LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Wort des Monats

kriegen



Weihnachtsbaum

"Kriegen" ist ein rheinisches Universalwort - und es ist natürlich gerade zu und nach Weihnachten besonders wichtig. Wat krisde denn zu Weihnachten? Wenne nich brav bis, krisde nix geschenkt. Rat ma, wat ich zu Weihnachten gekricht hab? Ich hätt beinah keinen Weihnachtsbaum mehr gekricht, die hatten nur noch so kräpelige Dinger. So oder ähnlich werden wohl viele Gespräche im Rheinland ablaufen, ob nun Kinder unter sich oder mit ihren Eltern über die Geschenke sprechen. Hauptsache, man kricht wat

Kriegen statt 'bekommen' ist im Rheinland so selbstverständlich, dass den meisten Rheinländerinnern und Rheinländern beim Sprechen gar nicht bewusst ist, dass sie hier nicht Duden konform sprechen. Das Verb kriegen ist praktisch allgegenwärtig: 

Der kricht den Hals nich voll zu Weihnachten. Ich krich zu viel, wenn ich seh, wat die Omma dem Kleinen widder alles geschenkt hat. Der hat sich gar nich mehr eingekriegt, als der all seine Geschenke gesehen hat. Weihnachten gab et wieder so viel zu essen, den Nachtisch habe ich schon gar nich mehr runtergekricht. Mach, datte den Baum fertich kriss, die Blagen warten schon vor de Tür. Ich krich die Verpackung nich auf von dem Geschenk, wie die dat auch eingepackt haben. Die ham von der Tante auch noch wat Geld zu dem neuen Fahratt beigekricht. Hier hasde schomma den Zuch un die Waggons, die Schienen krichsde nächsdet Jahr. Ich krich die Motten, schon wieder ne neue Krawatte.

Man sieht, Weihnachten ohne kriegen ist im Rheinland kaum vorstellbar. Weitere Anwendungsbeispiele ohne Weihnachten finden sich im Wörterbuch.

Die Wörterbuchredaktion wünscht

Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.

Das Bild wurde unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht; Quelle: Wikipedia