LVR-Institut für Landeskunde
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Wort des Monats

Ein Köppken Kaffee

oder natürlich auch Köppchen oder Köppschen Kaffee, wie man südlich des Niederrheins sagt, ist in der useligen Jahreszeit genau der richtige Muntermacher: Ich könnt jetz gut en Köppken Kaffe vertragen. Jetz en Köppchen Kaffee, un die Welt is widder in Ordnung. 


Ein Köppchen Kaffee stilecht in Glasschalen

Ein Köppken oder Köppschen, also eine Tasse Kaffee trinkt man im zentralen Rheinland, im Bergischen Land, im Ruhrgebiet und am unteren Niederrhein. Es ist eine fast schon zärtlich zu nennende Bezeichnung, die etwas gemütliches und heimeliges, aber auch geselliges ausdrückt, denn en Köppchen Kaffee trinkt man meist nicht alleine. 

Eigentlich ist ein Köppken/Köppchen aber keine normale Tasse, sondern eher eine henkellose Schale, und genau das führt auch zur Geschichte dieses Wortes.

Im Althochdeutschen, also um 800, kennen wir das Wort "koph" mit der Bedeutung "Trinkgefäß, Becher,Trinkschale" (wohl entlehnt aus dem spätlateinischen cuppa "Becher). Daraus wird im Mittelhochdeutschen dann die Bedeutung "Hirnschale" abgeleitet, die schließlich zu unserem hochdeutschen Kopf  wird. Unser moderner Kopf und das rheinische Köppken haben also eine gemeinsame Wurzel. Man könnte auch sagen: Die rheinischen Sprecher und Sprecherinnen bewahren in ihren Köppschen und Köppken also noch die ursprüngliche Bedeutung, die im restlichen deutschsprachigen Raum verloren gegangen ist. Nur die Niederländer mit ihrem "kopje koffie" und die Engländer mit ihrem "cup of tea" machen es wie die Rheinländerinnen mit ihrem Köppken/Köppchen. Mögen die bei ihrem nächsten Kaffeekränzchen einmal kurz an das ehrwürdige Alter des Wortes denken, wenn sie ihr Köppchen leeren.

Foto: Bundesarchiv