LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Wort des Monats

Aska mit Schuhnägel

 


Bundesarchiv Bild 183-R79742

gibt es überall im Rheinland nördlich der Mosel, und das in vielen Varianten: Aschka mit Schimmela, Aska mit Kanulla, Aschka mit Sauerkraut, Aschka mit Leberwurst, Aska mit Schuhriemen, Aska mit Schinkenwurst oder Aska mit Fußsohle. Gemeint ist allerdings immer dasselbe: Es geht um die Androhung von Prügel, ob in Form elterlicher Züchtigung, wie auf dem hoffentlich antiquarischen Bild aus dem Bundesarchiv oder in Form einer Abreibung zwischen Jugendlichen oder Männern. Die Drohung Pass bloß auf, sons gibbet gleich Aska mit Schuhnägel versteht im Rheinland jeder. Allein der Variantenreichtum deutet darauf hin, dass die Wendung weit verbreitet ist und viel benutzt wird.

Allerdings war es immer rätselhaft, woher sie eigentlich stammt. Da die Wendung im Rheinischen Wörterbuch gut belegt ist, muss sie schon im 19. Jahrhundert in den Mundarten in Gebrauch gewesen sein. Dort wird sie demnach auch ihren Ursprung haben. Doch erklärt das noch immer nicht ihre Herkunft, denn das Wort Aska in der isolierten Form exisitiert nicht. Man findet es immer nur in der Wendung "Aska mit irgend etwas". Aber genau das könnte der Schlüssel zur Erklärung sein. 

Das Jiddische hat bekanntlich einen großen Einfluss auf die rheinischen Mundarten (und damit auch auf die aktuelle Umgangssprache) gehabt. Im Rheinischen Wörterbuch finden sich allein über 400 gesicherte Lehnwörter. Und auch unser Aska könnte genau dort seinen Ursprung haben. Im Jiddischen bedeutet Aske "Beschäftigung, Handel", daraus wurde im Rotwelschen dann auch "Diebstahl". Und handeln oder beschäftigen kann man sich eben nur mit etwas. Und da in unserem Fall nicht ein konkreter Handel gemeint ist, kommt es zu den oben genannten, eigentlich absurden Handelswaren.  

Diese Ableitung ist zwar ohne Gewähr, aber sie bietet erstmals einen Lösungsansatz, der dieser lustigen und typisch rheinischen Wendung gerecht wird.