung). ::


fräten freten essen Wat gibbet denn heute zu fräten::


fratze kaputt, erledigt Die Karre is jetz endgültich fratze, da is nix mehr zu machen. Bisse schon fratze oder wat, steh widder auf un spiel weiter.  ::


Fraumensch Frauminsch wird von älteren Rheinländern und Rheinländerinnen statt "Frau" (in jedem Zusammenhang: Freundin, Verlobte, Nachbarin, auch abfällig) verwendet Is dat dat Frauminsch aus der Stadt? Wie kann der nur mit sonem Fraumensch ankommen? ::


frecken kaputt gehen, auch "sterben" Die neue Kaffeemaschine is schon wieder gefreckt. Wenn wir ma alle gefreckt sind... Gestern sind mich die Hosenträger gefreckt. Da freckse va Laach! (da lachst du dich kaputt).
Dieses interessante Wort wird aus Bonn, von der südlichen Rheinschiene und aus dem westlichen Rheinland gemeldet. Es scheint eine Variante von "verrecken" zu sein, doch lässt die Vorsilbe des Partizips "ge-" auf eine eigenständige Bildung schließen. Aus dem Raum Boppard wird auch das Substantiv Freck gemeldet Der hat die Freck. (Der liegt krank im Bett). ::


Freckmännchen kaum lebensfähiges, neugeborenes Tier (auf einem Bauernhof).
Wird aus dem südlichen Rheinland gemeldet, deshalb zu frecken?. ::


Fremm Butterbrot; sagt man im Raum Porz. ::


Fresse Gesicht, Visage Kuck nich so blöd, sons gibbet gleich wat inne Fresse. Man kann die Fresse auch polieren: Wenne weiter stänkers, krisse die Fresse poliert. Meine Fresse, wat hasde denn jetz widder angestellt. Meine Fresse, wie sieht die denn aus. (zur Verstärkung) Ich hab mich gestern mit dem neuen Hobel vielleicht auf die Fresse gelegt, mir tut heut noch alles weh. (hinfallen). Dem seine Fresse hättes de sehen müssen, als die Perle den abblitzen ließ. ::


fressen viel essen, unappetitlich essen; in der Wendung jemanden gefressen haben jemanden nicht ausstehen können Geh mir bloß weg mit dem, den hab ich so wat von gefressen! Den hab ich gefressen den Typ, dat kannsde mir glauben. Fresserei Gelage, reichhaltige Mahlzeit Dat war da vielleicht ne Fresserei, dat war schon nich mehr feierlich. ::


Fressklötsch Vielfrass Der Fressklötsch hat bei Früh nen ganzen Meter Bratwurst verdrückt.
Der Fressklötsch ist eine beliebte (und angeblich historisch belegte) Figur in Köln. ::


Freund in der Wendung wieder Freund (miteinander) sein sich wieder vertragen Seit mer uns ausgesprochen haben, bin ich widder Freund mit dem Karl. Komm, stell dich nich no an, sind wir wieder Freunde.  ::


frickeln rumfrickeln, zusammenfrickeln an etwas mit einer gewissen Ausdauer herumfummeln, sich an einer Reparatur versuchen, herummurksen Da hat der sich wat zusammengefrickelt, dat funktioniert nie. Wat hasse denn da wieder gefrickelt? Möglich ist aber auch: Dat hasse aber super wieder zusammengefrickelt. (trotz unfachmännischer Vorgehensweise gelungene Reparatur)Einer, der frickelt, ist ein Frickler oder Frickelönes. Dann gibt es noch die Frickelei, das Gefrickel, Jefrickel und die Frickelsarbeit Bei dem Gefrickel hier werd ich verückt::


Fricko Friko im Rheinland weitverbreitet für die Frikadelle Soll ich Ihnen die Fricko noch eben heiß machen? Wollen se Senf zu de Fricko? Fricko wird oft auch als Schimpfwort gebraucht und bedeutet dann soviel wie "unangenehmer Mensch" Wat en widderlich Fricko. Noch ziemlich neu dagegen ist der Sozialfriko Sozialarbeiter, Jugendbetreuer Heute Nachmittag hab ich ein Date mit dem Sozialfriko wegen dem Schulpraktikum.
Den Sozialfriko kennt man in Krefeld. ::


fried (körperlich) zäh, ausdauernd, durchhaltefähig (bei dürren oder körperlich schwächlich wirkenden Lebewesen) Dat is en fried Kerlchen, man soll et nich denken. Wenn de der Gaul siehs, glaubs de nich, wie  fried der is. Für den Marathon is der doch nich fried genuch.
Fried ist man in und um Köln (fried wird übrigens auch als Adjektiv nicht flektiert). ::


friemeln kann mehrere Bedeutungen haben: Wat friemelse denn ständich da an dem Kabel herum? (herumwerkeln) Womit friemelse denn da zwischen de Finger herum? (etwas zwischen den Fingern drehen) Also ich weiß nich, wie der die Kabel zusammengefriemelt hat, da hab ich kein Vertrauen drin. Ich krich den Scheißknoten nich auseinander gefriemelt. (mit feinmotorischem Geschick arbeiten) Friemelei Bastelei Dat war vielleicht ne elende Friemelei, den Motor zu reparieren. Gefrimmel kleinliche Arbeit Mir geht dieses blöde Jefrimmel mordsmäßich auf den Zeiger. ::


Frierepitter Frierpitter jemand, der immer friert Neuerdings trägt unser Oppa Socken im Bett. Dat is vielleicht en Frierepitter geworden. ::


fringen wringen, auswringen Nu fring mal den Lappen richtich aus::


fringsen etwas organisieren, hamstern
Nachdem der Kölner Erzbischof Josef Frings in seiner Sylvesterpredigt am 31.12.1946 den Diebstahl von zum Überleben notwendigen Gütern in einer existenziellen Notlage rechtfertigte, wurde das "Fringsen" geboren. Wo immer ein mit Kohlen beladener Güterzug oder LKW zum Stehen kam, fanden sich Leute mit Säcken und Handkarren, um sich einen Teil abzuzweigen. Im Winter 1946/47 "verschwanden" auf den Kölner Güterbahnhöfen täglich 900 Tonnen Kohle. Heute ist das Wort kaum noch im Gebrauch, aber im sprachlichen Gedächtnis der Kölner immer noch verankert.  ::


frinseln essen, naschen, müffeln Was gibts noch zu frinseln?
Das Wort ist in den rheinischen Mundarten nur sporadisch belegt.  ::


frisch sagt man im Rheinland, wenn es draußen kalt oder eiskalt ist Et is en bisken frisch draußen, heute. Zieh dir wat an, et is frisch. Im Raum Krefeld gibt es eine besondere Bedeutungsvariante, hier meint frisch auch "reichlich Geld haben" Der Macker is frisch, dä hät Kohle ohne Ende. andere Bedeutungen: Du bist ja nicht mehr ganz frisch. (nicht ganz gescheit sein) Du siehtst auch nicht mehr ganz frisch aus. (müde sein, müde aussehen). Alles frisch? (Ist alles in Ordnung? Heute eine oft zu hörende Begrüßungsformel.
Im Raum Velbert und im Ruhrgebiet ist die frische Suppe eine Boullionsuppe mit Klößchen und Gemüse, die traditionell den Auftakt des Sonntagessens bildet. Sie darf nicht aus Instantpulver hergestellt sein. ::


Frisör in der Wendung Dat kannze dein Frisör erzählen! (etwas nicht glauben nicht interessiert sein). ::


Fritte gebackenes Hackfruchtstäbchen Kommen da noch Fritten bei? Einmal Fritten rot-weiß! Auch als Bezeichnung für den Verkaufsstand Wo is denn hier ne Fritte? (Pommesbude), auch Frittenbude. Abfällige Bezeichnung für belgische Autos auf den Autobahnen Die ganze Piste is voller Fritten, du komms überhaupt nich  vorwärts. jemanden Fritte machen fertig machen, zerstören, brutal schlagen. Geht auch als Adverb: Leg mal die Kassette in den Rekorder! Nee, geht nich, der is fritte! (kaputt, beschädigt). Bezeichnet man jemanden als Du Fritte! so meint dies soviel wie Blödmann.
Es scheint, als sei Fritte im Rheinland die südlichere Variante, die im Norden durch Pommes (siehe dort) abgelöst wird (siehe auch Rubrik "Wort des Monats"). ::


Frittenschmiede Pommesbude Geh ma zur Frittenschmiede un hol für alle Pommes und Schaschlick. Auch Frittenstall oder Frittenfarm kleiner Imbiss. Entsprechend gibt es auch Dönerschmieden, Asiaschnmieden oder Pizzaschmieden Bei uns im Block is jetz sone Asiaschmiede.. Die dazugehörigen "Köche" werden Frittenschmied oder Pizzaschmied genannt Hasse mitgekricht, der Hakkan war ers Dönerschmied, jetz isser Taxifahrer::


Fritzken kleines Kopfkissen für die Reise Tu dir doch dat Fritzken innen Nacken. Südlich des Niederrheins heißt das kleine Kissen natürlich Fritzchen::


fröhnseln anfröhnseln, sich wo reinfröhnseln sich unordentlich anziehen, und zwar weniger aus Liderlichkeit, sondern eher aus Unfähigkeit, möglicherweise gepaart mit Gleichgültigkeit Ach Vatter, wie Du Dich widder anjefröhnselt hass, so kannse doch nich auf die Beerdijung gehn, da lachen ja de Leut. Leeven Jott, wie dat Klein sich in die Jacke reingefröhnselt hat! Naja, et is noch am Üben! "Ganz im Süden" sagt man zum Ergebnis vom Anfröhnseln: Guck mal, wie der wieder drin hängt! siehe frönsseln und fröseln). ::


Frollein Fräulein; als Bezeichnung für eine unverheiratete Lehrerin mittlerweile wohl ausgestorben, öfter jedoch noch in Gasthäusern zu hören Frollein, ich möcht zahlenFrollein wird manchmal auch immer noch als Anrede für die Tochter oder ein anderes Mädchen verwendet, auch mit warnendem oder drohendem Unterton Frollein, getz wird hier mal endlich aufgeräumt, und zwar dalli, sonst darfse heute nich fernsehkucken! Frolleinchen kann als nett gemeinte Anrede verwendet werden, ähnlich wie Liebchen zum Beispiel auf dem Markt Frolleinchen was hätten Se den gern? ::


frönsseln im südöstlichen Kölner Umland Variante zu fröseln zeitaufwändig werkeln, herumbasteln, Ableitungen Frönssel Gebastel, Frönssler jemand, der ständig an etwas herumbastelt. (siehe fröhnseln und fröseln). ::


froschen jemandem gratulieren und ihm mit den Glückwünschen zuvorkommen; meist zu Neujahr, wenn Freunde und alte Bekannte besucht werden Pass auf, da kommen die schon wieder froschen
Heute ist es im westlichen Rheinland auch üblich, dass die Freiwillige Feuerwehr, die Schützenbruderschaft oder andere Vereine gemeinsam die Haushalte der Gruppenmitglieder besuchen und einen Schnaps eingeschenkt bekommen. Froschen tut man nur in einem kleinen Gebiet um Mönchengladbach, und Heinsberg. ::


fröseln frößeln, rumfröseln, frösteln, seltener frönseln (in Köln und Umgebung) basteln, herumhantieren Bisse wieder an deinem Motorrad am rumfröseln? anfrönseln, reinfröseln sich unordentlich anziehen Mann, Vatter, wat hasde dich denn widder so angefrönselt, so kannsde doch nich vor de Tür gehn. Im südlichen Rheinland auch als Frösel/Frößel gebräuchlich: Wenn ich an den Umzug denke, wat dat fürn Frösel is! (vielerlei aufwändige Arbeiten). Wir haben den Söller geräumt, aber wohin mit dem ganzen Frößel? (Kram, eine Menge von Zeug). ::


frotseln herumalbern, sich auf Kosten anderer amüsieren. Ihr frotselt ganz schön rum. Das ist heut hier bei euch mal wieder ne Frotselei! ::


Früchtchen durchtriebenes Mädchen Dat is vielleicht en Früchtchen. Da habt ihr ja en schönes Früchtchen groß gezogen.  ::


frühstücken als abgefrühstückt ein Thema ausgiebig besprochen haben, etwas abgehakt haben Dat Thema Taschengeld ist echt abgefrühstückt, da is nix mehr zu holen. verfrühstücken verschwenden Der hat sein ganzes Erbe in Nullkommanix verfrühstückt. ::


frutzeln machen, tun, produzieren Wat is der denn da Geheimnisvolles am frutzeln da hintern in der Halle. ::


Füchsjen Füchschen war die Bezeichnung für ein Fünfzigpfennigstück: Dat kostet dich en Füchsjen.
"Füchschen war früher die Bezeichnung für sämtliche Kupfermünzen. Also für Ein-, Zwei- und Fünfpfennigstücke. Zu dieser Bezeichnung kamen sie durch ihre Farbe, die wegen ihres Kupfergehaltes "rot wie ein Füchslein" war. Diese Bezeichnung ist leider untergegangen und für die heutigen Kupfermünzen (Euros) nicht mehr üblich." (R.Schmidt, Düsseldorf) Die niederrheinische Variante Füchsken kann auch für ein rothaariges Kind stehen. ::


Fuchtel zänkische Frau Dem Karl seine Frau is vielleicht eine Fuchtel::


fuchteln herumfuchteln gestikulieren, unkontrolliertes Bewegen Fuchtel mir nich dazwischen. (jemanden behindern) Musse immer mitter Gabel rumfuchteln beim Essen un Reden::


fuchtich wütend, sauer, beleidigt Nu werd nich gleich fuchtich, nur weile den Grand verloren hass. Wat bisse so fuchtich. Pass auf, die kuckt schon ganz fuchtich::


fuckackig fuckackich, fuckackisch, fuckich überreif, angefault, leicht verdorben, im Inneren mehlig (bei Aäpfeln und Birnen) Birnen kauf ich nich, die werden innen so schnell fuckackich. Kann auch auf kränkelnde Lebewesen bezogen werden Der sieht richtich fuckackich aus, der is bestimmt krank. Auch: Wat riescht dat hier fuckackisch? (z.B. nach Abgang einer Flatulenz.
Das für das zentrale Rheinland typische Mundartwort kann man noch häufig in der Umgangssprache hören. ::


fuckeln rumfuckeln sich mit beachtenswerter Ausdauer an Aufgaben machen, die eine gewisse Widerständigkeit an den Tag legen Drei Monate hat der an den ollen Benz rumgefuckelt, dann hadder endlich eingesehen, dat der Motor platt is. auch im Sinne von "pfuschen" z.B. beim Spiel: Hör auf zu fuckeln! oder zum Bsp. bei einer mißglückten Reparatur, dann herumfuckeln: Wat han die do herumjefuckelt. ::


fucki in der Wendung fucki sein Spaß machen Mann, dat war fucki, klasse.
Sagt man am Niederrhein. ::


fuddelich fadenscheinig, dünn, minderwertig (bei Stoffen) Das ist aber ein fuddeliger Rock, hasste keinen vernünftigen? ::


fudeln futeln, futteln, fuddeln, fuckeln (im Dürener Raum) pfuschen, betrügen, mogeln Hör auf zu fudeln! Der is immer nur am fudeln! Hasse schon wieder gefutelt? Tut ihr auch nich futteln. Futelei Betrügerei Mensch, jetz hör doch endlich mitte Futelei auf Fuddelskrom etwas Minderwertiges (eine Ware oder ein abgetragenes Kleidungsstück); eine Futel ist eine leichtlebige Frau. ::


Fuffi Fünfzigmark- oder -euroschein Für nen Fuffi macht der alles::


Fuffziger als falscher Fuffziger unehrlicher, heimtückischer Mensch Dem Typen kannse nich übern Weech traun, dat is en janz falscher Fuffzijer::


fühlen in der Wendung da kamman dran fühlen offensichtlich sein, an der Nasenspitze ansehen Also wie der Bürjermeister in seiner Rede widder unsere Unternehmer umfökelt hat, da kamman dran fühlen, dat der widder Spenden für seine maue Pateikasse brauch. Ich muss nur dein Gesicht sehen, da kann doch jeder dran fühlen, dat du noch örgent ne Heimlichkeit vor has.
Dran fühlen tut man im zentralen Rheinland. ::


fuhrwerken meist als rumfuhrwerken stören, jemanden mit irgend welchen Tätigkeiten belästigen Musst du hier rumfuhrwerken, lass mich mal in Ruhe machen. Wat bisse hier schon wieder mit dem Besen am rumfuhrwerken? ::


Fumm Elan, Antrieb, Energie Der hat überhaupt keinen Fumm inne Fott. Der hat keinen Fumm zum Arbeiten. Wat meinste wat der Puck manchmal fürn Fumm hat, wenn son Eishokeyprofi zugehaun hat.
Den Fumm vermisst man im Bergischen Land und im zentralen Rheinland. Im übrigen Rheinland heißt es dagegen meist Kavumm, Kafumm Da sitzt orntlich Kavumm hinter, wenn der zuschlägt. (siehe Wortartikel Ka-).  ::


Fumm Fumme (die/der) dicke Frau Kiekens, der Fumm da! auch "gutbelegtes Butterbrot", dicke Scheibe Weißbrot  Du hast aber ne dicke Fumme aufe Hand. . ::


fummeln dribbeln beim Fußball Der fummelt sich kaputt. (mit dem Fummeln übertreiben) Nu hör doch ma auf zu fummeln un gib den Ball ma ab! etwas anpacken, befühlen Die fummelt ständig an ihre Zöppe rum. Hör auf, anne Tischdecke zu fummeln! ("Früher wurden wir ständig ermahnt, nicht überall dran zu fummeln", an der Halskette, an den Fransen der Tischdecke, im Kaufhaus an verlockenden Spielsachen...Inzwischen gebe ich diesen "Befehl" auch schon an die Nachwachsenden weiter..." (C.L.)).  Auch Menschen können miteinander fummeln, besonders unter Jugendlichen ist dieser Ausdruck gebräuchlich um körperliche Annäherung zu beschreiben. ::


Fummen verhärteter Nasenschleim, von Kindern zu Kügelchen gerollt Du has da en Fumm an de Nase. Bah, schmier den Fummen nich dahin!
Kennt man am nördlichen Niederrhein. ::


Fump Zigarette auch verniedlichend Fümchen Lass uns noch nen Fümchen rauchen! ::


fumpen in der Wendung de Milz am fumpen haben Seitenstiche haben Nach einer Runde hatte ich schon de Milz am fumpen.
Die Wendung kennt man im zentralen Rheinland. ::


Fünf Fümf winkelförmiger Riss in der Kleidung Hasse dir schon wieder ne Fümf in de Hose gerissen::


Fünfzehn das Zahlwort wird im Norden des Rheinlands oft als Fuffzehn gesprochen; interessant ist die Wendung kurze Fuffzehn/Fünfzehn machen Sie hat zwei Bedeutungen Komm, wir machen jetzt mal kurze Fuffzehn. (Pause machen) und Mit dem machen wir kurze Fünfzehn. (jemanden kurz abfertigen, ohne Umschweife zur Sache kommen)
Die Pausenvariante ist im Ruhrgebiet verbreitet, die Drohung dagegen auch im zentralen Rheinland. ::


Funz eigentlich derber Ausdruck für weibliche Geschlechtsorgane im Zentralrheinischen. Aber auch: Der fährt wie en aal Funz. (langsamer Autofahrer). Kuck dir mal diese Funz an, wie die rumläuft. (nachlässige Frau). Fischfunz abfälliger Ausdruck für eine heruntergekommene Prostituierte. ::


Funzel trübes Licht, schwache Leuchte Da hast du aber wieder eine trübe Funzel in deinem Zimmer an. Bei sonner Funzel kann  man doch nich lesen. Auch Synonym für Taschenlampe. Man kann auch etwas oder jemanden anfunzeln indem man ihn anleuchtet. Eine besonders trübe Leuchte ist eine Tranfunzel, die allerdings auch ein besonders langweiliger oder umständlicher Mensch sein kann: Mein Gott, bis die Tranfunzel endlich ma inne Gänge kommt ::


funzen funsen funktionieren, klappen Gottseidank, et funzt endlich! Hauptsächlich bei Computerfreaks zu finden Ich hab ein Programm geschrieben un et funzt nich! Die Firewall funst nich! Das Wort ist eine Slangbildung aus funktionieren. Durch die Computerszene ist es heute im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet, wenngleich das Wort schon sehr viel länger belegt ist. Et funzt wurde im Kölner Süden schon in den 60ern gesagt, vorzugsweise unter jungen Leuten. Zu dieser Zeit galt der Ausdruck als unschicklich, was vermutlich durch seine lautliche Nähe zu Funz (weibliches Geschlechtsorgan) begründet ist. So fragten sich junge Männer gegenseitig schon einmal Na, haddet gefunzt? wenn sie intime Details aus dem Liebesleben des anderen in Erfahrung bringen wollten. ::


Fupp Anmachholz fürs Feuer, aus trockenem Reisig; kennt man im südlichen Rheinland. ::


fuppen springen, hüpfen (meist von Gegenständen) Dein Ball fuppt aber prima. Fupp P.H. Hundhausen: "Fupp nannten wir Kinder in meiner Heimatstadt Gummersbach auch eine Böschung, einen Abhang in der Schlittenbahn. Wenn wir darüber fuhren, sprang der Schlitten durch die Luft. Je größer die Böschung war, um so waghalsiger war der Sprung, der auch mit einem Sturz enden konnte."
Fuppen ist ein im südlichen und zentralen Rheinland weit verbreitetes Mundartwort, das auch heute noch in der Umgangssprache Verwendung findet. Ob der Fuppes (Fußball, siehe dort) hier seinen Ursprung hat, ist noch ungewiss. ::


Fuppes Fußballspiel Heute abend kommt Fuppes im Fernsehen. Ich geh Fuppes spielen. ::


Fuppjäckchen besonders dünne Jacke Mit sunne Fuppjäckchen willze rausgehen? ::


für zu (in Verbindung mit "sagen") Ich hab ers gestern fürn Paul gesacht: Zieh die Jacke an, et is frisch draußen. Wehe du sachs noch ma Blödmann für mich. Andere Verwendungen: für zu (in Verbindung mit Verben) Hasse nix für zu knabbern, ich könnt noch wat vertragen. für können etwas dafür können Da kann ich nis für, wenne dat nich checkst. Der kann da nix für! Da kannsse aber für (Betonung auf "für"; das kannst du mir glauben, als Verstärkung gebraucht) Dat lass ich mir nicht gefallen, da kannsse aber für! für halten Den komischen Pullover will ich jetz ma für gut halten...(sich etwas bewusst einbilden, einreden).

 ::


Furz in der Wendung einen Furz im Kopp haben auf dumme Ideen kommen Has du en Furz im Kopp, hier inne Siedlung sonntachs son Krach zu macheneinen Furz quersizen haben leichtes Unwohlsein verspüren Der brauch bloß en Furz quersizen haben, dann rennt der schon zum Arzt. furztrocken besonders trocken Boh, der Kuchen is sowat von furztrocken, den krichse nich runter. Dat is en Furztrockener, der verzieht keine Miene::


Furzknoten kleiner, aufgeweckter Junge, (sehr) kleine Person, kann auch abwertend gebraucht werden Kuck ma der Furzknoten da, passt nich in seine Hose un dribbelt die Jungs aus nach alle Regeln der Kunst. Dat war son kleiner Furzknoten. Auch vorwitziger oder gar rüpelhafter Junge: Da hat mir doch tatsächlich so'n Furzknoten die Tour vermasselt::


furztrocken sehr trocken, staubtrocken Nee, wat is dat Brot heute schon furztrocken. Der is so wat von furztrocken der Wein! Auch ein Witz kann furztrocken sein oder so erzählt werden. ::


Furztüte Schlafsack. ::


fuschen schwindeln, betrügen, spicken Wehe, du fuscht. Wer fuscht, fliegt raus. Der is nur am fuschen, der Kerl. Fusch ungerechte Sache Dat ich nich mitspielen darf, is Fusch. Wer is für den Fusch denn verantwortlich. Der Fusch hier is lebensgefährlich. (unsachgemäße Arbeit) durchfuschen sich durchlavieren, irgendwie durchkommen Er hat sich wieder einmal durchgefuscht. vorfuschen, vorfuscheln sich vordrängeln Du bist noch gar nicht dran, du hast dich vorgefuscht. ::


Füße Föös in der Wendung wat anne Füße haben reich, gut betucht sein ´(meist im Zusammenhang mit Heiratsabsichten) Der hat orntlich wat anne Füß, ma kucken, ob die den kricht. Der hät jet anne Föös, dat lohnt sich. Man kann auch Schotter an den Füßen haben: Die ham unendlich Schotter anne Fööß. Wenn man etwas aus de Füße hat, dann muss man eine Arbeit nicht mehr machen: Ich mach schon ma den Teich für den Kuchen, dann hasde dat schomma aus de Füß.Und man kann auch einem in de Füß stehen in irgendeiner Form im Wege oder hinderlich oder lästig sein, oder zwischen/in de Füüß laufen in die Quere kommen, stören. 
Ich bin immer allein geblieben, weil auch wenn er jetz schon lang tot is, immer wenn ich nen Mann attraktiv fand, dann kam mir mein Vater inne Füß.  ::


Fusel billiger, minderwertiger Schnaps Der stinkt nach Fusel. Son Fusel wollze mir doch wohl nich anbieten? fuselkrank alkoholabhängig. ::


Fußhupe als Bezeichnung für einen kleinen (kläffenden) Hund. ::


fusselich (im Rheinland anders als im Standarddeutschen mit stimmhaftem s und kurzem u)) ausfasernd Dat is aber en fusseliger Pullover. sich den Mund fusselig reden gegen Starrsinn anreden Mein Mann benutzt keine Hautcreme, da kann ich mir den Mund fusselich reden. Entsprechend fusseln ausfasern, im Ruhrgebiet auch "zum Durcheinander neigen" Hömma, die Perle is ja lieb un nett, aber di fusselt; kaum is die hier, fliegen überall ihre Brocken rumFussel kleiner Fadenrest Die Jacke fusselt. Du hast da en Fussel am Kragen.  ::


fusseln nieseln, leicht regnen (siehe fisseln) Dat es doch nit vill, et fusselt nur. Et fängt an ze fussele.
Fusseln ist die südrheinische Entsprechung des nördlicheren Fisselns::


fussich fuss rothaarig, rot, oft als Substantiv Fussiger, Fussige Der ihr Sohn, dat is son Fussiger. Die Fussigen, die mag ich nich. Et fussich Julchen ist eine kölsche Sängerin. Siehste die mit der fusse Jack? Der hat fusse Haare. fussisch-karriert irgend eine unbestimmbare Farbe Hasde die Haarfarbe gesehn, von der, die da gerade vorbeigerannt is? Ja, fussisch-karriert, neEn Füssjen ist im zentralen Rheinland die noch heute gebräuchliche Bezeichnung für ein rothaariges Kind.  Auch überreifes Obst, das gepunktet oder bräunlich verfärbt ist (besonders bei Bananen) nennt man fussich. De Banan sin fussich!  Hätt de fussje Banan noch geschmeckt? ::


futeln siehe fudeln::


futschikato verschwunden, verloren gegangen Samma, hass du mein Hammer gesehn. Vorhin warer noch aufn Tisch, jetz isser futsch! Wo is dat Geld? Futschikato::


Futt Fott Hintern Ich tritt dich gleich inne Futt. Da pack ich mir nit für an de Futt. (das ist keine große Sache, nichts Besonderes). Du stinks usem Hals wie ne 39er use Futt. (den Vergleich verstehen nur noch Ältere, die wissen, dass das 39. preussische Infanterieregiment einmal in Düsseldorf stationiert war.) die Futt zumachen sterben Dat Schmitze Billa hätt de Fott zujemaht. Die Verkleinerung ist das Föttche (siehe Stippeföttche), wobei es ein ganz besonderes Föttche gibt, nämlich das Höhnerföttche, womit ein Gerstenkorn gemeint ist. Ein Föttchesföhler ist ein Mann, der gerne Frauen an den Hintern fasst, im übertragenen Sinn ein eher älterer Mann, der die Finger nicht bei sich halten kann. Futtekruper Arschkriecher, Ausdruck für einen Menschen, der sich durch Enterwürfigkeit beliebt machen möchte. Dat is misch vielleicht ne Futtekruper. Wenn jemand am Niederrhein als Fottloch bezeichnet wird, ist das eine weniger schlimme Beleidigung als seine hochdeutsche Entsprechung. Sehr schön auch der Satz Sie ist übrigens eine sehr gute Katholikin - aber kein hilliges Föttche. (übertrieben religiöse, bigotte Frau). fottlastisch Junge, Junge, der is aber fottlastisch (sagt man zu jemandem, der einen dicken Hintern hat). ::


Futtfinger Fottfinger Drecksfinger Lass deine Futtfinger von der Kleinen. Mussde deine Fottfinger da auch schon wieder drin habenBleib mit die Fottfinger davon! (siehe Futt). ::


Futtsack Ärger, Mist, Probleme Der hat jetz echt Futtsack am Hals. Da krisse noch Futtsack mit, pass ma auf! Ich hatte mit der Maschine noch nie Futtsack, ich versteh dein Ärger gar nich. Mit dem neuen Computerspiel gibbet immer Futtsack. Man kann auch sagen Da is en Futtsack drin. (z.B. ein Kurzschluss). ::


Futz in der Wendung ne Futz quersitzen haben beleidigt sein (wörtlich: einen Furz quersitzen haben) Hasde en Futz quersitzen, datte hier sone Schau abziehs? Futzekanüll Ausruf der Bewunderung Ey, Futzekanüll, tolle Sache!Futz oder Fuz kann auch die Bedeutung "Kleingkeit" und "kleiner oder unbedeutender oder junger Mensch" haben: Kommt da son Fuz bei mir inne Kneipe un will en Fläsch Korn trinken. - Un, wat hass-e jemacht? - Rausgeschmissen, ich vergifte doch keine Kinder! Beschwert sich jemand über seine Gäste: Ne Woche ham-se bei mir jewohnt un ich hap jekocht für se un all dat, abe nich ein Fuz im Haushalt gemacht ham-se di-janze Zeit!  ::


Futzemännsche kleines männliches Kind zwischen zwei und drei Jahren. (Ein zwar derber aber liebevoll gemeinter Begriff). ::


Futzi kleiner, schwächlicher Mann Vor son Futzi wie dir hab ich doch keine Angst. Wat en kleinen Futzi! Im Zentralrheinischen sagt man, wenn etwas winzig klein ist futzich/futzisch Der hat aber en futzich klein Häuschen. Deine futzich kleine Schrift kann kein Mensch lesen. Auch den Futzemann und das Futzemännchen findet man hier: kleiner Junge, kleines Kind Futzemann, komm mal bei de Oma. ::



gaapen jaapen, jappen gähnen Ich gaap schon die ganze Zeit, ich geh na Bett. Hör auf zu gaapen, du steckst mich an.
Die mundartliche Variante ist im ganzen zentralen Rheinland zu hören, verschwindet aber so langsam aus der Umgangssprache. ::


Gabiko oder Jabiko ganz billiger Kornschnaps Wat is der Likör aber lecker. Womit hasse den denn aufgesetzt, bestimmt wat Teuret? Ach wat, dat war nur Jabiko::


gallern kann sowohl "regnen", "schimpfen" als auch "spielen" bedeuten Dat is ganz schön am gallern draußen. Wolln wa ma mit nem Tacken gallern (um einen Groschen spielen; die Münzen werden dabei so nah wie möglich an eine Wand geworfen).
Das Wort ist im Ruhrgebiet und im anschließenden Münsterland gebräuchlich. ::


Gallone Flasche Bier Wieviel Gallonen hass du denn schon intus? Bring noch en paar Gallonen Bier mit::


Gang in der Wendung im Gang sein in Bearbeitung sein, geplant sein Ich glaub, da is irgendwat im Gang bei denen, da müssen wer aufpassen in der nächsten Zeit. Etwas am Gang haben ist die andere Seite der Medaille, aus der Sichtweise dessen gesprochen, bei dem etwas im Gang ist: Boh, ich hab heut wieder wat am Gang, eh. (viel zu tun haben) Ich hab bei uns inner Firma midd-em Versand son kleinen Streit am Gang. Man kann so auch über andere sprechen, vorausgesetzt, man bezieht sich auf Personen oder Gruppen: Wat die zwei middenander am Gang ham, weiß ich nich, abba dat-a wat läuf, dat sieht doch en Blinder mim Krückstock. ::


Gänge in der Wendung in die Gänge kommen (sich beeilen) Nu komm endlich inne Gänge, der Bus kommt gleich. Bis die inne Gänge kommen, is Mittach::


Gannef Typ, Macker, zwielichtige Person Da kam son Gannef angeschoben und wollte zwanzich Cent für nach Hause anzurufen.
Wie einige andere rotwelsche Wörter hat sich auch Gannef in der Umgangssprache des Potts gehalten; das Wort selbst geht zurück auf jüdischdeutschen Ursprung (siehe Gannove). ::


Gänsekrätzchen Gänsefüßchen Schreibt man Blau machen in Gänsekrätzchen? ::


Gänsewein Gänsebier veraltet für Mineralwasser im Bergischen Land und im Ruhrgebiet(siehe Gletscherbier).  ::


ganz ganzen, ganzes alle, komplett Wir ham die ganzen Kisten schon ausgeräumt. Mein ganzes Geld is wech! Wie, die ganze Schachtel Pralinen hasde gegessen? ::


gapschen sagt man, wenn Schuhe so groß sind, dass die Ferse hochrutscht Nee, die Schuhe passen nich, da gapsch ich drin::


garnich in der Wendung dat geht garnich unmöglich sein, gegen die Etikette sein Socken in Sandalen geht schomma garnich. Nee, is klaa, rosa Pömps un orangschene Stümpfe, das geht garnich::


Gaul Pferd Bleib hinne von der Gäul un vorne von der Mädcher, dann kann dir nix passiere!
Vom Gaul statt vom Pferd erzählt man im südlichen Rheinland. ::


gebacken in den Wendungen (nich) gebacken (kriegen) etwas (nicht) schaffen, zuwege bringen, erledigen Seit Monaten renn ich em hinterher, dat er dat Abflussrohr ma heil macht, aber dat krichter nich gebacken. Komm, dat bischen Auspuff hat mein Lehrling in en paar Minuten gebacken, kannze drauf warten. Er liebt sie seit 10 Jahren, aber der Dödel kricht dat mit dem Fragen nich gebacken. Ach, am Strand is heute nix gebacken. (nichts los, uninteressant). ::


Gebeier stärkeres, nervendes, lang andauerndes Gejammer Ich halt dat Gebeier nich mehr lang aus.
Gebeier gibt es im Bergischen Land. ::


geben in der Wendung Ruhe geben sich beruhigen Nu mach ma, dat die Viecher Ruhe geben, der Krach is ja nich zum Aushalten. Nu gib Ruhe un setz dich hin. Willze wohl Ruhe geben! Geben kann auch statt "werden" verwendet werden: Ey, wat gibt dat da? (was wird/soll das?). Wat soll dat wohl geben? sich wat geben meint etwa "sich etwas antun, zumuten oder etwas aushalten": Dat muß ich mich nich geben. (das muß ich mir nicht antun, ich will das nicht und erlaube es auch nicht). Den Spaß geb ich mir heut einfach mal. (das Vergnügen erlaube ich mir heute ausnahmsweise). Wat der sich alles gibt, dat hälsde im Kopp nich aus. (ss ist an der Grenze zum Erträglichen, was er sich in der Summe zumutet.).  ::


Gebetsbuch sagt man in Kevelaer statt Gebetbuch.
Siehe auch Adventskranz::


gebongt abgemacht, einverstanden Iss gebongt: Du kriss mein Fahrrad, ich krich en Kasten Pils. Meist als Partizip, selten als Verb bongen Ich weiß nich, ob ich dat mit meinen Alten gebongt krich. Kannse morgen um drei? Dat is gebongt::


Gebrassel siehe Brassel::


Gebrassels siehe Brassel::


Gedicht Bezeichnung für eine Sache, die besonders gut, besonders lobenswert, besonders gut gelungen ist. Den Kuchen von Margot musst du unbedingt mal probieren, ein Gedicht sag ich dir! ::


Gedöns Jedöns Getue, Aufwand Mach nich son Gedöns um dat bischen Haushalt. Wat dat wieder von Gedöns is. Wat für en Jedöns. Immer son Gedöns, wenn du ma wat tun solls. Dat is aber auch en Gedöns, wenn man mit der ganzen Bagage inen Urlaub fährt. Dä hät do en Jedöns in seinem Zimmer. (überflüssiges Zeug) Der hät vielleicht en Jedöns an der Backe, der hat nie Zeit. (Stress) Im Rheinland seht Gedöns auch für die monatliche Regel der Frau: Ich hab gerade mein Gedöns. Die hat ihr Gedöns, da kannse heut nichts mit anfangen. Gedöns kann auch "Kram/Zeug/Geraffel" sein: Wat willse mit dem ganzen Gedöns hier denn noch. Ich würd dat ganze Gedöns alles wechschmeißen. gedönsich kleinlich, sehr genau Der is schon wieder so gedönsich.
Ältere Rheinländer und Rheinländerinnen kennen noch den Gedönsrat als Bezeichnung für jemanden, der sich sehr wichtig nimmt und aus jedem "Furz ein Gewitter macht": Mein lieber Herr Gedönsrat, nu mach ma halblang! ::


Gedress Gedriss, Jedress Mist, dummes Zeug, ärgerliche Angelegenheit, Aufregung Nu mach ma nich son Gedriss hier. Wat soll dat ganze Gedress. Dat janze Jedress, ich bin et leid. Das Wort ist im zentralen Rheinland zu hören und gilt als typisch ripuarisches Mundartwort. ::


Gedudel lästige Schallberieselung, Muzuak Ich bin schon voll gagga. Dat Gedudel im Kaufhaus nervt mir noch den letzten Raub. Dat Gedudel soll Musik sein? auch Kaufhausgedudel. dudeln spielen (von Musik im Radio oder Fernsehgerät) Boh, bei denen dudelt den ganzen Tach die Kiste, dat hältse nich aus::


Gefasel Jefasel Gerede, (dummes) Geschwätz Dem sein Gefasel geht mir echt auf en Zeiger. Wat is dat denn fürn wirres Jefasel? faseln schwätzen, dummes Zeug reden, angeben Jetz fasel nich rum, sondern komm zur Sache. Wat faselse da wieder von Zeuch.  ::


geflickt in der Wendung einen geflickt kriegen einen Stromschlag bekommen Wenn ich den Schlüssel in die Auttotür stecke, kriege ich leicht einen gelfickt bei dem trockenen Wetter. ::


gegessen erledigt, vorbei Dat kannsde vergessen, die Sache is erledigt. Die Geschichte is doch längs gegessen, wat fängsde denn jetz auf eima widder davon an? Ja, mein Mann kommt immer schon gegessen vonne Arbeit nach Hause! (wenn jemand schon (auswärts) gegessen hat). ::


gehackt in der Wendung sich gehackt legen können/sollen den Buckel herunter rutschen, einen gerne haben können (Ausdruck stärkster Verärgerung) Dreimal hab ich den Kalle vonne Pinte abgeholt, datter sein Führerschein nich quitt wird. Letzte Mal hatter mir fast innen Wagen gegöbelt. Der kann sich in Zukunft gehackt legen, ich hab die Faxen dicke. ::


Gehacktes Jehacktes Hackfleisch (Gehacktes wird im Rheinland eigentlich nicht dekliniert, auch wenn man immer öfter dat is aus Gehacktem gemacht hört; auch die Variante dat Gehackte is nich mehr gut ist neueren Datums) Tus de wat vom Schweinejehacktes auven halbes Brötchen, enen Ring Zwiebeln drauf, un färtisch issen Mettbrötchen. Die Mamma macht de Frikadellen aus Gehacktes Halbunhalb, mit nem Ei dran und weenisch Paniermehl. Bring noch wat Gehacktes mit::


gehen im Sinne von "funktionieren, klappen" Wat nich geht, geht nich. Der Fernseher geht nich mehr, gestern ging er noch. Komm, ein Bier geht noch! Gestern war et so voll auf der Autobahn, da ging nix mehr. Also beim besten Willen, et geht nich mehr, mir tun die Füße weh. Am Niederrhein wird gehen auch als Aufforderung benutzt: Geh ma auf die Bank sitzen. Es gibt auch die Wendung so gehen für etwas, das nicht besonders toll oder wünschenswert, aber immerhin akzeptabel ist Wie war Dein Tach? Ach joo, weißde, geht so. Meinem faulen Herrn Sohn sein Zeuchniß, dat geht graade noch so eben datter auf-de Realschule kommt. (um Haaresbreite am Misserfolg vorbei schrammen). Also wass-ich von euerm Neuen aufem Spielfeld gesehen hab, hm, das geht so, abber für de Kreisliiga, da muss er noch kräftich träniern, sons wirt-at-nix. umgehen verderben bei bestimmten Lebensmitteln Pass auf bei dem schwülen Wetter, daß Dir dir Milch nich umgeht.
Schön ist auch die umgangssprachliche Verwendung im Sinne von "tun": Wenn ich den schon seh, da könnt ich laufen gehn! Solln wir schwimmen gehn? Man kann drüber hinaus auch Pleite gehen Die Bude anne Ecke is jetz auch Pleite gegangen oder verloren gehen Der Schlüssel is irgenswie verloren gegangen. Man kann auch miteinander gehen eine Liebesbeziehung haben Ich glaub, die beiden gehen zusammen, oder? (heute allerdings schon wieder veraltend). Danach kann man dann heiraten gehen Morgen gehn wir heiraten. nicht nach gehen können sich nicht orientieren können Nach den Konfektionsgrößen kanns se heute nich mehr gehen. Nach dem sein Quatsch kanns de nich gehen.
Schließlich noch die im nördlichen Rheinland zu hörende Variante Et geht sich dabei darum, dat der dat nich mehr tut oder Eigentlich gehdet sich darum, erst mal den Abschluss zu machen, bevor man den dicken Mann makiert und Darum gehdet sich doch gaa nich! geht-nich-mehr meist in der Wendung bis zum geht-nich-mehr bis zur Grenze des Erträglichen/Möglichen Der hat mich gepiesackt bsi zum geht-nich-mehr. ich hab die Karre gefahren bis zum geht-nich-mehr. ::


