LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Wort des Monats

 Ömmes

Ömmes ist wieder so ein typisches Wort der rheinischen Umgangssprache, das in unterschiedlichsten Bedeutungen daherkommen und deshalb einen unbedarften Nicht-Rheinländer nur verwirren kann: Ich hab son Ömmes von Kürbis im Garten. Der hat mit son dicken Ömmes nach mir geschmissen. Wie heißt der neue Ömmes von deine Schwester? Ömmes un Öppes kommen morgen zu Besuch. Der hat son Ömmes inne Hose! Komm, nu mach ma kein Scheiß, Ömmes! Und schließlich noch: Da musse ömmes holen, der sich damit auskennt.

Ömmes ist demach entweder irgend etwas Dickes oder Großes (das Mann eben oft auch in der Hose zu haben behauptet), Synonym für "Kumpel, Kerl, Freund" oder irgend jemanden, dessen (seltener "deren") Name einem gerade nicht einfällt, eine alternative Bezeichnung für die Oma und das Pronomen "jemand".  

Ein ganz schöner Ömmes von Findling!

Auch wenn das Wort vielen als ominös erscheint - so werden unterschiedlichste Herleitungen aus dem Französischen oder gar Rotwelschen erzählt -, ist seine Herkunft durchaus nicht spektakulär. Ömmes ist eigentlich ein altes rheinisches Mundartwort, es bezeichnet im Dialekt, zusammen mit den Varianten Ommer, Ummer und Ümmes, eine Murmel beim Knicker- oder Klickerspiel, und zwar genau das im kindlichen Wettkampf begehrte dicke Exemplar.  Das Spiel ist in Kölner Quellen schon im 16. Jahrhundert als "omnia" belegt. Das Pronomen geht dagegen auf ein mundartliches Fürwort zurück, das in allen Dialekten des Rheinlands zwischen Westerwald und Ruhrgebiet zu finden war/ist. Iemes bedeutet hier nichts anderes als "jemand", in der Umgangssprache kann man das Wort auch als Substantiv benutzen, dann bedeutet es eben "irgend jemand, dessen Namen man nicht kennt".

Eine Anmerkung zum Schluss: Ömmes ist in keinem Fall die mundartliche Kurzform von "Helmut", wie es in einem Düsseldorfer Vornamenbuch und in der örtlichen Presse behauptet wird.