LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Wort des Monats

Knolle

 

 

Wie die Wortkarte aus dem Rheinischen Wörterbuch* sehr anschaulich zeigt, ist die Knolle ein wirklich exklusives rheinisches Wort. Nur im zentralen Rheinland nennt man so die Rübe, die überall in den umgebenden Landschaften sonst Runkelrübe oder Rummel heißt. 

Und das Schöne ist: Das Mundartwort ist auch heute noch vielfach im Alltag der Region zu hören. Gerade jetzt, wenn wieder die Rübenbauern mit ihren Traktor- oder besser Treckergespannen die Straßen des Rheinlands bevölkern und oftmals dort deutliche Spuren hinterlassen, ist die Rede von der Knollenkampagne (Anlieferung der Rüben bei den Zuckerfrabriken) und den Knollenbuuren (Rübenbauern), die sich schon mal von genervten Autofahrern die Bezeichnung Knollenkopp gefallen lassen müssen. Und der zentrale Ort im berühmten Kölner Hänneschen Theater heißt nicht ohne Grund Knollendorf. Schließlich gibt es noch den Knolli-Brändi; so wird im zentralen Rheinland ein billiger Schnaps genannt, der schon vor dem Saufen en dicken Kopp macht.

Auch im Niederländischen nennt man die Rübe übrigens knol, genau so wie im Englischen ein kleiner Hügel knol heißt. Zugrunde liegt natürlich das mittelhochdeutsche Wort knolle für "Erdscholle, Klumpen", das wir auch noch im Hochdeutschen kennen. Dagegen hat das moderne - und ebenfalls rheinische - Knöllchen (Protokoll, Strafzettel) nur sehr indirekt etwas mit der rheinischen Rübe zu tun. Genaueres kann man im Archiv der Worte des Monats nachlesen, dort gibt es den Eintrag Knöllchen.

* Die Karte ist dem Rheinischen Wörterbuch Band 4, Spalten 987 und 988, entnommen. Dieses wichtigste Nachschlagewerk zu den rheinischen Mundarten ist mittlerweile auch im Netz zu finden unter http://woerterbuchnetz.de/RhWB/, dort findet sich auch im Wortartikel "Knolle" die vollständige Wortkarte.