Geheuchnis Jehöschness, Jehöschnis Zufriedenheit, Geborgenheit, Wohlbefinden Da find ich kein Geheuchnis. (fühle ich mich nicht wohl). Man kann auch sagen Mein Kater ist ein echtes Geheuchnis (in angenehmer Gesellschaft sein).  
Geheuchnis findet man nur im südlichen Rheinland bis hinunter auf dem Hunsrück. ::


Gehirnklebe süße Sprituose, die mit Sicherheit einen Kater hervorruft Gestern wieder richtig Gehirnklebe gesoffen.  ::


geiern laut lachen Der hat beim Lesen so gegeiert, dat sich den Rotwein über de Hose gekippt hat. Wat geierse denn so blöd::


geigen in der Wendung jemandem die Meinung geigen jemanden runterputzen, Klartext reden, sehr deutlich werden Boh, wie der widder et lügen anfanfen wollte, da konnt ich nich mehr und musst ihm einfach de Meinung geigen! geigen kann auch bedeuten: Geschlechtsverkehr haben Stell dir vor, ey, du mit deine Perle nachts im Park, schön am geigen..., plötzlich kommt Andree Riöö..."
Siehe auch vergeigen::


geitig geitich zickig, eigensinnig Die hat sich mal wieder geitich angestellt.
Geitich ist man am nördlichen Niederrhein. ::


Gejanke Gejammer, Gestöhne Der Heijo geht mir mit sein ewijet Gejanke sowat von aufe Zwiebel! Kannze noch wat anderes als dat ewige Gejanke?
Wird vom Ruhrgebiet und Niederrhein gemeldet. ::


Gekeuer Plauderei, Unterhaltung, Gerede Dat ganze Gekeuer birngt doch nix. Dat war en Gekeuer auf dem Frauennachmittach gestern::


gelackmeiert angschmiert, betrogen Wenn der nich pünktlich is, bin ich gelackmeiert. Oft als Substantiv Jetz bis du der Gelackmeierte::


Geldkacker Geldautomat Ich geh ma eben nachm Geldkacker Kohlel bunkern. Ich hab doch keinen Geldkacker inne Ecke (kein Geld haben). ::


gelten hier nur in der 3.Pers.Sg. gildet, und auch die nur in der Verneinung gildet nich Das gildet nich, der Ball war aus. In den Stock kucken gildet nich! (beim Skat) Beim Versteckspiel von Kindern ruft der Sucher: Eins, zwei, drei, vier,Eckstein, alles muss versteckt sein; vor mir und hinter mir gildet nich::


gelungen originell, ulkig Der Deutschlehrer an der Penne, den wir hatten, dat war en gelungen Muster. Der is aber echt gelungen, der Typ::


gemein als verstärkendes Adjektiv, sehr Als ich da hingeflogen bin han ich mich gemein weh getan. Der Auspuff is aber gemein laut::


Gemölsch Jemölsch Gemenge, Durcheinander, Vermischung Auf Kuba lebt en Gemölsch aus  Negern un ejemaligen Spaniern. Die Pänz ham uns ein Gemölsch von Sand ausem Kasten, Kranenwasser, braunen Kastanienblättern und Appesaff gebracht, et wär Puppenpudding für Blondinen.
In Köln und um Köln herum gebräuchlich.  ::


Gemürde Gemüerde Schnaps aus einer Flasche Korn mit einem Fläschchen Magenbitter gemischt Tu ma ne Gemürde.
Der Gemürde wird am nördlichen Niederrhein getrunken. ::


Gequetschte (nur Plural) ungenauer, kleiner Geldbetrag ich weiß den Preis nich genau, zehn Euro un en paa Gequetschte. ::


Gequetschte in der Wendung un en paa Gequetschte als Angabe einer nicht genau bekannten, aber im Prinzip unbedeutenden Zahl Ich bin in sonnem uralten Taufstein aus dem Jahr 1000 un en paa Gequetschte getauft worden. - Wie teuer war dat? Och, en Hunni un en paa Gequetschte. ::


Geraffel unnützes Zeug, Plunder, Krimskrams, Gelumpe Schmeiß dat ganze Geraffel doch einfach inne Kiste. Wat willse denn mit dem alten Geraffel hier? Dat ganze Geraffel macht mich noch verrückt! Wat man immer von Geraffel dabei hat, wenn man surfen geht. (Ausrüstung) Auch Soldaten der Bundeswehr nennen ihre Ausrüstung Geraffel::


gerammelt in der Wendung gerammelt voll sein sehr voll, überfüllt sein Der Zuch war gerammelt voll. ::


Gerät meist in der Kombination heißes Gerät gutaussehende, flotte Frau Wat hat der sich denn von heißes Gerät an Land gezogen. Boh, hasse dat heiße Gerät gesehen? Es kann aber auch ein Auto oder Motorrad gemeint sein: Wat hasde denn da von heißes Gerät gekauft::


gerne in der Wendung gerne haben können gleichgültig sein Du kannst mich ma gerne haben. Ers renn ich dir wochenlang hinterher un nix is, un jetz kommse angeschissen::


Gerstenkaltschale scherzhaft für Bier Mach mir ma noch ne Gersenkaltschale. ::


Gerüsel Durcheinander, Unordnung Dat war vielleicht en Gerüsel auf dem Flohmarkt, ein Geschiebe und Gedränge. ::


Gesangsverein in der Wendung mein lieber Herr Gesangsverein Ausruf des Erstaunens oder der Bekrätfigung Der Willi is aber dick geworden, mein lieber Herr Gesangsverein. ::


gescheit im Sinne von "hochwertig, gut" Iss ma wat Gescheites, sons wirsse nix! Da gab et nix Gescheites zu Essen. ::


Geschiss überflüssiges/übertriebenes Getue Mach nich son Geschiss um dat bisken Gartenarbeit. Son Geschiss wgen nix. ::


Geschissen unbeliebte weibliche Person Da kommt dat blöde Geschissen schon wieder angelaufen! ::


Geschlöns Geschlönz, Geschlüns, Geschlonz eigentlich nur die Bedeutung "Eingeweide bei Tieren", mittlerweile auch für Menschen: In dem Laden sind nur Punks, Skins un sonstiges Geschlönz, kann auch Abfall oder Überflüssiges bezeichnen, aus einer Anzeige aus einem Elektronikmarkt: Geschlönz: Sonderposten, Reste usw. Geschlönz kann auch ganz einfach nur Geraffel sein. Pack dein ganzes Geschlöns ein und komm her damit, dann wern wer schon sehn::


geschmeidig angenehm, locker, entspannt Bleib mal geschmeidig! ::


Geschniffels Jeschniffels Nieselregen Was en Geschniffels, da will ich nich nach draußen. Es gibt auch den Schniffelregen Son bisjen Schniffelregen is nich schön, aber besser als plästern die ganze Zeit. und das Schniffelwetter Hach nee, et janze Wochenende Schniffelwetter, dat hälsde nich aus. schniffeln nieseln, leicht regnen Hier isset schon den ganzen Tach am schniffeln.
Schniffeln ist ein "sehr rheinisches" Mundartwort, das im zentralen Rheinland noch in der Umgangssprache zu hören ist. ::


Geschoss tolle Frau Boh, hasse dat geile Geschoss gesehen. Der hat aber en geiles Geschoss von Frau, hät ich dem gaa nich zugetraut.  ::


Geseier Gejammer, Gemecker Hör auf mit dem Geseier. Ich kann dat ewige Geseier nich mehr hören::


Gesocks Gesöcks, Jesocks Gesindel, Pack Dat ganze Gesocks da kannze inne Pfeife rauchen. Mit dem Gesocks will ich nix zu tun haben. Dat langhaarige Gesocks werden se beim Bund schon einnorden. Da inne Siedlung wohnt nur Gesocks. Braunes Gesocks! Das Wort stammt aus den rheinischen Mundarten und ist abgeleitet aus "Socke". Früher einmal gab es auch die Bezeichnung besser Gesocks für die oberen Stände, heute ist jedoch nur noch die abwertende Bezeichnung zu finden. Spricht man hingegegen von einer armen Socke, so ist dies nicht abwertend sondern mitleidig gemeint Der Willi hat bei dem Irmgard nix zu lachen, der is ne ganz arme Socke! ::


Gesöff Jesöff, Jesöffs unidentifizierbares Getränk, minderwertiger Alkohol Wat is dat denn für en Gesöff? Son scheiß Gesöff trink ich nich. Mi sonem Jesöff kannze einen ja umbringen. ::


Gesülze schmeichlerisches, gestelztes Gerede Dein Gesülze kanns de dir sparen, damit erreichs de doch nichts. Ich kann dat Gesülze nich mehr hören.  ::


Gesumms nervöses Getue Mach hier nich son Gesumms, nur weil diene Eltern zu Besuch kommn. Du machs ja alle ganz koloneDu machs aber auch immer en Gesumms::


Gewatt in der Wendung int/ausem Gewatt kommen etwas in Angriff nehmen, umsetzen Meinste, dass der Peter jemals ausem Gewatt kommt und seiner Paula nen Antrag macht? Ich glaub nich, dat unser Sohn mal int Gewatt kommt un sich anner Uni einschreibt. Int Gewatt kommen hat auch die Bedeutung "sich einspielen" Immer wenn ich mitm Fahrrad in n Urlaub fahr, brauch ich drei Tage, um int Gewatt zu kommen, dann läufts drei Wochen prima. ::


gewieft clever, raffiniert, auch: intrigant, hinterhältig Pass auf, der Kerl ist gewieft. Dat is en ganz gewieft Männeken, den kannze nich reinlegen::


Gewitterziege im Ruhrgebiet eine streitsüchtige, zickige Frau. ::


Gewusel Durcheinander, ungeordnete Ansammlung In diesem Gewusel in der Klasse konnte ich ers ma gar nix machen. Ich hasse dieses Gewusel auf dem Weihnachtsmarkt. Wussies Menschen, die das Gewusel bilden Die Wussies waren überall. herumwuseln ziellos herumlaufen Überall wuselten Kinder herum. ::


Gezähe mit dem bergmännischen Wort für "Werkzeug" wird im Ruhrgebiet und am linken Niederrhein auch das Essbesteck bezeichnet Hasse schon dat Gezähe aufem Tisch::


Gezatter glibbriges Fett bei einem Stück Fleisch Schneid mir bloß dat Gezatter ab, das ess ich nicht mit! ::


Gezubbel sehnige Teile oder feste Fettschichten im/am Fleisch, besonders Suppenfleisch Schneid bloß dat Gezubbel da ab, dat kann ich nich essen. Zunge mach ich nich, da is immer son Gezubbel dranJezubbel gibt es auch an Textilien: Fädchen, die raushängen Wat hasde denn da von Jezubbel an der Jacke::


Gezumpel Kleinkram, unsinniges Zubehör Wat hasse denn da fürn Gezumpel hängen, solln dat Ohrringe sein? Gezumpel kann ziemlich universell eingesetzt werden, sowohl als abwertende Bezeichnung für Frauen oder Alles, was als Last empfunden wird. ::


gibbeln jibbeln albern lachen, kichern Die Mädchen sind nur am gibbeln da hinten in der Ecke. Wat gibbelse so blöd. Wat gibbet denn da zu gibbeln. gibbelich, jibbelich albern, immer kichernd. Eine Frau, die ständig gibbelt, ist folgerichtig eine Gibbelstante oder im Ruhrgebiet eine Gibbeltante oder Gibbelsfott.
Das Wort ist in allen rheinischen Mundarten verbreitet, dort lautet es meist jibbele oder jiffele::


Gierlappen Geizhals, Pfennigfuchser Der alte Gierlappen kricht den Hals nich voll. ::


giftich in der Bedeutung von böse, hinterhältig, verschlagen, agressiv Dat is en ganz giftech Männeken. Giftiger Der Berti, der war als Verteidiger son ganz Giftigen. ::


giggeln giffeln kichern, albern lachen Wat habt er da wieder zu giggeln. Die sind alleweilen am giggeln. Im südlichen Rheinland heißt es keckeln. ::


gildet siehe gelten. ::


Gitzknödel damit bezeichnet man einen Geizhals. In Wuppertal lautet die Variante Gitzknösel. auch Gitzhals oder Jitzhals Gitzhals,Gitzhals - riefen die Kinder im Rheinland, wenn die St. Martins-Lieder nicht entsprechend belohnt wurden.
jitzich geizig, wenig wert Dat is aber wat jitzig, dat Jeschenk. Oder aber auch: Der Bikini ist aber wat jitzig (etwas knapp). ::


Glatze in der Wendung an die Glatze nageln etwas behalten können, Ausdruck der Zurückweisung Ich will von den Schlurch nix haben, der kann seine Polinten anne Glatze nageln.
Diese Wendung kennt man im Ruhrgebiet. ::


glauben in der Wendung ich glaub es dir (verwendet wie na hör mal ) Für so n Schrott willst du zehn Euro haben? Ich glaub es dir! Glauben kann auch Audruck der (meist negativen) Überraschung, des Zweifels oder Abscheus sein: Ich glaub, ich brech ab! Ich glaub, ich werd nich mehr! Ich glaub et dir wohl, du bis mich am verkohlen! Als Verstärkung einer Zusicherung (in Essen): Dat glaubse do wohl! und Dat glaub man jaDie wolln, dattich für mein Kurzen allet neue Bücher kauf, wo ich die doch schon happ vonne Sandra ihre Schulzeit. Den wert ich wat husten, dat glaubse do wohl! für dich mit glauben Dat glaub ich aber für dich mit! (eine felsenfeste Sicht oder Meinung bekunden). ::


Gletscherbier Mineralwasser (siehe Gänsebier). ::


Glibber schleimige, glitschige Masse Der Glibber sieht aus wie Götterspeise. Bah, wat is dat denn von Glibber. Ich hab in irgend son Glibber gepackt. Beim Chinesen hasse nur immer son Glibber auf em Teller. glibbrich Ii, son glibbriger Schleim hier. Dat is mir zu glibberich, dat kann ich nich essen. Sülze ist eine Glibberwurst. ::


glocken die Glocken läuten Warum glockt es denn heute morgen nicht, die Messe beginnt doch gleich? Wenn ich heute glocke, machst du es dann morgen für mich? 
Glocken tut man in Ürdingen. ::


Glotze Fernsehgerät Die sitzen den ganzen Abend mit Bier und Schnaps vore Glotze. Inne Glotze is grad nix los, ich komm dich ma im Garten besuchen. Stell die Blumen nich aufe Glotze, da isses dennen zu warm, da welken se doch! Kinder vore Glotze parken, sowas will Mutter sein! Varianten sind Glotzophon bzw. Glotzofon. glotzen Fernsehen gucken Wat machße heut abend? - Glotzen. Oder So Kinder, ihr hört jetz auf mit glotzen, ab innet Bett ::


Glubschaugen vorstehende Augen Durch die Inzucht bei den Adeligen haben die oft Glubschaugen, hasse schon gemerkt? ::


Glück im Rheinland hat man Glück mit etwas und nicht wie im berühmten Schlager "Glück bei den Frauen" Begonien hab ich kein Glück mit! Du hast einfach kein Glück mitte Frauen! ::


glucken hocken, herumhocken Musst du eigentlich immer vor dem Computer glucken. herumglucken Die gluckt nur zu Hause herum. ::


glupschen schauen, (besonders auffällig) gucken Nee, mit dem Pitter is nich gut Skat spielen, der is nur nache Frauen am glupschen. Na, wat bisse am glupschen, gefällt dir meine Bluse? Beim Kartenspiels: Lass mich ma glupschen, Papa, ich helf dir! (zuschauen). beglupschen betrachten, inspizieren Lass mich dat ma beglupschen, wir wern doch finden, warum dat dat nich tut. reinglupschen hineinschauen Kannsde aufem Heimwesch ma eben bei uns reinglupschen, ob der Schäng et schon färtisch hat? Wie ich innen Briefkasten rein am glupschen bin, wat seh ich da? Glupschaugen hervorstehende Augen  ::


göbeln sich übergeben, erbrechen. Ein mittlerweile weit über die Grenzen des Rheinlands verbreitetes, aber dennoch typisch rheinisches Wort ist göbeln. Menschen, die göbeln, geht es nicht gut, es ist ihnen sogar richtig schlecht. Ich hab die ganze Nacht gegöbelt, ich bin vom Klo nich runnergekommen. Wenne jöbeln muss, nimm schnell nen Eimer. Nicht immer sind Menschen, die sich übergeben, bemitleidenswert, vor allem dann nicht, wenn ihr Zustand selbstverschuldet ist. So wird zumindest im Ruhrgebiet das Göbeln in der Regel mit übermäßigem Alkoholgenuss in Verbindung gebracht: Der hat direkt vor de Kneipe gegöbelt. Den nimmt doch kein Taxi, der göbelt denen doch die ganze Kiste voll.  ::


Gofel Zigarette, Kippe Hasse ma nen Gofel für mich? gofeln rauchen Kumma, dat Ullich gofelt sich einen.
Diese Sorte Zigarette findet man (wenn auch immer seltener) im Ruhrgebiet. ::


Gold in der Wendung Gold dagegen sein, etwas anderes im Vergleich übertreffen. Die Äpfel von voriger Woche waren so schlecht, da sind die jetzt Gold gegen! ::


Goldlack hatten kleine Kinder inne Buxe, wenn die Unterhose verschmutzt war. ::


gorrich geizig Nu sei ma nich so gorrich un gib der Kleinen dat Geld fürn Eis. Der war schon immer so gorrich. Gorriger Dat is son richtich Gorrigen, von dem krichse nix. ::


Graf Butz von Sponnek ist die nordniederrheinische Variante des Grafen Koks (siehe dort). Wer wie Graf Butz von Sponnek durche Gegend stolziert, ist ohne Grund eingebildet. ::


Graf Koks  Wie sieht jemand aus, der rumläuft wie Graf Koks vonne Gasanstalt oder stolz ist wie Graf Koks vonne Gasanstalt? Es ist in der Regel ein Mann, der aufgedonnert oder stutzerhaft gekleidet wie ein Pfau durch die Gegend stolziert. Aber kundige Beobachter wissen: alles nur Fassade, eigentlich ist nichts dahinter. Der Mann ist schlicht und einfach ein Angeber. Du läufst hier rum wie Graf Koks, un deine Alte muss malochen gehen! In Bochum kennt man ihn auch als Graf Koks vonne Pannhütte, in anderen Regionen, z. B. Berlin, auch als Graf Rotz von der Popelsburg oder Graf Kacke.
Warum Graf Koks? Eine originelle Erklärungsvariante führt die Bezeichnung zurück auf eine steifen, zylinderähnlichen Hut, den man allgemein Koks nannte. Er wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem englischen Dandy William Coke populär gemacht. Noch heute gehört er zur Kluft wandernder Zimmermannsgesellen. Eine andere Ableitung bemüht das Jüdischdeutsche gag "Dach", aus dem sowohl der Hut Koks als auch der Keks als Bezeichnung für den Schädel entstanden sein soll: Du hass wohl nen weichen Keks!, aber auch Der Graf Koks vonne Gasanstalt da, der geht mir echt auf en Keks, wie der sich vermäckt. (siehe unter Keks).  ::


Graf Rotz dasselbe wie Graf Koks ::


Granate etwas besonders Tolles Die Perle ist ne echte Granate! Dat Spiel is aber ma ne Granate. Der hat bestimmt ne Granate aufe Hand, sons würd der gar nich reizen. (tolles Blatt beim Skat) Die Wendung volle Granate wird zur Verstärkung gebraucht: Wir ham die Anlage volle Granate aufgedreht, bis die Polizei kam. Mir geht dat Gelaber volle Granate auf den Sack. Der is volle Granate mitten in  die Kreuzung gerast. Dat ging volle Granate daneben. granatenstark Dat is aber granatenstark von dir, datte hier hilfs. (toll, spitzenmäßig)
Das Wort ist übrigens abgeleitet aus dem italienischen granata "Granatapfel". ::


grapschen anfassen, nehmen Der hat sich den letzen Keks gegrapscht. angrapschen anfassen Der hat mich angegrapscht. ::


Gräten nur im Plural, steht für Knochen Brech dir bloß nich die Gräten! Der is vorn Baum geknallt un hat sich alle Gräten gebrochen::


Graupe jemand, der etwas nicht wirklich geschaftt bekommt Is dat ne Graupe::


greesich schlecht gelaunt, nicht gut drauf, quengelig bei Kindern Bisse heut wat greesich?
Greesich oder greisich ist man zwischen Jülich und Kleve. ::


grellich jrellisch wütend, verärgert, aber auch durchsetzungsstark (z.B. ein Kind, das seinen Willen nicht bekommt) Dat Kleene is aber grellich!
Grellich ist man nur im zentralen Rheinland - und grellich sind nur Frauen oder Kinder. ::


Griede (nur Plural) weibliche Teenager, harmlose Alternative zu Gören: Die Griede sin schon den ganzen Tach am gibbeln.
Die gibbelnden Griede gibt es in der Umgangssprache nur noch in der Nordeifel, das Wort geht auf den Frauennamen Grete zurück. ::


Grielächer Jrielächer Mensch mit besonderem Humor, der nicht immer gut gelitten ist, weil er/sie als unaufrichtig gilt: "Das sind Leute, die dem Rheinländer nicht geheuer sind, weil sie grinsen und nicht lachen." Dat is en richtiger Grielächer! (Der Charakter eines Grielächers ist offensichtlich nur schwer zu beschreiben, siehe dazu den Kommentar von G. Maletz). ::


gries grau Wie ist das Wetter bei euch? Ach so gries in gries! Der hat ja ganz griese Haare! ::


Griffel Finger Lass bloß deine Griffel von den Süßigkeiten. Warsde da mit deine Griffel auch schon wieder dran? Besonders abwertend sind Wichsgriffel Nimm deine Wichsgriffel da wech. Der hat die mit seine ekligen Wichsgriffel betatscht::


Grillaschtorte auch Grillagetorte Eissplittertorte, Krokanttorte, Sahneeistorte; eine Tortenspezialität aus dem nördlichen Rheinland (verbreitet etwa zwischen Emmerich und Düren) Beim Geburtstach gibt et bei uns immer Grillaschtorte vorm Bäcker.
Wer Genaueres über diese Torte erfahren will, folge dem Link unter "Literatur". ::


gripschen im Bergischen Land und in Düseldorf gehen die Kinder zu St. Martin gripschen, sie singen an den Haustüren und erbitten damit Süßigkeiten. Früher gab es zu diesem Anlass spezielle Gripschlieder.
In den rheinischen Mundarten steht gripschen eigentlich für "raffen, schnell greifen", sogar für "stehlen".  ::


Grissel Grissels Grisel körnige Bestandteile einer Flüssigkeit, z.B. Sago in einer Suppe; meist jedoch eher unerwünscht Bah, da sind Grissels drin! Wat sind dat denn vor Grissels in der Suppe? grisselich, griselich wenn etwas voller Grissels ist Ii, is der Pudding grisselich! Euer Färnsehbild is abber griselich, da muß mal einer nach de Antenne kuken. Mit so nen griselijen Steinen kannsde doch kein Haus bauen! (körnig, bröselig). Oft ist eine geronnene Majonäse oder griselich Mist, jetzt wird mir die Majo auch noch grisselich. Jetzt muss ich noch en Eidotter opfern, dattie wieder glatt wird::


groggi erschöpft, fertig, müde Der war ganz schön groggy nach der Fahradtour. Ich bin völlich groggy.
Groggy scheint so langsam aus der Umgangssprache zu verschwinden. ::


Groschen Bezeichnung für Kleingeld, meist ist hiermit ein Zehnpfennigstück gemeint. Man sagt War en Papiergroschen - fällt langsamer! wenn jemand schwer von Kappee ist oder etwas nur mit Spätzündung versteht. Bei Dir fällt der Groschen auch in Pfennigen. (dasselbe) Ist der Groschen jetzt endlich gefallen? (etwas begreifen, verstehen). ::


Grottenolm Gruftie; jemand, der zuückgezogen lebt, Höhlentier Ey du Grottenolm, komma anne Sonne. ::


grottich abgrundtief schlecht Dat Konzert war echt grottich gestern. Die Kölner spielen grottich schlecht::


grün in der Wendung jemandem nicht grün sein jemanden nicht leiden können Die war dem noch nie grün. Mit dem bin ich nich grün! Mit der is schwer, grün zu werden. Der is noch grün hinter den Ohren/hinner die Ohren (unreif sein). Ein grüner Junge::


Grüngemüse Bezeichnung für junge Leute, die keine Ahnung haben. ::


Gude als abgekürzter Guten-Tag-Gruß Na dann ne Gude, ich bin ma wech::


Gummi in der Wendung Gummi geben schnell fahren Nu gib ma en bisken Gummi un schleich nich so! Wenn ich Gummi geb, dann können wir dat schaffen. Gummi steht auch für Präservativ Im Puff nur mit Gummi::


Gummiadler gebratenes (halbes) Hähnchen Son alten Gummiadler könnt ich nich essen::


Gurke Jurk Nase Hasde einen auf deine Gurke gekricht? Wat der ne krumme Gurke im Gesicht hat. Der hät aber ne schöne rote Jurk vom Saufen. Minne Jurk is am abfriern von der RattenkälteGurke ist auch ein schlechtes bis untaugliches Gefährt: Also dat Taxi fom Fluchhaven in Bangla Desh war dier villeich ne Gurke. Ein unfähiger Sportler wird auch schon mal Gurke genannt: Boh, ey, der neue Torwart von 98, dat is ne Gurke, sowat hasse noch nich gesehn! Eine Gurke kann auch ein Fehler in technischen Anlagen sein Da ham die Vollpfosten ne dicke Gurke eingebaut. Gurke kann in Kombination mit entsprechenden Adjektiven aber auch eine Art Anerkennung für ein eigentlich minderwertiges, aber optisch und fahrtechnisch überraschend Eindruck schindendes Fahrgerät (Fahrrad, Auto) sein: Na dat is ja ma ne heiße Gurke, wo hasse die denn an Land gezogen? Ist auch übertragbar auf alle möglichen Geräte, z.B. Ghetto-Blaster, aber eher was, mit dem man auch rumgurken (planlos herumfahren) kann: Wir gurken hier schon seit Stunden herum. Im Ruhrgebiet ist eine Gurke seltsamerweise auch ein Bordell. Gurkerei lästige Fahrerei Wat is dat vonne Gurkerei hier, von einem Stau in den anderen. Gegurke technisch schlechtes Fußballspiel Dat schreckliche Gegurke kuck ich mir nich länger an. Sozialgurke abwertend für "Sozialarbeiter/in" Ich bin hier doch nur die Sozialgurke::


gut kann abweichend vom Duden verwendet werden: Jezt is aber ma gut mit dem ganzen Theater. (Schluss sein) Sons gehts dir aber gut, wa! für gut kann auch ein Kleidungsstück sein Dat teure Kleid schlappse aber nich im Haus auf, das behältse dir mal für gut! (für Feiertage und besondere Anlässe) Fatter, der Schlips is abber ers mal nur für gut! Die Klamotten für gut ziehsde mir abber nich im Garten an! Dazu auch: etwas für gut halten sich etwas schön reden Der war so teuer, den Pullover muss ich aber jetz für gut halten. Es kann einem auch nicht gut sein Mir isset nicht gut, ich leg mich was hin! gut is erledigt sein Einfach eine Spritze gegen Masern, un gut isKomm, gib dem seine 300 Emmchen un gut is. gute Butter eigentlich doppelt gemoppelt, um den Unterschied zur Magarine zu betonen Ich ess nur gute Butter auf em Brot. Die is aber gut dabei! (siehe dabei) für etwas gut sein nützen, sinnvoll sein Du willst en Nasenpiercing? Wofür soll dat denn gut sein? ein gutes Pfund/Kilo Ich hät nochgern ein gutes Pfund von den Äppeln da? Wieviel solls denn sein? Och, en gutes Kilo reicht. (etwas mehr als ein Pfund, auf jeden Fall nicht weniger). (siehe Kommentar). Gutheit Der is vor Gutheit nix wert (zu gut für die Welt, zu großzügig, zu barmherzig, zu weich sein). ::



hä? nicht sehr elegante Variante für "Wie bitte?" Kannze mich ma ehmt den Zollstock rübber gehm? Hä?! Maan, dat weiße Klappdings da mit den villen schwatzen Strichskes drauf! ::


Haback beleidigend für einen sonderbaren, schrägen Mann, deutlich ausländerfeindlich konnotiert Wat is dat denn für ne Haback?
Zum bilbischen Propheten Habakuk; in den rheinischen Mundarten kennt man den schmierigen Habakuk; das Wort scheint seit den 70ern aus der Umgangssprache zu verschwinden. ::


haben nehmen, bekommen Kann ich dat haben? Ich kann dat nich haben, wenn die Mütter ihre Kinder anschreien. Ich kann dat ga nich haben, wenn der mit der Kreide aufer Tafel so quietscht. (nicht leiden, ertragen können) sie noch alle haben nicht ganz bei Trost sein, verrückt sein Ey, hasse se noch alle! Der hat se doch nich alle! Hasse wat? (krank sein, traurig, beleidigt...) sich haben in der Wendung damit hadet sich Schluss sein mit So, jetz krissde noch ein Eis, aber damit hadet sich dann auchsich mit etwas haben (nur in der 3. Person Sing. gebräuchlich) auf etwas sehr achten, mit etwas sehr eigen sein Zieh bei Tante Marta bloss die Schuhe aus, die hat sich doch so mit ihrem Parkett! es haben an/mit De hat et an de Nieren nierenkrank sein. Die haddet aber auch immer mitte Blase. Es gibt auch die Wendung etwas nich haben können, zum Beispiel: Ich kann dat nich haben. ich mag das nicht, ich kann das nicht leiden, ich ertrage es nicht. Tu der Tante der Kuchen aba schöön akeraat auf der Teller un bloß nich umkippen, du weiß, die kann dat nich haben. einhaben gleichziehen, einholen Wenn ich schnell genuch renn, dann hab ich dich an der Ecke schon ein. Noch hunder tMark, un ich hab dich ein.
Siehe auch abkönnen::


Hachels (nur Plural) (faule oder schlechte) Zähne Hasse dem seine Hachels gesehen? Und mit sowat is der inne Politik!
Hachels sind wohl nur im nördlichen Ruhrgebiet verbreitet.  ::


Häckchen in der Wendung ein Häckchen halten jemandem ein Bein stellen Du hast mir ein Häckchen gehalten!
Gebräuchlich im Raum um Rheinbach. ::


Hacke in dem Ausruf verdammte Hacke! Verdammte Hacke abber auch, jetz hab ich schon widder en Platten::


Hacken in den Wendungen sich die Hacken ablaufen/abrennen (von Pontius nach Pilatus laufen) und einen inne Hacken haben/die Hacken dicht haben (betrunken sein) Wegen dem Teil hab ich mir gesten die Hacken abgelaufen inne Stadt. Der hat letzte Woche vielleicht einen inne Hacken gehabt. Gestern hatte ich die Hacken dicht, frach nich nach Sonnenschein. Man kann auch die Seuche anne Hacken haben (Pech haben). Wenn man ordentlich wat anne Hacken hat, ist man reich Der hat nix anne Hacken, der kricht nie ne Frau ab, so wie der auch noch aussieht. keinen Hacken nichts, überhaupt nicht Wat der mir erzählt, interessiert mich keinen Hacken. Der kann keinen Hacken Englisch. ::


hacken in der Wendung es hackt Äußerung des Unmuts und Ärgers Also ich glaub, et hackt! Du spinnst wohl. Bei dir hackt et wohl jetzt, hör auf damit! Hacken kann auch derb für "koitieren" stehen. ::


Hackenporsche Einkaufstrolley Die Alte is mir mit Ihrm Hackenporsche voll in die Hacken gefahren::


Hackepeter Gehacktes, Hackfleisch Hol doch ma en Pfund Hackepeter beim Metzger.
Ein Wort, das nicht mehr oft zu hören ist. ::


Hackes in der Wendung Hackes aus jemandem machen Ich mach gleich Hackes aus dir! jemanden verprügeln. ::


hackevoll hickehackevoll, hackendicht völlig betrunken Der war dermaßen hackenvoll, der konnt kaum noch stehen. So hackendicht habich die noch nie gesehn::


hagelvoll sturzbetrunken Der is doch schon hagelvoll, gib dem nix mehr zu trinken::


Hahn in der Wendung da kräht kein Hahn nach das stört niemanden, darum kümmert sich keiner Ob du die Treppe jetzt putzt oder nich, da kräht doch kein Hahn nach::


Haiopai siehe Heiopei::


halbgar nicht vertrauenswürdig, undurchsichtig, unentschlossen Der is son bisschen halbgar, mit dem würd ich keine Geschäfte machen. Dat is son Halbgarer, der weiß nich, wat er will.  ::


halblang in der Wendung halblang machen sich beruhigen, abregen, durchatmen Nu mach ma halblang und beruhig dich ers ma. Der soll ma halblang machen und ers ma seinen eigenen Kram in Ordnung bringen. Ich würd an deiner Stelle im Job ma ne Zeit halblang machen, damite wieder aufe Beine kommst.  ::


Halfjehang Halbgehangen schmächtige Person (abwertend gemeint) Wat is dat denn för en Halfjehang, der is ja noch zum Beten zu schlapp. Ein Halbgehangen kann aber auch eine Person sein, die nicht viel auf ihr Aussehen achtet Wie läufst Du denn rum, wie son Halbgehangenen. ::


Hallas Ärger, aber auch Radau, Spektakel Mach bloß kein Hallas jetz, hau lieber ab. Am Samstach is Hallas in der Westfalenhalle, da steigt ne riesen Sause. ::


Halligalli ausgelassene Stimmung, buntes Treiben, Action Heute abend gehn wir ma aufe Piste, da machen wir ma richtich Halligalli! Da war aber echt Halligalli inne Bude (Aufregung).
Um das Wort ranken sich mehrere Entstehungslegenden, es soll z.B. auf den Namen eines Kirmeskarussells in den 70er oder einen Modetanz der 60er Jahre zurückgehen. ::


hallo in der Wendung aber hallo (mit der Betonung auf der ersten Silbe), in der Bedeutung "Na und ob", meist nur als Antwort gebraucht: Habt ihr gestern einen Zuch durch die Gemeinde gemacht? Aber Hallo, wir haben gehext bis in die Puppen. Und hat die en tollen Typen abgeschleppt? Aber Hallo, ne echte Granate! Na aber Hallo, wer wird denn gleich beleidicht sein?
Hallo kann auch, dann aber mit der Betonung auf der zweiten Silbe, in die fortlaufende Rede eingebaut werden, um Erstaunen auszudrücken: Ich fraach, wattat Handy kosten soll. Da sacht die doch glatt: En Fuffi, hallo; ich zahl donnich fümzich Schleifen für son altet Nokia von anno Tuck! oder auch am Anfang einer Aussage zur Bekräftigung Hallo! Sie stehen auf meinem Parkplatz!. ::


Hals in der Wendung einen (dicken) Hals kriegen sich aufregen, wütend werden Wenn dat hier nich voran geht, krieg ich noch nen Hals. Geh mir bloß nich auch noch auf die Eier, ich hab schon son Hals. einen Hals haben Wut oder Ärger (mit/auf  jemanden/m) haben Ich hab son Hals, wenn ich den nur seh. Ich hab echt en Hals auf den, dat kannsde mir glaubenden Hals nich voll kriegen nicht genug bekommen, unersättlich sein Jetz hat er schon wieder die Miete erhöht, der kann auch den Hals nich vollkriegen. in der Wendung in den falschen Hals kriegen etwas mißverstehen Pass bloß auf, dat die das nicht in den falschen Hals kricht. ::


Halskrause in der Wendung eine Halskrause haben wütend sein Ich hab mich richtich geärgert gestern, ich hatte eine riesige Halskrause! ::


halt im Sinne von "eben" hat anscheinend aus dem süddeutschen Raum zu uns gefunden Et is halt so! Manchmal auch doppeltgemoppelt Et is halt eben so!  ::


Halve Hahn Kneipengericht, in Köln ein Röggelchen mit mittelaltem Holländer, Senf und Zwiebelringen, in Düsseldorf dasselbe mit Mainzer Roller.   ::


Hämfling Hänfling zarter, kleiner Mensch, auch : zartes Kind Der Hämfling brauch noch dringend wat aufe Rippen. Wat wills du denn, du Hämfling? ::


Hämmchen Eisbein, Vorderhachse des Schweins (im gebratenen oder gekochten Zustand) Ich hätt ma wieder Lust auf son richtich fettes Hämmchen. Ein kölsches Nationalgericht ist Hämmche met suure Kappes. ::


Hammer erigierter Penis Ich hab nen Hammer inner Hose! Übertragene Bedeutungen: Dat is ja wohl der Hammer, dat meins du doch nich ernst? (böse Überraschung) Der neue James Bond is ja der Hammer. (besonders gelungen) Die Wendung am Arsch hängt der Hammer ist eine ausdrückliche Verneinung, auch wenn sie oft mit ja beginnt: Kannich dein Auto haben? Ja ja, am Arsch hängt der Hammer. Ich hab gestern die Elke ausse Disko abgeschleppt. Am Arsch hängt der Hammer! (wer es glaubt) Im Ruhrgebiet kann darauf übrigens die Antwort erfolgen: Bei de Dachdecker links, was auf die Gewohnheit der Zimmerleute anspielt, den Zimmermannshammer hinten am Gürtel zu tragen. Diese Antwort ist im übrigen Rheinland jedoch nicht verbreitet.
der Hammer sein sehr gut, fantastisch sein Die Party war voll Hammer! Meine Freundin ist der Hammer! Hammer kann auch in Zusammensetzungen gebraucht werden hammerlustig, hammerhart Der Film ist hammerlustig. Dat is aber hammerhart, wat der hier abzieht. Hammer kann auch solo als Adjektiv gebraucht werden Super, toll dein neuer Pulli, sieht ja hammer aus!  ::


Hämpel (siehe auch Hempel) in der Wendung wie bei Hämpels unterm Sofa unaufgeräumt, unordentlich Bei denen sieht et aus wie bei Hämpels unterm Sofa::


Hämsche halbes belegtes Brötchen.
Wird aus Grevenbroich gemeldet.  ::


Händchen in der Wendung ein Händchen für etwas haben Talent für etwas haben Der Tisch war schön gedeckt, die hat ja auch en Händhcne für so wat. Da hat der en Händchen für::


Handschlach in der Wendung keinen Handschlach tun faulenzen, faul sein Der hat die ganze Zeit, wo wir wech waren, keinen Handschlach getan. Der hat im Haus noch nie en Handschlach getan. Keinen Handschlach hat die getan! ::


Hängefott schlaffes Gesäß Der hät äver en Hängefott, mein lieber Mann::


hängen hier die Zeitformen. Im Rheinland wird die Wäsche natürlich nicht aufgehängt, sondern aufgehangen oder opjehangen Wieso hasde die Wäsche trotz dem Regen aufgehangen? Ich hab die Jacke anne Gadarobe gehangen. Ich hab dat an den Nagel da drangehangen. Gestern ham wer die Gadinen aufgehangen. in der Wuppertaler Ausgabe der Rheinischen Post war sogar zu lesen: Die Mädchen hangen die Jungen beim Sprachtest häufig ab.
Gebräuchliche Verwendungen: hängen bleiben sitzen bleiben, nicht versetzt werden  So doof kann dat gar nich sein, jedenfalls is die nie inne Schule haengen geblieben...hängen lassen jemanden in Stich lassen, sich gehen lassen Ich warte morgen auf dich, lass mich ja nich hängen. Nu lass dich doch nich so hängen, sitzenbleiben is doch kein Beinbruch. ::


Hänger eine Mensch, der einen zum wiederholten Mal enttäuscht hat Du bis der letzte Hänger, dat kann ich dir sagen. Der Typ is der letzte Hänger. Außerdem kann man auch einen Hänger haben, dies ist dann ein Aussetzer, Black-Out Bei der theoretischen Prüfung hatte ich irgendwie nen Hänger! ::


Hanghuhn weibliche Variante des Hungerhakens Du Hanghuhn hast nichts auffe Rippen! Und gibt es noch die Hanghühner im Wintersport, wo die männlichen Feriengäste durchweg alle weiblichen Wesen so titulieren. ::


Hannepampel Weichling, Weichei, Mensch ohne Rückgrat Dat is vielleicht nen Hannepampel.
Wohl nicht zu Hann als Kurzform von Johann, sondern entstellt aus Hampelpampel, einer im Rheinland weit verbreiteten abfälligen Bezeichnung.  ::


Hans Muff Gehilfe des Nikolaus, meist schwarz gewandet, Kinderschreck Vor dem Hans Muff hatten wir immer echt Angst.
Den Hans Muff an Stelle des Knecht Ruprecht gibt es im zentralen und südlichen Rheinland sowie in Teilen des Ruhrgebiets.. ::


Hansche meist als Plural Hanschen oder Hänsche Handschuh Kind, zieh ma lieber Hanschen an, sons falln dir bei dem Wetter die Foten ab. ::


Hantier Aufwand, Mühe Dat is mir zuviel Hantier hier, dat selber zusammen zu bauen.
Dat is doch keine Hantier so (kein ordentliches Arbeiten möglich). Dat ist aber ne Hantier (unfachmännische Arbeit).. An etwas rumhantieren beschreibt ein wenig erfolgreiches Arbeiten Der war da am rumhantieren, aber dat wurd hinten und vorne nix.
Gebräuchlich im südlichen Rheinland. ::


happich gierig, unbescheiden, übertrieben Dat is aber ganz schön happich, wat der sich da geleistet hat. Die ham aber happige Preise hier. auch: groß, viel, umfangreich, beispielsweise in Sätzen wie: Die Porzjohnen waren so happich, da konnten zwei von satt werden. Mer ham dis Jahr happisch Äppel auf de Bäume, dat wiet happisch Kompott geben für der Winter. Soller woanders hin gehn, wat der noch gemacht haben will, dat is mer zu happisch für dat Geld. ::


