LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Wort des Monats

Köpper

Foto zeigt einen Köpper

 

Ferien und Sommer, da kann man ihn wieder in jedem Freibad sehen: den Köpper. Eigentlich ist er ja verboten, denn an kaum einem Becken fehlt der Hinweis: „Kopfsprünge nicht erlaubt“. Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum sich keiner daran hält, denn niemand im Rheinland hat je einen Kopfsprung gemacht, hier macht man Köpper! Traus de dich keinen Köpper? Ich kann Köpper vom Dreier! damit ist im Rheinland jeder Junge (Mädchen machen eher weniger Köpper) konfrontiert, sobald er schwimmen kann.

Diese Selbstverständlichkeit ist es, die in diesem Fall überrascht. Zu unserem umgangssprachlichen Köpper gibt es eigentlich keine Alternative. Nur im Süden sagt man Köpfer oder Köpfler. Den meisten Rheinländern dürfte dagegen gar nicht auffallen, dass sie hier keine hochdeutsche, sondern eine aus dem Dialekt zu erklärende Variante benutzen. Selbst Jugendliche, die in ihrer Alltagssprache immer weniger Mundartelemente verwenden, benutzen ausschließlich Köpper, wenn sie den Kopfsprung meinen, das haben Erhebungen des Amts für rheinische Landeskunde ergeben.

Es gibt im Rheinischen eine ganze Reihe von Wörtern, die kein hochdeutsches pf haben. Zum Köpper gehört natürlich der Kopp, der in Doofkopp, Suffkopp oder Pappkopp eine wichtige Rolle spielt. Der kann nich köppen sagt man beim Fußball, wenn einer nicht köpfen kann, was man allerdings hier nie sagen würde, weil es nach enthaupten klingt. Verkloppen, bedröppelt („verklopfen“ und „betröpfelt“ gehen gar nicht), Appel, veräppeln, Schüppchen oder Knopp sind andere Belege, die noch das mundartliche Erbe in der Umgangssprache zeigen und häufig im sprachlichen Alltag zu hören sind, allerdings nicht mit dieser Ausschließlichkeit wie Köpper.  

Bleibt die Frage nach dem Seemannsköpper. Diese früher oft als Mutprobe geforderte und gefährlichere Variante kennen offensichtlich nicht mehr viele. Dabei macht man einen Kopfsprung mit angelegten Armen, vom Dreier kann das eine schmerzhafte Angelegenheit sein.

Das Bild wurde unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht; Quelle: Wikipedia