LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Wort des Monats

Fuppes

   

 

Zur Zeit wird ja wieder viel über Fußball geredet. Die Championsleague geht in die Endphase, Bayern wird leider in Rekordzeit deutscher Meister und die Weltmeisterschaft mit neuerlichem Rudelkucken steht bevor. Manche, oder besser immer mehr reden allerdings nicht von Fußball, sondern von Fuppes. Eine kurze Google-Abfrage erbrachte schon nach wenigen Minuten dieses Ergebnis:

Hurra-Fuppes (der Mönchengladbacher Angriffsfußball) - attraktiven Fuppes spielen - Tisch-Fuppes - Fuppes öcken (im Ruhrgebiet) - Fuppes zocken - Fuppes des Tages - Fuppes-Thread - Live-Fuppes - Fuppes gucken - Fuppes-Mathe (Tabellenarithmetik) - der deutsche Fuppes - von Fuppes keine Ahnung haben - Kleinfeldfuppes - Fuppesspießer (wohl Fans eines "gepflegten" Fußballs)

Man sieht, Fuppes als Synonym für Fußball ist sehr weit verbreitet und kann ebenso universell eingesetzt werden. Allerdings: Im Duden ist das Wort noch nicht angekommen, und auch die Fuppes-Fans selbst wissen offensichtlich auch nicht, wo das seltsame Wort herkommt. 

Viele Nichthessen halten Fuppes offenbar, warum auch immer, für ein hessisches Wort. Schaut man allerdings in das Forum der Frankfurter Eintracht, so kann man dort zwar drobbkigge, bolze oder fußbällenFuppes wird aber bei den Eintrachtfans eindeutig nicht als heimisch angesehen. Auch der Augsburger Atlas zur Deutschen Alltagssprache (ADA) kennt den Fuppes nicht. Die Dortmunder Fans bringen zwar ein ähnliches Wort ins Spiel, den Fussek, das aber ist eine für den Pott typische polonisierende Spielform, die auf keinen Fall der Vater des Fuppes sein kann.

Auch die Mundarten bieten bislang keinen Anhaltspunkt, zwar ist Fuppes im Rheinischen in allen möglichen Bedeutungen bekannt, u. a. als Tresterwein und Apfelwein oder im Saarland als "Furzarsch besonders bei Frauen" (O-Ton Rheinisches Wörterbuch), aber von dort zum Fußball scheint es keine Verbindung zu geben . Bleibt also die Frage: Woher kommt das Wort, das sich in den letzten acht Jahren so schnell ausgebreitet hat? Bislang hat die Sprachwissenschaft noch keine Antwort darauf gefunden. Vielleicht kennen die Leser oder gar die Leserinnen des Mitwachwörterbuchs die Lösung?