Häppken Kleinigkeit zu essen; die niederrheinische Variante des Häppchens ist in der Umgangssprache fest verankert: Ers ma en Häppken essen! Dat war doch nur en klein Häppken. Oft wird es auch in Unkenntnis moderner Buffettgepflogenheiten verwendet: Die hatten nur so komische Häppken zu essen. Heute findet man das Häppken sogar schon auf Speisekarten (Häppken auf Toast) oder in Reisetipps (vom kleinen Häppken bis zur Münsterländer Kaffeetafel). Weitere Verwendungen: Der is wohl en Häppken dösig, also in der Bedeutung von "etwas": Der is en Häppken doof. Wer etwas in Häppkes oder in Häppkens oder in kleinen Häppchen oder häppschensweise tut, der macht es in kleinen Schritten oder verwendet eine Salamitaktik: Ich weiß nich, datte na Ammerika auswandern wills, dat musde de Mutter abba in Häppkes beibringen. Fang ma an damit, datte umziehn wills - datte ausem Pütt wech wills, dat sachsde ihr ers mal nich, woll. ::


Häppsche Küchenmesser. ::


Haps Bissen, Portion Boh, da hasde abba en dicken Haps abgebissen. Isch hab da in dem Rästorang nur son klein Haps jekrischt. Et sollte abba en rischtijes Essen sein und war auch teuer jenuch. Probier ma en Haps! Die Mamma hat mir widder en Haps Pürree für zwei aufgeschäppt::


hapschen (gierig) greifen, essen, an sich reißen. Ich hap immer in Konkurrenz mit meim kleinen Bruder gelebt, mir ham uns immer alles weg gehapscht, was ging. Das zugehörige Adjektiv oder Adverb lautet hapschich/hapschtisch Wir saßen mit Kind un Kegel am Kaffetisch, un dem Päule sein Zweijähriges, ne, kukt ers, dat keiner kukt, un dann, hapschtisch, haddet sich en halbes Stück Sahnetochte vonner Kuchenplatte in-t Schnüßjen gesteckt, so schnell konnt keiner kukn, wi dat war. Hapsch das gierig/schnell Genommene (ähnlich dem Haps, aber verschieden durch eine andere Konnotation) Beim Winterschlussverkauf, mir ham uns bald de Füße zertreten am Wühltisch, un wie die Frau vor mir dann anner Kasse iern Hapsch bezahlen wollt, hat se nich mal genuuch Geld gehapt::


Haras Haaras irgendwie seltsamer Kerl, meist in Verbindung mit "selten" Dat is aber ene seldene Haras!  ::


härm arm, bemitleidenswert, meist als Ausruf Härm! Och härm! oder Härm Dierchen!
Der Ausruf ist im westlichen Rheinland noch heute zu hören. ::


Harry in der Wendung wie Harry besonders schlimm, stark, extrem Dat stinkt hier wie Harry. Der is voll wie Harry. Boh, dat is aber laut wie Harry::


harzen von ALG II (Harz 4) leben Wie gehdet dir? Schlecht, ich bin seit 12 Wochen am harzen, uns ham se dicht gemacht::


Hasenbrot Brote, die vom Vater von der Arbeit (auf dem Feld oder im Pütt) wieder mit nach Hause gebracht werden. Mann, hab ich Kohldampf! Da is noch en Hasenbrot vom Vatter!
Im Rheinischen Wörterbuch liest man dazu: "Butterbrot, das man mit aufs Feld (auf die Reise, Jagd) nimmt u. unberührt wieder zurückbringt u. den Kindern gibt, wobei man sagt, man habe es einem Hasen abgenommen, nachdem man ihm Salz auf den Schwanz gelegt habe ..."  ::


Hasses nä! Ausruf des Ärgers Hasses nä, jetz is mir der Faden schon wieder gerissen. ::


Hasskappe in der Wendung die Hasskappe kriegen einen dicken Hals bekommen, sich übermäßig ärgern Ich krich getz noch die Hasskappe, wenn ich an den Schrieb vonne Arge denk! die Hasskappe aufhaben Wenn der mir wieder blöd kommt, hab ich direkt die Hasskappe auf
Relativ neuere Wendungen (siehe Kommentar). ::


Hau verrückt sein, nicht ganz bei Trost sein. Hasse en Hau oder wat? Der hat doch en Hau, lass en in Ruhe. Auch in der Wendung einen Hau wech haben Der hat ja nen Hau wech. Hau mit der Wichsbürste Hasse en Hau mitte Wichsbürste gekricht?
Ist wohl abgleitet vom Hau als "Schlag". (siehe auch wech). ::


Häu Heu Bergische Variante zu einen Hau haben: Der hat doch en Häu? (spinnen, einen Vogel haben). ::


Häufchen in der Wendung wie ein Häufchen Elend (Unglück usw.) Der arme Kerl sitzt da wie en Häufchen Elend ine Ecke, so schlecht geht et dem.  ::


häusch langsam, meist in Ausrufen und Ermahnungen Tu mal häusch, wir ham noch Zeit! (nicht drängeln).
Siehe höhsch. Das Wort ist in unterschiedlichen Varianten und Bedeutungen in den Mundarten des gesamten Rheinland bis zum südlichen Niederrhein verbreitet. Die Bedeutung in tu ma heusch scheint allerdings isoliert nur im westlichen Rheinland zu gelten. ::


Hebamme Flaschenöffner Gib ma die Hebamme rüber. ::


Heckepennes Heckenpenner Penner, Schlaffi Mit dem hab ich nix zu tun, mit dem Heckepennes. Auf den Heckenpenner kann man sich nich verlassen::


Heckmeck Getue, Umstände Nu mach ma nich son Heckmeck hier. Lass den Heckmeck! Wat dat immer fürn Heckmeck is, wenn ich einmal im Jahr ma für zwei Tage weg will::


Hefeteilchen Glas Bier Mach ma noch vier Hefeteilchen färtich. (Siehe Teilchen). ::


heftich wird häufig von jüngeren Sprechern gebraucht Die Fete gestern war ja echt heftich. (ausufernd) Euer Streit gestern war aber heftich. (stark, laut). ::


Heftzwecke Reißzwecke Ich hab dat Bild mit Heftzwecken an die Tür gepinnt. Der hat der Lehrerin Heftzwecken auf den Stuhl gelegt. ::


Heia Heija Bett, meist im Zusammenhang mit Kindern gebraucht. Jetz aber ab in die Heia, und nicht gemuckt! auch in der Wendung Heia machen schlafen gehen Nä, wat bin ich kaputt, ich geh jetz Heia machen. ::


Heide in der Wendung über die Heide kommen Er kommt mit dem Tag über die Heide. (soeben mit dem Geld zurecht kommen, sich durchschlagen). Auch: Gleich wackelt die Heide! Androhung von Ärger.  ::


Heiermann Fünfmarkstück, Geldbezeichnungen sind eine Sache für sich, es gibt eine Unmenge davon. Viele kommen aus dem Rotwelschen, der alten Geheimsprache der Vaganten und Landfahrer: Kies (aus jüdischdeutsch kiß = Geld), Mäuse und Moos (aus jüdischdeutsch moo = Geld), Piepen, Zaster oder Möpse. Dazu zählt wahrscheinlich auch der Heiermann, den man überall im Rheinland als Fünfmarkstück kennt: Hier parken kost en Heiermann. Für en Heiermann frisst der sogar Regenwürmer. In Krefeld kennt man auch das Heiermännchen, das für das 50-Pfennig-Stück steht. Das Wort geht zurück auf das jüdischdeutsche Zahlwort hei/heh für fünf. Vielleicht stammt es aber auch von Heuer ab, da früher Seemänner fünf Mark Handgeld erhielten. Interessant ist, dass der Heiermann offensichtlich die Euroumstellung überlebt hat; heute bezeichnet er den Fünf-Euro-Schein. ::


Heimchen schüchterne, unscheinbare Person Die Heike, vergiss et, dat is doch auch nur son Heimchen! ich versteh gar nich, wie die sich son Heimchen anlachen konnte. ::


Hein Dralle als Hein Dralle von der Teerfabrik in Duisburg gebräuchlich als Bezeichnung für jemanden, dessen Namen man nicht kennt Da kommt Hein Dralle vonne Teerfabrik::


Heini als Bezeichnung für jemanden, der nicht ganz auf der Höhe des Geschehens ist Wat bringt der Pitter denn da fürn Heini mit. Ey du Heini, kannsde nich aufpassen.  ::


Heiopei Haiopai (liebenswerter) Blödmann Ey du Heiopei, kanns de nich aufpassen? Der Heiopei is doch glatt vor die Glastür gerannt. En Haiopai is der, der nur Spökes im Kopp hät. Auch Bezeichnung für ein schwächliches Bürschchen, nicht ganz ernst zu nehmender Typ Wat bis du denn von Heiopei. Der Heiopei hat die Sache schon wieder vermasselt. Den Heiopei bunkert seine Möpse inne Kommode vonne Omma. Daneben auch: Weichei, unzuverlässiger Mensch, Luftikus. Ein Heiopei ist zwar eine schwache Persönlichkeit, aber man ist ihm nicht böse dafür. ::


Heizefeiz Affentheater, Getue, Tamtam, Zirkus Mach doch net esu ne Heizefeiz.
Heizefeiz ist im Zentralrheinischen selten belegt als "Bajazzo, Spaßvogel", um so erstaunlicher, dass das Wort in der Umgangssprache von Euskirchen überlebt hat. ::


heizen sehr schnell fahren Der is mit seine olle Gurke in dreieinhalb Stunden von Köln nach Hannover geheizt. Danach waren die Ventildeckel hin. Heiz doch nich so! Musse immer so heizen?
Vergleiche stochen::


Heizölferrari Dieselauto, meist ein Mercedes der Strich 8er Reihe, das Wort verschwindet langsam. ::


Helau Karnevalsruf in Düsseldorf und im rheinischen Norden (dort, wo es kein Kölsch mehr zu trinken gibt). Südlich der Kölschgrenze taucht Helau auch wieder auf (ist ja auch ein rheinischer Export). ::


Helpen veraltet für Hosenträger Vater hat ma widder vergessen, de Helpen an die Hos zu tun. Nä, em Hemd un so mem Helpen kanns du unmööschlisch eraus gehn, wie sieht datten aus, tu dir wat dröbber, nen Pulli odder en Schackätt. ::


Hempels in der Wendung bei Hempels unterm Sofa Beu Euch sieht et aus wie bei Hempels unterm Sofa (völliges Durcheinander, schmutzig, unaufgräumt). ::


Hengel wird häufig statt Henkel gesagt Pass auf, gleich hasse den Hengel ab! ::


Hengerschen Hintern, Gesäß Die sitzt doch den ganzen Tach faul auf ihem Hengerschen.
Das Wort findet man natürlich nur im rheinischen Velarisierungsgebiet: brung (braun), Wing (Wein), hinter (henger) usw. ::


Henkelmann Speisewärmer, Warmhaltegefäß, heute kaum noch benutzt. In Krefeld gab es einen Wärmwaterparatmaxmester, der morgens in der Werkstatt die Aufgabe hatte, das Warmwasserbad für die Henkelmänner einzurichten. Im Knappenviertel in Oberhausen gibt es die Henkelmannbrücke (heißt im Volksmund so).
Eine Auferstehung feiert der Begriff im modernen Computerzeitalter. So werden Komponenten für mobile Lan-Parties heute wieder als Henkelmann bezeichnet. Auch ne schmale Maurerkelle wird als Jung-Henkelmann bezeichnet. Als Henkelmännche wird wegen ihrer aufwändigen Dachkonstruktion auch die Kölnarena in Deutz bezeichnet.  ::


heppen Fußball spielen; wurde bislang nur einmal aus dem Ruhrgebiet gemeldet. ::


her in der Wendung her sein abstammen von, herkommen, verursacht sein von Wo kommt denn der Fleck her? Der könnte da her sein. Wo kommst du denn her. Wieso, vom Klo::


herb in der Wendung herb drauf sein Der is aber herb drauf heute abend, vor dem musse dich vorsehen! (unleidlich sein, aggressiv sein). Aber auch gebraucht für das Aussehen einer Person: Diese Tussi sah sowas von herb aus...!(geschmacklos, ungepflegt). ::


hergeben in der Wendung etwas/nix hergeben mit/ohne Gehalt sein, (keine) Relevanz haben, (keinen) Eindruck machen Der mit seinen Mercedes macht ganz schön wat her. Die lebt nur von Schockelade, die gibt doch nix her. Ich hab den ganzen Tach gegoogelt, aber dat gibt alles nix her für unser Referat. Ob dat für uns wat hergibt, dat der Papst en Deutscher is? ::


Hering in den Wendungen dünner Hering (Son dünner Hering, kricht der nix zu Essen bei euch?) und keinen Hering vom Teller ziehen schwach sein: Die Karre zieht doch keinen Hering vom Teller. Der Schlappschwanz zieht keinen Hering vom Teller sowie abgeleckter Heringsschwanz als Bezeichnung für eine Dame mit einem bewegten Liebesleben. ::


herm in der Wendung och herm! drückt Mitleid mit Kindern, niedlichen Tieren etc. aus Mein Hamster ist gestern gestorben. Och herm! Och herm ist aber auch universell einsetzbar, kann auch ironisch gemeint sein: Ich hab in der Klausur nur ne 1,5. - Och herm... In den meisten Fällen wird es jedoch verhätschelnd angewandt, wenn ein Kind beispielsweise stolpert, kommt häufig ein Och herm!, besonders, wenn nichts passiert ist. Außerdem wird bei im Kinderwagen oder Bett befindlichen Kleinkindern (meist von den Großmüttern und deren Freundinnen) der Begriff Och herm! verwendet, wobei er hier eher ausrückt, dass das Kind süß und noch sehr klein ist. Auch die Aussprache kann variieren, mitunter hört man auch Och herem::


Hermann in der Wendung den Hermann machen den großen Mann markieren, angeben, prahlen Der macht ma widder den Hermann hier vor den anderen::


Herrenhandtasche Herrenhandtasch Sechser Pack Bier Bring ma vonne Tanke noch zwei Herrenhandtaschen mit, mitte Büchsen hier komm wer nich aus::


herumdrucksen rumdrucksen sich unklar ausdrücken, um den heißen Brei reden Nu drucks doch nich so rum, sach wat Sache is. Wat bisde am rumdrucksen, is wat::


herumfuhrwerken rumfuhrwerken sich ziellos bewegen, planlos arbeiten Musse hier auch mit deinen Armen rumfuhrwerken? Kein Wunder, datte dich geschnitten hás. Der is im Keller am herumfuhrwerken. ::


herumfuppen nervös, hyperaktiv sein Der fuppt de janze Zeit erömm. Einen solchen Menschen nennt man im südlichen Rheinland Fuppes::


herumkreuchen herumkriechen, krabbeln Wat bisse da inne Büsche am herumkreuchen, hasse wat verloren?  ::


herumkrösen siehe krosen::


Herzken Früchtchen, durchtriebenes Mädchen, aber auch leichtgläubiges Mädchen Dat is vielleicht en Herzken. Dem Herzken hät ich dat auch nich zugetraut. Natürlich kann Herzken lediglich Verkleinerungsform  sein: Die Sonne scheint, dat Herzken lacht. Ma kucken, wat mein Herzken dazu sacht. (Angebetete). Herzken ist natürlich die niederrheinische und Ruhrpottvariante von Herzchen. ::


Hett (ein meist mageres) Pferd Auf dem Hett kannste aber unsern Bürgermeister als Sankt Martin nich setzen, der wiegt ja fast zwei Zentner.
Das Wort wird bislang nur vom nördlichen Niederrhein gemeldet. ::


Heu Geld, in der Wendung Heu fressen Dat alte Auto is verkloppt, dat friss jetz kein Heu mehr. (nichts mehr kosten). Geld wie Heu haben Die ham Geld wie Heu (viel Geld haben). Aus dem Berufsleben: Komm, lass ma ers dat Heu inen Contäner bringen, eh wa weitermachen (Kabelgewirr, Elektroschrott). ::


Heuer Murmel, Knicker. ::


Heulbesen elektrischer Staubsauger. ::


heusch siehe häusch und hösch::


hibbelich hibbelisch zappelig, unruhig Dat Kleen is immer so hibbelich, dat macht mich ganz verrückt. Nu sei doch nich so hibbelich un bleib ma ruhich sitzen. Ich bin schon ganz hibbelich, weil wer morgen innen Urlaub fahren. (nervös) Jemanden, der unruhig ist, nennt man Hibbel oder Hippel Nu sei doch nich son Hibbel. Dat Ferd is en richtiger Hibbel, dat kann nie ruhig stehen. Man kann auch hibbeln unruhig sein, herumhampeln Der hibbelt in der Schule nur rum un lernt nix. ::


hicken hinkeln das Hüpfspiel spielen Solln wer hinkeln? (in einem auf den Boden gemalten Spielfeld, dem Hickkasten).  ::


Hickepick Schluckauf Boah, glaubse, jetz hab ich voll den Hickepick. Bei Hickepick musse schlucken.
Der Hickepick ist nur am Niederrhein zu finden. ::


Hickeschlick Schluckauf Wat has du inne Bowle getan, ich hab hier voll den Hickeschlick schon von en ersten Glas an::


hier oft statt "her" verwendet. Chantall, komm hier bei Omma! von hier kommen stammen aus, geboren sein in Kommse von hier oder von wo? ::


hier die hier der, hier das dieser, diese, dieses (Blissenbach: "Rheinisches Demonstrativpronomen") Hier die Kuh hat aber braune Flecken, die da nich. Hier die Kirche is aus Backstein. Hier dat ess ich nich, dat schmeckt doch scheiße. Hier der Mann hat mein Geld geklaut. Hier dat ham die komplett versaut, dat kannsde alles neu machen::


hierhin wird im Rheinland statt "hierher" gebraucht Marcel, komma hierhin! Hierhin komm ich nie mehr widder, scheiß Laden is dat hier::


Hierzemann Weckmann, Gebildbrot zu Sankt Martin oder Nikolaus Isch hät gern son Hierzemann da un zwei Rögglesche.
Den Hierzemann gibt es nur in einem kleinen Gebiet im Zentralrheinischen um Bonn herum. Sonst heißt das geliebte Martinsgebäck überall Weckmann oder Stutenkerl. ::


Himmel in der Wendung Himmel un Ääd "Himmel und Erde" als Bezeichnung einer im gesamten Rheinland verbreiteten Speise aus Blutwurst, Kartoffelbrei und Apfelmus Mit Himmel un Ääd kannz mich jagen. Im Ruhrgebiet ist "Himmel und Erde" auch ein Hinkelspiel der Kinder. ::


himmeln etwas, sich zerstören Der hat gerade den Computer gehimmelt. Grundsätzlich kann man alles himmeln: Autos, technische Geräte, Plattenspieler, CDs, Tennisschläger oder Thermoskannen. Nicht nur fehlbedienende Menschen, auch Maschinen können etwas himmeln: Der scheiß Brenner hat mir schon den dritten Rohling nacheinander gehimmelt. Maschinen können sich darüber hinaus selbst himmeln: Mein Kühlschrank hat sich heut Nacht gehimmelt.  Eine ganz andere Bedeutung findet sich in der Wendung Dat is at am himmele! Dann jammert jemand derart über sein Befinden, als würde er bald sterben. ::


Himpelepimp jemand, der hinkt oder ein steifes Bein hat Seit der seinen Unfall hatte, läuft der wie ne Himpelepimp. ::


Himpim Spinner, Blödmann Erzähl nich son Quatsch, du Himpim!
Bislang vom rechten Niederrhein gemeldet. ::


hinfliegen hinfallen, stürzen Bisse hingeflogen? Ich bin hingeflogen un mit Verdacht auf Bänderriss ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der Roller ging vorne hoch un ich bin voll fett hingeflogen. Die Wendung ist wohl aus den rheinischen Mundarten, wo sie weit verbreitet ist, übernommen worden. ::


hinhauen klappen, funktionieren Krisse die Sache geregelt? Dat haut schon hin! Dat kann überhaupt nich hinhauen. Ich hau mich jetz für en paa Stunden hin. (sich schlafen legen, ausruhen). ::


hinkeln siehe hicken. ::


hinkommen passen, aufgehen, stimmen, reichen Isch hap dat mal nachgerechnet, dat kann schon hinkommen. Dat kommt nie und nimmer hin! Ach, mit dem Stoff kommse dicke hin, da kannsde zwei Röcke draus machen. Deine Sohn is jetz so groß, der kann schon oben annen Schrank hinkommen. (reichen) Wen ich nach Hause komm, da kommt der Hund direkt bei mich hin. (herkommen) Lass doch mal den Bummerang nach hier hinkommen, un nich bloß ap innet Gelände::


hinmachen sein Geschäft verrichten Kumma, da hat doch wieder der Nachbarköter hingemacht. Mensch, nu mach ma hin. (sich beeilen). ::


hinne in der Wendung hinne machen sich beeilen Nu mach hinne un bummel nich::


hinschustern siehe zusammenschustern::


Hintämken Hintämpken Staubfänger, Nippes, überflüssiges Zeug Ich brauch nix zum Geburtstach, ich hab schon genuch Hintämpken. Ey, kumma aum Regal, nur Hintämken.
Hinthämken sammelt man mit Vorliebe am südlichen Niederrhein. ::


hinter in der Wendung nix hinter sein keine Substanz haben, nicht vorhalten (bei Lebensmitteln) Der hat vielleicht en Schuss, da is wirklich nix hinter. Ich mag die Hamburger nicht, da ist gar nix hinter, nach einer Stunde haste schon wieder Hunger. Nur ne Suppe mittags, damit kommsde aus? Da is doch nix hinter. Wat Pollitiker em Wahlkamf saren, da is doch meistns nix hinter. (nicht ernst gemeint, Phrasendrescherei, hohle Luft). Im Norden und im Ruhrpott sagt man auch  Komma hinter, wenn man jemanden in eine private(re) Ecke, weg aus der Öffentlichkeit und der Beobachtung durch Andere bitten will. es hinter sich haben etwas Schlimmes überstanden haben, jenseits von Gut und Böse sein, gestorben sein Wenne da liegst, hass et hinter dir. Die Mädchen auf dem Straßenstrich haben et hinter sich. ::


hinterfotzig gemein, hinterhältig Dat war ganz schön hinterfotzich von dem! Ich hät nich gedacht, dat du so hinterfotzich sein kanns. ::


hinterher Folgen habend Tu am besser en Schal um bei dem Wind, hinterher bisse wieder am husten. hinterher sein darauf achten Ich bin sowat von hinterher, dat mein Jung auch jeden Morgen zur Schull geht! (nich) hinterher kommen  etwas (nicht) schaffen Ich bin zwa hinterher, dat-eer sein Arbeit rischtisch am machen is, aba bei dem, wad isch selber ze tun hab, komm ich dann einfach nich mehr hinterher. da kommt was hinterher es drohen unangenehme Folgen Ich bin geblitzt worden, ich fürchte, da kommt noch wat hinterher.  ::


Hintern in der Wendung mit dem Hintern zu Hause bleiben das Haus nicht verlassen Heute is so fieses Wetter, da bleibt man am besten mit dem Hintern zu Hause. (Siehe auch Kirmes (da hat der Hintern Kirmes)). ::


Hipken kleines scharfes Messer, zum Beispiel zum schälen von Kartoffeln. ::


Hippe Ziege, auch als abwertende Bezeichnung für eine weniger sympathische Dame (auch Speicherhippe: siehe Speicher) Die blöde Hippe da hinten! als abschlägiger Bescheid: Oppa, ich will auffe Schaukel! Oppa:Die Hippe wollte auch´n langen Steert! Mit Hippe oder Hippedier wurden/werden auch dünnere weibliche Menschenwesen bezeichnet. Ein Hippelämmken (eigentlich Ziegenlamm) ist im Ruhrgebiet ein hibbeliges, mageres Kind Dat springt herum wie en Hippelämmken::


Hippe ein Handwerkzeug, ähnlich einer Sichel, aber mit längern Stil. Wird zum Entasten bzw. Durchdringen von Sträuchern eingesetzt Mit der Hippe hauen mer de Äste von den Böhmen.  ::


Hippeländer Hinterwäldler, Grenzlandbewohner, Flachländer Hippeland Hinterland, ländlicher Raum Heute fahrn wer ma ins Hippeland. Der kommt da irgendwo ausem Hippeland. Dat is vielleicht en Hippeländer, der weiß nix.
Hippeländer sind immer die anderen. Für die rechtsrheinischen Duisburger sind es die Linksrheinischen, für die Linksrheinischen die Klever, für die Klever die Holländer. Heute gibt es sogar einen Hippelandexpress von Duisburg nach Kleve. ::


Hirni Idiot Hau ab, du Hirni! Der Hirni hat schon wieder ne CD geschrottet::


Hobel anerkenndene Bezeichnung für ein Auto oder Motorrad: Wat hasse denn dafürn geilen Hobel. Wie schnell is denn der Hobel. Wat fürn Hobel::


hoch in der Wendung alle/x Mann hoch als (geschlechtsneutrale) Bezeichnung einer Gruppe, Delegation Wir vom Frauenkegelklub gehen alle Mann hoch zum Friedhof. Mit gleich drei Mann hoch kamen die von der Polizei in die Kneipe, nur weil da geraucht wurde. ::


hochachtungsvoll sternhagelvoll,völlig betrunken Auweia, der war jo niemieh voll, der war jo schon hochachtungsvoll.
Hochachtungsvoll ist man im südlichen Rheinland. ::


Höckebömmele ein Ort, der überall liegen kann: Es ist doch egal, ob wir von Bonn aus, Berlin, Hückeswagen, Kleinkleckersdorf oder eben von Höckelbömmele aus regiert werden.
Das lustige Wort wird aus Köln gemeldet. ::


Hocker in der Wendung sich vom Hocker machen verschwinden, flüchten Der hat sich doch glatt vom Hocker gemacht, ohne zu bezahlen. Mach dich bloß vom Hocker. (hau ab) Daneben gibt es die Wendung locker vom Hocker etwas mit Leichtigkeit bewerkstelligen Dat mach ich doch locker vom Hocker. Mit meiner Kiste versäg ich dessen BMW aber locker vom Hocker. Die Gartenarbeit im Frühling machse aber auch nich so locker vom Hocker. vom Hocker fallen sehr überrascht sein Als ich den Preis sah, bin ich echt vom Hocker gefallen. ::


Höcksken Höxken in der Wendung vom Höcksken aufs Stöcksken kommen als Variante von vom Höltzken aufs Stöcksken...(siehe dort). ::


Hof in den Wendungen sich vom Hof machen verschwinden Nu mach dich vom Hof, aber schnell! vom Hof sein weg, fort Wenn dem sein Vater den nur ma streng ankuckt, dann is unser Hermann stantepede vom Hof un kommt stundenlang nich wieder. Außerdem die Redensart Auf jedem Hof is einer doof. (wird auf Arbeitskollegen, Familienmitglieder und ähnliche Gruppen bezogen).  ::


hogeln auf einem Sitz/Stuhl hin- und herrutschen Mann, hör auf am hogeln! Wat bisse die ganze Zeit am hogeln, hasse Hummeln im Hintern::


Hohlbrot ein schwerfällig denkender Mensch, ungebildete Person Dat is vielleicht en Hohlbrot::


holen steht im südlichen Rheinland (beginnend südlich von Bonn und Aachen) auch in der Umgangssprache noch für "kaufen, einkaufen", "mitbringen" und "nehmen": Ich hab mir nen neuen Fernseher geholt. Ich hab mir ein neues Auto geholt. Hol mir doch en Bier mit! Kannst du das Buch zum Opa mitholen? Du hass aber janz schön zujeholt. (zunehmen) Die Variante einholen "einkaufen" ist offensichtlich auch weiter im Norden gebräuchlich (gewesen), selbst im Ruhrgebiet: Die Tante is gerade einholen. Du kanns nirgendwo besser Kleider einholen als wie in Bonn::


Holland in den Wendungen Holland gesehen haben oder an Holland vorbei sein erledigt sein, beendet sein Ach ich weiß, mir hatten viel Streit, aber für mich hat der inzwischen Holland schon hinter sich. Hör doch auf mit deinem ewigen Kriech, der hat doch lang schon Holland gesehen. Dat hat Holland schon erreicht, ich kümmer mich da nich mehr drum. Wenn Holland in Not ist, steht irgend etwas unter Wasser, Küche, Bad, oder Keller; oder es ist ganz allgemein ein Notfall Seit der Mann verschwunden is, is bei denen aber Holland in Not. Wenne nich gleich aufhörst mit dem Scheiß, dann is aber Holland in Not bei dir inne Bude, glaub et mir.  ::


Holländer Gouda. Bestellt man beispielsweise ein halbes Pfund Holländer, so sind 250 g Gouda gemeint. Bring noch wat frischen Holländer mit. ich mach Holländer am liebsten, wenn der schon bröckelt.  ::


Höllöpp in Wesel gebräuchlicher Betroffenheitsausruf: "Meine Güte".
Möglicherweise ist Höllöp eine mundartliche Variante des ausrufls "Hilfe" (siehe Kommentar). ::


Holschen Holzschen nennt man die Holzschuhe in Essen. ::


holvern holfern herumtollen, ausgelassen sein Die Kinder waren müde, weil sie den ganzen Abend geholvert haben.
Holfern/holvern ist in den west- und niederrheinischen Mundarten gebräuchlich, die Bedeutung "balgen, toben" ist typisch für den Westen des Rheinlands ::


holzen unfair, brutal Fußball spielen Bei Borussia musse aufpassen, die sind bekannt dafür, dat se holzen. Nu holz doch nich so! Holzerei brutale Spielweise Mannoman, wat war dat vonne üble Holzerei gestern auf Schalke. Holzertruppe Nach Asterlagen fahr ich ungern, dat is ne richtige Holzertruppe, da komm ich immer mit blaue Flecken nach Hause. ::


Hölzestielchen kleines Küchenmesser Ich hab dat Hölzestielchen mit den Schalen fortgeworfen.  ::


Hölzken in der Wendung vom Hölzken aufs Stöcksken kommen Bei son Klassentreffen kommsde wirklich vom Hölzken aufs Stöcksken. von et Hölzken sein überrascht sein (am nördlichen Niederrhein) Da bisde aber von et Hölzken, wa? ::


hömma eigentlich kein Wort, aber am Niederrhein und im Ruhrgebiet so etwas wie ein Marker geworden Hömma! (Bitte um Aufmerksamkeit) Hömma, kanze mir dat erklären? Dat wird doch nie wat, hömma! Es wird auch in Briefen und Mails verwendet. ::


hömmele viel, sehr viel, außerordentlich (groß) Das ist hömmele weit wech. Das sind hömmele Leute auf der Straße.
Diese Sonderbedeutung von "himmlisch" hört man in der Umgangssprache des Aachener Landes. ::


Hömpelpömp jemand, der hinkt Opa, wat is los, du wirs ja ene richtige Hömpelpömp! ::


Honk Trottel, Blödmann (fast nur in der Anrede) Hau ab, du Honk! Ey du Honk, wat soll dat hier::


Hoppeditz unruhiges Kind (ein hüpfendes Ditzchen) De Hoppeditz macht macht mich ganz jeck.
Im rheinischen Karneval spielt der Hoppeditz als Narrenfigur eine wichtige Rolle. Er erwacht am 11.11. und wird am Aschermittwoch verbrannt. ::


Höppekästchen Höppekässchen, Hüppekästchen Bezeichnung für ein Hüpfspiel, bei dem Kinder mit Kreidestrichen eine Spielfläche auf die Staße zeichnen. Heute nicht mehr oft zu sehen. Komm, loss mer Hüppekästche spille::


Höppeling Grashüpfer, Heuschrecke Kuck ma, der kleine Höppeling da im Gras.  ::


Höpper Hüpper Hüpfer, meist als junger Höpper/Hüpper alles junge Höpper in dem Bus, die sin von der Berufsschule. ::


hören im Sinne von "gehören" Finger weck, dat hört mir! Da musde nix extra für blechen, dat hört dabei! Wem hört dat? Nu benimm dich, dat hört sich nit, mitte Finge in de Nase bohren, Mann! (sich nicht gehören, unpassend sein).
Diese Verwendung von "hören" hört man in Köln und Umgebung, aber auch im Ruhrgebiet. Daneben auch folgende Bedeutung von hören:  Sagt man von einem Bengel, der kann nich hören bzw der hört nich, dann ist damit "gehorchen" gemeint. ::


Hörnchen in der Wendung sich ein Hörnchen laufen vor verschlossenen Türen stehen, unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen Gestern hab ich mir schon ma ein Hörnchen gelaufen, weil keiner da war. Diese Wendung hört man in Bonn und Umgebung.
Das "klassische" Hörnchen ist natürlich die Beule am Kopf Wo hasde denn dat Hörnchen her? und heute das Croissant Vier Brötchen und ein Hörnchen, bitteMeterlange Hörner haben sagen genervte Mütter in Essen, die einen stressigen Tag wie z.B. Kindergeburtstag hinter sich haben. Bis ich alle Blagen wieder vor der Türe hatte, da hatte ich meterlange HörnerHörner kriegen ist im ruhrgebiet ein gängiger Ausruf der Verärgerung, wenn eine z.B. verzwickte Sache nicht klappt Ich krich Hörner!!! Dat sind ja alles Schrauben mit Linksgewinde!  ::


Hörnertee Kräuterbitter oder Kräuterlikör (nach den Etikett auf den Flaschen der Marke "Jägermeister") Gibst du noch ne Runde Hörnertee? ::


Horst unattraktiver, etwas prolliger Mann, Redewendungen: den Horst machen oder sich zum Horst machen oder ... machen lassen oder hier den Host geben. Steigerung: Vollhorst Dem Rita sein neuer Freund ist son richtigen Vollhorst! und Sandhorst (nach einem Vorort von Aurich). Sanftes Schimpfwort, Trottel im Urlaub und am Strand. ::


hösch (meist mit langem "ö" gesprochen) leise, sanft, zart vorsichtig, schüchtern, unauffällig, still Der kam so ganz höösch um die Ecke. Bisse höösch! (Ruhe bewahren).Wenn das nachher verbunden werden muss, machen se mal ganz hösch, sons hüppt ihnen der Mann da von der Trage (sagt z.B. der Notarzt zum Unfallhelfer). Der Wind is nur ma ganz hösch, da kannsde keinen Drachen steigen lassen. Mach mal hösch! (mach langsam). ::


Hösche ist im südlichen Rheinland ein Gartengerät, mit dem Erde und Unkraut gelockert und zusammengekratzt wird.
Das Wort ist sehr selten und kleinräumig begrenzt. ::


höschen Fußball spielen Gehse mit höschen?
Das Wort scheint auf einige Gebiete des Bergischen Landes bis hinauf nach Duisburg beschränkt zu sein. ::


Höscher (nur Plural) Fußballschuhe Hasse deine Höscher dabei? Mensch, ich hab meine Höscher vergessen.
Mit Höschern spielt man am rechten Niederrhein. ::


Hose in der Wendung tote Hose trostlos, verödet, langweilig Komm, wir haun hier ab, hier is doch nur tote Hose. Mit dem is doch tote Hose. (Anmerkung der Redaktion: dieser Eintrag musste ja von einem Düsseldorfer kommen) in die Hose gehen misslingen Dat mit unserer Überraschung is aber voll in die Hose gegangen. Dat geht bestimmt in die Hose. Ein auf dicke Hose machen angeben, auf den Putz hauen, eine dicke Lippe riskieren Wat is Kleener, willze hier auf dicke Hose machen. Überleech dir genau, watte gezz sachs. ::


Hospes (kurz gessprochen) ein seltsamer, ungeschickter Mensch, komischer Kerl Wat is dat für en Hospes?
Der Hospes ist in allen rheinischen Mundarten verbreitet und dort sowohl Ehrenname für den Besitzer eines Anwesens als auch die Bezeichnung für einen sonderbaren Menschen; in der Umgangssprache ist das Wort heute nicht mehr häufig zu hören.  ::


hösterich überhastet, übereilt, ungehalten Sei doch nich so hösterich, lass ma langsam angehen un mach allet in Ruhe!
Das Wort ist die regionale Variante von "hastig" und in dieser Form bislang für das Ruhrgebiet nicht belegt.  ::


Hottermäxchen Butterbrot, geschmiertes Brot, das in mundgerechte Stücke geschnitten wird (meist für Kinder): Ich hab dir Hottermäxchen gemacht.
Nur am oberen Niederrhein bekannt. ::


Hubät (mit langem ä) als Schöner Hubät Stutzer Nix arbeiten, aber inne Muckibude den schönen Hubät vor all die Weiber da machen. Mann, du wars ja beim Frisör, un wie! Darf ich "Schöne Hubät" für dich sagen::


Hubbel Unebenheit in der Straße, kleine Erhebung Fahr langsam, vor dir sin vill Hubbels. Da bin ich voll über son Hubbel geknallt. Kann aber auch jede andere Erhebung sein Ich hab auf einmal son Hubbel am Arm, da muss ich lieber mal mit zum Arzt. hubbelich uneben, wellig Die Stroß is do schwer hubbelichKuk ma wie hubbelich die Schale von der Nuss is! Dat is ja so wat von hubbelich, dat nenns Du Bett gemacht?  ::


Huck Ecke, abgelegener Ort am Ende eines Weges, Abstellkammer Ich geh mal in die Huck. Der Mülleimer steht in der Huck (unter der Kellertreppe). auch Hückchen kleine Kammer Der wohnt in son ganz kkeinen Hückchen.
Die Huck kennt man im zentralen Rheinland. ::


Hucke Hocke eigentlich Rücken, in der Wendung die Hucke voll Ich hau mir gleich die Hucke voll (betrinken) Willse die Hucke voll haben? Du krichs gleich die Hucke voll (Prügel bekommen). Du krichst gleich für 3 Pfennig Haumichblau oder willste lieber die Hucke voll! in der Hucke (oder im Hücksken) sitzen niedergehockt sitzen Boh, wie kannsde so lang im Hücksken sitzen, mir wärn da schon lang die Füße eingeschlafen, ich käm gar nich mehr hoch. In Bochum und Wattenscheid sagt man Hocke Ich kann nich mär so lange inne Hocke sitzen wie früher. ::


Hucke Hock, Höcksken, Hücksken kleines Haus, Bude, auch Ecke, Winkel (das ist die eigentliche Bedeutung) Der wohnt da in sonner kleenen Hucke unten annne Straße. Der hat in der WG nur en ganz kleines Höcksken für sich. Die sitzt am liebsten in irgendeinem Höcksken. Auch im Sinne von "schäbig" Wat, für so ne Hucke zahlste 400 Tacken? ::


huckeln holpern Dat huckelt aber ganz schön hier in der Karre, sind die Stoßdämpfer kaputt? huckelich wellig, unregelmäßig Mensch, wat is die Strasse huckelich::


huckepack ind er Wendung etwas huckepack nehmen/tragen auf dem Rücken tragen Nimmse mich ma huckepack, ich kann nich mehr laufen. Der Ullige is nur am quengeln, weil er huckepack getragen werden möchte::


Huddel Hoddel alter Lappen Nu schmeiß den Hoddel endlich wech un nimm ma en sauberen Lappen. Eigentlich ist Huddel aber in der Umgangssprache weiter verbreitet in der übertragenen Bedeutung "schlechte Arbeit, Durcheinander" Wat is dat von Huddel hier. Auch als Huddelei, Gehuddel oder Huddelskram gebräuchlich Wer hat dieses Gehuddel denn verbrochen? Für sonne Huddelei soll ich auch noch Geld zahlen. Jemand, der für den Huddelskram verantwortlich ist, ist ein Huddeler. Huddel kann auch allgemein "Schwierigkeit, Ärger" bedeuten: Mit dem da hab ich nix als Huddel. Und auch 125er Motorräder werden als Huddel bezeichnet, da sie aussehen wie große Maschinen, aber eben nur langsam dahin huddeln.
 ::


huddeln schludern, lustlos arbeiten Der Fliesenleger hat aber ganz schön gehuddelt bei euch im Bad. Man kann auch etwas verhuddeln Verhuddeltes Kabel oder Garn kriegt man kaum ausenander... (verwirren) Auch als Substantiv Huddelei oder Huddel schlechte Arbeit Pfusch Wat is dat denn von Huddel hier. Dat is wohl von de Firma Huddel & Brass (sagt man bei schlechter Handwerksarbeit). Jemand der huddelt, ist ein Huddelbruder::


Hufe in der Wendung in die Hufe kommen (ausschließlich mit der eigentlich unsinnigen Präposition "in") in die Gänge kommen, auf die Beine kommen Ich komm nich in die Hufe. Nu komm endlich inne Hufe, Mensch. die Hufe schwingen sich beeilen, meist als Aufforderung gebraucht Nu schwing ma die Hufe, sons wirsde nie färtich::


hüh/hott in der Wendung hüh und hott sagen sich nich tentscheiden können, zwischen zwei Entscheidungen stehen Ich weiß nicht, ob ich mich operieren lassen soll, der eine Arzt sacht hüh, der andere hott. Der sagt heute hüh und morgen hott. jetz aber Hüh! als Aufforderung, tätig zu werden. Heute auch um die Steigerungsform Jetz aber Mega-Hüh! erweitert.  ::


Hühnerhugo Restaurant, in dem ausschließlich Brathähnchen serviert werden
Heute bleibt die Küche kalt, da gehn wer zum Hühnerhugo::


Hüksken kleines, sehr scharfes Schälmesser Dat Hüksken darf se nich inne Spülmaschine tun::


Hüldopp Hülldopp Brummkreisel,am Niederrhein verbreitetes Synonym für Dilldopp, siehe auch Hullidopp.   ::


hullacken (schwer) arbeiten Der war ganz schön am hullacken im Garten.
Das Wort ist wohl eine regionale Variante von wullachen::


Hulle in der Wendung wie Hulle absurder Vergleich mit der Bedeutung "sehr stark, besonders" Mann, der is voll wie Hulle (stark betrunken). Pass auf, der stinkt wie Hulle.
Wird aus dem westlichen Ruhrgebiet gemeldet. ::


Hullidopp Hullidöppchen, Hullidöppken unruhiges, kleineres Kind, das viel Wirbel macht Wo is dat Hullidöppken denn auf eima hin? Grad hatse doch noch die Katze hintere Couch wechgescheucht.
Eigentlich Heuldopp "Brummkreisel", eine früher im Rheinland verbreitete Variante zu Dilldopp. Heute nur noch im Ruhrgebiet zu hören. ::


Hülsen Stechpalme, Ilex Hülsen mit den roten Beeren sehen im Adventskranz sehr schön aus.
Hülsen kennt man noch im ganzen zentralen Rheinland aus der Mundart. ::


Humm der Humm kann irgendwo drin sein oder irgendwo reinkommen, dann ist eine Sache verfahren, nicht mehr in Ordnung Da ist der Humm drin.
Diese seltene Wendung wurde aus Bornheim gemeldet. ::


hümmelich hömmelich kränklich, schlecht drauf Die Omma is heut wat hümmelich. Ein hümmeliger Mensch ist entsprechend ein Hümmelken Die alte Nachbarin is ma blos son Hümmelken.
Hümmelken kennt man im Ruhrgebiet und am Niederrhein. ::


Hümmken Hümmelken, Hümmchen, Hümpchen kleines Messer, Küchenmesser Wo hap ich dat Hümmken nu wieder hingelegt. Die Omma schält die Kartoffeln immer noch mit som uralten Hümmken.
In Teilen des Bergischen Landes, am Niederrhein und im Ruhrgebiet bekannt. Hier kann ein Hümmelken auch ein Schnapsglas sein. Siehe auch Pittermesser. ::


Hümpchen siehe Hümmken::


Hümpel Haufen, unsortierter Kram Tu mal den Hümpel ausem Weech, wir kriegen Besuch, der will da laufen können. Die hat die Dreckwäsche aum Hümpel liegen. Hümpel und Schümpel Sack und Pack Der Klaus war tatsächlich in drei Tagen mit Hümpel un Schümpel da raus. ::


hümpeln hinken Wat bisse am hümpeln, hasse wat? Hümpekästchen Hinkekästchen, Straßenspiel der Kinder. ::


Hund in der Wendung über den Hund kommen in Essen hört man noch heute den Satz Kommse übern Hund, kommse übern Sterz. (mit einer Arbeit fast über den Berg sein).  ::


Hundekuchen Pressholz, Spanplatte Die Ikea-Möbel, dat is doch allet Hundekuchen. ::


Hunderterpackung in der Wendung nie die Hunderterpackung kriegen niemals perfekt sein Mein neues Auto hat ja auch en paa Macken, aber et is wie et is, kriss eben nie die Hunderterpackung. ::


Hunderterschraube Flasche Bier (eigentlich eine besonders dicke Schraube, aus der Bergarbeitersprache) Nache Schicht ne Hunderterschraube, dat muss::


Hungerhaken dünne Person, Schlappschwanz Mit dem Hungerhaken wills de deoch wohl nich dat Klavier runterschleppen? Dat is doch nur ma en Hungerhaken, der Kerl. ::


Hunni Hundert-Euroschein (früher natürlich Hundert-Markschein) Die Klofrau wollte mich nich reinlassen, weil ich nur en Hunni bei hatte. Reicht dir en Hunni für die Senfkiste? Nee, gipp ma lieber en Zwunni. ::


hüpe Gülle auf die Felder ausbringen Der is am hüpe sagt man im Umland von Bonn, wenn die Bauern ihre stinkende Brühe ausfahren. ::


Hupen in der Bedeutung "große Brüste" (nur Plural) Hat die ein Paar Hupen, Donnerwetter::


Hüpp in der Kombination Hütt op de Lütt Quälgeist, Nervensäge, quengeliges Kind Dat is ne richtije Hüpp op de Lütt, der jeht mich so wat von auwen Geist!
Die Wendung ist sicherlich mundartlichen Ursprungs und wird aus Neuss gemeldet. ::


Huppdohle Hupfdohle verächtlich für Tänzerin Wat hat der sich denn da vonne Huppdohle angelacht::


hüppeln hüppen hopsen, springen, tänzeln Wat hüppelse so, musse auf et Klo? Mit dem Wagen fahr ich nich gern, der hüppelt so. Der is jung, der kann noch die Treppe hoch hüppen. rumhüppeln hör auf hier rumzuhüppeln, dat is ja nich zum Aushalten.  ::


Hur In Eschweiler und Umgebung sagt man oft und gerne Au Hur "Alte Hure", wenn man etwas Gehörtes kommentieren will. Der Ausspruch ist nicht beleidigend gemeint und wird auch nicht als solcher aufgefasst. Mit einem herzhaften Au Hur zu Satzbeginn kommentiert man lediglich, dass der Gesprächspartner zuvor etwas Lustiges, Bemerkenswertes, oder Dummes getan oder gesagt hat: Au Hur, dat meinsde jetz doch nich im Ernst, oder? ::


Hurka Aufforderung, tätig zu werden Jetz aber Hurka Jungs, un nich zu knapp::


huschdituppe schnell,flott Mach dat ma eben huschdituppe fertich::


Hut in den Wendungen einen am Hut haben (dumm sein) und nichts mit am Hut haben egal sein Der hat doch wie immer mit nichts wat am Hut. ::


Hütte Haus, Wohnung Am Samstach war bei uns volle Hütte (großes Fest). Die ham sich da vielleicht ne Hütte hingestellt. In meine Hütte komms de nich mehr.Im nächsten Spiel kriegen die wieder die Hütte voll. (Tore beim Fußball) Die Hütte machen heißt: die Wohnung putzen. Die hat echt ganz schön Holz vor der Hütte (ausladender Busen). die Hütte brennt ist in den letzten Jahren zum Synonym für familiäre Konflikte geworden: Noch einmal, dann brennt hier die Hütte. (als Androhung von Konsequenzen). Mit Hütte ist auch das Hüttenwerk oder allgemein die Arbeitsstätte gemeint. Morjen früh muß ich wieder zur Hütte uff de Maloche (Arbeit). Wo arbeits du? Aufe Hütte::


Hüttken kleiner, lächerlich aussehender Hut Wat hasse denn da fürn komisch Hüttken auf? ::



I-Dötzchen I-Dötzke Schulanfänger Zum I-Dötzchen gehört ne Schultüte. Ich kann mich an die Zeit als I-Dötzken gar nich mehr erinnern. Im Bergischen Land rannten die älteren Schüler hinter den Schulanfängern her und riefen: I-dötzken! Kaffekrötzken::


i-woo denkste, nie im Leben (eine 'entschuldigende, beschönigende Verneinung', wie das Rheinische Wörterbuch so schön sagt) Und, hasse gestern die Perle abgeschleppt? I woo, ich war schon um zehn zu Hause. Bisse betrunken? I woo, ich hab grad ma drei Bier intus. ::


Idee mit unbestimmten Artikel als Mengenangabe: ein wenig An dem Salat fehlt noch eine Idee Zucker. Eine Idee mehr Engagement wär vielleicht nich schlecht::


Igel in der Wendung einen Igel in der Tasche haben geizig sein Der hat en Igel inne Tasche. Igel nennt man auch eine Kurzhaarfrisur, die in den 50-60igern auch "Ami- Frisur" hieß. ::


iggelich iggelisch nervös, gereizt, ungeduldig, aufgeregt, geschäftig Na, nu bes doch nit immer so iggelisch. Wie et op die Prüfung losjing, wurd er plötzlich ganz iggelich. Wat rennt der do so hin und her, woröm is der dann so iggelich? Iggelich kann auch "ekelig" bedeuten Bäh, wat is dat iggelich! Deshalb kann auch das Wetter iggelich (ungemütlich, schmuddelig) sein. Iggel schlecht gelaunter Mensch.
Iggelich ist ein typisches Mundartwort des zentralen Rheinlands und auch hier noch in der Umgangssprache zu hören. ::


illes verrückt, verwirrt (meist selbstbezogen) Wie soll ich mir so viele Namen merken? Ich werd noch ganz illes.
Aus dem südlichen Rheinland, aus der regionalen Mundart um Koblenz in die Umgangssprache übernommen. ::


Imi unechter Kölner, Zugezogener Hier wohnen nur Imis. Der blöde Imi da hät Helau jeschrien.
Der Begriff basiert auf "imitiert" (nicht, wie neuerdings mitunter kolportiert "immigriert")und wurde von den Herren Dr. Gerhard Jussenhoven und Jupp Schlösser in dem Lied "Sag´ens Blotwoosch" (1946/1947?)erstmals verwandt.  ::


in einem gekürzt aus "in einem Aufwasch, in einem Rutsch" Sollen wir da in einem vorbeifahren? Dat mach ich alles in einem, dann geht dat ruckzuck. ::


indem dass dadurch, deswegen, weil Dat Teil is Mist, indem dat dat einfach nich hält. Un die Feuerwehr hat das Feuer ausjekrischt, indem dass die da ne Decke draufgeworfen ham. ::


ingjorieren die rheinische Variante von ignorieren Du bis so blöd, dich ingjorier ich noch nich ma::


inne in der Wendung inne Pilze sein Pilze sammeln. Ebenso kann man auch inne Brombeeren, Waldbeeren usw. sein Bisse inne Pilze gewesen? Nä, gibt doch noch keine Pilze, wir waren inne Brombeeren! auch mit "gehen": Nächsten Sonntach wollen wer inne Brombeeren gehen, da machtie Mutti immer so schön Mammelaade von::


intus in der Wendung etwas intus haben etwas im Magen haben, meist im Zusammenhang mit Alkohol Du hast ja schon fünf Bier intus, du darfst nicht mehr fahren.  ::


Ipsch kleiner Vogel, Spatz
Wurde bislang nur aus Oberhausen gemeldet. ::


ipschich ipsich klein, unscheinbar, zurückgeblieben Die Büsche bei euch im Garten sind aber wat ipschich. Dat Bild is aber wat ipsich, da kannze ja nix erkennen. ::


irgenswie irgendwie Irgenswie is mir heute schummerich. Irgenswie fällt der immer aufe Füße. Irgenswie wird dat schon gehen::


Ische Frau, Mädchen, Geliebte Wat hat der denn da für ne Ische angeschleppt? Heute auch oft Superische für eine tolle Frau.
Aus dem Jüdischdeutschen (ischa/esches) in die allgemeine Umgangssprache gelangt. ::


Ischias steht stellvertretend für das Weglassen von Präposition und Artikel bei der im Rheinland typischen Beschreibung von Krankheiten Ich hab Ischias, ich kann mich nich bewegen. Mein Mann is gestern nich zur Arbeit, der hat Magen-Darm. Seit Nickelaus ham se bei uns inner Abteilung seihum Magen-Darm jehabt. ::


Issumer Spätlese scherzhafte Bezeichnung für das Altbier der Diebelsbrauerei aus Issum, zu hören am südlichen Niederrhein Ich krich ne große Issumer Spätlese un wat zu essen. ::



ja nicht (die Betonung liegt auf dem "ja") auf keinen Fall, gar nicht Dass du mir ja nich ohne zu kucken auf die Straße rennst. Mach dat ja nich! ::


ja-nee sagt man, wenn man eigentlich etwas abschlägig bescheiden will Kommst du heute Abend mit ins Kino? Ja-nee, ich hab eigentlich keine Zeit. Wird häufig benutzt um Nicht- Einverständnis auszudrücken. "Könnwer am am Wochenende ne Party feiern? Elli hat Geburtag!" "Ja-nee, is klar! Beim letzten Mal habt ihr ja auch so schön aufgeräumt!" Der Ausdruck Ja nee is klar ist als Markenzeichen des Comdedians Atze Schröde fast schon legendär. ::


Jacke in der Wendung Jacke wie Hose egal, gleich Ob die am Samstach auflaufen oder nich, dat is Jacke wie Hose, gewinnen tun die eh nich. etwas auf die Jacke kriegen  jemanden schlagen, prügeln Du krichs gleich wat auf die Jacke, wenne nich pariers. die Jacke ausziehen für gekündigt werden Ich klau doch hier kein Papier, dafür zieh ich nicht die Jacke aus::


Jackes Ausruf des Ekels Ih, Jackes, dat stinkt ja scheußlich.
Wird aus Köln gemeldet. ::


jagen in der Wendung jemanden jagen können etwas nicht mögen, nicht leiden können Leber!? Da kannze mich mit jagen! Wenn der nur Sport hört, da kannze den jagen mit. Außerdem in der Wendung jemanden im Busch jagen können die Anwesenheit einer Person nicht ertragen können. Diese blöde Tusse, ich könnt se im Busch jagen! ::


Jakob in der Wendung nicht der wahre Jakob sein nicht den Erwartungen entsprechen Dat neue Auto is nicht der wahre Jakob. ::


Jan un allemann alle Die sind uns mit Jan un allemann auf die Bude gerückt am Sonntach. ::


Jang in der Wendung op Jang/am Jang sein mit etwas beschäftigt sein, mit jemandem zu tun haben Er war die ganze Zeit mit ihm op Jang. Ich bin jetz schon seit ewigen Zeiten mit der Reperatur op Jang, aber et bringt nix. am Jang han bedeutet "etwas Laufen haben".
Ist im Raum Mönchengladbach auch bei jüngeren Leuten noch viel zu hören. ::


janken jammern, quengeln Nu hör doch endlich ma auf zu janken. Abgeleitet davon die Jankerei und das Gejanke Dein Jankerei geht mer ganz schön auf de Schüssel!
Gejankt wird im Bergischen Land und in Köln. ::


Janker Jacke, Anorak (meist abfällig gebraucht) Wat, in sonem Janker willsde dahin gehen::


jankisch beweglich, biegsam Mein Gott, kuck ma die Alte da im Garten, wat die noch jankisch is::


japp ersetzt heute bei Jüngeren oft das Wörtchen ja: Japp, dat isset. Japp, du hast es kapiert::


Japp in der Wendung Japp haben Appetit haben Da hab ich Japp drauf.  ::


jappen angestrengt atmen, japsen, auch "nicht mehr mitkommen" Mein Hund is immer am jappen, wenn wir ausem Wald kommen, der wird alt. Dat Weech wurd ganz käsich im Gesicht und fing et Jappen an, rollte mitte Augen und fiel um. Da habbisch schnell der Krankenwagen gerufen! Wenn ich seh,wie flott manch einer omKlavier spilt, da krieje isch et Jappen, da komm ich nich mehr mit. ::


jarz (gesprochen wie jachz), jazz bitter, sauer Den Kuchen mag ich nich, die Johannisbeeren sind mir zu jazz. Boh, der Wein is aber jarz.
Als jarz empfindet man etwas im südlichen Rheinland. ::


jawollo ja, jawohl Kommsde mit nache Kneipe? Aber jawollo::


Jeck Narr, Dummkopf, Fastnachtsfan, Karnevalist Jede Jeck is anders (bekanntes Motto im Kölner Karneval) Wat bis du denn vonne Jeck? nicht unbedingt abwertend gemeint, auch ehrlich und liebevoll gemeinter Ausdruck von Respekt oder Sympathie Du lieber schöner Jeck! jeckisch ärgerlich, böse, aufgeregt Der wird aber schnell jeckisch wegen nichts. jeck, geck, gäckisch (die G-Varianten hört man im südlichen Rheinland.) verwirrt, verrückt, närrisch Nu mach mich nich jeck. Du machs mich noch ganz geck mit deinem Rumgerenne. Da werd ich janz jeck von. Man muss allerdings keinesfalls beleidigt sein, wenn man in Köln mal als jeck bezeichnet wird. Häufig heißt es: Nää, do bes jeck! als verwunderte Reaktion auf eine soeben erfahrene Neuigkeit. Im westlichen Rheinland gibt es noch den jecke Bäätes Dat kann sogar der jäcke Bäätes, da wirst du dat ja wohl auch können (also der durchschnittlich dämliche Zeitgenosse als Referenzgröße). jecke Doll notorischer Spraßmacher Jeckenditz wird gebraucht, um ungläubiges Erstaunen über die positive Verrücktheit einer Person zu unterstreichen Du Jeckenditz do! Ein Jeckeditz kann aber auch ein lustiges oder albernes Kind sein. fürn jecken Josef sich umsonst Mühe machen Gestern hab ich die Fenster geputzt, heute haddet den ganzen Tach geregnet, dat war ma wieder fürn jecken Josef. Die gleiche Bedeutung hat für de Jeckerei Dat kannsde dir sparen , dat is alles für de Jeckerei. ::


Jecker Josef siehe Jeck. ::


Jeckes (eigentlich Jeckenhaus) Irrenanstalt Die benimmt sich, als wenn se grad aus em Jeckes entsprungen wär::


Jedöns sieh Gedöns. ::


Jedrössels siehe aufdröseln::


jee! als Entgegnung auf einen negativen Bescheid (in der Umgangssprache also meist nee!) (in Analogie zum Hochdeutschen Warum? - Darum!). ::


Jehöschness siehe Geheuchnis. ::


jeizen mit hoher Stimmlage laut schreien (meist von Mädchen) Die Mädchen sind am jeizen, ich kann et nich hören::


Jekrickels Gekrickel unleserliches Gekritzel, unleserliche Handschrift Wat is dat denn für en Jekrickels. Dat kann doch keiner lesen. krickeln unleserlich schreiben Krickel nich so! krickelich unleserlich Der hat ne krickelige Handschrift. ::


Jekrönkels  Kram, unordentliche Ansammlung Räum doch mald dat janze Jekrönkels wech!
Jekrönkels findet man im zentralen und südlichen Rheinland. ::


Jekrönkels unordentliche Ansammlung, Plunder Räum doch ma dat janze Jekrönkels hier weg. ::


Jeschläpps dünne Suppe, Brühe Wat is dat denn von Jeschläpps::


Jeschräppels Jeschräppel, Geschräppels, Geschräppel, Geschrabbel Kleinkram, Kleinteile, Ansammlung kleiner Gegenstände, die nicht weiter unterschieden werden Mir hammet Auto fächtisch ausjeschlachtet, die großen Teile sin bem Schrotthändler aufm Hof; dat Jeschräppels habbich hier inne Kiste jetan. Die Franzosen hammet Rheinland erobert und dann 1794 et Rurdepachment ausjerufen, dat wat hier vorher Aachen un Köln als Städte, Jülich, Kleve, Kurköln un so als Herzochtümer un noch wat klein Jeschräppel von der Kirche um vom Rhein un vonne Preußen. Kannze mier ma en Heiermann pumpen, isch hab bloß noch Jeschräppels im Portmannee. (Kleingeld) In der Küche auch verwendet für das, was bspw. von der Schnitzelpanade abfällt und ausbäckt Noch einer wat Geschrabbels bei die Ärpel::


Jesocks siehe Gesocks::


Jieper Jipp (im Bergischen) Gier, Verlangen Mensch, hab ich jetz einen Jieper auf ein Eis. Ich hab Jieper nach en BierIch hätt getz en Jipp auf Erdbeeren. Auch in Zusammensetzungen Frauenjieper, Bierjieper.
Obwohl das Wort offensichtlich durch die Werbung populär geworden ist, ist es kein Kunstwort. Es hat auch nicht unbedingt eine niederdeutsche Herkunft, sondern ist auch in den rheinischen Mundarten verankert. Geipen, jeipen oder jiepen stehen im südlichen und zentralen Rheinland für "begierig sein, verlangen nach". ::


jiffeln albern lachen, kichern, verschämt lachen Kumma drei Tische weiter, dat Tina, dat is sich der janze  Abend einen am jiffele. jiffelich Wenn di Mädchen so jiffelich sind, kannsde nix in der Stunde mit denen anfangen. Dat send Jiffele (Mädchen, die albern lachen). jiffelich albern Wie sind die den wieder jiffelich drauf heute. Jiffelskann immer kicherndes Mädchen.
Jiffeln ist wohl die eher im südlichen Rheinland verbreitete Variante von gibbeln (siehe dort). ::


Jitsch kleiner Schluck, ein wenig Flüssigkeit Der Kaffee is so stark, der kann noch einen Jitsch Milch vertragen. Beim Blumengießen ging ein Jitsch Wasser daneben.Mit einem Jitschmörmel ist hingegen ein kleines Kind gemeint Kik ens, der kleine Jitschmörmel da! ::


jitschen eigentlich: mit einem Schlauch spritzen, hier in der Wendung Lass mal jitschen! (etwas starten , anfangen) ::


jitzich siehe Gitzknödel::


jö! (sehr kurzes ö) kann isoliert oder zur Bekräftigung verwendet werden Jö, mach mal weiter! Jö, nu aber voran! Da jö! (als Abkürzung von Tschö!, z.B. um ein langes Telefongespräch zu beenden). Auch als dann ma jö! wohlmeinende Aufforderung Also gut, wenne meinz, du kannz dat, dann ma jö! (schieß los). ::


Jöhm Gier Ich hab so nen Jöhm auf Sauerbraten - morgen koch ich ihn. (Appetit auf etwas haben). ::


Jojowurst spöttische Bezeichnung für Rübenkraut als Brotaufstrich Wat hasse aufe Knifte? Lecker Jojowurst.
Diese Bezeichnung kennt man wohl nur im Ruhrgebiet. Aber auch am Niederrhein war - zumindest früher - Rübenkraut sehr verbreitet. Eine andere euphemistische Bezeichnung ist "Essenberger Schinken" (heute aber kaum noch zu hören). ::


Jokobimm siehe Juckabim::


Jonny (gesprochen Dschonni) etwas Großes, Dickes, Kräftiges Da stand son Jonny von Kerl ine Tür, da kamse nich vorbei. Der hat sich son Jonny von Prängel genommen und dann hinein in den Kampf. Dass bei einem solchen Wort sexuelle Konnotationen nicht ausbleiben, verwundert nicht: Hasse gesehen, der hat son Jonny! (großer Penis). Eine interessante bislang isolierte Bedeutung wird aus Kevelaer gemeldet: Hier hab ich meinen Jonny gefeiert. (Geburtstag). Ein Taxifahrer ist ein Mietjonny::


Jooden Juuden Begrüßungsfloskel im südlichen Rheinland Jooden, wie siehts aus::


Jöppken Jüppken kurze Jacke, eine irgendwie komische Jacke Wat has du denn da von Jöppken? Du in deinem kurzen Jüppken. Seltener, aber auch in der Umgangssprache zu finden ist die Juppe Jacke Mach die Juppe auf,dat is doch viel zu warm. Eine dicke Juppe ist die Winterjacke. Eine ganz besonders dünne Jacke ist dann ein Fuppjäckchen Mit sunne Fuppjäcksche willze rausgehen?  ::


Jörg in der Wendung den heiligen Jörg anbeten oder den Jörg mit nach Hause nehmen, eine Andacht zum heiligen Jörg halten sich erbrechen.
Der Name ist wohl wegen seiner Ähnlichkeit mit den entsprechenden Geräuschen zu dieser Ehre gekommen. ::


jottweedee auch j.w.d. ganz weit draußen, weit weg Der wohnt da jottweedee inne Wallachei::


jou jau, jo für "jawohl" oder "auf jeden Fall" Jau, dat machen wer!  Jou jou, so war dat damals. ::


jück jöck in der Wendung op jück/jöck sein unterwegs, weg sein Ja, wo isser denn? Ach, der is wieder mal op jück. Die brauchsde nich suchen, die is immer op jöck (immer unterwegs sein). Hat auch die Bedeutung "ausgehen" angenommen Morgen gehma aber endlich mal wieder auf jück! ::


Jück Juckreiz Jück is schlimmer wie Ping sagt man im zentralen Rheinland. verjückt zerstochen Ich bin ganz verjückt nach dem Grillabend gestern. Aus einem alten Karnevalslied: Da lachse dich kaputt, dat nennt man Camping; da lachse dich kaputt, dat nennt man schön; wenn im Zelt die hummle un die Mücke dich verjücke un dann kannste nich mehr raus noch reen::


Juckabim Jokobimm irgendetwas, das hilft Nimm wat Juckabim, dan geht et besser. Auch Synonym zu Kavumm oder Schmackes (siehe dort) Da ist aber Jokobimm drin. Den Kaffee mit Jokobimm oder Ohne? (mit Koffein).
Wohl nur kleinräumig in Bonn und Umgebung verbreitet. ::


juckeln jückeln, herumjückeln nur zum Zeitvertreib umherfahren, in der Gegend herumrennen Du juckels auch was in der Gegend rum. Die is nur ine Gegend am herumjückeln. In der Eifel bedeutet juckeln, einen festsitzenden Gegenstand (z. B. Pfosten, Nagel, Schraube) durch kraftvolles Hin- und Her bewegen zu lockern/zu lösen.
(Siehe auch jück). ::


Juckeltrunsche langsame fahrendes  Auto, das den Verkehr behindert Was ist denn das schon wieder für eine Juckeltrunsche?
Siehe auch jückeln::


jucken kratzen, einen Juckreiz verspüren, emotional berühren (oft verneint), reisen, herumfahren (siehe auch juckeln) Du kanns mit meinem Ex erummachen, wie de wills, dat juckt mich nich mehr. Mich jeuchdet, ich muss mich ma jucken. Samma, kannsde mich ma am Rücken jucken, da komm ich nich hin. Wir jucken da so gemütlich über Land, plötzlich platzt en Reifen. Mich juckdet in de Ungerbotz, ich hab da son Jefühl, dat die schwanger is. (eine Ahnung haben)
In der Nordeifel ist ein Jückradiesje die Frucht der Hagebutte, die von Kindern als Juckpulver genutzt wurde. (siehe auch Jückradisje mit anderer Herkunft). ::


Juckiflutsch Schmiermittel aller Art, Rostlöser Tusde jet Juckiflutsch drop, dann flutscht et wieder... ::


jückisch jöckisch geil Ich bin janz jückisch, ich brauch ma wieder wat zum pimpern.
Jückisch ist mann im zentralen Rheinland. In der Eifel bedeutet jückisch auch "umtriebig, nicht wissen, wohin mit der Energie" (vergleiche etwa hibbelich). ::


Jückradisje weibliche Person, die ständig unterwegs ist, keine Ruhe hat Da kannsde schellen, bisde Wurzeln schlägst, dat Jückradisjen is wieder unterwegs.
Hat nichts mit jucken zu tun, sondern ist verwandt mit juck, jück (siehe dort). ::


Jüfferken älteres, unverheiratetes Fräulein Dat Gisela wird noch son richtich oll Jüfferken, wenn die sich nich bald ma nach em Mann umkuckt::


jujacken herumalbern, Synonym zu kujaxen::


Jümperken älterer, abgetragener Pullover mit dem Jümperken kannsde aber nich zur Arbeit. ::


Junge Bauer im Skatblatt Vier Jungen auf de Hand und speilt keinen Grand::


junken weinerlich heulen, winseln (meist bei Hunden) Wat is der Hund da am junken, wo is denn dem sein Herrchen? Wat junkt der so::


Jupp in der Wendung wie Jupp als Verstärkung Der is am rauchem wie Jupp, bestimmt drei Schachteln am Tach. Als ich den Unfall gesehn hab, bin ich wie Jupp nache Telefonzelle gerannt. Mit seinem neuen Auto is der am stunzen wie Jupp.  ::


Juschfott jemand, der oder meist die ständig unterwegs ist Dat is en Juschfott, di is immer op Achse, ständig ob et Sträßke. ::


Jutsch Jötsch Guss Dat wor doch nur nen Jutsch Wasser, dat es doch nit schlemm.
Siehe zum hiervon abgeleiteten Jötschklump auch den Aufsatz "Lieblingswörter im Rheinland" in der Rubrik "Aktuelles".  ::


Jux Spaß, Spiel Da macht der sich doch en Jux draus! Ich hab im Lotto gewonnen, ohne Jux. Ganz ohne Jux, ich muss dir ma wat sagen! Oft zu hören ist auch die Wendung etwas aus Jux und Dollerei tun etwas aus bloßem Übermut machen Dat hat der nur aus Jux und Dollerei gemacht. Man kann auch herumjuxen: Wo bis du den gestern die ganze Nacht herumgejuxt? Die juxt den ganzen Tach ine Nachbarschaft herum. verjuxen Geld mit leichter Hand ausgeben, etwas verschwenden Der hat sein ganzes Erbe in Null-Komma-Nix verjuxt::


juzen juuzen jauchzen, glücklich und zufrieden aussehen Kuck ma, wat ihm seine Äugelchen am juuzen sind, wo der Tisch so schön und festlich gedeckt is. Mir waren all innerlich am juzen, dat der Obama nu Präsident geworden is. Mir is aber gaa nich zum Juuzen zumut, wo alles so usselich is. ::



Ka- ka- kein brasilianischer Fußballspieler, sondern eine Eigenheit der Dialekte und Umgangssprache, die eigentlich "sinnlose" Vorsilbe ka- virtuos als Verstärkung zu verwenden: kapaftich, kabiestich kratzbürstig Kabänes Kabachel altes Haus Kabuff Kavumm Karämmel dickes Stück Kamuffel Trottel kafeckeln rennen kafetschen sich streiten. ::


kaaschtich geizig, eigennützig Boa, wat bis du kaaschtich. Nu sei doch nich so kaaschtich!
Das Mundartwort ist im südlichen Rheinland von der Mosel bis auf die Höhe von Düren verbreitet ::


Kabache kleines, runtergekommenes Haus In sonne Kabache möcht ich nich wohnen.
Das Wort, das am rechten Niederrhein, im Ruhrgebiet und in Mönchengladbach-Wickrath (dort heißt es Kabachel) zu hören ist, entstammt dem Rotwelschen, in diesem Fall den alten Geheimsprachen von wanderenden Bauleuten.  ::


Kabänes etwas Großes, Dickes, ein schwerer und großer Mensch Dat is aber en Kabänes von Kerl. Der hat mir son Kabänes von Stein annen Kopp geworfen. Kabänes wird in Remagen, an der Ahr und in Bonn auch der Verehrer einer jungen Frau genannt.
Außerdem ist Kabänes ein im zentralen Rheinland beliebter Schnaps der Firma Flimm aus Brühl. ::


Kabarien in der Wendung Kabarien machen sich sonderbar, etwas theatralisch bewegen Nu mach ma keine Kabarien hier!
Aus den niederrheinischen Mundarten, vielleicht entstellt aus franz. cabale (Komplott). ::


Kabass große Einkaufstasche Die geht immer mitter Kabass zum Markt. Wenne Grünkohl kaufs, nimm am besten die Kabass mit.
Die Kabass kennt man im zentralen Rheinland, sie gerät jedoch langsam aus der Mode. ::


Kabäuschen Kabäusken, Kabäusje, Kabäussi kleine Abstellkammer, kleines Zimmer Ich muss dat Kabäuschen ma aufräumen. Der wohnt da in sonem ganz kleinen Kabäusken. Ich wunder mich, dass der dat in dem Kabäusken so lange ausgehalten hat::


käbbeln zanken, streiten, sich necken Die beiden sin sich nur am käbbeln. Käbbeln die sich, oder ham die wirklich Streit? Käbbelei Neckerei Dat war doch nur Käbbelei, dat musse doch nich ernst nehmen. Gekäbbel Gezanke Nu hört doch ma mit dem Gekäbbel auf. ::


Kabuff Kabuff kleines Zimmer, kleine Wohnung, heruntergekommene Wohnung Dat war vielleicht en Kabuff, den die uns als Ferienwohnung verkaufen wollten. In sonem alten Kabuff müssen die beiden wohnen? Die Verkleinerungsform Kabüffken/Kabüffchen/Kabüffje kann durchaus auf ein kleines gemütliches Zimmer verweisen: Dat is aber en richtig gemütliches Kabüffchen, dat de dir da eingerichtet has! oder aber auf einen Verschlag unter einer Treppe, der als Abstellraum dient. ::


kacheln heftig wehen, winden Mein lieber Scholli, dat kachelt vielleicht draußen. Diese Hauptbedeutung hat in der letzten Zeit viele Erweiterungen erfahren: In der Tauchersprache heißt kacheln: die Strömung ist zu stark. Man kann auch durch den Tag kacheln, durch ein Abenteuer kacheln; mit dem Motorrad übers Land kacheln. Der is ohne zu bremsen übern Zebrastreifen gekachelt. Warum man auch bei der Erstellung einer Hompage das Hintergrundbild kachelt, siehe Kommentar. ::


Kacke eigentlich Kot, aber meist nur in der Bedeutung Unsinn gebräuchlich Erzähl doch keine Kacke, du bis nie in Afrika gewesen. Der erzählt immer eine Kacke, dat is nich zum Aushalten. Hör doch mit der Kacke auf. Wenn hier nich gleich Ruhe ist, dann is aber die Kacke am Dampfen! (Ärger). Kack Mist Son Kack aber auch! Wegen so einem Kack seid ihr euch am streiten? auf die Kacke hauen übertreiben, angeben Du haus ja wieder aufe Kacke, dat is nich zum Aushalten. sich die Kacke plattsitzen sinnlos auf jemanden warten, nutzlos herumsitzen. Wo bleips du denn? Ich sitz mir hier die Kacke platt! Oder: Die in Brüssel, die sitzen sich doch auch bloß die Kacke platt... Man kann auch kackfrech oder kackendreist sein Bein Hersteller sachten die mir doch kackendreist, ein Treiber für Windows XP wird nich mehr entwickelt. Kinderkacke Kleinigkeit, bdedeutungslose Angelegenheit Über so ne Kinderkacke muss dich doch nich aufregen! Dat is doch Kinderkacke, dat kann doch jeder! Korintenkacker Pedant, Kleinigkeitskrämer Sonen Korintenkacker wie den ham wer grad ´noch gebrauchtkacken Der braucht so lange, den trifft noch der Blitz beim Kacken.
Siehe auch abkacken.  ::


Kackspecht Dummkopf, unangenehmer Zeitgenosse  Dieser Kackspecht hat auch zu allem was zu sagen... ::


Kackstelzen Beine (nicht unbedingt abwertend gemeint) Nimm deine Kackstelzen da wech. Der mit seine Kackstelzen wird nie en guter Spieler::


Kadangs Angst Da hab ich Kadangs vor! Wenn die Bomben fallen im Kriech, da sitzde aber mit Kandangs im Keller, dat kannsde mir glauben.
Das alte zentralrheinische Mundartwort, das aus dem Französischen (cadence) stammt, ist in der Umgangssprache noch zu hören.  ::


kafätschen kafetschen, kafetzen kämpfen, sich bekriegen, käbbeln, laut streiten Kumma, da sind sich zwei am kafetschen. Die ham sich im Büro vielleicht wieder kafetzt, frag nich nach Sonnenschein. ::


Kaff langweiliger, kleiner Ort In dem Kaff is doch der Hund begraben. Wat wollt ihr denn in dem Kaff? In dat Kaff kriegen mich keine zehn Pferde! Der kommt von som kleine Kaff hinter de Grenze::


Kaffee in der Wendung den Kaffee aufhaben überdrüssig sein, keine Lust mehr zu etwas haben Jetz hab ich aber den Kaffee auf, ich warte schon widder ne geschlagene halbe Stunde auf den Typ. (siehe auch den Papp auf haben). Mit Tass Kaff? fragt man oft auf die Schnelle, ob jemand eine Tasse Kaffee möchte. Jau, gimma Tass Kaff. Ein Kalter Kaffee ist im Rheinland eine Mischung aus Kola und Limonade (Spezi). Wenn etwas dagegen kalter Kaffee ist, dann ist es langweilig, überholt oder zu vernachlässigen Die Geschichte mit dem Guttenberg sein Titel ist doch kalter Kaffee, intressiert doch keinen. ::


Käffken eine Tasse Kaffee Willse auch en Käffken? Jetz brauch ich ers ma en Käffken::


Kahn Neben der standardmäßigen Bedeutung kann Kahn auch für das Gefängnis stehen: Der muss bestimmt innen Kahn. Beim Fußball ist Kahn das Tor: Wer geht heute innen Kahn? muss vor dem Spiel geklärt werden. Außerdem kann man einen im Kahn haben (betrunken sein): Der hatte gestern total einen im Kahn. ::


kahnen Kahn fahren, rudern Bei dem Lokal is ein Teich, da können die Kinder kahnen. ::


Kai siehe Kei::


Kailoff Hund, Töle Dem Wirt sein bissigen Keiloff hat dem Postboten schon wieder eine Bux geschreddert.
Das Wort ist im Ruhrgebiet noch zu hören; es stammt aus dem Rotwelschen (zu jüdisch-deutsch kelew "Hund").  ::


Kailoffschuhe (nur Plural) dreckige hohe Schuhe Müsst ihr hier mit eure Kailoffschuhe druch dat frisch Gewischte laatschen?
Kailoff ist eine alte rotwelsche Bezeichnung für den Hund (abgleitet aus dem Jiddischen), die im Ruhrgebiet früher noch gebräuchlich war. Lustig ist, dass das Wort Kailoffschuhe später, in Anlehnung an Boris Karloffs Darstellung des "Frankenstein", zu Karloffs mutierte. ::


kajolen rumkajolen sinn- und ziellos herumlaufen oder -fahren Du hass wohl zuviel Geld für Sprit. Musse denn dauernd mit dein Mopped rumkajolen? ::


kakeln kackeln gackern Deo Hühner sind heute widder am kakeln wie verrückt. Ich geh ma die Eier suchen. ::


kakeln gackern, aufgeregt durcheinander reden Hör dir die kakelnden Hühner an, da verstehsde kein Wort. ::


Kalabreser Kalabräses etwas Dickes, Schweres Die hat vielleicht en Kalabräses (dickes Hinterteil). Wat en Kalabreser von Mann.
Eigentlich ist der Kalabreser ein breitkrämpiger Hut. ::


Kaleika Taleika Aufhebens, Getue (wie Buhai) Mach hier nich son Kaleika, lott jonnKärl, mach nich son Taleika!
Das aus dem Polnischen entlehnte Wort kennt man in Düsseldorf und Umgebung, die Variante Taleika dagegen im Ruhrgebiet. ::


Kalfaktor Kalfakter Dummkopf, Blödmann, ungeschickter Mensch Der Tün is ne richtige Kalfakter, der hat nix gelernt. Du alter Kalfakter, lass bloß den Blödsinn sein.
Das Wort wird im westlichen Rheinland nur noch von älteren Menschen gebraucht. ::


Kall Kalle, Dachkalle Abwasserinne, auch Dachrinne Unsere Dachkalle is verstopft. Der hat schon drei Kallen geworfen (sagt man beim Kegeln).
Kalle für Dachrinne sagt man fast im ganzen Rheinland (wo man eben nicht Kandel sagt). Ein kölnisches Wort ist der Kallendresser (Dachrinnenscheisser), eine Figur an einem Haus am Altermarkt in Köln. Die Wortlegende geht so: In frühren Zeiten haben die auf dem Dach arbeitenden Dachdecker ihre Notdurft in der Kalle verrichtet, um sich den mühseligen Abstieg zu ersparen.  ::


Kall Gelaber, Gerede, Unsinn Mach doch nich so ne Kall. Bei dem Kall war dat doch klar, dat dat bald alle wissen! kallen reden, erzählen Du hass gut kallen! bekallen besprechen Lass uns dat doch ers ma bekallen::


Kallbacken Schwätzer Der is en alter Kallbacken.
Das alte Mundartwort (von kallen ′reden, sprechen′) hat sich sporadisch im zentralen Bergischen Land in der Umgangssprache gehalten.  ::


Kalöres wird/wurde der Pfarrer in Linz am Rhein genannt. ::


kalt in der Wendung kalt haben frieren Hasdet kalt? (friers du?) Oh wat hab isch kalt! (ist mir kalt)
Kalt haben tut man im westlichen Rheinland. (siehe analog warm) ::


Kamelle Kamälle hat zwei unterscheidliche Bedeutungen: (Karamel)Bonbon, vornehmlich im rheinischen Karneval geworfen nach der eindringlichen Aufforderung der Jecken Kamälle, Kamälle! und: alte Geschichten Der erzählt doch nur immer die gleichen alten Kamellen. Der un seine alten Kamällen.
Siehe auch kamellen; der Zusammenhang und die Herkunft ist noch strittig (entweder aus "Karamelle" oder "Kamille"). ::


kamellen, kamällen reden, quatschen, mitreden Wat has du denn hier zu kamällen. Has du etwa auch wat zu kamellen. Hier hat wohl jeder wat zu kamellen. Hau ab, hier hasse nix mehr zu kamällen. Wenn der nix zu kamällen hat, is der nich zufrieden.(im Sinn von meckern). herumkamellen/rumkamällen Der is immer nur am rumkamellen.(blöd oder angeberisch daherreden) Ob die berühmte rheinische (oder kölsche?) Kamelle, also das Bonbon, das im Karneval auch als zum Wurfgeschoss taugt, sprachgeschichtlich mit dem kamellen verwandt ist, bleibt fraglich.  ::


Kamesol Jacke Zieh dir dat Kamesol über, sonst holst du dir noch en Pips. 
Das rheinische Mundartwort Kamesol benutzen nur noch die älteren Sprecher und Sprecherinnen im Rheinland. (siehe auch verkamesolen). ::


Kamine in der Wendung Kamine machen angeben, lügen, sich aufspielen Kaminemann Angeber, jemand, der sich aufspielt.
Wurde bislang nur aus Köln gemeldet. ::


Kanal in der Wendung den Kanal voll haben betrunken sein Der hatte den Kanal so voll, dat der nich mehr alleine nach Hause kam::


Kandel Kändel Dachrinne, auch das Fallrohr an der Dachrinne Wir müssen die Kandel ma sauber machen lassen.
Die Kandel findet man im westlichen Rheinland.  ::


Kanne Flasche Bier Wir ham nur noch zwölf Kannen für heute Abend. Lass ma ne Kanne rüberwachsen. In der Wendung volle Kanne als Verstärkung Da bin ich hingeflogen, aber volle Kanne! ::


Känne altes Fahrrad Ich hab nur sone olle Känne.
Olle Kännen hat man am nördlichen Niederrhein. ::


Kännel Dachrinne Wir müssen ma de Kännel sauber machen lassen.
Kännel sagt man im südlichen Rheinland. ::


Kante großer, kräftiger Kerl Boh, is dat ne Kante. sich die Kante geben sich betrinken Gestern ham wer uns aber ordentlich die Kante gegeben. Der gibt sich jeden Tach die Kante. ::


Kanten Brotendstück Den harten Kanten kannsde selber essen::


kapafftich kapaaftich, kapufftich laut, mit großem Knall Kapafftich schmiss sie die Tür zu. Auch als Ausruf Heija kapaftich zu hören. Kapaftich kommentiert oft auch einen schnellen und spektakulären Sturz: Er fuhr im Affenzahn mit seiner ollen Mühle (Hier: Fahrrad) über den Wochenmarkt, kam ins Schleudern, und landete kapaftich im Gemüsestand. ::


kapee in der Wendung schwer von Kapee sein etwas nicht verstehen, dumm sein Bisse eigentlich schwer von Kapee oder wat? Ich krich da kein Kapee dran. (es bleibt ein Rätsel, Ausdruck der Unverständnis) ist eine zentralrheinische Variante. ::


kapitto meist als rhetorische Frage gestellt: Verstanden? Hasse kapitto? Mach dich vom Acker, kapitto? Auch wie bei kapee verwendet Mensch, du bist aber schwer von kappitto, wenn etwas erklärt wird, das aber nur mühsam oder gar nicht verstanden wird.
Das Wort gehört zu den vielen vermeintlich italienischen Wörtern wie Apparillo, paletti oder controletti, die jedoch Erfindungen deutscher Sprecher und Sprecherinnen sind. ::


kapores tot, kaputt, pleite, defekt Der Kappes kammer nich mer essen, der is hinüber, kapores. Ach kuk ma, der Bauer Melkmer jibt sein Vieh ab, kapores, widder einer weniger. Un wat is mit deim Auto? Wat wohl. Kapores!
Nicht zu kaputt, sondern wohl aus dem Jüdisch-Deutschen. ::


Kappe Du hast wohl die Kappe nass! bedeutet am südlichen Niederrhein "nicht richtig im Kopf sein". Natürlich kennt man im Rheinland auch die weitverbreitete Variante etwas auf die Kappe nehmen  die Verantwortung für etwas übernehmen Das mit dem Strafzettel nehm ich auf meine Kappe! Nimmsdet auf deine Kappe oder hassde widder mal nix mit am Hut? Bei fragwürdigen Aussagen sagt man im Ruhrgebiet Kappe kaputt oder Kappe am eitern Bananenschalen inne Gelbe Tonne, sacht där, där hat doch die Kappe am eitern::


Kapper Frisör Wer hat dir denn dat komische Knäppchen verpasst. Waaße beim Kapper, oder waa dein Oppa mitte Heckenschere zugange::


Kappes Kohl Wenne Kappes kochst, stinkt die ganze Bude tagelang. Der erzählt vielleicht einen Kappes. Son Kappes,wie da im Fernsehen läuft, hat man keine Lust zu kucken. Dat is doch alles Kappes (Unsinn). Du has doch en Ratsch im Kappes! Jong, do häss jo ne Riss im KappesDer hat mir voll aufen Kappes gehauenDu hast nichts im Kappes. Wer im Sommer Kappes klaut, hat im Winter Sauerkraut. durch Kappes un Taback über Stock und Stein, durchs Gelände Früher sind mit den Rädern durch Kappes und Taback gefahren, da gab et kein Halten. Dann ging durch Kappes un Taback. Auch Kappeskopp Du kriegst gleich einen auf den Kappeskopp. (Kopf) Kappesbauer Gemüsebauer Da hinten wohnen nur die Kappesbauern. Kappesbure-Express Eisenbahnline oder Buslinien durch das Vorgebirge (bei Bonn, abgeleitet aus dem ehemaligen Kürzel der Verkehrsbetriebe KBE (Köln-Bonner-Eisenbahn) Schlodderkappes (siehe dort). Auch als "auszeichnender" Zusatz für (Vor)Orte mit vorwiegend landwirtschaftlicher Prägung, Beispiele in Duisburg: Kappes Serm oder Düsseldorf: Kappes Hamm.  ::


kaputt in der Wendung Was ist den jetzt kaputt? Ausruf des Erschreckens oder Erstaunens. Kaputt kann am Niederrhein auch "müde" oder "erschöpft" bedeuten: Ich bin sowatt von kaputt nach der ganzen Latscherei oder Die Blagen sin jetz total kaputt von dem ganzen Spielen draußen.Kaputt kann auch "tot", "gestorben", "abgestorben", "eingegangen" bedeuten: In dem Frost heut nacht sin alle Appelblüten kapputt gegangenWie dä säuf, dä hat sich doch spätestens in drei Jahr kapputt gesoffen! Anner Ecke dä Bäcker is kapputt (bankrott oder hat seinen Laden aufgegeben). Kapputt kann auch als Adjektiv der Mißbilligung und Abwertung dienen: Samma, wat has Du denn für ne kapputte Einstellung? Dem sein kaputtes Leben wollt ich nich ham.  ::


kaputti in der Wendung kaputti sein erschöpft, müde sein. tutti kapputti - alles ist hin, keiner hat überlebt, zum Beispiel: Ganz wat Trauriges: nach dem Frost gestern Nacht die Blumen in der Anlare - tutti kapputti, da blüht jetz keine mehr von.  ::


Karacho in der Wendung mit Karacho mit hoher Geschwindigkeit, ungesteuert Dä is mit Karacho gän die Wand gerast. ::


karfabel blöde, durchgedreht Ich glaub, du bis nich ganz karfabel!
Das Wort wird in dieser Lautung bislang nur aus der Nordeifel gemeldet. Die eigentliche mundartliche Lautung ist kapabel/kapabel (fähig, geschickt, zurechnungsfähig), sie ist aber in der Umgangssprache kaum mehr zu hören. Das Wort ist wohl aus dem Spätlateinischen über französisches "capable" in das Deutsche übernommen worden. ::


Karl Napp in der Wendung aussehen/rumlaufen wie Karl Napp aufgrund modischer Missgriffe etwas dämlich und bescheuert aussehen Wat hasse dir die Haare so an en Kopp gekätscht. Dat sieht vielleicht aus! Orginal wie Karl Napp!
Die Wendung wird aus Essen gemeldet. Die Herkunft ist unklar, vielleicht auf den Mainzer Humoristen zurückgehend. Es könnte aber genau anders herum sein, dass sich der Mainzer Entertainer (Erfinder der lenkbaren Bratkartoffel usw.) den Namen angeeignet hat. ::


karlfrack müde, kaputt. ::


Karmuffel Kamuffel unfreundlicher, mürrischer Typ, Griesgram Nä, wat is der Neue von Kamuffel, der geht bestimmt zum Lachen innen Keller.
Eines der Rheinland typischen Ka-Wörter wie Karämmel, Kavumm, kafeckeln oder kapaftich::


Karneval in Rom Unordnung, Chaos Dein Schreibtisch sieht mal wieder aus- der reinste Karneval in Rom! ::


Karre Auto Wast hasde denn da vonne geile Karre? Mit sonner alten Karre willsde in Urlaub? Meine Karre is Schrott. ::


Karressör eine ältere Bezeichnung für einen Mann, der charmant und deshalb bei den Frauen beliebt ist Der Kerl hat en Schuss bei den Frauen, dat is aber auch en Karressör. Auch Karessierstengel.
Das Wort ist eine Entlehnung aus dem Französischen. Das franz. "caresser" wiederum ist aus dem italienischen "carezzare" (liebkosen) entstanden (zu lateinisch "carus" lieb).  ::


karrich karrig geizig Da is der viel zu karrich für.
Vielleicht eine Variante zu gorrich::


Kartoffeln in der Wendung rin inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln Hin und Her, planloser Verlauf Wat is fährste jetzt mit oder nich? Ewich dieses rin inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln, dat bin ich allmählich leid. ::


Kartong Katong in der Wendung Ruhe im Kartong sein verordnete Stille, Ende einer Angelgenheit  Jetz is aber ma Ruhe im Kartong, ich will kein Mucks mehr hören. Dann hab ich dem Chef Bescheid gesacht, un dan war aber Ruhe im Kartong. Am Niederrhein wird in der Umgangssprache auch noch oft die Verkleinerungsform Kartöngsken für einen kleinen Pappkarton gebraucht: Dat passt in en Kartöngsken, da brauchde doch die große Kiste nich::


karweien in der Wendung karweien gehen Schwarzarbeit verrichten, einem Nebenerwerb nachgehen.
Wird bislang nur vom nördlichen Niederrhein gemeldet. ::


Kasalla siehe Casalla. ::


Kaschemme heruntergekommenes Haus, Bruchbude, Kneipe mit schlechtem Ruf In die Kaschemme würd ich abba nich gehn. Wat is dat denn vonne Kaschemme? ::


kaschen fangen, einkassieren, einheimsen Die von der Sekte, die immer anne Tür kommen, die wollen mich kaschen, haben se aba natürlich nich geschafft. Den ham se gekascht
Das Wort entstammt der allgemeinen Umgangssprache. Seine Herkunft ist nicht geklärt; in Kaspar von Stielers Wörterbuch ("Der teutschen Sprache Stammbaum...) von 1691 ist es als "kaschen spielen" (fangen spielen) erwähnt, der Grimm stellt es zu niederdt. karsch "schnell", möglich ist auch die Verwandtschaft mit dem Kescher (Fischfanggerät). ::


Käse Unsinn, Murks, Unfug Is doch alles Käse, was der da erzählt. Oberkäse besonders schlimmer Unsinn Der redet zwar immer viel Kappes, aber dat hier is jetz Oberkäse. Käseblättchen Kostenloszeitung, Werbeblättchen Ich hab mein Zweitsoffa in unser Käseblättchen gesetzt - un wat is dabei rausgekommen? Piepenköttel::


Kasemucken abfällig für Fremde oder unliebsame Personen Wat sind denn dat für Kasemucken::


Kasten in der Wendung was auf dem Kasten haben intelligent sein Unser Junge hat wat aum Kasten, der macht bestimmt Abitur. ::


Katapultkaffee dünner Kaffee (bildlich: eine Kafeebohne wird durch das Wasser geschossen) ::


Katscher Katsche, Katsch Ratscher, Schramme Mir hammse einen Katscher ans Auto gemacht. Wat is denn vonne Katsche inne Tür? Ich hatte nen Unfall, is aber nur en kleiner Katsch in der Tür.
Über den Katscher/Katsch oder die Katsche ärgert man sich im ganzen Rheinland. ::


Katschmareck (ironische Bezeichnung für den) Hausmeister Geh ma zum Katschmarek uns sag dem Bescheid, dat die Sicherung kaputt is.
Wohl durch das Lied "Husmiester Kaczmarek" der Bläck Föös eingeführt worden. ::


Katz die im südlichen Rheinland auch lang gesprochen werden kann Kaatz, in den Wendungen keine Katze vor den Arsch treten Da kannste kein Katz vor den Arsch treten wenn etwas sehr eng ist, auf der Kippe steht; und für die Katze sein wenn etwas überflüüsig ist Dat war voll für die Kaatz. Dat geht schneller wie et Katzenficken bedeutet soviel wie: So schnell kann man gar nicht gucken, wie das geht.  katzisch und katzenfreundlich falsch, hinterhältig Pass op, die is katzisch. Der is immer so katzenfreundlich, bei weißde nie, wo de dran bis. Ein hinterhältiges und freches -katziges-  Mädchen kann auch als Katze bezeichnet werden Mit der Marion spielen wir nicht mehr, die ist so ne Katze! Katzedarm in em Satz Wie kannze dat essen, Lakritz wird doch aus Katzedarm gemacht::


Katzekopp meist Plural Katzeköpp Pflastersteine aus Basalt. ::


Katzoff Metzger Geh mal schnell nachem Kathoff un hol en Viertel Gehacktes.
Das typisch rotwelsche Wort hört man noch im Bergischen Land und im Ruhrgebiet. Früher war es im gesamten Rheinland weit verbreitet. ::


Käu Keu, Köö Gerede, sinnloses Geschwätz Also die Bob Dylan Texte, im großen un Ganzen is dat auch alles nur Käu. Red keinen Käu. Kalmeskäu besonders dummes Geschwätz Red doch keinen Kalmeskäu::


kaudaunevoll kartaunenvoll, kadaunevoll sturzbetrunken Der war aber auch kadaunevoll gestern. Unsre Stadtsoldaten waen ma widder kadaunevoll, abber friedlich.
Das alte rheinische Mundartwort hört man nicht mehr sehr oft in der Umgangssprache (zu Kartaune: alte Bezeichnung für ein Vorderladergeschütz). ::


kauen in der Wendung mit langen Zähne kauen ohne Appetit essen, lust los im Essen herumstochern Kuck ma, wie dr mit langen Zähnen an dem komischen Essen kaut::


Käues in der Wendung sich wie Käues ziehen Dat zieht sisch wie Käues (stinklangweilig sein, endlos andauernd). Käues steht auch für "Kaugummi" Haste mal en Käues? Im zentralen und nördlichen Rheinland verbreitet. ::


Käujes Kaugummi Ich hab en schlechten Geschmack im Mund, kannste mir mal nen Käujes geben?  ::


Kauleiste (künstliches) Gebiss Boa, hasse dir ne neue Kauleiste einbauen lassen? War bestimmt teuer, wa::


Kawenzmann Kawänzmann, Kaffänzmann, Kafenzmann Prachtexemplar, großes Stück, großer Mensch Dat is aber en Kawenzmann von Stein. Der is aber ein ganz schöner Kawänzmann geworden. Der hat son Kawenzmann von Karpfen ausse Sieg gezogen! ::


Kawumm Kafumm, selten auch Krawumm Kraft, Wucht Dat war ne Granate, da war ordentlich Kawumm hinter. Den konnter nich halten. Hau ma drauf, aber mit Kafumm. Das abgeleitete Adjektiv lautet kawupptich oder krawummzich. ::


kawuppdich überstürzt, rasendschnell Er fuhr kawuppdich um die Ecke. Kawuppdich Kraft, Stärke Die Karre hat ordentlich Kawuppdich unter der Haube::


Keeper Käper kleine, hartnäckige Schnittwunde am Finger (wie sie z.B. beim Kartoffelschälen passieren kann) Ich hab seit Tagen widder son Keeper am Daumen.
Eine Variante der mundartlichen Kippe "Scharte, Schrunde", die in dieser Lautung im nördlichen Rheinland bekannt ist.  ::


Kehrblech Kehrschaufel mit kurzem Stiel zum Aufnehmen des mit dem Handfeger zusammengefegten Bodendrecks. ::


Kei Kai, Keie Stein Lass bloß die Keien liegen, wehe, du schmeißt damit! Der hat der en Kai an den Kopp geschmissen. Kriss en Kai an de Kopp, pass bloß auf!
Die mundartliche Bezeichnung Kei/Kai für den Stein hört man heute noch im westlichen und nördlichen Rheinland in der Umgangssprache. ::


Keife Pump, Schulden in der Wendung auf Keife Die ham schon widder en neues Auto, bestimmt auf Keife gekauft. Bei denen is eh alles auf Keife::


keifen laut schimpfen Dat hälste im Kopp nich aus, wat die von nebenan mit ihre Kinder am keifen is. ::


keinen in der Wendung keinen einen gar keinen Hast du nochgelbe Säcke? Ich hab keinen einen mehr! ::


Keks Kopf Hasse einen am Keks? (bescheuert sein) Warum häls de auch deinen Keks dazwischen? Geh mir bloß nich auf den Keks (auf die Nerven gehen). Erzähl doch nich son Keks (Unsinn). Dat interessiert mich en porösen Keks ist eine Redensart aus dem Raum Witten, um Desinteresse zu signalisieren. ::


Kenne altes Fahrrad Tu mal deine Kenne da wech! Ein altes Fahrrad ist entsprechend eine Schrottkenne.
Das Wort wurde bislang nur vom linken Niederrhein gemeldet, die Herkunft ist (noch) rätselhaft. ::


kennen in der Wendung da kenn ich nix (da kennt der/die nix) nicht zögern, nicht lange überlegen Wenn mir der Baum vorn Fenster zu groß wird, dann hau ich den wech, da kenn ich nix, Umwelt her oder hin. Der gibt immer Vollgas, da kennt der nix. Auch als Substantiv Kenne Hass Kenne? Bescheid wissen, sich auskennen Da hab ich keine Kenne von::


Kerl auch Kehr als Ausruf der Verwunderung oder des Missmuts Kerl, Kerl, wat war dattänn vonne Flanke? Kehr, nu höma auf damit. Kerl, wat war dat von tollen Abend gestern. Kerl inne Kiste als Fluch oder Ausdruck der Verblüffung Kerl inne Kiste, wo hab ich denn schon wieder den Schlüssel hin? ::


Kerze in der Wendung nicht die hellste Kerze sein etwas langsam im Denken sein  Der is nich die hellste Kerze auffe Torte, lass den ma in Ruhe. ::


Kesselflicker Kesselflecker in der Wendung sich kloppen wie die Kesselflicker heftig streiten. fressen wie ein Kesselflecker unersättlich sein (letztere Wendung kennt man an der Sieg). ::


Kett Kette; in der Wendung de Kett af haben bekloppt sein, einen Ratsch haben, auch "betrunken" Du has echt de Kett af!
Interessant, dass diese z.T. mundartliche Wendung heute von jungen Leuten in der Voreifel in der Alltagssprache benutzt wird. ::


Kette in der Wendung wat/nix aufe Kette kriegen etwas/nichts auf die Reihe kriegen, schaffen, erledigen, zuwege bringen Selber kricht der doch nix aufe Kette!
Diese Redewendung für etwas auf die Reihe kriegen hört man in der Region um Mönchengladbach und Krefeld, über den Ursprung in der Fachsprache der Weber der ehemaligen Textilundustrie in der Region darf sicher spekuliert werden. ::


Kettenplösch Ketteplüsch, Kettestrück, Ketteplock Löwenzahn Bringse wat Ketteplüsch für de Kaninen mit?
Das alte Mundartwort kennen heute nur noch ältere Sprecher und Sprecherinnen im Rheinland. ::


Keu siehe Käu. ::


keuern auch herumkeuern plappern, sinnfrei sprechen, selten auch: undeutlich sprechen Hör endlich auf herumzukeuern! Der is nur am keuern die ganze Zeit::


Keule Anrede (mehr für Männer als für Frauen) He Keule, wo wars de gestern? Im Aachener Raum auch: Hasse die Keule gesehen? Dat Keulchen wär och noch wat för Dich! (im Gespräch unter Männern über Frauen, mit sexueller Konnotation). ::


keulen hart arbeiten Der is dahinten aufe Baustelle am keulen. Für dat bisken Geld hab ich ganz schön gekeult letzte Woche.
Gekeult wird am Niederrhein und im Ruhrgebiet. ::


Kibbel so heißt der Henkelmann im Aachener Bergbaurevier; der Gebrauch des Wortes geht aber drastisch zurück. ::


Kickschosserei Nebensächlichkeit, Belanglosigkeit, etwas Sinnloses Ach lass mich doch mit deine Kickschosserei in ruhe, dat is doch ejal. Komm, mir gehn da rein, wat kaufen - Nää, alles Kickschosserei da, dat es en Ramschladen.
Kickschossereien kennt man im zentralen Rheinland, wenn auch nicht mehr sehr häufig. ::


kiebich kibbich aufsässig, kratzbürstig, streitsüchtig, rechthaberisch Wat bisse so kiebich? Der wird immer gleich kibbich, wenn dem wat nich passt.
Am Niederrhein kann ein kibbiges Männeken auch ein gewiefter, munterer oder sogar schlauer Kerl sein. ::


kieken schauen, kucken kiek doch ma, wat der für nen Böllemann anne Nase hat! Wat bisse so blöd am kieken? ::


Kieker in der Wendung jemanden auf dem Kieker haben jemanden ärgern, jemanden im Visier haben Wieso hat der Lehrer dich denn auf dem Kieker? Hasde wat ausgefressen::


Kies Geld, Reichtum Ich hab den Kies, ich war graad aufer Bank. Schieb den Kies rübber, du hass verloren. ::


Kieskopp abwertende Bezeichnung für Holländer/Niederländer Die Kiesköpp mit ihre Wohnwagen sind wieder auf der Autobahn. ::


kigges guck mal, ist noch heute am Niederrhein oft zu hören. Die eigentliche mundartliche Variante "kick ens" ist sprechsprachlich zu kigges verschliffen Kigges da, der is mit dem Rad gestürzt. Kigges, wat die von kurzen Rock an hat::


Kiki unbedeutendes Zeug, etwas Unwichtiges Rech dich doch nich über son Kiki auf! Jetz muss ich mich auch noch um son Kiki kümmern. Kinder sagen schonmal Dat is doch kiki. Gemeint ist kikileicht oder kinderleicht, z.B als Mutprobe vom Ein-Meter-Brett springen. Auch kleine Jungen werden Kicki genannt. ::


Kilf Killef steht meist für einen großen Hund Halt mir blos den Kilf vom Balch.
Kilf ist eines von den vielen rotwelschen Wörtern, die sich im Ruhrgebiet in der Umgangssprache gehalten haben (Kilef: Hund).  ::


Kille eine sehr dicke Scheibe Brot Wat hasse denn da vonne Kille abgeschnitten. Wat is dat denn für ne Kille?
Am Niederrhein und im Ruhrgebiet zu finden. ::


Killefitz, Killefit, Killefik Mumpitz, Kleinkram, überflüssiges Zeug Mein Gott, über son Killefitz musse dich doch nich aufregen. Dat is doch alles Killefit hier auf dem Flohmarkt.  ::


Killepitsch Düsseldorfer Kräuterschnaps (siehe Kommentar). ::


killern kitzeln Lass mich ma deinen Pullebauch killern!
Killern tut man im Ruhrgebiet. ::


Kimme Gesäßritze Dir juckt wohl die Kimme? (Drohung) Mir rutscht immer die Unterhose in die Kimme. ::


Kimmel Henkelmann Früher nahm der Vatter immer nen Kimmel mit zur Arbeit.
Den Kimmel kennt man zwischen Viersen und Mönchengladbach. Ob die Bezeicnung etwas mit den Verb kimmeln zu tun hat, ist noch ungeklärt. ::


kimmeln essen Wollze wat kimmeln? Gibbet hier wat zu kimmeln?
Das Wort ist in den rheinischen Mundarten nur äußerst selten belegt, in der Umgangssprache des Niederrheins und westlichen Ruhrgebiets aber öfter zu hören.(Siehe auch verkimmeln und kümmeln::


kindisch in der Wendung biste kindisch? als Ausdruck der Überraschung Dä Mattes hat geheiratet. Nä, biste kindisch?
Wird so im Raum Aachen gebraucht. ::


Kinkerlitzchen Kinkerlitzjen unbedeutende Kleinigkeit Wegen den Kinkerlitzchen regst du dich so auf? Dat sind doch nur Kinkerlitzjen::


Kinkes getrockneter Nasenschleim Mach dem Kind mal de Kinkes wech, bevor dat in die Schule geht. Bah, dem hängt de Kinkes aus de Naas.
Kinkes kennt man in den Mundarten der südlichen Rheinorte und Teilen des zentralen Rheinlands. ::


Kipken  meist Plural Kipkes Küken Kuck ma die süßen Kipkes da::


Kipparsch in der Wendung sich einen Kipparsch rödeln/arbeiten sich vergebens anstrengen Der hat sich en Kipparsch gerödelt::


Kippchen junges oder kleines Huhn Der kann mit den Kippchen durch die Latten picken (sehr dünn sein).
Diesen Kosenamen für das Huhn kennt man im zentralen Rheinland zwischen Aachen und Köln. Er ist abgleitet aus dem Lockruf Kipp! Kipp! ::


Kippe das Wort hat mehrere Bedeutungen: Den Scheiß kannze nur noch zur Kippe fahren (Mülldeponie). Hasse ma ne Kippe für mich (Zigarette). Der schmeißt seine Kippen einfach auf den Boden (Zigarettenstummel). Auch als Kippchen gebräuchlich. Stell dat Fenster im Klo ma auf Kippe (angewinkelt). Der Urlaub steht schon wieder aufe Kippe. Dat Spiel stand lange auf Kippe, dann ham die Schalker donoch en Tor geschossen (unentschieden sein). kippelig oder kipplig unsicher wackelig Der is noch ganz kippelig aufe Beine. Der fährt aber ganz schön kippelig auf dem Rad, der is bestimmt knülle. Dat is aber ne kipplige Angelegenheit in dem Kahn hier. kippeln (auf einem Stuhl) schaukeln, kurz vor einem Sturz sein Hör auf, mit dem Stuhl zu kippeln. Die Sache is am kippeln (schlecht ausgehen). ::


Kirmes in der Wendung Kirmes haben Prügel bekommen Pass bloß auf, sonst hat dein Hintern Kirmes (worauf noch folgen kann: un dann klatscht et, aber keinen Beifall). Aber auch (in der Nordeifel): Kirmes haben als Ergebnis von Ereignissen, die freudig unerwartet waren Ach, die Omma hat heut Kirmes gehabt - die hat sich so gefreut, daß auch der Otto heut (wider Erwarten) noch da war - hat se noch mal alle ihre Kinder zusammen an einem Tisch gehabt. oder 2: Ach,Katze, da hast Du Kirmes, nicht wahr? Kannst auf meinem Schoß sitzen, die Sonne scheint, und alle haben heute Zeit für Dich.  Auch die weibliche Monatsregel wird in weiten Teilen des Rheinlands in der Umgangssprache noch als Kirmes bezeichnet: Die brauchsde jetz nich anmachen, die hat ihre Kirmes. Mit der Trin is heute nix anzefangen, die hät ihre Kirmes. Bunte Kirmes anziehen sagt man, wenn jemand übertrieben bunt gekleidet ist.  ::


kirre in der Wendung kirre machen verwirren Mit deimen Gelaber machse mich noch ganz kirre. Der kann einen mit seinem Gemecker ganz kirre machen. ::


kirschgrün rot, wird nur in Bezug auf rote Ampeln verwendet Du bist grad bei rot gefahren! Ach Quatsch, die Ampel war doch kirschgrün! ::


Kiste ist ein umgangssprachliches Universalwort: Ich pack den ganzen Kram in die Kiste da un stell se aufe Straße. Wir brauchen noch ne Kiste Bier (Bierkasten). Ab inne Kiste mit euch. Die geht mit jedem inne Kiste (Bett). Dafür wird der ganz schön lang inne Kiste gehen (Gefängnis). Der liegt doch schon lange inne Kiste (Sarg). Was has du denn da vonne alte Kiste. Dat is ja ne heiße Kiste (Autor, Rennboot, Motorrad). Dat is ja ne lahme Kiste (älterer Computer) Auf sone undurchsichtige Kiste würd ich mich nie einlassen (brenzlige Angelegenheit). Mein Gott, hat die ne Kiste. Hasse der ihre Kiste gesehen? (großer Busen). Der hat aber ne ganz schöne Kiste (dicker Hintern). Der hat en ganzen Abend vor der Kiste gesessen un geglotzt. Wa nix mer los inne Kiste, binnich int Bett (Fernseher). Die Heiße Kiste ist auch der Name für eine Imbisskette mit normiertem Angebot. Kerlo Kiste zur Bekräftigung Kerlo Kiste, waa dat Sonntach voll anne Ruhr, Kääalo Kiste näää! (Damit wird nicht nur ausgesagt, daß sich viele Ausflügler an der Ruhr aufhielten, sondern es schwingt deutlich mit, daß der Sprecher gerne weniger davon gesehen hätte...)In Essen heißt es Kär inne Kiste! als Ausruf der Verwunderung, des Erstaunens, der Verärgerung oder Ungeduld: Kär inne Kiste, wieso kann denn getz ma kein andrer ant Tellefon drangehn::


Kitsche Ketsch Kerbe, kleine Beule Pass doch auf, jetz ham wer ne richtige Kitsche inne Tür. Auch Kerngehäuse (von Äpfeln, Birnen etc.) Ich ess die Kitsche immer mit.  Appelkitsche Wo kann ich die Appelkitsche hinschmeißen? Werf die doch eimfach inne Botanik!(aus der Eifel wird hierzu die Lautvariante Kötsch gemeldet) ::


Kittchen Kittsche Gefängnis Der hät in et Kittsche gesässen. Ab int Kittchen::


Kittel Kiddel ist vor allem im südlichen Rheinland auch die Kleidung an sich Met sonem Kiddel willste int Theater gehnWat hast du denn da von Kittel an::


kiwief kiwif fit, schnell, intelligent, geschickt, reaktionsschnell, lebendig Der Kleine is en kiwief Kerlchen. Der Verkäufer, der euch dat angedreht hat, war aber ganz schön kiwief. Man kann auch schwer auf Kiwief sein gut dabei sein. Wenn man jemanden auf dem Kiwief hat, dann beobachtet man jemanden ganz genau, weil man ihm Übles zutraut Denk dran, dass ich dich aufem Kiwief hab. Seit ich weiß, dass nach der Schule vorne im Büdchen immer geklaut wird, hab ich die Schüler da drin ganz besonders auf dem Kiwief.  ::


Klaaf Tratsch, Gerede, Klatsch. ::


Klabass im südlichen Rheinland eine große, unförmige Tasche für alles und jedes. In Bonn und Umgebung ist die Kabass (siehe dort) auch eine Damenhandtasche. ::


klabastern gehen, entlanggehen Wir sind gestern von Pontius nach Pilatus klabastert, ohne auch nur eine Apotheke zu finden, die offen war. abklabastern Ich hab alle Läden abklabastert, aber nirgendwo hab ich wat gefunden. Herzklabastern, Herzklabaster Herzrasen, Herzrhythmusstörung Gestern hab ich vielleicht Herzklabastern gehabt, frach nich nach Sonnenschein. Pass auf, dat muss de der ganz vorsichtig beibringen, sons hat se gleich wieder ihrn Herzklabaster (Beklemmung, Angst). ::


Klabusterbeeren hartnäckige Verschmutzung, Kotklümpchen im Afterbereich (bei Tieren und Menschen) Mach der Katze ma die Klabusterbeeren ab, die kommt da nich ran::


Klacks Kleinigkeit, leichte Aufgabe Dat is doch en Klacks, dat mach ich mit links. Tu ma noch en Klacks Senf bei die Wurst. Un nu noch en Klacks Sahne, un dat Essen is färtich. ::


Klacks in der Wendung ein Klacks sein eine Kleinigkeit, ein Leichtes sein Die paar Kilometer zur Arbeit mit den Rad, dat is en Klacks für mich::


Kladderadatsch Drumherum, Zeug, Durcheinander Am liebsten würd ich den ganzen Kladeradatsch hier zusammenfegen un in die Tonne kloppen. Auch: unangenehme Situation Jetz hammer den Kladderadatsch, jetz is aba die Kakke am Dammfen, eh! Da hasde aber für nen ganz schönen Kladeradatsch gesorgt.  Kann auch als Adverb gebraucht werden: Da bin ich - kladderadatsch - hingefallen (plötzlich). ::


kladdern sich unterhalten, ein Schwätzchen halten Kommst du heute rüber, dann können wir mal ein bisschen kladdern.
Gekladdert wird im Bergischen Land. ::


Kläftikum Klääftikum Klebstoff, kann aber auch jede klebrige Masse sein - oder ein Gast, der nicht gehen will. ::


Klafumm sehr dicke, unattraktive Frau Guck mal dahinten die Klafumm. So wat haste noch nich gesehen.
Eine Klafumm gibt es nur im südlichen Rheinland. ::


klamm feucht Die Klamotten sind alle ganz klamm, mach ma die Heizung an. Dat is hier in bischen klamm inne Bude. Ich bin grad wat klamm, kannze mir ma wat Geld leihen? Du bis doch immer klamm! (knapp bei Kasse) ::


Klammerbeutel in der Wendung mit dem Klammerbeutel gepudert bescheuert sein Den hammse als Kind mitem Klammerbeutel gepudert.  ::


Klamören Klamüren Klamotten, Siebensachen Pack deine Klamören zusammen un schwirr ab, aber subito.
Die Klamören mögen eine Kombination aus Klamotten und Plörren sein. ::


Klamotten Kleidung Wat die immer für komische Klamotten trächt! Pack deine Klamotten un hau ab! Der lässt sein Klamotten überall rumliegen! Ich schmeiß die Klamotten bald hin, dat halt ich nich mehr aus (aufhören). Klamotten-Anton Bekleidungshaus C&A. ::


Klämsch eine Frau, die ständig wegen jeder Kleinigkeit rumjammert. So eine Frau ist dann klämschich::


klamüseren meist als auseinander klamüsern etwas erklären, jemandem auseinandersetzen Jetz hab ich dem stundenlang auseinander klamüsert, wie dat geht, meins de, der hat dat kapiert? Ich bin ma gespannt, wie de den Kuddelmuddel wieder auseinander klamüsern willst (entwirren). ausklamüsern aushecken Die ham sicher wieder ne Sauerei ausklamüsert. ::


Klappe Mundwerk Wat der Köttel für ne große Klappe hat. Nu halt doch ma die Klappe::


Klappeie klatschsüchtige Frau Ja sach ma, wie konnste bloß diese alte Klappeie wat von unsern Lottogewinn erzählen::


Kläpperkes Kläppchen, Kläpper, Kläpperchen nur im Plural: Sandalen, Latschen Du wills doch wohl nich mitte Kläpperkes zur Party?
Mit Kläpperkes läuft man am Niederrhein, mit Kläppchen oder Kläpper im zentralen Rheinland. ::


Klappertüt andere Bezeichnung für Panhas, eine niederrheinische Spezialität aus Buchweizenmehl. Bezeichnet man einen Menschen als Klappertütnas, so wird damit deutlich gemacht, dass dieser sich ungeschickt angestellt hat.
Im Karneval haben viele Gemeinden ihren eigenen Schlachtruf. In St. Tönis ist dieser "Schlachtruf" Klappertüt.
Zur Etymologie siehe Kommentar. ::


Klappspaten abwertend für einen (hässlichen, dummen) Mann Ich hatte so viele Dates, aber warn alles Klappspaten. ::


Klapse psychatrisches Krankenhaus, Landeskrankenhaus Der is reif für de Klapse. Der wär auch besser inne Klapse als hier Pauker sein::


Klapsmühle Psychiatrische Klinik Der is reif für die Klapsmühle! ::


klar im Sinne von fertig, gut vorbereitet Bist du klar? Auch in Zusammensetzungen: Hast du den Jungen schon bettklar gemacht? Siehe auch das niederländische "klaar" z.B. in De koffie is klaar::


Klarer klarer Schnaps (meist Korn) Gib mir mal en Klaren, ich brauch dat jetz nach den fettigen Pommes.  ::


Klätsch Klecks, undefinierbare Mengenangabe Tu ma nen Klätsch Majo aufe Fritten. Un jetz noch en ordentlicher Klätsch Püree dazu. Die hat de Klätsch (weibliche Periode). Klätschken kleine Menge Da is bloß noch en Klätschken übber. ::


Klätschauge entzündetes oder geschwollenes Auge Wat has du denn von Klätschauge. Wo hasde dat denn von? Klätschauge sei wachsam. Auch als eher asymmetrisches Auge oder Auge mit Lidlähmung, Schielen o.ä. - dann auch Klätschäuch genannt.  ::


Klatsche deutliche Niederlage Junge, Junge, dat war aber ne orntliche Klatsche am Samstach: null zu drei in Hamburg! Na, hapter ne Klatsche gekricht? Verbreitet ist auch die Wendung einen an der Klatsche haben Hasse einen anner Klatsche oder wat, hier so zu rasen? Der hat doch wohl eine anner Klatsche. ::


klätschen an oder gegen etwas klatschen, kleben Der hat scih mit Jeel die Haare an der Kopp jeklätsch. die ham die Tapeten krumm un schif an die Wand geklätscht. Pass auf, gleich kside eine geklätscht (schlagen). ::


klatschen (leicht) hauen, prügeln Der is wieder so frech, ich könnt ihn klatschen. auch: ...ich könnt ihm eine klatschen::


klätschich kletschich, klitschich feucht klebrig, besonders bei Kuchen, die nicht ganz durch sind Willze noch en Stück von dem Schockeladenkuchen? Nee danke, der is mir ehrlich gesacht zu klätschich. Die klitschigen Teile eines Kuchens sind die Klitschstreifen, den man deshalb auch gleich Klätschkuchen nennen kann.  Auch Haare können klätschich sein, oder angeklätscht aussehen, dies passiert vor allem dann, wenn zuviel Klätsch (Haargel) verwendet wurde. Dann hat man einen Klätschkopp: Getz wasch dir ma vernünftich die Haare,  mit dem Klätschkopp kannze do nich nache Omma hin, wie sieht dat denn aus? Klitschauge, Klätschauge entzündetes oder lädiertes Auge Wie sieht der denn aus, der hat ja ein Klitschauge. Der Murenklätscher hat das klätschen gar zu seinem Beruf gemacht, es handelt sich hierbei um einen Maurer. Ebenfalls geklätscht wird der Klatschkies, hierbei handelt es sich um Quark, den man besonders gut auf ein Butterbrot klätschen kann (siehe dort). klätschen an oder gegen etwas klatschen, kleben Der hat sich mit Jeel die Haare an der Kopp jeklätsch. die ham die Tapeten krumm un schif an die Wand geklätscht. Pass auf, gleich krisde eine geklätscht (schlagen). Dass man etwas anklätschen oder dranklätschen kann und es dann dem entsprechend aussieht, gibt es im Übrigen nicht nur bei Haaren: Boh nää, wie kammer so wat bauen, die Kirch sieht ja jetz wie anjeklätsch aus neben däm Riesn-Hotel! oder Ach weißde, die koomijen Taschen, die de jestern an di Botz noch dranjeklätschd has, di dääd-isch widder abtrennen. und in der Kantine die Bedienung: Samma, der Teller is doch schon voll, wo soll-isch jetz mim Jemüüse hin? Ach isch klätsch-ed einfach drübber, darf isch? Da kann man auch draufklätschen und dabeiklätschen und drübberklätschen. Bei Überstunden hat man noch nen Klätsch hintendrauf (Extrageld, Nachschlag, Nachtisch) in der Lohntüte. ::


Klätschkies Klätschkäs, Klatschkäs, Klätschkes Quark Ich mach mich en Brot mit Klätschkäs. Ich ess Klätschkies am liebsten mit Rübenkraut.
Das im Rheinland weit verbreitete Mundartwort ist bei älteren Leuten auch heute noch in der Umgangssprache zu hören. Klatschkieß wird auch schon mal scherzhaft für alle mögliche gesagt, das von der Konsistenz her ähnlich ist, z.B. Sand+Wasser-Gemisch im Sandkasten oder frischer Zement oder Putz auf dem Bau.  ::


klätschnass klitschnass sehr nass, durchnässt Du biss ja klätschnass, zieh die Klamotten ma aus. Dat Ullich is ja klätschnass. Ich hab klätschnasse Schuhe an::


klätschtich klätschtisch geradewegs, jählings, mit einem Klatsch Der Appel is vom Baum un klätschtisch auf die Erd gefallen. Un klätschtich, laach ich aufe Fresse. Wie ich dem den Vogel gezeicht hatte, hat ich klätschtich eine sitzen. Die Taube hat der Frau klätschisch aufe Perücke geschissen!
Wohl verwandt mit Klatsche. ::


klatschtig klatschtich mit klatschendem Geräusch; direkt, ohne Umschweife Der Regen kam schön klatschtig von oben runner. Der Ober hat die Kanne einfach klatschtich auf den Tisch geknallt, dat et nach allen Seiten gespritzt hat. Die hat mir klatschtig an den Kopp geworfen, dat ich ihr zu dick bin für ne Beziehung. ::


Klebe eigentlich nur in den Wendungen linke oder rechte Klebe. Anders als die meisten meinen, bezeichnen auch Handballer einen krachenden Wurf als Klebe. Dennoch ist wohl Lothar Emmerich der erste Fußballer, dessen Linke Klebe unvergessen ist (ein bekannter Nachfolger war Martin Kree, dessen Linke Klebe aus dreißig Metern bei Torhütern gefürchtet war). 'Ne Linke Klebe haben' bedeutet also ein Lob auf die Schusskraft eines Fußballers: Für Albertz linke Klebe zahlen die Glasgower 1,5 Millionen jahrlich.  ::


kleben schlagen, ohrfeigen Gleich kleb ich dir einen! Pass auf, sonst krichs du eine geklebt. De Onkel Ferdi war zum Schluss ein ganz armes Schwein, de hatte früher nie geklebt (Rentenbeiträge zahlen). Ich hab vierzich Jahre brav geklebt, und wat krich ich raus: 900 Mark! kleben bleiben (siehe auch auch pappen bleiben) nicht versetzt werden in der Schule.  ::


Klebpflaster Besucher den man nicht los wird und der jede Gelegenheit zum Gehen ungenutzt verstreichen lässt. Im Ruhrgebiet nennt man  so einen lästigen Menschen Klebefott::


Kleckerkram Kleinigkeit, etwas Unbedeutendes Lass mich doch mit dem Kleckerkram zufrieden. Dat is für den doch alles Kleckerkram, da kümmert der sich nich drum. ::


Kledasche Kleedasch (meist mit weichem sch) Kleidung Wat hast du denn heute für ne Kledasche an. In Analogie dazu auch Klamotasche. In Wuppoertal kann Kleedasch auch für "Klamotten, Kram, Krempel" stehen. ::


Klein Kind, kleiner Mensch Gip dem Klein ma ne Nüggel, damit dat nit so schreit! (Baby) Dem Maria seine Klein is jetz auch schon verheirat (Junge, Nachfahre). Wat dem sein Klein schön wohnt (Mädchen, Nachfahrin) De Schmitzens ham drei Onkels in de Familije, einer davon, dat is so ene Klein, aber die andern sin nomaal groß (klein gewachsen). Kleinjedank Naivling, Mensch mit schlichtem Gemüt Der is sowat von enem Kleinjedank, et is schrecklich. die armen Kinder. Red gar nich ers mit dem Kleinjedank, red dräkt mit der Frau. ::


klemmen in der Bedeutung von weglassen, sein lassen Dat kannze klemmen, dat brauchen wir nich. Auch als Synonym für "klauen/stehlen" gebraucht: Dat Kabel hab ich auf der Baustelle aufe Düsseldorfer Straße geklemmt. Wenn irgend etwas nicht richtig funktioniert, heißt es: Irgenwie klemmt da wat, wir kommen nich richtig vorwärts mit der ganzen Aktion. Auch in der virutellen Welt kann heute etwas klemmen: Mein e-mail-Postfach klemmt. Das Windows-Update klemmt::


Klenkes im Aachener Platt Bezeichnung für den kleinen Finger; heute noch üblich als Aachener Gruß: Faust mit empor gerecktem Klenkes::


klennen aasen, verschwenden, dick auftragen (von Farbe oder Butter) Klenn mit der Butter net so rum.
Das Wort ist in den Mundarten des südlichen und zentralen Rheinlands verbreitet. ::


Kleut  Kram, Ansammlung von verschiedenen Gegenständen, auch Sippschaft Wat is dat denn von Kleut. Der gehört auch zu der Kleut!
Aus dem niederrheinischen Dialekt, heute nicht mehr oft zu hören. ::


Klicker siehe Knicker ::


Klingelmännchen heißt der Scherz, den Kinder mit dem Klingeln an Haustüren treiben, im Ruhrgebiet. (siehe Schellekes). ::


Klingelpütz in Köln und Umgebung die Bezeichnung für das Gefängnis Er hat im Klíngelpütz gesessen. Auch kurz Pütz Einmal Fresse polieren, vier Wochen Pütz, meinsde, dat war et wert? Das Kölner Gefängnis war früher in der Innenstadt in der Straße "Am Klingelpütz".
Klingelpütz ist auch der Name einer Quelle des Baches Übach, der in Übach-Palenberg in die Wurm fließt. Die Quelle befindet sich im Stadtteil Übach zwischen Damm- und Stadionstraße.  ::


Klinke in der Wendung eine Klinke an die Backe labern jemanden zutexten, vollquatschen Mann, hat der mir vielleicht ne Klinke anne Backe gelabert. ::


Klitsch bedeutet "Lakritz" Klitsch mach ich nich, da krieg ich Herzklabastern von::


Klitsche kleines Geschäft, Hinterhofwerkstatt Ich lass mein Auto immer in soner kleinen Klitsche reparieren. Die Werkstatt is aber ne kleine Klitsche. In soner Klitsche willste arbeiten? Von sone Klitsche holse dich dein Kappes::


klitzeklein sehr klein, winzig klein. Da kam so ein klitzekleines Männeken und wollte gleich seinen Senf dazugeben. ::


Klo in der Wendung Griff ins Klo. Einen Griff ins Klo hat man getan, wenn man irgendwie Pech hatte: Der Abend gestern war ja wohl voll der Griff ins Klo. Ich hab dat Gourmetmenü bestellt, dat war leider der Griff int Klo.   ::


Klömpche Klömpken Klümpchen Bonbon Komma zu Oppa, da krichsde noch en Klümpchen. Da hasde en Klömpche. Miniklömpches despektierlich für die männlichen Hoden. In Mönchengladbach kennt man auch Klömpkesfärv, also Bonbonfarbe, was eine künstliche grelle Farbe meint. ::


Klompen Klumpen Holzschuhe Der Oppa trägt immer noch Klompen, wenner im Garten brasselt. Der hat Klumpen an, der kann sich mitte Schüppe nix an de Zehn tun. Mittlerweile auch die Bezeichnung für einen harten Überschuh, der bei der Gartenarbeit getragen wird: Die Tante mit ihrn klein Füßen ging immer mitte Hausschuh in em Oppa sein Klumpen, wenn se schnell wat ausem Garten holen wollte, Lauch oder so. In Duisburg sagt man Dä kann misch ma de Klompen wichsen, wenn man jemandem seine Verachtung ausdrücken will.  Bei vielen Kirmessen gibt es noch immer einen Klompenball mit einem Klompenkönig. Josef Jetten (Wildenrath): "Der Klompeball am Kirmesmontag ist eine der best besuchten Veranstaltungen der Wildenrather Kirmes. Gruppen oder auch Einzelpersonen schmücken die Klompen oder bauen daraus Fahrzeuge der verschiedensten Kategorien oder Häuser oder verändern sie auf vielfältige Weise. Die Klompeträger bewerten dann die Klompen der Mitbewerber und der oder die Sieger erhalten einen Wanderpokal." ::


Klömpes so wird im Heinsberger Raum der Panhas genannt. ::


Klööfken Klöfken, Klöafken (meist selbst gefertigter) Dietrich Da brauchse en Klööfken für, sonst krichse dat nich auf.
Ein Klööfken benutzt man am Niederrhein. ::


Klöößchen Küchenmesser Gib mir mal das Klöößchen, damit ich die Kartoffeln schälen kann. ::


Klöpp siehe kloppen::


kloppen schlagen, prügeln, verhauen Die sin sich nur am kloppen. Müsster euch immer kloppen. Wir müssen in der nächsten Zeit massich Überstunden kloppen. Gestern ham wer die ganze Nacht Skat gekloppt (Karten spielen). verkloppen verhauen Die ham wer orndlich verkloppt. Die verkloppen ihren halben Hausrat auf em Flohmarkt. Die Kiste hab ich für nen Hunni verkloppt. (verkaufen) ankloppen anklopfen Bei mir brauchse nichmehr ankloppen, dat war dat letzte Mal, datte wat gekricht has. Kloppe, Klöppe, Klöpp Prügel Der hat mir Kloppe angedroht, wenn ich dem nich mein Handy geb. Gleich krisse Kloppe. Die ham am Samstach ganz schön Kloppe gekricht gegen Gladbach (ein Spiel verlieren) Pass auf, sons kriss de Klöpp mitte WixbööschKlöpper Teppichklopfer (ein Gerät aus der Zeit vor der flächendecken Verbreitung von Staubsaugern)  Klopper Sensation Die Geschichte is echt der Klopper. Dat Spiel gestern war doch wohl Klopper, oder? Klopperei Prügelei Dat Spiel is in der zweiten Halbzeit in ne üble Klopperei ausgeartet. bekloppt verrückt, dumm Bisse bekloppt? So wat Bekopptes hab ich lange nich gehört. Bekloppter, Bekloppte Da sin nur Bekloppte in der Familije. ::


Klops  Plural Klöpse und Klopse Dummheit, Unbedachtheit Der erlaubt sich wirklich einen Klops nach dem anderen. Kennsde den Typen da vonne Ecke, der hat schon Klöpse gebracht, du glaubs et nich.  ::


Kloßkerl heißt der Weckmann oder Stutenkerl im Bergischen Land. Als Kloßkerl wird dort aber auch ein unzuverlässiger Mann bezeichnet. ::


Kloster Kamp Am Niederrhein bekommt man, wenn man etwas ausgefressen hat, den Segen vom Kloster Kamp (Gardinenpredigt), im äußersten Fall kann es sich auch um eine Tracht Prügel handeln. ::


Klöten Klüten, seltener Klütte (nur im Plural gebraucht) Hoden Au Scheiße, dat muss weh tun, der hat de Ball voll inne Klüten gekricht. Ech tret dich für de Klütte, pass op. ::


klötern scheppern, klimpern Mach doch ma die Fenster zu, die Jalousie klötert ganz erbärmlich. Geklöter Geschepper Wat is dat fürn Geklöter?
Das Wort ist eigentlich den niederdeutschen Mundarten entlehnt.  ::


Klötsch dummer Mensch; jemand, der immer unangenehm auffällt Dä is ne richtije Klötsch, der Kerl. Auch unhöflicher Mensch, Stiesel Dat is ene richtige Klötsch, der hat mech noch nich ema jejrüßt. In Köln bezeichnet man eine plumpe, dickliche Frau als Klötsch. Hier gibt es auch den berühmten Fressklötsch (Vielfraß), um den sich eine Reihe von Legenden ranken. ::


Klötschauge blaues Auge Von wem hasde denn dat Klötschauge?
Im Gegensatz zum Klätschauge, das ein verklebtes Auge ist, siehe dort. ::


Klotschen Schuhe. Wenn die stark verschmutzt sind trägt man Drecksklotschen Lauf bloß nicht über den hellen Teppich mit deinen Drecksklotschen! In Essen auch gebräuchlich einen inne Klotschen haben ziemlich angetrunken sein, so dass das Gradeaus-Laufen nicht mehr gewährleistet ist.
In vielen Teilen des Rheinlands waren die Klotschen früher Holzschuhe. ::


klotschen hastig und geräuschvoll trinken (gilt als unfein) Mänsch, klotsch donnich so! (Aufforderung der Mutter an den klotschenden Filius). ::


Klötschkopp Dummkopf, Blödmann Der Klötschkopp kapiert auch gar nix::


Klött Spatz, Sperling Früher gab et viel mehr Klötte als heute, wie kann dat nur?
Den Klött oder Klütt kennt man nur am nördlichen Niederrhein, in den dortigen Mundarten ist das Wort eher scherzhaft gemeint. ::


Klotz als zentralrheinische Bezeichnung für eine Glucke oder als Schimpfwort für ein ungeschicktes Mädchen. ::


Klötze (nur Plural) Hoden So wie der arbeitet, möcht ich mal Ferien machen, der spielt sich doch den ganzen Tag an de Klötze. (einen leichten Job, nichts zu tun haben) Dat ging voll in die Klötze (unerlaubter Tiefschlag, daneben gehen). Wenn die Klötze klemmen, ist die Hose im Schritt zu eng. ::


Klötzkesschule Sonderschule Die geht aufe Klötzkesschule.
Das Wort ist im Bergischen Land zu hören. ::


Klotzwecker protzige Armbanduhr Wat hast du denn da fürn Klotzwecker am Arm? ::


Klüchten (abfällig) für "Beine, Gliedmaßen" (nur Plural) Mit dem seine lange Klüchten wird der nie ein guter Tänzer. Nimma deine Klüchten da wech, ich komm da nich durch.
Das interessante Wort scheint nur in einem kleinen Gebiet am südlichen Niederrhein verbreitet zu sein. Die Herkunft ist unsicher, die Ableitung aus mundartlich Klucht "große Feuerzange" erscheint ein wenig bemüht. ::


klüchtich klüchtisch, klöschtisch (im zentralen Rheinland) brenzlig, besorgniserregend Dat is mir ze klüchtisch, da will ich lieber nix von wissen. Dat is aber ne klüchtige Kerl. Dat is ganz schön klüchtich hier! (seltsam, sonderbar) Klöschije, Klüchije seltsamer, merkwürdiger Mensch Dat es och enne Klöschtije. ::


klucken glucken, auch rumklucken Sitzfleisch haben, keine Anstalten machen zu gehen Die klucken da bis inne Puppen. auch: Kumma, der hat fäddich studiert un kluckt immer noch bei seine Alten. (den Eltern auf der Tasche liegen). ::


Kluft in der Wendung in Kluft sein vornehm angezogen sein Wat bisse heute so in Kluft, musse auf ne Beerdigung? ::


Klümmek  Bonbon Ih, der Frannek hat en gefundenet Klümmek aufgelutscht.
Eines der vielen Wörter im Ruhrgbiet auf die "polonisierende" Endung -ek. (Siehe Stichwort Endung-ek). ::


Klump in der Wendung etwas im/zu Klump fahren etwas zu Schrott fahren, zerstören Ich hab gehört, du hast dein Auto im Klump gefahren. Ich hab mein neues Rennrad zu Klump gefahren. zu Klump gehen kaputt gehen Mir is die Waschmaschine zu Klump geggangen::


Klumpatsch Klompatsch eigentlich kann Klumpatsch alles sein Ich hab den ganzen Klumpatsch wechgeschmissen (Krempel, Kram). Wer hat denn den Klumpatsch hier angerichtet? (Durcheinander)  Wat soll der Klumpatsch? (Ärger, Streit) Als alle weg waren, saß ich mit dem ganzen Klumpatsch inner Küche un konnt dat alles spülenHasse den Unfall gesehn? Dat war alles nur noch ein Klumpatsch. (undefinierbare Masse). ::


Klümpchen Klömpchen, Klömpche, Klümpken Bonbon Jetz gibbet nix, wir gehn gleich zur Omma, die hat immer en paa Klümpchen inne Dose. Da häste e Klömpche. Klümpkesbude Trinkhalle Dem sein Geschäft is die reinste Klümpkesbude (unsortiertes Geschäft). Klümpkesverein Wat is dat für ne Klümpkesverein.(Ein Verein, der seine hehren Ziele nicht umsetzt).
Klümkes und Klümkesbuden gibt es am Niederrhein und und im Ruhrgebiet. ::


Klüngel Knüngel, Klöngel steht für ein Wortfeld mit einem breiten Bedeutungsspektrum Nu tu doch ma den alten Klüngel da wech un nimm ma en vernünftigen Putzlappen (alter Lumpen). Der hat keine Klöngel am Leib (Kleidung). Der sieht immer aus wie en Knüngel. Ey du Knüngel, zieh dir ma wat ordentliches an! (unordentlicher Mensch) Die kommen am Sonntach mit ihrem ganzen Klüngel (Sippschaft, Anhang) Dat is doch alles ein Klüngel da im Rathaus (küngelnder Personenkreis). Dat war ma wieder richtich kölscher Klüngel, wat da abgelaufen is (versteckte Absprachen, Ämterpatronage) Ohne Klüngel wär doch nie an den Job gekommen. Has de gesehen, die ham bestimmt en Klüngel miteinander (geheimes Liebesverhältnis). In Duisburg gibt es die Redewendung einen um de Klüngels gekricht haben im Sinne von "alt oder schlecht aussehen". Gestern hab ich die Inge getroffen. Boh, die hat aber mächtich ein um de Klüngels gekricht. knüngelen, klüngeln herumtrödeln Nu knüngel nich un komm endlich! Wat sind die beiden denn da schon wieder am klüngeln? (vertraulich miteinander reden) Die ham da doch wieder irgendwat geklüngelt, sons hät der den Auftrach doch nie gekricht. (geheime Machenschaften treiben) ausklüngeln absprechen Dat ham die doch vorher alles ausgeklüngelt, da hätten wir uns gar nich ers treffen brauchenverknüngeln etwas verlegen,  verkramen Hasse die neue Fernbedienung auch schon wieder verknüngeltKlüngelei Schiebung Ich hätt nich gedacht, dat du auch an der Klüngelei beteilichst wärs. klüngelich, knüngelich unordentlich Der is mir zu  knüngelich, kumma, wie dessen Hose aussieht! Geknüngel Durcheinander, z.B. bei verwirrten Wollfäden Wat en Geknüngel schon wieder! Knüngelspitt, KnüngelspitterKlüngelskerl, Klöngelskerl Lumpensammler, Schrotthändler Bring ma dat alte Eisen aus dem Keller hoch, da kommt der Klüngeslpitt. Klüngelskopp unordentlicher Mensch ("der nach dem Motto lebt: wer aufräumt ist nur zu faul zum  suchen") Klüngels-Anton kann auch für das Bekleidungsgeschäft C&A stehen: Hasse ne neue Bluse an? Ja, hab ich vom Klüngels-Anton, war gar nich teuer. Klüngeltown Köln (aus dem Kölner Stadtanzeiger).
Die Varianten Klüngel und Knüngel stehen im Rheinland gleichberechtigt nebeneinander, wobei der Knüngel die eher nördliche form ist. ::


Klüsen (nur im Plural) Augen Mach die Klüsen zu, watte dann siehs, is dein! Ich hab dicke Klüsen, ich seh nix. ::


Klütte meist im Plural Klütten Kohle, Braunkohlenbrikett, Eierkohlen Wir müssen noch die Klütten in den Keller tragen..Jung, hol mir mal die Klütten hoch! In der City von Frechen, der Klüttenstadt, gibt es den Klüttenbrunnen (für Nichteingeweihte: Frechen liegt mitten im Braunkohletagebaugebiet). Ein Klüttenpüffer ist eine Dampflock. Man nennt auch das Dachschild eines Taxis Klütte: Machen se de Klütte an, wenn se leer sind! (Siehe Kommentar).  Am Niederrhein kann eine Klütte auch ein Erdklumpen sein, wenn sich Kinder damit bewerfen, gibt es eine Klüttenschlacht. Klüttenkerl Lohlenhändler.
Klütten waren ursprünglich wohl topfgroße, mit Lehm und Stroh vermischte, an der Luft getrocknete, Brocken. Anfangs ein Armeleute- Brennstoff (siehe Kommentar). ::


Klutz abwertende Bezeichnung für eine (alte) Frau Die alte Klutz is nur am schnüffeln in der Nachbarschaft.
Die Klutze ist in den zentralrheinischen Mundarten eigentlich das brütende Huhn. ::


Knaas Dreck, festhaftender Schmutz  Da haste Knaas am Hemd. Wat is dat denn da von Knaas am Teller.  Auch für eingetrocknete Schleimhaut an Augen oder Nase, sowie Essensreste am Tisch oder Kleidung etc. (Hans Dekker:) "Knaas war unsere Bezeichnung für sich langsam aufbauenden Schmutz auf ungewaschenen Körperstellen, oder häufig angefassten, fettig-klebrigen, Stellen."
Wie Knies/Knüüs (siehe dort) kann auch Knaas "Streit" bedeuten Hasde Knaas mit dem? Knaas findet man im Norden des zentralen Rheinlands und am Niederrhein.  ::


Knabbel Knäbbel Stück, Brocken en Knabbel Kohle. Dat is aber en dicker Knäbbel!
Gilt für den Niederrhein. Im zentralen Rheinland (zwischen Aachen und Köln in der Braunkohlegegend) sind Knabbel grobe Rohbraunkohlenstücke, die früher auch im Hausbrand verwendet wurden. ::


Knabberleiste Zähne, Gebiss Pass auf, sonst krichste wat auf die Knabberleiste. Der Kalle kricht jetz ne komplett neue Knabberleiste::


knacken in der Wendung knacken lassen etwas beginnen, sich irgendwo reinhängen Nu lass knacken, Mann, wir sind schon zu spät. Lass knacken, ich brauch die Karre jetzt. Knacken heißt auch "schlafen": Ich geh ne Runde knacken. Boah, gestern bin ich ers um 12 knacken gegangen. Knacki Krimineller Och, das is doch en Knacki, den hatten se für 5 Johr verknackt (verurteilt für das Gefängnis). ::


Knacks in der Wendung einen Knacks haben geschädigt sein Seit dem Unfall hat der einen Knacks weg. Seit seine Frau tot is, hat der igendwie nen Knacks. Ich glaub, der hat en Knacks wech.  ::


Knall Tick, Macke Hasse en Knall. Ich glaub, der hat en Knall ine Birne. Knaller gelungene Sache Die neue Platte is der Knaller. Wenn dat kein Knaller wird, weiß ich et nich. Knallkopp Vollidiot, Blödmann Dä Knallkopp hat mir die Haare falsch gefärbt. (oder die Abkürzung Knalli) Blödmann, Dummkopf Da hasse dir vielleicht en Knallkopp angelacht. Wat is dat denn von Knallkopp. Der Knallkopp is mir voll in die Seite gerauscht. Knalltüte Weichei, unbedarfter Mensch Ey du Knalltüte, kannze nich aufpassen. ::


Knall Knall bedeutet auch etwas ähnliches wie "Nutte" oder "Hure" und ist eine ausgespochen abwertende, niedermachende, verächtliche Bezeichnung. Während die Trottoarschwalf oder die Bordsteinschwalbe schönfärbend sind, geht die Knall gerade ins entgegengesetzte Extrem. Boh näh! Du siehs aus wie en Knall! Dein Fasteloovendskostühm es ja widderlisch, dat hasde abber wörklisch juht hinjekricht. Mit Dir möösch isch nisch zosammen gesehn werdn, so ääsch sieht-at aus!
Knall ist ein Wort, das eher älteren Rheinländern geläufig ist. ::


Knall in der Wendung einen Knall haben leicht verrückt sein Hasse en Knall, du hasse doch wohl nich alle. ::


knallehü knallehüh weggetreten, nicht auf der Höhe, überarbeitet, geschafft Da kannste ma sehen, wie knallehü ich gerade bin. ::


knallen schlagen, prügeln Wat heuls de denn? Der hat mir eine geknallt. Die Sonne knallt heute unerträglich. Der Lorenz knallt, frach nich nach Sonnenschein (scheinen). Der hat sich ordnentlich einen geknallt (betrinken). Auch vulgär für "beschlafen" Ey, has du die Alte gestern geknallt? Du bis auch vor nix fies! Man kann einem auch was vor der Latz knallen oder auch an der Kopp knallen, was allerdings nie körperlich weh tut, weil es sich dabei nur um böse Worte handelt. Beispiel: Dat hat dem in seiner Rage en Zeuch an der Kopp jeknallt, dat glaubse nich! sich verknallen sich verlieben Bist du verknallt::


Knäppchen Knäppken, Knäbbelken Endstück eines Brotes Dat Knäppchen isst bei uns immer die Omma. Will widder keiner dat Knäppchen essen? Im Ruhrgebiet steht Knäppchen auch für eine seltsame oder misslungene Frisur: Wer hat dir denn dat komiche Knäppchen verpasst? Waaße beim Kapper, odder wa dein Oppa mitte Heckenschere zugange? Im Ruhrgebiet höt man auch die Grundform Knapp Der frische erste Knapp vom Hefebrot war immer sehr beliebt. ::


knäppkes knapp, so eben Ganz knäppkes hab ich den Zuch noch gekrichtDas war kurz vor knäppkes (in letzter Sekunde). Die Rosen hab ich ganz knäppkes am Haus gepflanzt (nahe bei). ::


Knaster (übelriechender) Tabak Wat rauchst du da fürn Knaster, is dat alte Seegrasmatratze, oder wat::


Knasterkopp Sturkopf, Spießer, unflexibler Mensch (eigentlich die mundartliche Bezeichnung für den Pfeifenkopf) Allet Knasterköppe da inne Verwaltung. ::


Knastpraline Frikadelle, auch Blechpraline (die "Blech" ist in Köln-Bonner Raum ein Synonym für "Knast"). ::


Knatsch Knaatsch Streit, Gezänk Hasse Knaatsch mit dem? Wenn dat noch ma vorkommt, dann gibbet aber Knaatsch, da kannze dich drauf verlassen. knatschich/knaatschich unzufrieden, nörglerisch Die is knaatschich, weil se dat Kleid nich gekricht hat. Der is schon den ganzen Morgen knaatschich. knatschen/knaatschen nörgeln, meckern Die hält sich am Knaatschen. Nu hör auf zu knaatschen (weinen bei Kindern). Knatschbux, Knaatschkopp, Knatschtante, Knatschsuse weinerliches/r Kind/Typ Dat Kind von denne is ene richtige Knaatschbux. ::


knatsch- als farbverstärkende Vorsilbe knatschgrün, knatschrot, knatschblau usw. Ich hab mir für Silvester ne knatschgrüne Bluse gekauft. So wat Knatschrotes kansde doch nich anziehen. Knatschblau un knatschgrün, dat beißt sich doch! ::


Knätschauge Knetschauge, dasselbe wie ein Klätschauge::


knätschen knetschen, knötschen auch zusammenknötschen, zerknötschenetwas zerdrücken, matschen Ih, da is ne Spinne, knätsch die ma kaputt. Ich knätsch die Kartoffeln immer so gern mitte Soße. Knätsch doch nich immer so im Essen rum, dat is unappetittlich. Igitt, wat hasse dir da widder fürn Schweinetögsken auf em Teller gemacht, alles so zusammengeknötscht. Hömma, im feinen Lokal kannze dir aber nich alles so zerknötschen, da musse anständich essen
knatschen mit langem Vokal (knaatschen) siehe unter Knaatsch::


knatschen weinen, quengeln Sophie, wenne nich sofort aufhörs zu Knatschen, kriste auch kein Lecker! Die is den ganzen Tach am knatschen! Knatsch Ärger Der ganze Knatsch nur wegen son paa Äste übern Zaun. ::


knattschen schmatzen, unappetitlich essen Knattsch nicht so! Hör auf zu knattschen! waren früher die Ermahnungen rheinischer Mütter, die wollten, dass ihre Kinder nicht lautstark beim Essen schmatzen. ::


Knäuschen Brotendstück Dat Knäuschen is mir zu hart, dat kann ich nich beißen::


knausern geizig sein,sparsam sein Der is immer nur am knausern. Der hat bei seim Auto aber ganz schon geknausert. Die knausern am Essen. Knauser Geiziger Dat is en chter Knauser. knauserich Nu sei mal nich so knauserich::


Kneggel eigentlich eine Glas-Murmel, unter Geschwistern sind in der Nordeifel die jüngeren ebenfalls Kneggele: Die Großen dürfen bis zehn Uhr aufbleiben, die Kneggele gehen um acht ins Bett. ::


Kneifzange in der Wendung die Hose mit der Kneifzange zumachen unfähig, verrückt sein Dat kanns de einem erzählen, der die Hose mitte Kneifzange zumacht, aber mir nich! Aber auch: Den würt ich nich ma mitte Kneifzange anpacken::


Kneipchen Küchenmesser, siehe Knippchen. ::


kneisen gucken, Ausschau halten Wat bisse am kneisen? Kuck ma, wat die da drüben am kneisen sind. Wat gibbet hier zu kneisen?
Kneisen kennt man am Niederrhein, im Norden des Bergischen Landes und im Ruhrgebiet. Es ist ein altes Wort, das aus dem Rotwelschen in die Umgangssprache gelangt ist. ::


Kneiser Fußballschuhe (nur Plural) Da haste ager en paar prima Kneiser! kneisen herumholzen, technisch anspruchslos spielen. ::


kneissen stöhnen, jammern, nörgeln, sich weinerlich über etwas beschweren (bei Erwachsenen und Kindern) Nu hör endlich auf zu kneissen - Eis gibbet heut keins.
Gekneisst wird nur in einem kleinen Gebiet in der Nordeifel zwischen Rheinbach und Euskirchen. ::


Knete Geld Ohne Knete keine Fete. Der hat Knete ohne Ende::


kneuern kneuen, herumkneuern krümeln Mensch, hät der widder rumgekneut. Musse immer so kneuern, kuck ma, wie dat aussieht auf dem Teppich da.
Gekneuert wird am nördlichen Niederrhein. ::


Knibbel Blechdose für die Verpflegung am Arbeitsplatz Ohne sein Knibbel ging der Vater nie auffe Arbeit.
Aus dem Knibbel isst man in der Gegend von Mönchengladbach. ::


knibbeln an etwas herumfummeln, etwas geringfügig Hervorstehendes mit den Fingernägeln bearbeiten Hör doch auf, du hast ja schon en richtiges Loch in die Tapete geknibbelt. herumknibbeln Hör auf, da an der Wunde herumzuknibbelnMusse da immer dran rumknibbeln? abknibbeln Dat Etikett mußte ich vom Karton richtig abknibbeln, so fest war dat dranKnibbelei Is dat immer ne Knibbelei, bisse die CD ausgepackt hast. Knibbelsarbeit Fummelskram Dat is en scheiß Knibbelskram mitte Telefondrähte. Knibbologie eine Arbeit, die nur mit feinmotorischen Fähigkeiten zu verrichten ist knibbelich knifflich, viel Feingefühl erfordernd Sone knibbelige Arbeit mach ich nich gern. Knibbelsfutt jemand, der immer an etwas herumknibbelt: Lass den Pickel doch endlich mal in Ruhe, du olle Knibbelsfutt. ::


Knibbelsknöchsken Musikantenknochen am Ellenbogen Getz hab ich mich grad am Knibbelsknöchsken gestoßen.
Wird im Bergischen Land gesagt. ::


Knick in der Wendung einen Knick in der Optik haben schlecht sehen können Hasde en Knick in der Optik, oder warum hasde dat Schild nich gesehen? Man sagt  auch einen Knick in der Pupille haben. Auch in der Wendung ausem Knick kommen Heut komm ich einfach nich ausem Knick. (siehe Kommentar). ::


knicken in der Wendung etwas knicken können unbrauchbar, wertlos, unmöglich Dat kannze knicken. Dat mit dem neuen Motorrad kanns de knicken, dafür is kein Geld da. Aber auch: Die ham ihre Beziehung geknickt, die lieben sich jetz nich mehr.  Bevor der flanken kann, musst du den knicken. Knicken kann im Fußball also auch "(absichtliches) Foulspiel" bedeuten (gibt es nur beim FC!?). ::


Knicker Klicker, Knickel Murmel, Glasmurmel Komm, wir gehen Knicker spielen. Man kann entsprechend auch knickern oder klickern mit Murmeln spielen Kommsde mit Klickern? Der hat sich aufgeregt wie en Knickel im Pißpott (sich über Nichtigkeiten aufregen). Knickerwasser: Gab es am Büdchen und war mit Kohlensäure versetztes Wasser. Eine Glasmurmel war der Verschluß und wurde zum öffnen nach innen gedrückt.
Das Murmelspiel scheint  aus der Mode gekommen zu sein. Als Knicker bezeichnet man auch die kleinen Kugeln beim Kegeln. ::


knickerich geizig Nu sei doch nich so knickerich und gib ma einen aus! Dat is vielleicht ne knickerige Type. So wat Knickeriges, wie der is! Knicker Geiziger Weiße watte bis, en Knicker bisse! Der is en richtiger Knicker, der Typ. Im Ruhrgebiet nennt man einen Geizhals auch Knickerbühl::


Knicks Knickschen Kniebeuge (als veraltete Ehrenbezeugung vor Erwachsenen) Nu mach schön en Knicks vor de Tante. ::


kniebeln aus Müdigkeit blinzeln Die Ullige muss int Bett, die kniebelt schon mitte Augen.
Das Wort ist eine Sonderbedeutung von knibbeln (siehe dort), die im zentralen Rheinland und am südlichen Niederrhein zu finden ist. ::


kniepen kniepsen zwinkern, blinzeln, Äuglein kneifen Der hat mitte Augen gekniept, der will bestimmt wat von mir. Boah, da wa et so hell, ich wa in einer Tour am kniepen.
Gekniepst wird eher am Niederrhein. ::


kniepich geizig Nu sei ma nichso kniepich un schenk dem Kleinen dat Fahrrad. Kniepiger oder Kniepsack Geizhals Dat is son ganz Kniepigen. Der alte Kniepsack, der gibt doch nix.
Das Wort  gehört zum mundartlichen kniepen ′kneifen′, das überall im Rheinland zu hören ist.  ::


kniepsen kniepen in der Wendung Äugsken kniepsen/kniepen zuzwinkern Hasse gesehen, der hat dir Äugsken gekniepst? ::


Knies Kniest, Knüüs, Kneus Schmier, Schmutz Das sitzt der Knies von den letzten zehn Jahren dran. Bah, kuck ma der Knies da. Wat hasde da von Knies anne Hose. Bei denen sitzt der Knies so hochBah, wat vonne Kneus! Er hat wieder Knies mit seiner Schwiegermutter (Streit). Du hast noch Knies inne Augen, hasde dich nich gewaschen? (Verkrustungen am Auge) Manchmal trifft man im zentralen Rheinland auch in der Umgangssprache noch auf den Kniesbüggel/Knießebüggel, das Kniesuhr oder den Knieskopp. Der kann ein Geizhals sein oder ein Schmierlapp: Dat is en Kniesbüggel, der Typ. Wenn an St. Martin die Kinder nicht für das Singen belohnt werden, rufen sie in Köln noch heute oft Kniesbüggel, Kniesbüggel. Kniesbüggel sind kniestich/kniestisch Der gibt nie einen aus, da is der ze kniestisch für. Ein Knieskopp kann aber auch ein surer oder Streit suchender Mensch sein. (siehe auch Knös) ::


Kniesbüggel Knießebüggel siehe Knies::


kniestich siehe Knies::


Knifte Butterbrot (möglichst groß und doppelt belegt) Nimm genuch Kniften mit, wir wollen doch keinen Kohldampf schieben morgen. Dat is aber ne ordentliche Knifte. Haste deine Knifte schon wech?
Am Niederrhein und im Bergischen Land bekannt. ::


Knilch Knilsch abwertende Bezeichnung für einen Mann Der Knilsch taucht nichts. Wat is dat denn von Knilch::


Kning Kaninchen zu Mittach gibt es Kning. Haste schon die Kning gefüttert.
Diese velarisierte Variante des Kaninchens ist typisch für die Mundarten des zentralen Rheinlands - und auch hier noch in der Umgangssprache zu hören. ::


Knipp Knippchen Ecke, Straßenecke, kleine Anhöhe Ich kam gerade übers Knipp gefahren, als da plötzlich ne Kuh stand. ::


Knippchen Kneipchen, Knibchen kleines Küchenmesser Da hab ich doch glatt dat Knippchen mit den Schalen wechgeschmissen. Gib ma dat Knippchen für zum Kartoffelschälen. In der Eifel könen Knippchen auch kleine, mundgerechte Stücke Brot sein, die man sich auf dem Teller schneidet Der Oppa kann nich mehr beißen, darum mäht er sich Knippche::


Knipptang Nipptang Kneifzange. Diese mundartliche Variante hört man noch am Niederrhein und im Ruhrgebiet auch in der Umgangssprache: Geh ma die Knipptang holen. Bah, den würd ich nich ma mit en Knipptang anpacke. Dat kannste jemandem erzählen, der sich die Bux mitte Knipptang zu macht (jemanden für blöd halten). Kann auch als Bezeichnung für eine besonders zänkische Frau verwendet werden Dem Heinz seine Frau is ne richtige Nipptang! ::


knipsen fotografieren Der hat mich geknipst. Wo hasde denn dat Foto geknipst? Ich kann nich fotografieren, ich knips nur so rum. Früher wurden auch Fahrkarten geknipst (entwertet). Knipskasten bedeutet sowohl Fotoapparat als auch Fahrkartenenwerter. Ob das modische Fußballwort Knipser "Torjäger" den gleichen Stamm hat, ist noch unklar Die brauchen en richtigen Knipser, sons steigen die ab.  ::


knispelich kleinlich, pedantisch, unflexibel, stur Wenn Männer über di Fümzich kommen, wern se oft so knispelich.
Ein selten belegtes Mundartwort, dass sich überraschender Weise in der Umgangssprache des Ruhrgebiets gehalten hat, und das sogar verstanden wird, wenn man es vorher noch nie gehört hat.
Häufiger dagegen ist das Verb knispeln als Beschreibung eines leisen Tuns Da knispelt doch wat im Brennholz; eine Maus? abknispeln kleine Stückchen von etwas lösen Ich hab mir von dem Streuselkuchen wat abgeknispelt. zerknispeln etwas in kleine Stücke zerlegen Der Hamster hat über Nacht dat Sofapolster zerknispelt. rumknispeln an irgendetwas herumfummeln Wat bisde die ganze Zeit am rumknispeln, du machs mich ganz nerviös. ::


Knochen harter abgebrühter Mann Der Typ is en ganz schöner Knochen, bei dem Wetter noch Rennrad fahren. En echt harter Knochen, der Typ. Wenn man starkem Regen ausgesetzt war: Gestern war ich naß bis auffe Knochen. Aber auch faule Knochen und miese Knochen. Ein drööjen Knochen ist sowas wie ein drööjen Pitter - also ein sturer, humorloser Kerl. Die Arbeit kann auf die Knochen gehen. Der geht immer auf die Knochen sagt man zu einem überharten Verteidiger beim Fußball. Auch die mundartliche Variante ist am Niederrhein noch in der Umgangssprache zu hören: Die Maloche geht ganz schön auf de Knök. etwas in den Knochen haben eine Krankheit ausbrüten Ich glaub, ich hab die Grippe in den Knochen::


knochentröch siehe drüch. ::


Knöggel ein gebackenes Stück (Blätter-)Teig, das Gemüse oder Wurst enthält. ::


Knök Knochen Die Maloche geht ganz schön auf de Knök bedeutet, dass eine Arbeit körperlich sehr anstrengend ist. ::


Knöllchen auch Knolle Strafmandat wegen Falschparkens oder Tempoüberschreitung Fümf Minuten hab ich da gestanden und schon ham die mir ne Knolle verpasst. Der sammelt Knöllchen.
Ein rheinisches Wort, das landesweit Karriere gemacht hat. Eine Knolle ist dabei meist kostspieliger als ein Knöllchen::


Knolle Rübe Wenn die EG so weiter macht, kriegen die Bauern im Vorgebirge ihre Knollen nich mehr an den Mann. Knollebuur Rübenbauer Hinter Köln, dat sin alles Knollebuure. Knolli-Brändi billiger Schnaps Bei dem Knolli-Brändi  hasde schon en dicken Kopp, wenne die Flasche nur inne Hand nimms. Knollekopp Dat is en Knollekopp sagt man zu einem dickköpfigen, starsinnigen Menschen.
Die Knollen sind zentralrheinisch. Nicht umsonst heißt der zentrale Ort im berühmten Kölschen Hänneschen Theater "Knollendorf". ::


knommeln werkeln, basteln, pfuschen Du bis ja immer noch an dem Auto rum am knommeln, willste dat nich lieber in die Werkstatt tun? knommelich zerknittert, unordentlich Wat sieht dein Hemd so knommelich aus?
Das Wort kennt man in der Westeifel und im westlichen Rheinland bis hinauf nach Viersen. ::


Knopp Knopf, in der Wendung jemandem en Knopp an die Backe nähen jemandem (lange) Geschichten erzählen Da hat die mir widder en Knopp an die Backe jenäht, mein lieber Scholli!  Im Plural in der Wendung Knöppe aufe/auf de Augen haben blind sein Schirri, hasse Knöppe aufe Augen? Dat war doch wohl en glasklares Foul::


knörmeln meckern, maulen Du bist heute auch nur am knörmeln! ::


Knorpel in der Wendung einen über den Knorpel brausen ein Bier zischen ::


knörzelich knorpelig (bei Fleischgerichten) Wenn et euch zu knörzelisch is, leechtet auf den Teller zurück, ich mach dann für Morgen ne Suppe draus. also, ich ess et ja gern, wenn et son bisschen knörzelich is!
Knörzelich sind die Hühnerbeine in und um Köln. ::


Knös (meist lang gesprochen Knöös) klebriger Schmutz, Dreck Wat hasse da fürn Knös auffem Hemd? Is dat Nasenpopel? Mach den Knös von de Schuh, wenn du rinn kommst. Iii, was isen das wieder fürn Knös auf deiner Jacke? Knösel Nasenpopel. Das passende Verb knösen, herumknösen bedeutet ′herummatschen′. Knösen kann man alles, z.B. Mörtel, Gips, Knetgummi oder Essen, Hauptsache, es entsteht dabei unappetitlicher Knös. Nu hör endlich auf, mit der Schokolade rumzuknösen. Knös bloß das Sofa nich voll. auch: sich beknösen Seit minne Mann älter wird, beköest de sich immer so. knöselig (im Bergischen mit kurzem, offenen ö) bedeutet soviel wie "schmuddelig" Dat Hotel war ziemlich knöselig. zusammengeknöselt nachlässig gekleidet sein Wat siehst du denn so zusammengeknöselt aus heute!Ein Knöskopp ist ein Schmutzfink. Knöselchen kleines Knübbelchen.
Verbreitet im zentralen Rheinland um Mönchengladbach und Neuss, dazu im Bergischen Land. (Siehe auch Knüsel und Knaas). ::


knosern, knosen, knöse im Essen matschen, unappettilich essen, wenig essen, den Teller nicht leer essen Bisse schon wieder im Essen am knosern, schmecktet dir ma wieder nich? Hör doch auf, im Essen zu knosen, du brauchs et doch nich aufessen, wenne nich wills. Nu mach ma voran un knos nich so. Knöspitter schmuddeliger Mensch, jemand, der im Essen Knöst Dat is ene Knöspitter. knösisch ungepflegt, bekleckert Wenn der am Tisch sitzt, is die Tischdecke hinterher garantiert knösisch. Beim Anrühren von Kuchenteich machst du immer den ganzen Küchentisch knösich::


knösich siehe knosern::


knöstern basteln, herumwerkeln, umständlich arbeiten Der knöstert wieder an seinem Auto.
Knöstern ist ein altes Mundartwort, das seltsamerweise vor allem rechtsrheinisch von der Lahn bis hinauf nach Emmerich verbreitet ist.
Aus dem Bergischen Land wird auch das Substantiv Knösterer gemeldet, dies bezeichnet einen kreativen Menschen, eben jemanden der gerne knöstert. Hier gibt es aber auch den Knösterpitter, der geduldig und ausdauernd ein handwerkliches Problem bearbeitet. ::


Knötsch Haarknoten Kumma, der Knötsch von der da! Der fällt bald ausenander!Heute haben nur noch wenige Frauen einen Knötsch am Hinterkopf. ::


knötschen siehe knätschen::


Knott ist im Oberbergischen ein übles Schimpfwort für Menschen, die aus welchen Gründen auch immer ausgegrenzt werden: deshalb oft von Prügeleien gefolgt Du bis ein Knott. Dat sin Knotten, mit denne wollen mer nix zo donn han. ::


knöttern knüttern, knottern nörgeln, meckern, quengeln Wat bisse am knöttern, passt dir wat nich? Lass die ma, die knöttert schon den ganzen Tach. knötterich quengelich Dat Ullich kricht Zähne, dat is schon seit ne Woche nur knötterich. Knötterpott, Knötterdöppen, Knötterkump, Knütterbüchs, Knüttertante Nörgler; angebliche Grabinschrift am Niederrhein: Hier ruht in Gott unser alter Knötterpott. Knötterbühl ist eine Variante Knüttersack quengeliges, weinerliches Kind Wat is dat en Knüttersack, dat is die ganze Zeit am Knüttern. Knötterpitt notorischer Meckerer, Querulant Hat der alte Knötterpitt schon widder Zoff mit seim Nachbarn? Der gibt auch keine Ruhe. ::


Knubbel Knubbel Klumpen, dickes Stück Dat has de aber nich gut umgegraben, da sin ja noch ganz dicke Knubbels. Da sind Knubbel in der Suppe. Dat sind aber dicke Knubbels von Kohlen, die wir da gekricht haben. Da könnt ich mir en Knubbel im Bauch dran fressenFritz Knubbel von der Klotzkapelle (Antwort eines Vaters auf die Kinderfrage, wer denn zu Besuch gekommen sei) Vorm Kino is seit ner Stunde en janzer Knubbel auf de besten Plätze am Warten (Menschentraube). Der Kerl kommt immer im Knubbel mit seine Freunde. Den hat mer noch nich eimal mal allein gesehn. Von rechts un von links kam jeweils en Knubbel Fußballfäns; leider von gegenteilijen Clubs, inner Mitte: Zong! Krawumm! (Gruppe von Menschen). Kumma, da wo der Ast wieder zusammengewachsn war, is jetz über zwei Jahre en Knubbel draus geworden. (Verdickung) Herr Dokter, ich hab da en Knubbel in der Brust, kammer fühlen, dat wird doch wol nich... (Verdickung im medizinischen Sinn). Der hat en ganzen Knubbel von den Dingern gekauft (eine Menge). Natürlich wollten se alle in dat eine Parkaus, ich mitten im Knubbel, Kacke auch, wa. (kleiner Stau) Dem seine Kleider liegen als Knubbel aufm Stuhl vorm Bett. Statt dat dat dat Zeuch mal zum Lüften aufhängt ... (unordentliche Ansammlung, Bündel). Der Müllers Puckel hat en ziemlichen Knubbel aufm Rücken, die arme Sau (Buckel). Wie mir der Vatter eine geklebt hat un ich bin ant Fenster gestoßen von der Seite, boh da hat ich en Knubbel am Kopp jekricht! (Beule). Der spricht Hochdeutsch mit Knubbeln (mundartliche Einsprengsel). Ein kleiner Knubbel ist im nördlichenRheinland ein Knübbelken. Knubbelsnase dicke Nase, Kartoffelnase, auch Boxernase Knubbelsfinger dicke, breite, klobige, große, ungeschlachte, wenig feinmotorische Finger bzw. eine Hand Knubbelfutz kleiner, untersetzter Mensch Knubbelfuß Klumpfuß. Knubbeln haben schlecht gelaunt, beleidigt sein Hei, du, hasse Knubbeln? Knubbelspapp Haferschleim Putz dir ma immer schön die Zähne, sons fallen dir die ma aus un dann kannze nur noch Knubbelspapp essen (bekannt am Niederrhein). Ganz neu: Knubbelskäse Mozarella Bring mal noch en Päckchen Knubbelskäse mit!Knubbelefutz sehr kleiner Mensch Dä Schaffner, dat wa son Kubbelfutz, kuckt uns vom Bauch rauf an, da mußte mer de Fahrscheine verkehrtrum halten. knubbelich Der Stoff is ganz knubbelich. Der lacht sich knubbelich (stark lachen). Da könnt ich mich knubbelich dran essen (etwas sehr gerne essen). Dat Ding is knubbelich voll (übervoll). knubbeln Da hinten is nix los, un hier inne Kneipe knubbeln se sich. Dat knubbelt sich hier! Jetz vor Weihnachten knubbeln sich wieder die Termine. Lass uns mal int Bett, wat zusammen knubbeln (kuscheln, knutschen) Dat Trina un der Mattin, die knubbeln aber nur noch zusammen (zusammen kleben). Mamma un Oma knubbeln vor Weihnachten immer gemeinsam rum un ham Geheimnisse (klüngeln, tuscheln). Wie bis du denn am knubbeln (Hocheutsch mit Knubbeln reden). vollknubbeln unordentlich, eng, bzw. zusammengeknäuelt füllen Der hat sein Koffer mit de Wäsche vollgeknubbelt, bah - wat en Glück, dadet nur de dreckije waa. knubbel(s)voll  randvoll, übervoll, zum Platzen gefüllt  Der Kahn war knubbelsvoll, de Leute knubbelten sich bis zum Rand. Hasde schon mal einen gesehn der sich en Bauch so knubbelvoll geschlaren hat? geknubbelt extrem dicht oder eng, zusammengekauert Die Kneipe war geknubbelt voll. In dem klein Auto kansde nur geknubbelt sitzen. zusammengeknubbelt zusammengekauert, klein gemacht, eingezwängt Den I-Dötzjen iere Eltern mußten zusammengeknubbelt in ieren Kindern iere Schulbänken platznehmen.  ::


Knubbelbüttken kleiner Knorpel in einem Fleischstück Ii, jetz hab ich auf son Knubbelbüttken gebissen. ::


Knüddel Knoten Hilf mir mal, ich hab einen Knüddel in dem Bindfaden! knüddeln zusammenknautschen, knüllen Knüddel das Papier nicht so, das kann man noch gebrauchen! ::


knüddeln knüllen, zusammenballen Knüddel dat Papier doch nich so, dat kann man noch mal gebrauchen. zusammenknüddeln Wer hat denn hier dat Geschenkpapier so zusammengeknüddelt? Das knüddeln wir zusammen (verknoten) Knüddel Knoten Hilf mir mal, ich hab einen Knüddel in dem Bindfaden::


knufen auch wegknufen aufessen, futtern, essen Kumma, der Kleene hat dat ganze Brötchen weggeknuft (das er vorher aufe Faust gekricht hatte). ::


knuffeln knuwweln knittern, knüllen, auch: jemanden herzen Knuffel dein Hemd nich so inne Hose! Den Kleinen könnt ich immer knuffeln. knuffelich, knuffich niedlich, süß Der is aber auch zu knuffelich. Dat is aber ma ein knuffeliger kleiner Hund. Dem Rita sein neuer Freund sieht irgenswie ganz knuffich aus. Auch Sommerwetter kann knuffich warm sein: Hitzefrei gibt et heutzutage nur noch, wenn et so richtich knuffich is!  ::


knuffich siehe knuffeln::


Knüffke kleine, gedrungene Person. ::


knuijen auch herumknuijen mit den Fingern im Essen spielen, herummantschen (z.B. aus Appetitlosigkeit) Hör endlich auf, im Essen herumzuknuijen::


knülle betrunken Gestern war ich vielleicht knülle. Bei der Hitze bin schonnach zwei Bier knülle. Ich bin ganz knülle. ::


knülzen (Fußball) spielen Wer kommt mit Fuppes knülzen? Wat en Geknülze::


Knumel Trödler, jemand, der nicht voran macht. Du bist dat größte Knumel, dat ich kenne. knumeln, rumknumeln trödeln, langsam machen, bedächtig sein Jetz knumel nich so rum.
Bislang nur aus Aachen gemeldet. ::


Knüngel Knüngelskerl siehe Klüngel. ::


Knüpp ein nur schwer oder gar nicht aufzuschnürender Knoten, der einen zur Verzweiflung bringen kann Jetz habe ich schon weider einen Knüpp im Schnürsenkel. Den Knüpp in der Paketschnur schneide ich jetz einfach auf, den krieg ich ja doch nich wieder auseinandergefriemelt. Über so einen Knüpp ärgert man sich im Bergischen Land. Dagegen kann in Bochum/Wattenscheid der Knüpp auch ein Schlipsknoten sein: Vatter, helf mir ma, ich krich den Knüpp nich hin::


Knüppel in der Wendung Knüppel aum Kopp als abwertender Vergleich Dat konnze nich essen, dat schmeckte wie en Knüppel aum Kopp.
Gemeldet aus Essen. ::


knüppeldick knüppeldicke sehr schlimm, schicksalhaft Erst ham se dem sein Auto geklaut, dann auch noch in der Wohnung eingebrochen, un getz auch noch dat Bein gebrochen. Der kricht et getz aber knüppeldicke. Dann kam et für für die Schalker aber knüppeldick.  ::


knüppelvoll sehr voll, stark betrunken Dat war knüppelvoll inne Kirche, als die geheiratet haben. Bring den ma nach Hause, der is doch knüppelvoll! ::


knupsen stoßen, gegen etwas prallen Hasde da ne Beuel am Kopp? Wo hasdu dich geknupst? ::


knüren leichte körperliche Arbeit verrichten, sich mit etwas beschäftigen Ich geh mal draußen jet knüren.
In dieser Bedeutung ein exklusiv Bergisches Wort. ::


Knürkel Bauchnabel Machen die die Operation durch den Knürkel oder müssen die schneiden? ::


Knürken Knürchen Warmhaltegeschirr für Essen, Henkelmann (in dem das mitgebrachte Essen im Wasserband erwärmt werden konnte) Ich hab mir mein Knürken mitgebracht.
Zu Knur, das in den Mundarten zwischen Viersen und Krefeld für den Henkelmann steht. ::


knürren veraltend für "fliegen gehen" Die Leine is gerissen, der Luftvogel geht knürren. ::


Knursch Knorpel (in zum Verzehr bestimmten Fleisch) Dä Knursch kannsde mitessen. Bah, da is ja nur Knursch dran, dat ess ich nich::


Knürschke ist eine ungepflegte Frau, meist gesteigert als Dat es e Drecksknürschke::


Knürtzken kleines Stück von etwas Dat war nur son kleen Knürtzken, aber dat hat die Ullige unterm Tisch gefunden.
Knürtzken kennt man am linken Niederrhein. ::


Knürvel ein unbedarfter Mensch, auch unerfahrenes Kind Wat wiss du Knürvel denn::


Knüsel ist zum einen Dreck, Knies: Bah, wat sitzt denn hier von Knüsel!, dann ein dreckiger, unordentlicher Mensch: Der Knüsel sieht wieder aus, als ob er in seinen Klamotten gepennt hätte. auch alter Lappen  Wat nimms du denn da von alten Knüsel zum Putzen? (alter Lappen) und schließlich ein heimliches Verhältnis: Die ham en Knüsel miteinander. Knüselich, knüsselich, knisselich, knusselisch ungepflegt, unordentlich, dreckig, ungewaschen Wat is dat für ne knüsselije Kerl. Den Lappen kannste nit nemme, dä es knüsselich. In der Wohnung es et awer knusselisch. Knüselche unordentliche Frau Knüselskopp, Knisselskopp unordentlicher Mensch. (Siehe auch Knös::


knusper in der Wendung nich ganz knusper sein abgedreht, verrückt sein Du bis doch auch nich mehr ganz knusper, oder? Der schmeißst Steine aufe Autobahn, der is doch nich ganz knusper! Sach ma, bis du noch janz knusper, hier inne Kirche so rumzujröhlen? ::


Knuss etwas Dickes, ein dickes Holzstück, ein dicker Mensch Wat enne Knuss von Kerl.
Der oder die Knuss ist wohl die nordniederrheinische Variante von Knüstchen und Konsorten (siehe dort). ::


knüsselich siehe Knüsel. ::


Knüstchen auch Knust, Knuuz, Knützjen, Knüstchen Brotende Dat Knüstchen is mir zu hart::


knutschen Zärtlichleiten austauschen, sich heftig küssen Kuck ma, wat die am knutschen sind. Ich könnt dich knutschen (Ausruf spontaner Freude). Die Knutschkugel (kleines Auto, Isetta) ist dagegen schon veraltet.  ::


knütten stricken Wat bisse am knütten, wat wird dat, wenn et fertich is::


Knüttersack  siehe knöttern. ::


Knutze (vermeintlicher) Intelligenzbolzen Mein Enkel ist in der Schule ein echter Knutze. Eigentlich ist ein Knutze im südlichen Rheinland ein Dreckklumpen Nach Durchquerung eines matschigen Weges hingen dicke Knutzen Erde an  meinen Stiefeln.  ::


knutze siehe Knuuz::


Knüüles Griesgram, Sturkopf, launischer und eigensinniger Mensch Den Knüüles musse nehmen wie er is.
Der Knüüles ist im südlichen (dort auch oft Knäules) und zentralen Rheinland weit verbreitet und ist sozusagen der Gegenentwurf zum offenen, lebenslustigen Rheinländer. ::


Knuuz Knüüzje Haarknoten Tant Trautchen hat immer en Knuuz gehabt, die hab ich nie anders gesehen.
Mit dem Knuuz verschwindet so langsam auch das Wort. Zu Knuuz als "Botende" siehe Knüstchen::


Knuuz Knuz Elektrisierknöchelchen des Ellenbogens Ich hann mich furchbar der Knuuz gestosse.
Diese Bezeichnung kennt man in den Mundarten des zentralen Rheinlands, zugrunde liegt das Verb knutze "sich stoßen" und der daraus abgeleitete Knutz "Stoß", die in der Eifeler Umgangssprache auch huete noch zu hören sind. ::


Köbes der Kellner in traditionellen Kölner Brauhäusern trägt stets eine blaue Schürze.
Köbes ist die rheinische Abkürzung für Jakob (in diesem Fall auch als Köbi). (Weibliche Köbesse nennen manche auch scherzhaft Köbine). 
Weshalb der Name zum Synonym für den typischen Kellner wurde, darüber gibt es viele Spekulationen. (Siehe auch Kommentar) ::


Kockelores Kokelores, Kuckelores, Kokolores (so auch im Duden) Unsinn, Quatsch Dat is doch Kockelores, wat du da erzähls. Son Kockelores hör ich mir nich an. Red donnich son Kockolores. Was ist das denn für ein Kokolores::


kodderich ködderich leicht übel, schwindelig Mir is ganz kodderich heute morgen. Ma, wurd mir auf dem Karussell kodderich. Kann auch "herablassend, frech" bedeuten: Sprich nicht in so einem kodderigen Ton mit mir! Wer in einem solchen Ton spricht, hat eine Kodderschnauze Der hat vielleicht ne Kodderschnauze am Leib. ::


Koduppel verkleinerte oder mickrige Version von etwas Dat is aber ein Koduppel von Apfel.
Koduppel gibt es im linksrheinischen Duisburg. ::


köe kauen, in der Wendung Dat kannste köe (lecker sein) in Mönchengladbach gebräuchlich. ::


Koffer in der Wendung einen Koffer stehen lassen einen Darmwind fahren lassen. Als Warnung dient in diesem Zusammenhang der Satz Fall nich über den Koffer, den ich innen Flur gestellt hab. Das entsprechende Verb lautet koffern Wer hat denn hier gekoffert?  einen im Koffer haben betrunken sein Ich hann eene im Koffer! Man kann auch jemandem vor den Koffer scheißen, d.h., einen Plan durchkreuzen, eine Vereinbarung brechen, jemanden hängen lassen oder auch anschwärzen. Ich hab mich für den sowat von aussem Fenster gelehnt, und dann hat er mir voll vorn Koffer geschissen. Schließlich hat sich in neuerer Zeit auch das Schimpfwort Vollkoffer für einen verbohrten, keinen Argumenten zugänglichen Menschen etabliert. ::


Kohldampf starker Hunger Ich hab Kohldampf bis unter de Arme. Kohldampf kann man auch schieben: Sei froh, datte nich im Kriech wars, wat meinze, wat wir da von Kohldampf geschoben haben. Kohldampf schieben muss heute keiner mehr.  ::


Kohle Geld Tu ma Kohle auf en Tisch, sons läuft hier gaa nix. Dem seine Kohle möcht ich haben. Unter Bergleuten hört man auch heute noch Der arbeitet inne Kohle. ::


kokeln verkokeln, ankokeln zündeln, etwas anbrennen, anschmoren Nee, Kinder, ihr kricht keine Streichhölzer, ihr wollt doch nur kokeln. Hier riechts irgendwie verkokelt. (auf dem Herd ist etwas angebrannt) Ich bin total verkokelt (einen Sonnenbrand haben). Wat riecht dat hier so angekokelt::


Kollefunzius Parfüm (oder auch für andere unbekannte Flüssigkeiten) (entstellt aus Eau de Cologne?).
Kennt man im Raum Aachen. ::


Kollektor in der Wendung den Kollektor blank drehen zum Frisör gehen Mann, wat has du den Kollektor wieder blank gedreht?
Diese aus Duisburg gemeldete Wendung ist eine von offensichtlich vielen ähnlichen (siehe Kugel oder Murmel). ::


Köln in der Wendung drauf nach Köln reiten können Dat Messer is so stumpf, da kannsse drauf nach Köln reitenschmecken wie ze Kölle sehr gut schmecken in Köln sich tot.... z.B. sich tot mischen, tot arbeiten, tot spülen usw. sagt man, wenn man das Gefühl hat, dass jemand eine Tätigkeit übertreibt. ::


kolone rammdösig, durcheinander "Der Päule hat mich mit seinem dösigen Gequassel ganz kolone gemacht, sagte meine Oma, wenn ihr Schwager ihr wieder einmal einen seiner berüchtigten Besuche abgestattet hatte. Ich bin davon noch jetzt ganz rammdösig im Kopp." Kolone steht auch für körperliche Erschöpfung Hab ich malocht! Ich bin total kolone.
Das Wort ist heute nur noch im Ruhrgebiet zu hören. Es ist ein rotwelsches Wort aus den alten Gaunersprachen.  ::


Kolonie  Laubenkolonie Kleingartensiedlung Die feiern heute ihr Sommerfest ine Laubenkolonie. Der kommt doch ausse Kolonie, woher kennze den denn? Einmal Kolonie, immer Kolonie, die kommen da nie raus. (sozialer Brennpunkt). Kann aber auch ganz neutral Arbeitersiedlungen bezeichnen. Wir haben früher ine Kolonie gewohnt::


kölsch kölnisch Dat is kölsche Lebensart. Hier siehs de ma en richtich kölsches Mädchen. So sin die Kölschen! kölscher Wisch schnelles, oberflächliches Saubermachen Ich mach mal eben schnell en kölschen Wisch, dann können wir auch losgehen. Kölsch Biersorte Ich trink gleich drei Kölsch op einmal, son Durst hab ich. Ich sprech Kölsch! (Kölnische Mundart) ::


komisch seltsam, ungewöhnlich, auffällig (nicht ulkig oder witzig!) Dat sind aber komische Leute, die neuen Nachbarn. Komisch, dat ihr in Urlaup wart, habbich gar nich mitjekricht. Der Alte is aber wat komisch geworn in der letzten Zeit, seit dem sein Hund wech is. Dat kommt mir aber komisch vor, dat die schon widder en neuet Autor haben. Woran merkt man, daß man Klonfleisch auf dem Teller hat? Schmeckt irgendwie komisch::


komm die Befehlsform von "kommen" wird oft als Aufforderung verwendet Komm, nu mach ma vorran! Ach komm, dat glaubsde ja selbst nich! Komm, jetz erzähl keinen Scheiß! ::


Kommlijon sagt man im zentralen Rheinland zur Kommunion; und im nördlichen Rheinland Kommijon::


kommod bequem, mühelos, unangestrengt Mit der Bahn geht ganz kommod in zwei Stunden. Ich mach dat ganz kommod, et hetzt mich ja keiner. Is et dir kommod genuch? ::


Komp siehe Kump ::


Kömpkens Weech in der Wendung auf Kömpkens Weech sein auf etwas zukommen, im Kommen sein Da is wat auf Kömpkens Weech! (Ungemach drohen). ::


können oft in der Bedeutung von "dürfen" Mammi, kann ich ein Eis? Wenn de Hausaufgaben fertich hast, kannste raus! oder als Aufforderung Kannste mal kommen! Du kannst mich ma! (den Buckel runter rutschen) Ich kann nich mehr! (staunen, sich wundern) Getz kann ich aber nich mehr, wat bis du groß geworden::


kontant contant, in der Wendung mit jemandem gut kontant sein befreundet sein Die sind gut kontant miteinander. ::


Kontek im Ruhrgebiet für den Kontrollör (in Bus oder Bahn) Son Kontek is meinem Kumpel ma vom Bus aus übern riesigen Matsch-Acker hinterhergerannt. Hat en aber nich gekricht!
Eines der vielen schein-polnischen Wörter auf -ek im Ruhrgebiet. (siehe Stichwort -ek).  ::


Konterbier soll am Morgen nach einer ausgiebigen Feier angeblich die Kopfschmerzen vertreiben. Ich glaub, ich brauch en Konterbier. ::


Kontrolletti jemand, der (gern/ohne Berechtigung) kontrolliert. Eine Frau wird auch Miss Kontrolletti genannt Komm, lass mal schnell weiterarbeiten hier, da kuckt Miss Kontrolletti schon wieder rüber! Kontrollettis sind auch die Kontrolleure in Bus/Bahn, sehr gefürchtet von Schwarzfahrern. ::


Kopp Kopf, in den unterschiedlichsten Wendungen im Regiolekt zu hören: Da mach ich mir keinen Kopp von (gleichgültig sein) Bisse eigentlich panne im Kopp (bescheuert). Da hältse ma schön selber den Kopp für hin (verantwortlich sein). Dat Tor hät der doch mit dem Kopp machen müssen. Die beiden ham ein Arsch, ein Kopp (sich gleichen, ähneln). Die warn immer ein Kopp un ein Arsch (die besten Freunde sein). Die sind mitte Köppe aneinandergerasselt. Ich hab noch en dicken Kopp von gestern Abend (Kater vom Alkohol). Dann mach doch endlich Nägel mit Köpp. Da mach ich mir keinen Kopp drum (Sorgen machen). Dat häls de doch im Kopp nich aus. Da kannze dich auf den Kopp stellen. Der hat sein ganzes Geld aufen Kopp gehauen.(ausgeben) Jemandem die Haare vom Kopp fressen  sich bei jemandem durchfuttern. Im Ruhrgebiet geht man mittem Kopp unterm Aam auffe Aabeit (ziemlich krank sein). et im Kopp kriegen verrückt werden Wenn ich in diesem Kaff wohnen müsste, würd ich et im Kopp kriegen. en Furz im Kopp haben blöde Ideen haben Hömma, has du en Furz im Kopp, am Sonntach son Krach zu machenden Kopp zumachen Unter guten Freunden kann man in Bochum auch ohne weiteres mit den Worten Kär, mach den Kopp zu! um Ruhe bitten. Auch in vielen Zusammensetzungen zu finden: Blaukopp (Nagel; Evangelischer), Koppstand, Koppschmerzen, Dickopp eigensinniger Mensch, auch: Kaulquappe Ferkeskopp (Schmutzfink), Doofkopp, Torfkopp, Klätschkopp (wie angeklebt liegende Haare), Suffkopp, Plätekopp, Döskopp, Strubbelkopp, Doppelkopp, Knieskopp (entweder ein sturer Bock oder ein Geizhals), Kappeskopp (Blödmann), Kieskopp/Kaaskopp (Niederländer).
Siehe auch Köppken/Köppschen::


Koppel Haufen, Gruppe, Menge, Ansammlung von Lebewesen oder Dingen Da war ne ganze Koppel von Leuten zusammen. Bei denen is Weihnachten immer die ganze Koppel Verwandschaft zu Besuch. ::


Köpper Kopfsprung ins Wasser Trau se dich en Köpper vom Dreier. Der kann noch nich ma Köpper vom einerSeemannsköpper Kopfsprung mit angelegten Armen. Ein Köpper kann aber auch ein Kopfball beim Fußballspielen sein. ::


Köppken Köppschen Tässchen, Tasse, Portion Wir Mädchen ham uns des Samstachs nammitachs immer im Cafe getroffen un ham uns en Köppschen Kaffe getrunken, ohne die Männer. Ich könnt jetz gut en Köppken Kaffe vertragen.
Ein Köppken oder Köppschen Kaffee trinkt man im zentralen Rheinland, im Bergischen Land und am unteren Niederrhein. Das Wort gehört eigentlich in den Wortartikel Kopp "Kopf",  weil im Althochdeutschen "koph" noch die Hauptbedeutung "Trinkgefäß, Becher" hatte und erst später die Bedeutung "Hirnschale" hinzugekommen ist, aus der sich unser heutiger Kopf entwickelt hat. Die rheinischen Mundarten bewahren in ihren Köppschen und Köppken also noch die ursprüngliche Bedeutung, genau so wie die Niederländer mit ihrem "kopje koffie" oder die Engländer ihrem "cup of tea".  ::


Korinthen (nur im Plural) in der Wendung in dem Sack (Beutel, Bühl) hasde Korinthen sich übernehmen, nicht zustehen Dat fang ma gar nich ers an, in dem Sack hasde Korinthen. Mit Korinthen wird im Ruhrgebiet auch Herpes und anderer Ausschlag bezeichnet. Korinthenkacker Erbsenzähler, Pedant; auch noch oft in der mundartlichen Variante Krentekäcker zu hören. ::


Körmel Kurmel, Kürmel Gerümpel, Unordnung (kann offensichtlich sowohl männlich als auch weiblich sein) Mein Gott, wat hast du hier en Körmel! Au weia, wat is dat hier für eine Kurmel. Räumt mal sofort auf! körmelich unordentlich
In Teilen des Bergischen Landes und in Duisburg gebräuchlich. ::


Korona Corona Gesellschaft, lärmdende Kinderschar Die sind mit der ganzen Korona anngerückt gestern. Ich kann die ganze Korona von denen nich mehr ab.
Selbstverständlich aus lateinisch "corona" (Kreis, Schar, Menge). ::


Korsch Kösch, Kursch (zentralen Rheinland) dickes Brotende, Brotkanten, ein kleiner Brotkanten (Knäppchen) ist folgerichtig ein Körschken oder Köschken/Kööschje. Dat Körschken kann ich nich essen, dat is mir zu hart. Karin is immer ganz scharf auf die KöschkesDat Kööschje krich esch. Na, prima, für mich is wieder nur de Kösch übrig geblieben!
Am Niederrhein kann Körschken auch ein Kosewort sein: Du biss mir vielleicht en Körschken. Und in Bonn steht es auch für eine Kruste oder Hornhaut: Kürschje::


Köß oder Köös ist im Aachener Raum klebriger Dreck Ii, wat haste denn da fürn Köß am Schuh? Mein Heft klebt, da is irgend en Köös dran. ::


Kösch siehe Korsch::


Köschken Brotende, siehe Korsch::


Köschkes (nur im Plural) alte, schmutzige oder ausgetretene Schuhe Wat hast du denn da für Köschkes an.  ::


Köter abfällige Bezeichnung für einen nicht reinrassigen Hund, als straßenköterblond wird eine Haarfarbe bezeichnet, die heller als hellbraun aber dunkler als normales blond ist. abgekötert abgenutzt (bei Polstermöbeln) Nä, Karl, für sonne abgeköterte Kautsch kannz nix mehr verlangen::


Kotlett Kotelett in der Wendung jemandem ein Kotlett ans Ohr schwaden die Ohren voll labern, zutexten (besonders per Telefon) Der hät mir schon widder e Kotlett ant Uhr geschwad::


Kötsch Kotsch Ecke ("da wo jemand hingehört"), meist in der Aufforderung Ab in deine Kötsch! (z.B. in den Hundekorb). ::


kott in der Wendung jemandem kott sein nicht gut auf jemanden zu sprechen sein Also dat du dem die Geschichte direkt erzählt hast, da bin ich dir jetz kott. Bis mir nich kott, (aber ich muss dir jetz ma wat sagen!) ist ein gängige Redewendung, wenn man jemandem gegenüber etwas vermutlich Unangenehmes oder sehr Persönliches einigermaßen offen ansprechen will.  
Aus den Mundarten des zentralen Rheinlands in die Umgangssprache übernommen. ::


Köttel (in Düsseldorf auch Küttel) Kotstückchen Die Kaninchen haben überall Köttel hingemacht. Übertragen gebraucht für einen körperlich kleinen Menschen: Der Köttel auf Rechtsaußen macht se alle nass. Kumma der kleine Köttel da, wat der schon turnen kann. kötteln koten bei kleinen Tieren Dat Viech hat da hingeköttelt. Köttelsbach, Köttelbeke, Köttelbecke De Niers ist doch heute nur noch ene Köttelsbach, das is doch gar kein Wasser mer drin (allgemein für kleine Flüsse, Abwasserkanäle). Köttelskiste breites Hinterteil Die hat aber ne große Köttelskiste. Köttelbirne wilde Birne (von kleiner gedrungener Form). ::


Köttelbecke siehe Köttel::


kötten betteln, um etwas bitten Da kommt die schon wieder, um hier wat zu kötten. Im Kötten is der gut. Folglich ist ein Kötter jemand, der dauernd um etwas bittet Stell die zweite Salatschüssel in den Schrank, dat mer se nit sieht, der Kötter kommt ze Besooch.
Das Kötten kennt man im zentralen Rheinland und im südlichen Bergischen Land. Zu einer schönen Volksetymologie siehe Kommentar. ::


Kottenwurst geräucherte Mettwurst im Bergischen Land. ::


kotzen (er)brechen, sich übergeben Boh is mir schlecht nach dem komischen Essen,  ich glaub, isch muss gleich kotzen. nach em dritten Schnäpsken hat unser Lütter et Kotzen angefangen. Tu wech dat Zeuch, sons kricht Oppa et Kotzen. Wenn ich dem seine dreckige Bude seh, könnt ich glatt kotzen. Alte Männer, die kleine Kinder angrapschen, zum kotzen. Dat find ich zum kotzen, wenn ich dat seh. Man kann auch das kalte Kotzen kriegen, wenn man sich besonders stark ärgert: Ich krich dat kalte Kotzen, wenn nur an den Typen denkankotzen anwidern Das kotzt mich jetzt aber an, dass die Handwerker immer noch nicht fertig sind. oder Ich bin so was von angekotzt, wie der immer um 6 mit Rasenmähen anfängt.
Ein im Bergischen zu hörender Fluch lautet Kotz verdorri. Wenn man sehr elend aussieht, dann sieht man aus wie ausgekotzt! kotzübel (Übelkeit bis zum Erbrechen) Gestern Abend waren et wohl zwei Bierkes zuviel, et war mir die ganze Nacht kotzübelKotzkümpchen Der is ein richtiges Kotzkümpchen! (Ekel). Kotzbrocken widerlicher Typ Der Typ is en echter Kotzbrocken. In Essen sagt man auch in abgemilderter Form Kotz und Brocken: Dat is en Vertreter der Firma Kotz und Brocken.
Siehe auch göbeln und reihern. Eine lustige Verballhornung wird aus Essen gemeldet Kotzebues Werke studieren Boah, letze Nacht war furchtbar, ich habe stundenlang Kotzebues Werke studiert (sich übergeben bei Intelektuellen). Im Ruhrgebiet gibt es auch den Fluch Kotz-Misecki::


Kräbbelkes (den Singular Krabbel hört man eigentlich kaum) im nördlichen Rheinland und am Niederrhein traditionell zu Silvester gebackenes Ölgebäck Soll ich für Silvester wieder Kräbbelkes backen? Ohne die Kräbbelkes fehlt doch wat. Kräbbelkes ess ich nich, die sin mir zu fett.  ::


krabitzich krabitzig, krabastich aufsässig, reizbar, frech, auf Krawall gebürstet, bei Frauen kratzbürstig Die Olle is aber krabitzich! Wenn Männer älter wern, dann wern die immer son bisken krabitzich. Musde gleich wieder krabitzich sein? Nu bess net esu krabitzich heißt die mundartlichere Aufforderung an Jemanden, sich nicht künstlich aufzuregen.
Das Wort stammt aus den Mundarten des zentralen Rheinlands, ist in der Umgangssprache aber auch im Ruhrgebiet gebräuchlich. ::


kracken nörgeln, Unfrieden stiften, Schlechte Laune verbreiten Wat biste heut widder am kracken? Jemand, der ständig krackt, ist entsprechend ein Krackarsch (ein unfriedlicher Mensch). Den kennt man aber nur im südlichen Rheinland. ::


krakehlen laut schreien, Krach machen Die Blagen sind schon wieder am krakehlen. Wat krakehlsde hier so rum::


krakich klapprig, alt, Mänsch, is der alte Oppa Müller von nebenan krakich geworden. so kenn ich den gar nich::


Kralle Hand Nimm die Kralle da wech! Auf Montage habich gut verdient, und alles bar aufe Kralle! krallen etwas (unrechtmäßig) nehmen, an sich reißen Typisch, der hat sich ma wieder den größten Appel gekrallt. Die war noch gar nich ganz da, da hat der sich schon die tolle Perle gekrallt::


kramen suchen, aufräumen Wat bisde am kramen? Kramste schon wieder? Du muss dein Zimmer noch ens kramen, hier sieht et ja schlimm aus::


krampfen etwas klauen, stibitzen, mitgehen lassen Den Bleistift hab ich mir da einfach gekrampft. ::


Kran im ganzen Rheinland für den Wasserhahn in Gebrauch Dreh den Kran zu. Der Kran tropft. Da muss en neuer Kran dran.
Siehe auch Kraneberger. ::


Kranenberger Kraneberger, Kraneburger, Kranensteiner, Kranenheimer, Kranewasser Leitungswasser Eigentlich trink ich Kranenberger lieber als Sprudelwasser. ::


Kranz Werkzeug des Köbes oder Kellners in Brauhäusern, Tragegestell für Biergläser. Bei viel Durst und einer großen Runde bestellt man gleich einen ganzen Kranz Kölsch/Alt::


kraspeln ein leises aber störendes Geräusch machen Nu kraspel doch nich so mit der Zeitung rum! Die ham im Kino vor mir so mit der Chipstüte gekraspelt, ich hab von dem Film ech nix verstanden.
Das Wort ist nur kleinräumig um Krefeld und Moers verbreitet. ::


Krat Kraat ist je nach Region eine zänkische Frau, ein Mann oder je nach dem Meine Güte wat biste denn so grantig? Du benimmst dich ja beinah wie en Kölsche Kraat! In Köln jedenfalls sind Kraden geschlechtsunabhängig "die Unterschicht" - Leute mit wenig Geld, wenig Bildung, ohne Benimm, die in schlechten Wohnverhältnissen leben, auf die man herabschaut. Es gibt sie aber auch anderswo: Watte als Deutsche in Mallorca für Landsleute erlebs, boh nee, da ham se am Strand gesoffen un gehaust wie die Kraden. (Siehe Kommentare). ::


Krätzchen im zentralrheinischen ein Witz oder eine Anekdote Der mit seine ewigen Krätzchen::


Krätzken flache, runde Kappe Wat has du denn fürn Krätzken auf?
Krätzken trägt man im Bergischen Land. ::


krauchen kriechen, gerade noch mühsam laufen können Wo is denn dein Mann? Der kraucht da hinten im Garten rum. Der konnt gerade noch krauchen mit sein Ischias. ::


Kraut eingedickter Fruchtsaft zum Beispiel Rübenkraut oder Appelkraut Magse lieber Rübenkraut oder Appelkraut aufm Brötchen? Mit Kraut-und-Rüben wird auch das Chaos bezeichnet: Ich kenn sonne Schlawwanze, da kannze kommen wanne willz, die Bude is immer Kraut-und- Rüben::


Krauter kleiner Gewerbetreibender (fast nur in Verbindung mit dem Adjektiv klein gebräuchlich) Ich lass mein Auto immer bei sonem Krauter ume Ecke warten. Der is immer en kleiner Krauter geblieben. ::


Krautvogel so bezeichnen die Landmenschen in der Eifel Zeitgenossen, die sozial und gesellschaftlich am Rande stehen und auch vor kleinen Gesetzesübertretungen nicht zurückschrecken. Besonders Städter trifft dieses Urteil. ::


Krawall in der Wendung Krawall machen Lärm machen, streiten Wat machse hier fürn Krawall? Mehr jugendsprachlich ist die Wendung auf Krawall gebürstet sein streitlustig sein. ::


Krawallbotz Unruhestifter Ding Tochter is en rischitje Krawallbotz.
Diese unangenehmen Zeitgenossen gibt es in Bad Honnef. ::


Krawanke stämmige, kräftige Frau ...kommta sonne Krawanke mit zehn volle Plastiktüten im Bus und flanzt sich kackfrech auf en Behindertensitz!
Krawanken gibt es wohl nur im Ruhrgebiet. ::


Krawatte in der Wendung eine Krawatte kriegen sich über etwas ärgern, aufregen Da krich ich sone Krawatte, wenn ich dat hör. ::


Krecke  Kräcke altes, nicht sonderlich gepflegtes Fahrrad Mit sonne Krecke willsde auf Tour gehen?
Langsam veraltendes Wort vom unteren Niederrhein. Siehe auch Känne::


Kreet Kreit in der Wendung etwas aus Kreet tun/machen etwas aus Trotz oder Ärger tun Dat hat der nur aus Kreet gemacht.
Das alte Mundartwort ist in der Umgangssprache nicht mehr sehr oft zu hören. ::


Krefelder Mischung aus Alt- und Malzbier Mach mir ma noch en Krefelder, dat is aber dat letzte. In Krefeld sebst heißt das Getränk allerdings ganz klassisch Altschuss. Neuerdings steht Krefelder auch für eine "modernere" Mischung: Bestell ich ein Krefelder, gibts Alt mit Cola.  ::


kregel munter, lebhaft, aufgeweckt Mein Gott, dat is aber en kregel Kerlchen, du! Ganz schön kregel, dat Ullich! ::


Kremp Krämp in der Wendung in de Kremp liegen krank sein, bettlägerig sein Der liegt in de Kremp!
In de Kremp/Krämp (eigentlich Krampf, Wadenkrampf) liegt man in fast allen rheinischen Mundarten, in der Umgangssprache findet sich die Wendung noch im südlichen Rheinland, genau wie dort noch der Satz  Isch jlaub, isch krisch de Krämp gebäuchlich ist, quasi die Vorstufe von in de Krämp liegen, im Sinne von "durchdrehen". ::


Krempel Zeug, Kram, Klamotten. Pack deinen Krempel ein! ::


Krentchen Krintchen veraltend für Fünfzig-Pfennig-Stück im westlichen Rheinland.
Wohl zur Korinthe in der Bedeutung "Kleinigkeit". ::


Krentekäcker Krintenkacker oder moderner Krinthi ist ein übertrieben sorgfältiger Mensch, der alles ganz genau haben will Boa, stell dich doch nich so an, du Krintekacker. Dat is vielleicht ne Krentekäcker::


Kreuz in der Wendung jemandem etwas aus dem Kreuz leiern jemandem etwas abschwatzen, abringen Ich hab Stunden gebraucht, bis ich dem dat Versprechen entlich ausem Kreuz geleiert hatte. Der hat der schon widder dat Geld für de Kneipe ausem Kreuz geleiert. ::


Kribbelcher Krebbelcher, Kröbbelchen (meist im Plural) Reibekuchen Mein Fraa macht die beste Kribbelcher.
Kribbelcher/Krebbelcher sind die südrheinische Variante der Rievkooche. Im Kreis Neuwied sind Krebbelche auch die zur Karnevalszeit in heißem Fett ausgebackenen Krapfen. ::


kribbelich nervös, unruhig Morgen fahrn wer in Urlaub, ich bin schon ganz kribbelich. Dat Warten macht mich ganz kribbelich. Man kann auch den Kribbel kriegen ungeduldig werden Da krieg isch aber Kribbel. kribbeln Et kribbelt mich in de Füße. Wenn es en de Hand kribbelt, ist angeblich Geld zu erwarten. Kribbelwasser billiger Sekt. ::


kribbeln etwas schnell einsammeln; z.B. nach der Hochzeitszeremonie in der Kirche kribbeln die Kinder die auf die Straße geworfenen Süßigkeiten. Komm mit, bei de Kirche gibt es heute wat zu kribbeln.
Wird aus dem südlichen Rheinland gemeldet. ::


krickeln siehe Jekrickels::


kriegen kriegen findet sich der rheinischen Umgangssprache in den unterschiedlichsten und phantasievollsten Verwendungen: Der kricht den Hals nich voll. Ich krich die Krise! Wenn ich seh, wie der Jung auf dem Geländer balanciert, da krieg ich zu viel. Ich könnte zu viel kriegen, wenn ich den schon sehe, den Blödmann. Wenn ich son Scheißdreck hör, dann krieg ich zu viel (nervös, aufgeregt werden). kriegen wird auch statt "holen" oder "nehmen" verwendet: Krich ma eben den Besen und fech dat weg! Krich dir ruich ma noch en Bonbon aus de Dose, Jung! Krich dir noch en paar Kartoffeln, sons wirste nich satt, woll! Beim Einkauf in der Bäckerei: Ich kriege fünf Brötchen, von wann sinn die? Und ein Pfund Schwarzbrot... ja, und dann kriech ich noch einen Weck, nein, ich kriege da den dunklen!... und das kleine Männlein im Kinderwagen kricht noch ein Brötchen auf die Hand...Dat wär et dann...! Nochmal eine Frau zum Bäcker: Ich krich en Graubrot! - Bäcker: Da wird sich die Hebamme aber wundern. kriegen kann auch im Sinne von "erreichen" gebraucht werden Wir haben den Zuch nich gekricht. Ein Ausdruck der Überraschung ist Wat, die kricht en Kind, ich glaub, mich kriegen se! Als der mit sein Gipsbein im Bett lag, hab ich den endlich ma ant lesen gekricht. Statt zu viel kriegen kann man auch Zustände kriegen Ich krich jetz Hartz vierIn dem Laden krichsde nix, watte nich krichst. (bekommen) Da krich ich alles (im Sinne von "Das ist unfassbar"). Mach, datte gegessen kriss, sonst verpassen wir den Bus (sich beeilen) Dich krieg ich noch, pass ma auf (bekommen, erwischen). Du kriss Weihnachten en Fußball. Krisse Prügel zu HauseIch krich se, wenn ich zu spät nach Hause komme (Prügel bekommen). Getz krisse se abber (Ankündigung von Prügel). "Kriegen" spielten wir früher auf dem Schullhof (fangen). Ich krich se geschwatt bedeutet im Bergischen Land "Prügel beziehen". kriegen auch für "in den Arm nehmen" Un wie se so am heulen war, da krich ich se und hab se getröstet, un et war wieder gut. Krisset? bedeutet im nördlichen Rheinland soviel wie: Kriegst du es hin? Gelingt es dir? Krisset oder nich? dabeikriegen jemanden betrügen So viel Geld für so ne alte Karre? Da haben se dich aber ordentlich dabeigekricht. durchkriegen Den Heinz haben se grad nochmal durchgekriegt. (aus einer lebensgefährlichen Krankheit gerettet) mitkriegen erben Ich hab fast nix sonst mitgekricht, nur son altes Serviceeinkriegen oder eher sich nich mehr einkriegen sich (unheimlich) aufregen oder sich (fast) nicht mehr beruhigen können Boah, der hat gelacht! Der hat sich ganich mehr eingekricht! Krich Dich ma wieder ein! So schlimm is dat aunich! abkriegen Krisse vom Gewinn was ab? (einen Anteil bekommen). Hasde wat von dem Regen abgekricht? aufkriegen Ich krich doch die Dose nicht auf.... runterkriegen Die Suppe war so salzig, die hab ich kaum runtergekricht. (nur mit Widerwillen gegessen). etwas kapputt kriegen zerstören Wenn Du dat kapputt krichs, krichs De kein Neues von mir! etwas Kleines kriegen schwanger sein Unsere Schwiegertochter kriegt wieder wat Kleines. einen Affen kriegen sagt man, wenn man Aufregung oder Unmut empfindet; etwas rauskriegen ein Geheimnis entdecken, ein Rätsel lösen Brauchste gar nicht so geheimnisvoll tun, ich krich dat sowieso raus! zukriegen in der Wendung die Tür nich zu kriegen Ausruf der Überraschung oder des Erstaunens Ach du kriss die Tür nich zu, die is schon widder schwanger. Dat gibbet doch nich, ich glaub, ich krich die Tür nich zu! rumkriegen überreden oder überzeugen Wenne den Pappa rumkrichs, datter da hingeht, dann kommt de Mamma auch mit. Hasse die Alte gestern noch rumgekricht? (zum Geschlechtsverkehr überreden). Ich weiß gar nich, wie ich die Zeit bis zum Urlaub rumkriegen soll (die Zeit vertreiben). dabeikriegen als Zugabe erhalten Weil ich so brav war, habbich beim Bäcker noch ein Mohn dabeijekricht, jetz hammer also sieben Brötchen statt sechs! durchkriegen retten, eine Bewilligung erhalten Ob wer dat Auto wohl noch mal durchkriegen beim TÜV? Der hat mit 58 schon seine Rente durchjekricht. Ob wir die Kleinen Katzen durchkriegen, weiß ich nich. unterkriegen in der Wendung sich nicht unterkriegen lassen nicht verzweifeln, nicht aufgeben Wir lassen uns nicht unterkriegen. reinkriegen in der Wendung Hammer nit, hatte mer nie, kriejen mer auch nit mehr rein, bedeutet einfach: Ausverkauft; aber auch Die haben fünf Stück reingekricht (Tore eingefangen) beim Fußball). Zum Schluss ein Kalauer aus dem Ruhrgbiet Warum heißt dat Chrisskind Chrisskind? Weil de auch dies Jahr widder orntlich wat ihm kriss! ::


krieschen laut weinen (meist bei Kindern) Dat Klein is schon widder am kriesche.
Das Mundartwort hört man in Köln auch noch in der Umgangssprache. ::


kringelich in der Wendung sich kringelich lachen sich schief lachen  Wenn ich hier in Bayern schnufen statt ausschnauben sach, lachen sich immer alle kringelich. Der hat sich kringelich gelacht, als der dat gehört hat. sich kringeln vor lachen Ich könnt mich kringeln, wenn die Emmi ihre Dönekes vonne Arbeit erzählt. Zum Wechschreien. ::


Krinten in der Wendung In den Sack hasse aber Krinten! (Das hast du dir so gedacht, aber das kannst du vergessen!) Es gibt auch den Krintenkacker der sich wohl am besten mit Erbsenzähler übersetzen lässt. ::


Krissbimmes in der Wendung de Krissbimmes kriegen verrückt, doll werden Da krigt man de Krissbimmes.
Die Wendung ist im südlichen Rheinland zu hören; vielleicht zu Krüssbimmes, wie in den Mundarten der Winzerorte an Mosel und Rhein das Jakobskreuzkraut genannt wird. ::


Krisset? siehe kriegen::


kritzegelb Hier is allet kritzegelb, so ham die geraucht::


krobbisch grobbisch grob, ungehobelt Mensch, sei doch net su grobbisch zu deiner Fraa. ::


Kröch Kröcher, Kröchter Hund, Köter Wenn den Nachbarn sein Kröch nich bald Ruhe gibt, dann schlaarich en kaputt.
Sagt man am Niederrhein und im Ruhrgebiet. ::


kröchen husten, keuchen, asthmatisch sein Der muss doch nur bis zur Bude, dann is der schon am kröchen. Wat bisse am kröchen, bisse gerannt? meist als rumkröchen Der kröcht den ganzen Tach schon rum. Du bis nur am rumkröchen, geh ma zum Arzt. ::


Krokoschinski in der Wendung mein lieber Krokoschinski Ausdruck der Bewunderung Der hat rangekloppt, mein lieber Krokoschinski::


Krollekopp Kröllekopp Lockenkopf Guck ma der Krollekopp. Is der nich süß!
Den Krollekopp findet man im zentralen Rheinland, dem Niederrhein und im Ruhrgebiet. ::


Krom Kram, billiges Zeug Dat es aber ne billige Krom, den de da jekauft hast. ::


Krombere Bezeichnung für Kartoffel im Koblenzer Raum Heute gibbet Krombere mit Gemüse! Die Krombere werden dies Jahr nichts! ::


krömpelig siehe krumpelich::


krönkelich krünkelich, kröckelich faltig, zerknittert, uneben Boh, jetz hab ich et graad gebügelt, da setzt du dich da drauf, alles wieder krönkelich. Nachdem dat so gefroren hat, is unsere Straße total kröckelich. auch in der Wendung sich krönkelich lachen sich schief lachen. Krünkelich kann auch die krakelige Handschrift meinen: Erst en Schnörkel, dann son krünkeligen Regenwurm, dat is dem Chef seine Unterschrift. ::


Kröömken Krömsch Liebesbeziehung (auch heimliche) Hasse schon gehört, Inge un Paul ham en Kröömken!
Ein Kröömken haben Paare am Niederrhein, ein Krömsch im zentralen Rheinland.  ::


Kroos Kerngehäuse des Apfels Den Kroos musse nich essen.
Verbreitet im nördlichen Rheinland. ::


Kropnoki Graupenwurst, Graupensuppe Gehm se mal en Killo von de Kropnoki.
Kropnoki wurde im Ruhrgebiet im Herbst und Winter bei ausgewählten Metzgern gekauft; von polnisch Krupnik "Kornschnaps, Graupensuppe". ::


Kröpper Taube Wenn der Taumvatter (Taubenvater) nebenan seine verdammten Kröpper widder fliegen lässt, darf ich keine Wäsche auffe Leine hängen haben, sons sieht die aber beschissen aus.
Diese mundartliche Bezeichnung für die Kropftaube hört man in der Umgangssprache des Ruhrgebiets und Niederrheins.  ::


Kroppzeuch (auch die zentralrheinische Mundartvariante Kroppzüch ist zu hören) abwertende Bezeichnung für Menschen (meist Kinder), Pflanzen oder Dinge Dat is doch nur Kroppzeuch bei euch innen Garten. Da wohnt nur Kroppzeuch. Mit dem Kroppzüch darfsde nich spielen. (Prekariat). En dä alten Schüer is nur noch Kroppszeuch drin, da lohnt sich kein Blick mehr reinzetun, dat kanns de so wie et is auf-de Kippe faan. (alter Krempel). Gelegentlich ist auch die Kurzform Jekropps zu hören: Die ham sich et Zimmer mit Jekropps vom Sperrmüll ennjericht, bäh, dad is villeicht fies, un hässlich!  ::


krosen auch krösen kramen, herummachen, einer wenig sinnvollen Beschäftigung nachgehen Wo is der Vatter? Der is ma wieder im Keller am krosen. Wat bisse am krösen, kannsde nich ma ins Bett jehn. Auch herumkrosen Wat krost du da eigentlich die ganze Zeit im Garten herum? verkrosen verlegen, verkramen ich hab ma wieder meinen Pass verkrost. Wo hass den Autoschlüssel verkröst? Auch als Substantiv Kros, Kroos Unordnung, Durcheinander Ich muss noch den ganzen Kros aufräumen. In dem Kros findet man nix. In Köln und im südlichen Rheinland kann Kroos auch einen Vorgang (und sein Ergebnis) benennen, für den es keine standarddeutsche Entsprechung gibt: ein Räumen, Umordnen, oder eine Unordnung oder etwas schlecht Geordnetes. Och de Mutter is grad ene Kroos am halde em Fottokasten (Fotos sortieren). krosig unordentlich Das ist aber sehr krosig hier. Ein Krösken, Krösje oder Kröschen ist Düsseldorf und Umgebung ein Techtelmechtel oder eine Liebschaft: Die hat immer ein Kröschen am laufen. Der Jung hat en Kröösken mit dem Mädchen von nebenan. Haste gehört, die hat en Krösken mit ihrem Scheff.
Siehe auch kruscheln::


Krösken Techtelmechtel, siehe krosen::


kross knusprig (bei Gebäck) Ich hab noch zwei krosse Brötchen da, die andern hie rmuss ich ers aufbacken.  ::


Kröte kleines Kind Als Kröte hab ich damals ganz schön viel Blödsinn gemacht::


Kröten (nur Plural) Geld Halt deine paar Kröten ma zusammen. Für die paa Kröten krisse nix Gescheites.
Das Wort hat wohl nichts mit dem Tier zu tun, sondern geht wahrscheinlich auf die niederdeutsche Variante "Groten" für die Münze Groschen zurück. ::


krötschen (sowohl mit langem als auch kurzem Vokal gesprochen) langsam fahren, kriechen, sich auf allen Vieren fortbewegen, auch: sich langsam bewegen (infolge von Alter oder Krankheit) Bei Nebel krötschen die Autos nur ganz langsam durch die Gegend. Die Kinder krötschen auf der Wiese herum. Bergkrötscher kleines, schlecht motorisiertes Auto, Nuckelpinne Wat hast du dir denn fürn Berchkrötscher angeschafft. Krötschhose Kinderhose (mit aufgesetzten Flicken), die zum Krötschen benutzt wird. Heute nur noch selten: Krötsch für eine alte Frau.
Das bergische Mundartwort, das man sonst nur noch im Süden des Rheinlands kennt, hat sich im Bergischen Land bis heute in Umgangssprache gehalten. (Siehe Kommentar). ::


Krott kleines Kind, Kleiner Kuck ma die kleine Krott da, die kann schon laufen. Dat is aber ne süße Krott::


Krotzen dicker Stein Ich räum mal die Krotzen wech, sonst könnte noch eine drüber sturbeln.
Über Krotzen stolpert man im südlichen Rheinland entlang der Rheinschiene. Hier ist das Wort in den Mundarten beheimatet. ::


krücken hart arbeiten, schuften Der hat sein ganzes Leben auf dem Bau als Hilfsarbeiter gekrückt. Wat bisse am krücken da hinten in deim Garten. Krückerei harte Arbeit Von der ganzen Krückerei is der auch auf kein grünen Zweich gekommen. Im Ruhrgebiet kann krücken auch "lügen" bedeuten: Krück mich nich an, wo komms du getz her?  Der Kleene krückt neuerdings in einer TourKrücke Lüge Wattänn, Schule is ausgefallen wegen Lehrerkonferenz? Dat is doch ne Krücke!  ::


Krückmann Gehstock, Krückstock Wat kläfft dein Kröch mich so an, halt den bloß in Schach, sons gipp ich den ein mitten Krückmann.
Das Wort ist heute nicht mehr oft zu hören. ::


Krückmann Krückstock, Spazierstock Unser Nachbar, ein Invalide un sein Krückmann mit Gummifuß, die gehörten zusammen. ::


Krückstock in der Wendung das sieht doch en Blinder mittem/mim Krückstock offensichtlich sein Dat der in die Lehrerin verliebt is, dat sieht doch en Blinder mim Kückstock. ::


kruffe kriechen Wer kommt denn da ze kruffe? Et kann schon kruffe, dat Kleen. ::


Krullen Locken, lockiges Haar Du kennst doch den Werner, dat is der mitte blonde Krullen. ::


krumm in der Wendung sich krumm legen sparen, Entbehrungen auf sich nehmen für ein Ziel Für das eigene Haus haben wir uns jahrelang krumm gelegt. etwas krumm nehmen übel nehmen, nachtragend sein Keine Bange, ich nehm es dir nich krumm, wenn du mir dein Auto nich gibs. ::


Krümmel Krume (im gesamten Rheinland spricht man das Wort kurz und nicht wie vom Duden vorgeschrieben als "Krümel") Wo kommen denn da schon wieder die Krümmel im Bett her? Ich hab nen Krümmel in der Tröt! (etwas im Hals haben) Im südlichen Rheinland kann man auch in den Krümmeln hängen, wenn man ein Problem hat. krümmeln Krümmel machen Wer hat denn hier gekrümmelt? Krümmel nich! krümmelich Son krümmeligen Kuchen mach ich nich! Dat is ganz krümmelich hier! Man kann auch etwas zerkrümmeln (zerbröseln) oder vollkrümmeln/vollkrömmeln: Wenn unser Krüümel Brot ißt, is wuppdich der Meter drumrum volljekrömmelt.
Interessanterweise wird das Wort in der Bedeutung "Kleinkind, süßes Kind" nicht kurz, sondern in der standardkonformen Lautung mit langem "üü" gesprochen: Kann ich den süßen Krüümel ma aufn Arm haben::


Krümmerümmchen süßes Weckbrötchen in Form eines Doppelkringels; wird heute noch in Bäckereien des Aachener Nordkreises angeboten und verstanden. ::


krumpelich krömpelig zerknittert Dein Hemd is hinten ganz krumpelich, so kannze nich gehen. verkrumpeln zerknittern, knautschen Wer hat denn die Decke so verkrumpelt. Die sieht mittlerweile aber ziemlich verkrumpelt aus (faltig). Der Teppich is so krömpelig gekettelt, den gebbich wieder zurück (krumm, kraus). ::


kruscheln herumkramen, langsam herumräumen (siehe krosen) Wat bisde da im Keller am kruscheln? Suchsde wat? Es gibt auch die Kruschschublade für all das Kleinzueg, das man irgendwann einmal wieder brauchen kann.
Gekruscheld wird am südlichen Niederrhein. ::


Krüschken Endstück des Brotes Ich ess dat Krüschken gern!
Krüschken kennt man im nördlchen Rheinland. ::


Kruse Bäumchen in der Wendung am krusen Bäumchen vorbei sein es geschafft haben, außer Gefahr sein Der is noch lange nich am Kruse Bäumchen vorbei.
Siehe auch Schmitz Backes, das Kruse Bäumchen ist die eher nördliche Variante dieser Wendung. ::


krüselich krüsselich kraus, lockig Die hat auf einmal ganz krüsselige Haare, bestimmt hat die Mininpli. Der Apfelbaum kricht wieder so krüsselige Blätter, der hat wieder Läuse!
Krüselshaare Locken. ::


Kruuscht Kruusch Kram, überflüssiges Zeug, Durcheinander von Gegenständen Wat wilsde denn mit dem ganzen Kruuscht. Der ganze Keller is voll mit Kruusch.
Siehe auch kruscheln::


kübeln sich erbrechen Wennde kübeln muss, dann nich hier im Auto, hörsde!
Gekübelt wird im südlichen Rheinland, dort, wo man das Verb göbeln (siehe dort) nicht kennt. Rheinische Jugendliche scheinen heute weitaus mehr zu kübeln als zu göbeln::


kucken ansehen, betrachten, anstieren, mit einem bestimmten Gesichtsausdruck schauen, fernsehen Da kuckse, wa! Kuck nich so! Wat kuckse so komisch? Kuck nich so dösich. Jezt kuck sich einer hier den Siff an. Wat kuckter denn heute abend? Der hat vielleicht doof ausse Wäsche gekuckt. Kuck dem ma en bisken aufe Finder, ich glaub, der klaut. (jemanden kontrollieren) Wenn de dat nich wills, kannze kucken, watte davon hass! (du wirst schon sehen!) Dat die dat geschafft hat, kannze ma kucken (sieh mal an!).  Auch augenlose Dinge können kucken: Kuck ma, bei den Bezirksvertreter kuckt en Popel ausse Nase. ankucken anschauen Hasde dir den Motor auch richtich angekuckt. Ankucken kost nix. Seit dat der mich dat dritte Mal versetzt hat, kuck ich den mitten Aasch nich mehr an. jemanden dafür ankucken jemanden auch etwas geraten haben Zu der Geschichte soll der ers ma wat sagen, der hat dat ja verbockt. Da kuck ich en auch für an, glaub ma. Der blöden Kuh sach ich die Meinung, da kannse mich für ankucken (jemanden etwas glauben, zur Verstärkung einer Aussage gebraucht). sich umkucken sich wundern, eine böse Uberraschung erleben Wenn du erstmal auf dem Gymnasium bist, wirst du dich noch umkucken, so faul wie du bist! Der wird sich noch umkucken, wenn dem seine Frau in Kur is. reinkucken kurz besuchen Ich kuck morgen früh ma kurz bei Dir rein, wenn ich vorbeikomme. Kuck in der Wendung sieh mal einer Kuck Ausruf des Erstaunens Sieh ma einer Kuck, die ham schon wieder en neues Auto. Kuck ma, der Nachbar mit der tollen Frau da, sieh ma einer Kuck::


Kucki in der Wendung auf Kucki kaufen etwas auf Raten kaufen Früher konnste sogar im Konsum auf Kucki kaufen. Besser später als auf Kucki kaufen. Hasse den Roller auf Kucki gekauft?
Die Wendung scheint aus der sprachlichen Mode zu kommen. In den 60er und 70er Jahren war sie im Rheinland häufiger zu hören. ::


Kuddelmuddel Durcheinander, Wirrwarr Da hab ich aber en ganz schönen Kuddelmuddel angerichtet. Wie kommen wir aus dem blöden Kuddelmuddel denn nu wieder raus? Wat is dat denn hier von Kuddelmuddel in der Kiste::


kuddeln mauscheln, ein Geschäft unter der Hand betreiben In der Nachkriegszeit haben alle mit den Bauern gekuddelt, um wat Speck oder en paar Eier zu ergattern. Man kann auch mit einer Frau (oder einem Mann) kuddeln, dann hat man einen Kuddel (Verhältnis; oder auch eine verworrene Angelegenheit).
Gekuddelt wird im westlichen Rheinland.
Hier hat auch der Kuddelmuddel seinen Ursprung (siehe dort) ::


Kugel in der Wendung die Kugel abdrehen zum Frisör gehen Hasse dir die Kugel abdrehen lassen? Man kann auch eine ruhige Kugel schieben es gemütlich angehen lassen: Der schiebt da doch ne ruhige Kugel aufem Platz. Ich hab im Bürro immer ne ruhige Kugel geschoben. ::


Kuh in der Wendung die Kuh vom Eis kriegen etwas bewerkstelligen, einen Fehler korrigieren, eine missliche Lage bereinigen Wie kriegen wir die Kuh jetzt wieder vom Eis? Jetz kann ich widder sehen, wie ich die Kuh vom Eis krich! ::


Kuhl Grube, meist in Zusammensetzungen wie Kieskuhl, Jauchekuhl, Sandkuhl Bei uns am Niederrhein is eine Kieskuhl an der anderen. Die Blagen spielen inne Sandkuhl.
Im ehemaligen Aachener Steinkohlerevier bezeichnete das Wort Kuhl (Grube)
auch das Steinkohle-Bergwerk, so wie man im Ruhrgebiet Pütt sagt. ::


Kühles ist in Düssdorf ein Rosinenbrötchen aus Roggenteig, außerdem kann ein eigener Kühles ein Eigenbrötler oder Sonderling sein. Kühles sagt man in der Kölner Gegend auch schon mal übertragen zum Kopf eines Menschen Ene Klätsch för der Kühles ist ein Schlag vor den Kopf oder der Klein is met seinem Kühles zwischen et Treppenjeländer jeraten un jez krije mer der nit mehr raus oder etwas ist zu Boden gefallen und weggerollt: Hoch, jetz muß ich meine Kühles mal unter et Bett stecken un dannach kuken!  ::


Kühmbrezel Person, die ständig klagt und jeden Tag ein anderes Wehwehchen hat Der Kühmbrezel da geht mit echt aufn Keks.  ::


kühmen jammern, sich beschweren Der is immer nur am kühmen. Wat hasse denn nu schon widder zu kühmen? Man kann auch jemandem die Ohren vollkühmen oder sich bei jemandem auskühmen (jemandem etwas vorjammern, sich ausweinen). Kühmen ist in der Grundbedeutung nur "seufzen" und wird im zentralen Rheinland auch noch so verwendet. Der saß ganz normal am Tisch, da isser weiß geworden im Gesich, dann hadder noch drei mal gekühmt, un war tot. Kühmerei Jammerei Die ganze Kühmerei nützt nix, du muss doch zur Schule. Kühme Jupp ist ein Mann, der zu viel klagt. ::


Kuhstall Hosenschlitz Ey, dein Kuhstall is offen::


kujacken ärgern, schickanieren, jemanden mobben Wat is. Willse mich kujacken. In dem Laden sind die sich nur gegenseitich am kujacken
Gekujackt wird im Ruhrgebiet, siehe auch kujonieren::


kujaxen herumalbern (meist von Kindern) Hört auf zu kujaxen! Kujaxerei ist albernes, lautes Verhalten Wat soll die Kujaxerei?
Das Mundartwort ist heute nur noch selten zu hören, wurde aber zwei Mal aus dem südlichen und zentralen Rheinland gemeldet.  ::


kujonieren jemanden böswillig ärgern, plagen, unterdrücken, schickanieren Der is mich den ganzen Tag am kujonieren, ich mach dem sein Haushalt nich mehr. Die Kujoniererei von dem Meister hält keine aus, deshalb ham die auch keine Leute in dem Scheißladen. Ein Kujong ist entsprechend ein Mistkerl, Übeltäter.
Kujoniert wird in Köln und Umgebung. ::


Kukelebu Kuckelbu, Kuckelebaum, Kuggelebaum Purzelbaum Der Klein is inzwischen so groß, der kann schon der Kukellebu machen. ::


Kull Am rechtsrheinischen Niederrhein geht man nicht nur im Pütt, sondern auch in der Kull wullachen (Bergwerk): Der is in de Kull am arbeiten. Ich hab auf de Kull Elektriker jelehrd. Allerding kann man in einer Kull am linken Niederrhein auch angeln, dann ist sie ein kleiner Teich (bekannt ist z.B. das Ausflugslokal Schultes Kull bei Niep).
Gehöhrt wohl zu Kulle (siehe dort). ::


Kulle kleine Aushöhlung, Vertiefung Pass auf, da is ne kleine Kulle aum Weech, stolper nich. Mach schomma ne Kulle, dann könn wir knickern. auch: für einem Hund seine Kulle (offenes Körbchen). Die Verkleinerungsform Külleken steht am Niederrhein und im Bergischen Land für ein Grübchen in den Backen, im Kinn oder bei mageen Menschen eine Einwölbung zwischen den Rippen; es gilt die Redewendung: Küllekes inne Backen hat den Schalk im Nacken. Wenn es am Niederrhein heißt Die Küllekes laufen zu oder Die Küllekes laufen voll, dann rumort es im Magen.



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Kullerball schwach geschossener Ball beim Fußball Mein Gott, son langen Anlauf un dann son Kullerball. Wie will der denn mit sonne Kullerbälle en Tor schießen. kullern langsam rollen, trudeln Dat is kein Kegeln, dat is höchstens Kullern. Der abgefälschte Ball kullert ins Tor. Allerdings können nicht nur runde Gegenstände kullern: Mann, ich denk ich werd nich mehr, da seh ich mein liebe Frau un mein besten Freund gemeinsam in unserm Bett am rum am kullern. ::


Kullitsch Lakritz; das Wort kennt man in dem Gebiet zwischen Ahr und Krefeld. Man hört es allerdings in der Umgangssprache immer seltener. Es ist eines von vielen rheinischen Synonymen für die Süßigkeit: Lakrips, Zuckerkritz, Lakores, Rakoles, Klitsch, Litschekuche, Bärendreck, Teufelsdreck, Hustekuchen, Mohrkuchen, Tropp, Zuckerpech, Stimmes, Stimmekuchen. ::


Kulturfaden eine ganz schmale Krawatte, entsprechend Kulturlappen (breiter Schlips). Kulturstrick für Krawatten allgemein. ::


kümmeln auch kimmeln tauschen Hasde wat zu kuümmeln?
Gekimmelt wird im südlichen Rheinland. ::


kümmern in der Wendung vor sich hin kümmern nicht richtig wachsen, auf keinen grünen Zweig kommen Die Blumen da bei euch im Vorgarten kümmern aber auch vor sich hin. Die Omma is ma nur noch so vor sich hin am kümmern. Kümmerling Wat hasse denn da von Kümmerling von Tanne nach Hause gebracht. Dat soll en Weihnachtsbaum sein?  ::


Kump Komp, auch Kummen (im Bergischen) Schüssel Der haut sich die Kump immer voll, da kann ich nich hinkucken! Die ganze Kump voll? In dem Kump is noch was drin. (Im Bergischen ist die Kump männlich )Erna, biste fertich mit Füße waschen? De Mama braucht den Kummen für Schloot (Salat)! In der Vulkaneifel ist der Komp der steinerne Wassertrog auf dem Hof als Viehtränke. Eine kleine Schüssel ist ein Kümpchen oder Kümpken. Auch für "Mund", wenn jemand unzufrieden ist: Der hat vielleicht en Kump gezogen... und  als Schimpfwort gebraucht Du blöde Kump, du!  ::


kungeln mauscheln, sich unverdiente Vorteile verschaffen, unsaubere Geschäfte machen; auch: zu diesem Zweck die Köpfe zusammenstecken Ich möchte wissen, wat die da schon wieder am kungeln sind. Ohne Kungeln geht hier gar nix. GekungelKungelei Die Firma is auch bei jeder Kungelei dabei.  ::


Kunt Hintern, in der Wendung de Kunt lecken Leck mich doch de Kunt! Der had en Kopp wie en Kunt (breites Gesicht).
Kunt ist in den Mundarten zwischen Aachen und dem nördlichen Niederrhein gebräuchlich; in der Umgangssprache wird Kunt aber zunehmend durch Arsch ersetzt. ::


küppen beschneiden, kappen Wir ham da bei der Tanne die Spitze küppen müssen, auch wenn et ers ma schlimm aussah. Aber die Friedhofsatzung schreipt dat vor, dat die Bäume hööchstens so 20 Meter weern dörfen. Tut eim ja inner Seele weh sowat, aba muss eeben sein. Auch "ein Ei köpfen": Wie hasse dein Ei denn aufjekricht? Mem Messer jeküpp(t).
Wohl zu kupieren (aus französisch couper "abschneiden"). Sagt im Bergischen Land. ::


Küppgen Brotende, auch die Spitze eines Frühstückeies (eigentlich "kleine Kuppe") Dat tut man aber nich, dat Küppken mittem Messer abhauen. ::


Kuraasch Mut Der hatte wohl Angst vor seinen eigenen Kuraasch. Da hat der doch gar kein Kuraasch für::


Küres heißt im südlichen Rheinland eine Jacke Du künnst dir mol widder en neue Küres kaufe.  ::


Kurmel Kürmel Unordnung, Durcheinander Räum auf, dat is ja vielleicht en Kurmel hier! Kurmelskopp undordentlicher Mensch Mann du Kurmelskopp, bei dir findet man ja nix. kürmelig/kürmelich unordentlich Dat sieht doch kürmelich aus!
Kurmel/Kürmel findet man im Bergischen Land. ::


Kürmelskram Kurmelskram Unwichtiges, Abfall, Kram Dat is doch alles Kürmelskram! Kurmelskopp unordentlicher Mensch. 
Das Wort ist nur rechtsrheinisch zwischen Düssldorf und dem südlichen Bergischen Land verbreitet.  ::


Kürstchen Kürstje Anfangs- oder Endstück eines Brotlaibs Heut krisch ich nal widder dat Kürstje.
Das Kürstje liebt (oder hasst) man im südlichen Rheinland. Bezeichnungen für das Brotende sind sehr variantenreich, siehe z.B. auch Kaschte, Knäppchen oder Knüstchen::


Kurve kommt in vielen Wendungen vor: die Kurve kratzen schnell verschwinden Wenn ich die seh, kratz ich lieber die Kurve. die Kurve kriegen etwas so eben noch bewerkstelligen Der hat mit seinem Laden so eben noch die Kurve gekricht nache Pleite. wie ein Schluck Wasser in der Kurve eine schlechte Haltung  haben Der sitzt da wie en Schluck Wasser inner Kurve. ::


Kurzer ist in weiten Teilen des Rheinlands ein Schnaps. Früher war ein Kurzer automatisch ein Korn, heute ist es jeder klare Schnaps: Zu dem Bier en Kurzen? Wat hasse getrunken? Nur zehn Bier un en paar Kurze. Mit Kurzer kann auch ein kleiner Junge gemeint sein: Wo hasse denn deinen Kurzen gelassen? Der is bei de Omma. Die Kurzen hamm et aber widder drauf heute! (Kind)  Ey Kurzer, mach dich vom Hocker, sonst setzt et wat. Seltener Kurze kleines Mädchen Kuck ma der Kurze da, wat der schon klettern kann. Kurzer sagt man auch kurz zum elektrischen Kurzschluß Ich hab en Kurzen gebaut, dat hat geknallt::


Kusch Schwein Wat bisse so beschmiert? Du siehst wieder aus wie en Kusch.
Kusch ist in den rheinischen Mundarten eigentlich ein Kosewort für ein kleines Schwein. Du Kusch! sagt man gerne zu Kleinkindern, die sich einsauen. Das kleine Schwein ist das Küschken sein, das man in Moers noch als Schimpfwort kennt, ebenso die Ableitung Küschkeserei: Wat is dat denn für ne Küschkeserei::


kusch ruhig, still Jetzt bisde aber ma kusch! Hat die Mutter mal ordentlich auf den Tisch gehauen, da wären die Pänz aber kusch! Wohl zu kuschen duckmäusern, kratzbuckeln Der kuscht doch nur vor seinem Chef! ::


kuselich unordentlich, unfrisiert, ungebügel. ::


Kusselkopp Kuselkopp, auch Kusselköpper Purzelbaum Kannsde Kusselkopp? Kuselkopp kann do jeder::


Kutzen Essensreste Die Kinder mögen keinen Kappes, immer lassen sie Kutzen übrig.
Kutzen gibt es nur im Bergischen Land.  ::


Kwanten Füße, siehe Quanten::


Kwetsche Zwetschge, Pflaume Dat sind noch nich die richtigen Kwetschen für Pflaumenkuchen::



labberich geschmacklos, laff Also dat Essen im Krankenhaus war so wat von labberich, ich konnt et nich mehr sehn. Wir krichten da immer sonne labberige Brühe, konnze nich essen. Wenn etwas labberich ist, kann es auch lose oder instabil sein: Auf den labberigen Stuhl würd ich mich nich setzen. Wat hängt dat da so labberich rum? ::


labern blöd daherreden, inhaltsloses Geschwätz machen Laber nich! Laber ma kein! Hör auf zu labern! Der labert hier alle voll mit seiner Scheiße. anlabern anquatschen, anmachen Ich kann dat nich ab, wenn man mich so vonne Seite anlabert. Laber mich nich an. zulabern Die hat mich jetz ne Dreiviertelstunde zugelabert, ich hab son Blumenkohl am OhrLaberei Bei dessen Laberei wirse ganz rammdösig, da weiße nachher nich mehr, wat richtig is. Gelaber lästiges Gerede Du gehs mir mit deinem Gelaber echt auf den Sack. Dem sein Gelaber kann ich nich mehr hören. Laberkopp, Labersack Zeitgenosse, der perfekt im Labern ist: Wat bis du vürne Labekopp, eh? Labertasche/Labertäsch ungezügelt redender Mensch, der viel Unsinn von sich gibt. Ach Jott, is das ne Labertäsch.
Das Wort geht wohl zurück auf das niederdeutsche Labbe "hängende Unterlippe" (im Niederdeutschen lautet das Wort entsprechend auch labbern), das wiederum verwandt ist mit labbern und labberig (siehe dort). ::


Lack in der Wendung der Lack is ab nichts mehr taugen, altern Da is nichts zu machen, mit Fünfzich is de Lack ab. auflacken aufdonnern, übertrieben schminken Für wat hass du dich denn so aufgelackt? ::


Lack in der Wendung alles im Lack alles in Ordnung Bei mir ist alles im Lack! ::


Lackes Ohrfeige, Schlag mit der flachen Hand ins Gesicht Wenn wir ma dreckich na Hause kaamen, dann gabet Lackes.
Leckes kricht man im Ruhrgebiet. ::


laff geschmacklos, ungesalzen, langweilig, fade, kraftlos Die Suppe is wat laff. Dat is aber en laffes Spiel! Mit son laffen Typen kann man keinen Blumenpott gewinnen.  ::


Laffka irgendein (meist bedrohliches) Ereignis, das in Kürze eintreten wird Gleich gibts Laffka, Freunde!
Bislang nur aus Bochum gemeldet; wohl ein münsterländischer Import. ::


Lahmarsch Langweiler, Umstandskrämer, Müdmann, jemand, der früh schlapp macht:  Mein Bruder is vielleicht ein Lahmarsch!auch als Adjektiv lahmarschig Mensch, sei doch nicht so lahmarschig::


Lakes körperlich großer Mann, kann unter Umständen auch als Spitznamen für einen solchen verwendet werden. Tach Lakes! Wird gelegentlich auch als Bezeichnung für andere besonders große Dinge gebraucht. ::


lala oft als Antwort auf die Frage nach dem Befinden Wie gehts denn so? So lala (geht so). ::


Lall dummes, unnützes, inhaltsleeres Gerede, Gewäsch Wat dat vürn Lall is, sieht mer dran, wie se dem Kohl seine Neujahrsrede vom verkehrten Jahr gesendet ham, dat dat eigentlich kaum einer gemerkt hat. Lallbacke Dummschwätzer Ach dat is so ne Lallbacke, der sollte Vertreter wern. ::


Lalla Musik Mach ma die Lalla aus, ich kann kein Wort verstehen. Bei dem is Tach un Nacht die Lalla an. Man kann auch lalla sein etwas neben sich sein Du kanns heut nich ernshaf mit dem reden, der is heut en bisjen lalla, dem sein Kind is jrad auf de Welt jekommen. Von dem schnellen Walzertanzen bin ich ganz lalla, jezt muss ich mich erst ma hinsetzen. (benommen, beduselt) Bisde lalla? (betrunken, beschickert) ::


Lalla Rübenkraut; so nennt man diesen Brotaufstrichin der Eifel. ::


Lamäng in der Wendung aus der Lamäng etwas gut können, leicht bewerkstelligen Dat mach ich doch aus der Lamäng. Wenne dat nit aus der Lamäng machs, weis ich es nich. Ganz aus der Lamäng kann auch bebeuten: etwas aus dem Bauch, Gefühl heraus machen. Aus der Lamäng kann auch schon mal für Pi mal Daumen stehen, also nicht so ganz genau. Samma Meister, wie hasse denn gewußt, wo dat Loch für der Lichtschalter hin kommt? - Ach weißde, Jung, dat habbich aus der Lamäng jemaat. Momänt, kurz nachjemessen ... un in der Plan jekukt ... blätter, blätter ... 4,5 cm zu hoch un 2 zu weit links - paß doch!  ::


Lamento Lamänto Geschrei, Gezeter, Lamentieren Dat Lamänto übber die verschütt gegangenen Euros hättsde ma hören sollen. Mädchen, hör mit dem Lamento op, der kommt schon wieder::


Lampe im Zusammenhang mit heftigem Trinken Der hat aber die Lampe an (schwer betrunken sein) Heute abend gießen wir uns einen auf die Lampe (sich betrinken).Mit Lampen können auch die weiblichen Brüste bezeichnet werden: Kuck ma, wat die vor schwere Lampen hat::


Land in der Wendung an Land kommen nach Hause kommen Hoffentlich kommst du bald an Land, Männeken. Land sehen abhauen, verschwinden Mach, datte Land siehs, ich will dich hier nich mehr sehen. Da war bestimmt Land bei (Komentar zu einem lauten Furz). Land gewinnen abhauen, verschwinden Mach bloß, datte Land jewinns! ::


Ländche günstige Gelegenheit, Schnäppchen Dat es e Ländche!
Das Wort scheint kleinräumig im Kölner Norden verbreitet zu sein. ::


lang in der Wendung jemanden lang machen jemanden ausschimpfen, bestrafen Die ham die im Training gestern ganz schön lang gemacht nach der Niederlage. Redewendung: Wer et lang hat, kann et lang hängen lassen. Man kann sich auch lang legen und damit auf eine bestimmte Weise hinfallen oder umfallen: Mit dem Motorad hat der sich ers mal hier vorm Haus lang gelegt, gleich am Tach wo er et jekricht hatte. Ich leech mich mal en Stündchen lang, ich brauch en Mützken voll Schlaf, eh dat Gedöhns losgeht.(sich zum Schlummern hinlegen) lang und schmutzig Häärschaften, dat Kapitel AT- Nummern ham wa getz abba lang und schmutzich durchgekaut... wenn etwas trotz intensiven Übens daneben geht.
Daneben kann lang in der Umgangssprache auch als Synonym für "groß" gebraucht werden: Der is so lang, dat es Wochen dauert, bis die kalten Füße als Schnupfen im Kopp ankommen. Ein langes Elend ist ein besonders großer Mensch (siehe Elend). ::


langen eine Ohrfeige verpassen Du krichs gleich eine gelangt. Gleich lang ich dir eine. ::


längs in der Wendung dran längs gehen etwas regelhaft abarbeiten, überprüfen Kuck ma die Beete da, da mussde aber ma dran längs gehen, wie die aussehen! Bei de Möhren muss man regelmäßich dran längs gehen, ob da nich schon wieder die Schnecken dran sind::


lappen in der Wendung sich einen lappen sich etwas zu Schulden kommen lassen, etwas aushecken Wat hasse dir denn wieder gelappt? Der hat sich vielleicht einen gelappt, da kommt noch wat hinter her. Lappen kann auch treten bedeuten, z.B. des Balles beim Fußball Dä Pitte hät däm Franz ene in dä Kaste (Tor) jelapp. Deshalb kann drauflappen auch "die Bremse/das Gaspedal voll durchtreten" meinen: Als die Omma auf de Straße latscht, musst ich voll in die Eisen lappen. Lapp mal drauf, wir sind spät dran. Lappen, verlappen kann auch für "Schläge bekommen" stehen: Der Schuster issen Schuh am lappen (mit kräftigen Schlägen traktieren).  ::


Lappen Führerschein Mir haben se den Lappen abgenommen. Hasse den Lappen noch? Du hast zu viel getrunken, pass ma bloos auf, datte den Lappen nich los wirs. Wenn de mit 100 Sachen durch et Dorf bräts, brauchse dich nich zu wundern, wenn der Lappen wech is. Mich hat de Schmier erwischt, ich moot de Lappe afjäwe. durch die Lappen gehen vergessen, eine Chance verpassen Dat mit deinem Geburtstag is mir völlich durch de Lappen gegangen. Der billige Computer bei Aldi is mir wieder durch de Lappen gegangen. Auch: abhauen, weggelaufen, verschwinden, unbemerkt bleiben statt aufzufallen Dä Dieb is dä Pullizei dursch de Lappen gegangen. Hach, jetz hab-isch es dreimal durchgelesen, aba dieses verdammpte vergessene Komma is mir jedes Mal durch die Lappen gegangen. ::


läppern allmählich zusammenkommen, anhäufen Die Schulden läppern sich. Jeden Tach ne Schachtel Kippen, dat leppert sich. Wie gehdet? Et läppert sich (ironische Antwort im Sinne von es geht). zusammenleppern (dasselbe) Bei jedem Tanken drei Mark sparen, da leppert sich ganz schön wat zusammen übert Jahr. Läppern gehört zur großen mundartlichen Wortfamilie um den Lappen: lappen dick auftragen Musse dir die Butter so dick auf et Brot lappenWer weiß, wat der sich schon wieder gelappt hat? (etwas ausfressen). Der hat sich vielleicht en Ding gelappt (in ein Fettnäpfchen treten) anlappen anflicken Dat hab ich da so angelappt, dat hält schon. läppsch, läppisch fade, uninteressant, unbedeutend, wenig gewürzt Stell dich doch nich so läppsch an. Mit sonnem läppschen Kram kannze mich nich kriegen. Die Suppe is aber läppsch. Auch auf Menschen bezogen: Sonn läppschen Typ, wat willse denn mit dem? (langweilig)  ::


Lappes Labbes, Laabes meist langer Lappes hoch gewachsener Junge oder Mann, oft etwas ungelenk Warum gehße nich in en Basketball-Verein, wo e doch sonn langen Lappes bis. Der lange Lappes stößt sich überall den Kopp. Im zentralen Rheinland ist der Labbes eher ein verlotterter Typ.
Auf dem Vorderhunsrück ist ein Lappes ein "Schelm". Hier gibt es auch das Tätigkeitswort lappessen De hat gelappest bedeutet "Der hat bis spät in die Nacht gefeiert" - was natürlich kein anständiger Mensch tut, sondern nur ein Schelm.  ::


Lappöhrchen steht im Kölner Raum für einen - nicht unbedingt versteuerten - Nebenverdienst Ja, ja, offiziell vom Amt leben und nebenbei ein Lappöhrchen machen! Auch "Schnäppchen". (Siehe ausführlichen Kommentar)
Eigentlich ein Flickstück, z.B. ein Lederstück, um einen Schuh zu reparieren, später übertragen auf jede kleine Beschäftigung; die Bedeutung ′Schwarzarb